Grenzverlauf im Bereich des Amtes Neuhaus

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28.11.2012 17:26
#16
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Ganz schwieriges Thema. Polizei war traditionell Ländersache, anfangs auch in der DDR. Schon im November 1945 wurde z.B. die bayerische Grenzpolizei wiedererrichtet
http://de.wikipedia.org/wiki/Bayerische_Grenzpolizei
fast ebenso früh ebenso die hessische Grenzpolizei
http://www.polizei.hessen.de/icc/interne...266cb59.htm#BGS
In anderen Ländern wird es ähnlich sein. Ganz bestimmt erfolgte dies unter der Anweisung der alliierten Schutzmächte. Für grosse Gebiete der Sowjetzone ist die Recherche schwierig. Die deutsche Grenzpolizei wurde zwar erst Ende 1946 eingerichtet. Vermutlich gab es aber bis zu diesem Zeitpunkt eine Vorläuferorganisation. Die sowjetische Besatzungsmacht konnte nicht einfach die bisherigen Länderstrukturen übernehmen, denn es war der Wille der Siegermächte, Preussen aufzulösen und das dauerte etwas.
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Grenzpolizei
http://www.verfassungen.de/de/de45-49/kr-gesetz46.htm
Bis zu dieser Neugliederung gab es Übergangslösungen der sowjetischen Besatzungsmächte, die Einrichtung von provisorischen Verwaltungen in den ehemaligen preussischen Provinzen
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_P...n_Preu%C3%9Fens
Leider habe ich bis jetzt nichts gefunden, was auf eine Art provisorische Grenzpolizei (bis zur Gründung der DGP) in der sowjetischen Zone hinweist, es hat sie aber sicher gegeben, wenn auf der anderen Seite der Grenze duetsche Grenzpolizisten aus der Westzone aufgestellt waren.
Theo


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28.11.2012 20:09
avatar  Mike59
#17
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #16
Ganz schwieriges Thema. Polizei war traditionell Ländersache, anfangs auch in der DDR. Schon im November 1945 wurde z.B. die bayerische Grenzpolizei wiedererrichtet
http://de.wikipedia.org/wiki/Bayerische_Grenzpolizei
fast ebenso früh ebenso die hessische Grenzpolizei
http://www.polizei.hessen.de/icc/interne...266cb59.htm#BGS
In anderen Ländern wird es ähnlich sein. Ganz bestimmt erfolgte dies unter der Anweisung der alliierten Schutzmächte. Für grosse Gebiete der Sowjetzone ist die Recherche schwierig. Die deutsche Grenzpolizei wurde zwar erst Ende 1946 eingerichtet. Vermutlich gab es aber bis zu diesem Zeitpunkt eine Vorläuferorganisation. Die sowjetische Besatzungsmacht konnte nicht einfach die bisherigen Länderstrukturen übernehmen, denn es war der Wille der Siegermächte, Preussen aufzulösen und das dauerte etwas.
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Grenzpolizei
http://www.verfassungen.de/de/de45-49/kr-gesetz46.htm
Bis zu dieser Neugliederung gab es Übergangslösungen der sowjetischen Besatzungsmächte, die Einrichtung von provisorischen Verwaltungen in den ehemaligen preussischen Provinzen
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_P...n_Preu%C3%9Fens
Leider habe ich bis jetzt nichts gefunden, was auf eine Art provisorische Grenzpolizei (bis zur Gründung der DGP) in der sowjetischen Zone hinweist, es hat sie aber sicher gegeben, wenn auf der anderen Seite der Grenze duetsche Grenzpolizisten aus der Westzone aufgestellt waren.
Theo





Im Zeitraum vom 23.11.1946 - 27.11.1946 wurden in den Ländern Sachsen-A., Brandenburg, Thüringen, Mecklenburg und Sachsen (in dieser Reihenfolge) die Grenzpolizei aufgebaut und an der Demarkationslinie zum Einsatz gebracht.

Quelle: Zeittafel aus "...allzeit treu zu dienen" Seite 215 dort mit weiteren Quellenangaben


Mike59


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28.11.2012 20:40
#18
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Hier ein interessantes Papier. Ab Seite 16: Die (im Vergleich zum Westen) relativ späte Aufstellung einer Sowjetzonen Grenzpolizei hat laut dem Autor damit zu tun, dass die Sowjetzone kriegsbedingt stark übervölkert war und man vorerst nicht viel gegen die Abwanderung tun wollte. Weil das der Westn nicht wollte, begann die westliche Grenzbewachung früher und man wollte die Übersiedlung eindämmen (S. 19)
http://www.sicherheitspolitik-dss.de/ap/ap103000.pdf
Theo


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28.11.2012 20:53
avatar  Mike59
#19
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #18
Hier ein interessantes Papier. Ab Seite 16: Die (im Vergleich zum Westen) relativ späte Aufstellung einer Sowjetzonen Grenzpolizei hat laut dem Autor damit zu tun, dass die Sowjetzone kriegsbedingt stark übervölkert war und man vorerst nicht viel gegen die Abwanderung tun wollte. Weil das der Westn nicht wollte, begann die westliche Grenzbewachung früher und man wollte die Übersiedlung eindämmen (S. 19)
http://www.sicherheitspolitik-dss.de/ap/ap103000.pdf
Theo



Diese These höre ich so allerdings zum ersten mal, kannte nur das man den unkontrollierten Übertritt der einzelnen Demarkationslinien verhindern wollte. Kann allerdings von allem was dabei sein - gab in der Zeit nichts zu verschenken.

Mike59


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28.11.2012 22:47 (zuletzt bearbeitet: 28.11.2012 22:49)
avatar  Pitti53
#20
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #18
Hier ein interessantes Papier. Ab Seite 16: Die (im Vergleich zum Westen) relativ späte Aufstellung einer Sowjetzonen Grenzpolizei hat laut dem Autor damit zu tun, dass die Sowjetzone kriegsbedingt stark übervölkert war und man vorerst nicht viel gegen die Abwanderung tun wollte. Weil das der Westn nicht wollte, begann die westliche Grenzbewachung früher und man wollte die Übersiedlung eindämmen (S. 19)
http://www.sicherheitspolitik-dss.de/ap/ap103000.pdf
Theo


Zitat
Interne Auseinandersetzungen in der BRD gingen bis zum Versuch, eine
Verordnung zur Abschiebung missliebiger Zuwanderer zu erlassen24, und
am 11. November 1949 war das Bundeskabinett „der einmütigen Auffassung,
daß ein ungehindertes Einströmen von Flüchtlingen aus der sowjetischen
Besatzungszone in das Gebiet der Bundesrepublik für diese eine
wirtschaftliche Situation schaffe, die nicht mehr gemeistert werden könne“.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Wenn das so stimmt,heißt ja eigentlich.der Westen wollte das die Grenzen dicht sein sollen?
Das sind ja völlig neue Erkenntnisse und würden das Weltbild vieler auf den Kopf stellen!!
Da sollte doch mal eine Meldung an die BuSt fällig werden


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29.11.2012 05:23
avatar  furry
#21
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Zitat von Pitti53 im Beitrag #20

Zitat
Interne Auseinandersetzungen in der BRD gingen bis zum Versuch, eine
Verordnung zur Abschiebung missliebiger Zuwanderer zu erlassen24, und
am 11. November 1949 war das Bundeskabinett „der einmütigen Auffassung,
daß ein ungehindertes Einströmen von Flüchtlingen aus der sowjetischen
Besatzungszone in das Gebiet der Bundesrepublik für diese eine
wirtschaftliche Situation schaffe, die nicht mehr gemeistert werden könne“.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Wenn das so stimmt,heißt ja eigentlich.der Westen wollte das die Grenzen dicht sein sollen?
Das sind ja völlig neue Erkenntnisse und würden das Weltbild vieler auf den Kopf stellen!!
Da sollte doch mal eine Meldung an die BuSt fällig werden


Vor vielen Jahren gab es im TV eine Dokumentation von Thilo Koch zur deutsch-deutschen Grenze. Am Ende stellte Koch die Frage, was passieren würde, wenn die Grenze plötzlich offen wäre. Seine Antwort: In einer Woche wäre die DDR pleite und in einem Monat die BRD.
Somit kann das Interesse der BRD an einer offenen Grenze nicht sonderlich groß gewesen sein.

"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)

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20.10.2016 18:42
avatar  Fred.S.
#22
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Zitat von Gast im Beitrag #10
Zitat von PF75 im Beitrag #8
zu meiner zeit 75/76 wurde uns auch immer gesagt Grenze ist Flußmitte,wer wo Fuhr war in vielen ecken gar nicht feststellbar da der Deich teilweise mehrere 100 m von der Elbe entfernt war,dort der 3 m -Zaun war und auch die Posten dort lang liefen.
lediglich in Stipelse stnd der BT 11 fast an der Elbe und von dort konnte man schön aufs Wasser blicken (war begehrter PP),ich hatte ja das "Glück " und durfte auch ins Vorgelände bis ans Wasser ran ,da konnte man auch nur schätzen ist der noch auf westlicher oder schon auf östlicher Flußseite(bei den Binnenschiffern war es sowieso egal ).


Wegen meiner unmittelbaren Wohnnähe zu jenen inzwischen "interessanten" Orten, auch wegen meines Berufes, hatte ich mehrfach die Gelegenheit, mit , wir sagen mal schützensweise, "befugten hauptamtlichen Personen" zu reden.
Nach meiner Erkenntnis, dass muss hier nicht maßgeblich sein, waren damalige Bedienstete der DDR, ich meine GT und Zoll, sich durchaus der Vulnerabilität der Elbgrenze in "unserem" Abschnitt bewusst.
Nach meiner Einschätzung hatten die damaligen Bediensteten der DDR größte Probleme bezüglich des tatsächlichen Grenzverlaufes z.B. bei Hochwasser oder bei schwerem Eisgang, z.B. 1978/79, zu dem ich eigene Erlebnisse beisteuern könnte.

VG Ex-Huf

der tatsächliche Verlauf der Grenze war ein Problem. Insbesondere Bei Hochwasser, das war eine Flußmitte überhaupt nicht erkennbar. Ich selber bin oftmals im westlichen Vorgelände mit mein GSB gefahren. und bei Eisgang haben wir auf dem Deich bzw. Elbvorgelände unseren Dienst verrichtet


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20.10.2016 18:51
avatar  Fred.S.
#23
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Zitat von Fred.S. im Beitrag #22
Zitat von Gast im Beitrag #10
Zitat von PF75 im Beitrag #8
zu meiner zeit 75/76 wurde uns auch immer gesagt Grenze ist Flußmitte,wer wo Fuhr war in vielen ecken gar nicht feststellbar da der Deich teilweise mehrere 100 m von der Elbe entfernt war,dort der 3 m -Zaun war und auch die Posten dort lang liefen.
lediglich in Stipelse stnd der BT 11 fast an der Elbe und von dort konnte man schön aufs Wasser blicken (war begehrter PP),ich hatte ja das "Glück " und durfte auch ins Vorgelände bis ans Wasser ran ,da konnte man auch nur schätzen ist der noch auf westlicher oder schon auf östlicher Flußseite(bei den Binnenschiffern war es sowieso egal ).


Wegen meiner unmittelbaren Wohnnähe zu jenen inzwischen "interessanten" Orten, auch wegen meines Berufes, hatte ich mehrfach die Gelegenheit, mit , wir sagen mal schützensweise, "befugten hauptamtlichen Personen" zu reden.
Nach meiner Erkenntnis, dass muss hier nicht maßgeblich sein, waren damalige Bedienstete der DDR, ich meine GT und Zoll, sich durchaus der Vulnerabilität der Elbgrenze in "unserem" Abschnitt bewusst.
Nach meiner Einschätzung hatten die damaligen Bediensteten der DDR größte Probleme bezüglich des tatsächlichen Grenzverlaufes z.B. bei Hochwasser oder bei schwerem Eisgang, z.B. 1978/79, zu dem ich eigene Erlebnisse beisteuern könnte.

VG Ex-Huf

der tatsächliche Verlauf der Grenze war ein Problem. Insbesondere Bei Hochwasser, das war eine Flußmitte überhaupt nicht erkennbar. Ich selber bin oftmals im westlichen Vorgelände mit mein GSB gefahren. und bei Eisgang haben wir auf dem Deich bzw. Elbvorgelände unseren Dienst verrichtet

zu der Frage PF 75 Flußmitte als Grenze. Es wurde in der Praxis von beiden Seiten so gehalten, das die Fahrrinnenmitte als Grenzlinie angesehen werden konnte. Die Fahrrinne verläuft einmal am rechten und linken Ufer in unterschiedlicher Länge und die Übergänge sind durch Baken an Land gekennzeichnet. Das heißt: verläuft die Fahrrinne am westlichen Ufer ( BRD) ist die Elbe ab Fahrrinnenmitte DDR-Gebiet. Verläuft die Fahrrinne am östlichen Ufer (DD gehört ab Fahrrinnenmitte die Elbe zu BRD. Das ist besonders für den Sportbootverkehr sehr unübersichtlich gewesen.


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