Die Staatssicherheit der DDR

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18.06.2009 20:34
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#1
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18.06.2009 21:44
#2
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Ich hatte das schon mal hier geschrieben.Mit der Machtübernahme durch Stalin nach Lenins Tod,wurde auch das Grab für den Sozialismus-Kommunismus-mit ausgehoben.Es begann mit der Ermordung ehemaliger Weggefährten-(Ermordung von Trotzki im Exil)So schufen sich dann die Führer der kommunistisch regierten Länder für ihre eigene Partei einen Geheimdienst-(Schild und Schwert der Partei).Es war ein Machtorgan, was in erster Linie der Partei verpflichtet war und nicht dem Volk.Und dieses Machtorgan ist mit verantwortlich, für die Verbrechen die in diesen Länder im Namen des Sozialismus-Kommunismus gegenüber anders Denkenden begangen wurde.Auch mit Gewalt bis hin zu Ermordung.Das alles zeigt doch,wenn man schon gegen die eigenen Weggefährten vor geht.Wie hoch das Mißtrauen in der eigenen Führung war,es ging um Macht und der eigenen Person.Man kann es zum Schluß auch so erläutern--Mafia ähnliche Strukturen,friß oder stirb.
Sollte sich jemand der diesen Machtorgan diente angesprochen fühlen, egal in welcher Art.Dem möchte ich sagen,das damit nicht von mir jeder auf eine Stufe gestellt und über einen Kamm von Seiten meiner Person gezogen wird.


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19.06.2009 02:15
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#3
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Vor ca. einem Jahr lief im NDR Programm leider auf einem sehr späten Sendeplatz die Dokumentation "Meine Stasi" vom ehemaligen Ost-Berlin Korrespondenten Hans-Jürgen Börner. Was bei dieser Dokumentation auffiel, waren zum einen die persönlichen Erfahrungen von Börner mit der Stasi (IM in der eigenen Familie aus der DDR) und zum anderen die volle Namensnennung von Personen, Hintermännern, Führungsoffizieren und jetzigen Arbeitgebern der ehemaligen Stasi-Mitarbeiter. Leider ist die Reportage nicht über die Mediathek abrufbar, bei youtube sind zwei Ausschnitte zu sehen. Hier der Link zur NDR Seite: http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv...ik/zapp540.html
Die youtube Ausschnitte: https://www.youtube.com/watch?v=yhB4Lhr8nW4 und https://www.youtube.com/watch?v=HszACdvzMWQ

Es wirkt im Film Jahre später belustigend, ist aber eigentlich ein Ausdruck der Peinlichkeit, als in Zossen der stellvertr. Bürgermeister dem Fernsehteam des NDR das Drehen "im öffentlichen Verkehrsraum" untersagen will. Aus dem Text: Eine groteske Situation, die aber schlaglichtartig deutlich macht, dass eben in manchen Teilen auf dem Territorium der ehemaligen DDR, sich nichts geändert hat." Denn ein stellvertretender Bürgermeister weiß nicht, wie freie Presse funktioniert und ein ehemaliger Stasi-Offizier weicht unbequemen Fragen aus. Das Schlimme daran: Die Filmaufnahmen fanden 19 (neunzehn) Jahre nach der Wende statt.


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19.06.2009 09:47
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#4
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Hallo manudave,

ein langer und aufschlussreicher Artikel. Ich hoffe, alle Forumsmitglieder nehmen sich die Zeit zum Lesen.

Ein paar Dinge möchte ich noch hinzufügen.

Auf die Zahl der Bevölkerung realtiviert, hatte das MfS mehr als doppelt so viele Mitarbeiter wie die Gestapo im 3. Reich.
Nein, der BND hat nicht so viele Mitarbeiter. Nein, der BND hat auch nicht mit radioaktiver Strahlung Gefangenen langsam vernichtet.

Eigentlich ist es doch unglaublich, das durch diese paar Demos diese Gebilde zum Einsturz gebracht werden konnte.
Es ist mittlerweise erwiesen, das es Vernichtungsbefehle des MfS gegeben hatte, Generalmajor Fiedler, einer derjenigen, die noch am 10.11.1989 mit Armeegewalt die Grenze wieder dicht machen wollten, er unterstützte den Versuch, am 9.11.1989 den Übergang Invalidenstrasse wieder mit direkter Waffengewalt zu schließen. Glücklicherweise gab es damals auch dort ein paar Vernünftige, die erkannt haben, dass das Schießen auf wehrlosen Bürger ein Verbrechen wäre. Er brachte sich in Anbetracht der Beweise im Gefängnis schließlich um.

Noch heute gibt es im Netz eine Seite des MfS. Hier will man die DDR-Geschichte wahrheitsgemäß aufarbeiten. Toll. Aber wir wissen, das dabei nichts herauskommen wird. Hier ein Auszug:
Das Insiderkomitee hat sich beim Schriftsteller Stefan Heym für die ihn betreffenden Maßnahmen des MfS entschuldigt und bedauert aufrichtig, dass auch andere Personen wegen ihrer ehrlichen und konstruktiven Kritik am real existierenden Sozialismus in der DDR seitens des MfS Nachteile und Repressalien erlitten haben. Die Leugnung, Rechtfertigung oder Verharmlosung von Unrecht war und ist niemals Anliegen unserer Tätigkeit.

So einfach kann man es sich machen.

Muß ich darauf hinweisen, das es fast ausschließlich das Neue Deutschland und die Junge Welt sind, die sich als Presseorgane in diesen Sumpf begeben?
Es ist doch wirklich manchmal toll, was in unserer Demokratie heute möglich ist. Das würdigt aber keiner. Als ob das früher auch so möglich war. Wer heute den alten "guten" Dingen der DDR hinterhertrauert, hat der erkannt, das sich in diesem System vieles erfüllen bzw. konstruieren lässt? Alles muss nicht so bleiben, schlechtes schon gar nicht. Aber Anpacken ist ja nicht so leicht wie Meckern.

In dem Sinne. Euer Augenzeuge


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19.06.2009 10:30
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#5
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Zum 17 Juni kann man noch sagen ,das von diesem Tage an sich die Machtverhältnisse zwischen SED und MFS grundlegend
änderten. Die Partei stellte nach einem erbitterten Machtkampf zwischen Ulbricht und Zaisser(MFS Chef) die Weichen
für das künftige Verhältnis-Die SED befahl,die Stasi gehorchte.( Im Vorfeld des 17 Juni hatte Zaisser und seine
Anhänger versucht,Ulbricht zu stürzen)

SED-Appart und führende Funktionäre waren für die Stasi tabu. Selbst Mielke wagte es in seinen stärksten Zeiten
nicht,diesen Grundsatz zu durchbrechen.


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19.06.2009 12:11
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#6
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Wobei ich dafür auch nicht die Hand ins Feuer legen will...


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19.06.2009 12:57
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#7
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In Antwort auf:
Nein, der BND hat nicht so viele Mitarbeiter. Nein, der BND hat auch nicht mit radioaktiver Strahlung Gefangenen langsam vernichtet.



Wem wolltest du denn da vorgreifen ? ;-)


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19.06.2009 13:00
avatar  josy95
#8
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Hallo.

die Berichte sind erstklassig sowohl was den Inhalt als auch die akribische Reihenfolge von der Gründung bis zum Zusammenbruch bzw. den bis dahin fast perfekten Apparat der Stasi, seiner geistigen Väter und Handlanger einschl. "Verräter" betrifft.
Es ist nur mehr als traurig, das kaum eine Aufarbeitung und harte Besterafung der Verantwortlichen bis zum heutigen Tage stattgefunden hat. Man liest es aus den Berichten und erfährt es auch täglich auf`s neue, viele dieser "tapferen Tschekisten" sitzen heute wíeder an und in Schaltstellen des öffentl. Lebens und/ oder in Chefetagen von Unternehmen. Oft am Umgang mit den Unterstellten Mitarbeitern, Gewerkschaften ect. zu erekennen. Demokratievertständnis = 0! Da sieht man auch ganz deutlich, was diese fast perfekte ideologisch super ausgefeilte "Erziehung" vom frühesten Kinderalter an bewirkt hat...! Nur ein Ziel vor Augen: Menschenrechtsverachtung!
Bin auch fest davon überzeugt, das man sich die Erfahrungen der Gestapo in einem Maße zu Nutzen gemacht hat, wie man sie anders herum gern dem Klassenfeind unterstellt hat. Alte Weisheit nicht nur bei Geheimdiensten: Aus eigenen Fehlern und den Fehlern Anderer (des Feindes) schlau werden und lernen!

Aus einem anderen Betrachtungswinkel war die politische Großwetterlage nun einmal so, das die DDR zumindest auf dem Papier ein eigenständiger Staat war, zwar kontrolliert und gelenkt von der UdSSR. Es ist nun (leider) auch mal so, abgesehen von irgendwelchen politischen Verhältnissen und Blockzugehörigkeit, das jeder gesunde Staat sich einen Geheimdienst leisten muß, und sei es allein schon dafür, Wirtschaftsspionage, Terrorismus & Co abzuwehren. Geheimdienste sind aus der politischen Erfahrung auch vergangener Epochen auch immer Organisationen, die sich in gewissen Grauzonen bewegen. Ausgereiften Demokratien fällt es schon oft genug schwer, hierüber die vollständige Kontrolle zu behalten. Immer wieder auftretende Skandale beweisen das zur genüge. Hochkarätige Geheimdienstler haben auch einen gewichtigen Einfluß auf politische Entscheidungsträger. Hier wie überall liegt natürlich die Versuchung des Mißbrauches sehr nah, u. a. mit der Vertuschung eigener "Fehltritte", der Ausschaltung lästiger Konkurenten oder des Strebens nach immer mehr Macht und wohl auch mehr Geld...!

Das DDR System hat uns doch auf ganz erschreckende Art und Weise bewiesen, was für Macht ein Geheimdienst in einer Diktatur erlangt. Und von was für zweifelhaften, aber skrupellosen Leuten er mit menschenrechtsverachtenden Mitteln geführt wurde.
Das perfide an der Tatsache ist obendrein, das man eigentlich aus den Fehlern des 3. Reiches Gestapo, Vernichtungslager) dahingehend hätte lernen sollen, zumal man es propagandistisch super versucht hat, zu verkaufen. Und wieviele Menschen sind (leider)darauf reingefallen, in der Hoffnung, einem guten System zu dienen...?

Die Vergiftung von Kindern schon im Vorschulalter war doch auch diesem Einfluß zu verdanken, um hier später genug verblendete und willfähige Vasallen rekrutieren zu können. Oder denken wir mal an die Einführung des s. g. Wehrkundeunterrichtes Anfang/ Mitte der 80-er zusätzlich zur "vormilitärischen Ausbildung", die jeder Lehrling mit Beginn der Ausbildung durchlaufen mußte.
Wehrkundeuntericht noch einzuführen im beginnenden Zeitalter des Annäherns und der Abrüstung spricht auch allein genug Bände!

Und was stand im November 89 vor der Volkskammer? Ein seniler, alter Mann mit den Worten: "..ich liebe Euch doch alle, ich liebe doch alle Menschen..."

josy95


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19.06.2009 19:14
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#9
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"Daß Mitarbeiter ihre Phantasieprodukte gestalten konnten, um so eine Prämie zu bekommen oder befördert zu werden, galt nicht für Berichte über Arbeitsergebnisse der IM. Andere Teile des MfS mußten mit diesen Ergebnissen weiterarbeiten. Das sorgte für eine gegenseitige Kontrolle, außerdem gab es innerhalb des MfS Kontrollinstanzen."

Dr.Gauck zum Wahrheitsgehalt von Stasi-Akten


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19.06.2009 20:14
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#10
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Ich liebe euch doch alle-Das war kein Ausrutscher von Mielke,das hat der wirklich so gemeint.Mielke wollte geliebt werden,für ihn nicht nachvollziehbar,das man ihn nicht mag.Wer anders dachte,wurde von ihm verachtet und gehasst.


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19.06.2009 22:24
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#11
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Zitat von Zermatt
Ich liebe euch doch alle-Das war kein Ausrutscher von Mielke,das hat der wirklich so gemeint.Mielke wollte geliebt werden,für ihn nicht nachvollziehbar,das man ihn nicht mag.Wer anders dachte,wurde von ihm verachtet und gehasst.


ich habe den Clip auf youtube gefunden. Interessant nur sein Konzept der Liebe.

Berliner


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19.06.2009 22:28
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#12
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Die Schritte am Ende - richtig schaurig...


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19.06.2009 23:48
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Zitat von manudave
Die Schritte am Ende - richtig schaurig...

Hi manudave, hier ein schauriges Zaehlen am Ende dieses Clips, aus der DVD Die Firma-Das Ministerium fuer Staatssicherheit. Ich weiss nicht was es soll, aber klingt sehr furchterregend.





Und hier die Geraeusche vom Drehen eines Schluessels im Stasi-Gefaengnis (Hohenschoenhausen?). Man sieht die Laenge des Ganges, auch traurig und furchterregend. Dieser Clip ist aus der DVD Das Ministerium fuer Staatssicherheit-Alltag einer Behoerde. Ich weiss nicht genau wieso, aber die beiden DVDs gehoeren zu den meist angeschauten bei mir.





Beide DVDs sind erhaeltlich hier.

Berliner


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20.06.2009 02:04
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#14
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Zitat von Berliner
Zitat von manudave
Die Schritte am Ende - richtig schaurig...

Hi manudave, hier ein schauriges Zaehlen am Ende dieses Clips, aus der DVD Die Firma-Das Ministerium fuer Staatssicherheit. Ich weiss nicht was es soll, aber klingt sehr furchterregend.

Das ist eine Aufnahme von sogenannten 'Zahlensendern', welche von Spionageorganisationen zur Kommunikation mit Agenten eingesetzt wurden. Diese Aufnahme ist von einem DDR-HVA Sender (koennte vom Brocken sein), man erkennt das an der Ausprache 'fuennef'. Diese Sender waren Kurz-oder Mittelwellensender, meistens etwas 'abseits' vom normal zu empfangenen Frequenzspektrum. Die Zahlengruppen (jede Zahlengruppe ist typischerweise ein Buchstabe) wurden mit Hilfe von 'One-Time-Pads' entschluesselt. Dies war ziemlich sicher solange keine Rechner mit grossen Rechenleistungen zur Verfuegung standen, um mittels 'Brute-Force' Attacke den Text zu entschluesseln. Der Kanzlerspion Guillaume fiel diesem zum Opfer, nachdem eine schon in den 1950er Jahren abgefangene Nachricht mittels besserer Rechentechnik in den 1970er Jahren entschluesselt, und ihm zugeordnet werden konnte.

Thomas Wagner, der mit Werner Stiller 1979 aus der DDR floh, hat das ganze auch recht ausfuerlich in seinem Bericht http://www.myspystory.com/chap7.html beschrieben.
-Th


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20.06.2009 02:59
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Hi CaptnDelta, vielen Dank!

dieses Zaehlen war fuer mich immer ein Raetsel, jetzt darf ich ausatmen.

Auch ganz cool, dass die BND diese Nachrichten von 1950 aufgehoben hatte, sowas wie die "Cold Cases" bei uns (alte Faelle die schon wegen mangelder Beweismittel zu den Akten gelegt wurden, Ihr habt bestimmt dafuer ein Wort) die jetzt mit Hilfe DNS-Pruefungen geloest werden.

Naja, ich muss mich mit der Story Stillers ein bisschen weiterbeschaeftigen.

Gruss!
Berliner


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