Transitverkehr - Erlebnisse von Beschäftigten und Nutzern im Transit Berlin(West)-Bundesgebiet

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05.11.2021 22:26
#241
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Ich streue Asche auf mein Haupt. Manchmal bin ich in diesem Sinne auch ein Troll, aber nicht mit Absicht, sondern weil ich i.d.R. auf einen schon in´s Abseits führenden Vorbeitrag reagiere. Meist merke ich es erst, wenn ich den Beitrag schon abgeschickt habe und die Themenüberschrift sehe.


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08.02.2022 19:08
avatar  Ehli
#242
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Ehli
Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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08.02.2022 19:44
#243
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Da frag ich mich, ob der 1982 eröffnete Grenzübergang Gudow/Zarrentin (A24)auch so ausgebaut war. Der Übergang war ja später als der in Marienborn gebaut und somit sicher moderner. Vieleicht hat ja jemand aus der Gegend nähere Infos dazu.

Zweedi

Lebenskunst ist - "Im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen"


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08.02.2022 20:12
#244
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@zweedi04

davon kannst Du ausgehen. Auch die dasmals neu gebaute Güst Wartha dürfte über diese Versorgungsgänge verfügt haben.


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08.02.2022 21:26
#245
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#242
Für meinen Geschmack wird die militärische und die geheimnisvolle Komponente in dem Bericht überbetont.
Ich sehe den Nutzen vor allem darin, dass kein Hausmeister im blauen Kittel quer durch die Abfertigung laufen muss.
Also durchaus sinnvoll.

Gruss Wolfgang


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31.03.2022 19:21
avatar  Bernd65
#246
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Hallo Zweedi04,
ich habe in der Sicherungskompanie Zarrentin meinen Grundwehrdienst abgeleistet. von Ende 04/85 bis Ende 04/86. Wir waren für die Außensicherung zuständig. Die Bedienung der KFZ-Sperre, sowie der Beobachtungspunkt 01 war durch und Besetzt. Wenn du genauere Infos brauchst, melde dich einfach. Mail: breppin@t-online.de


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25.04.2022 09:26
avatar  Ratze
#247
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Moin
Bevor ich alle Beiträge lese mal eine Frage in die Runde
Am Wochenende war Treffen in Marienborn
Da ging es um die Einreisekontrolle an der Autobahn
Kann ich davon ausgehen, dass die verschiedenen Kontrollpositionen von unterschiedlich qualifizierten PKE Mitarbeitern besetzt waren
Also Entgegennahme der Pässe vom niedrigsten Qualifizierungsgrad, dann der Fahnder im schallgeschützten Raum mit hoher Qualifikation, im Auswerteraum wenig Erfahrung, an den Bildschirmen im Hauptgebäude größte Erfahrung und Rückgabe der Pässe auf der Quallileiter Stufe 3
Oder liege ich ganz falsch und beim Dienstbeginn bekam jeder seinen Posten zugeteilt?
Frage fällt mir jetzt erst ein, hätte ich @passport natürlich schon am Samstag stellen können
Aber vielleicht klärt mich jemand auf


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25.04.2022 10:34
#248
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Hallo @Ratze,

bekommst eine Antwort. Dauert aber ein bisschen. Habe diese Woche eine größere Anzahl von Arzt - und Behandlungsterminen.

So frei nach dem Motto : Es ist spannend älter zu werden. Man lernt jeden Tag neue Knochen kennen


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25.04.2022 10:41
avatar  Ratze
#249
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Danke, dann positive Ergebnissen (erfreuliche) beim Dr.


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01.05.2022 21:47 (zuletzt bearbeitet: 02.05.2022 07:26)
#250
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Hallo @Ratze , werde versuchen deine Fragen zu beantworten.

Der Passkontrolleur durchlief mehere Qualifizierungsstufen.
1. Stufe. Jeder neu eingestellte Passkontrolleur(Innen) wurde mit dem Einführungslehrgang in die Problematik des grenzüberschreitenden Verkehrs eingewiesen. Wie z.B. welche Arten von Reisedokumente, und Visa berechtigten zum Grenzübertritt. Die Abfertigung und Kontrolle des Grenzregimes der Passkontrolle (PKO / OTA). Dazu kamen die Erläuterungen der gesetzlichen Grundlagen wie z.B. Verfassung der DDR Art.7, Grenzgesetz oder das Transitabkommen. Sport, Waffenausbildung und M/L waren auch Lehrstoff. Das wurde nicht nur theoretisch sondern auch in der Lehrzeit in der Praxis geübt. Die neuen MA wurden zuerst im TW (Transit Westberlin) Einreise als VE (Visaerteiler) eingesetzt, Daneben saß ein erfahrender MA zur Hilfestellung. Die Abfertigung im TW hatte den Vorteil das die Visaerteilung recht einfach war aber eine Vielzahl von ausländischen Dokumenten anfiel. D.h. das der neue MA die Erkennung von Merkmalen der verschiedensten Arten von Reisepässen, deren Aufbau und Inhalt kennen lernte. Der Einführungslehrgang dauerte ca. 2 Monate. Nach dem Lehrgang ging in die zugewiesenen Dienstzüge. Die PKE Marienborn / A. hatte 4 Dienstzüge und einen Frauenzug (Tagschicht). Der Zugführer verteilte die neuen MA auf die Dienstgruppen. Jeder Zug hatte 3 Gruppen wie 1. Gruppe LKW/KOM, 2. Gruppe PKW Einreise und 3. Gruppe Ausreise. Am Anfang wurden alle im Bereich PKW Einreise eingesetzt. Der Gruppenbereich PKW Einreise umfasste die Abfertigung im TW und den Wechselverkehr (Einreise DDR und Transit 3. Staaten). Die Abfertigung im Wechselverkehr war schon umfangreicher und auch komplizierter. Innerhalb dieses Zeitraumes eines halben Jahres wurde der MA für die Identitätskontrolle (IK) ausgebildet. Der MA bekam für den theoretischen Teil ein Lehrbuch ausgehändigt. An Schulungstagen sowie zu bestimmten Zeiten innerhalb des Dienstes wurde der Lehrstoff geübt. Danach wurde eine Prüfung durchgeführt. Man bekam ein Blatt wo ein Gesicht und ein Ohr abgebildet waren. Diese musste man beschriften, wie z.B Tragus, Antitragus, Darwinschen Knoten, Form des Ohrläppchen, Gesichtsform usw. Das 2. Blatt hatte eine Einteilung Identisch / Nichtidentisch. Dann wurden 120 Bilderpärchen auf einer Leinwand nacheinander gezeigt. Zeitdauer max 10 sec. Innerhalb dieses Zeitraumes musste man sich entscheiden ob die Pärchen Identisch oder Nichtidentisch waren. Man durfte sich max, 2 Fehler erlauben sonst wurde man als IK nicht zugelassen. Die Prüfung wurde für alle jedes Jahr durchgeführt. Nach bestandener Prüfung wurde der Passkontrolleur als Indentitätskontrolleur bestätigt.

2. Stufe. Grundlehrgang Der Grundlehrgang umfasste im theoretischen Teil den Lehrstoff wie im Einführungslehrgang aber auf einer höheren qualifizierten Stufe. Die MA hatten schon einige Jahre als Passkontrolleur gearbeitet und besaßen daher umfangreiches Wissen.
Einige MA waren bereits als Kassierer oder / und Fahnder bestätigt. In der Einarbeitungszeit war am Anfang ein qualifizierter MA zur Hilfe mit anwesend. Bei der Bestätigung als Fahnder wurde eine Prüfung durchgeführt. Anwesend waren der Zugführer und der Fahndungsoffizier der PKE. Als später die Fernsehfahndung (FF) eingeführt wurde ist der Posten des Fahndungsrealisierer geschaffen worden. Das musste durch den Fahndungsoffizier der PKE und der Abteilung bestätigt werden. Auch meine Arbeit als Vertretung für den Fahndungsoffizier des Dienstzuges oblag auch einer Bestätigung durch den o.g. Personenkreis.

IAlso Entgegennahme der Pässe vom niedrigsten Qualifizierungsgrad

Nein, auf diesen Posten des Passannehmers (PA) wurden nur qualifizierte MA eingesetzt. Alleine das Erkennen von RP, deren Gültigkeit, Annerkennung des Dokumentes (Fingierungen, nichtzugelassene Ausweise im grenzüberschreitenden Verkehr)) Kassierung von Visagebühren wurde nur von erfahrenden MA durchgeführt.

3. Stufe. Fachschulabschluß Jura an der JHS. Die große Mehrheit hat diesen Lehrgang im Fernstudium absolviert.
Studienfächer analog wie Direktstudium. Spezifisch aber unter Berücksichtigung der Tätigkeit als Passkontrolleur im grenzüberschreitenden Verkehr und deren Gesetzeslage. Ein oft zitiertes Fach - operative Grenzpsychologie -bei Rundgängen auf der Güst gab es nicht. Es gab nur das Fach - Psychologie -. Wenn ich mich recht entsinne waren das gerade 4 Stunden in der Studienzeit. Der größere Teil des Studiums umfasste die Gesetzeslage.

Bei weiteren Fragen Ratze sende ich Dir gerne die Antworten.


Zusatz : 2. Grundlehrgang Dauer 6 Monate
3. FS Jura Dauer ca. 2 Jahre


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02.05.2022 06:39
avatar  Ratze
#251
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Danke @passport
Das muss ich noch mal in Ruhe studieren
Melde mich wenn noch Unklarheiten sind
Hoffe Deine Arztbesuch sind zu Deiner Zufriedenheit abgelaufen


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02.05.2022 08:45
avatar  Ratze
#252
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Moin, da ist sie schon und nicht nur eine Frage
Wie lange blieb man denn in seinem Zug, irgendwann brauchten ja auch die Ausreise und die LKW Spur neues Personal und Zusatzlehrgänge brauchte man?
Was machte der “Frauenzug” wurden die mit den männlichen Kollegen in der Kontrolle gemeinsam eingesetzt? Waren die Führungskräfte da auch weiblich?
Und die letzte für jetzt
Wie konnte man zum Zugführer aufsteigen?
Danke schon mal, und Entschuldigung für meine Neugier!


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02.05.2022 09:19
avatar  sentry
#253
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Habe auch mal zwei Marienborn-spezifische und eine allgemeine Frage:

@passport
Waren die PKE-Einheiten in Marienborn für Autobahn und Eisenbahn komplett getrennt oder wurde man auch wechselnd eingesetzt?
Warst Du jemals auf der Eisenbahn-GÜSt eingesetzt oder kennst Du die Anlage praktisch gar nicht?

Wie geht ein Passkontrolleur eigentlich mit "exotischen" Pässen um? Er kann doch kaum alle zulässigen Reisedokumente dieser Welt kennen. Wie entscheidet er, ob das ein für die Einreise gültiges Dokument ist (bzw. auch nur ob es echt oder falsch ist), wenn er so ein Ding noch nie gesehen hat?


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02.05.2022 10:00
avatar  Ratze
#254
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Moin
Da Grätsche ich mal rein
Wir hatten auf dem Flughafen dicke Akten, in der alle gültigen Papiere abgedruckt waren
Wenn so ein Dokument auftauchte wurde der Reisende gebeten Platz zu nehmen und die Kontrollktaft ging ins Beben liegende Büro und prüfte
So ähnlich stelle ich es mir vor Einführung elektronischer Systeme bei der PKE auch vor


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02.05.2022 12:19
#255
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Hallo @Ratze , @sentry

schreibe die Antworten so wie ich es erlebt habe. Erhebe keinen Anspruch auf volle Gültigkeit.

Natürlich wurde bei der Verteilung der Einsatzkräfte das Verkehrsgaufkommen und die die zur Verfügung stehenden Kräfte beachtet.
Bei mir war es so das ich ca. nach 2 Jahren als Kassierer und Fahnder bestätigt wurde. Danach erfolgte die Versetzung aus der PKE-Einreise Gruppe in die Gruppe LKW / KOM. In dieser Gruppe verblieb ich bis Januar 1990. Im Jahr 1980 wurde ich für 6 Monate in die Gruppe Ausreise versetzt. Aus Mangel an Fahndern und Kassierer wurde ich, wie geschrieben, nach kurzer Zeit wieder in Bereich LKW / KOM versetzt. D.h. jeder MA hatte eine Dienstgruppe die er formell angehörte. Die Einteilung der Dienstposten erfolgte vor Dienstbeginn durch den Gruppenführer. Natürlich konnte in der Dienstzeit eine Umsetzung der Dienstposten vorgenommen werden. Wenn in einer Verkehrsart der Verkehr stark zunahm wurden MA aus allen Bereichen dorthin abkommandiert. Natürlich unter Berücksichtigung des eigenen Verkehrsaufkommens. Dann entfiel halt mal die Pause und man zog seine Arbeitsstunden voll durch, Auch die eingesetzten MA im Stab des Dienstzuges, ausser Zugführer und seine 2 Stellvertreter, gehörten den 3 Arbeitsgruppen an. Das waren der Gehilfe des Zgf, Fahnder (Fernsehfahndung), F-Realisierer, F-Offizier, Fernschreiber und Reisedokumentensortierer. Dieser bestätigter Personenkreis wurde aus VVS - Gründen relativ klein gehalten.
Der Frauenzug bestand im Durchschnitt aus ca. 30 Frauen. Auf Grund der guten sozialen Maßnahmen der DDR, Urlaub, Krankheiten und Abkommandierungen kamen ca. 20 Frauen zum Einsatz in der Tagesschicht von 08.00 - bis 17.00 Uhr. In der Regel besetzten die Frauen einen Einreise-PKW Trakt. Der Rest der Mitarbeiterinnen wurde auf die übrigen Gruppen bzw. Stab verteilt. Auf der Güst Marienborn / A. gab es keine weiblichen Führungskräfte im Bereich Stab Zug oder PKE. Auch in der Abt. VI, BV MfS Magdeburg waren Frauen nur auf Sekretärsposten zu finden.
Wie wurde man Zgf ?
Die Zgf. bzw. Stellvertreter wurden aus dem Bereich Gruppenführer (GF) herangezogen. In der Regel wurden Diese zu einen Direktstudium an die JHS abkommandiert. Das waren in der Regel langjährige MA mit ausgezeichneten Berufserfahrungen. Mein erster GF im Bereich PKW-Einreise wurde später nach einigen Führungsstationen Leiter PKE- Marienborn / E.

Waren die PKE-Einheiten in Marienborn für Autobahn und Eisenbahn komplett getrennt oder wurde man auch wechselnd eingesetzt?

Das waren 2 selbstständige DE. Deswegen ja auch die Einteilung A und E für die Verkehrsart. Symbolisch zu sehen auf dem Stempelabdruck des PKS. Dieses war auch auf den Betretekarten Einlasskontrolle der Güsten vermerkt.
Die MA Güst Marienborn / A. haben nur den Pistolenschiessstand und die dortigen Sporträume im Aussenbereich (RdS) genutzt. In den Kontrollbereich der Güst Marienborn / E. hatten sie keinen Zutritt.

Wie geht ein Passkontrolleur eigentlich mit "exotischen" Pässen um?
Auszug PKO
Pässe und andere Personaldokumente
3. Pässe und andere Personaldokumente sind bei der Durchführung der Paßkontrolle hinsichtlich ihrer Anerkennung durch die Deutsche Demokratische Republik, ihrer Echtheit, der Übereinstimmung des Reisenden mit der durch den Paß bzw. das andere Personaldokument ausgewiesenen Person (Identität) und ihrer Gültigkeit zu kontrollieren. Der Grenzübertritt ist nur mit von der DDR anerkannten, echten und gültigen Pässen bzw. anderen Personaldokumenten sowie nach Feststellung der Identität zu gestatten.

4. Als andere Personaldokumente sind anzuerkennen:
a) Der Westberliner Personalausweis ("Behelfsmäßiger Personalausweis") einschließlich des vorläufigen behelfsmäßigen Personalausweises in Blattform oder ein anderes vom Westberliner Senat ordnungsgemäß ausgestelltes Dokument (siehe Anlage) für Personen mit ständigem Wohnsitz in Westberlin

III/1/3.2 Pässe und Paßersatz sind ungültig, wenn
die unter 1 genannten Voraussetzungen für ihre Gültigkeit nicht gegeben sind;
deren Inhalt ohne behördliche Bestätigung verändert wurde;
sie stark beschädigt sind. Als stark beschädigte Dokumente gelten insbesondere,
wenn alle Seiten oder wenn Seiten mit dem Lichtbild oder den Angaben zur Person lose sind;
das Lichtbild lose oder nur noch geringfügig befestigt ist ;
Angaben zur Person oder andere für die Kontrolle maßgebliche Angaben nicht mehr leserlich sind.

1 Personen, die eine IB erwerben können und bei denen die Voraussetzungen dafür bestehen, sind auf die Möglichkeit des Erwerbs der IB hinzuweisen. Wird der Erwerb der IB abgelehnt, ist die Person zurückzuweisen

Der Kontrollvorgang durch die PKE bzw. durch den MA lt PKO umfasste folgende Aufgaben :
1. Prüfung der Vorraussetzung für einen Grenzübertritt auf Vollständigkeit, Echtheit und Gültigkeit der Reisedokumente.
2. die kriminalistische Personenidentifizierung,
3. Realisierung politisch-operativer Grenzfahndung
4. Filtrierung des grenzüberschreitenden Verkehrs zur Gewinnung bedeutsamer Informationen.
5. Erteilung von Visa und Erhebung von Gebühren

Das Erkennen und Beurteilung von neu ausgestellten Dokumenten bzw. Reisepässe (RP) von "exotischen" Staaten beruhte auf das vorhandene Wissen über Ausstellung, Druckverfahren oder Bindeart der Seiten. Mit Hilfe der Mautner-Standlupe und UV-Lampe konnten bestimmte Merkmale erkannt werden wie Schreibweise, Lichtbildbefestigungen, Wasserzeichen, Prägesiegel oder fluoreszierende Materialien im Reisepass. Es gab auch eine spezielle Telefonnummer, eine Art Hotlinie, zu einem Fachreferat dar HA VI. Diese speicherte alle Aufnahmen und Sicherheitsmerkmale von Reisedokumenten die an den Güsten dokumentiert worden sind. Selber habe ich diese Leitung einmal benutzt. Den RP legte ich dann auf das Dok- Gerät. Dort waren eine Farb und mm Skala angebracht. Nach dem Abgleichen aller Daten wie Größe, Breite, Farbnuancen, Schriftart, Befestigung des Lichtbides, Anzahl der Seiten usw. konnte dann eine Entscheidung getroffen werden. Der Reisende wurde aus dem Reisestrom herausgezogen. Der Grund wurde ihm mitgeteilt. Wenn alles i.O. war konnte der Reisende seine Fahrt fortsetzen. Wir waren auch in der Lage neben den normalen Dokumentationen von Dokumenten auch unter UV-Licht und Schräglicht zu fotografieren. Die Schräglichtkamera (Japan) hatte eine bewegliche Unterlage die mittels Fernbedienung (Kabel) funktionierte. Damit konnten insbesondere Prägesiegel und Abrücke gut sichtbar gemacht werden.

Hier nochmal die Arten von Verfälschungen, Fingierungen und Nachahmungen

Die Veränderung, Nachahmung, Fingierung und unrechtmäßige Ausstellung von Pässen. -
Veränderungen / Verfäschungen
Dabei handelt es sich in der Regel um original ausgestellte Pässe, an denen Rasuren, Überschreibungen, Hinzufügungen, Lichtbildauswechslungen, Blattauswechslungen o. a. Manipulationen vorgenommen wurden (umgangssprachlich auch als Verfälschung bezeichnet).
- Nachahmungen. Fingierungen
Nachgeahmte Pässe sind in ihrer Gesamtheit nach Vorlage echter Pässe (Originale) ausgefertigte Reproduktionen, wobei weitestgehende Originalähnlichkeit angestrebt wird. Zu beachten ist, daß auch Teile oder bestimmte Elemente in einem Dokument nachgeahmt sein können, wie z. B. der Siegelabdruckteil auf dem Lichtbild in einem durch Lichtbildauswechslung verfälschten Dokument. - Fingierungen. Das sind solche Dokumente, die als "Originale" nicht existieren, jedoch oft wirklichkeitsnah und in Anlehnung an Originaldokumente, vorwiegend in Form von Diplomatenpässen, Ausweisen u. a. Legitimationspapieren, gestaltet sind. Neben tatsächlich existierenden Staaten sind die angeblichen Herausgeberstaaten der fingierten Pässe oft keine Völkerrechtssubjekte bzw. reine Phantasieprodukte (z. B. die Republik Koneuwe). Als Herausgeber fungierten auch verschiedene internationale Organisationen oder Institutionen, die überhaupt nicht existieren und irreale Bezeichnungen tragen (z. B. Diplomatische Konföderation, Weltdienst u. a.) bzw. nicht zur Herausgabe von — > Grenzübertrittsdokumenten berechtigt sind. -
Unrechtmäßige Ausstellungen
Im kriminalistischen Sinn handelt es sich bei unrechtmäßig ausgestellten Dokumenten um Blankodokumente, die der jeweiligen Originaldruckauflage entstammen, deren Ausstellung aber auf kriminelle Art und Weise erfolgt, indem insbesondere nachgeahmte oder gestohlene Siegel und/oder Stempelprofile benutzt werden und die Unterschriften des/der paßausstellenden Beamten nachgeahmt oder fingiert werden. Eine spezielle Kategorie bilden die im politisch-rechtlichen Sinn unrechtmäßig ausgestellten Dokumente, die auch im Widerspruch zum Völkerrecht stehen, z. B. in Westberlin ausgestellte Pässe der BRD. Diese verschiedenen Arten der Paßfälschungen werden in unterschiedlicher Art und Weise mit wechselnder Häufigkeit durch den Gegner angewandt, so daß sie als ständig aktuell eingeschätzt werden müssen. Die vorstehend für Pässe getroffenen Aussagen gelten analog für Paßersatz- u. a. Grenzübertrittsdokumente.


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