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#1

"Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 13:05
von Barbara (gelöscht)
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Hallo liebe Landsleute,

„Recht an Geschichte“ - diesen Ausdruck hatte Rainman mal im Thema „Meine deutschen Fragen“ formuliert. (#91 RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“ Punkt 2,)
Zu einem ganz speziellen Umstand zwar, aber der Ausdruck hat mich auch darüber hinaus total elektrisiert und ich habe in den letzten Wochen viel darüber nachgedacht.

Dabei ist mir ein weiteres kleines Erlebnis von meiner Berlin-Reise im letzten Jahr eingefallen:
Ich wollte natürlich gerne am Alex auf den Fernsehturm, um Berlin von oben zu sehen.
Den Turm finde ich superschön!
(Man kann sich auch so schön an ihm orientieren, wenn man nicht ganz Stadt-kundig ist, mir hat das sehr geholfen, als ich mich mal verlaufen hatte.)

Ich hätte mich allerdings 2 Stunden in die Schlange am Eingang stellen müssen. Da ich mitbekommen hatte, dass man im „Park-Inn-Hotel“ am Alex auf eine Besucherterrasse fahren kann, habe ich mich kurzentschlossen dort vor den Aufzug gestellt. Ich dachte, der Blick auf Berlin vom 40. Stock des Hotels reicht auch und außerdem kann ich die schöne Kugel des Fernsehturms dann von Nahem bewundern. (Es war ein strahlend schöner Tag und sie hat mit der Sonne um die Wette gefunkelt! – Der Eintritt da ist auch viel günstiger, so um die 3 Eur und man kann sich da oben mit einem Piccolöchen in einen Liegestuhl setzen und den Blick auf Berlin genießen - absolut genial :-)))

Also ich stehe mit einigen Leuten vor dem Aufzug nach oben - wir wechseln ein paar Worte. Neben mir steht eine Frau ca. in meinem Alter - sie sagt die ganze Zeit kein Wort.
Ich sagte in die Runde - und zwar sehr enthusiastisch-: „Ich finde ja den Fernsehturm sooooooo schön!“
Da dreht die Frau neben mir sich mir ein bisschen zu und sagte sehr lsehr eise:
„Det find ick ja ooch, aber ick würd ma nie traun, det so laut zu sagn.“

Ich war total platt! Hatte ein spontanes „Wieso denn das nicht???“ auf den Lippen, habe sie aber stattdessen angelächelt und nochmals wiederholt, wie schön ich den Turm finde.
Und dann fing die Dame aber an zu strahlen und sie sagte mit blitzenden Augen: „Und wat globn Se, wat da los war, als der damals einjeweiht wurde!!

Oh ist mir dieses Erlebnis nachgegangen!
Jahr 2012, 23 Jahre nach dem Mauerfall traut sich eine offensichtlich ehem. „Ost-Berlinerin“ nicht laut zu sagen, dass sie den Fernsehturm schön findet! Ihre Gründe dafür seien mal dahin gestellt ...
DAS DARF DOCH NICHT SEIN! Der Turm und seine Einweihung ist ein Teil „ihrer Geschichte“, und „ihre Geschichte“ ist Teil DER Geschichte – nämlich unserer! Auf die jeder von uns ein Recht hat!
(Ich stellte mir nachher vor, wie es wohl sein würde, ich würde mich von heute auf morgen nicht mehr trauen, laut den Kölner Dom zu „lobpreisen“. )

Wie bedrückend!
Und ich finde beschämend, wenn „westlicherseits“ solche blöden Botschaft vermittelt wurden.


Hätte es die Situation ergeben und ich wäre nicht so überrascht gewesen, hätte ich der Dame aufgezählt, was ich alles sonst noch klasse finde an Architektur aus DDR-Zeiten:
Das Staatsratsgebäude ist für mich architektonisch ein Knaller - allerfeinste 60er Jahre (Ich konnte leider bisher nur ins Foyer, aber das ist umwerfend mit seiner Glasfensterkunst und der hochmodernen Wandgestaltung aus Meissner Porzellan-Kacheln!) - wir haben hier in Köln das Verwaltungsgebäude von 4711/Farina, die beiden Gebäude könnten von außen Schwestern sein.
(Der Empfangs-Herr im ehem. Staatsratsgebäude ist übrigens sehr redefreudig, er ist eine Fundgrube an Wissen und Anekdoten, leider hatte ich nicht so viel Zeit....)

Das Kino „Kosmos“ ist ein absolutes Juwel! – außen wie innen, wer das nicht kennt - empfehle jedem da mal rein zu gehen und einen Kaffee zu trinken...
Die Karl-Marx-Allee – grandios, an die Sowjet-Architektur angelehnt aber dennoch eigen...
Die Volksbühne ....
Bin mir sicher, da gibt es noch ganz viel mehr!
(Vielleicht haben wir ja hier Architekten unter uns? Deren Meinung dazu würde mich echt interessieren! - Wir könnten überhaupt auch mal über Kunst in der DDR reden ....)
(Ach ja, für die Berliner: im Haus der Kulturen gibt es einen feinen kleinen Raum, da ist vergleichende Ost-/West-Berliner Architektur im Bild nebeneinander gestellt, viele ähnliche architektonische Impulse, Zeitgeist eben, natürlich auch Kontraste...)


------------------------------------------

Meine Gedanken:

Ist vielleicht das z. B. eine der Ursachen für sog. „Ostalgie“, für „unsichtbare Grenze in den Köpfen“, für das Gefühl „geschluckt worden zu sein vom großen Bruder“, dass mit dem „Untergang“ der DDR ihren ehemaligen Bürgern irgendwie das „Recht an Geschichte“ genommen wurde? Und damit ein Stück Identität? Weil der „arrogante Besser-Wessi“ sagte, dass ja alles „Mist“ gewesen ist? Und dass das soweit geht, dass noch heute eine Berlinerin sich nicht traut, ihren Stolz auf „ihren“ Berliner Fernsehturm auszudrücken? (das ist natürlich nur ein Beispiel und nicht repräsentativ, das weiß ich)

Habe mich gefragt, ob das vielleicht auch der tiefere Grund ist, dass wir hier „versammelt“ sind.
Über jedem einzelnen Thread steht eigentlich als unsichtbare Überschrift: „das bin ich“ oder „das gehört zu meinem Leben“ und „ich möchte, dass das wahrgenommen wird“ - meine Geschichte! - Auch über meinem!

Was denkt ihr?

Herzlicher Gruß!
Barbara


PS: Ist vielleicht jetzt (wieder) ein bisschen „pseudo-philosophisch“ geworden - kann das leider nicht anders ausdrücken :-)


Damals87, Rainman2, Grenzverletzerin, schulzi, DoreHolm und Hans haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#2

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 13:31
von Damals87 | 508 Beiträge | 367 Punkte
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Hallo,

@Barbara, Deine Gedanken sprechen mir aus der Seele!

Ich hatte noch das Glück, den Palast der Republik auch von innen zu sehen. Auch ein wirklich sehenswertes Stück Architektur und Zeitgeschichte, konsequent im Stil der 70er.
Leider mußte er weg, koste es, was es wolle. Mich wundert, daß der Fernsehturm stehenbleiben durfte, obwohl da auch sicher politischer Asbest drin ist. Vielleicht hatte man allerdings nach den Erfahrungen mit dem PdR auch nur Angst vor den Abbruchkosten, denn Volkes Wille dürfte kaum für die Entscheidung relevant gewesen sein.

Ein schönes Beispiel, an dem sich zeigt, warum sich viele Ostdeutsche als gedemütigte Besiegte fühlen, trotz oft gestiegenem Wohlstand nach der "Wende".

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


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#3

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 13:43
von eisenringtheo | 10.422 Beiträge | 4764 Punkte
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Vielleicht hat der Rechtsstreit mit der Schweizerin Gret Lüscher den Abriss verhindert
http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde...el-gehoert-mir/
Theo


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 13:56
von Fritze (gelöscht)
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Wer hats erfunden ? Die Schweizer !


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#5

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 14:03
von Grenzverletzerin | 1.199 Beiträge | 121 Punkte
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Zitat
Leider mußte er weg, koste es, was es wolle.



720 Tonnen verwendeter Spritzasbest sollten Grund genug für diesen Abriss sein!!


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.
[url]http://www.smiliesuche.de/smileys/chemiker/chemiker-smilies-0001.gif[/url]


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#6

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 14:12
von Damals87 | 508 Beiträge | 367 Punkte
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Hallo,

@Grenzverletzerin, der als Grund vorgeschobene Asbest wurde in Ost und West in den meisten größeren Betongebäuden dieser Zeit verwendet. Der überwiegende Teil davon steht heute noch, was auch kaum ein Gesundheitsproblem darstellt, solange man den Asbest dort beläßt, wo er ist. Gefährlich wird es nur dann, wenn man ihn ohne Schutzmaßnahmen bearbeitet.
Und ist der Fernsehturm frei davon?

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#7

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 14:13
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Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #5

Zitat
Leider mußte er weg, koste es, was es wolle.


720 Tonnen verwendeter Spritzasbest sollten Grund genug für diesen Abriss sein!!



Hallo Grenzverletzerin!

Führt zwar ins OT, aber irgendwie wieder auf das Thema. Laut Sachverständigengutachten enthält das ICC fast genau soviel Asbest, wie der Palast der Republik (Quelle: Berliner Zeitung vom 26.01.1994. Im "Kreisel", dem Gebäude des Bezirksamtes Steglitz, hängt an jeder Säule und an jeder Wand ein Asbestwarnschild. Der Abriss war politischer Wille von Leuten, die bei Wahlen gewählt wurden, an denen ich auch teilgenommen hatte. So war das.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Damals87, Eisenacher und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#8

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 14:28
von GKUS64 | 2.738 Beiträge | 6498 Punkte
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Hallo Barbara ,hallo Ost-West-Aufklärer,

ja auch hier wieder West-Ost- (oder Ost-West-??) Gedanken. Der Fernsehturm und auch der Palast der Republik gehörten schon zu den Prestigeprojekten der DDR im Schaufenster von Ostberlin.
Diese Projekte ergaben im Rest der Republik vielfach Unmut, denn dort war die Versorgungslage schlechter als in Berlin und an ähnliche Bauprojekte war nicht zu denken, es mussten vorrangig die Wohnungsprobleme durch nicht besonders schöne Plattenbauten gelöst werden.
Also auf die Hauptstadt war man aus diesen Gründen nicht sehr gut zu sprechen.
Im Westen wurde bei der Beurteilung dieser Bauten natürlich auch mehr die politische Dimension als die Architektur in den Vordergrund gestellt.
Das sind für mich die Gründe für die Aussage dieser Frau.
In Dresden gab es z.B. auch einen jahrelangen Kampf zum Wiederaufbau der Semperoper. Einige starke Leute aus der Politik haben sich dann gegenüber Berlin durchgesetzt, damit auch für dieses Projekt Mittel in die „Provinz“ flossen. Die Semperoper wurde von 1977 bis 1985 wieder im alten Glanz, nach der Zerstörung von 1945, errichtet. Auf diesen Bau , auf die wiedererstandene Frauenkirche, den historischen Neumarkt und den Wiederaufbau des Dresdener Schlosses sind die Dresdener besonders Stolz. Die Architekten der Neuzeit werfen uns aber jetzt vor, die Dresdener hängen nur am Barock und sind für Neues wenig aufgeschlossen. Am Neumarkt hat man deshalb (aus meiner Sicht leider) einige Kompromisse geschlossen, es entsteht eine Mischung aus alt und neu.
Schaut es euch mal an und äußert eure Meinung!

Macht´s gut, habt ihr schon Frühlingsgefühle?

GKUS64



zuletzt bearbeitet 20.03.2013 14:31 | nach oben springen

#9

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 14:29
von Grenzverletzerin | 1.199 Beiträge | 121 Punkte
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http://www.bz-berlin.de/bezirk/charlotte...cle1547923.html

Was soll man noch glauben?! Sollten auch hier derartigen Mengen an Spritzasbest zum Brandschutz verbaut wurden sein...bin ich auch in diesem Falle für Rückbau...keine Frage!!

@Damals 87, ja, die Asbestfaser - ungebunden - ist das Giftige. Beim Spritzasbest handelt es sich aber um eine schwachgebunde Form - anders als im Zement gebunden - und deshalb ist es eine tickende Zeitbombe!
Aber nun zurück zum Thema....


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zuletzt bearbeitet 20.03.2013 14:31 | nach oben springen

#10

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 14:44
von ddr-bürger (gelöscht)
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@grenzverletzerin

ich sehe da nicht nur den Asbest als Grund. Ich bin kein Baufachmann, aber wäre nicht eine Asbestsanierung bei glkeichen Kosten möglich gewesen?

Nur hier geht es um eine pol. Entscheidung. Die DDR ließ die Reste des Stadtschlosses "schleifen" um an dieser Stelle einen Palast für seine Bürger zu errichten (Bezeichne das als Symbol, denn ich warte auf die Kommentare das der Palast nur für die "Systemtreuen" war) und dann wurde der Palast geschliffen um wieder ein Abbild des Stadtschlosses zu errichten - wenn das keine Botschaft ist.

@barbara

ich sehe schon eine "verfremdung" der Geschichte. Zur Geschichte gehört auch die eigene Kultur und auch die technische Entwicklung. Ich war im Dezember 2012 in Weimar in einer Ausstellung "Ikarus" Kunst in der DDR. Die Ausstellung war so einseitig, fast nur Berichte warum und wie Künstler die DDR verlassen hatten, oder wie sie "gemobbt" wurden und der Rest waren "Systemtreue". da frage ich mich eh, gehts noch, es gab nicht nur schwarz oder weiß....

Zweites Beispiel Technik, "eh guckt doch was die "Ossis" für Autos hatten.....", das wird aber aus der heutigen sicht getan mit Blick auf Generation Go... 5 und 6. Damals gab es aber auch den Go....1, bloß damit wird nicht verglichen.

Mit solchen Dingen wird auch eine "Geschichte" bewertet.


Eisenacher hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#11

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 15:27
von Rainman2 | 5.850 Beiträge | 802 Punkte
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Zitat von Barbara im Beitrag #1
Hallo liebe Landsleute,

„Recht an Geschichte“ - diesen Ausdruck hatte Rainman mal im Thema „Meine deutschen Fragen“ formuliert. (#91 RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“ Punkt 2,) Zu einem ganz speziellen Umstand zwar, aber der Ausdruck hat mich auch darüber hinaus total elektrisiert und ich habe in den letzten Wochen viel darüber nachgedacht.
...
Was denkt ihr?

Herzlicher Gruß!
Barbara ...

Hallo Barbara,

danke, dass Du das Thema so herausgeholt hast und auch Dein Beispiel finde ich sehr gelungen. Ich denke, dass bei dieser Frau unsere alte Sozialisation durchkam: "Darf man das jetzt sagen?" Das klingt, wenn es so dasteht, relativ platt. Aber wir sind in der DDR tatsächlich ja oft mit der eigenen Zensurschere im Kopf herumgelaufen und haben uns selbst diszipliniert. Ich hatte im Thread über den Tod des Kabarettisten Peter Ensikat schon das Zitat gebracht:

Dabei gestand er ein, sich in 40 Jahren DDR an eine schleichende Entmündigung gewöhnt zu haben. Das hätte er nie akzeptieren dürfen, so Ensikat einmal im Rückblick. Er und andere Kollegen hätten in einer «Sklavensprache geschrieben, unsere windelweichen Halbwahrheiten durch die Blume der Zensur geflüstert».

Genau das ist eine Sozialisation mit der wir aufgewachsen sind. Die streift man nicht einfach ab nach dem Motto: "Ach, hier sind jetzt neue Möglichkeiten? Na dann ergreifen wir die mal!" Bei einigen halten die Gewohnheiten an, bei anderen bricht das Selbstbewusstsein durch, auch wenn es Rückfälle geben kann (kenne ich von mir). Vielleicht zur Klarstellung: Ich schreibe hier nicht über den DDR-Bürger an sich, für alle trifft nicht zu, was ich hier sage. Aber für die, die eine ähnliche sozialistische Entwicklung durch haben, wie ich, und die zumindest an Teile dessen geglaubt haben, was postuliert wurde, mag das gelten.

Wir zweifeln also zunächst an unserem eigenen Recht auf Geschichte, weil der Selbstzweifel etwas ist, womit wir aufwuchsen. Und dann kommt es zu der verrückten Situation, dass man mal irgendwo was sagt und schon wird man zu Boden argumentiert. Die interne Rückmeldung mag dann lauten: "Hätteste mal lieber nüscht gesagt", und wäre somit eine Bestätigung der sozialistischen Sozialisation. Oder man wird trotzig, weil man das Gesagte vielleicht noch nicht intellektuell durchdrungen hat, eigentlich nur mal seine Meinung aus dem Gefühl heraus sagen wollte und nun mit der Diskussion nicht mithalten kann. Um also gegen diese Erziehung und die Erfahrungen nun aber doch ein Recht an Geschichte für sich selbst zu entwickeln, braucht es Zeit und die richtigen Gesprächspartner. So ein Forum kann ein guter Ort dafür sein, vor allem wenn man feststellt, dass gerade die falschen Gesprächspartner die richtigen sind.

Soviel erst mal dazu!
ciao Rainman


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matloh und KasparHauser haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.03.2013 15:29 | nach oben springen

#12

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 15:30
von Grenzverletzerin | 1.199 Beiträge | 121 Punkte
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Zitat
@grenzverletzerin

ich sehe da nicht nur den Asbest als Grund. Ich bin kein Baufachmann, aber wäre nicht eine Asbestsanierung bei glkeichen Kosten möglich gewesen?

Nur hier geht es um eine pol. Entscheidung. Die DDR ließ die Reste des Stadtschlosses "schleifen" um an dieser Stelle einen Palast für seine Bürger zu errichten (Bezeichne das als Symbol, denn ich warte auf die Kommentare das der Palast nur für die "Systemtreuen" war) und dann wurde der Palast geschliffen um wieder ein Abbild des Stadtschlosses zu errichten - wenn das keine Botschaft ist.



Bauvorhaben bzw. Rückbau in der Größenordnung sind immer politische Entscheidungen. In diesem Fall hat der Bundestag entschieden - inwieweit man da den Ostdeutschen ihre Geschichte nehmen wollte - entzieht sich meiner Kenntnis. Das die Menschen so fühlen - kann ich verstehen - würde aber nicht immer gleich politisch durchgeführten Willen reininterpretieren.
Nun drehen wir den Spieß mal um...wäre z.B. das ICC nach der Wende unter den Bauhammer gekommen...wären sicher die üblichen Verdächtigen zur Demo aufgelaufen aber niemand hätte m.E. 'Beschneidung der westberliner Geschichte' aufs Tapet gebracht.

Und genau bei diesem Ansatz sehe ich diese unsichtbare Mauer in unseren Köpfen...leider!!
Der ständig über den Tisch gezogene arme Ossi und der die Siegestrophäe schwingende Wessi.
In Dresden, Leipzig und anderen ehemaligen DDR-Städten hat sich sanierungstechnisch nach der Wende soviel getan...da die DDR durch den auf Neubau fixierten Städtebau - die Altbausubstanz völlig vernachlässigt hat.


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KasparHauser hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.03.2013 15:36 | nach oben springen

#13

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 15:39
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@grenzverletzerin

es geht nicht um "ständig über den Tisch gezogene arme Ossi und der die Siegestropäe schwingende Wessi", eigentlich ist mir der Palast egal. Aber das Thema wurde hier aufgeworfen und die "unsichtbare Mauer" ist in den Köpfen deut. Ost u. West. Wieviel "Alt- Bundis" reden von der ex. DDR als "Dunkeldeutschland" ?
Aber egal, in einem hast Du Recht, jede überlebende Gesellschaft (habe gekonnt das Wort Sieger vermieden ) wird die Geschichte nach ihrem Denken auslegen, wäre bei einem anderen Ausgang nicht anders.


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#14

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 15:57
von Eisenacher | 2.069 Beiträge | 6 Punkte
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Es gab viel Müll in der DDR , aber der Palast der Republik und das ganze Umfeld Alexanderplatz, war ein Vorzeigeprojekt und ist auch gelungen. ich habe so ca. 8-9jahre in Berlin gewohnt und hatte 10min. zum Alex. Da gab es für jeden etwas. Die Currywurst für 1.15M am Stand und die Wernesgruener Bierstube der halbe Liter für 1.16M . Oder auch die 37.Etage im Hotel Berlin mit 100M Eintritt zur Travestieshow und die Flasche Sekt für 135M.
Vielleicht etwas zu viel der Überwachung durch die Zivilpolizei und Stasi , aber insgesamt eine gelungene Mischung. Das der Palast der Republik abgerissen wurde, war eine rein politische Entscheidung und hatte nichts mit Asbest zu tun. Man wollte einfach Symbole beseitigen, egal was es kostet. Wenn ich mir heute den Alex und Umfeld anschaue, tut einem das Herz weh.


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#15

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 16:31
von Schuddelkind | 3.900 Beiträge | 1225 Punkte
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"Lang lebe der anzifaschistische Schutzwall............in den Köpfen!" Das kam mir in den Sinn, als ich hier gelesen habe.
Das Recht an Geschichte hat jeder, keine Frage. Aber traurig zu sehen, wie hier immer noch schön in Ossis und Wessis unterschieden wird. Und wenn ich mich hier bei mir in meinem Ort umschaue, tief im Siegesland, was sehe ich da? Ne Menge Leute die sich mit der DDR Geschichte auseinandergesetzt haben und begeistert sind von den Orten, den Landschaften und von der Technik. Ein Kumpel von mir ein paar Straßen weiter hat soviel DDR-Technik gehortet, da würde manch einer von euch blass werden. Der ist so begeistert von dem ganzen Kram, dass er jedem der es hören oder nicht hören will, die Vorzüge dieser Technik erklärt............
Mit dem Palast ist es doch so, Astbest hin oder her: Offensichtlich gab es kein geeignetes Nutzungskonzept, was eine aufwendige Sanierung gerechtfertigt hätte. Veranstaltungsorte gibt es in Berlin ja in Hülle und Fülle. Ist so wie mit den Nazibauten nach dem 2.WK, was man nicht nutzen konnte wurde abgerissen. Und wenn man es nutzen konnte, war die dahinterstehende Ideologie egal. Nach der vorherschenden Meinung hier hätte man ja halb Ost-Berlin abreißen müssen...........
Übrigens finde ich die Häuser in der Stalinallee( keine Ahnungwie das heute heißt) klasse. Ich hab ein Faible für so monumentale Architektur.


Intellektuelle spielen Telecaster
KasparHauser hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.03.2013 16:32 | nach oben springen

#16

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 16:34
von icke46 | 2.851 Beiträge | 1091 Punkte
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Zitat von Eisenacher im Beitrag #14
Es gab viel Müll in der DDR , aber der Palast der Republik und das ganze Umfeld Alexanderplatz, war ein Vorzeigeprojekt und ist auch gelungen. ich habe so ca. 8-9jahre in Berlin gewohnt und hatte 10min. zum Alex. Da gab es für jeden etwas. Die Currywurst für 1.15M am Stand und die Wernesgruener Bierstube der halbe Liter für 1.16M . Oder auch die 37.Etage im Hotel Berlin mit 100M Eintritt zur Travestieshow und die Flasche Sekt für 135M.



Wenn man schon bei der Aufzählung ist, sollte man auch die Ketwurst nicht vergessen - ist ja mittlerweile punktuell in Berlin wieder zu haben, siehe www.ketwurst.com .

Und was die Schilderungen vom Palast der Republik angeht, die kann ich bestätigen. Ich war als Tagesbesucher auch mal drinnen - das Gebäude hatte schon was - unter anderem auch eine superleckere Soljanka.

Gruss

icke



Schmiernippel hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#17

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 16:40
von schulzi | 2.189 Beiträge | 2349 Punkte
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meine persönliche meinung nach der entsorgung des asbest ,was auch gesschehen hätte man ihn ausbauen können aber er war aus dem osten deshalb musste er weg den ich glaube nicht das der neubau des stadtschloss für ein apfel und ein ei zu haben ist.ich wage sogar zu behaupten der neuausbau des palast wäre billiger gewesen ,aber das stadtschloss ist halt auch ein prestige objekt


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#18

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 16:51
von Rostocker | 8.693 Beiträge | 4887 Punkte
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Zitat von Schuddelkind im Beitrag #15
"Lang lebe der anzifaschistische Schutzwall............in den Köpfen!" Das kam mir in den Sinn, als ich hier gelesen habe.
Das Recht an Geschichte hat jeder, keine Frage. Aber traurig zu sehen, wie hier immer noch schön in Ossis und Wessis unterschieden wird. Und wenn ich mich hier bei mir in meinem Ort umschaue, tief im Siegesland, was sehe ich da? Ne Menge Leute die sich mit der DDR Geschichte auseinandergesetzt haben und begeistert sind von den Orten, den Landschaften und von der Technik. Ein Kumpel von mir ein paar Straßen weiter hat soviel DDR-Technik gehortet, da würde manch einer von euch blass werden. Der ist so begeistert von dem ganzen Kram, dass er jedem der es hören oder nicht hören will, die Vorzüge dieser Technik erklärt............
Mit dem Palast ist es doch so, Astbest hin oder her: Offensichtlich gab es kein geeignetes Nutzungskonzept, was eine aufwendige Sanierung gerechtfertigt hätte. Veranstaltungsorte gibt es in Berlin ja in Hülle und Fülle. Ist so wie mit den Nazibauten nach dem 2.WK, was man nicht nutzen konnte wurde abgerissen. Und wenn man es nutzen konnte, war die dahinterstehende Ideologie egal. Nach der vorherschenden Meinung hier hätte man ja halb Ost-Berlin abreißen müssen...........
Übrigens finde ich die Häuser in der Stalinallee( keine Ahnungwie das heute heißt) klasse. Ich hab ein Faible für so monumentale Architektur.


Karl Marx Allee---Das wahr noch deutsche Wertarbeit


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#19

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 16:52
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Wir haben unser Karl-Marx-Monument, den Nischl, jedenfalls stehen lassen, ist ja so eine Art akzeptiertes Wahrzeichen geworden.
Dachte eigentlich das der Fernsehturm auch ein Wahrzeichen von Berlin ist, versteh nicht das man da nicht sagen sollte das man ihn schön findet, ist doch eine eigene Ansicht.
Das "Erichs Lampenladen" geschliffen wurde, warum auch immer, nu ja, für uns Sachsen war das eh schon immer der "Ballast der Republik"


KasparHauser hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.03.2013 16:53 | nach oben springen

#20

RE: "Recht an Geschichte"

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.03.2013 17:18
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Barbara im Beitrag #1
Hallo liebe Landsleute,


Liebe Barbara,

eigentlich wollte ich an der Stelle garnicht mehr weiter lesen So eine "staatstragende" Anrede

Doch die gehört auch zu UNSERER Geschichte dazu. Mit "Liebe Landsleute" wurden viele Reden begonnen, die je nach politischer "Ortung" für den Deutschen entweder Seelenmassage waren oder Widerspruch provozierten. Nachdenken war selten die Folge. Dabei gab es einige gute Reden an die Deutschen, die leider in Vergessenheit geraten sind:

"Meine lieben Landsleute in Mitteldeutschland und Ostberlin! Schon über 17 Jahre dauert nun in Mitteldeutschland die totalitäre Herrschaft einer kleinen Minderheit, die gestützt auf die Macht der sowjetischen Armee jede Regung politischer und persönlicher Freiheit erstickt. Die Funktionäre maßen sich an, das Denken und Handeln der Bevölkerung zu lenken. Freie Wahlen, freie Meinungsäußerung und die Entfaltung der Persönlichkeit sind Ihnen, meine Landsleute, zwar geläufige Vorstellungen, aber praktische Folgerungen daraus zu ziehen, ist Ihnen unmöglich gemacht. Zur Unfreiheit kamen 1962 noch verstärkt die verheerenden Folgen der Misswirtschaft des Regimes in Landwirtschaft, Handel und Industrie. Was nützt Ihr Fleiß, Ihr Fachwissen und Ihre Erfahrung, wenn alles durch die Unfähigkeit der Funktionäre zunichte gemacht wird? Das geht so weit, dass Ihre Kinder neuerdings nicht den Beruf wählen dürfen, der ihnen liegt, sondern den ergreifen müssen, der der Verwirklichung des Volkswirtschaftsplanes dient. Durch brutale Gewaltmaßnahmen wurde der Abbruch der Beziehungen zwischen Ihnen und uns in der Bundesrepublik erzwungen, aber wir Deutschen im Osten und Westen, im Norden und Süden unseres Vaterlandes sind und bleiben eine geistige Gemeinschaft und darum ein Volk. Ihre Trauer und Ihre Leiden sind trotz der Trennung auch unsere Trauer und unsere Leiden."

Heinrich Lübke in der Neujahrsansprache vom 1. Januar 1963

Das sind so meine Gedanken. Wo es Rechte gibt, gibt es dann nicht auch Pflichten für ein Volk? Als Pflicht sehe ich zum Beispiel die Annerkennung der Leistung der "Ostdeutschen" an. Fernsehturm und Palast der Republik sind nicht zuletzt aus dem Steueraufkommen der arbeitenden Bevölkerung errichtet worden.

LG von der grenzgaengerin

Und Asbest war sowohl in Ost UND West gerne verwandt worden.


KasparHauser hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.03.2013 17:29 | nach oben springen



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