Generalfeldmarschall Paulus und die DDR

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02.02.2013 23:15
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#1
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Friedrich Paulus - Ehemaliger Hitlergefolgsmann mausert sich zum DDR Propagandisten.


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03.02.2013 16:58
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#2
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Es gibt auch andere Beispiele in der deutschen Geschichte - die Rückverwandlung vom Paulus zum Saulus, wie Wolfgang Leonhard oder Herbert Wehner, um nur einige Beispiele zu benennen.

Vierkrug


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03.02.2013 22:33
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#3
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In einem anderen Forum schon einmal eingestellt.


Textauszug aus "Namen für Rossoschka", Schicksale aus Stalingrad,

30. Januar 1943, etwa 14 Uhr, also nur noch zwei Stunden, dann ist der Tag herum und wir leben noch. Vielleicht ist das der Letzte. Bestimmt aber der letzte Tag, an dem hier in Stalingrad-Mitte Widerstand geleistet wird.Was heißt da Widerstand....

Ein Junge von 17 Jahren, mit dem letzten Ersatz in den Kessel gekommen, fragt mich, ob man sich nicht lieber erschiesen sollte? Ich rate ihm zu warten, man könne immer noch sterben. Selbst bin ich auch nicht so ganz klar, was besser ist. Denn russische Gefangenschaft....

So verläuft diese Nacht. Ein paar mal müssen wir in die Stellung, aber es ist blinder Alarm. Auch der Russe weiß, wie es mit uns steht. Dann kommt der Morgen. Wir besetzen unsere Ruinen. In den Kellern wollen wir uns denn doch nicht totschlagen lassen. Lust zu einem heroischen Widerstand, bis keiner mehr lebt, haben wohl die wenigsten. Aber auch dieser Befehl würde befolgt werden.

Jetzt beginnen die Schießereien wieder, doch sie bricht bald ab, als ein russischer Panzer mit weißer Fahne erscheint. Die Offiziere verhandeln.Es wird bekannt, Paulus habe das Feuereinstellen befohlen, er will kapitulieren.Nun geht alles ganz schnell. Wir sind wie benommen. Plötzlich sind überall Russen, sie sehen prächtig wohlgenährt in ihrer ledernen Winterbekleidung aus, jeder Mann eine Maschinenpistole, sie strahlen über den Sieg.

Welch ein Gegensatz zu uns, die wir ja nur Schatten unserer selbst sind, verhungert, dreckig und verlumpt. Ich stehe immer noch unschlüssig und überlege gerade, ob es Sinn hat, noch schnell die Waffen zu zerstören, da spricht mich der Junge von heute Nacht an: "Ich will aber doch nicht in Gefangenschaft." Damit geht er ein paar Schritte weiter und erschießt sich, ehe wir überhaupt wissen, worum es geht. Er bleibt nicht allein.

Nun sind aber auch die Russen schon bei uns. Wir sollen zum Roten Platz gehen.Oh, sie sind höflich, denn noch immer ist die Kapitulation nicht unterschrieben. Auf dem Roten Platz kommen hunderte deutscher Landser zusammen, die aus den verschiedenen Verstecken auftauchen.Um uns kreisen immer mehr Russen wie Hunde um eine Schafherde.Doch sie sind anständig, Verteilen Zigaretten und Verpflegung,die sie erbeuteten.

Es ist alles wie in einem Wachtraum. Man fühlt sich völlig unbeteiligt und das Leben erscheint wie ein Film. Es ist ein wundervoller Wintermorgen geworden, die Luft ist kristallklar und die Sonne malt im Gegensatz zu den roten Mauern der Ruinen blaue Schatten in den Schnee, wie es eben nur in Russland möglich ist.Ich wundere mich selbst, das ich fähig bin, so etwas zu beobachten.

Aber der Verstand denkt überhaupt nur noch in Nebensächlichkeiten. Die plötzliche Entspannung war zu stark. Aber es ist immerhin ja auch etwas Neues, dass man seit Monaten mal wieder einfach auf der Strasse in der Sonne stehen kann.Wir warten eine Stunde, vielleicht auch zwei. Die Kameraden werden unruhig, dann kommt Paulus. Die Kapitulation ist nun unterschrieben.

Der General muss an uns vorbei. Er ist in tadelloser Uniform mit allen Orden und Abzeichen, hinter ihm sein Adjutant, beide todbleich. Die Soldaten hassen diesen Mann, der von ihnen am meisten verantwortlich gemacht wird für alles Unglück, und doch grüßen sie ihn mit einem letzten stummen Stillstehen. Warum grüßen sie nur? Es gilt nicht diesem Mann, sondern sie stehen still,wie sie es schon so manches Mal an dem offenen Grab eines gefallenen Kameraden getan haben. Es ist der Gruß am eigenen offenen Grab.

Paulus versteht das nicht. Er bringt es fertig, leicht zu lächeln, grüßt mit der Hand, steigt in den bereitstehenden russischen PKW. Der russische General folgt, der Wagen fährt ab. Sein Geschick hat nichts mehr mit dem unseren zu tun. Was wird das nun bringen?
Wilhelm Esselborn.

Lebensläufer


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04.02.2013 20:41
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#4
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Der Paulus war bestimmt der richtige für eine Kriegsakamedie...für eine Armee zu führen aber der falsche den Hitler für den Angriff auf Stalingrad brachte.Er war kein Mann der Praxis und auch ein Zögerer.Seine Name bleibt für immer untrennbar für das Desaster in der Stadt an der Wolga.


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04.02.2013 21:09 (zuletzt bearbeitet: 04.02.2013 21:17)
#5
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Zitat von Lebensläufer im Beitrag #3
[...] Die Kameraden werden unruhig, dann kommt Paulus. Die Kapitulation ist nun unterschrieben. [...]

Paulus hat in Stalingrad nicht kapituliert (Link).

Ari

______________
Alles wird gut!

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04.02.2013 21:32
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#6
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Mir ist das vollkommen egal Ari, ob der Paulus nun oder ob er nun nicht...kapituliert hatte. Der Wilhelm Esselborn hatte die Geschichte oben geschrieben, somit wohl seine Eindrücke damals vor Ort. Er weilt laut Buch schon lange nicht mehr unter den Lebenden. Aber es geht weiter. Auch aus einem anderen Forum, dort schonmal von mir eingestellt.

Textauszug aus dem Buch „ Namen für Rossoschka“, Schicksale aus Stalingrad, so das des Albrecht Appelt (Überlebender)

Und niemand weinte!

Die ersten Tage in Gefangenschaft
Wer die Angriffs- und Häuserkämpfe, die Durchbruchsversuche zur Wolga, wer die Kesselfront bis zum 10.Januar 1943, danach die Verzweiflungskämpfe gegen die Rote Armee und die misslungenen Ausbruchsversuche überlebt hatte, der fiel nun bis auf wenige Ausnahmen dem Tod mühelos in die Hände. Von den über 100000 in Gefangenschaft geratenen Soldaten der 6. Armee sollten nur fünf, allerhöchstens sechs Prozent überleben, vereinfacht und noch gut vorstellbar: Von 20 Mann starben 19, nur einer überlebte. Sie starben auf irrsinnigen Märschen, weil die Rote Armee gerade für die später Gefangenen keine Unterkünfte mehr fand; sie starben an Hungerfolgen, völliger Entkräftung, an schweren Erfrierungen und Verwundungen. Ohne Widerstandskraft machten sich Seuchen breit, allen voran das Fleckfieber.

Während ich am 29. Januar noch eine gute Grützesuppe empfing, war es am nächsten Tag nur noch ein Süppchen, denn immer wieder strömten Gefangene in das Sammellager Krasnoarmejsk. Die erste Nacht hatte ich noch in einem festen Haus mit ganzen Fensterscheiben zugebracht, ein wahres Gottesgeschenk! Am nächsten Morgen hieß es: „Alle Leutnante heraus!“ Man steckte uns in einen Rohbau ohne Fenster und Türen. Nun verbringe mal nur eine einzige lange Winternacht stehend in dieser Zugluft bei mindestens 30 Grad Kälte! Als am nächsten Tag im Strom neuer Gefangener ein mir Bekannter ankam, winkte ich ihn zu mir. Er schlotterte vor Kälte, weil sein linker Arm von sieben Geschossen einer Maschinenpistole durchlöchert war und er daher seine Uniformjacke und seinen Anorak nur lose über der Schulter hängen hatte. „Du wirst auch in diesen Bau müssen, das ist Dein Tod“, sagte ich zu ihm.

Es kam zum Glück anders, denn man steckte uns in eine der benachbarten Baracken. Dort organisierte ich für Stempel einen Pritschenplatz, auf dem er sich für die nächste Zeit etwas erholen konnte. Ich wollte wenigstens in seiner Nähe bleiben und fand direkt über einen Gang im Dachstuhl einen äußerst engen aber zumindest ungestörten Verschlag. In diesem Unterschlupf unter der Decke – einer Art hölzernem Schwalbennest- konnte ich zwar nur liegen, sparte dadurch jedoch meine Kräfte für den nun folgenden Hungermonat.

Im Untergeschoss lagen zahlreiche Gefangene mit schweren Erfrierungen. Leider hatte man unseren Ärzten sämtliche Medikamente, Sanitätsmaterialien und Operationsbestecke abgenommen. Vor allem wären Amputationen notwendig gewesen, die auch von deutschen Ärzten hätten durchgeführt werden können. So aber faulten die erfrorenen Glieder dahin, bis es zu spät war.

Jeden Morgen wurden die Toten der Nacht aus den Unterkünften von eingeteilten Männern nicht heraus getragen, sondern herausgeschleift. Ein Mann einen Toten. Ich sehe es heute noch: Mit den Händen an den nackten Füßen ziehen sie den Toten wie einen Schlitten hinter sich her über den hart getrampelten Schnee des Hofes zu einer Sammelstelle. Und niemand weinte! Als die noch „Gesunden“ Anfang März in entfernte „normale“ Gefangenenlager transportiert wurden, fuhr der Tod mit ihnen weiter.

Lebensläufer


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04.02.2013 21:34 (zuletzt bearbeitet: 04.02.2013 21:34)
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#7
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Den genauen Ablauf und auch die Rolle des Gen.-Ltn. Schmidt in dieser Angelegeheit, beschreibt Oberst Adam in seinen Memoiren sehr detailiert.
Das Buch lohnt sich allemal.

Weichmolch


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05.02.2013 07:39
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#8
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Es geht weiter mit :

Auszüge aus Feldpostbriefen von Heinz Becker, geboren am 5. Mai 1910 in Essen -Borbeck, Angehöriger der Luftnachrichten-Betriebskompanie der Nahaufklärungsgruppe 16 an seine Ehefrau. Seit dem 20. Januar 1943 ist der Familienvater, er hat drei Kinder, vermisst in Stalingrad

23. April 1942: Deine Befürchtungen betreffend Meckerei lassen mich kalt, denn wenn man alle die Personen einsperren wollte die schimpfen, und zwar in den drastischen Tönen, dann bliebe kein Soldat mehr hier, sondern alle würden eingesperrt. Also keine Angst, und wenn der Krieg mal vorüber ist, dann räumen wir sowieso mit den Herren auf, die jetzt Zuhause sitzen und deren einzige Aufgabe darin besteht, den Angehörigen daheim wegen alles Sachen zu drohen und sie im Auge zu behalten.

21. Juli 1942: Man jagte sogar die Hühner in die Ställe und schlachtete sie ab und das keineswegs für die Truppe, nein, die einzelnen Leute für sich….Wenn ich Russe wäre und man verführe so mit mir, ich wäre auch Partisan oder - auf Deutsch – Freiheitskämpfer.

1. August 1942: Da soll Adolf seine Bonzen aus der Heimat hierhin schicken, uns ablösen, denn wir haben die Nase gestrichen voll.

9. August 1942: Adolf hat sich einen Krieg vom Zaun gebrochen, der uns viel zu schaffen macht.

13. August 1942: Man schimpft jeden Tag mehr über den Krieg und die Regierung, die diesen systematisch vorbereitet und uns endlich hineingetrieben hat…Der Feind hat starke Kräfte zusammengezogen und kämpft zäh. Stalingrad hat starke Befestigungen.

16. August 1942. Im vorigen Jahr hieß es, die letzten voll kampfkräftigen Truppen sind in den Kesseln von Brjansk und Wjasma eingeschlossen (gemeint sind sowjetische Truppen, so der Einsteller) Ich möchte nur wissen, was das für Truppen sind, die sich hier so zäh verteidigen und uns nicht weiter voran lassen. Wir haben hier in Stalingrad sicher noch 14 Tage Arbeit, und dabei stehen wir schon 14 Tage davor.

30. August 1942: Wir haben einen großen Fehler gemacht, indem man – besonders die SS – im vergangenen Jahr keine Gefangenen gemacht hat. So sagt sich der Russe, vor mir ist der Tod, und kämpft verzweifelt bis zum Letzten.

18. Oktober 1942: Ich hatte heute mit dem Fall der Stadt gerechnet.

Quelle, aus dem Buch „Namen für Rossoschka“, Schicksale aus Stalingrad

Lebensläufer

Einen guten Tag allen ins Forum


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05.02.2013 08:25
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#9
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Ich bin mit diesem Buch sehr zufrieden, detailierte Schilderungen und gut illustriert.


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02.02.2015 02:53
#10
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02.02.2015 07:52
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Nur Kein Neid, ihr habt doch Milch und Manstein und, und und bekommen.


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02.02.2015 08:47 (zuletzt bearbeitet: 02.02.2015 08:56)
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#12
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Hitler hatte die Versorgung der Eingeschlossenen aus der Luft versprochen. alle glaubten daran, weil das einen Winter zuvor so gut geklappt hatte. Aber die Luftwaffenfeldmarschälle versagten auf ganzer Linie.
Auch Manstein blieb stecken.
Damit war das Schiksal besiegelt.


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02.02.2015 09:14
#13
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Sehr gutes Buch vom 1. Adjutanten, Oberst Adam zum Thema

http://www.lausitzer-buchversand.de/Biog...dam::25020.html

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Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!


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02.02.2015 13:36
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#14
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http://www.mdr.de/geschichte-mitteldeuts...lseite2494.html

Dann bis morgen zur Diskussion . ratata


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02.02.2015 17:40
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#15
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Zitat von damals wars im Beitrag #12
Hitler hatte die Versorgung der Eingeschlossenen aus der Luft versprochen. alle glaubten daran, weil das einen Winter zuvor so gut geklappt hatte. Aber die Luftwaffenfeldmarschälle versagten auf ganzer Linie.
Auch Manstein blieb stecken.
Damit war das Schiksal besiegelt.


Nee,der Hr.Meier (Göring) wars
Rei


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