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#381

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 18:25
von PF75 | 3.664 Beiträge | 1389 Punkte
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Zur EOS ging es zu meiner schulzeit (62-72) ab 9.Klasse außerdem Kamen dann auch noch die sogenannten "Fahrschüler" dazu.Das waren dann Schüler aus den umliegenden Dörfern in denen nur bis klasse 8 unterrichtet wurde, dadurch wurden die Klassen aufgeteilt uns es wurden neu zusammengestellt.In der 8.Klasse wurde ich auch ständig genervt ich "müßte" doch mit meinen schulischen Leistungen unbedingt zur EOS,war ich aber zu faul,wollte lieber einen Beruf nach der 10. erlernen.
Nach mal ein Wort zum Facharbeiter, in den 80-er Jahren gab es in meimem Betrieb die Regelung des"Facharbeiters h.c.",also für leute die keinen Berufsabschluß für ihre Tätigkeit hatten erhielten nach langjähriger Arbeit und dem notwendigen guten Ansehen den Facharbeiterbrief ehrenhalber zu erkannt und dadurch auch alle daraus resultierenden Vergünstigungen.Ob sie noch nebenbei irgendwelche theoretische ausbildung nach Feierabend machen mußten weiß ich nicht mehr.



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#382

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 18:44
von schulzi | 2.189 Beiträge | 2345 Punkte
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du meinst damit die zuerkennung des facharbeiters da musstest du aber 25 jahre im betrieb sein und in dem beruf gearbeitet haben bzw. einen teilffacharbeiter besitzen oder was es immer auch gewesen ist einen "sonderlehrgang" besucht .


zuletzt bearbeitet 24.02.2013 18:45 | nach oben springen

#383

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2013 00:55
von frank | 1.753 Beiträge
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Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #370
Zitat von frank im Beitrag #339
Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #336
Heiko-Pionierfüller habe ich heute noch. Ich schreibe damit immer, wenn ich mit violetter Methylen-Violett-Tinte schreibe (selbstgemacht, früher aus Kopierstftminen, heutzutage aus käuflicher Indikatorlösung). Das Kratzen kam vom Herstellungsverfahren der Federn, wenn sie neu waren gab es daran noch einen gangganzganz kleinen Grat vom Schlitzen und der verhakte sich gerne in den Papierfasern oder Holzeinschlüssen. Die ersten Heiko-Füller hatten meines Erachtens noch Iridium-Spitzen, die waren besser für Schreibfedern geeignet.
Der Füller hieß auch Heiko-Taschenfüller! Und an der Grenze hatten wir einen GAKl, der uns öfters die Taschen mit "erlebten" unheimlichen Grenzergeschichten füllte, Da hatte er seinen Deckname "Heiko" weg!
In der ersten Klasse haben wir noch das Schreiben mit Pinsel und blauer Malfarbe gelernt, weil wir so "eine leichte Handschrift" und Federführung bekommen sollten. Vielleicht konnte ich auch deshalb so gut mit dem Pionierfüller zurecht kommen.
Englisch wurde bei uns benotet!
Kopfnoten gab es: Betragen, Fleiß, Ordnung, Mitarbeit, Gesamtverhalten. Von der ersten bis zur zehnten Klasse.

Viele Sachen in der DDR waren knapp, wie es das Zucker-Marmeladen-Beispiel zeigt, weil immer alles, was es gerade gab von bestimmten Leuten absichtlich oder unabsichtlich oder vorausschauend "gehortet" wurde. Oder weil die Verteilung in der DDR nicht richtig klappte.
Als ich in Hoyerswerda gearbeitet hab mußte ich immer für meine Mutter Spee (das Waschmittel), Eier, Toilettenpapier und Backzutaten besorgen und mitbringen. Das war in unserer Gegend eben knapp. Nach Hoyerswerda hab ich für meine Kollegen immer Gewürze mitbringen müssen, die in dieser Gegend knapp waren.
Viele Sachen wurden wirklich gehortet. Ich weiß noch von der Uni in Chemnitz, da gab es im Keller ein Lager für Verbrauchsmaterialien, stabil vergittert. Durch die Gitterstäbe konnte man aber sehen, was gelagert wurde. Und als ich vor zwei Jahren zufällig mal dort war hab ich auch in den Keller geguckt. Alles noch wie zu DDR-Zeiten und noch stapelweise DDR-Fit-Flaschen.
Und als alter Zwicker wußte ich, das Trabant-Ersatzteile immer knapp waren. Nach der Wende gab es zu den Trabant-Terffen plötzlich Unmengen von Auspuffanlagen, Rückspiegeln, Türgriffen und Rücklicht-Gläsern. Alles zu DDR-Zeiten sehr gefragte Tasuchobjekte. Vieles wurde also auch nicht für sich selbst gehortet, sondern als Tauschobjekte für die Dinge, auf die man selber keinen Zugriff hatte.

HG 82/I
Olsen


wow ! ist mir neu das es so 'abgelegene orte' gab in der ddr , wo mann nicht einmal : waschpulver , eier und papier für 'hinten' bekommen hat !!
wie hieß denn das 'kaff' ???


Das war kein Kaff, sondern Zwickau! Und es gab eben nicht immer alles, was man so brauchte! Beziehungsweise war es so knapp, daß man nix mehr bekam, wenn es alle war. Logisch, weil es nicht für alle reichte!
Deshalb gab es ja auch diese sogenannten Falt-Beutel (sächsisch Falz-Beutel, synonym für falls-Beutel), falls es mal etwas etwas gab...

HG 82/I
Olsen


meine schwester lebte lange zeit in zwickau davor im umland !! (ungefähr der selbe jahrgang )
ich selber bin auf einem kleinen dorf in thüringen aufgewachsen , mir ist durch aus bewußt das es zu ddr -zeiten nicht alles gab so wie heute , dennoch gab es kein mangel an grundnahrungsmitteln auch wenn man mal eher zum 'dorf -konsum' gehen mußte um frisches brot zu bekommen !!!
aber mal 'butter bei die fische' , ist das nicht heutiges wunschvorstellen : keine eier , kein waschpulver und kein klopapier !!!



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#384

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2013 01:54
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von frank im Beitrag #338
Zitat von Barbara im Beitrag #337
Hallo Olsen,

du hast mit einem Pinsel schreiben gelernt????? Das ist ja ein Ding!

Wie wurde das bei der Wende eigentlich erlebt - dass plötzlich alles da war? War das einfach nur pure Erleichterung, nicht immer "organisieren" zu müssen, sondern im nächsten Laden alles kaufen zu können? Wie hat sich das angefühlt - von heute auf morgen im "Überfluss" zu stehen? Wie siehst du das heute - wo du doch auch ein Tüftler bist - ging auch etwas verloren dadurch?

Herzlicher Gruß!
Barbara


so viele fragen ! geschichtliches interresse oder berufliche ambitionen !!??



Hallo Frank!
viele Fragen, nicht? Guckst du die Überschrift meines Threads :-)))
Ich fürchte es werden noch mehr und vielleicht hast du ja auch Lust, die ein oder andere zu beantworten?
Ich habe nämlich schon eine Frage - und zwar eine sehr wichtige - an dich - aber im anderen Thema..... guckst du....

Berufliche Ambitionen: habe ich schon mehrfach beantwortet: NEIN! kein Buch, keine Arbeit, kein Film - einfach nur Interrresse :-))))
Aber diese mehrfachen Anfragen bringen mich echt ins Nachdenken - warum man das von mir denkt.
Was hat dich auf diese Frage gebracht? (schon wieder eine Frage :-)))


Herzliche Grüße!
Barbara


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#385

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2013 02:37
von Barbara (gelöscht)
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Hallo Olsen,

deine Beiträge sind klasse und sehr informativ. Ihr puzzlet jetzt alle hier gerade eure Schulzeit und Manches andere zusammen. Und ich lese sehr aufmerksam und erinnere mich an meine eigene Geschichte. Den "Tonfall" in diesem Thread finde ich wirklich angenehm, jeder hat natürlich seinen eigenen Stil, aber das ist auch in Ordnung.

Was du schreibst zu Mangelsituationen und Engpässen bei der Versorgung: als ich Kind war war das gar nicht so viel anders. Bei uns gab's auch bei manchem Kaufmann mal das oder das nicht, in einer kleinen Stadt ist man ja auf das Angebot angewiesen, das man vorfindet, vor allem bei Frischsachen. Und damals gab es noch keine Supermärkte, jedenfalls nicht bei uns. Wir haben z.B. immer "lose" Milch gekauft, und wenn die am Tag weg war, gab's eben abends keine mehr, oder ich hätte sehr weit laufen müssen. Meine Mutter hat immer sehr viel "eingekocht" für den Winter. Die BRD war in den 50er 60er Jahren auch nicht nur ein Schlaraffenland und vieles hing natürlich auch vom Geldbeutel ab. Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich bis in die Schulzeit nur selbst genähte Kleidung trug. Ich fand das aber gar nicht schlimm, auf meiner Straße war das bei allen Kindern so.
Ich glaube Mangel erlebt man sowieso am meisten beim Vergleichen.

Ich glaube dir gerne, dass der Vergleich der "Verhältnisse" ambivalent ist. Dass man sich nach Sachen zurücksehnt, Gewohnheiten, Vertrautes und auf der anderen Seite mit total neuen Umständen klar kommen musste und andererseits aber auch wollte.
Ich persönlich bin eher ein Mensch der Zeit braucht, meinen Alltag zu verarbeiten, ich denke gerne in Ruhe nach und mag es gar nicht wenn ich unter Stress Entscheidungen treffen muss. Ich weiß gar nicht, wie ich mit einer solchen Situation klar gekommen wäre.
Als die Wende kam, war alles plötzlich von heute auf morgen anders für euch. Welch ein Umbruch. Alle waren so überrascht. Wir ja auch.

Ich habe hier schon in einigen anderen Threads gelesen, dass die alte BRD ein anderes Land gewesen sein soll als Deutschland heute. Hab mich gefragt, wie der Schreiber das sagen kann, wenn er sie gar nicht erlebt hat? Habe mich selbst gefragt wie sehr das heutige Deutschland sich eigentlich von der ehem. BRD unterscheidet.... Ist alles auch eine Frage des persönlichen Erlebens.

Die Neid- und Konkurrenz-Gesellschaft finde ich auch bedrückend, ob das jetzt ausgerechnet durch die Wende forciert worden ist, weiß ich gar nicht.... Ob sich das nicht so oder so in diese Richtung entwickelt hätte, wahrscheinlich schon. Ich finde aber, dass es durchaus auch andere Ströme in der Gesellschaft gibt. Viele junge Leute sind sehr bewusst (ich habe guten Draht zu den Freunden meiner Tochter, deshalb habe ich da einen ganz guten Einblick). Die sind richtig frisch drauf, sind engagiert und klug und ich bin eigentlich ganz hoffnungsfroh, was die nächste Generation angeht. mal gucken,was die alles noch auf die Beine stellen.
Ich persönlich versuche Dinge, die ich richtig finde und die mir wichtig sind, in meinem Umfeld zu leben, m.E. die Urzelle für Veränderung - es selbst zu tun :-)))

Herzliche Grüße
Barbara


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#386

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2013 08:49
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Zitat von frank im Beitrag #383
Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #370
Zitat von frank im Beitrag #339
Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #336
Heiko-Pionierfüller habe ich heute noch. Ich schreibe damit immer, wenn ich mit violetter Methylen-Violett-Tinte schreibe (selbstgemacht, früher aus Kopierstftminen, heutzutage aus käuflicher Indikatorlösung). Das Kratzen kam vom Herstellungsverfahren der Federn, wenn sie neu waren gab es daran noch einen gangganzganz kleinen Grat vom Schlitzen und der verhakte sich gerne in den Papierfasern oder Holzeinschlüssen. Die ersten Heiko-Füller hatten meines Erachtens noch Iridium-Spitzen, die waren besser für Schreibfedern geeignet.
Der Füller hieß auch Heiko-Taschenfüller! Und an der Grenze hatten wir einen GAKl, der uns öfters die Taschen mit "erlebten" unheimlichen Grenzergeschichten füllte, Da hatte er seinen Deckname "Heiko" weg!
In der ersten Klasse haben wir noch das Schreiben mit Pinsel und blauer Malfarbe gelernt, weil wir so "eine leichte Handschrift" und Federführung bekommen sollten. Vielleicht konnte ich auch deshalb so gut mit dem Pionierfüller zurecht kommen.
Englisch wurde bei uns benotet!
Kopfnoten gab es: Betragen, Fleiß, Ordnung, Mitarbeit, Gesamtverhalten. Von der ersten bis zur zehnten Klasse.

Viele Sachen in der DDR waren knapp, wie es das Zucker-Marmeladen-Beispiel zeigt, weil immer alles, was es gerade gab von bestimmten Leuten absichtlich oder unabsichtlich oder vorausschauend "gehortet" wurde. Oder weil die Verteilung in der DDR nicht richtig klappte.
Als ich in Hoyerswerda gearbeitet hab mußte ich immer für meine Mutter Spee (das Waschmittel), Eier, Toilettenpapier und Backzutaten besorgen und mitbringen. Das war in unserer Gegend eben knapp. Nach Hoyerswerda hab ich für meine Kollegen immer Gewürze mitbringen müssen, die in dieser Gegend knapp waren.
Viele Sachen wurden wirklich gehortet. Ich weiß noch von der Uni in Chemnitz, da gab es im Keller ein Lager für Verbrauchsmaterialien, stabil vergittert. Durch die Gitterstäbe konnte man aber sehen, was gelagert wurde. Und als ich vor zwei Jahren zufällig mal dort war hab ich auch in den Keller geguckt. Alles noch wie zu DDR-Zeiten und noch stapelweise DDR-Fit-Flaschen.
Und als alter Zwicker wußte ich, das Trabant-Ersatzteile immer knapp waren. Nach der Wende gab es zu den Trabant-Terffen plötzlich Unmengen von Auspuffanlagen, Rückspiegeln, Türgriffen und Rücklicht-Gläsern. Alles zu DDR-Zeiten sehr gefragte Tasuchobjekte. Vieles wurde also auch nicht für sich selbst gehortet, sondern als Tauschobjekte für die Dinge, auf die man selber keinen Zugriff hatte.

HG 82/I
Olsen


wow ! ist mir neu das es so 'abgelegene orte' gab in der ddr , wo mann nicht einmal : waschpulver , eier und papier für 'hinten' bekommen hat !!
wie hieß denn das 'kaff' ???


Das war kein Kaff, sondern Zwickau! Und es gab eben nicht immer alles, was man so brauchte! Beziehungsweise war es so knapp, daß man nix mehr bekam, wenn es alle war. Logisch, weil es nicht für alle reichte!
Deshalb gab es ja auch diese sogenannten Falt-Beutel (sächsisch Falz-Beutel, synonym für falls-Beutel), falls es mal etwas etwas gab...

HG 82/I
Olsen


meine schwester lebte lange zeit in zwickau davor im umland !! (ungefähr der selbe jahrgang )
ich selber bin auf einem kleinen dorf in thüringen aufgewachsen , mir ist durch aus bewußt das es zu ddr -zeiten nicht alles gab so wie heute , dennoch gab es kein mangel an grundnahrungsmitteln auch wenn man mal eher zum 'dorf -konsum' gehen mußte um frisches brot zu bekommen !!!
aber mal 'butter bei die fische' , ist das nicht heutiges wunschvorstellen : keine eier , kein waschpulver und kein klopapier !!!


Frank, nicht überall war die Versorgungssituation gleich gut, bzw. gleich schlecht. Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln war aber in der Tat gesichert.
Zum Thema Eier fällt mir was ein, vielleicht gab es das auch anderswo: Kann ich mich noch erinnern, dass in dem Konsum in einem Dprf bei Schleusingen, in dem meine Tante arbeitete, bis in die 80er hinein ein "Durchleuchtungsgerät" für Eier aufgestellt war(für die noch Jüngeren: Metallgehäuse mit einem Ausschnitt etwas kleiner als ein Ei und einer Glühlampe drin, damit konnte man prüfen, ob die Eier essbar oder schon angebrütet waren). Denn die Eier wurden nicht nur von der KIM angeliefert, sondern auch die Bauern konnten Ihre Hühnereier abliefern und den Eiern konnte man nicht ansehen, ob der Hahn die Henne . . .

Aber zurück zur regionalen Versorgung: Wegen der schwierigen Steuerung der Handelslogistik wuchs in den 80ern die Verbraucherlogistik. Besonders an den Wochenenden habe ich einen regen privaten Güterverkehr (also PKW mit Hänger erlebt und auch mitgemacht: z.B. Zement aus der Strausberger BHG nach Schleusingen zu meinem Onkel, im Gegenzug Holz für die Gartenlaube und Glasvasen aus Lauscha für den Betrieb zurück.

Und der von Olsen angesprochene Tauschhandel war schon kurios und bestätigt,dass die Menschen eigentlich oft Dinge kauften, die sie zwar nicht persönlich brauchten, von denen sie aber glaubten, dass sie die mal zum Tauschen verwenden könnten.

Um das Beispiel Auspuffanlagen zu übernehmen: Zuweilen hielten eben auch die Mitarbeiter des IFA-Vertriebs solche Sachen gezielt als Bückware zurück, für Freunde,Bekannte oder eben als Tauschobjekt für Fenster für die Gartenlaube. Einen Engpass ohne Not, aber zum eigenen Vorteil, generiert. Zu DDR-Zeiten sind solche Nasen, sofern man ihrer habhaft werden und ihnen was nachweisen konnte auch belangt worden. Vielleicht kann ja @merkur hierzu mehr sagen.

Allerdings muss man auch sagen, dass solchen Leuten mit der Verteilungssituation erst der Anreiz für ihr Handeln gegeben wurde und die sozialistische Persönlichkeit, die ihren persönlichen Vorteil unter das Wohl und die Bedürfnisse der anderen stellt, in einigen Bereichen einfach sehr oft nicht existierte.

Zitat
Ich weiß noch von der Uni in Chemnitz, da gab es im Keller ein Lager für Verbrauchsmaterialien, stabil vergittert. Durch die Gitterstäbe konnte man aber sehen, was gelagert wurde. Und als ich vor zwei Jahren zufällig mal dort war hab ich auch in den Keller geguckt. Alles noch wie zu DDR-Zeiten und noch stapelweise DDR-Fit-Flaschen.



Vergessen oder eingelagert für den Fall der Fälle?

@Olsen: Das mit der Methylen-Tinte musst Du mal erklären. Haste so ganz nebenbei eingestreut. Was hat es damit auf sich?


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#387

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2013 09:04
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Zitat
Beziehungsweise war es so knapp, daß man nix mehr bekam, wenn es alle war. Logisch, weil es nicht für alle reichte!



Oder jemand so einen Zettel drangehangen hat.
Ja, mit der Bevorratung und Planung war es so eine Sache und ist es heute immer noch.

Habe nach dem Zusammenbruch der DDR etliche Jahre im Konzerncontrolling eines großen Handelsunternehmens unweit Köln gearbeitet. Da hing im Kopierraum an der Pinwand ein Zettel:

"Planung heißt, den Zufall durch den Irrtum ersetzen."

Und als man um 2000 herum begann, auf Betreiben von Mäckies - Unternehmensberatern im Rahmen der Unternehmensstrategie zusätzlich Jahresplanung auch eine sogenannte Mittelfristplanung (3Jahre) aufzustellen und die mit Zahlen hinterlegt hat, habe ich mich fast wie zu Hause gefühlt. Die Herrschaften haben recht sparsam geschaut, als ich denen erklärt habe, dass es das alles schon mal gab und es nachgewiesenermaßen so nicht funktioniert hat und sie wohl beim Studium genau diese Vorlesungen geschwänzt hätten.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#388

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2013 09:30
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Heute passiert so ein Irrsinn, das als Sonderfahrt mit einem Kurier 2Paletten Gummibären, aus dem Ruhrgebiet nach Warschau transportiert werden. Da übersteigen zwar die Transportkosten den Warenwert, aber man kann es sich ja als Produzent heute nicht mehr leisten, einen Kunden wie LIDL zu verärgern.


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#389

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2013 09:45
von Nostalgiker | 2.880 Beiträge | 1274 Punkte
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Nun möchte ich auch noch einen Beitrag, vorerst, beisteuern.
Alle bereits gefüllten 20 Seiten habe ich mir nicht durchgelesen aber gesehen das auf den letzten Seiten vorrangig um die Schulzeit ging.

Selber ging ich von 1957 bis 1967 zur Schule, schloß sie mit der 10. Klasse ab.

Daran das in der ersten Klasse, 1957/58 auch in der DDR das schreiben auf Schiefertafeln geübt und gelernt wurde kann ich mich nicht mehr genau erinnern ......
Ich war bisher der Meinung das wir gleich in Heften anfingen mit dem schreiben lernen .......
Die ersten Schritte beim schreiben lernen wurden mit Bleistift gemacht.

Es kann auch sein das ein Teil der Schüler noch solch eine Tafel hatte und ein Teil gleich mit Heften anfing.
Zumindest sind mir noch die kleinen Holzkästchen in Erinnerung mit dem Schiebedeckel ........

Ein "Problem" beim schreiben lernen für mich war das ich Linkshänder bin ........
Also griff ich automatisch mit der Linken zu und fing an zu schreiben. Nur sahen damalige pädagogische Auffassungen solche "Abweichungen" nicht vor und meine Eltern einigten sich mit unserer Grundschullehrerin, von der ersten bis zur vierten Klasse, das ich erstmal alle Buchstaben mit links schreiben lerne und wenn ich das gut beherrsche ich auf Rechts umgestellt werde .......
Schade das ich oder meine Eltern das Heft nicht aufgehoben haben in dem ich meine ersten Schreibversuche mit Rechts unternommen habe ......
Auf der linken Seite die Buchstaben in Schönschrift, auf der rechten Seite sah es aus als ob eine Schar Kücken aufgeregt über das Heft getrippelt ist .....

Der Effekt dieser Maßnahme ist, heute schreibe ich rechts, kann auch ohne Probleme links schreiben, gleichzeitig mit beiden Händen und mit der linken Hand schreibe ich auch ziemlich schnell und "gut" lesbar, was ich für lesbar halte, in Schreibschrift Spiegelschrift ......
Meine endgülte Schrift hat sich hat sich erst mit Anfang zwanzig herausgebildet bzw. ausgeprägt ......
alles was ich davor schrieb kann ohne Probleme lesen, alles was danach kam ....., gut ich muß manchmal überlegen was die Striche, Schwünge, Kringel usw. für Worte sein könnten ......

Unsere Grundschullehrerin war noch eine Pädagogin alten Schlages, wir waren ihre letzte Klasse anschließend ging sie in Rente ......
Also in der fünften hatte sie bei uns noch Deutsch unterrichtet, danach schied sie aus dem Schuldienst.
Konsequent, Disziplin fordernd, Geduldig hat sie 37 Kinder in der Klasse sehr gut durch die ersten Jahre gebracht ......

Durch familiäre Umstände bedingt mußte ich in der ersten Klasse für einige Monate in einer anderen Stadt leben und logischerweise auch dort in die Schule gehen. Der Wechsel hin und auch wieder zurück war Schulstoffmäßig kein Problem da nach zentralen Lehrplänen gelehrt wurde und der Stand vielleicht um ein paar Tage variierte ......

Die sogenannten "Kopfnoten" begleiteten einen die gesamte Schulzeit, sie wurden hier bereits genannt.
Ein Hausaufgabenheft war Pflicht und wenn ich mich recht erinnere mußten die Eltern die Kontrolle mit ihrer Unterschrift bestätigen , kann auch sein das ich das verwechsle denn hinten waren mehrere Seiten in denen Informationen eingetragen wurden.
Wann Wandertag war, oder wenn wir an einem Tag bestimmte Materialen mit in die Schule bringen sollten.
Ebenso wurden die letzten Seiten von den Lehrern genutzt um besonderes Lob oder Tadel einzutragen .......
Bei mir reichten diese Seiten in einem Schuljahr nie aus um die ganzen Tadel, welche die Eltern abzeichnen mußten, unterzubringen ......

"Beliebt" waren auch Strafarbeiten zu dem Thema "Warum soll ich im Unterricht nicht mit meinem Stuhl kippeln?", Umfang 2 Seiten, Unterschrift der Eltern .......
Regelmäßige Elternabende, aller 4 oder 6 Wochen? und mindestens einmal pro Schuljahr der Klassenlehrerbesuch zu Hause bei den Eltern war die Regel.

Da in meiner Schulzeit die 10jährige noch keine Pflicht war ging ein Teil der Schüler nach der 8 Klasse ab und lernte einen Beruf ......
Es war aber nicht die Masse.
Für die Neunte und Zehnte wurden aus mir heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen aus den vier Klassen der Stufe 8 zwei Neue zusammengestellt und ein Teil der Schüler ging dann auf eine andere Schule .......

Das leidige Thema "Benachteiligung" bei der Zulassung zur EOS.
EOS war bei uns ab 9. Klasse.
Spätere Kriterien wie BO Verpflichtung oder 3 Jahre war damals, 1964/65 noch kein Thema.
Es gab pro Klasse einen Schlüssel, bei mir pro Klasse 4 Schüler, also insgesamt 16 meiner Jahrgangsstufe an der Schule.
Auswahlkriterien waren Leistung (Abschlußzeugniss 7. Klasse), soziale Herkunft und Geschlecht ....., mit anderen Worten 2 Arbeiterkinder davon 2 Mädchen und zwei weitere, wobei es da egal war ob Junge oder Mädchen, Abeiter, Angestellter, Intelligenz, Selbstständig.......
Das jemand wegen nicht Zugehörigkeit zu den Pionieren, FDJ kam in der Regel erst ab Neunter, christlichen Glaubens, bei der Auswahl benachteiligt wurde ist mir nicht in Erinnerung.
Einschränkend möchte ich bemerken, Großstadt ......

EOS-Schüler lernten damals noch einen Beruf.

Ab 1965 ? gab es die Möglichkeit das Abitur über den Weg der 'Berufsausbildung mit Abitur' abzulegen. Auch hier gab es als Auswahlkriterium das Leistungsmerkmal, Zeugnis der neunten Klasse ......
Aus meiner Klasse waren wir Zwei welche diese Ausbildung machten, einfach weil wir im EOS Auswahlverfahren durch das soziale Raster gefallen sind (Intelligenz, Selbstständig)

Englisch oder Französisch wurde an der POS bei mir ab siebte Klasse fakultativ angeboten, allerdings mit der Einschränkung das die Noten in Deutsch und Russisch bei max. 3 lagen ......

In der Abiturausbildung war eine zweite Fremdsprache Pflicht, ebenso im Studium mußten wir neben dem obligatorischem Russisch eine zweite Fremdsprache weiter lernen ......

Ich glaube das bei uns im Unterricht das benutzen von Kugelschreibern, zumindest bis zur achten Klasse, nicht erlaubt war .....

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

OlsenWeilrode hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#390

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

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von furry | 4.646 Beiträge | 5903 Punkte
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Zitat von Nostalgiker im Beitrag #389
Daran das in der ersten Klasse, 1957/58 auch in der DDR das schreiben auf Schiefertafeln geübt und gelernt wurde kann ich mich nicht mehr genau erinnern ......
Ich war bisher der Meinung das wir gleich in Heften anfingen mit dem schreiben lernen .......
Die ersten Schritte beim schreiben lernen wurden mit Bleistift gemacht.


Eine kurze Anmerkung zur Schiefertafel: Meine Frau, 1957 in der Stadt eingeschult, schrieb gleich in Hefte. Meinereiner, 1958 in der Dorfschule, benutzte anfangs Schiefertafel.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#391

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

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von Gelöschtes Mitglied
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Als "Kleinstädter" 1955 eingeschult und in den Klassenstufen 1 und 2 Schiefertafel mit Griffel und eine große Fibel !!!
Übergang von Schiefertafel zu Schreibheften (graublauer Umschlag ) wurde mit dem Schreibutensil Bleistift begleitet - Spitze brach oftmals ab, weil man noch den Andruck vom Griffel verwendete. Ende Klassenstufe 3 dann die bereits erwähnten
Klecksfüller "Pionier 1".
Kugelschreiber war zu meiner Zeit noch nicht gestattet - mein Klassenlehrer war der Meinung, dass man sich mit dem Kugelschreiber das Schriftbild versaut. Mich würde heute seine Meinung interessieren, wenn er sehen würde, das man am PC schreibt und dann anschließend per Laserdrucker ausdruckt.
Hatte es bereits erwähnt - mein heutiges Schriftbild hat sich während des Studiums ausgeprägt und wurde u.a. auch maßgeblich durch die Anwendung der Normschrift in der Konstruktion beeinflußt.

Vierkrug


OlsenWeilrode hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#392

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2013 10:49
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Habe meinen Bengel neulich wegen seiner Handschrift ranzitiert. Er ist wortlos losgezogen und hat eine meiner Mitschriften aus ´ner Vorlesung, die er gefunden hat, angeschleppt.
Darauf bin ich dann los und habe einen Aufsatz geholt, den ich in seinem Alter geschrieben hatte. Thema war sofort beendet.


edit Rechtschreibung


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
zuletzt bearbeitet 25.02.2013 10:50 | nach oben springen

#393

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2013 10:52
von werner | 1.595 Beiträge | 39 Punkte
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Zitat
Ich glaube das bei uns im Unterricht das benutzen von Kugelschreibern, zumindest bis zur achten Klasse, nicht erlaubt war .....



War bei uns auch so.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
zuletzt bearbeitet 25.02.2013 10:53 | nach oben springen

#394

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2013 12:37
von DoreHolm | 9.042 Beiträge | 6935 Punkte
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Als mein Sohn in den unteren Schuljahren mit dem Füller nur eine Schrift hinbekam, die aussah wie Krähentapsen auf dem Papier, habe ich ihm einen Kuli in die hand gedrückt, und die Buchstaben wurden flüssiger und runder.
Wegen meiner Schrift wurde mir früher öfter gesagt, ich hätte eine "Doktorschrift", also vorzustellen etwa so, daß z.B. das Wort "immer" (übrtrieben gesehen) aus einem langen Strich, am Anfang mit einem Punkt und am Ende mit einem kleinen Kringel und Häkchen bestand.



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#395

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2013 17:31
von OlsenWeilrode | 191 Beiträge | 1 Punkte
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Zitat von werner im Beitrag #393
Nostalgiker

Zitat
Ich glaube das bei uns im Unterricht das benutzen von Kugelschreibern, zumindest bis zur achten Klasse, nicht erlaubt war .....


War bei uns auch so.


War bei uns auch so.

HG 82/I
Olsen



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#396

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2013 18:23
von OlsenWeilrode | 191 Beiträge | 1 Punkte
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Zitat von werner im Beitrag #386
Zitat von frank im Beitrag #383
Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #370
Zitat von frank im Beitrag #339
Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #336
Heiko-Pionierfüller habe ich heute noch. Ich schreibe damit immer, wenn ich mit violetter Methylen-Violett-Tinte schreibe (selbstgemacht, früher aus Kopierstftminen, heutzutage aus käuflicher Indikatorlösung). Das Kratzen kam vom Herstellungsverfahren der Federn, wenn sie neu waren gab es daran noch einen gangganzganz kleinen Grat vom Schlitzen und der verhakte sich gerne in den Papierfasern oder Holzeinschlüssen. Die ersten Heiko-Füller hatten meines Erachtens noch Iridium-Spitzen, die waren besser für Schreibfedern geeignet.
Der Füller hieß auch Heiko-Taschenfüller! Und an der Grenze hatten wir einen GAKl, der uns öfters die Taschen mit "erlebten" unheimlichen Grenzergeschichten füllte, Da hatte er seinen Deckname "Heiko" weg!
In der ersten Klasse haben wir noch das Schreiben mit Pinsel und blauer Malfarbe gelernt, weil wir so "eine leichte Handschrift" und Federführung bekommen sollten. Vielleicht konnte ich auch deshalb so gut mit dem Pionierfüller zurecht kommen.
Englisch wurde bei uns benotet!
Kopfnoten gab es: Betragen, Fleiß, Ordnung, Mitarbeit, Gesamtverhalten. Von der ersten bis zur zehnten Klasse.

Viele Sachen in der DDR waren knapp, wie es das Zucker-Marmeladen-Beispiel zeigt, weil immer alles, was es gerade gab von bestimmten Leuten absichtlich oder unabsichtlich oder vorausschauend "gehortet" wurde. Oder weil die Verteilung in der DDR nicht richtig klappte.
Als ich in Hoyerswerda gearbeitet hab mußte ich immer für meine Mutter Spee (das Waschmittel), Eier, Toilettenpapier und Backzutaten besorgen und mitbringen. Das war in unserer Gegend eben knapp. Nach Hoyerswerda hab ich für meine Kollegen immer Gewürze mitbringen müssen, die in dieser Gegend knapp waren.
Viele Sachen wurden wirklich gehortet. Ich weiß noch von der Uni in Chemnitz, da gab es im Keller ein Lager für Verbrauchsmaterialien, stabil vergittert. Durch die Gitterstäbe konnte man aber sehen, was gelagert wurde. Und als ich vor zwei Jahren zufällig mal dort war hab ich auch in den Keller geguckt. Alles noch wie zu DDR-Zeiten und noch stapelweise DDR-Fit-Flaschen.
Und als alter Zwicker wußte ich, das Trabant-Ersatzteile immer knapp waren. Nach der Wende gab es zu den Trabant-Terffen plötzlich Unmengen von Auspuffanlagen, Rückspiegeln, Türgriffen und Rücklicht-Gläsern. Alles zu DDR-Zeiten sehr gefragte Tasuchobjekte. Vieles wurde also auch nicht für sich selbst gehortet, sondern als Tauschobjekte für die Dinge, auf die man selber keinen Zugriff hatte.

HG 82/I
Olsen


wow ! ist mir neu das es so 'abgelegene orte' gab in der ddr , wo mann nicht einmal : waschpulver , eier und papier für 'hinten' bekommen hat !!
wie hieß denn das 'kaff' ???


Das war kein Kaff, sondern Zwickau! Und es gab eben nicht immer alles, was man so brauchte! Beziehungsweise war es so knapp, daß man nix mehr bekam, wenn es alle war. Logisch, weil es nicht für alle reichte!
Deshalb gab es ja auch diese sogenannten Falt-Beutel (sächsisch Falz-Beutel, synonym für falls-Beutel), falls es mal etwas etwas gab...

HG 82/I
Olsen


meine schwester lebte lange zeit in zwickau davor im umland !! (ungefähr der selbe jahrgang )
ich selber bin auf einem kleinen dorf in thüringen aufgewachsen , mir ist durch aus bewußt das es zu ddr -zeiten nicht alles gab so wie heute , dennoch gab es kein mangel an grundnahrungsmitteln auch wenn man mal eher zum 'dorf -konsum' gehen mußte um frisches brot zu bekommen !!!
aber mal 'butter bei die fische' , ist das nicht heutiges wunschvorstellen : keine eier , kein waschpulver und kein klopapier !!!


Frank, nicht überall war die Versorgungssituation gleich gut, bzw. gleich schlecht. Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln war aber in der Tat gesichert.
Zum Thema Eier fällt mir was ein, vielleicht gab es das auch anderswo: Kann ich mich noch erinnern, dass in dem Konsum in einem Dprf bei Schleusingen, in dem meine Tante arbeitete, bis in die 80er hinein ein "Durchleuchtungsgerät" für Eier aufgestellt war(für die noch Jüngeren: Metallgehäuse mit einem Ausschnitt etwas kleiner als ein Ei und einer Glühlampe drin, damit konnte man prüfen, ob die Eier essbar oder schon angebrütet waren). Denn die Eier wurden nicht nur von der KIM angeliefert, sondern auch die Bauern konnten Ihre Hühnereier abliefern und den Eiern konnte man nicht ansehen, ob der Hahn die Henne . . .

Aber zurück zur regionalen Versorgung: Wegen der schwierigen Steuerung der Handelslogistik wuchs in den 80ern die Verbraucherlogistik. Besonders an den Wochenenden habe ich einen regen privaten Güterverkehr (also PKW mit Hänger erlebt und auch mitgemacht: z.B. Zement aus der Strausberger BHG nach Schleusingen zu meinem Onkel, im Gegenzug Holz für die Gartenlaube und Glasvasen aus Lauscha für den Betrieb zurück.

Und der von Olsen angesprochene Tauschhandel war schon kurios und bestätigt,dass die Menschen eigentlich oft Dinge kauften, die sie zwar nicht persönlich brauchten, von denen sie aber glaubten, dass sie die mal zum Tauschen verwenden könnten.

Um das Beispiel Auspuffanlagen zu übernehmen: Zuweilen hielten eben auch die Mitarbeiter des IFA-Vertriebs solche Sachen gezielt als Bückware zurück, für Freunde,Bekannte oder eben als Tauschobjekt für Fenster für die Gartenlaube. Einen Engpass ohne Not, aber zum eigenen Vorteil, generiert. Zu DDR-Zeiten sind solche Nasen, sofern man ihrer habhaft werden und ihnen was nachweisen konnte auch belangt worden. Vielleicht kann ja @merkur hierzu mehr sagen.

Allerdings muss man auch sagen, dass solchen Leuten mit der Verteilungssituation erst der Anreiz für ihr Handeln gegeben wurde und die sozialistische Persönlichkeit, die ihren persönlichen Vorteil unter das Wohl und die Bedürfnisse der anderen stellt, in einigen Bereichen einfach sehr oft nicht existierte.

Zitat
Ich weiß noch von der Uni in Chemnitz, da gab es im Keller ein Lager für Verbrauchsmaterialien, stabil vergittert. Durch die Gitterstäbe konnte man aber sehen, was gelagert wurde. Und als ich vor zwei Jahren zufällig mal dort war hab ich auch in den Keller geguckt. Alles noch wie zu DDR-Zeiten und noch stapelweise DDR-Fit-Flaschen.


Vergessen oder eingelagert für den Fall der Fälle?

@Olsen: Das mit der Methylen-Tinte musst Du mal erklären. Haste so ganz nebenbei eingestreut. Was hat es damit auf sich?



Methylen-Violett-Tinte:

Unsere normale Tinte (blau) gab es immer und überall, wenn ich mich recht entsinne. Der Nachteil dieser Tinte war, daß sie bei feuchtem Papier oder sehr holzhaltigem Papier schnell "auslief" und das Schriftbild dann nicht besonders war. Und mein Herr Vater hat großen Wert darauf gelegt, daß ich ein gutes Schriftbild abgeliefert hab. Ich weiß noch, wieviele Schulseiten ich nochmal und nochmal abschreiben mußte, bis es ihm gefallen hat oder gut genug war.
Und früher wurde auch mehr mit Kopierstift geschrieben, also mit einer Art Bleistift, aber so, daß man es nachträglich nicht radieren oder anderweitig korrigieren konnte.*** Heutzutage würde man das im weitesten Sinne "dokumentenecht" nennen.
Dokumententinte, also Eisengallustinte gab es nicht im freien Handel, außerdem hat sie die Schreibfedern angegriffen und (damalige) Tusche wäre zu dickflüssig gewesen.
Und da hab ich eben von Kopierstiftstummeln die Minen ausgebaut, in Essigwasser aufgelöst, filtriert und hatte eine Tinte, die sonst keiner in meiner Klasse hatte (Rezept zum Nachmachen: etwa 10 cm Kopierstiftmine in Wasser und paar Spritzern normalem Speiseessig, ca 3%ig im (leeren)Tintenfass, ca. 50...60 ml, auflösen (über Nacht warm stellen), gut schütteln und filtrieren. Die Angaben sind nicht ganz genau zu nehmen, notfalls kann man verdünnen).
Der große Vorteil war, daß man auch Spickzettel in der Hand zusammengefaltet halten UND SCHWITZEN (vor Angst, erwischt zu werden) KONNTE, ohne daß die Schrift unleserlich wurde. Spickzettel brauchte ich öfters für Vokabelarbeiten! Allerdings brauchte ich sie fast nie, wenn ich mir einen Spickzettel gemacht hatte. Das war der zusätzliche Lerneffekt...

*** Freilich konnte man auch das korrigieren, mit Rasierklinge, wegkratzen und das Papier danach mit einem Falzbein oder Sauzahn wieder glatt reiben. Das war aber im Durchlicht erkennbar und hätte auch Anlaß zu kritischen Nachfragen gegeben.

HG 82/I
Olsen



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#397

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2013 18:30
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Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #395
Zitat von werner im Beitrag #393
Nostalgiker

Zitat
Ich glaube das bei uns im Unterricht das benutzen von Kugelschreibern, zumindest bis zur achten Klasse, nicht erlaubt war .....


War bei uns auch so.

War bei uns auch so.

HG 82/I
Olsen


Bei uns auch.



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#398

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2013 18:45
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Frank, nicht überall war die Versorgungssituation gleich gut, bzw. gleich schlecht. Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln war aber in der Tat gesichert.
Zum Thema Eier fällt mir was ein, vielleicht gab es das auch anderswo: Kann ich mich noch erinnern, dass in dem Konsum in einem Dprf bei Schleusingen, in dem meine Tante arbeitete, bis in die 80er hinein ein "Durchleuchtungsgerät" für Eier aufgestellt war(für die noch Jüngeren: Metallgehäuse mit einem Ausschnitt etwas kleiner als ein Ei und einer Glühlampe drin, damit konnte man prüfen, ob die Eier essbar oder schon angebrütet waren). Denn die Eier wurden nicht nur von der KIM angeliefert, sondern auch die Bauern konnten Ihre Hühnereier abliefern und den Eiern konnte man nicht ansehen, ob der Hahn die Henne . . .

...

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Diese Eierdurchleuchter gab es bei uns im "Milchladen" bis etwa 1968 (bitte nicht darauf festnageln). Das war interessant, man hat tatsächlich manchmal gesehen, daß die durchleuchteten Eier im Durchlicht mal heller, mal dunkler erschienen. Und wir hatten (mitzubringende) Eierschachteln aus Plaste für vier bzw. sechs Eier. Sonst gab es die Eier in der Tüte oder eingewickelt mit der Gefahr des Transportschadens.
Zm Einkaufen hatte ich immer den 2-Liter-Aluminium-Michkrug mit. Milch gab es grundsätzlich lose aus der großen Milchkanne und manchmal, wenn diese Milch alle war, dann wurde aus Milchflaschen (0,5 Liter, die mit Papp,- später Aluminiumdeckel) in den Krug umgefüllt. Die Flaschenmilch hatte einen andern Preis und wohl auch einen anderen Fettgehalt, denn zum Quarkmachen MUSSTE es Frischmilch aus der Kanne sein.
Bis etwa 1965 (?) gab es in diesem Laden auch ein Butterbuch, in das wurde eingetragen, wieviele Stück Butter die betreffende Familie pro Woche bekommen durfte. Und beim Einkauf mußte ich unsere Butternummer -347 oder 374, jaja, das Alter schlägt den Mann (und sein Hirn)- wissen, damit das Suchen im Buch nicht zu lange dauerte.

HG 82/I
Olsen



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#399

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.02.2013 14:15
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Zitat von Eisenacher im Beitrag #388
Heute passiert so ein Irrsinn, das als Sonderfahrt mit einem Kurier 2Paletten Gummibären, aus dem Ruhrgebiet nach Warschau transportiert werden. Da übersteigen zwar die Transportkosten den Warenwert, aber man kann es sich ja als Produzent heute nicht mehr leisten, einen Kunden wie LIDL zu verärgern.



Norseekrabben in Marokko pulen....


Eisenacher hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#400

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.02.2013 14:30
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Zitat von Nostalgiker im Beitrag #389
Nun möchte ich auch noch einen Beitrag, vorerst, beisteuern.
Alle bereits gefüllten 20 Seiten habe ich mir nicht durchgelesen > [b]>>>>>>>>>>>> mach mal, sehr interessante Themen haben wir schon erörtert :-)

aber gesehen das auf den letzten Seiten vorrangig um die Schulzeit ging.

Selber ging ich von 1957 bis 1967 zur Schule, schloß sie mit der 10. Klasse ab.

Daran das in der ersten Klasse, 1957/58 auch in der DDR das schreiben auf Schiefertafeln geübt und gelernt wurde kann ich mich nicht mehr genau erinnern ......
Ich war bisher der Meinung das wir gleich in Heften anfingen mit dem schreiben lernen .......
Die ersten Schritte beim schreiben lernen wurden mit Bleistift gemacht.

Es kann auch sein das ein Teil der Schüler noch solch eine Tafel hatte und ein Teil gleich mit Heften anfing.
Zumindest sind mir noch die kleinen Holzkästchen in Erinnerung mit dem Schiebedeckel ........

Ein "Problem" beim schreiben lernen für mich war das ich Linkshänder bin ........
Also griff ich automatisch mit der Linken zu und fing an zu schreiben. Nur sahen damalige pädagogische Auffassungen solche "Abweichungen" nicht vor und meine Eltern einigten sich mit unserer Grundschullehrerin, von der ersten bis zur vierten Klasse, das ich erstmal alle Buchstaben mit links schreiben lerne und wenn ich das gut beherrsche ich auf Rechts umgestellt werde .......
Schade das ich oder meine Eltern das Heft nicht aufgehoben haben in dem ich meine ersten Schreibversuche mit Rechts unternommen habe ......
Auf der linken Seite die Buchstaben in Schönschrift, auf der rechten Seite sah es aus als ob eine Schar Kücken aufgeregt über das Heft getrippelt ist .....

Der Effekt dieser Maßnahme ist, heute schreibe ich rechts, kann auch ohne Probleme links schreiben, gleichzeitig mit beiden Händen und mit der linken Hand schreibe ich auch ziemlich schnell und "gut" lesbar, was ich für lesbar halte, in Schreibschrift Spiegelschrift ......
Meine endgülte Schrift hat sich hat sich erst mit Anfang zwanzig herausgebildet bzw. ausgeprägt ......
alles was ich davor schrieb kann ohne Probleme lesen, alles was danach kam ....., gut ich muß manchmal überlegen was die Striche, Schwünge, Kringel usw. für Worte sein könnten ......

Unsere Grundschullehrerin war noch eine Pädagogin alten Schlages, wir waren ihre letzte Klasse anschließend ging sie in Rente ......
Also in der fünften hatte sie bei uns noch Deutsch unterrichtet, danach schied sie aus dem Schuldienst.
Konsequent, Disziplin fordernd, Geduldig hat sie 37 Kinder in der Klasse sehr gut durch die ersten Jahre gebracht ......

Durch familiäre Umstände bedingt mußte ich in der ersten Klasse für einige Monate in einer anderen Stadt leben und logischerweise auch dort in die Schule gehen. Der Wechsel hin und auch wieder zurück war Schulstoffmäßig kein Problem da nach zentralen Lehrplänen gelehrt wurde und der Stand vielleicht um ein paar Tage variierte ......

Die sogenannten "Kopfnoten" begleiteten einen die gesamte Schulzeit, sie wurden hier bereits genannt.
Ein Hausaufgabenheft war Pflicht und wenn ich mich recht erinnere mußten die Eltern die Kontrolle mit ihrer Unterschrift bestätigen , kann auch sein das ich das verwechsle denn hinten waren mehrere Seiten in denen Informationen eingetragen wurden.
Wann Wandertag war, oder wenn wir an einem Tag bestimmte Materialen mit in die Schule bringen sollten.
Ebenso wurden die letzten Seiten von den Lehrern genutzt um besonderes Lob oder Tadel einzutragen .......
Bei mir reichten diese Seiten in einem Schuljahr nie aus um die ganzen Tadel, welche die Eltern abzeichnen mußten, unterzubringen ......

"Beliebt" waren auch Strafarbeiten zu dem Thema "Warum soll ich im Unterricht nicht mit meinem Stuhl kippeln?", Umfang 2 Seiten, Unterschrift der Eltern .......
Regelmäßige Elternabende, aller 4 oder 6 Wochen? und mindestens einmal pro Schuljahr der Klassenlehrerbesuch zu Hause bei den Eltern war die Regel.

Da in meiner Schulzeit die 10jährige noch keine Pflicht war ging ein Teil der Schüler nach der 8 Klasse ab und lernte einen Beruf ......
Es war aber nicht die Masse.
Für die Neunte und Zehnte wurden aus mir heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen aus den vier Klassen der Stufe 8 zwei Neue zusammengestellt und ein Teil der Schüler ging dann auf eine andere Schule .......

Das leidige Thema "Benachteiligung" bei der Zulassung zur EOS.
EOS war bei uns ab 9. Klasse.
Spätere Kriterien wie BO Verpflichtung oder 3 Jahre war damals, 1964/65 noch kein Thema.
Es gab pro Klasse einen Schlüssel, bei mir pro Klasse 4 Schüler, also insgesamt 16 meiner Jahrgangsstufe an der Schule.
Auswahlkriterien waren Leistung (Abschlußzeugniss 7. Klasse), soziale Herkunft und Geschlecht ....., mit anderen Worten 2 Arbeiterkinder davon 2 Mädchen und zwei weitere, wobei es da egal war ob Junge oder Mädchen, Abeiter, Angestellter, Intelligenz, Selbstständig.......
Das jemand wegen nicht Zugehörigkeit zu den Pionieren, FDJ kam in der Regel erst ab Neunter, christlichen Glaubens, bei der Auswahl benachteiligt wurde ist mir nicht in Erinnerung.
Einschränkend möchte ich bemerken, Großstadt ......

EOS-Schüler lernten damals noch einen Beruf.

Ab 1965 ? gab es die Möglichkeit das Abitur über den Weg der 'Berufsausbildung mit Abitur' abzulegen. Auch hier gab es als Auswahlkriterium das Leistungsmerkmal, Zeugnis der neunten Klasse ......
Aus meiner Klasse waren wir Zwei welche diese Ausbildung machten, einfach weil wir im EOS Auswahlverfahren durch das soziale Raster gefallen sind (Intelligenz, Selbstständig)

Englisch oder Französisch wurde an der POS bei mir ab siebte Klasse fakultativ angeboten, allerdings mit der Einschränkung das die Noten in Deutsch und Russisch bei max. 3 lagen ......

In der Abiturausbildung war eine zweite Fremdsprache Pflicht, ebenso im Studium mußten wir neben dem obligatorischem Russisch eine zweite Fremdsprache weiter lernen ......

Ich glaube das bei uns im Unterricht das benutzen von Kugelschreibern, zumindest bis zur achten Klasse, nicht erlaubt war .....

Gruß
Nostalgiker




Hallo Nostalgiker, herzlichen Dank für deinen ausführlichen Beitrag!

Linkshänder: die wurden zu unseren Zeiten noch "zwangsumgepolt" oder? Was für eine Qual für manche das gewesen sein muss....
Es heißt ja übrigens, dass Linkshänder "intelligenter" als die RH sind, wegen der Hirnhälften, da weiß ich aber zu wenig drüber.....
Einer meiner Brüder war als Linkshänder ein sehr Sensibler, mein anderer eher robust, aktiver Fußballer und konnte auch beid-füßig spielen....


An alle:
ich erinnere mich nicht zu meiner Grundschulzeit einen Kuli überhaupt gesehen zu haben....
Die Tintenfüller haben immer geschmiert, meine Finger waren immer blau........
Das mit eurer Schreib-Feder ist ja echt ein Ding, aber schön sieht das Schrift-Beispiel.....

Olsen, Chemie-Kenntnisse bei der Spick-Zettel-Herstellung - sehr vorteilhaft :-))))


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