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#341

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 07:42
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Zitat von schulzi im Beitrag #340
der pionierfüller eins hat manche eltern und lehrer zur verzweiflung gebracht den er war schön lang und man kommte gut am anderen ende rumketschen was natürlich nicht sehr schön aus sah und meine eltern hatten proleme im schreibwarenladen neue spitzen zubekommen

Genauso war es, Schulzi.
Da es von diesem Füller keine verwertbaren Bilder im Netz gibt, hier eine kurze Beschreibung. Das Ding hatte das Format eines Federhalters, nur dass statt des spitz zulaufenden Holzteiles dieses aus Plaste war und eine komplizierte Technik beherbergte. Und da unser Nachdenken schon recht früh gefordert wurde, hat man mehr als oft aus lauter Verzweiflung das obere spitze Teil Füllers zerkaut.
Mit der Schiefertafel war es auch nicht so einfach. Es konnte vorkommen, dass die darauf mühsam gefertigten Hausaufgaben am nächsten Schultag gelöscht waren, indem diese Schiefertafel durch Herumtollen auf dem Schulweg an der mit Packpapier eingeschlagenen Fibel rieb.
Die Kopfnoten hat @Olsen schon genannt. Auf meinem ersten Zeugnis hatte ich in Betragen eine 3. Das gab Ärger und die 1 in Lesen war völlig zweitrangig. Aber eine 1 in Betragen bei einem Jungen war für den Stand dieses armen Kerls in der Klasse auch nicht von Vorteil.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#342

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 08:04
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Zitat Barbara:
Wie ist das mit euch Russisch-Sprachlern? Gibt es Gelegenheiten zu sprechen? Pflegt ihr die Sprachkenntnisse noch? Nützen sie in beruflicher Hinsicht z.B.?
Warum wurden Englisch und Französisch nicht benotet?
Was heißt EOS ausgeschrieben? (steht vielleicht irgendwo und ich hab’s überlesen...)

Hallo Barbara,

EOS steht für Erweiterte Oberschule. Sie baute auf der POS, also der Polytechnischen Oberschule, auf.
Englisch, Französisch und Polnisch wurden, zumindest in den siebziger und achtziger Jahren, auch benotet.
Ja, ich pflege die Russische Sprache noch. Einerseits durch eine Brieffreundschaft, andererseits unterhalte ich mich mit den russischsprachigen Verkäuferinnen, welche im russischen Lebensmittelmarkt in Potsdam arbeiten, auf russisch. Dort gehe ich fast jeden Tag einkaufen.
In der Reklamationsabteilung meines alten Arbeitgebers, war ich für die englischen und russischen Kunden zuständig, sowohl für Beschwerdebriefe, als auch für entsprechende Anrufe.
Die polnische Sprache nutzt mir bei "Einkaufsbesuchen" in Polen.
Aber diese lohnen sich inzwischen kaum noch, aus wirtschaftlicher Sicht.

Viele Grüße, Kurt


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#343

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 08:15
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Vor dem Pionier 1 war ja der Griffelkasten angesagt - zwei Fächer, jeweils eines für weiche und harte Schiefergriffel. Die Griffel waren am Ende mit gemustertem Staniolpapier verziert. Der Griffelkasten hatte einen Schiebedeckel, der auch eine Verzierung trug. Flog der Griffelkasten mal herunter, so hatte man auch meist nur Schieferbruch als Inhalt.
Die Griffel waren auch begehrte Tauschobjekte - in Abhängigkeit von der Verzierung.
Am Schulranzen hing dann das Schwämm´chen und ein Lappen zum Abtrocknen der Schiefertafel. Wir hatten anfänglich noch einen alten Pauker, der sehr pedantisch auf die Sauberkeit der Tafeln achtete.
Die Kopfnoten bereiteten meinen Eltern bis zum Schulabgang die größten Sorgen. Besonders die Note im Betragen. Fleiß und Mitarbeit waren im Gegensatz dazu gut, wie auch Ordnung.

Die späteren Schreibhefte hatten auf den Innenseiten Aufdrucke, wie "Martin braucht Schrott" u.ä.

Kennt jemand von euch noch die "Eselsbank" ??? Die Nachsitzbank in der letzten Reihe ??? Der Albtraum bei schönem Wetter !!!

Vierkrug


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zuletzt bearbeitet 24.02.2013 09:22 | nach oben springen

#344

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 08:22
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die eselsbank kenne ich genau war bei uns immer gans vorn links da war man immer im blickfeld der lehrer.nachsitzen gab es weniger aber dafür jede menge "übungsaufgaben" mit nach hause


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#345

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 08:23
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Kennt jemand von euch noch die "Eselsbank" ??? Die Nachsitzbank in der letzten Reihe ??? Der Albtraum bei schönem Wetter !!!

Vierkrug[/quote]

Ja, das Nachsitzen kenne ich auch noch....


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#346

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 08:45
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Nachsitzen konnte peinlich sein, besonders wenn man in einer Parallelklasse einziehen durfte und sich die Mädchen mit ihrer Kicherei mehr für den Deliquenten als für ihren Unterricht interessierten. Dieser Vorgang konnte sich auch mal über zwei Schulstunden hinziehen und das in einer höheren Klasse. Das war ebenfalls peinlich, wenn sich die Großen über den Kleinen amüsierten.
Am schlimmsten war aber, wenn man 100 mal in Schönschrift schreiben musste, "Ich darf nicht..."


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#347

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 08:47
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Zitat von Kurt im Beitrag #342
Zitat Barbara:
Wie ist das mit euch Russisch-Sprachlern? Gibt es Gelegenheiten zu sprechen? Pflegt ihr die Sprachkenntnisse noch? Nützen sie in beruflicher Hinsicht z.B.?
Warum wurden Englisch und Französisch nicht benotet?
Was heißt EOS ausgeschrieben? (steht vielleicht irgendwo und ich hab’s überlesen...)

Hallo Barbara,

EOS steht für Erweiterte Oberschule. Sie baute auf der POS, also der Polytechnischen Oberschule, auf.
Englisch, Französisch und Polnisch wurden, zumindest in den siebziger und achtziger Jahren, auch benotet.
Ja, ich pflege die Russische Sprache noch. Einerseits durch eine Brieffreundschaft, andererseits unterhalte ich mich mit den russischsprachigen Verkäuferinnen, welche im russischen Lebensmittelmarkt in Potsdam arbeiten, auf russisch. Dort gehe ich fast jeden Tag einkaufen.
In der Reklamationsabteilung meines alten Arbeitgebers, war ich für die englischen und russischen Kunden zuständig, sowohl für Beschwerdebriefe, als auch für entsprechende Anrufe.
Die polnische Sprache nutzt mir bei "Einkaufsbesuchen" in Polen.
Aber diese lohnen sich inzwischen kaum noch, aus wirtschaftlicher Sicht.

Viele Grüße, Kurt



Noch einmal zum Schulsystem der DDR. Ich wurde 1955 in die damalige Mittelschule I eingeschult, die anfänglich die Klassenstufen 1 - 4 beinhaltete. Parallel erfolgte schon der Ausbau des neuen Schulsystems mit der Schaffung der polytechnischen Oberschulen. Das müßte so um 1959 gewesen sein. Sie beinhaltete eine Regelschulzeit von der 1. bis zur 8. Klasse. Die nach und nach eingeführte 9. und 10. Klasse zählte damals noch nicht zur Regelschulzeit. Die Verlängerung der Regelschulzeit auf 10 Jahre erfolgte Anfang der 70iger mit einer nochmals umfassenden Neustrukturierung des Bildungssystems und der Integration der 9. und 10. Klassenstufe in die POS.
Der Abgang zur EOS erfolgte nach der 8. Klassenstufe. Diejenigen, die das Abi an der EOS nicht schafften, erhielten dann zumindest den Abschluß der 10. Klasse, wenn ich mich recht erinnere.

Nutzung der Fremdsprachenkenntnisse. Bis 1989 Russisch auf jeden Fall, bedingt durch das Arbeits- und Aufgabengebiet. Latein in den Hintergrund, da es nicht weiter benötigt wurde. Englisch zum "Überleben" im NSW. Jedoch neue Fremdsprachen in der Schnellbesohlung erlernt, die es in sich hatten - Portugiesisch - für den Einsatz in Mocambique. Restkenntnisse haben mir bei meinem Aufenthalt in Brasilien geholfen. Spanisch für Cuba.
Dabei die Erfahrung gemacht, dass die Vertiefung der Sprachkenntnisse vor Ort im täglichem Umgang wirksamer waren, als sich auf das Erlernte zu verlassen. Das ging mir besonders in der Sowjetunion so - mir sagte mal ein altes russisches Väterchen:"Söhn´chen rede so, wie dir der Schnabel gewachsen ist, wir verstehen dich schon !" Ich hatte zuvor krampfhaft versucht, mein Anliegen grammatikalisch korrekt anzutragen.

Vierkrug


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#348

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 08:50
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Zitat von furry im Beitrag #346
Am schlimmsten war aber, wenn man 100 mal in Schönschrift schreiben musste, "Ich darf nicht..."



Vierkrug


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#349

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 08:55
von Gert | 14.080 Beiträge | 7005 Punkte
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #315
Zitat von Gert im Beitrag #314
ich wollte gern nach meinem Abgang von der Grundschule ( 8 jahre ) 1958 auf die Oberschule gehen um später zu studieren. Wurde von der Leitung der Grundschule in Erfurt unter fadenscheinigen Gründen abgelehnt, trotz guten Notendurchschnitts ( 2 = gut ). Der wirkliche Grund war wohl, dass mein Vater ( es war noch nicht mal mein leiblicher Vater, der war nach dem Krieg nach Braunschweig gegangen ) ein selbständiger Goldschmiedemeister war. Da war die DDR für mich gegessen, so viel Diskrimierung konnte ich schon mit 14 Jahren nicht ab. Habe dann neben einer Berufsausbildung auf der Abendschule die Mittlere Reife oder 10 klassige Oberschule gemacht und auch mit einem Prädikat abgeschlossen. Das war hart, denn ich lernte einen körperlich schweren Beruf und dann abends auf die Schulbank. Später mit diesen Zeugnissen bei einer Ingenieurschule beworben, wieder abgelehnt. Die Konsequenz, ich suchte das Loch in der "Mauer". Und Fleiss wird belohnt, letztendlich habe ich es gefunden. Im anderen Teil Deutschlands nicht einmal solche Diskriminierungen erlebt. Die Bundeswehr bot mir ein Studium an der Bundeswehrhochschule in München an, ich hätte mich aber auf 12 Jahre verpflichten müssen. Das war nicht das Problem, ich fürchtete Racheakte des SED Regimes gegen meine Familie in Thüringen, wenn sie erfahren, dass ich Offizierslaufbahn bei der BW einschlage.Da habe ich diesen Plan fallen gelassen.
So habe ich noch mal eine Lehre als Industriekaufmann gemacht und dieser Beruf hat mir nicht nur Wohlstand gebracht sondern auch viel Spass gemacht.


rot: Das sind so Beispiele, leider, wie kurzsichtig und engstirnig staatliche Stellen damals gehandelt haben. Hatte ja schon mal was über die Dummen, aber Eifrigen und mit Macht Ausgestatteten in einer Gesellschaft gesagt. Sich ohne Not Gegner schaffen. Wärest Du einige Jahre später geboren, wäre 10.Klasse obligatorisch gewesen. Deinen Entschluß, unter solchen Umständen Deine Zukunft anderswo zu suchen, kann ich nachvollziehen.
Aber mal eine Frage: Wenn Du 1958 schon 14 Jahre warst, dann warst Du vor dem Mauerbau doch schon in einem Alter, wo es Dir so ziemlich gefahrlos möglich gewesen wäre rüberzumachen ?
Wegen der Offizierslaufbahn hätte ich keine Rücksicht genommen. Das war doch dann schon Mitte der 60er. Was hätten die Organe denn machen können mit Deiner Verwandtschaft hier ? Außer eine Beförderung in eine hohe Position behindern, eigentlich nichts aus heutiger Sicht. Nun gut, damals hat man das anders gesehen.


DoreHolm ich war beim Mauerbau gerade 2 Monate zuvor 17 geworden und hatte die Lehre zu Ende und die Abendschule beendet. Den Gesellenbrief sollte ich Ende August 1961 bekommen. Ich hatte mir für den Herbst 1961 vorgenommen, aus der DDR wegzugehen um in WD meine Bildungsvorstellungen zu realisieren. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, da kam der 13. August dazwischen.
Was die Rücksichtnahme angeht, ich hatte 3 jüngere Schwestern und ich fürchtete, dass ihnen dann alle Wege verbaut werden. Meinen Eltern konnten sie nichts, mein Vater war ja sein eigener Chef.


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#350

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 09:08
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das 100 mal in schönschrift war ja nicht das schlimmste die "bösen lehrer" verlangten auch noch das die eltern es unterschreiben. kurz mutter hat sich immer aufgeregt und vater gegrinst


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#351

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 09:14
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Zitat Vierkrug:

Der Abgang zur EOS erfolgte nach der 8. Klassenstufe. Diejenigen, die das Abi an der EOS nicht schafften, erhielten dann zumindest den Abschluß der 10. Klasse, wenn ich mich recht erinnere.


Ende der siebziger Jahre wurde auch das geändert. Fast alle Schüler mußten an der POS bis zum Ende der 10. Klasse verweilen und dann alle Abschlußprüfungen ablegen. Heute nennt man das "mittlere Reife". Erst nach sehr gutem Abschluß der 10. Klasse konnten 2 Schüler der Schule, die von einer Kommission ausgesucht wurden, die 11. und 12. Klasse besuchen.
Einzige Ausnahmen waren die "Spezial-EOS" (z.B. für Mathematik - Kleinmachnow oder Sprachen - Elsterwerda).
Dorthin konnte man nach der 8. Klasse gehen, ohne vorher alle Prüfungen ablegen zu müssen.


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#352

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 09:19
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Zitat von Kurt im Beitrag #351
Ende der siebziger Jahre wurde auch das geändert. Fast alle Schüler mußten an der POS bis zum Ende der 10. Klasse verweilen und dann alle Abschlußprüfungen ablegen. Heute nennt man das "mittlere Reife". Erst nach sehr gutem Abschluß der 10. Klasse konnten 2 Schüler der Schule, die von einer Kommission ausgesucht wurden, die 11. und 12. Klasse besuchen.
Einzige Ausnahmen waren die "Spezial-EOS" (z.B. für Mathematik - Kleinmachnow oder Sprachen - Elsterwerda).
Dorthin konnte man nach der 8. Klasse gehen, ohne vorher alle Prüfungen ablegen zu müssen.


@Kurt, danke für diese Aufklärung - habe ich so nicht gewußt. Wieder um eine Erkenntnis reicher geworden.

Vierkrug


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#353

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 10:32
von prignitzer | 425 Beiträge | 2239 Punkte
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Zitat von Kurt im Beitrag #326
Hallo Grenzverletzerin,

kaum vorstellbar, daß jemand auf Heiko-Füller steht. Ich fand sie auch furchtbar. Sie waren während des Schreibens so kratzend-hart auf dem Papier. Deshalb habe ich solange gebettelt, bis mir Großmutter einen Pelikano aus Westberlin mitbrachte.

Tja Barbara, ich ging in den siebziger und achtziger Jahren zur Schule (Doberlug-Kirchhain und Finsterwalde).
Wir hatten auch Russisch ab der fünften Klasse und Englisch ab der siebenten Klasse. Schönschrift gab es in der Unterstufe auch noch.
Wenn man später zur EOS wollte, war Englisch Pflicht. Es wurden pro Schule nur 2 Schüler für die EOS genommen. In der Kreisstadt, Finsterwalde, bestanden 2 Parallelklassen aus Finsterwalder Schülern und eine aus Schülern des Kreises an sich, also Tröbitz, Doberlug-Kirchhain, Sonnewalde usw.
An der EOS kam dann noch die dritte Fremdsprache hinzu, entweder Polnisch oder Latein. Ich wählte Polnisch, aus praktischen Gründen. Die Grenze war nicht so weit. Aber es war ein folgenschwerer Fehler. Russisch- und Polnischkenntnisse machten sich erst später bezahlt.
Nach meinem Wehrdienst und der Wende lag die Humboldt-Universität nun im "alten Bundesland" Berlin. Dort wurden die Sprachen Russisch und Polnisch nicht als Fremdsprachen anerkannt. Deshalb mußte ich schnell das Latinum nachholen, um wieder ein anerkanntes Abiturzeugnis zu haben. Denn nur dieses Zeugnis berechtigte, zur Zwischenprüfung zugelassen zu werden. In den "fünf neuen Bundesländern" wurden Russisch und Polnisch weiter anerkannt. Aber zurück zur Zeit vor der Wende.
Finsterwalde hatte eine Partnerstadt im Saarland.....Eppelborn. Dorthin durften wirklich nur ausgesuchte Schüler der EOS reisen, welche "Kandidaten der SED" waren. Damit fiel ich aus der Wahl und war bis heute nicht in Eppelborn.
Trotzdem war es ein kleines Wunder, für die EOS ausgewählt worden zu sein, da beide Elternteile der "Intelligenz" angehörten.

Viele Grüße,

Kurt


Hier muß ich einfach mal widersprechen. Ich bin in Tröbitz bis 1965 zur Schule gegangen (8.Klasse). Im September 1965 sind 3 (!) Schüler aus meiner Klasse zur EOS nach Elsterwerda (Internatsschule) gegangen, einschließlich meiner Person. Wir haben dann 1969 dort das Abitur gemacht. Ich mußte als einziger dann gleich im November 1969 zu den GT. Und noch etwas: das waren nicht alles Arbeiter- und Bauernkinder!
mfg prignitzer


Grenzer von 11/69 bis 04/71 im GR 20 / 4. GK (Scharfenstein)
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#354

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 11:17
von Kurt | 933 Beiträge | 3 Punkte
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Zitat:
Hier muß ich einfach mal widersprechen. Ich bin in Tröbitz bis 1965 zur Schule gegangen (8.Klasse). Im September 1965 sind 3 (!) Schüler aus meiner Klasse zur EOS nach Elsterwerda (Internatsschule) gegangen, einschließlich meiner Person. Wir haben dann 1969 dort das Abitur gemacht. Ich mußte als einziger dann gleich im November 1969 zu den GT. Und noch etwas: das waren nicht alles Arbeiter- und Bauernkinder!
mfg prignitzer

Hallo Niederlausitzer/Prignitzer,

Das ist kein Widerspruch.. Es lagen 20 Jahre dazwischen. Das Schulsystem und die Bedingungen hatten sich geändert.
Ende der achtziger Jahre lag Tröbitz im Einzugsbereich der EOS "Georgi Dimitroff" Finsterwalde.
Dort kam man erst nach Abschluß der 10. Klasse hin, und die EOS Elsterwerda war zu diesem Zeitpunkt eine Spezial-EOS (Sprachen), auf die bestimmte Kinder des Bezirkes Cottbus (nach der 8. Klasse) gehen konnten.
Ich habe auch nicht geschrieben, daß wir alle nur Arbeiter- und Bauernkinder waren. Einige meiner Thread-Vorredner hatten lediglich angemerkt, daß es mit entsprechendem Hintergrund leichter war, dorthin zu kommen.
Das war bestimmt auch nicht böse gemeint.
Ich habe wieder etwas dazugelernt, wie es in den sechziger Jahren war. Es ist ein schöner Nebeneffekt dieses Forums, daß man viele Facetten des Lebens in der DDR kennenlernt.

Viele Grüße nach Nordbrandenburg, Kurt


prignitzer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.02.2013 11:48 | nach oben springen

#355

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 11:27
von werner | 1.595 Beiträge | 39 Punkte
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Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #334
Hallo Barbara,

EOS heißt erweiterte Oberschule, also erste bis zwölfte Klasse im Gegensatz zur POS, polytechnische Oberschule mit Klasse eins bis zehn.
Es geht gleich weiter!

HG 82/I
Olsen


Nein Olsen,

Ab den 70ern ging erst mal jeder auf die POS. Regelschulzeit 10Jahre, beginnend mit "Grundschule" bis 3. oder 4.Klasse mit Hort. Es gab aber immer noch einzelne, die es nicht bis zur 10. Klasse schafften und nach der 8. Klasse abgingen. Das war aber eher die Ausnahme.
In der 8.Klasse fand dann die Auswahl für die EOS statt.
Wer sich für die EOS entschieden hat, hat wie die Schüler der POS auch, in jedem Fall eine Prüfung und Abschluss 10.Klasse erhalten und auch die Möglichkeit, nach der 10.Klasse abzugehen. D.h. alle Schüler - ob EOS oder POS hatten grundsätzlich bis zur 10.Klasse denselben Stoff und nach Abschluss der 10.Klasse dieselben Voraussetzungen für den weiteren Weg. In meiner Abtiruklasse hatten wir auch einen, der nach der 11.Klasse abgegangen ist, weil ihm das dann doch nichts war. Er hatte auf jeden Fall den 10.Klasse -Abschluss in der Tasche.

Dieser "Zwischen"- Abschluss war auch sinnvoll, weil dadurch für die "Spätzünder" auch die Möglichkeit bestand, von der POS in die Abiturstufe zu wechseln und zum anderen gab es ja auch die Möglichkeit, nach der 10.Klasse während der Berufsausbildung das Abitur abzulegen. Dann war die Lehrzeit 3 Jahre statt 2 und man hatte gleichermaßen Studienzugang und bereits erste Berufserfahrungen gesammelt.
Dieser Weg war für viele die Alternative, die im direkten Weg über die EOS das Abitur nicht machen konnten.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#356

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 11:49
von Barbara (gelöscht)
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Guten Morgen!

Da wir hier so schön über unsere Schulzeit sprechen:
Ich war zunächst auf einem reinen Mädchen-Gymnasium geführt vom St. Franziskus-Orden. Sehr strenge Schule mit hohem Leistungsanspruch. Wir hatten viele Nonnen als Lehrerinnen, viele steinalt und furchterregend. Was haben wir z.B. Grammatik-Regeln gepaukt........
Wir durften keine Hosen tragen, also wenn es im Winter saukalt war mussten wir die Hosen, die wir unter den Röcken trugen, in der Schule irgendwo loswerden. Dafür wurde aber Unterhemden-Kontrolle gemacht – aus heutiger Sicht möglicherweise auch übergriffig. Ich habe das jedenfalls nicht gemocht.
Mein Großvater hatte sich als Zentrums-Mann mit den Nazis angelegt und musste sich schließlich in genau dem Kloster verstecken, dem die Schule angehörte. Das hat mir nichts genützt, im Gegenteil, als es mir mal nicht gut ging bekam ich zu hören, ich solle mich mal nicht so anstellen und mir ein Beispiel an meinem Großvater nehmen....

Die einzig wirklich schöne Erinnerung an diese Schule war das Singen des Schulchors in der Kapelle. Es war so ein schöner Hall-Raum, wir sangen oft ganz früh morgens, alles war noch im Halbdunkel und man konnte sich richtig in die Musik reinlegen. Kinderstimmen sind einfach was Schönes.
Und: im gigantischen Treppenhaus der Schule gab es ein sehr großes Mosaikbild des Hl. Franziskus, (ca. 2x3m) umgeben von vielen Tieren. An seinem Namenstag versammelten sich dort alle Schülerinnen, das ganze Treppenhaus war mit Kerzen erleuchtet und wir sangen Lieder von und für ihn. Habe ich das geliebt.

Zwei Mädchen haben Anfang der Mittelstufe beim Regierungspräsidenten den Wechsel auf das Städt. Gymnasium eingeklagt, auf das einfach „gewohnheitsmäßig“ nur Jungen gingen. Im nächsten Jahr ging ich mit einer Schulkameradin dann auch rüber. Wir waren also eine Zeit lang 4 Mädchen in einer ansonsten reinen Jungen-Schülerschaft. Und das im richtigen Alter :-)

Den Anfang der Oberstufe habe ich als total chaotisch und voll mit Blödsinn in Erinnerung. Das war glaube ich die Zeit meiner größten Leistungsschwäche.
Mal ein Auszug:
Die pyramidenförmigen Kakaotüten wurden in den Pausen mit Wasser gefüllt und gezielt! auf die Straße oder den Schulhof geworden - nicht ungefährlich.
Die Klassendecke war voll mit Kaugummis, die durchgekaut an die Decke geflitscht wurden – widerlich!
Zwischen den Schultischen wurden dauernd Füller-Patronen zum Platzen gebracht, eine unglaubliche Schweinerei.
Gefährlich war auch: der Bio- und Chemie-Einser, hat in den Pausen dauernd irgendwelche Chemikalien auf der Klassenfensterbank zum Explodieren gebracht ... ich glaube, der war auch sonst nicht ganz dicht, war sehr cholerisch und hat, wenn er sich über jemand geärgert hat, den Mitschüler in den Klassenschrank eingesperrt – einmal war ich dran. Da ich eher klaustrophob veranlagt bin, war das gar nicht lustig.
Kleinere Mitschüler wurden in den Pausen "eingefangen" und in den Plastik-Papierkorb gesetzt und zwar so, dass sie aus eigener Kraft nicht mehr rauskamen. So wurden sie auf das Lehrerpult gestellt.....
Kleine Lehrerautos wurden auf der Straße „umgestellt“.
Einmal haben wir komplett unsere Klasse neu gestaltet: in der großen Pause haben wir Teppiche, kleine Regale, Blumenvasen, ein funktionierendes! Radio! und allerhand sonstiges Zeug vom Sperrmüll auf der Straße mitgebracht – es wurde zunächst mal geduldet :-)
Es war die Zeit des sich Verweigerns, des „cool“ –Seins, Flower-Power, polit. Diskussionen, alles in Frage stellen, bloß nicht "konform" sein. Das hat aber zum Teil sehr seltsame Blüten getrieben......

Dennoch hatte auch diese Schule einen sehr hohen Leistungsanspruch und in der 10 habe ich gemerkt, dass ich richtig Gas geben muss, wenn ich das Abi haben wollte – hat geklappt :-)

Ach übrigens: . ich „wusste“ schon in den 70er/80er Jahren, dass die DDR-Bildung in den Math/Nath./Techn.-Fächern ganz weit vorne war. Ich weiß nicht, wieso ich das wusste, aber ich wusste es ......


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#357

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 12:00
von OlsenWeilrode | 191 Beiträge | 1 Punkte
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Zitat von werner im Beitrag #355
Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #334
Hallo Barbara,

EOS heißt erweiterte Oberschule, also erste bis zwölfte Klasse im Gegensatz zur POS, polytechnische Oberschule mit Klasse eins bis zehn.
Es geht gleich weiter!

HG 82/I
Olsen


Nein Olsen,

Ab den 70ern ging erst mal jeder auf die POS. Regelschulzeit 10Jahre, beginnend mit "Grundschule" bis 3. oder 4.Klasse mit Hort. Es gab aber immer noch einzelne, die es nicht bis zur 10. Klasse schafften und nach der 8. Klasse abgingen. Das war aber eher die Ausnahme.
In der 8.Klasse fand dann die Auswahl für die EOS statt.
Wer sich für die EOS entschieden hat, hat wie die Schüler der POS auch, in jedem Fall eine Prüfung und Abschluss 10.Klasse erhalten und auch die Möglichkeit, nach der 10.Klasse abzugehen. D.h. alle Schüler - ob EOS oder POS hatten grundsätzlich bis zur 10.Klasse denselben Stoff und nach Abschluss der 10.Klasse dieselben Voraussetzungen für den weiteren Weg. In meiner Abtiruklasse hatten wir auch einen, der nach der 11.Klasse abgegangen ist, weil ihm das dann doch nichts war. Er hatte auf jeden Fall den 10.Klasse -Abschluss in der Tasche.

Dieser "Zwischen"- Abschluss war auch sinnvoll, weil dadurch für die "Spätzünder" auch die Möglichkeit bestand, von der POS in die Abiturstufe zu wechseln und zum anderen gab es ja auch die Möglichkeit, nach der 10.Klasse während der Berufsausbildung das Abitur abzulegen. Dann war die Lehrzeit 3 Jahre statt 2 und man hatte gleichermaßen Studienzugang und bereits erste Berufserfahrungen gesammelt.
Dieser Weg war für viele die Alternative, die im direkten Weg über die EOS das Abitur nicht machen konnten.


Ich will dem nicht widersprechen, vielleicht wäre es besser gewesen, wenn ich hätte diesen Beitrag direkt per PN an Barbara gesendet hätte und möchte auch nochmals auf #302 und #316 hinweisen.

Wie ich schon anmerkte, ich bin nicht Reich-Ranitzky und es ist schwierig, alles in der richtigen Formulierung und im richtigen Zusammenhang so darzustellen, so daß es KEINE Auslegungsmöglichkeiten mehr gibt. Da müßte man zu jedem Pubs einen Roman schreiben.

POS von erster bis zehnter Klasse, stimmt. So war die Regel. Manche (wenige) gingen aber auch schon ab der sechsten, siebenden, achten, neunten Klasse ab, Mehrfach-Sitzenbleiber beispielsweise, schulisch Dumme, Unwillige und noch aus vielen anderen Gründen! Sicher war eigentlich nur, daß man mit der ersten Klasse eingeschult wurde, aber auch da findet sicherlich wieder der eine oder andere ein Haar in der Suppe!

EOS ab der neunten oder zehnten Klasse*** bis zur zwölften Klasse wäre formulierungsmäßig besser gewesen. ERWEITERTE Oberschule eben! Manche EOS waren aber auch der POS angegliedert.

Zu MEINER Schulzeit (64 bis 74) begann das Aussortieren in der späten sechsten bzw. siebenten Klasse, damit für die achte Klasse feststand, wer auf die EOS geht. Bei nachträglich sich herausstellender Nichteignung (gesundheitlich, "politisch", fachlich) konnte man bis zur zehnten Klasse auch wieder zurück in die POS wechseln, das war von vielen Gründen abhängig (beispielsweise auch Umzug...). Manche gingen auch von der EOS schon mit der zehnten Klasse ab, wie oben schon ausgeführt. Einen "anerkannten" Abschluss gab es aber nur mit Abgang aus der achten, zehnten oder zwölften Klasse, wobei tatsächlich die Bildungsinhalte bis zur zehnten Klasse in POS und EOS lehrplanmäßig gleich waren. Aufgrund des allgemein höheren Bildungsniveaus auf der EOS war dort aber in der Regel mehr möglich aus auf der POS.
Ausnahmen, in Spezialschulen beispielsweise, bestätigen diese Regel. Heute gebrauchte Begriffe wie "mittlere Reife" u.ä. waren ungebräuchlich!

Ich möchte mich noch vielmals für die schlechte und missverständliche Darstellung meines vorangehenden Beitrages entschuldigen. Nur wer nichts schreibt schreibt auch nichts Falsches!

HG 82/I
Olsen

***Aufgrund vieler Hinweise hab ich den obengestandenen Fehler "achte Klasse" korrigiert und herausgenommen. Ich bin ein Depp!



Grenzverletzerin und werner haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.02.2013 13:51 | nach oben springen

#358

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 12:00
von Grenzverletzerin | 1.199 Beiträge | 121 Punkte
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War es nicht sogar so, dass versucht wurde jeden bis zur 10. Klasse durchzuziehen? Aus meiner Klasse verließ nur einer die Schule mit Abschluss der 8.Klasse. Er hatte aber auch schon 2 Ehrenrunden gedreht und gar keine Lust mehr auf die Schule.
In unsere Schule gab es auch ein sehr gutes Konzept mittels Lernpatenschaften. Eine Mitschülerin bekam ein ziemlich schlechtes 7. Klasse- Zeugnis und so wurde ich gefragt ob ich sie die 8. Klasse in Geschichte und Mathe betreue. Ich bin dann 2x die Woche Nachmittags zu ihr nach Hause und wir haben geübt. Geschichte war kein Problem, da sie ganz gut auswendig lernen konnte und auch den Willen hatte...aber Mathe war problematisch...sie lernte alle Rechenwege auswendig, da sie es einfach nicht verstand...so hat sie aber den 8.Klassenabgang verhindern können. M.E. waren es 4 Schüler aus der Klasse welche von leistungsstärkeren Schülern betreut wurden. Diese Konzept fand ich wirklich gut, sollte man echt hier einführen, da Nachhilfe sehr teuer ist und gerade die Sozialschwachen sich dies nicht leisten können und wieder hinten anstehen.


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.
[url]http://www.smiliesuche.de/smileys/chemiker/chemiker-smilies-0001.gif[/url]


KasparHauser hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#359

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 12:11
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Ich halte mich zukünftig mit Äußerungen mehr zurück!

HG 82/I
Olsen



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#360

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.02.2013 12:22
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Mit den "Kopfnoten" sind hier im Forum wohl die meisten groß geworden.

Betragen
Fleiß
Mitabeit
Ordnung und
Gesamtverhalten

kann ich noch ohne in mein altes Zeugnisheft ab der 1. Klasse zu sehen. War wie das ein-mal-eins. Von Anfang an waren dort meine Noten stets gleich. Immer zwischen so um drei, seltener ´ne zwei. Ich war -würde man heute sagen- hyperaktiv


KasparHauser hat sich für diesen Beitrag bedankt
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