Strafmaß bei Fluchtversuch

  • Seite 1 von 2
19.01.2013 17:13
avatar  ( gelöscht )
#1
avatar
( gelöscht )

Hallo, liebe Forumsgemeinde,
ich hoffe, dass ich meine Frage im richtigen Thema erstelle.
Es geht darum, dass ich gerne wissen würde, mit welcher Strafe ein Grenzsoldat rechnen musste, der während der Dienstzeit einen Fluchtversuch unternommen hat. Bei dieser Flucht hat der Soldat auf einen "Kollegen" geschossen, der ihn an der Flucht hindern wollte, ihn aber nicht getroffen.
Bin für jede hilfreiche Antwort dankbar.

Gruß Tom


 Antworten

 Beitrag melden
19.01.2013 17:40
avatar  ( gelöscht )
#2
avatar
( gelöscht )

Hallo Tom,

in diesen Zusammenhang spricht man von Fahnenflucht. Da der Flüchtende unter zuhilfenahme einer Schußwaffe sich seiner Strafe zu entziehen versuchte, kann hierbei auch von versuchten Mord ausgegangen werden, so daß der Strafrahmen zwischen 10 Jahren und Lebenslänglich liegen dürfte. Ich bin zwar "nur" juristischer Laie aber ich denke, daß diese Straftat eher gegen Lebenslänglich tendiert, zumindestens wird der Schußwaffengebrauch in diesen Zusammenhang strafverschärfend gewertet unabhängig davon ob er seinen "Kollegen" trifft oder nicht.

Gruß Hartmut!


 Antworten

 Beitrag melden
19.01.2013 17:56
avatar  ( gelöscht )
#3
avatar
( gelöscht )

Hallo Hartmut,

vielen Dank für Deine Antwort !
Klar, muss natürlich Fahnenflucht heißen, aber ich habe von dem Militärkram keine Ahnung.
Könnte es sein, dass ein derartiger Straftäter nach Verbüßung seiner Haft in den Westen abgeschoben wird ?

Gruß Tom


 Antworten

 Beitrag melden
19.01.2013 18:08
avatar  Pitti53
#4
avatar

Dafür haben wir hier wirklich Experten.Mußt nur warten bis die sich melden

Wird nicht so lange dauern


 Antworten

 Beitrag melden
19.01.2013 18:11
avatar  Alfred
#5
avatar

Hallo,

dass Ergebnis hing immer von der Ermittlungsergebnissen ab.
Pauschal kann man dies nicht einschätzen.


 Antworten

 Beitrag melden
19.01.2013 18:40
avatar  ( gelöscht )
#6
avatar
( gelöscht )

Zitat von tom16 im Beitrag #3
Hallo Hartmut,

vielen Dank für Deine Antwort !
Klar, muss natürlich Fahnenflucht heißen, aber ich habe von dem Militärkram keine Ahnung.
Könnte es sein, dass ein derartiger Straftäter nach Verbüßung seiner Haft in den Westen abgeschoben wird ?

Gruß Tom

Ja Tom,

möglich ist ja vieles. Der Fahnenflüchtige Weinhold erschoß bei seiner Flucht zwei Grenzsoldaten die eher "symbolisch" anzusehende Strafe gegen Weinhold, kann für Fahnenflüchtige gerade als Aufforderung verstanden werden alles, was sich ihnen in den Weg stellt abzumurksen.

Gruß Hartmut!


 Antworten

 Beitrag melden
19.01.2013 18:48
avatar  Pitti53
#7
avatar

Zitat von tom16 im Beitrag #3
Hallo Hartmut,

vielen Dank für Deine Antwort !
Klar, muss natürlich Fahnenflucht heißen, aber ich habe von dem Militärkram keine Ahnung.
Könnte es sein, dass ein derartiger Straftäter nach Verbüßung seiner Haft in den Westen abgeschoben wird ?

Gruß Tom


Abschiebung/Freikauf kam sicher für solche Täter nicht in Frage,oder?


 Antworten

 Beitrag melden
19.01.2013 19:24
#8
avatar

Zitat von Pitti53 im Beitrag #7
(...)

Abschiebung/Freikauf kam sicher für solche Täter nicht in Frage,oder?


Eine gute Frage! Aus Sicht der BRD fielen Fahnenflüchtige unter die Kategorie der Häftlinge, die freigekauft werden konnten:
http://www.deutschlandarchiv.info/download/article/327
Fahnenflüchtige wurden oft im Verfahren der Amnestie entlassen und konnten in die BRD übersiedeln; Beispiel
http://www.ddr-zeitzeuge.de/ddr-zeitzeug...heinke-155.html
Es stellt sich mir die Frage, ob auch in Fällen einer Amnestie jeweils Geld aus der BRD geflossen ist.
Theo


 Antworten

 Beitrag melden
19.01.2013 20:06
avatar  ( gelöscht )
#9
avatar
( gelöscht )

Vielen Dank für Eure Antworten !
Mich würde interessieren, ob noch mehr von Euch der Meinung sind, dass man für diese Tat mit 10 Jahren "davon gekommen" sein kann.

Gruß Tom


 Antworten

 Beitrag melden
19.01.2013 20:59
#10
avatar

Zitat von tom16 im Beitrag #9
Vielen Dank für Eure Antworten !
Mich würde interessieren, ob noch mehr von Euch der Meinung sind, dass man für diese Tat mit 10 Jahren "davon gekommen" sein kann.

Gruß Tom


Hallo Tom und Willkommen, zu Deiner Frage brauchst Du schon Infos von Rechtsgelehrten. Kann schon sein das Du hier fündig wirst.
Wir von der Basis ( Kanten ) können nur mutmaßen.
Das kann schon so sein, nur weiß ich nicht wann und zu welcher Zeit die Strafe " abgesessen " wurde.


 Antworten

 Beitrag melden
19.01.2013 21:42
avatar  ( gelöscht )
#11
avatar
( gelöscht )

Leider kann ich den Zeitraum nur ungefähr angeben,
der Fluchtversuch könnte Mitte der 70er Jahre gewesen sein.

Gruß Tom


 Antworten

 Beitrag melden
19.01.2013 22:12
#12
avatar

Aus unserem Regiment wurde gegen Ende unserer Dienstzeit informiert, daß in dieser Zeit insgesamt vier Grenzer geflüchtet sind. Ob mit oder ohne Gewaltandrohung/anwendung durch Schusswaffen, wurde nicht gesagt bzw. weiß ich nicht mehr. Es wurde berichtet, daß noch während unserer Dienstzeit zwei davon freiwillig zurückgekommen wären, weil sie drüben nicht mehr zurechtgekommen sind, nachdem sie erst mal alle Geheimdienste durchlaufen hatten. Es soll sich um 4 Jahre Gefängnis gehandelt haben, wozu sie verurteilt wurden. Ob alles so stimmt, konnten wir nicht überprüfen, war nur als Info. War wohl auch kein Schusswaffengebrauch dabei, sonst wäre es mit Sicherheit härter geworden. Auch spielt ganz bestimmt der Dienstgrad und die Wichtigkeit von Geheimnissen, die verraten wurden, eine erhebliche Rolle. Bei oben geschildertem Fall würde ich auch auf keinem Fall unter zehn Jahren ansetzen, eher höher. Man muß dabei bedenken, daß es als vesuchter Mord gesehen werden kann, auch wenn ,vorerst, nur in den Dreck geschossen wurde und daß so ein Delikt im Verteidigungsfall bzw. Kriegszustand mit fast absoluter Sicherheit mit einem Todesurteil endet.


 Antworten

 Beitrag melden
21.01.2013 16:57
avatar  94
#13
avatar
94

Zitat von tom16 im Beitrag #9
..., dass man für diese Tat mit 10 Jahren "davon gekommen" sein kann.

Da wurde der Strafrahmen laut §254(2) StGB-DDR aber voll ausgeschöpft, ich zitiere ...

In schweren Fällen wird der Täter mit Freiheitsstrafe von zwei bis zu zehn Jahren bestraft. Ein schwerer Fall liegt insbesondere vor, wenn die Tat
1. mit dem Ziel begangen wird, das Staatsgebiet der Deutschen Demokratischen Republik zu verlassen oder diesem fernzubleiben;
2. unter Mitnahme einer Waffe erfolgt oder zur Verwirklichung der Tat Gewalt gegen andere Personen angewandt oder mit Gewalt gedroht wird;
3. von mindestens zwei Militärpersonen gemeinschaftlich begangen wird.

P.S. zwei von den drei Qualifikationsmerkmalen (Punkt 1 und 2) sind erfüllt, würde ich itzo ma als Laie sagen.


 Antworten

 Beitrag melden
21.01.2013 18:02
avatar  ( gelöscht )
#14
avatar
( gelöscht )

Zitat von 94 im Beitrag #13
Zitat von tom16 im Beitrag #9
..., dass man für diese Tat mit 10 Jahren "davon gekommen" sein kann.

Da wurde der Strafrahmen laut §254(2) StGB-DDR aber voll ausgeschöpft, ich zitiere ...

In schweren Fällen wird der Täter mit Freiheitsstrafe von zwei bis zu zehn Jahren bestraft. Ein schwerer Fall liegt insbesondere vor, wenn die Tat
1. mit dem Ziel begangen wird, das Staatsgebiet der Deutschen Demokratischen Republik zu verlassen oder diesem fernzubleiben;
2. unter Mitnahme einer Waffe erfolgt oder zur Verwirklichung der Tat Gewalt gegen andere Personen angewandt oder mit Gewalt gedroht wird;
3. von mindestens zwei Militärpersonen gemeinschaftlich begangen wird.

P.S. zwei von den drei Qualifikationsmerkmalen (Punkt 1 und 2) sind erfüllt, würde ich itzo ma als Laie sagen.

Hallo 94,

Würde "nur" im Rahmen der Fahnenflucht ermittelt, magst du recht haben. Aber warum soll die Staatsanwaltschaft in diesen konstruierten Fall nicht von versuchten Mord ausgehen? Vergleiche hierzu auch Tateinheit/ Tatmehrheit im Strafgesetz, in diesen Fall hat der Delinquent schlechte Karten, denn Mord konnte auch in der DDR mit lebenslänglicher Freiheitsstrafe geahndet werden. Im Fall Weinhold, war auch noch die Todesstrafe möglich. Zu Gunsten des Straftäters kann die Strafe "gemildert" werden, weil der Mord im Versuch steckenblieb.
Ich denke das Eisenringtheo als Rechtsexperte mehr weiß!

Gruß Hartmut!


 Antworten

 Beitrag melden
22.01.2013 08:13
avatar  ( gelöscht )
#15
avatar
( gelöscht )

Irgendwo wurde hier mal der Fall dieses Matrosen diskutiert der mit Waffengewalt das Boot zur Flucht nutzen wollte.
Ist dem im Nachhinein nicht gut bekommen.


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!