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07
September
2016

Die Millionenschäden in den Tiefen eines Dorfes

Zwischen 1949 und 1951 suchte die Wismut im Erkundungsrevier Mildenau/Königswalde nach Uran. Gefunden wurde kaum etwas. Die Schächte aber blieben und wurden nur notdürftig verfüllt und gesichert - bis jetzt.
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Wismut: Zwischen 1949 und 1951 war die Wismut in dem Gebiet, das sich über ganz Mildenau und bis Königswalde erstreckt, zugange. Doch obwohl das Erkundungsrevier recht umfangreich war, habe man vergleichsweise wenig Uran gefunden, sagt Manfred Speer. Als die Wismut weg war, wurden die Schächte, Tiefschürfe und Überhauen oft nur sporadisch gesichert und abgesperrt. Teilweise sei in späteren Jahren noch einmal nachverwahrt worden, allerdings immer nur mit bescheidenen Mitteln. "Das oberste Ziel lautet daher, die Gefährdungen an der Tagesoberfläche zu beseitigen", so Speer. Denn auch wenn sich die Schadstellen außerhalb bewohnter Gebiete befinden, bestehe immer die Gefahr, dass das Erdreich nachgibt und so Wanderer oder spielende Kinder in Gefahr gebracht werden. Die Arbeiten sollen zudem so schonend wie möglich für die Natur vonstatten gehen.

Je nach Art und Lage der Schadstellen kommen unterschiedliche Verwahrmethoden zum Einsatz. Der Schacht 322, einer der größten Baustellen in Mildenau, wird beispielsweise mit einer Betonplombe etwa 15 Meter unter der Erde gesichert. Sekt-Korken-Prinzip nennt es Manfred Speer. Selbst wenn also unterhalb der Plombe - der Schacht war 118 Meter tief -etwas absackt, hat das keine Auswirkungen mehr. Die Plombe sitzt sicher. Doch bis die Mitarbeiter der Firma Berg- und Tiefbau Oelsnitz überhaupt so weit waren, den Schacht näher zu erkunden und die perfekte Stelle für die Betonplombe zu finden, standen sie erst einmal vor ganz anderen Problemen. "Hier war alles voll mit Müll", erzählt Dirk Nötzold von der Wismut. Von Kühlschränken bis Sägeblätter war alles dabei. Die Beräumung glich dabei einer Zeitreise bis in die 1950er-Jahre.

Altbergbau: In das Wismut-Projekt sind auch einige Schadstellen involviert, die aus den Zeiten des historischen Altbergbaus stammen. Sie befinden sich in der Nähe der Mildenauer Agrar AG. Um Kosten zu sparen, werden diese gleich mit in Angriff genommen, erklärt Frank Rottluff vom Oberbergamt. Zwei Schadstellen seien bekannt und registriert gewesen. "Von dem Gebiet liegt risskundig allerdings nichts vor", so Rottluff. Die Bergleute wussten also nicht genau, wie und wo die Gänge verlaufen. Nach den ersten Befahrungen wurde aber schnell klar, dass ein Teil des Abbaus unter der Straße verlief. Damit die Straße nicht absacken kann, wurde der Gang mit Beton verfüllt. Im Anschluss tasteten sich die Arbeiter in die entgegengesetzte Richtung vor. Bis in zehn Meter Tiefe drangen sie vor und stießen unter anderem auf einen Wassergang. Um den hydraulischen Weg, wie es Frank Rottluff nennt, nicht zu unterbrechen, werde in diesem Bereich nicht mit Beton verfüllt, sondern mit Kies. "Es füllt den Hohlraum und trotzdem kann das Wasser fließen." Bis Jahresende sollen hier die Arbeiten beendet sein.

http://www.freiepresse.de/LOKALES/ERZGEB...ikel9604932.php



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