DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

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13.05.2013 23:16
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#46
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #45


Da bin ich mal gespannt, wieviel Tausend sich dann eine Begründung zurechtlegen, damit sie eine Entschädigung einfordern können. Wenn sich nachweislich durch die Tests eine dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergab, was wohl schon sehr selten gewesen sein wird, wäre das ja noch in Ordnung, aber nur dann. Der Nachweis dafür dürfte äußerst schwierig und wohl nur in Einzelfällen möglich sein. Wenn ein Raucher am Krebs stirbt, ist noch lange nicht erwiesen, daß wirklich der Tabak die eigentliche Ursache war und nicht genetische Vorprägung oder andere äußere Einflüsse.


Das erinnert mich stark an die Doping - Diskussion Wurde da nicht auch eine Opfer-Rente/ Entschädigung gefordert? Ist diese Diskussion im Sande verlaufen oder bewegt sich das was?

LG von grenzgaengerin


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14.05.2013 10:53
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#47
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Im Moment geistert durch die Medien die Aussage, nach der die Behörden der DDR, mit denen die Testreihen verbeinart wurden, peinlich genau darauf geachtet haben, dass es keinen direkten Kontakt zwischen Probanden und Pharmaherstellern gab.

Ich war nicht dabei und kann deshalb den Wahrheitsgehalt dieser Aussage nicht prüfen. Wenn das aber so war, wirft es ein neues Licht auf die "Verantwortung" der Pharmafirmen.


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14.05.2013 12:28
#48
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Zitat von Dandelion im Beitrag #47
Im Moment geistert durch die Medien die Aussage, nach der die Behörden der DDR, mit denen die Testreihen verbeinart wurden, peinlich genau darauf geachtet haben, dass es keinen direkten Kontakt zwischen Probanden und Pharmaherstellern gab.

Ich war nicht dabei und kann deshalb den Wahrheitsgehalt dieser Aussage nicht prüfen. Wenn das aber so war, wirft es ein neues Licht auf die "Verantwortung" der Pharmafirmen.




Nun, warum sollten die Probanten einen direkten Kontakt zu den Herstellern der zu testenden Medikamente haben ? War bei mir auch nicht. Der Kontakt war durch die mich behandelnden Ärzte des Forschungsinstitutes in Erfurt gegeben. Mit einem Kontakt zum Hersteller hätte ich nichts anzufangen gewußt und die hätten mir auch nichts Neues gesagt.


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14.05.2013 12:34
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#49
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Ich verstehe den Verlauf dieser Diskussion nicht.
Ob die Westmedikamente gut waren, harmlos waren,die Probanten gerne was aus dem Westen genommen haben , ob die Pharmafirma direkt mit den Probanden zu tun hatte. Und sonst noch was.
Ist doch sowas von egal.
Einzig und allein ist doch relevant ob die Probanten auch wußten das sie Probanten sind ,aufgeklärt wurden und ihr Einverständniss zu diesen Tests gegeben haben.


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14.05.2013 13:26
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#50
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Ich hatte früher keinen direkten Kontakt zu Pharmakonzernen (jetzt mal die Produkte ausgeklammert) und heute auch nicht.Wie der Großteil von uns.Hauptsache die Medikamente helfen so,wie sie sollen!
Also was soll der Quatsch?

Edit:Großschreibung und r vergessen,ich werde jetzt doch alt!


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14.05.2013 13:41
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#51
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #49
Ich verstehe den Verlauf dieser Diskussion nicht.
Ob die Westmedikamente gut waren, harmlos waren,die Probanten gerne was aus dem Westen genommen haben , ob die Pharmafirma direkt mit den Probanden zu tun hatte. Und sonst noch was.
Ist doch sowas von egal.
Einzig und allein ist doch relevant ob die Probanten auch wußten das sie Probanten sind ,aufgeklärt wurden und ihr Einverständniss zu diesen Tests gegeben haben.




Die Frage als solche, dies stellt doch niemand hier in Abrede, ist berechtigt.
Eine Frage, die zuvor jedoch gestellt werden muß, ist nach meiner Meinung die, ob irgendwelche DDR - Bestimmungen verletzt wurden!
Mit anderen Worten: Entsprachen die Testreihen, den damals geltenden Recht? Welche Normen wurden verletzt? War eine Zustimmung des
Patienten überhaupt erforderlich?
Bevor die moralische Keule geschwungen wird, abwarten der Ergebnisse der Untersuchungen!
Patientenverfügungen, schriftliche Behandlungspläne/Behandlungsvereinbahrungen, schriftliche Belehrungen über Risiken der OP usw. waren die in der DDR üblich? Ich denke nicht! Mein Hausarzt praktizierte schon zu DDR Zeiten. Nach seinen Bemerkungen hat sich die Rolle des Arztes verändert. Er klärt auf und der Patient entscheidet. Zu DDR - Zeiten wurde von ärztlichen Verordnungen gesprochen, die der Patient zu
befolgen hatte.


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15.05.2013 01:16
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #48


Nun, warum sollten die Probanten einen direkten Kontakt zu den Herstellern der zu testenden Medikamente haben ? War bei mir auch nicht. Der Kontakt war durch die mich behandelnden Ärzte des Forschungsinstitutes in Erfurt gegeben. Mit einem Kontakt zum Hersteller hätte ich nichts anzufangen gewußt und die hätten mir auch nichts Neues gesagt.



Aber das ist doch genau der Kernpunkt der Diskussion: Kein Kontakt von Dir zu den Herstellern bedeutet auch kein Kontakt von den Herstellern zu Dir. Woher sollten die also wissen, ob Du über Chancen und Risiken aufgeklärt wurdest, ob Du wusstest, dass Du ein Testkaninchen warst? Wenn überhaupt bekamen die Pharmakonzerne doch nur Informationen aus 2. oder 2. Hand - und über die Wahrheitswahrscheinlichkeit solcher Angaben können wir trefflich streiten. Oder auch nicht.

Das Bild der skrupellosen und geldgierigen Pharmakonzerne des Westens, die hemmungslos und ohne jede Moral arme, unschuldige und vor allen Dingen unwissende DDR-Bürger für ihre Testreihen missbraucht haben, hat jedenfalls ziemliche Risse bekommen.
.


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15.05.2013 06:49
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#53
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #49
Ich verstehe den Verlauf dieser Diskussion nicht.
Ob die Westmedikamente gut waren, harmlos waren,die Probanten gerne was aus dem Westen genommen haben , ob die Pharmafirma direkt mit den Probanden zu tun hatte. Und sonst noch was.
Ist doch sowas von egal.
Einzig und allein ist doch relevant ob die Probanten auch wußten das sie Probanten sind ,aufgeklärt wurden und ihr Einverständniss zu diesen Tests gegeben haben.



Ein Staat hat sich angeboten gegen finanzielle Mittel seine Bürger als Versuchstiere einzusetzen. Die Pharmaindustrie des Kapitalismus hatte wohl mehr für seine Mitmenschen übrig .

ratata


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15.05.2013 07:59
#54
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@ratata, Du scheinst genau zu wissen wie damals und heute klinische Studien von Medikamenten ablaufen, also Organisation und Logistik.
Wäre doch schön wenn Du alle hier im Forum an Deinem Wissen teilhaben lässt.

Wenn Du unter "Mitmenschen" für die die Pharmaindustrie des Kapitalismus etwas übrig hat/hatte, deren Aktionäre meinst könnte ich Deinem Gedanken eventuell näher treten.
Konzerne und deren Aktionäre interessiert einzig und allein was in der Kasse klingelt und um das zu kaschieren lassen sie gerne die Geschichte vom humanen, menschelnden und sich um alles kümmernden, philanthropischen Kapitalisten erzählen.

Gruß
Nostalgiker


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15.05.2013 10:01
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#55
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Wieviel die Kapitalisten für ihre "Versuchstiere" übrig haben, kann man im Buch "Ganz unten" von Wallraff nachlesen.

Und Klinikpatienten sind keine Tiere! Ich habe mich nicht als Tier gefühlt.
Und weiß auch nicht, was bei "meiner Studie" rausgekommen ist.


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15.05.2013 10:08
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Zitat von damals wars im Beitrag #55
Wieviel die Kapitalisten für ihre "Versuchstiere" übrig haben, kann man im Buch "Ganz unten" von Wallraff nachlesen.



Ein guter Hinweis: Ich habe mir "Ganz unten" im Jahr des Erscheinens, 1985, gekauft und gelesen. Es liegt jetzt neben mir und ich werde es mir nochmals zu Gemüte führen - einfach nur, um zu sehen, ob und was sich in den vergangenen fast 28 Jahren geändert hat.


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16.05.2013 08:26
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#57
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Lesestoff zum Nachdenken:

http://www.jungewelt.de/2013/05-16/022.php

" »Geständnis«: »Es ist zu begrüßen, wenn Massenmedien dem Problem der Arzneimittelprüfung Beachtung schenken, insbesondere, wenn das Interesse der Öffentlichkeit sich auf tatsächliche oder vermutete Verstöße gegen diese Regeln richtet. Daß manche Publikationen – von naturgemäß fachlich weniger Erfahrenen – über das Ziel hinausschießen und daß aktuelle Zeitumstände das Bild beeinflussen, ist erklärlich. Deshalb wurde bei der Durchführung der Untersuchung und der Auswertung der Materialien besonders sorgfältig vorgegangen, um die Tatbestände unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen und Hintergründe vorurteilsfrei zu bewerten. (…) Die der Kommission vermittelten Informationen bieten keinen Anhalt dafür, daß bei klinischen Arzneimittelprüfungen in der ehemaligen DDR grundlegend andere Maßstäbe oder Vorgehensweisen als in der alten Bundesrepublik zur Anwendung kamen.« Deutlicher hatte man die Kritik an den Medien nicht formulieren können.

Weiter kann man lesen, wenn man will:
Wie das war mit den Devisen. Wie das war mit den Beziehungen Pharmakonzern, Arzt, Patient ! Man muß es nicht lesen, dann kann man weiter rumsülzen ! Als Fachmann natürlich für Blödsinn, DDR - Unrecht und Antikommunismus.

http://www.jungewelt.de/2013/05-16/023.php

Unsere Bundesregierung prüft nun die finanzielle Beteiligung an dem Forschungsprojekt ! Hoffentlich arbeiten alle Beteiligten verantwortungsbewußt mit.
" Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller, erklärte dagegen: »In der DDR entsprachen die Standards für klinische Studien nach unserem Erkenntnisstand dem damals Üblichen: Das DDR-Recht machte Vorgaben für die Durchführung klinischer Prüfungen, die mit denen westlicher Staaten und auch der USA vergleichbar waren.« Die Standards seien in der Praxis auch eingehalten worden. Zudem seien viele Studien unter gleichen Bedingungen parallel in westlichen Ländern durchgeführt worden. "

Derweil die Untersuchungen, die neuerlichen Untersuchungen keine Ergebnisse haben, kann man ja trotzdem.....

"Die mediale Desinformation kennt derweil keine Grenzen: Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Dienstag abend in bester Kurier-Manier, »an 30 Frühchen sollen an der Charité zudem Tests mit Dopingmitteln gemacht worden sein«. Bestenfalls richtig ist, daß das Hormon Erythropoetin getestet wurde. Dieses ist als Wachstumsfaktor für die Bildung roter Blutkörperchen von Bedeutung, mittlerweile aber vor allem als Dopingmittel »Epo« im Profi­sport berüchtigt. Blutarme Frühgeborene werden bis heute mit dem Hormon behandelt. Eine Langzeitstudie am Kinderkrankenhaus auf der Bult, Hannover, zeigte 2010, daß »Epo« bei extrem früh Geborenen vor Hirnblutungen schützen kann. "

Mal schauen, wie es weitergeht.


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16.05.2013 09:04
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#58
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Bereits vor 3 Jahren sendete der MDR in seiner Sendung "EXAKT" über dieses Thema , DDR -Bürger wurden zu Testzwecken mistbrauch .
Hier ging es um den Sterbefall eines Patienten ,der mit dem Medikament Ramipril behandelt wurde . Die Frau des Verstorbenen hat dieses Medikament aufgehoben und es zum Überprüfen dem MDR zur Verfügung gestellt . Da wurde recherchiert ,das es nur ein sogenanntes Scheinmedikament war , welche keine bestimmten Wirkstoffe enthielt .
Die DDR erhielt damals so 2,6Mill. DM ,für die Durchführung aller Testreihen .Auch kam ein damaliger Arzt zu Wort , welcher die verantwortlichen Stellen der DDR- Regierung nannte .
Es gibt für die User eine Seite im Internet " Sendung verpasst " mal reinschauen .

Wieso muß es in unseren Medienlandschaft so lange dauern, bis solch ein explosives Thema ans Tageslicht kommt.
Gestern Abend sendete der MDR nochmals diesen Beitrag bei EXAKT, ratata


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16.05.2013 09:15
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Zitat von ratata im Beitrag #58
Bereits vor 3 Jahren sendete der MDR in seiner Sendung "EXAKT" über dieses Thema , DDR -Bürger wurden zu Testzwecken mistbrauch .
Hier ging es um den Sterbefall eines Patienten ,der mit dem Medikament Ramipril behandelt wurde . Die Frau des Verstorbenen hat dieses Medikament aufgehoben und es zum Überprüfen dem MDR zur Verfügung gestellt . Da wurde recherchiert ,das es nur ein sogenanntes Scheinmedikament war , welche keine bestimmten Wirkstoffe enthielt .
Die DDR erhielt damals so 2,6Mill. DM ,für die Durchführung aller Testreihen .Auch kam ein damaliger Arzt zu Wort , welcher die verantwortlichen Stellen der DDR- Regierung nannte .
Es gibt für die User eine Seite im Internet " Sendung verpasst " mal reinschauen .

Wieso muß es in unseren Medienlandschaft so lange dauern, bis solch ein explosives Thema ans Tageslicht kommt.
Gestern Abend sendete der MDR nochmals diesen Beitrag bei EXAKT, ratata



ohje !!


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16.05.2013 10:10
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#60
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Zitat von ratata im Beitrag #58

Hier ging es um den Sterbefall eines Patienten ,der mit dem Medikament Ramipril behandelt wurde . Die Frau des Verstorbenen hat dieses Medikament aufgehoben und es zum Überprüfen dem MDR zur Verfügung gestellt . Da wurde recherchiert ,das es nur ein sogenanntes Scheinmedikament war , welche keine bestimmten Wirkstoffe enthielt .



Ja, schon klar: Die Pharmakonzerne nehmen den Tod von Menschen achselzuckend zur Kenntnis, als eine Art von Kollateralschaden.

In einem der Beiträge hier wurde mal und zu Recht erwähnt, dass in solchen Testreihen eine Vergleichsgruppe Placebos erhält, um die Wirksamkeit des Medikamtents zu prüfen. Ein übliches Verfahren, soweit mir bekannt ist. Der Verfasser des Beitrags hier meinte sogar, dass eine faire Chance bestehen würde, eben nur die wirkungslosen Medikamente verabreicht zu bekommen (sinngemäß zitiert).

Ramipril kenne ich ziemlich gut: Ich nehme es jeden Morgen. Es handelt sich um ein blutdrucksenkendes Mittel (das allerdings manchmal versagt, wenn ich den einen oder anderen Beitrag hier lese).

An einem Medikamententest habe ich bis jetzt nicht teilgenommen, weiß aber von einem Bekannten, dass die medizinische Betreuung während dieser Phase ausgesprochen intensiv ist - und zwar für die gesamte Gruppe, unabhängig davon, ob sie die Wirkstoffe verabreicht bekommen oder nicht. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass auch die untersuchenden DDR-Ärzte keine gewissenlosen Schurken waren, die einen Probanden sehenden Auges in den Tod geschickt haben.

Und nochmals: Das forschende Unternehmen hatte keinen direkten Kontakt zu den Probanden, es bekam nur zeitversetzte Ergebnisse. Woher hätten die also wissen sollen, dass bei einem Teilnehmer der Blutdruck "entgleist" ist? Zumal meines Wissens nach ein erhöhter Blutdruck nicht unmittelbar zum Tod führt, aber da lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.

Aber es passt ja so schön ins Bild: Hier der skrupellose Konzern, dort der arme und unwissende Bürger.

In der Polit-Satire "Extra3" mit Christian Ehring vom 15.05. wurde der angebliche "investigative Journalismus" auf die Schippe genommen: Obwohl satirisch (leicht) überhöht kam mir die Machart solcher TV-Sendungen mehr als bekannt vor. Wer die Sendung verpasst hat: http://www.ardmediathek.de/ndr-fernsehen...mentId=14711108 - es lohnt sich.


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