X

#81

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 19:56
von Schuddelkind | 3.909 Beiträge | 1282 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Schuddelkind
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von Barbara im Beitrag #77
DoreHom und Schulzi

jetzt wage ich mal eine ganz abenteuerliche These:

seit der Wende haben "unsere Soldaten" nur noch Geld im Kopf während es vorher "Ideale" zu verteidigen gab. Da verkommt das Militär aber auch ganz schön :-)


Sag mal Barbara, bist du im Kloster aufgewachsen oder wurdest du so Casper Hauser mäßig gefangen gehalten? Die Anzahl der Soldaten der BW, die der Meinung sind, ihr Vaterland zu verteidigen, ist seit ihrer Gründung relativ gleichgeblieben. Dir ist sicher bekannt, dass es die Wehrpflicht gab. Also musste man zu dem Verein, es sei denn man verspürte den Drang, in einem Altersheim den Leuten den Popo sauber zu wischen. Also ich kenne jedenfalls keinen der zur BW gegangen ist, um irgendwelche "Ideale" zu verteidigen. Die meisten wollten möglichst schnell wieder in den Beruf oder zum Studium, da der Wehrdienst wesentlich kürzer war als der Zivildienst, waren zu faul den Wehrdienst zu verweigern, wollten "Vergünstigungen" der BW mitnehem, z.B. LKW-Führerschein oder wollten sich auf Staatskosten prima ausbilden lassen um hinterher einen guten Job in der freien Wirtschaft zu ergattern. Die zu verteidigen "Ideale" existieren allenfalls im Offizierskorps. Und selbst da wurde es eng, wenn es zu Ernstfall kam. Als damals der Kosovo-Einsatz begann und die Fliegertruppe erstmalig unter Kriegsbedingungen fliegen durfte, schrieben gleich einige erstmal ihre nachträgliche Verweigerung. Und selbst wenn es den Soldaten heute nur um Geld ginge........die Wehrpflicht ist ausgesetzt, Soldat sein ist heutzutage ein "Job", ähnlich einer Söldnerarmee. Und da darf man schonmal an Geld denken, wenn man denn schon sein Leben riskiert, gell?
Im übrigen bin ich sehr erstaunt, das du in geschichtlichen Dingen doch sehr bewandert bist , während das Thema DDR an dir vorbeigegangen ist.........


Intellektuelle spielen Telecaster
schulzi hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#82

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 20:00
von jecki09 | 424 Beiträge | 20 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds jecki09
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hallo Barbara,

nur neben bei:
in der 2. Strophe der Hymne der DDR heißt es: ... Laßt das Licht des Friedens scheinen, daß nie eine Mutter mehr, Ihren Sohn beweint.

#Barbara
Meine Sicht (und ich habe echt lange gebraucht, um das zu merken, wie festgefrohren dieses Bild war - und halte mich eigentlich für nicht ganz dumm), war, dass ihr alle in einem Kerker gelebt habt, Gefangen - bei Wasser und Brot und immer Parolen aufsagen musstet. Ich hatte totales Mitgefühl! Und dass natürlich alle Grenzsoldaten Gehirn-gewaschene Roboter waren. Und dass man eigentlich schon 1 km vor der Grenze vor Schreck stirbt.
Ich übertreibe jetzt bewusst ein wenig, aber beim Nachdenken kam ich auf die Idee, ..... .


Mit diesem (Vor-)Urteil bist du sicherlich in den "gebrauchten Bundesländern" nicht allein. Aber auch dafür ist dieses Forum (manchmal nur bedingt, sonst aber) geeignet. Deine bisherigen Beiträge finde ich sehr sehr gut.


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#83

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 20:06
von Barbara (gelöscht)
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Barbara
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Vielen Dank Hackel!

Dass mit der Fülle der Fragen liegt daran, dass ich so lange versäumt habe zu fragen, und jetzt gibt eins das andere, mir fällt dauernd was neues ein und mir raucht auch schon ein bisschen der Kopf! Aber gut find ich's!
Ich denke natürlich auch, dass in das "zwischen-deutsche Verhältnis" auch Normalität eingekehrt ist, aber wie man hier lesen kann gibt es ganz schön viel Verletztheit und vieles liegt an fehlender Kommunikation - ein allgemeines Phänomen.
Dann kennst du Köln aber ziemlich gut! Was "simuliert" ihr denn am Hansaring wenn ich das fragen darf?

Herzliche Grüße
Barbara


nach oben springen

#84

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 20:41
von Hackel39 | 3.581 Beiträge | 2681 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Hackel39
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von Barbara im Beitrag #83
Vielen Dank Hackel!

Dass mit der Fülle der Fragen liegt daran, dass ich so lange versäumt habe zu fragen, und jetzt gibt eins das andere, mir fällt dauernd was neues ein und mir raucht auch schon ein bisschen der Kopf! Aber gut find ich's!
Ich denke natürlich auch, dass in das "zwischen-deutsche Verhältnis" auch Normalität eingekehrt ist, aber wie man hier lesen kann gibt es ganz schön viel Verletztheit und vieles liegt an fehlender Kommunikation - ein allgemeines Phänomen.
Dann kennst du Köln aber ziemlich gut! Was "simuliert" ihr denn am Hansaring wenn ich das fragen darf?

Herzliche Grüße
Barbara




Nun das sind die alljährlichen Pflichtfahrten, die wir Lokführer am Fahrsimulator (Standort Hansaring) ableisten müssen, dort werden wir jedes Jahr geprüft, ob wir auch alle Regeln kennen und auch brav befolgen.
Es werden Notrufdurchsagen, einfallende Signale (unerwartetes Zurückfallen auf "Halt" unmittelbar beim Passieren), Zurücksetzen fehlgeleiteter Züge u.v.a.m. geübt und das Verhalten ausgewertet.
In der Praxis draußen kann man so etwas nicht durchexerzieren, da würde sich kein Rad mehr drehen, wenn wir dort solche Manöver veranstalten würden.
Der Herr J., unser Lehrer dort ist einer der besten Ausblider, den ich jemals kennen lernen durfte, absolut auf der Höhe und voll in der Praxis, alle Achtung.
In der DDR gab es nur eine jährliche Prüfung, mehr war auch nicht nötig, da wir damals nicht so viele externe Mitwirkende am Bahnbetrieb hatten wie heute, wo sich dauernd irgendwelche Leute einbringen, die ihre Verschlimmbesserungen gar nicht überblicken können.
Aber auch der ewige Krieg zwischen den Privatbahnen, der DB- Sparten, dem Netzbetreiber und dem Bundesamt mit seinen unsichtbaren Fronten nervt total und ist destruktiv zum Leidwesen der Bahnkunden, ist aber ein zu komplexes Thema das schon anderswo mal angeschnitten wurde.


nach oben springen

#85

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 20:41
von Barbara (gelöscht)
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Barbara
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hi schuddelkind,

meine "These" war - eine winzige kleine Provokation :-) Ich möchte ran an den thematischen "Speck"!

Wehrpflicht: Ich kannte solche und solche, einer meiner Brüder war überzeugt, dass man die Demokratie verteidigen müsse, zumindest potenziell, was er tat. Dann ging er nach W-Berlin und wurde 68er. Der zweite hat lieber "Popo's" abgeputzt, ging dann nach W-Berlin und hat weiter Popo's abgeputzt, der 3. wurde wegen Herzfehler ausgemustert und wurde dann ein ziemlich emsiger Fußballer in der Kreisliga und erfreut sich immer noch bester Gesundheit.

Kloster-Gefangenschaft > > nein > aber kath. strenges Mädchengym., beim Kultusminsterium erfolgreich eingeklagt, dass ich das öffentliche gemischte besuchen darf. Beides gute Schulen, guter Unterricht >> Bildung!!! Geschichte !!!

Thema DDR an dir vorbeigegangen ist......... Oh nein, das habe ich nie gesagt, ganz im Gegenteil. Ich hatte glaube ich ganz gutes Faktenwissen. Mein Geschichts- und Philosophielehrer kam aus Ost-Berlin, kurz vor der Mauer noch "rübergemacht" , trug konsequent diese ausgestellten "Reiter"hosen mit Stiefeln - und Gerte! (Hat nicht geschlagen!) Bei dem habe ich sowas von analytischem Unterricht gehabt, halbes Jahr Kommunismus, halbes Jahr Nationalsozialismus. Und ansonsten habe ich auch Zeitung gelesen, mich auch sonstig gebildet etc
Aber darum geht es nicht sondern darum was ich in meinen Beiträgen versucht habe auszudrücken.
Bist du eigentlich Wessi?
Und spielst du die Gitarre, die auf deinem Profilfoto ist?
Beste Grüße
Barbara

Caspar-Hauser :-)


nach oben springen

#86

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 20:49
von Schuddelkind | 3.909 Beiträge | 1282 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Schuddelkind
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von Barbara im Beitrag #85
Hi schuddelkind,

meine "These" war - eine winzige kleine Provokation :-) Ich möchte ran an den thematischen "Speck"!

Wehrpflicht: Ich kannte solche und solche, einer meiner Brüder war überzeugt, dass man die Demokratie verteidigen müsse, zumindest potenziell, was er tat. Dann ging er nach W-Berlin und wurde 68er. Der zweite hat lieber "Popo's" abgeputzt, ging dann nach W-Berlin und hat weiter Popo's abgeputzt, der 3. wurde wegen Herzfehler ausgemustert und wurde dann ein ziemlich emsiger Fußballer in der Kreisliga und erfreut sich immer noch bester Gesundheit.

Kloster-Gefangenschaft > > nein > aber kath. strenges Mädchengym., beim Kultusminsterium erfolgreich eingeklagt, dass ich das öffentliche gemischte besuchen darf. Beides gute Schulen, guter Unterricht >> Bildung!!! Geschichte !!!

Thema DDR an dir vorbeigegangen ist......... Oh nein, das habe ich nie gesagt, ganz im Gegenteil. Ich hatte glaube ich ganz gutes Faktenwissen. Mein Geschichts- und Philosophielehrer kam aus Ost-Berlin, kurz vor der Mauer noch "rübergemacht" , trug konsequent diese ausgestellten "Reiter"hosen mit Stiefeln - und Gerte! (Hat nicht geschlagen!) Bei dem habe ich sowas von analytischem Unterricht gehabt, halbes Jahr Kommunismus, halbes Jahr Nationalsozialismus. Und ansonsten habe ich auch Zeitung gelesen, mich auch sonstig gebildet etc
Aber darum geht es nicht sondern darum was ich in meinen Beiträgen versucht habe auszudrücken.
Bist du eigentlich Wessi?
Und spielst du die Gitarre, die auf deinem Profilfoto ist?

Beste Grüße
Barbara

Caspar-Hauser :-)




Jupp, "feindwärts" Geboren und auch geblieben . Und ebenfalls Angehöriger der Popo-Abputzfraktion........allerdings bis Heute.
Und ja, ich spiele genau diese Gitarre, die in meinem Profilbild abgebildet ist.
Besten Gruß zurück,
Schuddel


Intellektuelle spielen Telecaster
nach oben springen

#87

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 20:56
von Barbara (gelöscht)
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Barbara
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Warum hast du dich in diesem Forum angemeldet?


nach oben springen

#88

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 20:59
von Schuddelkind | 3.909 Beiträge | 1282 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Schuddelkind
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von Barbara im Beitrag #87
Warum hast du dich in diesem Forum angemeldet?



Guckst da: Schon wieder ein Neuzugang.....


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 04.02.2013 21:00 | nach oben springen

#89

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 21:03
von Barbara (gelöscht)
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Barbara
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

...also ein eindeutiger Standortvorteil deinerseits was Kontakt mit dem "Osten" anging :-)


nach oben springen

#90

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 21:10
von Schuddelkind | 3.909 Beiträge | 1282 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Schuddelkind
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von Barbara im Beitrag #89
...also ein eindeutiger Standortvorteil deinerseits was Kontakt mit dem "Osten" anging :-)



Könnte man so sagen........


Intellektuelle spielen Telecaster
nach oben springen

#91

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 23:25
von Rainman2 | 5.851 Beiträge | 811 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Rainman2
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hallo Barbara,

nun auch von mir ein herzliches Willkommen, ein großes Dankeschön und einen dicken Glückwunsch zum Lostreten eines so herzerfrischenden Threads. Ich würde gerne auf vieles hier antworten oder dazu etwas schreiben, aber das schaffe ich nun nicht. Dein Eingangsbeitrag hat bei mir die Kiste mit meinen Erinnerungen zu meiner eigenen nationalen Haltung aufgemacht. Ich musste dabei feststellen, dass dieser Teil meines Ichs eher einer Loseblattsammlung oder einem Zettelkasten gleicht, als einer aufgeräumten Grundhaltung. Früher hatte ich eine klare Grundhaltung, da war ich DDR-Bürger und kein Deutscher. Naja, früher war eben alles ganz anders. Ich ziehe einfach mal drei "Zettel" heraus, als mein Betrag hier zur "deutschen Frage"

1. Wie ich lernte, Deutsche zu hassen
In Decin und in Karlovy Vary: Ich sah sie, meine Landsleute, die DDR-Bürger, die Ostdeutschen, die Deutschen - sie benahmen sich in meinen Augen schauderhaft. Sie stürtzten sich in Geschäfte, als hätten sie nie etwas zu kaufen bekommen. Sie brüllten über die Kurpromenade, wo es noch was zu kaufen gäbe. Eine Verwechslung war nicht möglich, Sachsen erkennt man immer und damals konnte ich sogar noch die Regionen aus dem Dialekt heraushören. Ich wollte mich abgrenzen von dieser von mir als Würdelos betrachteten Art. Vielleicht war es kein abgrundtiefer, unversöhnlicher Hass, aber es war eine Abneigung, die sehr tief ging.

2. Wie ich lernte, Deutsche zu verstehen
Wenn mir, dem alten Politoffizier, jemand mit den Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg, gar mit den Vertriebenenverbänden oder Landsmannschaften kam, dann war meine Meinung fertig und konnte wortwörtlich in das Schulungsheft für die Politische Schulung der Soldaten gedruckt werden. Alles Revanchisten und Unverbesserliche! Moment - plötzlich stehe ich mit meiner eigenen Vergangenheit da. Ich merke, dass die viele Kritik und das Herumnörgeln an der Vergangenheit schmerzt. Diese, meine Vergangenheit, mag sie eine Hure gewesen sein, aber sie verkörpert für mich einen Wert. Und jede Herabminderung dieses Wertes ruft zunächst meinen Widerstandswillen herbei. Kann ich aber mit dieser Haltung Menschen kritisieren, von denen ich nicht weiß, ob es ihnen genauso geht. Es geht mir dabei nicht um die Gebietsforderungen, die da immer wieder in den Raum gestellt werden. Es geht mir um die Frage nach dem ursprünglichen Interesse dieser Menschen, nach ihrem Recht an Geschichte, nach dem Wert ihrer Vergangenheit. Ich konnte dazu inzwischen schon recht interessante Gespräche führen, die allerdings nicht immer im Konsens endeten.

3. Wie ich lernte, ein stolzer Deutscher zu sein
Ja, wie dann datt nu - Leben ist, was passiert, während man andere Pläne macht ... Ich saß mit meiner allerbesten Hälfte im November letzten Jahres in Cardiff in Wales mitten im Millenium Stadium um das Rugby-Länderspiel zwischen Neuseeland und Wales zu genießen. Ich hatte mein "All Blacks"-Shirt an. Neben uns setzte sich ein walisisches Ehepaar, beide Anfang/Mitte der Sechziger. Er fragte mich, aus welcher Gegend von Neuseeland ich käme und ich antwortete veschmitzt: Berlin. Er grinste und begann einen Vortrag, dass Rugby in Deutschland doch keine Rolle spiele. Ich erklärte, dass die meinige gerade ihre Bundesligakarriere beendet hatte. Rugby und noch dazu Frauenrugby in Deutschland, da war er von den Socken. Und genau da ertappte ich mich bei dem Gedanken: "Siehste, das hätteste von uns Deutschen mal nicht erwartet". Hoppla, war das ein Stück Nationalstolz? Man lernt nie aus.


Na denne, Barbara, viel Spaß noch im Forum!
ciao Rainman


Nachtrag zu 3.) Als ich dem Mann erzählt hatte, auf welcher Position mein Weib gespielt hatte, drehte er sich zu seiner Frau um, stieß sie an und rief ganz aufgeregt: "Hey ya, she's a hooker". Hmmm, ja ... das ist die offizielle Bezeichnung der Nummer 2 im Rugby, übersetzt "Hakler". Und die meinige legt Wert auf die deutsche Bezeichnung! Die Frau sah zunächst konsterniert auf die "Nutte", bis ihr klar wurde, dass wir doch über Rugby sprachen.


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Damals87 und jecki09 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#92

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 05.02.2013 03:22
von schulzi | 2.197 Beiträge | 2430 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds schulzi
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

hallo barbara #68 du hast mich gefragt wie meine schwester damit umgeht und ob sie mit einen westdeutschen verheiratet ist das kan ich mit einen klaren nein beantworten .sie ist genau so erzogen wie ich aber in unserer restfamilie der ruhendepol sie kennt mich besser als ich ist nicht so hitzig und versucht zu vermitteln. zu #77 ist nicht mehr viel zusagen es wurde der kern meiner antwort die die ich dir gegeben hätte schon in vielen antworten beschrieben.bis bald frank


nach oben springen

#93

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 05.02.2013 07:10
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Grenzwolf62
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von Barbara im Beitrag #65




Es berührt mich sehr, wenn ich hier die Berichte der Soldaten lese, die sich zu Recht gegen die Dämonisierung ihres Standes zur Wehr setzen. Soldaten haben einen Eid geleistet, bekommen einen Sold dafür, dass sie ihren „Job“ machen, überall auf der Welt. Ihre Aufgabe ist nicht, dass politische System, dem sie „dienen“ (!) in Frage zu stellen.
Wie weit sie mit diesem einverstanden sind und damit ihren eigenen Job in Frage stellen müssen (mit oder ohne Konsequenzen) ist zunächst mal eine ganz und gar persönliche Frage. Und ich möchte gerne wissen, wer hier den ersten Stein werfen möchte..... (ich persönlich bin übrigens sehr froh, dass ich nie Soldat werden musste... bin auch vom „Krieg“ nicht überzeugt)
Ich habe deinen Bericht und den von anderen hier gelesen, als ihr das erste mal an der Grenze standet und das liest sich sehr unterschiedlich, mal nachdenklich, mal überzeugt, und manche Beiträge erzählen davon, welche Überforderung diese Situation bei dem ein oder andern gewesen ist.
Das möchte ich hier klar aussprechen: es war eine absolute Sauerei seitens der DDR-Regierung, z. T. der artig junge Menschen in eine solche Situation zu stellen. Dafür reichen m.E. staatsbürgerliche Überzeugung und auch Befehl und Gehorsam nicht aus, das ist auch ein psychologisches Problem. Was denkt du / ihr darüber?

(Das gleiche gilt für alle anderen Länder, die solches auch bis heute tun...)
Man bedenke, heute werden Bundeswehrsoldaten nach 3 Monaten Afghanistan wegen Posttraumatischen Belastungsstörungen behandelt!!!
Die Ausführungen von „student“ finde ich übrigens hervorragend zu diesem Thema> wenn Haltung, dann klar und konsequent...)
Ich weiß, ich bin jetzt ein bisschen abgeschweift – egal.
Jedenfalls herzlichen Gruß!
Barbara

PS: „Kanten“ ist ja ein interessantes Wort :-)



Es wurden uns als sehr jungen Männern recht verantwortungsvolle Aufgaben übertragen, bis zur eventuell endkonsequenten Entscheidung über Leben und Tod.
Vielleicht konnten wir gerade weil wir so jung waren recht unbedarft diese Aufgaben meistern.
Man darf auch die intensive Vorbereitung auf gewisse Aufgabenstellungen in der damaligen Zeit nicht außer Acht lassen.
Spätestens mit der Einschulung begann eine intensive propagandistische Erziehung im Sinne der sozialistischen Doktrin z.B. mit Hilfe der Pionierorganisation.
Neben Spaß und Spiel wurde auch an der Formung des sozialistischen Menschen gearbeitet und nicht zuletzt an seiner Kampfbereitschaft für die Sache.
Vieles ging an einer kindlichen Seele vorbei, aber wenn du tausendmal das Wort "Kampf" oder "Feind" vernommen hast, dann gräbt sich das doch ins Unterbewusstsein ein und du wirst langsam bereit der Sache zu dienen, dazu kam eine gewisse Gruppendynamik, in diktatorischen Strukturen ist Individualität nicht gewünscht, der Mensch soll sich in ein Kollektiv einfügen das gemeinsam einem Ziel entgegenstrebt.
Aus diesem Grunde wurden auch offensichtliche Zweifler und Abweichler "bearbeitet" um sie wieder auf den rechten Weg zu führen.
Als junger Erwachsener hast du dann entweder voller Überzeugung oder wenigstens mit Unterordnung in deren Notwendigkeit deine dir gestellten Aufgaben erfüllt.
Das tiefere Nachdenken um den Sinn und dem eventuellem Mißbrauch von Idealen fand nicht statt, das konnte man sich sozusagend nicht leisten, Mitschwimmen im Strom der Masse war besser um ein relativ ruhiges Leben zu führen.
Man findet noch heute in vielen Beiträgen die Nachwehen dieser Erziehung, das Leben war sehr einfach aber im Kollektiv sicher, die Grundbedürfnisse wurden künstlich für alle gesichert, übergroßes Nachdenken konnte durch allumfassendes Kümmern und Regulierung durch den Staat ausgeschalten werden.
Bedingt durch diese Lebenssteuerung fiel es auch vielen Menschen aus der ehemaligen DDR schwer sich an die veränderten Bedingungen nach der Wiedervereinigung zu gewöhnen oder es war ihnen generell unmöglich diese neuen Bedingungen zu akzeptieren.


Jobnomade und Mike59 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.02.2013 09:08 | nach oben springen

#94

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 05.02.2013 09:00
von Jobnomade | 1.380 Beiträge | 9 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Jobnomade
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von Barbara im Beitrag #65
Jobnomade

Lieber Hartmut, vielen Dank!
So sind wir beiden denn an den „Rändern“ groß geworden.... ich im äußersten westlichen Tal der Ahnungslosen :-))))
Meine Sicht (und ich habe echt lange gebraucht, um das zu merken, wie festgefrohren dieses Bild war - und halte mich eigentlich für nicht ganz dumm), war, dass ihr alle in einem Kerker gelebt habt, Gefangen - bei Wasser und Brot und immer Parolen aufsagen musstet. Ich hatte totales Mitgefühl! Und dass natürlich alle Grenzsoldaten Gehirn-gewaschene Roboter waren. Und dass man eigentlich schon 1 km vor der Grenze vor Schreck stirbt.
Ich übertreibe jetzt bewusst ein wenig, aber beim Nachdenken kam ich auf die Idee, dass dieses Bild möglicherweise eine unmittelbare Verlängerung des Lager- Schreckens der Nazis war. Ich habe - dank meiner Mutter - schon mit 15- 16 die ganze KZ- und Widerstandsliteratur des 3. Reiches lesen müssen (dürfen! sollen!) , das war echt kein Zuckerschlecken und auch ein bisschen viel.
Geborene 55: 10 Jahre nach dem Krieg, das ist nicht viel! Unsere Generation trägt das in sich (egal wie gut die Verarbeitung gelaufen ist) und ich wage zu behaupten, dass unsere Generation gar nicht die Chance zu irgendeiner Objektivität hatte. Das öffnet natürlich Propaganda und Demogagie Tür und Tor. (ich glaube übrigens, dass die gemeinsame Verarbeitung des NS-Regimes noch aussteht – siehe der Thread mit dem entsprechenden Thema).

Es berührt mich sehr, wenn ich hier die Berichte der Soldaten lese, die sich zu Recht gegen die Dämonisierung ihres Standes zur Wehr setzen. Soldaten haben einen Eid geleistet, bekommen einen Sold dafür, dass sie ihren „Job“ machen, überall auf der Welt. Ihre Aufgabe ist nicht, dass politische System, dem sie „dienen“ (!) in Frage zu stellen.
Wie weit sie mit diesem einverstanden sind und damit ihren eigenen Job in Frage stellen müssen (mit oder ohne Konsequenzen) ist zunächst mal eine ganz und gar persönliche Frage. Und ich möchte gerne wissen, wer hier den ersten Stein werfen möchte..... (ich persönlich bin übrigens sehr froh, dass ich nie Soldat werden musste... bin auch vom „Krieg“ nicht überzeugt)
Ich habe deinen Bericht und den von anderen hier gelesen, als ihr das erste mal an der Grenze standet und das liest sich sehr unterschiedlich, mal nachdenklich, mal überzeugt, und manche Beiträge erzählen davon, welche Überforderung diese Situation bei dem ein oder andern gewesen ist.
Das möchte ich hier klar aussprechen: es war eine absolute Sauerei seitens der DDR-Regierung, z. T. der artig junge Menschen in eine solche Situation zu stellen. Dafür reichen m.E. staatsbürgerliche Überzeugung und auch Befehl und Gehorsam nicht aus, das ist auch ein psychologisches Problem. Was denkt du / ihr darüber?
(Das gleiche gilt für alle anderen Länder, die solches auch bis heute tun...)
Man bedenke, heute werden Bundeswehrsoldaten nach 3 Monaten Afghanistan wegen Posttraumatischen Belastungsstörungen behandelt!!!
Die Ausführungen von „student“ finde ich übrigens hervorragend zu diesem Thema> wenn Haltung, dann klar und konsequent...)
Ich weiß, ich bin jetzt ein bisschen abgeschweift – egal.
Jedenfalls herzlichen Gruß!
Barbara

PS: „Kanten“ ist ja ein interessantes Wort :-)




Liebe Barbara,

ich möchte kurz auf Deine Frage eingehen, bevor sie in der Datenflut hier untergeht,,,
Zu dem Thema habe ich früher hier schon etwas geschrieben, das wollte ich gern verlinken, finde es aber auf die Schnelle nicht wieder.
Ja, die meisten von uns waren überfordert mit der Situation an der Grenze. Sie waren gewöhnliche Wehrpflichtige, die Alternative Zivildienst gab es in der DDR nicht. Wehrdienstverweigerung war mit gesellschaftlicher Ächtung verbunden.
Vor der Vorstellung, in Sekunden zu entscheiden, auf einen unbewaffneten Flüchtling zu schiessen, grauste es den meisten - das wirst Du beim Lesen der Beiträge der ehemaligen Grenzer noch oft feststellen.
Grenzwolf62 hat soeben einen Beitrag dazu geschrieben, dem ich mich voll anschliessen möchte.

Herzlichen Gruss von Hartmut


u3644_Jobnomade.html
nach oben springen

#95

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 05.02.2013 10:08
von damals wars (gelöscht)
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds damals wars
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

nach oben springen

#96

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 05.02.2013 10:19
von Jobnomade | 1.380 Beiträge | 9 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Jobnomade
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von damals wars im Beitrag #95
http://de.wikipedia.org/wiki/Bausoldat war die Alternative.


ja, richtig, vergass ich zu erwähnen.
Hier musste man glaubhaft religiöse Gründe darlegen können. Und berufliche Benachteiligungen wegen einer solchen Entscheidungen waren nicht auszuschliessen, formuliere ich hier mal ganz vorsichtig...
Es war bereits die Gratwanderung zur gesellschaftlichen Ächtung.
Ich hätte jedenfalls keine Idee gehabt, wie ich so einen Schritt für mich begründen sollte..

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
nach oben springen

#97

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 05.02.2013 11:06
von Gelöschtes Mitglied
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von Barbara im Beitrag #63
Hallo Vierkrug: Danke für das Zitat!
Was hatte der Marx eine schlechte Meinung von den Deutschen!!! Ich habe nochmal nachgesehen, das Buch aus dem du zitierst stammt aus der Mitte des 19. Jhdts.
Wie kam das denn bloß??? „Ekel“-Abstufungen von Nationalismus, was es nicht alles gibt....
Marx war auch ganz schön Kind seiner Zeit glaube ich....
Was beinhalten deiner Meinung nach die Begriffe
„Nation“?
„Nationalität“
„Vaterland“

Herzlichen Gruß
Barbara



Sorry, bin jetzt erst zum Lesen dieses Beitrages gekommen. Ich versuche eine halbwegs akzeptable Erklärung für diese Begriffe zu finden und sie neutral zu sehen. Als sehr linksdenkender und -handelnder Mensch müßte ich sie jedoch von der klassenmäßigen Position bewerten und beurteilen.

Nation - abgeleitet aus dem lateinischem Wort natio, und übersetzt Geburt, Herkunft, Volk
Als Nation bezeichnet größere Gruppen von Menschen, die gemeinsame kulturelle Merkmale wie Sprache, Tradition, Sitten und Gebräuche oder Abstammung besitzen. Diese sprachliche und kulturelle Übereinstimmung wird auch als Nationalcharakter eines Volkes bezeichnet.Das wäre dann die anthropologische Definition der Nation, die sich dann wiederum in den Begriffen der Kulturnation oder ethnischen Nation widerspiegelt.

Nationalität- beschreibt die Zugehörigkeit einer Person zu einem Volk bzw. einer Nation. Politisch wird sie definiert über den Begriff der Staatsbürgerschaft. In der DDR lebten u.a. zwei Nationalitäten, die Deutschen und die Sorben.

Vaterland- lt. Wiki ist das Vaterland die Bezeichnung für das Land, aus dem man selbst bzw. die Vorfahren stammen und in dem sich ein Mensch verwurzelt fühlt, in dem meistens verwandtschaftliche Beziehungen bestehen und häufig emotionale Erfahrungen in der individuellen Entwicklung gemacht wurden, welche mit diesem Land verbunden werden.

Soweit zu den groben und nicht tiefer gehenden Begriffsdefinitionen.
Was ist nun des Deutschen sein Vaterland ??? Ich habe immer wieder Bauchschmerzen, wenn heutige Nationalhymne gespielt wird, auch wenn es nur die 3.Strophe des Deutschlandliedes von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben ist, so assoziert sie trotzdem den nationalistischen Anspruch des gesamten Liedes mit der Kernaussage - Deutschland, Deutschland über alles in der Welt.
Das war aber nie das Anliegen eines August Heinrich Hoffmann von Fallersleben - ist aber auch kennzeichnend dafür, das deutsches Kulturgut schon immer für Hegemonieansprüche herhalten mußte.
Das Streben nach einem großdeutschem Nationalstaat zu Zeiten eines Ernst Moritz Arndt wird auch deutlich in dem 1843 von Fallersleben verfasstem Lied - "Das Lied vom deutschen Ausländer" - das im eigentlichem Sinne gerichtet ist gegen die damals vorherrschende Kleinstaaterei und damit verbundenen Macht- und Führungsansprüchen einzelner deutscher Länder, wie z.B. Preussen.
Nach der gescheiterten bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848 schrieb von Fallersleben1849 zur Melodie von "Gute Nacht, gute Nacht, schöne Anna Dorothee" die bissige Parodie mit dem Titel Vetter Michels Vaterland: "Sag, wo ist, sag, wo ist Vetter Michels Vaterland? Wo Belagerungszustand ein Recht ist Und das Volk ein gehorsamer Knecht ist, da ist Vetter Michels Vaterland, das ist des Vetter Michels Vaterland!“.
Was die heutige Nationalhymne anbetrifft, so hätte der Text der ehemaligen DDR-Hymne wohl mehr die Befindlichkeiten der Deutschen getroffen, gerade nach zwei Weltkriegen, die vom deutschem Boden ihren Ausgang nahmen. Hier zur Erinnerung der Text von J.R. Becher

Auferstanden aus Ruinen
Und der Zukunft zugewandt,
Laß uns dir zum Guten dienen,
Deutschland, einig Vaterland.
Alte Not gilt es zu zwingen,
Und wir zwingen sie vereint,
Denn es muß uns doch gelingen,
Daß die Sonne schön wie nie
|: Über Deutschland scheint. :|


Glück und Frieden sei beschieden
Deutschland, unserm Vaterland.
Alle Welt sehnt sich nach Frieden,
Reicht den Völkern eure Hand.
Wenn wir brüderlich uns einen,
Schlagen wir des Volkes Feind!
Laßt das Licht des Friedens scheinen,
Daß nie eine Mutter mehr
|: Ihren Sohn beweint. :|


Laßt uns pflügen, laßt uns bauen,
Lernt und schafft wie nie zuvor,
Und der eignen Kraft vertrauend,
Steigt ein frei Geschlecht empor.
Deutsche Jugend, bestes Streben
Unsres Volks in dir vereint,
Wirst du Deutschlands neues Leben,
Und die Sonne schön wie nie
|: Über Deutschland scheint. :|


Abschließende Gedanken zur Aussage von Eisenacher - Kommunisten haben kein Vaterland. Warum haben sie kein Vaterland ??? Man könnte lapidar antworten und sagen, sie haben es nicht, solange es den Kapitalismus gibt.
Der Begriff mag altmodisch klingen, doch es existiert noch immer: das Proletariat. Es gibt sie noch, jene Klasse der Gesellschaft, die nichts besitzt außer ihrer Arbeitskraft, welche sie Tag für Tag verkaufen muss, um sich vom dabei erzielten Lohn am Leben erhalten zu können. Das Proletariat existiert in Deutschland genauso wie in allen anderen Staaten, in denen Lohnarbeit und Warenproduktion, sowie, daraus resultierend, die Teilung der Gesellschaft in Klassen existiert, das heißt: auf dem gesamten Globus. Aber mit dem entsprechenden Klassenbewusstsein ist es fast überall nicht weit her — hierzulande am wenigsten. Trotz des immer offener geführten Klassenkampfes von oben, trotz Sozialabbau, Arbeitszwang und Massenentlassungen, trotz Arbeitszeiterhöhungen und was sonst noch alles kommen mag: "vereinigen“ wollen die ProletarierInnen sich nicht, und mit ihren Leidensgenossen aus anderen Ländern erst recht nicht.
Wenn in Deutschland das Proletariat auf die Straße geht, stellt es seine objektive Lage nicht etwa in Frage und kämpft grundsätzlich gegen seine alltägliche Ausbeutung am Arbeitsplatz, sondern es wünscht sich zurück in jene goldene Wirtschaftswunder-Zeit, als die Ausbeutung noch "menschlich“ war und der Kapitalismus scheinbar "sozial“. Das Modell der "Sozialpartnerschaft“ zwischen Beschäftigten und Unternehmensführung, nichts anderes als ein zeitweilig geglückter Versuch, die objektiven Interessengegensätze zwischen Bevölkerung und Kapital durch allgemeinen Wohlstand zu befrieden und scheinbar abzuschaffen. Dieses in Modell des "rheinischen Kapitalismus“ existiert schon lange nicht mehr. Nicht die Teilung in Besitzende und Nichtbesitzende, Arbeitende und Arbeiten-Lassende, nicht der untrennbare Zusammenhang von steigendem Profit und sich verschlechternden Arbeitsbedingungen, Überproduktion und Armut, Arbeitszeitverlängerung und Arbeitslosigkeit — nicht dieser fundamentale Skandal der kapitalistischen Vergesellschaftung selbst soll angegriffen werden, sondern nur seine gegenwärtige Erscheinungsform, die doch ohne ihre ökonomisch-politischen Grundlagen gar nicht denkbar ist.
Hinzu kommt der bewußte Angriff der Politik auf den Nerv der Deutschen - der Appelierung an ihr "Nationalgefühl" und ihren "Patriotismus". Dann noch die Berufung der Legimität auf das sogenannte "Volksempfinden".
Diese allzu wohlwollende Empathie gegenüber dem "Volksempfinden“ hat verschiedene Ziele und Hintergründe. Immer jedoch führt das Denken in Kategorien von "Volk“ und "Nation“, selbst wo es ganz harmlos und pazifistisch auftritt, zur Ausgrenzung all jener Menschen, die in diesen Konstrukten keinen Platz haben; immer schon lauert unter der Oberfläche nationalistischen Denkens die Möglichkeit des Pogroms: denn wo Deutsche sind, da sind immer auch Nicht-Deutsche; wo Patrioten sind, sind immer, per definitionem, auch Verräter; wo Volk ist, da sind immer auch Volksfremde.

Ist ein wenig umfangreich geworden

Vierkrug


Damals87, DoreHolm, Diskus303 und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#98

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 05.02.2013 14:02
von Eisenacher | 2.069 Beiträge | 6 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Eisenacher
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

@Vierkrug
Dann läuft doch im Prinzip für die Linken alles Bestens. Die Nationalstaaten werden gerade abgeschafft. Multi-Kulti ist angesagt. Jedenfalls von Seiten der Nochregierenden. Ich war vor 23 Jahren das erste mal in den Niederlanden. Das waren die tolerantesten Menschen in Europa. Da gab es weder Rassismus noch Ausländerfeindlichkeit. Fahr heute mal in diese Region. Die Progrome werden kommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Der Grund wird aber nicht das nationalistische Denken der Menschen sein, sondern die unverantwortliche Politik der Linken, deren Ziel eine Multi-Kulti Gesellschaft ist und die sich damit zu Instrumenten von Rockefellers New World Order machen lassen. Bist Du wirklich geil auf Gettos und Blutbad? Das ist dir doch klar , wo es endet, wenn diese Politik so weiter betrieben wird. Meint ihr Linken wirklich, das eine Islamisierung Europas und die Politik der Immigration eine sozialistische Weltrevolution bewirkt? Die hacken euch Kommunisten doch die Birne ab, wenn ausreichend Landsleute rekrutiert wurden. Das werdet ihr erst begreifen, wenn Ismail oder Mustafa mit dem Krummschwert zum Schwung ausholt und "Allah ist groß" schreit. Das erste Ziel einer sinnvollen Politik sollte es doch sein, jedem Menschen in seiner angestammten Heimat ein befriedigendes Auskommen zu schaffen , aber doch nicht die selbstzerstörerische Politik, die Opfer und zukünftigen Täter nach Europa zu holen.


Sohnematz und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.02.2013 14:08 | nach oben springen

#99

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 05.02.2013 14:53
von Rainman2 | 5.851 Beiträge | 811 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Rainman2
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von Eisenacher im Beitrag #98
@Vierkrug
Dann läuft doch im Prinzip für die Linken alles Bestens. Die Nationalstaaten werden gerade abgeschafft. Multi-Kulti ist angesagt. Jedenfalls von Seiten der Nochregierenden. Ich war vor 23 Jahren das erste mal in den Niederlanden. Das waren die tolerantesten Menschen in Europa. Da gab es weder Rassismus noch Ausländerfeindlichkeit. Fahr heute mal in diese Region. Die Progrome werden kommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Der Grund wird aber nicht das nationalistische Denken der Menschen sein, sondern die unverantwortliche Politik der Linken, deren Ziel eine Multi-Kulti Gesellschaft ist und die sich damit zu Instrumenten von Rockefellers New World Order machen lassen. Bist Du wirklich geil auf Gettos und Blutbad? Das ist dir doch klar , wo es endet, wenn diese Politik so weiter betrieben wird. Meint ihr Linken wirklich, das eine Islamisierung Europas und die Politik der Immigration eine sozialistische Weltrevolution bewirkt? Die hacken euch Kommunisten doch die Birne ab, wenn ausreichend Landsleute rekrutiert wurden. Das werdet ihr erst begreifen, wenn Ismail oder Mustafa mit dem Krummschwert zum Schwung ausholt und "Allah ist groß" schreit. Das erste Ziel einer sinnvollen Politik sollte es doch sein, jedem Menschen in seiner angestammten Heimat ein befriedigendes Auskommen zu schaffen , aber doch nicht die selbstzerstörerische Politik, die Opfer und zukünftigen Täter nach Europa zu holen.

Klar, die Ausländer sind schuld! Mit der Verschärfung der sozialen Spannungen hat das nichts zu tun und wenn, dann kommen die auch nur von den Ausländern. 1933 war es die internationale Verschwörung des Judenstums und des Bolschweismus, heute sind es die Islamisten und die Multikulti der "Kommunisten".

Scheiße - Herr wirf Hirn vom Himmel!

Sorry, aber irgendwann reichts!
ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


exgakl, schulzi und jecki09 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#100

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 05.02.2013 15:20
von Eisenacher | 2.069 Beiträge | 6 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Eisenacher
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

@Rainman
Nicht die Ausländer sind schuld, sondern eine kranke Politik, die auf Teufel komm raus, Bedingungen schafft um Ausländer nach Deutschland zu holen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Das Resultat ist politisch gewollter, importierter Rassismus als Folge. 3-5Millionen Arbeitslose in D und D braucht ausländische Arbeitskräfte? Deutsche Steuergelder gehen in das Ausland, um in D Arbeitsplätze zu vernichten und den Konzernen höhere Profite zu garantieren? Ausländer werden importiert, um die Löhne deutscher Arbeitnehmer zu senken und die Linke freut sich noch und sieht diese Entwicklung positiv ?? Da haben wir unterschiedliche Meinungen.

PS: Mit den Juden hat das Thema nicht sehr viel zu tun


nach oben springen



Besucher
15 Mitglieder und 40 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: discur
Besucherzähler
Heute waren 867 Gäste und 91 Mitglieder, gestern 2726 Gäste und 162 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 15673 Themen und 662743 Beiträge.

Heute waren 91 Mitglieder Online:


Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen