"Recht an Geschichte"

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20.03.2013 16:34
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#16
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Zitat von Eisenacher im Beitrag #14
Es gab viel Müll in der DDR , aber der Palast der Republik und das ganze Umfeld Alexanderplatz, war ein Vorzeigeprojekt und ist auch gelungen. ich habe so ca. 8-9jahre in Berlin gewohnt und hatte 10min. zum Alex. Da gab es für jeden etwas. Die Currywurst für 1.15M am Stand und die Wernesgruener Bierstube der halbe Liter für 1.16M . Oder auch die 37.Etage im Hotel Berlin mit 100M Eintritt zur Travestieshow und die Flasche Sekt für 135M.



Wenn man schon bei der Aufzählung ist, sollte man auch die Ketwurst nicht vergessen - ist ja mittlerweile punktuell in Berlin wieder zu haben, siehe www.ketwurst.com .

Und was die Schilderungen vom Palast der Republik angeht, die kann ich bestätigen. Ich war als Tagesbesucher auch mal drinnen - das Gebäude hatte schon was - unter anderem auch eine superleckere Soljanka.

Gruss

icke


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20.03.2013 16:40
avatar  schulzi
#17
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meine persönliche meinung nach der entsorgung des asbest ,was auch gesschehen hätte man ihn ausbauen können aber er war aus dem osten deshalb musste er weg den ich glaube nicht das der neubau des stadtschloss für ein apfel und ein ei zu haben ist.ich wage sogar zu behaupten der neuausbau des palast wäre billiger gewesen ,aber das stadtschloss ist halt auch ein prestige objekt


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20.03.2013 16:51
#18
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Zitat von Schuddelkind im Beitrag #15
"Lang lebe der anzifaschistische Schutzwall............in den Köpfen!" Das kam mir in den Sinn, als ich hier gelesen habe.
Das Recht an Geschichte hat jeder, keine Frage. Aber traurig zu sehen, wie hier immer noch schön in Ossis und Wessis unterschieden wird. Und wenn ich mich hier bei mir in meinem Ort umschaue, tief im Siegesland, was sehe ich da? Ne Menge Leute die sich mit der DDR Geschichte auseinandergesetzt haben und begeistert sind von den Orten, den Landschaften und von der Technik. Ein Kumpel von mir ein paar Straßen weiter hat soviel DDR-Technik gehortet, da würde manch einer von euch blass werden. Der ist so begeistert von dem ganzen Kram, dass er jedem der es hören oder nicht hören will, die Vorzüge dieser Technik erklärt............
Mit dem Palast ist es doch so, Astbest hin oder her: Offensichtlich gab es kein geeignetes Nutzungskonzept, was eine aufwendige Sanierung gerechtfertigt hätte. Veranstaltungsorte gibt es in Berlin ja in Hülle und Fülle. Ist so wie mit den Nazibauten nach dem 2.WK, was man nicht nutzen konnte wurde abgerissen. Und wenn man es nutzen konnte, war die dahinterstehende Ideologie egal. Nach der vorherschenden Meinung hier hätte man ja halb Ost-Berlin abreißen müssen...........
Übrigens finde ich die Häuser in der Stalinallee( keine Ahnungwie das heute heißt) klasse. Ich hab ein Faible für so monumentale Architektur.


Karl Marx Allee---Das wahr noch deutsche Wertarbeit


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20.03.2013 16:52 (zuletzt bearbeitet: 20.03.2013 16:53)
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#19
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Wir haben unser Karl-Marx-Monument, den Nischl, jedenfalls stehen lassen, ist ja so eine Art akzeptiertes Wahrzeichen geworden.
Dachte eigentlich das der Fernsehturm auch ein Wahrzeichen von Berlin ist, versteh nicht das man da nicht sagen sollte das man ihn schön findet, ist doch eine eigene Ansicht.
Das "Erichs Lampenladen" geschliffen wurde, warum auch immer, nu ja, für uns Sachsen war das eh schon immer der "Ballast der Republik"


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20.03.2013 17:18 (zuletzt bearbeitet: 20.03.2013 17:29)
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#20
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Zitat von Barbara im Beitrag #1
Hallo liebe Landsleute,


Liebe Barbara,

eigentlich wollte ich an der Stelle garnicht mehr weiter lesen So eine "staatstragende" Anrede

Doch die gehört auch zu UNSERER Geschichte dazu. Mit "Liebe Landsleute" wurden viele Reden begonnen, die je nach politischer "Ortung" für den Deutschen entweder Seelenmassage waren oder Widerspruch provozierten. Nachdenken war selten die Folge. Dabei gab es einige gute Reden an die Deutschen, die leider in Vergessenheit geraten sind:

"Meine lieben Landsleute in Mitteldeutschland und Ostberlin! Schon über 17 Jahre dauert nun in Mitteldeutschland die totalitäre Herrschaft einer kleinen Minderheit, die gestützt auf die Macht der sowjetischen Armee jede Regung politischer und persönlicher Freiheit erstickt. Die Funktionäre maßen sich an, das Denken und Handeln der Bevölkerung zu lenken. Freie Wahlen, freie Meinungsäußerung und die Entfaltung der Persönlichkeit sind Ihnen, meine Landsleute, zwar geläufige Vorstellungen, aber praktische Folgerungen daraus zu ziehen, ist Ihnen unmöglich gemacht. Zur Unfreiheit kamen 1962 noch verstärkt die verheerenden Folgen der Misswirtschaft des Regimes in Landwirtschaft, Handel und Industrie. Was nützt Ihr Fleiß, Ihr Fachwissen und Ihre Erfahrung, wenn alles durch die Unfähigkeit der Funktionäre zunichte gemacht wird? Das geht so weit, dass Ihre Kinder neuerdings nicht den Beruf wählen dürfen, der ihnen liegt, sondern den ergreifen müssen, der der Verwirklichung des Volkswirtschaftsplanes dient. Durch brutale Gewaltmaßnahmen wurde der Abbruch der Beziehungen zwischen Ihnen und uns in der Bundesrepublik erzwungen, aber wir Deutschen im Osten und Westen, im Norden und Süden unseres Vaterlandes sind und bleiben eine geistige Gemeinschaft und darum ein Volk. Ihre Trauer und Ihre Leiden sind trotz der Trennung auch unsere Trauer und unsere Leiden."

Heinrich Lübke in der Neujahrsansprache vom 1. Januar 1963

Das sind so meine Gedanken. Wo es Rechte gibt, gibt es dann nicht auch Pflichten für ein Volk? Als Pflicht sehe ich zum Beispiel die Annerkennung der Leistung der "Ostdeutschen" an. Fernsehturm und Palast der Republik sind nicht zuletzt aus dem Steueraufkommen der arbeitenden Bevölkerung errichtet worden.

LG von der grenzgaengerin

Und Asbest war sowohl in Ost UND West gerne verwandt worden.


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20.03.2013 17:21
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#21
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Zitat von schulzi im Beitrag #17
meine persönliche meinung nach der entsorgung des asbest ,was auch gesschehen hätte man ihn ausbauen können aber er war aus dem osten deshalb musste er weg den ich glaube nicht das der neubau des stadtschloss für ein apfel und ein ei zu haben ist.ich wage sogar zu behaupten der neuausbau des palast wäre billiger gewesen ,aber das stadtschloss ist halt auch ein prestige objekt

Ganz richtig! Es war eine rein politische Entscheidung der "Sieger". In all dem ganzen Hin und Her über den Abriß, haben Ost-Ingeneure Messungen in West Berlin vorgenommen. Und siehe da! Im Palast der Republik (ein wirklich gelungenes Gebäude) ergaben sich Asbestwerte von ca. 18 ppm (parts per million), in West Berlin in der Nähe der Gedächtniskirche maßen die Ingeneure 57 ppm - auf offener Straße! . Da soll mir einer erzählen, dass der Abriß notwendig war.

MsG


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20.03.2013 17:37 (zuletzt bearbeitet: 20.03.2013 17:42)
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#22
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Hallo Barbara,schade,dass Du nicht die Warteschlange gebändigt hast.Ich war letztmalig da oben,als man noch eine Stunde dort oben seine "Runde" drehen durfte und auch noch die damals vorhanden Schnittstelle betrachten konnte.Alledrdings warteten wir damals weit mehr als 2 Stunden.Berlin vertrat ja zwei Welten,also gab es vieles de facto irgendwie doppelt, nach dem zusammenfügen war wohl für so manches kein Geld mehr da.Mit Grausen erinnere ich mich an das Trara um den Tierpark.Angefangen beim unrühmlichen Ende des einzigartigen Herrn Dathe(kann die Titel nicht korrekt angeben) bis zun Versuch diesen zu schliessen.Ich kenne den Zoo nun auch,bin selber aber eher dem Tierpark zugeneigt.Wenn man das nicht selber mehr vertreten kann,ist das nicht nur traurig sondern abartig.Geschichte gerade rücken mit dem Verteufeln des damals erlebten,nee Danke.
Über das damalige Berlin haben viele gemeckert,hingefahren sind aber doch viele aus Nah und Fern.
Barbara,beim nächsten Besuch reihe Dich mal ein,der Ausblick ist bestimmt immer noch super.
Gruss Michael,und kein Berliner,damals wie heute


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20.03.2013 17:53 (zuletzt bearbeitet: 20.03.2013 18:27)
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#23
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Zitat von Schuddelkind im Beitrag #15
"Lang lebe der anzifaschistische Schutzwall............in den Köpfen!" Das kam mir in den Sinn, als ich hier gelesen habe.
Das Recht an Geschichte hat jeder, keine Frage. Aber traurig zu sehen, wie hier immer noch schön in Ossis und Wessis unterschieden wird. Und wenn ich mich hier bei mir in meinem Ort umschaue, tief im Siegesland, was sehe ich da? Ne Menge Leute die sich mit der DDR Geschichte auseinandergesetzt haben und begeistert sind von den Orten, den Landschaften und von der Technik. Ein Kumpel von mir ein paar Straßen weiter hat soviel DDR-Technik gehortet, da würde manch einer von euch blass werden. Der ist so begeistert von dem ganzen Kram, dass er jedem der es hören oder nicht hören will, die Vorzüge dieser Technik erklärt............
Mit dem Palast ist es doch so, Astbest hin oder her: Offensichtlich gab es kein geeignetes Nutzungskonzept, was eine aufwendige Sanierung gerechtfertigt hätte. Veranstaltungsorte gibt es in Berlin ja in Hülle und Fülle. Ist so wie mit den Nazibauten nach dem 2.WK, was man nicht nutzen konnte wurde abgerissen. Und wenn man es nutzen konnte, war die dahinterstehende Ideologie egal. Nach der vorherschenden Meinung hier hätte man ja halb Ost-Berlin abreißen müssen...........
Übrigens finde ich die Häuser in der Stalinallee( keine Ahnungwie das heute heißt) klasse. Ich hab ein Faible für so monumentale Architektur.


Bei Systemwechsel geht es nicht um Nutzungskonzepte , sondern um die Beseitigung von Symbolen. Das ist übrigens systemsübergreifend.


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20.03.2013 18:26
#24
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Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #12

Zitat
@grenzverletzerin

ich sehe da nicht nur den Asbest als Grund. Ich bin kein Baufachmann, aber wäre nicht eine Asbestsanierung bei glkeichen Kosten möglich gewesen?

Nur hier geht es um eine pol. Entscheidung. Die DDR ließ die Reste des Stadtschlosses "schleifen" um an dieser Stelle einen Palast für seine Bürger zu errichten (Bezeichne das als Symbol, denn ich warte auf die Kommentare das der Palast nur für die "Systemtreuen" war) und dann wurde der Palast geschliffen um wieder ein Abbild des Stadtschlosses zu errichten - wenn das keine Botschaft ist.



Bauvorhaben bzw. Rückbau in der Größenordnung sind immer politische Entscheidungen. In diesem Fall hat der Bundestag entschieden - inwieweit man da den Ostdeutschen ihre Geschichte nehmen wollte - entzieht sich meiner Kenntnis. Das die Menschen so fühlen - kann ich verstehen - würde aber nicht immer gleich politisch durchgeführten Willen reininterpretieren.
Nun drehen wir den Spieß mal um...wäre z.B. das ICC nach der Wende unter den Bauhammer gekommen...wären sicher die üblichen Verdächtigen zur Demo aufgelaufen aber niemand hätte m.E. 'Beschneidung der westberliner Geschichte' aufs Tapet gebracht.

Und genau bei diesem Ansatz sehe ich diese unsichtbare Mauer in unseren Köpfen...leider!!
Der ständig über den Tisch gezogene arme Ossi und der die Siegestrophäe schwingende Wessi.
In Dresden, Leipzig und anderen ehemaligen DDR-Städten hat sich sanierungstechnisch nach der Wende soviel getan...da die DDR durch den auf Neubau fixierten Städtebau - die Altbausubstanz völlig vernachlässigt hat.



Leider irrst Du da ein wenig.
Das ist nicht als Vorhaltung zu aufzufassen.
Seit einiger Zeit wird auf Stadtebene, fast unter Ausschluß der Öffentlichkeit, die Sanierung des ICC diskutiert. Ja und es geht auch um Asbest.
Die bisher genannten Kosten belaufen sich auf 350 bis 400 Mio €, wo das dann endet ....., diese Erfahrung wurde bisher nicht nur in Berlin gemacht.

aber ich möchte auf etwas anderes hinaus.
Vor wenigen Jahren wurde die Denkmalsgeschützte Deutschlandhalle in die Luft gesprengt, sie "störte" die Messegesellschaft bei der Neu- und Umgestaltung des Terrains.....
Ein Jammern und Barmen hob an, das da etwas Vernichtet wird was die Identität von Westberlin ausmache etc,. so war der Tenor aus Politik und Öffentlichkeit.
Wen hat es interessiert? Keinen! Der zuständige verantwortliche Bezirk hat das Ding durchgezogen und heute redet (fast) keiner mehr über diese Halle
Da wurde schon die Westberliner Geschichte beschnitten ....

Die Sanierung des ICC ist zum Politikum geworden, denn es wird jetzt von der Politik ebenfalls als Symbol der Freiheit in Westberlin gehandelt. Symbole der Freiheit reißt man nicht ab, Symbole des Unrechts schon ......

Noch ein Wort zu den "liebevoll" sanierten Altstädten in der BRB: Die dort begangenen Bausünden,gerade in den 60gern, sind enorm.

Berlin, so ein renommierter Architekturkritiker, meinte,zurecht sage ich, das Berlin gesamt im 20. Jahrhundert zweimal zerstört wurde. Einmal durch den Bombenkrieg und bei den Kämpfen um die Eroberung von Berlin und dann beim Aufbau durch die Stadtplaner Ost wie West .....

Der derzeitige Stand zum Stadtschloß läßt befürchten dass das Gebäude was angeblich ab Mitte des Jahres hochgezogen werden soll auf Jahre ein besserer Torso bleiben wird, einfach weil dafür kein Geld vorhanden ist. Der Bundestag stimmte zwar für den Abriss aber Geld für was Neues, wieso denn? Hauptsache das Ding was hauptsächlich 'Birne' ein Dorn im Auge war ist weg!
Es kann gedreht und gewendet werden, es war eine reine politische Entscheidung diesen Palast abzureißen und da ist nichts "reinzuinterpretiern"
Mehrere damalige Politiker haben sich sehr eindeutig dazu geäußert, von Kohl über Schäuble und ihr Grundtenor war "Symbol der Diktatur" .....

Gruß
Nostalgiker

Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler


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20.03.2013 19:17 (zuletzt bearbeitet: 20.03.2013 19:18)
#25
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@Nostalgiker
Beim Abriss von Erichs Lampenladen, äähh ich meine Palast der Republik, spielte wohl noch ein weiterer, wirtschaftlicher Aspekt eine Rolle. Der Vielzwecksaal des PdR, überhaupt das ganze Gebäude, wäre mit den Restaurants, dem Theater und der Bowlingbahn eine ernst zunehmende Konkurrenz für das ICC geworden. Und dann noch mitten in der Stadt gelegen.
Peter, der Zaunkönig

März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße


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20.03.2013 20:46
#26
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Zitat von Zaunkönig im Beitrag #25
@Nostalgiker
Beim Abriss von Erichs Lampenladen, äähh ich meine Palast der Republik, spielte wohl noch ein weiterer, wirtschaftlicher Aspekt eine Rolle. Der Vielzwecksaal des PdR, überhaupt das ganze Gebäude, wäre mit den Restaurants, dem Theater und der Bowlingbahn eine ernst zunehmende Konkurrenz für das ICC geworden. Und dann noch mitten in der Stadt gelegen.
Peter, der Zaunkönig


Diesen Aspekt habe ich noch nicht bedacht ......
Wobei der Vergleich zwischen beiden Multifunktionsgebäuden eindeutig zum 'Palast' ausschlägt, jedenfalls bei mir .....
Der 'Palast' war im Prinzip 24 Stunden geöffnet, eine Vielzahl von Restaurants, Cafes, die Eisbar, Bowlingbahn etc.
Nicht zu vergessen die Vielzahl der Veranstaltungen im Großen Saal .....

Selber habe ich dort den kollektiven FDJ Orgasmus zum Empfangdes "Ersten Deutschen" im All erlebt....., eine teilweise merkwürdige Veranstaltung .....
Zumindest befindet sich noch die Eintrittskarte in meinem Poesieaalbum .....

Eine Vielzahl von Konzerten, wobei das vom singenden Cowboy einen persönlichen Tiefpunkt darstellte ....., aber was tat man damals nicht alles für unsere Brüder und Schwestern im Geiste......, und sie waren begeistert!

Das Theater nicht vergessend, obwohl oder auch weil Vera die Intendantin war und dort Stücke zur Aufführung kamen welche nicht von schlechten Eltern waren .....

Na bevor ich ins schwärmen komme, nein bei Udo war ich nicht .....

Gruß
Nostalgiker

Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
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außen und unter`m Haar
wie er war ...

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aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler


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20.03.2013 23:46
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#27
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Zitat von Nostalgiker im Beitrag #24
Die Sanierung des ICC ist zum Politikum geworden, denn es wird jetzt von der Politik ebenfalls als Symbol der Freiheit in Westberlin gehandelt. Symbole der Freiheit reißt man nicht ab, Symbole des Unrechts schon ......
Gruß
Nostalgiker

Zufällig kannte ich den Architekten des ICC und (auch flüchtig) seine Frau. In seiner Villa in Lichterfelde (oder war es Lichtenrade?) ging man in die Eingangstür hinein und zur rechten Seite gab es eine Flucht von drei miteinander mit Flügeltüren verbundenen Zimmer, die nur eine Sitzgarnitur beherbergten. Sonst nichts. Es war so, dass in den äußersten Zimmern jeweils die Sessel platziert waren, während im mittigen zum Eingang offenen Zimmer lediglich die Couch der Garnitur untergebracht war. Jener Architekt verriet mir, dass er von einer solchen Aufteilung seit seiner Kindheit geträumt hatte.

Zur Linken im Eingang derselben Villa (unterhalb der wuchtigen) Treppe lag der Küchenbereich, und da fühlte ich mich am wollsten.

MsG


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21.03.2013 00:06 (zuletzt bearbeitet: 21.03.2013 00:08)
#28
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Zitat von Bugsy im Beitrag #21
Zitat von schulzi im Beitrag #17
meine persönliche meinung nach der entsorgung des asbest ,was auch gesschehen hätte man ihn ausbauen können aber er war aus dem osten deshalb musste er weg den ich glaube nicht das der neubau des stadtschloss für ein apfel und ein ei zu haben ist.ich wage sogar zu behaupten der neuausbau des palast wäre billiger gewesen ,aber das stadtschloss ist halt auch ein prestige objekt

Ganz richtig! Es war eine rein politische Entscheidung der "Sieger". In all dem ganzen Hin und Her über den Abriß, haben Ost-Ingeneure Messungen in West Berlin vorgenommen. Und siehe da! Im Palast der Republik (ein wirklich gelungenes Gebäude) ergaben sich Asbestwerte von ca. 18 ppm (parts per million), in West Berlin in der Nähe der Gedächtniskirche maßen die Ingeneure 57 ppm - auf offener Straße! . Da soll mir einer erzählen, dass der Abriß notwendig war.
MsG



Wegen Asbest wird m.E. wie mit zahlreichen anderen Stoffen mehr Rummel veranstaltet als das wert ist. Mit der Statistik und Analysenmethoden, die bis in´s Milliardstel Bereich und darunter gehen, kann man in jedem Artikel alles nachweisen und eine Gefahr für die Menschen daraus basteln. Ich will hier nichts verharmlosen, aber wenn ich Politiker und Journalisten die Worte "hochgiftig" und "hochexplosiv" gebrauchen sehe, werde ich sehr, sehr skeptisch. Mit den Analyseergebnissen und Statistik können Politiker die unwissende Masse mit Hilfe der Medien so weit bringen, daß sie auch die dickste Kröte als Leckerbissen betrachten. Kurz zu Asbest: Das ist ein Mineral, welches in einigen dunklen Gesteinen (z.B. Serpentinit von Zöblitz u.a. Vorkommen in Franken ) natürlich vorkommt. Schädlich kann es nur werden, wenn Mineralfasern sich in der Lunge festsetzen, rein statistisch natürlich. Rein statistisch kann auch jedes Röntgen Krebs erzeugen. Würden wir auf diese Diagnosemöglichkeit verzichten ? Asbest ist unschädlich z.B. beim Verbund in Erd-Wasserleitungen. Für eine Entsorgung genügt ein Loch und ein halber Meter Erde drauf. Wer heute mit 50 oder mehr Asbeststäube einatmet, kann, wenn überhaupt, erst mit 75 oder später damit rechnen, daß daraus ein Krebs entsteht. So lang ist die Latenzzeit. In unserer Gartenanlage (1988 gegründet) hatte fast jeder mit Wellasbestplatten gearbeitet. Die wurden u.a. gesägt, wobei eine Menge Staub entstand. Ich kenne von den etwa 100 Datschen keinen Eigentümer, bei dem mir eine Lungenkrebserkrankung bekannt geworden wäre. Auch ich hatte Beginn der 70er in meines Vaters Datsche fleißig Wellasbest verlegt. Aus all diesen Gründen erscheint mir der Asbestgrund beim Palast etwas vorgeschoben.


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21.03.2013 00:10
#29
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Zitat von Bugsy im Beitrag #27
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #24
Die Sanierung des ICC ist zum Politikum geworden, denn es wird jetzt von der Politik ebenfalls als Symbol der Freiheit in Westberlin gehandelt. Symbole der Freiheit reißt man nicht ab, Symbole des Unrechts schon ......
Gruß
Nostalgiker

Zufällig kannte ich den Architekten des ICC und (auch flüchtig) seine Frau. In seiner Villa in Lichterfelde (oder war es Lichtenrade?) ging man in die Eingangstür hinein und zur rechten Seite gab es eine Flucht von drei miteinander mit Flügeltüren verbundenen Zimmer, die nur eine Sitzgarnitur beherbergten. Sonst nichts. Es war so, dass in den äußersten Zimmern jeweils die Sessel platziert waren, während im mittigen zum Eingang offenen Zimmer lediglich die Couch der Garnitur untergebracht war. Jener Architekt verriet mir, dass er von einer solchen Aufteilung seit seiner Kindheit geträumt hatte.

Zur Linken im Eingang derselben Villa (unterhalb der wuchtigen) Treppe lag der Küchenbereich, und da fühlte ich mich am wollsten.

MsG


Was möchtest Du mir persönlich damit sagen?
Ok wenn der Architekt von irgendeiner Aufteilung geträumt hat, so war es in Bezug des ICC der in Beton und Asbest gegossene Albtraum seiner Kindheit .....
Sorry aber kann ich es nicht sagen....
Der ganze Bau erzeugt Beklemmungen ......

Nostalgiker

Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler


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21.03.2013 00:26
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#30
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Zitat von Damals87 im Beitrag #2
Hallo,

@Barbara, Deine Gedanken sprechen mir aus der Seele!

Ich hatte noch das Glück, den Palast der Republik auch von innen zu sehen. Auch ein wirklich sehenswertes Stück Architektur und Zeitgeschichte, konsequent im Stil der 70er.
Leider mußte er weg, koste es, was es wolle. Mich wundert, daß der Fernsehturm stehenbleiben durfte, obwohl da auch sicher politischer Asbest drin ist. Vielleicht hatte man allerdings nach den Erfahrungen mit dem PdR auch nur Angst vor den Abbruchkosten, denn Volkes Wille dürfte kaum für die Entscheidung relevant gewesen sein.

Ein schönes Beispiel, an dem sich zeigt, warum sich viele Ostdeutsche als gedemütigte Besiegte fühlen, trotz oft gestiegenem Wohlstand nach der "Wende".

Grüße aus Hessen




Ich danke dir Damals 87!

den PdR habe ja gar nicht gesehen, mir allerdings im Laufe der Zeit einiges ein Infos und Dokus dazu angesehen. Tatsache war: er war zu seiner Zeit das Gebäude mit der modernsten Technik - europaweit! Ja und er war originale 70er Jahre-Architektur - stilsicher.
Ein Luckenwalder Freund sagte neulich am Telefon: der war klasse, du konntest alles drin machen (er meinte Unterhaltung. Essen gehen etc.) für kleines Geld.


Auch an die anderen:
wegen der Asbestsanierung und dem "politisch motivierten" Abriss: ich kann das überhaupt nicht beurteilen. Eine West-Berliner Freundin hat ihn wohl während des Abrissses jeden Tag gefilmt, ich fragte sie wieso sie das macht - konnte sie mir nicht erklären - ein Gefühl....

Dass dort jetzt das Humboldtforum in Hohenzollernmanier dort hin soll, finde ich persönlich komplett daneben, nicht nur wegen der Kosten.
Ich hätte diesen Platz frei gelassen, umrahmt von Gebäuden der unterschiedlichen deutschen Geschichte, wo man sich hinsetzten kann, Raum und Luft zum nachdenken hat, mit viel Himmel über sich..... wo man sich einfach begegnen kann .......


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