Einreise über Bahnhof Friedrichstraße nach 1972

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06.06.2013 15:09von ( gelöscht )
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Einreise über Bahnhof Friedrichstraße nach 1972

Hallo Forum-Mitglieder,

leider finde ich natürlich so gut wie kein Bildmaterial der tunnelartigen Gänge vom Bahnhof Friedrichstraße aus DDR-Zeiten. Die Ausreise aus Ost-Berlin über Friedrichstraße kann ich mir durch eine Besichtigung des erhaltenen Tränenpalastes und dem darin befindlichen Modell des Bahnhofs einigermaßen gut vorstellen.

Beim Modell des Bahnhofes stehen diese engen Einzelkontrolle-Zellen, wie im Tränenpalast noch zu sehen, auch bei der Einreise in der heutigen Bahnhofshalle. (so zumindest mein Eindruck) Aber war das kurz nach 1972 schon so? Oder gab es diese Zellen mit den erhöht stehenden Beamten und den Deckenspiegeln noch nicht?

In einem alten Forenbeitrag habe ich gelesen, dass man in sich bei der Einreise an Abfertigungsschaltern mit Pass und Visa anmelden musste und daraufhin eine Nummer erhielt, mit der man dann bis zum Aufruf in einer Art Wartezimmer sitzen musste. War dieser Vorgang dann eher "offener" gestaltet und war es voll in diesem Zimmer? Danach bezahlte man den Tagesumtauschsatz und...dann? Wie war das mit Zoll/Gepäckkontrolle, war das auch in der Bahnhofshalle?

Wie anstrengend war die Einreise? Nach 1972 konnte man doch auch als vormaliger Flüchtling wieder einreisen (natürlich nur, wenn man sich nicht anderweitig strafbar gemacht hat)? War das an der Grenze ein Problem oder konnte man unbehelligt einreisen?


Vielen Dank im Voraus für eure Antworten!

Betty

Bildanhänge
07.06.2013 16:11von ( gelöscht )
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Zitat von icke46 im Beitrag #15
Die Kabinen wurden, soweit ich mich erinnern kann, erst nach Abschaffung der Prozedur mit den Nummern eingeführt. Dort lief die Abfertigung dann insgesamt flüssiger, da ja Passprüfung, Visaerteilung und Geldumtausch gewissermassen in einem Rutsch stattfanden. Staus gab es dort eigentlich
nur noch, wenn bei einem Reisenden Probleme auftraten.

Gruss

icke



Ja genau so war es. Die Abfertigung in den Kabinen war später. Ich denke das hat auch damit zu tun, das die Überprüfung in den Kabinen durch einscannen der Dokumente flexibler ,daher schneller ging. Im Warteraum dauerte es doch etwas länger.

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07.06.2013 16:15von ( gelöscht )
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Eben habe ich noch einen Artikel gefunden, der die Einreise 1976 ganz ähnlich beschreibt:

http://einestages.spiegel.de/static/auth...in_die_ddr.html

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07.06.2013 16:38von ( gelöscht )
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Als Bundesbürger konnte ich jeden Tag ohne vorhandenes Visum zu einem Besuch in die Hauptstadt der DDR einreisen. Ich bekam ja mein Tagesvisum direkt nach Überprüfung im Tränenpalast. Wie ich auch schon woanders einmal schrieb nahm ich mir ein Zimmer im Metropol oder Palast Hotel musste ich nicht bis 00:00 wieder ausreisen und konnte über Nacht bleiben. Das Tagesvisum wurde da geändert. Ich denke im Hotel war gleich die nötige Passstelle. Sogar weiterbuchen nach Leipzig zum Beispiel in das Merkur war möglich. In die Devisenbars dieser Hotels war es kein Problem ein Dame mitzubringen, fand sich vorher nichts passendes im Hotel selber wurde man fündig. Beim gemeinsamen Frühstück wurden auch keine Fragen gestellt. Mir war es immer etwas peinlich wenn die " Damen" vom Frühstücksbuffet Bananen und Joghurt in ihren Taschen verschwinden ließen. Allerdings konnte man da erkennen was Ost und West "Gäste" waren.

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07.06.2013 16:53von ( gelöscht )
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Zitat von turtle im Beitrag #18
Als Bundesbürger konnte ich jeden Tag ohne vorhandenes Visum zu einem Besuch in die Hauptstadt der DDR einreisen. Ich bekam ja mein Tagesvisum direkt nach Überprüfung im Tränenpalast. Wie ich auch schon woanders einmal schrieb nahm ich mir ein Zimmer im Metropol oder Palast Hotel musste ich nicht bis 00:00 wieder ausreisen und konnte über Nacht bleiben. Das Einreise Visum wurde da geändert. Ich denke im Hotel war gleich die nötige Passstelle. Sogar weiterbuchen nach Leipzig zum Beispiel in das Merkur war möglich. In die Devisenbars dieser Hotels war es kein Problem ein Dame mitzubringen, fand sich vorher nichts passendes im Hotel selber wurde man fündig. Beim gemeinsamen Frühstück wurden auch keine Fragen gestellt. Mir war es immer etwas peinlich wenn die " Damen" vom Frühstücksbuffet Bananen und Joghurt in ihren Taschen verschwinden ließen. Allerdings konnte man da erkennen was Ost und West "Gäste" waren.


Danke für deine Antwort!
Das verwirrt mich nur etwas. Ich dachte, über den Tränenpalast konnte man nur ausreisen?

Gruß
Betty

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07.06.2013 16:59von ( gelöscht )
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Zitat von bettyblue im Beitrag #19
Zitat von turtle im Beitrag #18
Als Bundesbürger konnte ich jeden Tag ohne vorhandenes Visum zu einem Besuch in die Hauptstadt der DDR einreisen. Ich bekam ja mein Tagesvisum direkt nach Überprüfung im Tränenpalast. Wie ich auch schon woanders einmal schrieb nahm ich mir ein Zimmer im Metropol oder Palast Hotel musste ich nicht bis 00:00 wieder ausreisen und konnte über Nacht bleiben. Das Einreise Visum wurde da geändert. Ich denke im Hotel war gleich die nötige Passstelle. Sogar weiterbuchen nach Leipzig zum Beispiel in das Merkur war möglich. In die Devisenbars dieser Hotels war es kein Problem ein Dame mitzubringen, fand sich vorher nichts passendes im Hotel selber wurde man fündig. Beim gemeinsamen Frühstück wurden auch keine Fragen gestellt. Mir war es immer etwas peinlich wenn die " Damen" vom Frühstücksbuffet Bananen und Joghurt in ihren Taschen verschwinden ließen. Allerdings konnte man da erkennen was Ost und West "Gäste" waren.


Danke für deine Antwort!
Das verwirrt mich nur etwas. Ich dachte, über den Tränenpalast konnte man nur ausreisen?

Gruß
Betty


Ja natürlich ,ich habe nicht nicht richtig ausgedrückt ! Die Ausreise war der Tränenpalast.

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07.06.2013 18:02von icke46
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Die Einreise erfolgte im Zwischengeschoss zwischen dem unterirdischen Bhf. Friedrichstraße der Nord-Süd-S-Bahn und den oberirdisch gelegenen Bahnsteigen der Ost-West-S-Bahn und Fernbahnsteig.

Soweit ich mich erinnere, kam man nachdem man aus der Kabine heraus und an der Zollkontrolle vorbei war, durch eine Metalltür direkt in die Bahnhofshalle, von wo aus man den Bahnhof verlassen konnte oder mit der S-Bahn die Fahrt Richtung Osten fortsetzen konnte (Marx-Engels-Platz, Alexanderplatz etc.),

Gruss

icke

07.06.2013 19:23von ( gelöscht )
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Man konnte U Bahn Station Friedrichstrasse auf dem Bahnsteig austeigen und im Intershop einkaufen ohne in die DDR einzureisen.
Hauptsächlich Zigaretten wurden da gekauft. Allerdings wurden im Westteil Kontrollen gemacht. Wer erwischt wurde musste zahlen.
Hier noch eine etwas aus Wiki:

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