Schallplatten aus dem NSW / Amiga-Lizenzplatten

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17.06.2013 18:06
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#1
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Hallo,

da ich selbst Vinylsammler bin, interessiert mich, wie "leicht" oder "schwer" man an LPs westlicher Künstler kam.

Gabs eventuell Probleme mit dem Westpaket? Gab es eine Art "Schwarzmarkt"? Wie sah es in der VR Polen, in der CSSR, in Ungarn aus? Gab es Probleme an der Grenze?

Wenn es Amiga-Lizenzplatten gab: Wie viele wurden gepresst? Wo konnte man sie kaufen? Wie schnell waren sie vergriffen? Welche Interpreten gabs bzw. was war im Angebot?

Gruß
Marienborn89


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17.06.2013 18:11
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#2
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@Marienborn89, wimre, dann hatten wir diese Thematik schon hier im Forum - eine kleine Suche in der Chronik und Du wirst fündig.

Viel Erfolg dabei

Vierkrug


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17.06.2013 18:12
avatar  Gohrbi
#3
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Im Laden waren Platten mit begehrten Interpreten nur mit viel anstehen zu bekommen, Bückdichware halt.
Wenn man ne Verkäuferin kannte.......brauchte man nicht anstehen...
Schwarzmarkt gab es.....glaube von 250.- MDN für ne Beatlesplatte (LP)

Im Westpaket kam bei uns keine Platte an....die brachten meine Eltern immer so mit.
Hatten auch nie Probleme.......die Meldung, dass sie im Westen waren, habe ich ja auch erst nach der Rückkehr abgesetzt.


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17.06.2013 18:16
avatar  Lutze
#4
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Herbert Roth war ein Ladenhüter,
aber westliche Musikgruppen von Amiga waren schnell weg,
der Preis 16,10 DDR-Mark,mein Bruder hat noch viele Schallplatten
von Amiga,u.a.die Stones,Deep Purple,Bruce Springteen,Bee Gees
Lutze


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17.06.2013 18:20
avatar  Pit 59
#5
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Zitat von Lutze im Beitrag #4
Herbert Roth war ein Ladenhüter,
aber westliche Musikgruppen von Amiga waren schnell weg,
der Preis 16,10 DDR-Mark,mein Bruder hat noch viele Schallplatten
von Amiga,u.a.die Stones,Deep Purple,Bruce Springteen,Bee Gees
Lutze


Na Lutze, erzähle das mal den Rentnern in den Feierabendheimen oder in den Rentner Clubs,die werden Dir aber was erzählen.


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17.06.2013 18:22
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#6
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Zitat von Lutze im Beitrag #4
der Preis 16,10 DDR-Mark


Wie viel Geld hatte man denn als Durchschnittsjugendlicher (Schüler) so zur Verfügung?


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17.06.2013 18:28
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#7
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Zitat von Marienborn89 im Beitrag #1
Hallo,

da ich selbst Vinylsammler bin, interessiert mich, wie "leicht" oder "schwer" man an LPs westlicher Künstler kam.

Gabs eventuell Probleme mit dem Westpaket? Gab es eine Art "Schwarzmarkt"? Wie sah es in der VR Polen, in der CSSR, in Ungarn aus? Gab es Probleme an der Grenze?

Wenn es Amiga-Lizenzplatten gab: Wie viele wurden gepresst? Wo konnte man sie kaufen? Wie schnell waren sie vergriffen? Welche Interpreten gabs bzw. was war im Angebot?

Gruß
Marienborn89



Mein lieber Marienborn89,

also ich bringe mal meine Erfahrungen ein. Es war nicht ganz einfach an LPs westlicher Künstler zu kommen. Wenn man wusste wie war es allerdings leichter. Probleme mit dem "Westpaket" hatte ich nie, da ich nie ein "Westpaket" bekam.

Einen "Schwarzmarkt" gab es schon , da habe ich z. B. eine Single jugoslawischer Produktion erstanden, DEEP PURPLE "Child in Time". So für 30 DDR-Mark, war ja viel Geld. Höre ich heute noch, einfach Spitze! . Einen Teil meiner Schallplatten bezog ich vom Polnischen Kultur- und Informationszentrum in Leipzig, z. B. LPs von LOVE AFFAIR und PROCUL HARUM, zum Preis von 16,10 DDR-Mark. Und auch von Czeslaw Njemen, den heute keiner mehr kennt, der aber nach meiner Meinung damals absolute Spitze war und es heute noch ist! Und dann habe ich in der Sowjetunion viele LPs erstanden, so in den 1970-igern. Da gab es fast alles, von Bob Dylan bis zu den Stones etc. pp.. Das Problem war, dass die LPs dort in neutrale Hüllen eingetütet wurden und man mühevoll herausbekommen musste, um was es sich eigentlich handelt. Hat sich aber gelohnt, 1,45 Rubel pro LP, also knapp 4 DDR-Mark. Und die DDR-Firma AMIGA produzierte auch fleissig LPs mit westlichen Künstlern, Beatles, Udo Jürgens, Udo Lindenberg, Jethro Tull, Moody Blues usw. usf.. Jede LP kostete 16,10 DDR-Mark. Da allerdings war es nicht einfach heranzukommen, man musste sich anstellen und es konnte passieren, dass die LP schon ausverkauft war, bevor man an der Reihe war.

Liebe Grüße

Ecki


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17.06.2013 18:32 (zuletzt bearbeitet: 17.06.2013 19:55)
avatar  Lutze
#8
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Zitat von Marienborn89 im Beitrag #6
Zitat von Lutze im Beitrag #4
der Preis 16,10 DDR-Mark


Wie viel Geld hatte man denn als Durchschnittsjugendlicher (Schüler) so zur Verfügung?


wird wohl unterschiedlich sein,zur Jugendweihe hat das Geld von Verwandten und
Bekannten für ein neues Moped gereicht,in den Sommerferien war ich arbeiten gewesen
in einem Betrieb
Lutze


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17.06.2013 18:33
#9
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Ein Freund von mir bekam ein "Westpaket" u.a. mit der LP von Jethro Tull - Songs from the Wood
Ein an der Seite angebrachtes Siegel war geöffnet !!
Ansonsten mit der Platte alles ok.
Weshalb die Platte "durchgekommen" ist - keinen Schimmer ?

Gruß H.


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17.06.2013 18:34
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#10
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spannendes Thema,die guten alten Vinylscheiben aus dem Westen,bin schon seit 1983 Musiksammler(Vinyl später CD),fuhr wie schon erwähnt einige Jahre Mitropa-Speisewagen im Transitverkehr.
Für mich waren diese Scheiben ein zentrales Thema,habe viel von Wendegeld(Aufenthaltsgeld DM) und Trinkgeld dafür ausgegeben.
An die Schwarzmarktkurse damals erinnere ich mich noch recht genau,wenn ich mal am Tag im Westen war(München,Hamburg,Köln),bestellten meine besten Kumpels immer mit,naja,,,
Für eine neue Maxi-Single gab es etwa 75 Mark Ost,ein gesuchtes Album konnte deutlich dreistellig bringen,bei CD´s Ende der 80-er sah es so aus
Maxi- CD neu zwischen 90 und 140 Märker,Alben ab 160 bis zum Horizont,,,,
Damals gab es ja auch die Ramschkisten in Kaufhäusern,mit Sahnescheiben für wenig Money,tja lange ist es her !


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17.06.2013 18:39
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#11
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Zitat von Oberkellner im Beitrag #10
bei CD´s Ende der 80-er sah es so aus
Maxi- CD neu zwischen 90 und 140 Märker,Alben ab 160 bis zum Horizont,,,,




Wie konnte man in der DDR an einen CD-Player kommen?


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17.06.2013 18:47
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#12
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die besagten Kumpels haben sich die Teile(etwa 1988) aus Westberlin mitbringen lassen,meiner hat damals 500 DM gekostet,da hieß es sparen und fleißig arbeiten,denn das war freilich eine schmucke Summe.

Muss dazu sagen,das meine Kumpels auch totale Musikfreaks waren,die hätten viel für nen Player investiert,der Normalzustand in der DDR war das nicht.

Gut möglich,das in dem Zeitraum CD-Player auch im Intershop zu haben waren,kann ich leider nicht mehr sagen.


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17.06.2013 18:48 (zuletzt bearbeitet: 18.06.2013 08:07)
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#13
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Im Plattenladen in Karl-Marx-Stadt ergattert : Deep Purple, Jethro Tull, Pink Floyd, die 79er Highway to Hell von AC/DC, für Liebesaktivitäten mit den Mädels die Amiga-Scheibe von Cat Stevens, Joe Cocker.
Immer wenn man in der Bezirksmetropole war halt rein in den Laden und mit bissel Glück war gerade was da.
Wir konnten ja schon von Glück reden das Amiga überhaupt Lizenzplatten bringen durfte.
Die kamen ja 16,10 Ostmark, war wohl bestimmt ein Drauflege-Geschäft, denn Ariola und Co. wollten bestimmt ordentlich Hartgeld für die Lizenzen.


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17.06.2013 19:53 (zuletzt bearbeitet: 17.06.2013 20:01)
#14
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Hallo,

zu "meiner" aktiven Zeit (1975 -1989), Musik zu konservieren/archivieren war es ungefähr so:
ich war mit vielen anderen Kumpels in so einer Art Tauschring involviert. da waren immer jede Menge Platten von allen möglichen Gruppen und Einzelsolisten unterwegs. Die eine oder andere "Westplatte" hatte man selbst als Eigentum, so daß man auch was anbieten konnte. War nicht ganz billig der Spaß: in aller Regel kostete eine halbwegs vernünftige West-LP so zwischen 90,- und 140,- Ostmark (Schwarzmarktpreise).
Das ganze lief dann wie folgt ab: man borgte oder tauschte die Platten überspielte Diese auf Tonband (Spulentonband, Tesla B101) und dann ging es retour, oder man hatte Zeit zu einem Ringtausch und dann gingen die Platten zurück an den eigentliche Eigentümer...
Was auch Gang und Gäbe war: Man kaufte die Platten für horrendes Geld übespielte Diese auf das Tonband und verkaufte Sie weiter. Nur so war das Hobby Musik für den Normalverdiener ohne größere Westbeziehungen einigermaßen"finanzierbar".
Über die Jahre hatte ich auf diese Weise so um die 60 Tonbänder (540-iger Länge?) bespielt. Auf ein solches Band paßten in der Regel so 4 LP´s drauf (je 2 auf eine Seite und dann blieb noch ein bißchen Restband...)
Naja und so um die 50 Platten hatte ich da auch noch (originale aus dem Westen und einiges an Lizenz-LP#s von Amiga.
An Platten wurden fast ausschließlich nur komplette LP´s der favorisierten Gruppen übespielt, also kein Mix und so- das war verpönt
An Musikrichtung zu meiner Zeit: Genesis sowie die Soloalben von denen , Pink Floyd, Mike Oldfield, Van der Graaf Generator, King Crimson, Manfred Manns Earth Band, Beatles, Tangerine Dream, Klaus Schulze, Bob Dylan, BAP, Jethro Tull, Chicago und, und, und
Vielleicht noch so eine kleine Anektode am Rande: das "schwarzhandelnde" Volk der Polen war schon damals sehr aktiv - sowohl im eigenen Land, als auch in der DDR: hier kaufte man "offensichtlich" eine ersehnte LP einer guten Gruppe (zB. Pink Floyd). Sowohl Cover als auch das Label der LP hinterließen einen echten Eindruck...zu Hause auf dem Plattenspieler (ich hatte seinerzeit einen Philips (DDR-Import für richtig viel Geld, ich glaube so um die 1500,- Ostmark) kam dann das böse Erwachen polnische Volksmusik vom feinsten plärrte einem entgegen....

Edith: diverse Rechtschreibfehler, fehlende Buchstaben usw...


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17.06.2013 20:03
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#15
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Zitat von Diskus303 im Beitrag #14
das "schwarzhandelnde" Volk der Polen war schon damals sehr aktiv - sowohl im eigenen Land, als auch in der DDR: hier kaufte man "offensichtlich" eine ersehnte LP einer guten Gruppe (zB. Pink Floyd). Sowohl Cover als auch das Label der LP hinterließen einen echten Eindruck...zu Hause auf dem Plattenspieler (ich hatte seinerzeit einen Philips (DDR-Import für richtig viel Geld, ich glaube so um die 1500,- Ostmark) kam dann das böse Erwachen polnische Volksmusik vom feinsten plärrte einem entgegen....



Bitter...


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