Flucht aus der DDR: 2 DDR Bürger schwimmen durch die Spree

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04.04.2010 09:56
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Zitat von ABV
@wosch
Um die Diskussion nicht ausifern zu lassen: Die Möglichkeit zu einer legalen Ausreise, wenn auch sehr eingeschränkt, hat es ja in der DDR gegeben. Wer sich für diese Möglichkeit entschied, verlor seine berufliche Stellung, musste behördliche Schikanen erdulden und sehr viel Nervenstärke beweisen. Das ist unbestritten! Aber in aller Regel kostete ein legaler Ausreiseantrag dem Antragsteller nicht das Leben. Die Flucht über die Spree hätte aber ganz leicht tragisch enden können. Wer solch ein Risiko auf sich nimmt, muss entweder sehr verzweifelt oder dem wahren Ausmaß der Gefahr nicht bewußt gewesen sein. Gott sei Dank ist in dem Fall alles gut gegangen. Um nochmal zu S51 zurückzukommen. Nicht jede, womöglich unbedachte Äußerung, ist gleich Demagogie. Da müsste dann schon ein konkreter Vorsatz dahinter stecken. Ich sehe aber auch ein, dass du auf Grund deiner Erlebnisse, naturgemäss sensibler auf bestimmte Äußerungen reagierst, wie andere. So geht es mir ja auch, wenn beispielsweise die Polizei in den neuen Bundesländern noch heute die Demokratiefähigkeit abgesprochen wird.

So nun genug davon
Viele Grüße nach Kassel
und ein schönes Osterfest wünscht
Uwe aus dem Oderbruch


Richtig,aber nicht nur die,wenn ich da an die Tunnelbauer von Berlin denke,die Wochen und Monate mit
dem Risiko lebten entdeckt zu werden,oder auch die Ballonflüchtlinge,die ja kaum Erfahrung mit
dem selben hatten und auch noch Kinder dabei hatten.


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04.04.2010 10:21 (zuletzt bearbeitet: 04.04.2010 10:22)
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S51

Zitat von wosch
Wie kommst Du darauf, daß diese Vier aus damaliger Sicht schon "viel angestellt" haben und nebenbei auch noch bißchen verrückt gewesen sein mußten? ...Daß man so ein enormes Risiko eingehen konnte, ohne daß man Dreck am Stecken gehabt haben mußte und daß man auch nicht verrückt gewesen sein mußte um den "Wohltaten" einer von Verbrechern geführten DDR zu entfliehen, scheint Dir bei all Deiner Intelligenz wohl nie in den Sinn gekommen zu sein und wird wohl auch seine Gründe haben! [/blau]
Schönen Gruß aus Kassel.



Wenn die verschiedenen Meinungen nicht wären, wäre es doch langweilig - oder?
Doch warum man gleich voraussetzen muss, wir Grenzer hätten damals bereits die Meinung der Anderdenkenden haben müssen? Das wäre doch so, als würde ich verlangen, du müsstest damals natürlichst der Ansicht sein, die Grenze wäre damals vollkommen in Ordnung gewesen?
Aber ich verstehe schon. "Freiheit ist immer die Freiheit des Anderdenkenden", wenn man das gerade selber ist. Ansonsten gehört sich so etwas wohl nicht. Könnte man denken, wenn man deine Worte so liest.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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04.04.2010 10:32
avatar  Alfred
#18
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Hallo,

ich kann zur staunen, wie das Thema ständige Ausreise behandelt wird.

Einiges scheint mehr auf Vermutungen aufzubauen, als sich an Fakten zu orientieren.

ABV, es ist FALSCH zu schreiben, dass alle Personen nach der Antragstellung ihren Job verloren. Ich könnte zig Beispiele nennen, wo dies NICHT geschah.

WOSCH,

es wird seit Jahren von einigen immer das Märchen erzählt, dass nur ALTE und SCHWACHE aus der DDR ausreisen durften.

Die Zahlen belegen anderes. Hier einige wenige Beispiele.

Im ersten Halbjahr 1988 wurde 10.255 Bürgern der DDR die ständige Ausreise genehmigt. Davon befanden sich 6.643 im Arbeitsfähigen Alter , 1.744 waren Kinder. Von den Arbeitsfähigen Bürgern hatten 4.251 einen Facharbeiterabschluss und 959 verfügten über einen Fach / Hochschulabschluss.

Darunter u.a. 80 Ärzte und 65 Lehrer.


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04.04.2010 11:24
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#19
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Alfred,

wo sind denn die Zahlen her,mit den 6643 Bürgern,die ausreisen konnten ?


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04.04.2010 12:46
avatar  Alfred
#20
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Zitat von Zermatt
Alfred,

wo sind denn die Zahlen her,mit den 6643 Bürgern,die ausreisen konnten ?



Zermatt,

dies sind interne Zahlen aus einen Bericht des MfS . Diese Berichte wurden in Abständen erstellt und hielten sich an die realen Zahlen. Die Zahl 6.643 bezog sich auf Peronen im Arbeitsfähigen Alter.


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04.04.2010 14:54
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#21
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Dankeschön.


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04.04.2010 20:21 (zuletzt bearbeitet: 04.04.2010 20:23)
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Zitat von Alfred
Hallo,

ich kann zur staunen, wie das Thema ständige Ausreise behandelt wird.

Einiges scheint mehr auf Vermutungen aufzubauen, als sich an Fakten zu orientieren.

ABV, es ist FALSCH zu schreiben, dass alle Personen nach der Antragstellung ihren Job verloren. Ich könnte zig Beispiele nennen, wo dies NICHT geschah.

WOSCH,

es wird seit Jahren von einigen immer das Märchen erzählt, dass nur ALTE und SCHWACHE aus der DDR ausreisen durften.

Die Zahlen belegen anderes. Hier einige wenige Beispiele.

Im ersten Halbjahr 1988 wurde 10.255 Bürgern der DDR die ständige Ausreise genehmigt. Davon befanden sich 6.643 im Arbeitsfähigen Alter , 1.744 waren Kinder. Von den Arbeitsfähigen Bürgern hatten 4.251 einen Facharbeiterabschluss und 959 verfügten über einen Fach / Hochschulabschluss.

Darunter u.a. 80 Ärzte und 65 Lehrer.




Ja Alfred, wäre ja schön wenn es so gewesen wäre. Nachdem mein Bruder seinen Antrag stellte verlor er seine Arbeitsstelle als Ing. Ökonom, mußte fast 4 Jahre Schikane erleiden und konnte nur durch meine finanziellen Zuwendungen diese Zeit einigermaßen bewältigen. Mein Bruder war im arbeitsfähigen Alter und durfte erst ausreisen nachhdem von der BRD ca 100000,- DM "Lösegeld" in die SED-Kasse reingeschmissen wurde. Alfred, wenn es so einfach gewesen wäre, wie Du es darstellen möchtest, wieso kam es dann zu den Fluchten über die Prager und Warschauer BRD-Botschaften und über die Massenflucht über die ungarisch-österreichische Grenze? Dir ist anscheinend nicht bekannt, daß es in der Regel nicht reichte nur einen Ausreise-Antrag gestellt zu haben um in den Genuß der Übersiedlung zu kommen, daß Anträge nicht angenommen wurden und daß in der Regel nur Gründe der "Familienzusammenführung" oder Eheschließung des Antragsstellers mit einer Person in der BRD überhaupt Aussicht auf Erfolg hatten! Übrigens Alfred, in der Zeit als man sich der Alten entledigte um die Renten einzusparen, war es für Deine jüngeren und arbeitsfähigen Mitbürger so gut wie aussichtslos, eine normale Besuchsreise in die BRD genehmigt zu bekommen!! Willst Du das auch in das Reich der Märchen einstufen? Wenn Du Dich lächerlich machen möchtest, bitte sehr!! Und noch einmal ganz alleine für Dich Alfred: Die Geschichte von meinem Bruder beruht nicht auf Vermutungen, sondern sie ist traurige Realität gewesen, genauso wie es Realität war, daß man sich die Unterlagen über die Helsinkier Konferenz, in denen Honnecker die "Freie Wahl des Wohnortes" durch seine Unterschrift aktzeptiert hatte und auf die man sich berufen mußte, nur auf Umwegen besorgen konnte. Im Falle meines Bruders konnte ich mir diese Unterlagen aus der ständigen Vertretung der BRD in der Hannoverschen Straße holen, meinen Bruder hätten Deine "Kollegen" erst gar nicht da rein gelassen. Ja Alfred, auch ich kann nur staunen, wie das Thema "ständige Ausreise" von Einigen hier und ganz besonders von Dir verklärt wird. Sage mal, wirst Du bei Deinen Schilderungen nicht manchmal etwas rot im Gesicht, oder macht es Dir eigentlich nur Spaß "aus Scheiße Schokolade zu machen?"
Schönen Gruß aus Kassel.


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04.04.2010 20:53
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#23
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ABV

@Alfred
Es kam ganz darauf an, wo der Antragsteller vor der Abgabe seines Antrages gearbeitet hat. Hatte er eine Funktion im öffentlichen Dienst, verlor er diese ganz sicher. Wer vorher Lehrer war, durfte nach Abgabe seines Ausreiseantrages nicht mehr unterrichten. Und das kann man beliebig für andere Berufe fortsetzen. Sicher, wer schon immer einen schlecht bezahlten Job welcher möglicherweise mit schwerer körperlicher Arbeit verbunden war inne hatte, durfte diesen auch nach der Stellung eines Ausreiseantrages behalten. Das war aber nicht die Masse. Für die meisten Antragssteller begann der soziale und berufliche Abstieg, dass war Teil der psychologischen Zermürbung des Antragsstellers. So etwas darf man nun wirklich nicht in Abrede stellen.

Gruß an alle
Uwe

03.11.2010 23:57
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Moin moin

Sorry aber ich muss diesen Bericht mal wieder aus der Versenkung holen. Denn in diesem Bericht steckt auch der Grund warum ich mich hier und heute bei euch Angemeldet habe.

Genau genommen handelt sich es um das Video Flucht aus der DDR.
Es war nach meiner Recherche der 21 August 1988 als die 3 Männer und die eine Frau über die Spree in die Freiheit geschwommen sind.

Ich habe vor kurzem die Person kennengelernt der die Frau aus der Spree gezogen hat, Ok Ihr könntet euch jetzt die Mäuler zerreißen dass das alles lüge ist aber diese Person ist ein grundehrlicher Mensch und zudem hat diese Person bis heute keine Interesse gehabt das wie einige andere Fluchthelfer groß an den Pranger zu hängen und einen Profit daraus zu schlagen.
Auch damals ist die Person so schnell wie sie aufgetaucht ist auch wieder in der Masse verschwunden, die Flüchtlinge wurden von den Fanzösichen Besatzungsmitgliedern in den empfang genommen.
Die Person (Ich möchte mich hier absichtlich bedeckt halten ob es sich um einen Mann oder Frau gehandelt hat, das hat von meiner Seite aus Gründe) hat erst im nachhinein gemerkt in was für eine große Gefahr man sich bei der Aktion gebracht hat den die Grenzsoldaten hätten auch Schießen können was zum einen Teil Ihrer aufgaben war um Grenzübertritte zu vermeiden.

Aber das will ich hier nicht diskutieren, viel mehr würde mich Interessieren ob Ihr mir vielleicht helfen könntet die Namen der Vier Personen ganz besonders der Frau herauszubekommen.

Warum?
Die Person die das damals getan hat geht es seit 2 Jahren echt miserabel, kann keinem Menschen das wünschen was diese Person gerade durchmachen muss. Ich Persönlich finde es einfach schade das sich diese Frau niemals den Gedanken oder vielleicht auch den Weg gemacht hat für sich herauszufinden wer sich eigentlich so in Gefahr gebracht hat um einen wildfremden Menschen das Leben zu retten und sich in diesem Moment selber einer möglichen Tötung ausgesetzt hatte.

Vielleicht könnt Ihr mir dazu weiterhelfen, schön wäre es schon.
Danke

Doppelt hält besser


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19.01.2013 20:08
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#25
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Du könntest versuchen, über das Haus am Checkpoint Charlie (Museum) an die Namen zu kommen oder über die Arbeitsgemeinschaft 13. August. So einfach Namen rausgeben werden die nicht. Eher kann man eventuell den eigenen Namen mit dem Anliegen dort hinterlassen. Falls die Kontakt wünschen, könnten sie einen dann erreichen.

Nur kurz zur Info: Der Reichstag lag im britischen Sektor, also war die britische Militärpolizei zuständig. Der britische Stadtkommandant hat nach dieser Flucht angeordnet, dass genau an der Stelle, wo die Frau raus wollte, eine Badeleiter fest angebaut wurde. Da war dann Jahre lang richtig eine Schwimmbadleiter aus Edelstahl, die erst nach der Maueröffnung verschwunden ist, als der Reichstag umgebaut wurde.


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