Der " Rote Admiral " der rote Fleck auf Kinkels weißer Weste?

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11.04.2013 16:42
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#1
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Am 18.07.1980 wurde der " Rote Admiral " der Ex Fregattenkapitän Baumann als Verräter in der DDR hingerichtet. Baumann hatte acht Spione
der DDR in der Bundeswehr verraten.
Wie und was, wer und warum, das lasse ich bewußt mal draussen. Es ist alles ausführlich im Spiegel 47/1992 nachzulesen.
Herr Kinkel war bekanntlich zu dieser Zeit BND - Chef und machte später Karriere als Bundesaussenminister und Vizekanzler. Laut dem Spiegel
hätte durch Herrn Kinkel das Leben des Baumann gerettet werden können. Ich zitiere mal die betraffenden Stellen aus dem Spiegel 47/1992:

" Beim BND regiert die kalte Zweckmäßigkeit. Baumann hat eben Pech gehabt - wenn er denn überhaupt echt war.Anders ist nicht zu erklären, daß der BND sich mucksmäuschenstill in die Ackerfurche legt und Winfried Baumann seinem Schicksal überläßt.....Kinkel verteidigt sich später verzweifelt, man habe ja keine Informationen über Baumanns Lage gehabt.... Alles Notlügen. Schon wenige Tage nach Baumanns Verhaftung steht alles in der Zeitung. ...

"Sichere Quellen" gibt es jetzt, 14 Tage nach Baumanns Verhaftung, in der Bundesrepublik nur bei den Geheimdiensten. Klaus Kinkel weiß genau, was los ist.

Es vergeht einige Zeit, bis sich die DDR in Gestalt des Rechtsanwalts Vogel meldet. Im Januar 1980 - Winfried Baumann hat noch ein halbes Jahr zu leben - läßt Vogel in West-Berlin das Innerdeutsche Ministerium wissen, daß gegen Baumann ein Verfahren wegen Spionage vorbereitet wird.

Mit mangelnden Informationen kann sich Klaus Kinkel nicht herausreden. Einen Monat später schreibt Vogel erneut, diesmal mit alarmierenden Worten. Es gehe im Fall Baumann um "ausnehmend gravierende Vorwürfe", von "außerordentlichem Umfang" der Anklage ist die Rede.

Kurz darauf zieht sich das Anwaltsbüro Vogel und Partner aus dem Fall Baumann zurück. Drei Monate vor dem Todesurteil erlischt die Vollmacht, Baumann zu verteidigen
Als die Mauer fällt, versucht Klaus Kinkel, die Vergangenheit in einer eigentümlichen Doppelstrategie zu bewältigen. Einerseits beharrt der Karrierist in ihm darauf, an Baumanns Tod keinerlei Schuld zu haben. Andererseits treibt ihn sein schlechtes Gewissen, herauszufinden, wie es wirklich war."

Und was natürlich hoch brisant ist in der ganzen Geschichte:" Bald weiß Kinkel, wie alles war. Schon lange vor dem 3. Oktober 1990 fahndet er persönlich nach den Baumann-Akten.

Zu dieser Zeit schleppen die Westdeutschen nach Kräften geheime Akten aus der DDR. Da ist der Ministerialdirigent Eckart Werthebach, der im Auftrage seines Ministers Wolfgang Schäuble die Akten der Stasi durchforstet. Es gilt, die heiklen Fälle zu sortieren. In Gestalt des Stasi-Generalmajors Edgar Braun, der rechtzeitig zu den Siegern übergelaufen ist, hat Werthebach einen kundigen Pfadfinder in dem Stasi-Wust.

Während vorn die Bürgerkomitees wachen, schleppen Werthebachs Helfer hinten die Akten heraus. Der Ministerialdirigent erledigt seine Aufgabe zur vollen Zufriedenheit seines Bonner Dienstherren. Anschließend wird er zum Präsidenten des Verfassungsschutzes befördert."

Und Herr Kinkel verkündete welches Anliegen zur ehemaligen DDR ?


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11.04.2013 16:50
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#2
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11.04.2013 17:00
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#3
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Zitat von Vogtländer im Beitrag #2
Hier mal der Spiegel-Beitrag:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13680837.html


@ Hallo Vogtländer !
Meine Zitaten - Sammlung stammt aus dem Spiegel 47/1992 !
Ist ja nur, wenn man nichts findet.


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11.04.2013 17:14
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Und nun?


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11.04.2013 18:35
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Als enttarnter und verhafteter Spion kann man nur hoffen, dass man ausgetauscht wird. Sonst hat man Pech.
Theo


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11.04.2013 18:47
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#6
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"....der rote Fleck auf Kinkels weißer Weste....." hört hört

diese Überschrift unterstellt ja indirekt Kinkel habe seinerzeit bewußt und vorsätzlich den ex Fregattenkapitän Baumann von den Genossen hinrichten lassen.
Ob sich Mielke und Honecker hätten beeindrucken lassen wenn der BND Chef Kinkel Baumann zu seinem Spion erklärt hätte ist reine Spekulation.
Sicher ist , daß der BND in dieser Sache völlig versagt hat. Baumann hat daran jedoch auch seinen Anteil.
Vielleicht hat der eine oder andere der heute Kinkel Schuld zuschieben will damals die Hinrichtung von Baumann gutgeheißen.


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11.04.2013 19:47 (zuletzt bearbeitet: 11.04.2013 19:49)
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#7
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Auch wenn dieser Baumann ein Verräter war, ist ja im Grunde genommen jeder Spion, Aufklärer, Agent u.s.w, er tut mir trotzdem Leid, zum Tode verurteilt werden ist schon eine harte Strafe, zumal man ja keinen umgebracht hat oder dergleichen.
Ob da nun der Kinkel noch was hätte machen können, vielleicht ja und vielleicht nein, verurteilt und hingerichtet haben ihn letztendlich seine ehemaligen Genossen.
Gut, in seiner Stellung hätte er wissen müssen was auf so einem Verrat steht, trotzdem vom rein menschlichen her sind solche Fälle tragisch, Kinkel hin oder her.
Was immer auffällt ist das zweierlei Maß, einer muss über die Klinge springen, ein anderer nicht, kann es sein das auch Exempel statuiert wurden?


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11.04.2013 19:55
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#8
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@Grenzwolf, ich stimme Dir zu.

Deshalb meine biedere Aussage: Lass Dich nicht mit systemkonformen Kräften ein, irgendwann kommt die Keule zurück und dann stehst Du allein da. Niemand wird Dir helfen.

VG Ex-Huf , für allgegenwärtige Helden natürlich gern auch diesen


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11.04.2013 21:10
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#9
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Es ist ja allemein bekannt ,daß der Herr Kinkel nur scharz-weiss sehen kann ! Das wird wohl dazu geführt haben seine Wahrnemung zu trüben .


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11.04.2013 21:18
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#10
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es gibt wohl nichts schlimmeres für einen Spion oder Kundschafter wie wenn sich der Dienstherr verweigert oder gar aufhört zu existieren!
Kommt dann noch Verrat mit ins Spiel so kann es schnell "Zappenduster" aussehen!.

Im Fall Baumann kommt wohl ein fachliches und moralisches Totalversagen des BND der Sache am nächsten!

Frage: gibt es eigentlich überhaupt eine "Erfolgsstory" vom BND zu berichten, ich meine nicht die "Früchte" welche ihm ohne sein Zutun in den Schoß gefallen sind?


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11.04.2013 21:27
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#11
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Zitat von SCORN im Beitrag #10
es gibt wohl nichts schlimmeres für einen Spion oder Kundschafter wie wenn sich der Dienstherr verweigert oder gar aufhört zu existieren!
Kommt dann noch Verrat mit ins Spiel so kann es schnell "Zappenduster" aussehen!.

Im Fall Baumann kommt wohl ein fachliches und moralisches Totalversagen des BND der Sache am nächsten!

Frage: gibt es eigentlich überhaupt eine "Erfolgsstory" vom BND zu berichten, ich meine nicht die "Früchte" welche ihm ohne sein Zutun in den Schoß gefallen sind?


Ja, es gibt ihn noch.


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12.04.2013 00:18
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#12
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Ueberrascht das jetzt jemanden? Kinkel ist doch auch nur ein typischer etablierter Politiker. Die Typen luegen wenn sie den Mund auf machen.


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12.04.2013 09:37
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#13
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Zitat von Polter im Beitrag #1

Und was natürlich hoch brisant ist in der ganzen Geschichte: Bald weiß Kinkel, wie alles war. Schon lange vor dem 3. Oktober 1990 fahndet er persönlich nach den Baumann-Akten.

Zu dieser Zeit schleppen die Westdeutschen nach Kräften geheime Akten aus der DDR. Da ist der Ministerialdirigent Eckart Werthebach, der im Auftrage seines Ministers Wolfgang Schäuble die Akten der Stasi durchforstet. Es gilt, die heiklen Fälle zu sortieren. In Gestalt des Stasi-Generalmajors Edgar Braun, der rechtzeitig zu den Siegern übergelaufen ist, hat Werthebach einen kundigen Pfadfinder in dem Stasi-Wust.

Während vorn die Bürgerkomitees wachen, schleppen Werthebachs Helfer hinten die Akten heraus. Der Ministerialdirigent erledigt seine Aufgabe zur vollen Zufriedenheit seines Bonner Dienstherren. Anschließend wird er zum Präsidenten des Verfassungsschutzes befördert."



zwar sehr vorsichtig umschrieben- aber wiederum auch deutlich. tatsächlich waren es ganze lkw- ladungen die abtransportiert wurden und die bürgerbewegten waren willfähige handlager - nix mit nur zusehen.


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12.04.2013 09:46
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#14
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Wolzow:

zwar sehr vorsichtig umschrieben- aber wiederum auch deutlich. tatsächlich waren es ganze lkw- ladungen die abtransportiert wurden und die bürgerbewegten waren willfähige handlager - nix mit nur zusehen. [/quote]



Na bevor es die Genossen schreddern, dann lieber weg damit.Da stand ja sicher auch drinn, daß die Genossen einem alkoholkranken Menschen von hinten in den Kopf geschossen haben.


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12.04.2013 10:01
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#15
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #14
Wolzow:

zwar sehr vorsichtig umschrieben- aber wiederum auch deutlich. tatsächlich waren es ganze lkw- ladungen die abtransportiert wurden und die bürgerbewegten waren willfähige handlager - nix mit nur zusehen.




Na bevor es die Genossen schreddern, dann lieber weg damit.Da stand ja sicher auch drinn, daß die Genossen einem alkoholkranken Menschen von hinten in den Kopf geschossen haben.[/quote]

Herr Kinkel hätte es verhindern können.


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