X

#1

Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.11.2012 23:26
von Viehler | 22 Beiträge | 64 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Viehler
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Liebe Forum-Mitglieder

in diesem Beitrag möchte ich mich vorstellen und mein Interesse am Verlauf der Grenzen der unterschiedlichen Staatsorgane, die ausgehend von der Vorkriegszeit über die militärischen Besatzungszonen bis hin zu der heutigen Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.
Meine Eltern hatten einen Bauernhof direkt am Elbufer im Bereich des Amtes Neuhaus.
Dieser Bereich war während des Endes des 2. Weltkrieges zuerst von den amerikanischen Truppen besetzt, die dann aufgrund der alliierten Übereinkommen ihn an die britische Armee übergab, weil die alliierten Nachkriegsregelungen vorsahen, die Ländergrenzen der preussischen Provinzen auch die Grenzen der Besatzungszonen sein sollten. Üblicherweise bildet zwischen Hannover und Mecklenburg die Elbe die Grenze, aber auf etwa 50km Flusslänge springt die Grenze ostwärts über den Fluss. Die Truppe wollte wegen der fehlenden Brücken über der Elbe nicht auf Dauer besetzt halten und die Engländer und die Sowjets einigten sich auf eine Korrektur der Zonengrenzen, die im Sommer 1945 vollzogen wurde.
Mein Vater starb während dieser Zeit, das Wohn-und Wirtschaftsgebäude brannte ab und die Ablieferverpflichtungen von Tieren anderen landwirtschaftlichen Gütern führten zum Ruin des Betriebs.
Es gibt nur wenige verlässliche Informationen aus der Zeit vom Ende des Krieges im dortigen Raum, - wie war der Kriegsverlauf in Folge der 4 amerikanischen Brückenschläge, wie war das britische Regime wie das russische für die Zivilbevölkerung, wie war die Grenzregelung an den Zonengrenzen, wer führte diese durch, gab es Grenzverkehr (legaler/illegaler) über die Elbe-, die mir ein Bild geben, wie meine Eltern leben mussten.
Wenn also jemand Informationen aus dieser Zeit hat, wäre es vielleicht möglich, durch dieses Forum Licht in diese Zeit zu bringen !

Übrigens: Der eingetragene Grenzverlauf der DDR zur Bundesrepublik im Bereich des Amtes Neuhaus auf dem GoogleEarth-Leitbild dieses Forums ist m. E. nicht richtig. Das östliche Elbufer wäre richtig.

Mit Grüßen von der Küste
Viehler



zuletzt bearbeitet 25.11.2012 23:28 | nach oben springen

#2

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.11.2012 23:38
von Gelöschtes Mitglied
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hallo Viehler,

willkommen im Forum.
Ich hoffe,dass du einiges an Feedback auf deine gestellten Fragen in deiner interessanten Vorstellung bekommst.

Gruß ek40


Viehler hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#3

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.11.2012 10:49
von GZB1 | 3.459 Beiträge | 665 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds GZB1
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Die Streitigkeiten zum Verlauf des Grenzbereiches an der Elbe hätten 1966 fast mal eine ernsthafte militärische Auseinandersetzung (Grenz-Schlacht bei Gorleben) zwischen Ost und West ausgelöst.
http://www.broda-72.de/gorleben/gorleben.html

Meinung zur Grenze dort bis 1989 war von Seiten

der DDR: Flussmitte
der BRD: östl. Uferkante


zuletzt bearbeitet 26.11.2012 11:27 | nach oben springen

#4

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.11.2012 11:10
von eisenringtheo | 10.462 Beiträge | 4968 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds eisenringtheo
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Interessant wäre, mit welcher Begründung die DDR die Flussmitte als Grenze sah.
Im der Anlage zum Londoner Protokoll war das Ostufer Zonengrenze
http://www.his-data.de/objekt/5/0/7/4/d,...arte,rahmen.htm
ebenso in zeitgenössischen Landkarten (1946)
http://www.welcker-online.de/Links/link_963.html
Theo


nach oben springen

#5

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.11.2012 11:29
von Gelöschtes Mitglied
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Ich kenne auch nur die Handhabung Grenzverlauf auf der Elbe ist die Flußmitte. Wenn wir von der Elbewerft Boizenburg zur Standprobe mit den Schiffen das Hafenbecken verliessen, hielten wir uns auch an diese Regelung. Das es seitens der westdeutschen Zollboote immer wieder Provokationen gab, daran hatten wir uns schon gewöhnt. Auch an die Aufforderungen von Bord zu gehen. Die Standproben wurden durch den Bootszug Horst seitens der GT gesichert. Während meiner Zeit ist keiner von den Werftangehörigen über Bord gegangen auch nicht bei den Schiffsüberführungen auf der Elbe nach Hamburg. Auch die notwendige Liegezeit bei Blohm & Voss in Hamburg (Schiffe mußten hochseetüchtig für den küstennahen Bereich hergerichtet werden) nutzte keiner aus dem Überführungskommando zur Flucht, wie auch nicht die Passage durch den Nord-Ostsee-Kanal.

Die Flussmitte als Grenzverlauf zu sehen, entsprach den üblichen internationalen Regelungen und Geflogenheiten. Auch die von beiden deutschen Staaten eingesetzte Grenzkommission akzeptierte diesen Status bis zum Schluß. Eine endgültige vertragliche und völkerrechtlich bindende Regelung gab es jedoch für diesen Grenzverlauf auf der Elbe gab es bis 1989 meines Wissens nach, nicht.

Vierkrug


nach oben springen

#6

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.11.2012 11:37
von GZB1 | 3.459 Beiträge | 665 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds GZB1
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

"..Die Papiere im britischen Staatsarchiv zu London sehen das anders.

Schröder faßt seine, wie er meint, "sensationellen" Erkenntnisse zusammen: "Daß die Elbe in voller Breite zur Bundesrepublik gehört, ist die unzulässigste Interpretation." Nach den Ermittlungen des Professors nämlich verläuft die Elbgrenze mal auf DDR-Seite, mal auf bundesdeutschem Gebiet, mal inmitten der Elbe.

Die Papiere, die Schröder zusammengetragen hat und jetzt in einem Buch veröffentlicht, belegen nach Meinung des Wissenschaftlers zweifelsfrei, daß die Grenze auf zusammen mindestens 40,5 Kilometer langen Teilstücken "in der Strommitte" verläuft. _(Dieter Schröder: "Die Elb-Grenze". Nomos ) _(Verlagsgesellschaft; 97 Seiten; 24 Mark. )

Das ergebe sich unbestritten aus dem Londoner Protokoll über die Besatzungszonen von 1944, in dem die alten "Grenzen der Länder und Provinzen innerhalb Deutschlands" zur Grundlage gemacht wurden. Und die verliefen eben mitten durch die Elbe...

....Eine Fülle anderer Unterlagen britischer Herkunft dagegen läßt darauf schließen, daß die Elbe auch in diesem Abschnitt zu gleichen Teilen an Ost- und Westdeutschland abgetreten wurde. Kriegskarten des War Office, die später für Grenzverhandlungen herangezogen wurden, weisen auf der Elbe eine "gestrichelte Mittellinie" aus. Die britische Rheinarmee schrieb 1948 die Trennungslinie von Lauenburg bis Schnackenburg "in der Mitte der Elbe" fest.

Beinahe zwangsläufig wies denn auch die Alliierte Kommission 1953 in einer Note an die Bundesregierung die Grenze "in der Flußmitte" aus - eine Betrachtungsweise, die sich noch Mitte der fünfziger Jahre auch niedersächsische Behörden zu eigen machten...."
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13517590.html

Offensichtlich sind die Londoner Protokolle doch anders zu interpretieren.


zuletzt bearbeitet 26.11.2012 11:43 | nach oben springen

#7

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.11.2012 11:47
von Gelöschtes Mitglied
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Ergänzend noch, das Amt Neuhaus gehört seit seit dem 01.10.1993 zum niedersächsischem Landkreis Lüneburg. Die in dieser Einheitsgemeinde Amt Neuhaus aufgegangenen Gemeinden gehörten bis zum 29. Juni 1993 zum mecklenburg-vorpommerschen Landkreis Hagenow.
Die Gemeinde besteht aus den sieben Ortschaften Dellien, Haar, Kaarßen, Neuhaus, Stapel, Sumte und Tripkau.
Ortsteile sind Banke, Bitter, Bohnenburg, Brandstade, Darchau, Dellien, Gosewerder, Gülstorf, Gülze, Gutitz, Haar, Herrenhof, Kaarßen, Klein Banratz, Konau, Krusendorf, Laake, Laave, Neu Garge, Neuhaus, Niendorf, Pinnau, Pommau, Preten, Privelack, Raffatz, Rassau, Rosien, Stapel, Stiepelse, Stixe, Strachau, Sückau, Sumte, Tripkau, Viehle, Vockfey, Wehningen, Wilkenstorf und Zeetze.



Vierkrug


zuletzt bearbeitet 26.11.2012 11:48 | nach oben springen

#8

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.11.2012 19:34
von PF75 | 3.675 Beiträge | 1431 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds PF75
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

zu meiner zeit 75/76 wurde uns auch immer gesagt Grenze ist Flußmitte,wer wo Fuhr war in vielen ecken gar nicht feststellbar da der Deich teilweise mehrere 100 m von der Elbe entfernt war,dort der 3 m -Zaun war und auch die Posten dort lang liefen.
lediglich in Stipelse stnd der BT 11 fast an der Elbe und von dort konnte man schön aufs Wasser blicken (war begehrter PP),ich hatte ja das "Glück " und durfte auch ins Vorgelände bis ans Wasser ran ,da konnte man auch nur schätzen ist der noch auf westlicher oder schon auf östlicher Flußseite(bei den Binnenschiffern war es sowieso egal ).



nach oben springen

#9

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.11.2012 21:01
von Ex-Huf (gelöscht)
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Ex-Huf
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hallo Viehler,

bezugnehmend auf Deine Fragen, möchte ich Dir sagen, dass uns östlicherseits der Elbe gewohnten Ossis, auch aus direkter Elbnähe kein Zugang während der Teilung gewährt wurde. Die von Eltern und Großeltern oder von Bekannten gepriesenen Zeiten, in denen Vergnügungsdampfer zwischen Hitzacker und Wittenberge verkehrten, waren für uns verschlossen.
Nachlesbar bezüglich des Grenzverlaufes zwischen den Besatzungszonen ist allerdings, dass die britische Armee das Territorium bis zum Ostufer der Elbe gemäß den alliierten Vereinbarungen beanspruchte.
Die Fortführung dieser Ansprüche bei der Entstehung der BRD (alt ) und der späteren DDR gerieten in diese schon zuvor beschriebenen Unstimmigkeiten, die meines Wissens nie während der Teilung ausgeräumt worden sind. Kompliziezierend hinzu kamen Zwischenfälle bezüglich der Ereignisse um die "Kugelbake" oder so ähnlich.
Demzufolge atmeten bds. der ehemaligen Zonengrenze die Elbbewohner nach unserer Revolution und dem Beitritt der Länder der DDR auf, als Deutschland wieder geeint war, und das Amt Neuhaus demokratisch dem Land NDS angehörte.

VG Ex-Huf


Viehler hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#10

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.11.2012 21:12
von Ex-Huf (gelöscht)
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Ex-Huf
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von PF75 im Beitrag #8
zu meiner zeit 75/76 wurde uns auch immer gesagt Grenze ist Flußmitte,wer wo Fuhr war in vielen ecken gar nicht feststellbar da der Deich teilweise mehrere 100 m von der Elbe entfernt war,dort der 3 m -Zaun war und auch die Posten dort lang liefen.
lediglich in Stipelse stnd der BT 11 fast an der Elbe und von dort konnte man schön aufs Wasser blicken (war begehrter PP),ich hatte ja das "Glück " und durfte auch ins Vorgelände bis ans Wasser ran ,da konnte man auch nur schätzen ist der noch auf westlicher oder schon auf östlicher Flußseite(bei den Binnenschiffern war es sowieso egal ).


Wegen meiner unmittelbaren Wohnnähe zu jenen inzwischen "interessanten" Orten, auch wegen meines Berufes, hatte ich mehrfach die Gelegenheit, mit , wir sagen mal schützensweise, "befugten hauptamtlichen Personen" zu reden.
Nach meiner Erkenntnis, dass muss hier nicht maßgeblich sein, waren damalige Bedienstete der DDR, ich meine GT und Zoll, sich durchaus der Vulnerabilität der Elbgrenze in "unserem" Abschnitt bewusst.
Nach meiner Einschätzung hatten die damaligen Bediensteten der DDR größte Probleme bezüglich des tatsächlichen Grenzverlaufes z.B. bei Hochwasser oder bei schwerem Eisgang, z.B. 1978/79, zu dem ich eigene Erlebnisse beisteuern könnte.

VG Ex-Huf


Viehler hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.11.2012 21:13 | nach oben springen

#11

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.11.2012 23:19
von Viehler | 22 Beiträge | 64 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Viehler
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hallo, liebe Forum-Mitglieder,

das sind kenntnisreiche Beiträge über den Grenzverlauf an der Elbe und es ergibt sich dadurch ein Bild aus der Sicht der Grenznutzer, aber wie war es in den ersten Jahren nach dem Krieg, wer hat Kenntnisse über diese Zeit, wer kann darüber berichten und erzählen, was er erlebt hat im Breich der Grenze an der Elbe.

Mit Grüßen von der Küste
Viehler



nach oben springen

#12

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.11.2012 09:22
von Gelöschtes Mitglied
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hallo Viehler,

dass mit der Nachkriegszeit wird schwierig. Bin noch in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone in Boizenburg geboren - 14 Tage eher und es wäre dann Hamburg gewesen.
Kann mich deshalb auch nur an Erlebnisse aus meiner Kindheit und frühen Jugend bzw. dann später auf der Werft erinnern.
Zu den Kindheitserinnerungen gehört zweifellos das Baden und das Angeln an der Elbe, solange es noch möglich war. Es gehörte zu den damaligen Mutproben, einmal die Elbe zu durchschwimmen und anschließend wieder zurück. Die Elbe war dabei auf Grund der Strudelbildungen an den Bunenköpfen und der Strömung nicht gerade ungefährlich und forderte auch jährlich ihre Badeopfer. Die Grenzer sahen uns oftmals dabei zu und ab und an gab es dann auch ermahnende Worte. Eine besondere Form der Mutprobe bestand später darin, dass man sich herannahenden "Elbkähnen" schwimmend so näherte, dass man noch vor dem Bug geriet und dann die Backbord- bzw. Steuerbordseite nutzte um ungesehen in Richtung Westufer zu schwimmen. Auf der Westseite hat man sich dann etwas ausgeruht und dann ging es wieder zurück. Es war der Bereich der Sudemündung in die Elbe.
Angeln in der Elbe machte absolut keinen Spass, denn man verlor viel Gerät in den Stacks in Ufernähe. Außerdem schmeckte der Fisch damals nicht besonders. Da waren die Sude und die Bracks schon etwas anderes. Meist ging es über Gothmann an die Elbe.
Später bin ich dann in die Teldau zum Angeln gefahren - an die Bracks zwischen Vorderhagen und Hinterhagen. Das bekannteste Brack, war dabei das Mühlenbrack.
Schlittschuhlaufen auf den überschwemmten Elbwiesen gehörte dann zum Winterprogramm, wie auch das Rodeln auf dem Bollenberg bei Gothmann.

In der Vorweihnachtszeit gab es immer das Erlebnis, dass ein "Apfelsinenlaster" aus Hamburg kommend, bei winterlichen Strassenverhältnissen die Kurve auf der F 5 (heute B 5) zwischen Boizenburg-Stadt und Boizenburg-Bahnhof nicht packte und umkippte - meistens rutschte er die Böschung herunter und gab dabei seine Ladung preis. Diese Nachricht verbreitete sich dann wie ein Lauffeuer und die Anlieger aus Boizenburg-Bahnhof waren mit ihren Eimern und Wäschekörben oftmals vor der Polizei am Unfallort.

Dömitz, Neuhaus, wie auch Tripkau kenne ich noch vom Fußballspielen in der Schüler- und später Jugendmannschaft. Spielte damals bei Aufbau Boizenburg (Sportverein der Fliesenwerke Boizenburg) und nicht bei Motor Boizenburg (Sportverein Elbewerft Boizenburg). Kann mich noch gut an die (H)Bolzereien mit Traktor Tripkau erinnern.

Vierkrug


GeWa-8 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.11.2012 09:41 | nach oben springen

#13

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.11.2012 20:59
von Viehler | 22 Beiträge | 64 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Viehler
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hallo, liebe Forum-Mitglieder,


Vierkrug ist zu danken, weil er darauf hinweist, dass die Spuren-Lage aus der damaligen Zeit ganz dünn ist. Dennoch, es müssten noch Menschen auf beiden Seiten der Elbe geben, die das Wachsen der Grenzkontrollen u -sicherungen miterlebten.
Das Hauptproblem ist und bleibt offensichtlich die Weitergabe dieser Informationen an die nachfolgenden Generationen. Wenige nur nutzen ein Forum wie dieses, und wenn wir jetzt hier appelieren, mehr aus der Vergangenheit öffentlich zu machen, dann appelieren wir eigentlich an uns selbst !

Mir wurde erzählt, dass es im Bereich Garge/Altgarge einen umfangreichen "Grenzverkehr" über die Elbe gab. Gegen Naturalien wurde nachts mit einem Ruderboot übergesetzt. Tags versteckten sich die ankommenden "Flüchtlinge" in den Häusern direkt an der Elbe.
Es gab auch Festnahmen, die dann zu ein paar Wochen Gefängnis führten. Die russischenen Soldaten waren auch an diesen Bootungen beteiligt, so berichtete meine Mutter, die Soldaten wollte nur besser verpflegt werden als sie durch die Truppenverpflegung bekamen.
Wenn nun Festnahmen wegen Schleusungen erfolgten und die Soldaten mehr oder weniger an dieser Festnahme unbeteiligt waren, dann muss es damals (Sommer/Herbst 1945) auch eine weitere Grenzkontrollorganisation gegeben haben,- Vierkrug schreibt von Grenzern.

Wir müssten mehr über diese Zeit wissen, also Leute, ran an die Tastatur.

Viehler



nach oben springen

#14

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.11.2012 23:10
von Pitti53 | 9.981 Beiträge | 7057 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Pitti53
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von Viehler im Beitrag #13
Hallo, liebe Forum-Mitglieder,


Vierkrug ist zu danken, weil er darauf hinweist, dass die Spuren-Lage aus der damaligen Zeit ganz dünn ist. Dennoch, es müssten noch Menschen auf beiden Seiten der Elbe geben, die das Wachsen der Grenzkontrollen u -sicherungen miterlebten.
Das Hauptproblem ist und bleibt offensichtlich die Weitergabe dieser Informationen an die nachfolgenden Generationen. Wenige nur nutzen ein Forum wie dieses, und wenn wir jetzt hier appelieren, mehr aus der Vergangenheit öffentlich zu machen, dann appelieren wir eigentlich an uns selbst !

Mir wurde erzählt, dass es im Bereich Garge/Altgarge einen umfangreichen "Grenzverkehr" über die Elbe gab. Gegen Naturalien wurde nachts mit einem Ruderboot übergesetzt. Tags versteckten sich die ankommenden "Flüchtlinge" in den Häusern direkt an der Elbe.
Es gab auch Festnahmen, die dann zu ein paar Wochen Gefängnis führten. Die russischenen Soldaten waren auch an diesen Bootungen beteiligt, so berichtete meine Mutter, die Soldaten wollte nur besser verpflegt werden als sie durch die Truppenverpflegung bekamen.
Wenn nun Festnahmen wegen Schleusungen erfolgten und die Soldaten mehr oder weniger an dieser Festnahme unbeteiligt waren, dann muss es damals (Sommer/Herbst 1945) auch eine weitere Grenzkontrollorganisation gegeben haben,- Vierkrug schreibt von Grenzern.

Wir müssten mehr über diese Zeit wissen, also Leute, ran an die Tastatur.

Viehler






1945 oblag die Grenzkontrolle an der damals nochDemarkationslinie zwischen den Besatzungstruppen NUR den sowjetischen Truppen.da gab's noch keine Grenzer


nach oben springen

#15

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.11.2012 12:03
von Gelöschtes Mitglied
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hallo Viehler,

Du forderst ja ganz schön die grauen Zellen und die Festplatte. So viele Zeitzeugen wird es wohl infolge der biologischen Abgänge nicht mehr geben. Ich persönlich kenne viele Aussagen aus der Zeit von 1945 bis Anfang der Fünfziger auch nur aus Erzählungen im Verwandten - und Bekanntenkreis.
Pitti53 hatte es schon geschrieben, in den ersten Jahren nach 1945 oblag die "Grenzsicherung", damals noch die Sicherung der Demarkationslinien (entlang der 1937 bestehenden Landes- und Provinzialgrenzen) genannt, den jeweiligen Besatzungsmächten.
Der von Dir benannte kleine Grenzverkehr fand nicht nur in Neugarge / Garge statt, sondern auch an anderen Stellen der Grenze / Demarkationslinie zwischen der Sowjetischen Besatzungszone und den anderen Besatzungszonen. Dazu war für den offiziell genehmigten Grenzübertritt lediglich ein Passierschein, später dann der sogenannte Interzonenpass der Besatzungsmächte notwendig. Im Juni 1946 wurde auch in Übereinstimmung zwischen den Alliierten die Grenze / Demarkationslinie zwischen der Sowjetischen Besatzungszone und den westlichen Besatzungszonen erstmalig für 4 Monate gesperrt, um etwas Ruhe in den Grenzverkehr hinein zu bringen.
Die sogenannten illegalen Grenzübertritte wurden stillschweigend von den Alliierten bis 1952 geduldet. Ab dann trafen Verordnungen der DDR zur Grenzsicherung in Kraft, u.a. die "Polizeiverordnung über die Einführung einer besonderen Ordnung an der Demarkationslinie" vom Mai 1952, in der es unter anderem heißt:

§1
Die entlang der Demarkationslinie zwischen der DDR und Westdeutschland festgelegte Sperrzone umfasst einen 10 Meter breiten Kontrollstreifen unmittelbar an der Demarkationslinie, anschließend einen etwa 500 Meter breiten Schutzstreifen und dann eine etwa 5 Kilometer breite Sperrzone.

§2
Die Bestimmungen über den kleinen Grenzverkehr sind ab sofort aufgehoben. Die Demarkationslinie darf nur mit gültigem Interzonenpaß an den vorgesehenen Kontrollpunkten der Deutschen Grenzpolizei passiert werden.

Somit war auch der offizielle und genehmigte Weg, in die BRD einreisen zu können, erschwert. Im November 1953 schafften die Besatzungsmächte
dann auch die bisherigen Interzonenpässe ab. Westdeutsche und Westberliner, die in die DDR reisen wollten brauchten jedoch auch weiter eine Aufenthaltsgenehmigung für die DDR. Bürger der DDR wiederum brauchten für die Einreise in die BRD von den BRD-Behörden keinerlei Genehmigung
– wohl aber vom eigenen Land. Um die DDR verlassen zu können, mussten entsprechende Papiere beantragt werden. Das Passgesetz von 1954
definierte erstmals den Begriff "Republikflucht" und belegte diese mit bis zu drei Jahren Gefängnis. Auch "Fluchthilfe" wurde 1957 ins Strafrecht der DDR aufgenommen.

Bis 1968 hatten DDR-Bürger ein offizielles Recht auf Auswanderung.

Noch eine kleine Episode dazu am Rande. Im Sommer !956 überquerten meine Mutter, meine Brüder und ich, offiziell genehmigt, die Grenze, um meine Urgroßmutter in Glückstadt bei Hamburg zu besuchen. Dazu nutzten wir ab Schwanheide den Hamburg - Berliner, auch umgangssprachlich als "Interzonenzug" bezeichnet. Nach kurzer Fahrt, dann Ankunft in Büchen und Kontrolle seitens der westdeutschen Behörden. Der eine Beamte befragte ganz mißtrauisch meine Mutter und stellte zielgerichtete Fragen hinsichtlich meines Vaters. Er war 1953 beim Grenzübertritt verhaftet worden, weil er mit anderen Genossen die KPD in Hamburg im Bundeswahlkampf unterstützen wollte. Diese Aktion wurde verraten und so nahm man die ganze Truppe schon in Büchen in Empfang. Mein Vater saß dann 3 Monate in U-Haft in Lübeck und wurde anschließend wieder in die DDR zurück geschickt, wie auch die Anderen. Zwischenzeitlich waren wir jedoch innerhalb von Boizenburg umgezogen und so verneinte meine Mutter einen verwandschaftlichen Bezug und verwies nur auf die Namensverwandschaft. Der betreffende westdeutsche Beamte grinste nur und verabschiedete sich dann höflich mit den Wünschen für einen angenehmen Aufenthalt.

Was die benannten Grenzer im vorherigem Beitrag anbetrifft, so waren diese Ereignisse so um 1958 - 1960. Nach der Rückkehr aus dem Ferienlager im August 1961, hatte sich zumindest das Angeln und Baden in der Elbe erledigt.
Ich muß noch einmal im Fotoarchiv nach einem Foto kramen, auf dem die Teilnahme der ersten Grenzpolizisten der DDR an der 1. Mai - Demonstration in Boizenburg ersichtlich ist. Ich kann mich noch erinnern, dass sie die alten deutschen Feldschirmmützen trugen und als Bewaffnung die MPi Schpagin (PPSch-41) trugen.

Ich hatte vor Jahren mal ein Buchprojekt in Angriff genommen. Der Arbeitstitel lautete "Ich wohnte an der Grenze - ein Leben an und mit der Grenze". Habe dafür viele Fakten und Dokumente zusammen getragen und entsprechende Recherchen durchgeführt. Habe aber letztendlich dieses Projekt verworfen und mich dem Schiffsmodellbau wieder zugewandt.

Andere Forenmitglieder können vielleicht auch zur weiteren Aufhellung beitragen. Ich werde noch weitere Erlebnisse hier niederschreiben.

Vierkrug


nach oben springen

#16

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.11.2012 17:26
von eisenringtheo | 10.462 Beiträge | 4968 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds eisenringtheo
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Ganz schwieriges Thema. Polizei war traditionell Ländersache, anfangs auch in der DDR. Schon im November 1945 wurde z.B. die bayerische Grenzpolizei wiedererrichtet
http://de.wikipedia.org/wiki/Bayerische_Grenzpolizei
fast ebenso früh ebenso die hessische Grenzpolizei
http://www.polizei.hessen.de/icc/interne...266cb59.htm#BGS
In anderen Ländern wird es ähnlich sein. Ganz bestimmt erfolgte dies unter der Anweisung der alliierten Schutzmächte. Für grosse Gebiete der Sowjetzone ist die Recherche schwierig. Die deutsche Grenzpolizei wurde zwar erst Ende 1946 eingerichtet. Vermutlich gab es aber bis zu diesem Zeitpunkt eine Vorläuferorganisation. Die sowjetische Besatzungsmacht konnte nicht einfach die bisherigen Länderstrukturen übernehmen, denn es war der Wille der Siegermächte, Preussen aufzulösen und das dauerte etwas.
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Grenzpolizei
http://www.verfassungen.de/de/de45-49/kr-gesetz46.htm
Bis zu dieser Neugliederung gab es Übergangslösungen der sowjetischen Besatzungsmächte, die Einrichtung von provisorischen Verwaltungen in den ehemaligen preussischen Provinzen
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_P...n_Preu%C3%9Fens
Leider habe ich bis jetzt nichts gefunden, was auf eine Art provisorische Grenzpolizei (bis zur Gründung der DGP) in der sowjetischen Zone hinweist, es hat sie aber sicher gegeben, wenn auf der anderen Seite der Grenze duetsche Grenzpolizisten aus der Westzone aufgestellt waren.
Theo


nach oben springen

#17

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.11.2012 20:09
von Mike59 | 9.560 Beiträge | 6379 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Mike59
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #16
Ganz schwieriges Thema. Polizei war traditionell Ländersache, anfangs auch in der DDR. Schon im November 1945 wurde z.B. die bayerische Grenzpolizei wiedererrichtet
http://de.wikipedia.org/wiki/Bayerische_Grenzpolizei
fast ebenso früh ebenso die hessische Grenzpolizei
http://www.polizei.hessen.de/icc/interne...266cb59.htm#BGS
In anderen Ländern wird es ähnlich sein. Ganz bestimmt erfolgte dies unter der Anweisung der alliierten Schutzmächte. Für grosse Gebiete der Sowjetzone ist die Recherche schwierig. Die deutsche Grenzpolizei wurde zwar erst Ende 1946 eingerichtet. Vermutlich gab es aber bis zu diesem Zeitpunkt eine Vorläuferorganisation. Die sowjetische Besatzungsmacht konnte nicht einfach die bisherigen Länderstrukturen übernehmen, denn es war der Wille der Siegermächte, Preussen aufzulösen und das dauerte etwas.
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Grenzpolizei
http://www.verfassungen.de/de/de45-49/kr-gesetz46.htm
Bis zu dieser Neugliederung gab es Übergangslösungen der sowjetischen Besatzungsmächte, die Einrichtung von provisorischen Verwaltungen in den ehemaligen preussischen Provinzen
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_P...n_Preu%C3%9Fens
Leider habe ich bis jetzt nichts gefunden, was auf eine Art provisorische Grenzpolizei (bis zur Gründung der DGP) in der sowjetischen Zone hinweist, es hat sie aber sicher gegeben, wenn auf der anderen Seite der Grenze duetsche Grenzpolizisten aus der Westzone aufgestellt waren.
Theo





Im Zeitraum vom 23.11.1946 - 27.11.1946 wurden in den Ländern Sachsen-A., Brandenburg, Thüringen, Mecklenburg und Sachsen (in dieser Reihenfolge) die Grenzpolizei aufgebaut und an der Demarkationslinie zum Einsatz gebracht.

Quelle: Zeittafel aus "...allzeit treu zu dienen" Seite 215 dort mit weiteren Quellenangaben


Mike59



nach oben springen

#18

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.11.2012 20:40
von eisenringtheo | 10.462 Beiträge | 4968 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds eisenringtheo
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hier ein interessantes Papier. Ab Seite 16: Die (im Vergleich zum Westen) relativ späte Aufstellung einer Sowjetzonen Grenzpolizei hat laut dem Autor damit zu tun, dass die Sowjetzone kriegsbedingt stark übervölkert war und man vorerst nicht viel gegen die Abwanderung tun wollte. Weil das der Westn nicht wollte, begann die westliche Grenzbewachung früher und man wollte die Übersiedlung eindämmen (S. 19)
http://www.sicherheitspolitik-dss.de/ap/ap103000.pdf
Theo


nach oben springen

#19

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.11.2012 20:53
von Mike59 | 9.560 Beiträge | 6379 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Mike59
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #18
Hier ein interessantes Papier. Ab Seite 16: Die (im Vergleich zum Westen) relativ späte Aufstellung einer Sowjetzonen Grenzpolizei hat laut dem Autor damit zu tun, dass die Sowjetzone kriegsbedingt stark übervölkert war und man vorerst nicht viel gegen die Abwanderung tun wollte. Weil das der Westn nicht wollte, begann die westliche Grenzbewachung früher und man wollte die Übersiedlung eindämmen (S. 19)
http://www.sicherheitspolitik-dss.de/ap/ap103000.pdf
Theo



Diese These höre ich so allerdings zum ersten mal, kannte nur das man den unkontrollierten Übertritt der einzelnen Demarkationslinien verhindern wollte. Kann allerdings von allem was dabei sein - gab in der Zeit nichts zu verschenken.

Mike59



nach oben springen

#20

RE: Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.11.2012 22:47
von Pitti53 | 9.981 Beiträge | 7057 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Pitti53
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #18
Hier ein interessantes Papier. Ab Seite 16: Die (im Vergleich zum Westen) relativ späte Aufstellung einer Sowjetzonen Grenzpolizei hat laut dem Autor damit zu tun, dass die Sowjetzone kriegsbedingt stark übervölkert war und man vorerst nicht viel gegen die Abwanderung tun wollte. Weil das der Westn nicht wollte, begann die westliche Grenzbewachung früher und man wollte die Übersiedlung eindämmen (S. 19)
http://www.sicherheitspolitik-dss.de/ap/ap103000.pdf
Theo


Zitat
Interne Auseinandersetzungen in der BRD gingen bis zum Versuch, eine
Verordnung zur Abschiebung missliebiger Zuwanderer zu erlassen24, und
am 11. November 1949 war das Bundeskabinett „der einmütigen Auffassung,
daß ein ungehindertes Einströmen von Flüchtlingen aus der sowjetischen
Besatzungszone in das Gebiet der Bundesrepublik für diese eine
wirtschaftliche Situation schaffe, die nicht mehr gemeistert werden könne“.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Wenn das so stimmt,heißt ja eigentlich.der Westen wollte das die Grenzen dicht sein sollen?
Das sind ja völlig neue Erkenntnisse und würden das Weltbild vieler auf den Kopf stellen!!
Da sollte doch mal eine Meldung an die BuSt fällig werden


zuletzt bearbeitet 28.11.2012 22:49 | nach oben springen



Besucher
5 Mitglieder und 23 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: discur
Besucherzähler
Heute waren 2131 Gäste und 152 Mitglieder, gestern 2034 Gäste und 156 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 15671 Themen und 662584 Beiträge.

Heute waren 152 Mitglieder Online:


Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen