Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

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13.06.2013 20:42
#1
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Hallo zusammen,
ich habe dieses Thema zur Diskussion gestellt, weil ich meine Tätigkeit sowohl kurz vor der Wende als auch jetzt mit Freude ausübe. Sicher sind die Grundlagen verschieden aber ich persönlich bin immer "Mensch" geblieben. Ich bin auf eure Erfahrungen diesbezüglich gespannt.
MfG. Andreas


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13.06.2013 20:44
avatar  Lutze
#2
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warst du bei der Verkehrspolizei?
Lutze


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13.06.2013 20:55
#3
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Nein Lutze,
ich begann meinen Dienst im Frühjahr 1989 bei der Schutzpolizei in Leipzig und bin seit Jahren bei der Kriminalpolizei. Erst in Markkleeberg dann in Grimma und seit geraumer Zeit wieder in Leipzig.


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13.06.2013 20:57
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#4
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Ich erinnere mich viele Jahre vor der Wende an Schutzpolizei, immer zu zweit auf Patrouille im Leipziger Stadtbild. Mich würde mal interessieren, was diese Jungs im Gegensatz zum ABV für ein Betätigungsfeld hatten. Denn sicher fühlte sich wohl der Normalo schon, wenn die Jungs in der Nähe waren. Nicht das hier Einer noch auf die dumme Idee kommt, deren Aufmerksamleit war nur auf Plakate, Transparente und Schilder gerichtet.

Auf das wohl auch. Aber eben nicht zu Hundert Prozent.

Lebensläufer


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13.06.2013 21:02
avatar  Pit 59
#5
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Interessantes Thema Andreas. Jetzt muss man auch erst mal die Zeiten sehen wo man noch Respekt vor einem Polizisten hatte.
Heute ist das doch gar nicht mehr der Fall.
Früher waren noch viel Fusstreifen Unterwegs,die Bürger wussten das die Polizei Präsent ist. Die Besatzung eines FSTW steigt doch heute gar nicht mehr aus wenn es zu einer Gruppe ab ca. 6 Mann geht.
Geschuldet ist das meiner Meinung nach der Wegrationalisierung von Planstellen.Wenn ich bedenke das bei uns am Wochenende 2 Besatzungen Dienst haben,und das für 2 Städte und viele Gemeinden ( Zusammen ca. 35 000 Einwohner) da kann einem doch schlecht werden.
Und die Bösen wissen das ganz genau.
Andreas ,und glaube mir ich weiss wovon ich Rede,wir haben (Rettungsdienst )sehr viel mit den Kollegen zu tun.In der Woche geht das ja noch,aber wie gesagt am WE,wartet man sich die Beine in den Bauch.Die nächsten Kräfte wären dann so ca. 16 Km entfernt.


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13.06.2013 21:08
#6
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@Lebensläufer
Wir gingen immer zu zweit durch die Leipziger Innenstadt auf Fußstreife. Der ABV stand mit den Geschäftsleuten und Bürgern in direktem Kontakt, fragte nach Problemen. Wir als Streife verbreiteten "Sicherheit" und kamen zum Einsatz, wenn irgendwo in der Stadt eine Straftat begangen wurde.
Für die alltäglichen Sorgen der Bürger, war der ABV zuständig.


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13.06.2013 21:13
#7
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@Pit59
Das glaube ich dir aufs Wort. Mit der Umstrukturierung der sächsischen Polizei ab 01.01,13 ist das eingetreten, was du geschrieben hast. Weite Wege und langes warten. Mal sehen, die nächste Struktur der Polizei in Sachsen kommt bestimmt.


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13.06.2013 21:49
avatar  werner
#8
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Den ABV habe ich als Schüler der zweiten oder Klasse mal zu Gesicht bekommen, danach nie wieder. Im Nachhinein habe ich mich manchmal gefragt, ob wir in den 80ern überhaupt einen hatten . . . Dafür war der Vorsitzende des Wohnbezirksauschusses immer präsent.

Wie groß war das Gebiet eines ABV in einer Stadt?


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13.06.2013 21:49
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#9
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Ich durfte schon in meinem Praktikum bei der DVP allein in Neubrandenburg auf Streife gehen . Wahrscheinlich waren auch zu wenig Leute da .
Wenn ich auf dem äusseren Ring eingesetzt war, hab ich mir immer die VIER TORE besehen. In der kleinen Wollweberstrasse habe ich mitgeholfen das Pflaster krumm zutreten .. Nachts ging es dann schon mal auf einen Kaffee ins Hotel.Die Mädchen an der Reception waren immer nett und zuvorkommend.
In der Oststadt bin ich am Panzerdenkmal vorbeigekommen und habe in der Schülergaststätte Randalierer rausgeschmissen.
Dort habe ich einmal nachts einem westdeutsches Pärchen bei einer Panne geholfen und bekam eine Schallplatte geschenkt.
Wenn das im Revier bekannt geworden wäre ,hätte ich mir ne Pfeife anstecken können.


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13.06.2013 21:54
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#10
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Zitat von RudiEK89 im Beitrag #1
Hallo zusammen,
ich habe dieses Thema zur Diskussion gestellt, weil ich meine Tätigkeit sowohl kurz vor der Wende als auch jetzt mit Freude ausübe. Sicher sind die Grundlagen verschieden aber ich persönlich bin immer "Mensch" geblieben. Ich bin auf eure Erfahrungen diesbezüglich gespannt.
MfG. Andreas

Ich kenn dich nicht persönlich, Andreas, aber du kommst mit deinen Posts absolut authentisch rüber. Bist sicher ein sehr guter Polizist


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13.06.2013 21:57
avatar  Lutze
#11
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Zitat von Fritze im Beitrag #9
Ich durfte schon in meinem Praktikum bei der DVP allein in Neubrandenburg auf Streife gehen . Wahrscheinlich waren auch zu wenig Leute da .
Wenn ich auf dem äusseren Ring eingesetzt war, hab ich mir immer die VIER TORE besehen. In der kleinen Wollweberstrasse habe ich mitgeholfen das Pflaster krumm zutreten .. Nachts ging es dann schon mal auf einen Kaffee ins Hotel.Die Mädchen an der Reception waren immer nett und zuvorkommend.
In der Oststadt bin ich am Panzerdenkmal vorbeigekommen und habe in der Schülergaststätte Randalierer rausgeschmissen.
Dort habe ich einmal nachts einem westdeutsches Pärchen bei einer Panne geholfen und bekam eine Schallplatte geschenkt.
Wenn das im Revier bekannt geworden wäre ,hätte ich mir ne Pfeife anstecken können.

in der kleinen Wollweberstra0e steht keines dieser hübschen Tore,
da mußt du erst die Ernst-Thälmann-Straße überqueren in die Neutorstraße,
aber die große Wollweberstraße,fahr da mal mit dem Auto lang,
kann man Seekrank werden
Lutze


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13.06.2013 22:03
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#12
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Och Lutze ! Nich doch wieder Korinthen ! Das mit der kleinen Wollweberstrasse war ein neuer Satz, kein Bezug zu den Vier Toren .
Am schönsten war es in der Fischerhütte im Park.


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13.06.2013 22:32
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#13
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13.06.2013 23:20 (zuletzt bearbeitet: 13.06.2013 23:26)
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#14
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Turtle, wat haben wir das als Kinder geträllert.


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14.06.2013 09:02
#15
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Zitat von werner im Beitrag #8
Den ABV habe ich als Schüler der zweiten oder Klasse mal zu Gesicht bekommen, danach nie wieder. Im Nachhinein habe ich mich manchmal gefragt, ob wir in den 80ern überhaupt einen hatten . . . Dafür war der Vorsitzende des Wohnbezirksauschusses immer präsent.

Wie groß war das Gebiet eines ABV in einer Stadt?


Der ABV war in der Großstadt für einen Stadtbezirk zuständig. In Kleinstädten betreute er noch ein paar umliegende Dörfer. Er kannte jeden Bürger in seinem Zuständigkeitsbereich. Auch arbeitete der ABV eng mit Mitarbeitern des MfS zusammen, bzgl. Hausbuch und Angaben zu Ausreisewilligen oder freiwilligen Bewerber für den Dienst bei den bewaffneten Organen der DDR. Das kreidete man so manchem ABV nach der Wende an und einige wurden deshalb entlassen (gegauckt).
Manch einer hat aber vor dem Verwaltungsgericht geklagt und gewonnen. Das Gericht stellte fest, dass es damals zu seinen dienstlichen Aufgaben gehörte. Die Betreffenden wurden wieder eingestellt.

Auch ich hatte damals ein mulmiges Gefühl, da ich in der GK. als stellv. Zugführer Urlaubsgespräche führte, alles notierte und dem KC übergab.
Was damit geschah, ist sicherlich jedem klar.
In Sachsen legte man fest, dass es zu den dienstlichen Pflichten gehörte, man hat ja niemand dadurch geschadet, sondern nur das aufgeschrieben, was einem der betreffende Soldat freiwillig erzählt hat.

@Turtle
Dieses Lied wurde mehrfach zu meinem Polterabend 1996 gespielt. War bisschen peinlich.

MfG. Andreas


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