Offener Brief an die Bundeskanzlerin von Stephan Ueberbach

08.04.2013 15:19
#1
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Diesen offenen Brief sendete ARD-Korrespondent Stephan Ueberbach an die
Bundeskanzlerin, nachdem diese die neuesten Sparpläne mit dem Kommentar :
"Wir haben jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt" vorgestellt hatte.

Kommentar
Wer lebt denn hier über seine Verhältnisse?
Von Stephan Ueberbach, SWR, ARD-Hauptstadtstudio

Liebe Bundesregierung, sehr geehrte Frau Merkel,

wen meinen Sie eigentlich, wenn Sie sagen, wir hätten jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt?
Ich jedenfalls habe das nämlich ganz sicher nicht getan. Ich gebe nur das
Geld aus, das ich habe. Ich zahle Steuern, bin gesetzlich krankenversichert
und sorge privat für das Alter vor. Ich habe mich durch Ihre Abwrackprämie
nicht dazu verlocken lassen, einen überflüssigen Neuwagen zu kaufen, ich bin
kein Hotelier und kein Milchbauer. Und "Freibier für alle" habe ich auch
noch nie verlangt.
Wer war wirklich maßlos?
Meinen Sie vielleicht die Arbeitslosen und Hartz IV-Bezieher, bei denen
jetzt gekürzt werden soll? Meinen Sie die Zeit- und Leiharbeiter, die nicht
wissen, wie lange sie ihren Job noch haben? Oder meinen Sie die
Normalverdiener, denen immer weniger netto vom brutto übrigbleibt? Haben die
etwa alle "über ihre Verhältnisse" gelebt?
Nein, maßlos waren und sind ganz andere: Zum Beispiel die Banken, die erst
mit hochriskanten Geschäften Kasse machen, dann Milliarden in den Sand
setzen, sich vom Steuerzahler retten lassen und nun einfach weiterzocken als
ob nichts gewesen wäre. Mehr Beispiele gefällig?
Zum Beispiel ein beleidigter Bundespräsident, der es sich leisten kann Knall
auf Fall seinen Posten einfach hinzuwerfen - sein Gehalt läuft ja bis zum
Lebensende weiter, Dienstwagen, Büro und Sekretärin inklusive.
Zum Beispiel die Politik, die unfassbare Schuldenberge aufhäuft und dann in
Sonntagsreden über "Generationengerechtigkeit" schwadroniert. Die von
millionenteuren Stadtschlössern träumt und zulässt, dass es in Schulen und
Kindergärten reinregnet. Die in guten Zeiten Geld verpulvert und in der
Krise dann den Gürtel plötzlich enger schnallen will, aber immer nur bei den
anderen und nie bei sich selbst.
Liebe Frau Bundeskanzlerin, nicht die Menschen, sondern der Staat hat dank
Ihrer tätigen Mithilfe möglicherweise über seine Verhältnisse gelebt. Ganz
sicher aber wird er unter seinen Möglichkeiten regiert.


Mit - verhältnismäßig - freundlichen Grüßen,

Ihr Stephan Ueberbach

http://www.musiker-board.de/politik-gese...r-wie-wahr.html

Intellektuelle spielen Telecaster


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08.04.2013 15:58
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#2
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Schuddel,
schade, dass der schon auf dem Postweg ist..
Sonst hätte ich gefragt:
Wo kann man den mit unterschreiben ?

Gruss Hartmut


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08.04.2013 16:05
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#3
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Meine volle Zustimmung!


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08.04.2013 16:09 (zuletzt bearbeitet: 08.04.2013 16:10)
#4
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Voriges Jahr fand in EF ein Bürgergespräch mit Frau Merkel im Kaisersaal statt. Ich hatte auch zu einigen Themen Stellung genommen. Wurde sogar als Besucher ausgewählt, allerding nicht als einer der Diskutanten. Auf meinen Brief hatte ich danach auch ein Antwortschreiben des Bundeskanzleramtes erhalten. Es wurde sich bedankt, gleichzeitig aber auch mitgeteilt, daß meine Vorstellungen nicht durchführbar sind u.s.w. Unter Anderem hatte ich mich gegen den herrschenden Lobbyismus gewandt. Beide Briefe müßte ich noch irgendwo in einer Mappe haben.


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08.04.2013 18:36
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#5
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Auch wenn es in öffentlicher Form geschieht,an Teflon Angie prallt alles ab.


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08.04.2013 19:32
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#6
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Ist ja fast so ähnlich wie mit den Eingaben an der Staatsratsvorsitzenden Erich H. zu DDR Zeiten. Ich denke mir so, das Vorzimmer vom Erich hatte da allerhand zu tun, um einigermaßen den Druck aus dem Bürgerschnellkochtopf zu nehmen. So wie Angelas Vorzimmer heute wohl auch.

Lebensläufer


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08.04.2013 19:50
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#7
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94

Morgen besucht die Bundes-Angie erstema Mader. Hmm, die haben ihre Kernkompetenzen in Druckluft, da wird doch nicht ...

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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08.04.2013 20:31
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#8
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Zitat von 94 im Beitrag #7
Morgen besucht die Bundes-Angie erstema Mader. Hmm, die haben ihre Kernkompetenzen in Druckluft, da wird doch nicht ...


Will sie langsam n bissken Druck aufbauen ?


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08.04.2013 22:33
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#9
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nee, die braucht mehr Druck


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08.04.2013 23:33
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#10
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Eigentlich sollte die Regierung den Buergern dienen. Aber in der BRD und anderen westlichen Laendern verkommen die Buerger immer mehr zu Dienern der Regierung.


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09.04.2013 14:40
avatar  GeMi
#11
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Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #10
Eigentlich sollte die Regierung den Buergern dienen. Aber in der BRD und anderen westlichen Laendern verkommen die Buerger immer mehr zu Dienern der Regierung.



Ich hab`s ja schon immer gewusst:

Eine Regierung wählt sich genau das Volk aus, welches sich am Besten ausbeuten lassen kann.

Oder verstehe ich die Beiträge hier falsch? Wer wählt hier wen?
Wenn der liebe Bundesbürger nicht wählt oder nur Stimmvieh ohne Hirn ist, dann hat er es nicht anders verdient - basta!!!

Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau


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