RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

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26.04.2013 00:37von ( gelöscht )
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RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

Hallo rainman,

ich bin in Publikationen über das Militär in der DDR immer wieder auf den Begriff "sozialistischen Beziehungen" gestossen. Gemeint ist das Verhältnis von Soldaten untereinander, zu Vorgesetzten usw.. Gab es ein feste Definition für diesen Begriff?

Ich frage deswegen, weil ich meistens im Zusammenhang von "Störungen" dieser Beziehungen gelesen habe. Zum Beispiel hat das MfS festgestellt, dass es sich da in nicht wenigen Fällen um Angriffe gegen die menschliche Würde von Militärpersonen gehandelt haben soll.
(in "Armee des Volkes?: Militär und Gesellschaft in der DDR" http://books.google.de/books?id=JdX8aN_a...oldaten&f=false)

Aber auch im Befehl des Ministers für Nationale Verteidigung an das Kommando der Grenztruppen von 1981 heisst es:

"Der Kampf gegen Disziplinarverstöße, gegen Störungen der sozialistischen Beziehungen zwischen den Grenzsoldaten und im Umgang der Vorgesetzten mit den Unterstellten ist entschiedener und erzieherisch wirksamer zu führen."

http://www.grenztruppen-der-ddr.de/index...ow=law&law_id=6

Es muss doch dann ein grundsätzliches oder strukturelles Problem gewesen sein. Oder verstehe ich das falsch?

LG von der grenzgaengerin


Admin Rainman2: Thema in diesen neuen Thread verschoben, da inhaltlich zu weit weg führend vom ursprünglichen Thema des Threads Wer kennt noch die Waschtröge? (2).

26.04.2013 21:03von Rainman2
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Die harmloseste Variante der EK-Spielchen war die EK-Kugel. In der Regel war das eine Kugelstoßkugel, die komplett über den Flur gerollt wurde. Bei den Fliesen bzw. Terrazzoplatten die da lagen und dem Hall im Treppenhaus war das ein schöner Lärm durch die ganze Kompanie. Letzten Endes sollten wir "Buckels", also die Vorgesetzten, dazu verleitet werden, sinnlos durch das Haus zu rennen und Schuldige zu suchen. In einem meiner Nachtdienste war es mal ziemlich arg. Ich befahl dem UvD den Genossen des 3. Diensthalbjahres auszurichten, dass das Außenrevier schauderhaft aussähe und ich bereit bin, jedem einzelnen einen Bereich mit persönlichem Befehl zuzuweisen. Ich würde ihnen auch gern die Ruhe lassen, aber wenn sie keine Ruhe brauchen, gäbe es Alternativen. Ich gebe zu, den Trick hatte ich mir beim Hauptfeldwebel abgeguckt. Nicht die Drohung mit dem Revier war das Problem, sondern die mögliche Demütigung, als EK vor dem 2. DHJ sich durch das Außenrevier zu arbeiten. Es war keine kollektive Bestrafung und einem Befehl sollte man sich nicht widersetzen. Sozialistische Beziehungen? Naja, ich empfand es als ein Spiel von beiden Seiten. Und ich muss zugeben, ich gewann es selten.

ciao Rainman

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26.04.2013 21:17von Lutze
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #31
Die harmloseste Variante der EK-Spielchen war die EK-Kugel. In der Regel war das eine Kugelstoßkugel, die komplett über den Flur gerollt wurde. Bei den Fliesen bzw. Terrazzoplatten die da lagen und dem Hall im Treppenhaus war das ein schöner Lärm durch die ganze Kompanie. Letzten Endes sollten wir "Buckels", also die Vorgesetzten, dazu verleitet werden, sinnlos durch das Haus zu rennen und Schuldige zu suchen. In einem meiner Nachtdienste war es mal ziemlich arg. Ich befahl dem UvD den Genossen des 3. Diensthalbjahres auszurichten, dass das Außenrevier schauderhaft aussähe und ich bereit bin, jedem einzelnen einen Bereich mit persönlichem Befehl zuzuweisen. Ich würde ihnen auch gern die Ruhe lassen, aber wenn sie keine Ruhe brauchen, gäbe es Alternativen. Ich gebe zu, den Trick hatte ich mir beim Hauptfeldwebel abgeguckt. Nicht die Drohung mit dem Revier war das Problem, sondern die mögliche Demütigung, als EK vor dem 2. DHJ sich durch das Außenrevier zu arbeiten. Es war keine kollektive Bestrafung und einem Befehl sollte man sich nicht widersetzen. Sozialistische Beziehungen? Naja, ich empfand es als ein Spiel von beiden Seiten. Und ich muss zugeben, ich gewann es selten.

ciao Rainman

wo kam die Kugelstoßmurmel bloß her?,über sowas kann ich schmunzeln,
aber einen Spint aus dem Fenster schmeißen,da bleibt mir die Spucke weg
Lutze

26.04.2013 21:58von DoreHolm
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Da muß ich Eisenacher in #25 zustimmen. Die EK-Bewegung und Bandmaß anschneiden war mehr Jux. Da kam kein Vize zu Schaden oder wurde gedemütigt, zumindest nicht daß er es als eine solche empfand. Das hat auch etwas mit Bildungsgrad zu tun, der m.E. in den GK doch um Nuancen höher war als bei den Muckern. In der Grundausbildung, ja da kenne ich den Maskenball auch. Ebenso den einen oder anderen Uffz., der wohl ansonsten zu Hause oder in seiner Firma nichts zu melden hatte. In den GK war einer auf das Vertrauen und die Kameradschaft des Anderen angewiesen. Auswüchse hätten hier in´s Auge gehen können.

26.04.2013 22:16von ( gelöscht )
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Zitat von Dandelion im Beitrag #16
Naturgemäß kann ich zur NVA nicht viel sagen, ich war Fahnenjunker und für ein halbes Jahr Ausbilder Grundausbildung bei der Bundeswehr.

Zu den einzelnen Begriffen:

Maskenball am Sonntag
Den Begriff kenne ich, die "offizielle" Bezeichnung dafür war "Antreten in verschiedenen Dienstkleidungen". Solche Maßnahmen waren allerdings verpönt (vielleicht sogar verboten, weiß ich nicht mehr) und somit kenne ich es aus der Praxis nicht.

- Schildkröte
- Verscheuchen der Vögel
- Training Heimfahrt
- 45° Schrankbau mehrmals am Abend


Diese Begriffe sind mir völlig unbekannt.

- Bedienung der EK
Ich habe hier gelernt, dass damit "Entlassungskandidaten" gemeint sind. Auch den Begriff gab es bei der Bundeswehr nicht: Die Wehrpflichtigen wurden in ihrem letzten Quartal als "Reservisten" bezeichnet, hatten aber weder besondere Rechte oder andere Privilegien

- Musikbox
Auch damit kann ich nichts anfangen.

Auch die im Link genannte "Reinigung des Waschraums mit der Zahnbürste" ist mir als BEM (=Besonjdere erzieherische Maßnahme) vom Begriff her bekannt, in der Praxis habe ich es jedoch nie erlebt und auch nie davon gehört. Im Gegenteil: Ich glaube mich daran zu erinnern, dass eine solche BEM in meinen Lehrgängen zwar angesprochen wurden, dass aber dringend davon abgeraten wurde, einen entsprechenden Befehl zu erteilen: Befehle mussten einen dienstlichen und sinnvollen (na gut, darüber könnte man streiten) Zweck enthalten und sie durften nicht gegen die Menschenwürde verstoßen. Und gerade eine solche Maßnahme wurde als sinnlose, erniedrigende und unwürdige Tätigkeit bezeichnet und war verpönt oder gar verboten.

Ich bin mir sicher: Wenn mir jemand diesen Befehl erteilt hätte, dann hätte ich ihn vermutlich befolgt, um nicht den Tatbestand der Befehlsverweigerung zu erfüllen. Aber am nächsten Morgen, zum Dienstbeginn und damit zum frühest möglichen Zeitpunkt, hätte der Bataillonskommandeur meine schriftliche Beschwerde auf dem Tisch gehabt. Ich bin mir sicher, dass dann die Hütte gebrannt hätte....




Schoene Schilderung und das genau ist ein Punkt!

In der NVA und eben auch bei den GT hat die Huette oft erst gebrannt wenns schon zu spaet war,jedenfalls meiner Meinung nach.
Erst wenn der Gedemuetigte keinen Ausweg mehr sah,sich die Waffe an den Kopf hielt,unerlaubt der Truppe fern blieb und eben auch ml die Waffe gegen einen Vorgesetzten richtete,dann ja dann brannte die Luft!

"Ja wenn alles lauft",mischt man sich nicht gern ein,das sind fuer mich mafioese Strukturen.
Fakt ist aus meiner Erfahrung bei den GT wars vielleicht nicht so schlimm wie bei den Muckern(also NVA Einheiten),aber auch heute noch behaupte ich mal,son Scheiss (EK Bewegung) war Schuld an manch Unheil,das es haette nicht geben muessen.
Gruss BO

P.S. nein es werden von mir z.B.nicht alle KCs ueber "einen Kamm geschoren",aber richtige Pfeiffen waren eben auch dabei(wie ueberall)

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26.04.2013 22:52von werner
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Zitat von 94 im Beitrag #13
Gab's eine solche 'überzogene EK-Bewegung', als Grenzer blieb man ja von diesem Schwachsinn glücklicherweise verschont, eigentlich auch in den WSE und bei WRFD? Oder waren die Wehrersatz-Diener auch da mehr Beobachter als wie Betroffene?


Ach da wird der doppelnde Goethe bemüht . . . aber zu seiner Zeit soll das ja gestattet gewesen sein.

EK´s gab es auch in den WSE und auch im WR, da es aber keine DHJ gab, sondern DJ, waren mit dem 3. Dienstjahr die UaZ eben die E´s.

Ob man da von EK-Bewegung sprechen kann, liegt sicher im Auge des Betrachters, ich würde das aber nicht so betiteln, da es in meiner Wahrnehmung außer dem Bandmaß und den damit verbundenen Ritualen kaum Spökes gab, was aber vermutlich der Schichtbelastung geschuldet ist und die MOSer relativ wenig Leerlauf hatten, in dem sie die grüne Langeweile geplagt hat.

Auswüchse gab es, wenn, dann eher in den großen Einheiten als in den kleinen WSE, in denen der Kontakt doch eher familiär war.

Die Verteilung der unangenehmen Dienste und Reviere auf die ersten und die zweiten DJ waren normal. Besonders auffällige EK´s durften aber auch schon zu Erziehungszwecken derlei Reviere erledigen - siehe Rainman.

Klar gab es das, dass sich ein UaZ im 1.DJ ungerecht behandelt gefühlt hat und den Beschwerdeweg gegangen ist, weil er vom UvD eine Woche lang ein besonders beliebtes Revier bekommen hatte. Oft hatte er Recht und es war reine Schikane. Nicht selten stellte sich aber auch raus, dass die Soldaten da was unter sich geklärt haben - weil z.B. der Junge Genosse immer wieder seine Ruherunde überzogen hatte oder bei der Aufführung getrödelt hat - dadurch sich die Aufführung verzögert und die abzulösenden Posten eben länger draußen geblieben sind - blöd wenn das dann auch noch E´s waren, die nach über 100 Schichten genau auf die Uhr schauen - oder der Jenosse im Schwalbennest eingepennt ist, dadurch die OV- Meldung vergeigt hat und die Wache dadurch eine Note 5 bekommen hat, was bei den folgenden Schichten ein intensiveres Ableuchten dieses Wachzuges durch den OvD bzw. Leitungsdienst ausgelöst hat, was wiederum den EK´s keine ruhigen und entspannten Schichten beschert hat. Und dafür haben sich die EK´s dann revanchiert, eben für glatzenhaftes Verhalten.

Für Vorgesetzte immer eine Gratwanderung - wie weit ist diese Selbsterziehung in Ordnung, wann muss man eingreifen?

Ich würde also sagen, dass sich an dieser Stelle die sozialistischen Beziehungen so darstellten, dass die EK´s den jüngeren Dienstjahren beibrachten, was man tun muss, um Stress zu vermeiden, was man tun muss, wenn man die drei Jahre unrasiert über die Bühne bekommen will, wie man sich zu verhalten hat, damit der Urlaub nicht gestrichen wird, wie man bei Vergehen nicht hochgezogen wird.

Ich denke, dass die Soldaten eben auch die Wechselwirkung zwischen eigenem Verhalten / Fehlverhalten und dem Ansehen des Kollektivs gelernt haben, dass es Regeln des Zusammenlebens gibt, Abhängigkeiten voneinander.

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26.04.2013 22:53von silberfuchs60
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Zitat von Lutze im Beitrag #32
Zitat von Rainman2 im Beitrag #31
Die harmloseste Variante der EK-Spielchen war die EK-Kugel. In der Regel war das eine Kugelstoßkugel, die komplett über den Flur gerollt wurde. Bei den Fliesen bzw. Terrazzoplatten die da lagen und dem Hall im Treppenhaus war das ein schöner Lärm durch die ganze Kompanie. Letzten Endes sollten wir "Buckels", also die Vorgesetzten, dazu verleitet werden, sinnlos durch das Haus zu rennen und Schuldige zu suchen. In einem meiner Nachtdienste war es mal ziemlich arg. Ich befahl dem UvD den Genossen des 3. Diensthalbjahres auszurichten, dass das Außenrevier schauderhaft aussähe und ich bereit bin, jedem einzelnen einen Bereich mit persönlichem Befehl zuzuweisen. Ich würde ihnen auch gern die Ruhe lassen, aber wenn sie keine Ruhe brauchen, gäbe es Alternativen. Ich gebe zu, den Trick hatte ich mir beim Hauptfeldwebel abgeguckt. Nicht die Drohung mit dem Revier war das Problem, sondern die mögliche Demütigung, als EK vor dem 2. DHJ sich durch das Außenrevier zu arbeiten. Es war keine kollektive Bestrafung und einem Befehl sollte man sich nicht widersetzen. Sozialistische Beziehungen? Naja, ich empfand es als ein Spiel von beiden Seiten. Und ich muss zugeben, ich gewann es selten.

ciao Rainman

wo kam die Kugelstoßmurmel bloß her?,über sowas kann ich schmunzeln,
aber einen Spint aus dem Fenster schmeißen,da bleibt mir die Spucke weg
Lutze


Lutze die "Murmeln" waren vor Ort und gut versteckt. Wir hatten lange Gänge und über den Fliesenboden....das schepperte gewaltig.
Über "Musikbox", "Schildkröte" etc wurde alles schon geschrieben.
Eine lustige Anekdote fällt mir ein, aus der Ausbildung. Wir mußten in der Ausbildung im Gang antreten, der Hauptfeld hat bitten lassen.
Wir standen mucksmäuschenstill ,nur eine Etage über uns war remmi demmi, da brüllte er (Hfw.) nach oben....wenn Hier nicht gleich RUHE ist...hole
ich mir gleich einen runter. Es wurde still und dann hörten wir leises Gelächter. Der Hfw wurde rot im Gesicht und ließ uns wegtreten...wurde auch Zeit..denn wir konnten das Lachen kaum unterdrücken...Türe zu und ablachen.

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26.04.2013 23:46von ( gelöscht )
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Einmal OT:

Zitat von werner im Beitrag #35

EK´s WSE WR DHJ DJ UaZ E´s.MOS UvD OV OvD .


Werner, das jetzt Folgende richtet sich nicht gegen Dich: Du warst "nur" der Stichwortgeber, nimm es deshalb bitte nicht persönlich.

Von den Wessis mit "Ost-Erfahrung", sprich von denen, die mehr als die Landschaft rechts und links der Transitstrecke kennen, wurde oft kolportiert, die Ossis hätten einen AKüFi. Da gab es die DSF, die Straße der OdF, HO, LPG, GPG, PGH, JP, NVA, GST, GK, WRFD, NSW, RGW, MKF, VVS - mehr fällt mir im Moment nicht ein, obwohl er sicher noch deutlich mehr gab.Und auch hier sitze ich manchmal rätselnd vor der einen oder anderen Abkürzung und versuche, herauszufinden, was damit wohl gemeint sein könnte.

Sollten die Wessis, die das behauptet haben, etwa und tatsächlich doch recht gehabt haben?

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26.04.2013 23:57von ( gelöscht )
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Ich bin einerseits überrascht über die Offenheit in den Beiträgen, anderseits stockt mir der Atem bei manchen Schilderungen.

Ich habe noch eine Verständnisfrage.

In der Dienstanweisung an Angehörige der Spezialeinheit des MfS innerhalb der Grenztruppen der DDR vom Oktober 1973 sind verschiedene Schwerpunktaufgaben definiert worden:

"3. Aufklärung aller anderen Erscheinungsformen staatsfeindlicher Handlungen sowie deren Zurückdrängung bzw. Verhinderung.
...

c) EK-Bewegung

- Alle Erscheinungsformen der EK-Bewegung, deren Mittel und Methoden sowie Umfang und Auswirkungen dieser
- Wer sind die Rädelsführer?
- Welche Zielsetzung wird dabei vefolgt?
- Welche Repressalien werden gegen die anderen Soldaten wirksam?"

http://de.wikisource.org/wiki/Dienstanwe...%C3%9Fbefehl%29

Nun meine Frage: Ist die EK - Bewegung als staatsfeindlich eingestuft worden oder war sie nur staatsfeindlich wenn sie sich gegen SED - Mitglieder gerichtet hat?

LG von der grenzgaengerin

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27.04.2013 00:08von ( gelöscht )
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #38
anderseits stockt mir der Atem bei manchen Schilderungen.



Mir auch. Allerdings vermute ich sehr stark, dass solche Vorkommnisse wirkliche Ausnahmen waren und blieben, das solche Exzesse wie der Fenstersturz nicht annähernd die Regel waren. Aber leider prägen solche Extreme gerne die Basis für eine Meinungsbildung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten EK's (jetzt fang ich auch schon an....) völlig friedlich waren und zwar ihr Maßband Tag für Tag weiter zerstörten, aber ansonsten eher harmlose Späße mit den "Neuen" - bei der Bundeswehr meist "Rotärsche" genannt" - trieben. Zumindest solche, die nicht zu Verletzungen oder gar zum Tod führten.

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27.04.2013 00:48von ( gelöscht )
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'Staubsauger' : man setzt dem 'delinquenten' eine gasmaske auf , schraubt den filter ab und kneift den schnorchelschlauch zu bis das ihm die augen zwecks luftmangel austreten ! danach wird dieser schlauch über ein zusammengekehrten haufen 'dreck' aus dem zimmer gehalten und geöffnet ! der atemeinzug sorgt dann für eine schnellere reinigung als ein gerät der marke 'hoover' !!!
diese perverse art der EK - bewegung ist mir durch bekannte schulkameraden zu ohren gekommen und durch aus als glaubwürdig, so in einer kaserne in thüringen ( NVA), vorgekommen sein soll !!!
da ja hier im thema durch einzelne 'user' immer wieder das Mfs ins spiel gebracht wird , warum auch immer ?,kann ich nur für meine
hauptabteilung sprechen : bei uns gab es bis auf's 'maßband' der drei -jährigen so etwas nicht ! selbst wenn 'das' vom vorgesetzten geäugt wurde ,war es weg !!!
aber das ganze nicht zu verwechseln mit zeit-genossen - die in sachen hygiene jede topfpflanze im zimmer eingehen ließen !
solche haben wir dann auch in den waschtrog gelegt ! eine erfahrung fürs leben und keine EK -bewegung , es hatte geholfen !! erziehung !!!

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27.04.2013 01:23von Rainman2
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #38
... Nun meine Frage: Ist die EK - Bewegung als staatsfeindlich eingestuft worden oder war sie nur staatsfeindlich wenn sie sich gegen SED - Mitglieder gerichtet hat? ...

Hallo Grenzgaengerin,

zu "Der" EK-Bewegung gab es, zumindest Ende der 70er und in den 80er Jahren keine durchgehende feste Einschätzung. Es gab unter den Führungskadern die unterschiedlichsten Auffassungen, u.a.:
- Die EK-Bewegung muss unterdrückt werden, denn sie zersetzt die Gefechtsbereitschaft und schafft Machtstrukturen, die nicht akzeptiert werden können.
- Die EK-Bewegung ist nichts gutes, aber sie lässt sich nicht unterdrücken. Man kann sich nur darauf beschränken, die schlimmsten Auswüchse zu bekämpfen.
- Die EK-Bewegung sollte bewusst genutzt werden, um die Ausbildung und auch die Disziplin zu festigen. Bei schlimmen Auswüchsen muss aber eingeschritten werden.
- Die Vorgesetzten sollten sich ruhig an Ritualen beteiligen (z.B. am Anschnitt des Bandmaßes).Es ist ganz natürlich, dass die Jungs sich freuen nach Hause zu kommen. Wenn die Vorgesetzten in den Ritualen dabei sind, läuft wenigstens nichts aus dem Ruder.

Das waren mögliche Ansichten dazu, mit denen ich während meiner Dienstzeit unmittelbar auch zu tun hatte. Allein beim Wechsel eines Regimentskommandeurs konnte man erleben, wie sich dessen Ansicht zu diesem Thema erst langsam durch den Stab fraß um dann auch in den Einheiten Wirkung zu zeigen. Ich selbst lag so zwischen der zweiten und dritten oben genannten Meinung. Das Schlechte an der EK-Bewegung war, dass sich ungewollte Hierarchien mit entsprechenden Machtpositionen entwickelten. Das konnte ich als Vorgesetzten nicht tolerieren. Ich halte auch nicht viel vom sogenannten Selbsterziehungsgedanken, den ja einige mit der EK-Bewegung verbanden. Aber meine Meinung war ja letztendlich Wurst. Da fragt mich eines Tages der Leiter der Politabteilung des Regiments, in welchem Zug der Kompanie ich am "Anschnitt" teilnehmen werde. Ich dachte, ich kippe vom Stuhl. Der gleiche Mann hatte vorher jahrelang gegen die EK-Bewegung gewettert. Aber, wie heißt es so schön, Ober sticht Unter. Den Anschnitt habe ich trotzdem nie mitgemacht. Die damit einhergehende Anbiederei war mir zuwider.

Und das noch: Ich habe es nie erlebt, dass die EK-Bewegung als staatsfeindlich eingestuft wurde.

ciao Rainman

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27.04.2013 02:02von ( gelöscht )
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #41
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #38
... Nun meine Frage: Ist die EK - Bewegung als staatsfeindlich eingestuft worden oder war sie nur staatsfeindlich wenn sie sich gegen SED - Mitglieder gerichtet hat? ...

Hallo Grenzgaengerin,

zu "Der" EK-Bewegung gab es, zumindest Ende der 70er und in den 80er Jahren keine durchgehende feste Einschätzung. Es gab unter den Führungskadern die unterschiedlichsten Auffassungen, u.a.:
- Die EK-Bewegung muss unterdrückt werden, denn sie zersetzt die Gefechtsbereitschaft und schafft Machtstrukturen, die nicht akzeptiert werden können.
- Die EK-Bewegung ist nichts gutes, aber sie lässt sich nicht unterdrücken. Man kann sich nur darauf beschränken, die schlimmsten Auswüchse zu bekämpfen.
- Die EK-Bewegung sollte bewusst genutzt werden, um die Ausbildung und auch die Disziplin zu festigen. Bei schlimmen Auswüchsen muss aber eingeschritten werden.
- Die Vorgesetzten sollten sich ruhig an Ritualen beteiligen (z.B. am Anschnitt des Bandmaßes).Es ist ganz natürlich, dass die Jungs sich freuen nach Hause zu kommen. Wenn die Vorgesetzten in den Ritualen dabei sind, läuft wenigstens nichts aus dem Ruder.

Das waren mögliche Ansichten dazu, mit denen ich während meiner Dienstzeit unmittelbar auch zu tun hatte. Allein beim Wechsel eines Regimentskommandeurs konnte man erleben, wie sich dessen Ansicht zu diesem Thema erst langsam durch den Stab fraß um dann auch in den Einheiten Wirkung zu zeigen. Ich selbst lag so zwischen der zweiten und dritten oben genannten Meinung. Das Schlechte an der EK-Bewegung war, dass sich ungewollte Hierarchien mit entsprechenden Machtpositionen entwickelten. Das konnte ich als Vorgesetzten nicht tolerieren. Ich halte auch nicht viel vom sogenannten Selbsterziehungsgedanken, den ja einige mit der EK-Bewegung verbanden. Aber meine Meinung war ja letztendlich Wurst. Da fragt mich eines Tages der Leiter der Politabteilung des Regiments, in welchem Zug der Kompanie ich am "Anschnitt" teilnehmen werde. Ich dachte, ich kippe vom Stuhl. Der gleiche Mann hatte vorher jahrelang gegen die EK-Bewegung gewettert. Aber, wie heißt es so schön, Ober sticht Unter. Den Anschnitt habe ich trotzdem nie mitgemacht. Die damit einhergehende Anbiederei war mir zuwider.

Und das noch: Ich habe es nie erlebt, dass die EK-Bewegung als staatsfeindlich eingestuft wurde.

ciao Rainman


leider sind die vorgesetzten bei gewissen ritualen nicht anwesend und somit ist das ganze für mich ein wiederspruch !
jeder weiß wann seine dienstzeit endet oder wie lange er sich verpflichtet hat !
mir hat man auch oft dieses besagte maßband vor augen gehalten um zu zeigen das man EK war und ihm alles am arsch vorbei geht !
ich wies ihn darauf hin wenn er seine arbeit nicht korrekt ausführen sollte , ich dann meldung mache und er eher nach hause gehen könnte !
danach war ruhe im schacht ! was ich damit sagen möchte , das solche bewegungen vielleicht manchmal gruppenfördernd wirken können, aber ich glaube eher nicht ,weil es immer auf 'schwächere' zielt die von so was betroffen sind und unfähig sind sich selbst zu wehren !!
kein vorgesetzter offizier sollte so was tollerieren !! das schwächt nun wirklich die truppe !! 'einer' für 'alle' und 'alle' für 'einen' !! das wär's !!!

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27.04.2013 08:36von ( gelöscht )
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Die EK- Bewegung, war eine Mischung von Disziplinierung der niederen Diensthalbjahre und Machtdemonstration des 3. Diensthalbjahres. Wenn ein Sprutz die Aufgabe hatte, die Aschenbecher zu leeren und er tat es nicht wurde zu drastischen Methoden gegriffen, z. B. den "Staubsauger". "Musikbox" war reine Schikane und was mich dabei am meisten ankotzt ist die Tatsache, daß die "Herren" EK's sich an die Schwächeren vergriffen um Macht zu demonstrieren. Allerdings waren solche martialischen Ausschweifungen nicht die Regel sondern die Ausnahme, bei den Grenztruppen ohnehin selten.
Teilweise wurde die "E"- Bewegung von den Vorgesetzten toleriert. Der Spieß beispielsweise wurde auf diese Art und Weise entlastet, wenn die "Hackordnung" innerhalb der Mannschaft funktionierte.

Gruß Hartmut!

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27.04.2013 08:41von ( gelöscht )
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Zitat von 94 im Beitrag #13
Gab's eine solche 'überzogene EK-Bewegung', als Grenzer blieb man ja von diesem Schwachsinn glücklicherweise verschont, eigentlich auch in den WSE und bei WRFD? Oder waren die Wehrersatz-Diener auch da mehr Beobachter als wie Betroffene?


könnte sich der werte user @94, mal bitte mit dem wehrdienstgesetz von 1982 beschäftigen?

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27.04.2013 09:24von werner
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Immer noch Ausflug OT

Zitat von Dandelion im Beitrag #37
Einmal OT:
Zitat von werner im Beitrag #35

EK´s WSE WR DHJ DJ UaZ E´s.MOS UvD OV OvD .


Werner, das jetzt Folgende richtet sich nicht gegen Dich: Du warst "nur" der Stichwortgeber, nimm es deshalb bitte nicht persönlich.

Von den Wessis mit "Ost-Erfahrung", sprich von denen, die mehr als die Landschaft rechts und links der Transitstrecke kennen, wurde oft kolportiert, die Ossis hätten einen AKüFi. Da gab es die DSF, die Straße der OdF, HO, LPG, GPG, PGH, JP, NVA, GST, GK, WRFD, NSW, RGW, MKF, VVS - mehr fällt mir im Moment nicht ein, obwohl er sicher noch deutlich mehr gab.Und auch hier sitze ich manchmal rätselnd vor der einen oder anderen Abkürzung und versuche, herauszufinden, was damit wohl gemeint sein könnte.

Sollten die Wessis, die das behauptet haben, etwa und tatsächlich doch recht gehabt haben?



Vielleicht haben wir einen AküFi, vielleicht sind die Abkürzungen eben nur anders, der Anglisierung der Sprache waren wir dagegen nicht so ausgesetz, dafür entwickelte sich die Abkürzungskultur anders; PzGrenBat ist z.B. eine der noch lesbaren Abk. des Westens.

In der sowjetisch / russischen Sprachlandschaft führen die Abkürzungen eher zu LKW- Planen füllenden Wortungetümen: SOVTRANSAVTO - DEUTRANS hatte wohl kleinere LKW.

Achso, da hab´ich noch einen Buchtipp, der sehr helfen kann und dazu Spaß macht, gibt´s noch in der Bücherzone:

http://www.amazon.de/W%C3%B6rtliche-Bet%...+bet%C3%A4ubung

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