Jugendkrawalle am Berliner Alexanderplatz 1977

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15.05.2013 17:27
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#1
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Bei meiner Recherche zu einem anderen Thema bin ich über Artikel in der ZEIT und im Spiegel von 1977 auf folgenden Bericht der BStU gestoßen:

"Am 7. Oktober 1977 findet anlässlich des Festes zum 28. Jahrestag der Gründung der DDR auf dem Alexanderplatz am Fernsehturm ein Konzert statt, an dem etwa 20.000 Personen teilnehmen. Nach einem Unfall, bei dem neun Jugendliche in einen Luftschacht stürzen und sich schwer verletzten, wird das Konzert abgebrochen. Es kommt zu schweren Ausschreitungen zwischen der Volkspolizei und Jugendlichen. Noch am Abend werden 313 Personen verhaftet, in den nächsten Tagen weitere 155. Bis heute sind die genauen Umstände der Auseinandersetzungen unklar."

http://www.bstu.bund.de/DE/Presse/Themen...html?nn=3418830

http://www.bstu.bund.de/DE/Presse/Themen...html?nn=3418830

War damals jemand dabei? Kann sich jemand daran erinnern?

Konzerte am Alex waren immer sehr beliebt. An dem Tag spielte die Gruppe "Express".

Hier noch ein Spiegelartikel aus der Zeit: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40764074.html

LG von der grenzgaengerin


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15.05.2013 17:50
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#2
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interessanter Artikel, besonders bemerkenswert finde ich diese Einstellung :
Ebenfalls aus dem Stimmungsbereicht der HA I wird ein Oberst folgendermaßen wiedergegeben: "An dieser Entwicklung sind wir selbst schuld. In der Erziehung werden Fehler gemacht, da wir die Überzeugungsarbeit in den Vordergrund stellen. Solche Jugendlichen müssen gezwungen werden, sich so zu bewegen, wie wir es wollen, z.B. durch Arbeitserziehung wenn notwendig auch mit dem Gummiknüppel." (Quelle, BStU, MfS HA I Nr. 19110)

Ja, so habe ich sie in Erinnerung. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Ein beliebter Satz der (Volks)genossen : wir können auch anders eine weitere Redewendung zur Disziplinierung ihnen missliebiger Personen.


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15.05.2013 18:00 (zuletzt bearbeitet: 15.05.2013 18:02)
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#3
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War schon mal Thema denke ich...


Edit:/ Komisch, find nix mehr dazu.


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15.05.2013 18:10 (zuletzt bearbeitet: 15.05.2013 18:14)
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#4
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #3
War schon mal Thema denke ich...


@Feliks

ich habe mit der Suchfunktion mit verschiedenen Schlagworten nichts gefunden. Kannst Du mir einen Tipp geben?

@all

Es geht mir unter anderem darum, inwieweit dieses Thema "durchgereicht" wurde im Rahmen von FDJ - Versammlungen. Denn wenig später versammelte sich ja die Jugend in Berlin zum "Fest des Roten Oktober" anläßlich des 60. Jahrestages der Oktoberrevolution. Ich war damals schon "raus" aus meiner FDJ - Gruppe.

"Zum 60. Jahrestag der Oktoberrevolution werden 2002 Feste gefeiert“, witzelt man in der DDR: „Eins in Moskau, eins in Leningrad und zweitausend in der DDR.“ Im Beteuern „ewiger Freundschaft zur Sowjetunion“ war die DDR schon immer groß. Obwohl das genaue Datum des Festes der 7. November ist, kamen bereits an vier Tagen im Oktober über 100 000 Kinder und Jugendliche zum „Fest des Roten Oktober“ in Ostberlin zusammen. 40 Millionen Mark soll dieser Höhepunkt der Festivitäten gekostet haben."

http://www.zeit.de/1977/47/unter-gefecht...komplettansicht

LG von der grenzgaengerin


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15.05.2013 18:14
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#5
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Zitat von Gert im Beitrag #2


Ja, so habe ich sie in Erinnerung. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Ein beliebter Satz der (Volks)genossen : wir können auch anders eine weitere Redewendung zur Disziplinierung ihnen missliebiger Personen.




Gert schwelgt wieder in seinen Erinnerungen an die Nazizeit....


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15.05.2013 18:15
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#6
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #3
War schon mal Thema denke ich...


Edit:/ Komisch, find nix mehr dazu.



Hier u.a. Feliks:

07.10.1977 Auseinandersetzungen am Fernsehturm/ Alex


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15.05.2013 18:17
#7
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Zitat von Gert im Beitrag #2
interessanter Artikel, besonders bemerkenswert finde ich diese Einstellung :
Ebenfalls aus dem Stimmungsbereicht der HA I wird ein Oberst folgendermaßen wiedergegeben: "An dieser Entwicklung sind wir selbst schuld. In der Erziehung werden Fehler gemacht, da wir die Überzeugungsarbeit in den Vordergrund stellen. Solche Jugendlichen müssen gezwungen werden, sich so zu bewegen, wie wir es wollen, z.B. durch Arbeitserziehung wenn notwendig auch mit dem Gummiknüppel." (Quelle, BStU, MfS HA I Nr. 19110)

Ja, so habe ich sie in Erinnerung. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Ein beliebter Satz der (Volks)genossen : wir können auch anders eine weitere Redewendung zur Disziplinierung ihnen missliebiger Personen.




Ich glaube dieser Satz hat bei den Volksdemokraten auch noch Gültigkeit.


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15.05.2013 18:21
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#8
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Zitat von Alfred im Beitrag #6

07.10.1977 Auseinandersetzungen am Fernsehturm/ Alex



Danke Alfred

Habe jedoch keine Antworten auf meine Fragen gefunden.

@ Admins

Von mir aus können die Themen wegen der Übersichtlichkeit im Forum zusammengelegt werden.

LG von der grenzgaengerin


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15.05.2013 19:27
#9
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Habe ich nie gehört.


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15.05.2013 21:20 (zuletzt bearbeitet: 16.05.2013 03:05)
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15.05.2013 22:59
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Zitat von thomas 48 im Beitrag #9
Habe ich nie gehört.

... gegen 19 Uhr, während eines Konzerts der Rockgruppe "Express", neun Jugendliche in einen mehrere Meter tiefen Lüftungsschacht am Fernsehturm gestürzt. Weil die Krankenwagen wegen der Menschenmassen nicht zu der Unglücksstelle vordringen konnten, versuchten Polizeieinheiten, einen Weg durch die Menge zu bahnen. Plötzlich kamen Sprechchöre auf: "Nieder mit dem Bullenpack". Als die Polizisten gegen die Rufer vorgehen wollten, eskalierte die Situation. ...

Der komplette Artikel in der BZ trug die Schlagzeile Blutige Erdbeeren unterm Fernsehturm
http://www.berliner-zeitung.de/10810590,9840578.html

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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17.05.2013 21:07
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#12
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #4
Zitat von Feliks D. im Beitrag #3
War schon mal Thema denke ich...


@Feliks

ich habe mit der Suchfunktion mit verschiedenen Schlagworten nichts gefunden. Kannst Du mir einen Tipp geben?

@all

Es geht mir unter anderem darum, inwieweit dieses Thema "durchgereicht" wurde im Rahmen von FDJ - Versammlungen. Denn wenig später versammelte sich ja die Jugend in Berlin zum "Fest des Roten Oktober" anläßlich des 60. Jahrestages der Oktoberrevolution. Ich war damals schon "raus" aus meiner FDJ - Gruppe.

"Zum 60. Jahrestag der Oktoberrevolution werden 2002 Feste gefeiert“, witzelt man in der DDR: „Eins in Moskau, eins in Leningrad und zweitausend in der DDR.“ Im Beteuern „ewiger Freundschaft zur Sowjetunion“ war die DDR schon immer groß. Obwohl das genaue Datum des Festes der 7. November ist, kamen bereits an vier Tagen im Oktober über 100 000 Kinder und Jugendliche zum „Fest des Roten Oktober“ in Ostberlin zusammen. 40 Millionen Mark soll dieser Höhepunkt der Festivitäten gekostet haben."

http://www.zeit.de/1977/47/unter-gefecht...komplettansicht

LG von der grenzgaengerin




Nabend Grenzgaengerin....

"durchgereicht"...Du meinst "ausgewertet",ausdiskutiert?

Gruss BO


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17.05.2013 22:21
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#13
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Zitat von Boelleronkel im Beitrag #12


Nabend Grenzgaengerin....

"durchgereicht"...Du meinst "ausgewertet",ausdiskutiert?

Gruss BO



Hallo Boelleronkel,

genau in diesem Sinne. Obwohl ausdiskutiert wohl weniger, oder?

LG von der grenzgaengerin


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18.05.2013 07:10
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#14
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #13
Zitat von Boelleronkel im Beitrag #12


Nabend Grenzgaengerin....

"durchgereicht"...Du meinst "ausgewertet",ausdiskutiert?

Gruss BO



Hallo Boelleronkel,

genau in diesem Sinne. Obwohl ausdiskutiert wohl weniger, oder?

LG von der grenzgaengerin




.....ausdiskutiert...oeffentlich natuerlich nicht!
Bis heut Abend ick muss

Gruss BO


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18.05.2013 22:31
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#15
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Hallo Grenzgaengerin....

Hoffe das "Musikfest war stressfrei"....

Meine Betrachtung derartiger Vorfaelle,auch wenn moeglichst meist offiziell unter den Teppich gekehrt,weil derartige Auswuechse von jungen soz. Persoenlichkeiten gabs ja eijentlich in der DDR nicht.
Man trug eben keinen Parker und kein Fleischerhemd....

Aus meiner Sicht stimmt die Einschaetzung(eines der Artikel) vollends,ein Ordnungsgruppenmitglied mit roter Armbinde ,ein Polizist mit Hund und etwas Stress haben damals voellig ausgereicht um eine mittlere bis grosse Schlaegerei "anzuzetteln".
Meine Meinung bezieht sich auf Feste wie Bluetenfest Werder,Kanrneval Vasungen,Luebben,Sandbahnrennen Teterow...etc...
Groessere Auseinandersetzungen in Kulturhaeusern,Grossgaststaetten mit Saal sind mir untergekommen.

Da gings dann schon mal mit Jaegerzaunlatte und Messer zur Sache.
Eine Waldgaststaette...etwas entfernt von der naechsten Stadt...da kam kein ABV am spaeten Abend vorbeigeschliddert um etwas "Ordnung zuschaffen
Es sei denn,der Mann hatte die Reife und Erfahrung oder die Ausstahlung eines gewissen Unikats...

Was Berlin betrifft,mir ist aus einer Kleinstadt ein Mann bekannt ,der dort war und per Knueppel so geschlagen wurde,dass er ein Invalide war....
Fakt ist... er war ein voellig an Randale Unbeteiligter...aber wenn eine Menge erst einmal in den "Wahnsinn"geraet,dann gibs kein halten mehr.
Eine Entschaedigung gabs nicht,er urde ueber die Sozialversicherung der DDR invalidisiert und bekam eine Rente.

Was das diskutieren ueber derartige Vorfaelle betrifft,so kann ich Dir aus 20 Jahren Mugge und Beschaeftigung mit kulturellen Dingen sagen,Nee,jedenfalls wenn was gemunkelt wurde...da war was los....war richtig schlimm....wurde folgendes immer akkut...

So ein kleiner Besuch ab einer FDJ Kreisleitung aufwaerts,da gabs unter ein paar Augen schon mal ein paar Saetze.
Jede Stadt hatte ja auch so seine "Experten"...den entlassenen Boxer des TSC,die gestandenen Kampftrinker und stattlichen Typen,die manchmal eben auch einfach auf Krawall auswaren.....da genuegte ein Blick und auf gings....

Die Veranstaltungsmeldungen wurden exakter geprueft...(Erlaubniswesen des VPKA)
Die Schwerpunktklubs,also wo das "normale gemeine Volk hinging(keine Klubhaeuser der Betriebe etc.) wurden besonders von der Abteilung Kultur der Raete der Staedte,der Kreiskabinette fuer Kulturarbeit,der FDJ Kreisleitung beaeugt.....
Die Frage von FDJ Ordnungsgruppen kam immer wieder auf,wurde aber aus meiner Sicht von den erfahrenen Klubleitern abgewiesen,da nicht alle Jugendklubs(Jugendklubs der FDJ waren)..

Der bessere Weg,war der ,die Weiber die Ihre Krawalljungs eigentlich im Griff hatten,auf die ruhige Seite zu ziehen und zu hoffen,das Ihr Einfluss gross genug ist und die Ihre Jungs im "Schach Halten"
Eine rote Armbinde schon am Eingang und der Abendkasse war in der Provinz eher der Aufhaenger zur Randale!

Erstmal so dazu....

Soweit erstmal

Gruss BO


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