Waffenkeim II

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20.11.2012 16:47 (zuletzt bearbeitet: 20.11.2012 16:56)
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#1
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Meine Lieben,

ein freundlicher User hat ja hier zum Thema "Waffenkeim" ganz amüsante Begebenheiten erzählt. Nun, dieses erinnerte mich an meine vaterländische Grundwehrdienstpflichtübung bei der Nationalen Volksarmee. Hier hatte ich ein Erlebnis, welches ich mir gestatte in einem gesonderten Thema zu beschreiben.

Nach unserem ersten Schießen mit der Kalaschnikow war Waffenreinigen angesagt. Hierzu mussten wir unsere Schemel in den Kasernenflur stellen. Der Schemel war die Ablage für das Reinigungsgerät und die zu reinigende Maschinenpistole. Das Reinigen wurde von Unteroffizieren beaufsichtigt. Oberaufsichtshabender war der Kompaniechef. Gleich zu Beginn wurde uns mitgeteilt, dass das Herunterfallen eines Teiles 10 Liegestütze nach sich zieht. Kaum gesagt, schon fiel eine Blechschachtel, in der sich die Reinigungsutensilien befanden, scheppernd auf den Fußboden. Natürlich bei Pfeifer. Pfeifer ging freiwillig in Liegehaltung über, lächelte den bei ihm stehenden Unteroffizier an und absolvierte die Liegestütze mit Bravour. Plötzlich kam ein großer, fülliger und entschlossen daherschauender Offizier mit Raupenschulterstücken und zwei goldenen Sternen (wie sich später herausstellte war das Oberstleutnant Krieghoff, Waffenmeister des Regiments) und ging schnurstracks zu den ihm nächststehenden Soldaten. Er nahm den Überströmkanal der Kalaschnikow, hielt ihn gegen das Licht und brüllte mit tiefer Stimme: „Saudreckig, Genosse Soldat! Saubermachen!“. Dann ging er zum nächsten Soldaten, wiederholte die Prozedur, wieder zum nächsten und arbeitete sich so erneut an Pfeifer heran. „Der Überströmkanal ist saudreckig, Genosse Soldat! Saubermachen!“. Pfeifer nahm den Überströmkanal, hielt ihn gegen das Licht und erwiderte: „Ich sehe keinen Dreck, alles blitzblank“. Der Oberstleutnant ging auf Pfeifers Schemelseite, hielt den Überströmkanal wieder gegen das Licht, forderte Pfeifer auf, in diesen hineinzusehen und sagte mit scharfer Stimme: „Mann, sehen sie nicht den Dreck?“. Darauf Pfeifer: „Nö“. Der Oberstleutnant tobte so, dass es alle vernehmen konnten: „Wenn ich ihnen sage, der Überströmkanal ist verkeimt, dann ist er verkeimt!“. Pfeifer: „Zu Befehl, wenn sie sagen, der Überströmkanal ist verkeimt, dann ist er verkeimt!“. „Soldat, sie sollen das nicht nachplappern, sondern begreifen!“. Wutentbrannt und mit hochrotem Kopf ging der Oberstleutnant zum Kompaniechef, brüllte diesen an „Sautrupppe!“ und bewegte sich von dannen.

Liebe Grüße

Ecki


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20.11.2012 19:25
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#2
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Lass mich raten:
Der Wutschnaubende hat den Begriff Waffenkeim erfunden?

Eine Bitte:
Schreib weiter!Echt lustig,was Du berichtest!


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20.11.2012 19:43
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#3
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Jawoll jeder bekommt sein Fett weg! Der Osl. kannte die Teile, die schwer zu reinigen sind.

Gruß Hartmut!


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20.11.2012 19:46
avatar  PF75
#4
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So war das ebend -"Sauberkeit kann befohlen werden oder auch nicht "


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20.11.2012 19:57
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#5
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Und was macht man bei Reinigungsblindheit?Richtig!Bohnern bei Kerzenschein!


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20.11.2012 20:02
avatar  Pitti53
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Zitat von Ecki im Beitrag #1
Meine Lieben,

ein freundlicher User hat ja hier zum Thema "Waffenkeim" ganz amüsante Begebenheiten erzählt. Nun, dieses erinnerte mich an meine vaterländische Grundwehrdienstpflichtübung bei der Nationalen Volksarmee. Hier hatte ich ein Erlebnis, welches ich mir gestatte in einem gesonderten Thema zu beschreiben.

Nach unserem ersten Schießen mit der Kalaschnikow war Waffenreinigen angesagt. Hierzu mussten wir unsere Schemel in den Kasernenflur stellen. Der Schemel war die Ablage für das Reinigungsgerät und die zu reinigende Maschinenpistole. Das Reinigen wurde von Unteroffizieren beaufsichtigt. Oberaufsichtshabender war der Kompaniechef. Gleich zu Beginn wurde uns mitgeteilt, dass das Herunterfallen eines Teiles 10 Liegestütze nach sich zieht. Kaum gesagt, schon fiel eine Blechschachtel, in der sich die Reinigungsutensilien befanden, scheppernd auf den Fußboden. Natürlich bei Pfeifer. Pfeifer ging freiwillig in Liegehaltung über, lächelte den bei ihm stehenden Unteroffizier an und absolvierte die Liegestütze mit Bravour. Plötzlich kam ein großer, fülliger und entschlossen daherschauender Offizier mit Raupenschulterstücken und zwei goldenen Sternen (wie sich später herausstellte war das Oberstleutnant Krieghoff, Waffenmeister des Regiments) und ging schnurstracks zu den ihm nächststehenden Soldaten. Er nahm den Überströmkanal der Kalaschnikow, hielt ihn gegen das Licht und brüllte mit tiefer Stimme: „Saudreckig, Genosse Soldat! Saubermachen!“. Dann ging er zum nächsten Soldaten, wiederholte die Prozedur, wieder zum nächsten und arbeitete sich so erneut an Pfeifer heran. „Der Überströmkanal ist saudreckig, Genosse Soldat! Saubermachen!“. Pfeifer nahm den Überströmkanal, hielt ihn gegen das Licht und erwiderte: „Ich sehe keinen Dreck, alles blitzblank“. Der Oberstleutnant ging auf Pfeifers Schemelseite, hielt den Überströmkanal wieder gegen das Licht, forderte Pfeifer auf, in diesen hineinzusehen und sagte mit scharfer Stimme: „Mann, sehen sie nicht den Dreck?“. Darauf Pfeifer: „Nö“. Der Oberstleutnant tobte so, dass es alle vernehmen konnten: „Wenn ich ihnen sage, der Überströmkanal ist verkeimt, dann ist er verkeimt!“. Pfeifer: „Zu Befehl, wenn sie sagen, der Überströmkanal ist verkeimt, dann ist er verkeimt!“. „Soldat, sie sollen das nicht nachplappern, sondern begreifen!“. Wutentbrannt und mit hochrotem Kopf ging der Oberstleutnant zum Kompaniechef, brüllte diesen an „Sautrupppe!“ und bewegte sich von dannen.

Liebe Grüße

Ecki


Leider gab es immer wieder solche Wichtigtuer


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21.11.2012 17:57 (zuletzt bearbeitet: 21.11.2012 17:58)
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Zitat von Ecki im Beitrag #1
Meine Lieben,

ein freundlicher User hat ja hier zum Thema "Waffenkeim" ganz amüsante Begebenheiten erzählt. Nun, dieses erinnerte mich an meine vaterländische Grundwehrdienstpflichtübung bei der Nationalen Volksarmee. Hier hatte ich ein Erlebnis, welches ich mir gestatte in einem gesonderten Thema zu beschreiben.

Nach unserem ersten Schießen mit der Kalaschnikow war Waffenreinigen angesagt. Hierzu mussten wir unsere Schemel in den Kasernenflur stellen. Der Schemel war die Ablage für das Reinigungsgerät und die zu reinigende Maschinenpistole. Das Reinigen wurde von Unteroffizieren beaufsichtigt. Oberaufsichtshabender war der Kompaniechef. Gleich zu Beginn wurde uns mitgeteilt, dass das Herunterfallen eines Teiles 10 Liegestütze nach sich zieht. Kaum gesagt, schon fiel eine Blechschachtel, in der sich die Reinigungsutensilien befanden, scheppernd auf den Fußboden. Natürlich bei Pfeifer. Pfeifer ging freiwillig in Liegehaltung über, lächelte den bei ihm stehenden Unteroffizier an und absolvierte die Liegestütze mit Bravour. Plötzlich kam ein großer, fülliger und entschlossen daherschauender Offizier mit Raupenschulterstücken und zwei goldenen Sternen (wie sich später herausstellte war das Oberstleutnant Krieghoff, Waffenmeister des Regiments) und ging schnurstracks zu den ihm nächststehenden Soldaten. Er nahm den Überströmkanal der Kalaschnikow, hielt ihn gegen das Licht und brüllte mit tiefer Stimme: „Saudreckig, Genosse Soldat! Saubermachen!“. Dann ging er zum nächsten Soldaten, wiederholte die Prozedur, wieder zum nächsten und arbeitete sich so erneut an Pfeifer heran. „Der Überströmkanal ist saudreckig, Genosse Soldat! Saubermachen!“. Pfeifer nahm den Überströmkanal, hielt ihn gegen das Licht und erwiderte: „Ich sehe keinen Dreck, alles blitzblank“. Der Oberstleutnant ging auf Pfeifers Schemelseite, hielt den Überströmkanal wieder gegen das Licht, forderte Pfeifer auf, in diesen hineinzusehen und sagte mit scharfer Stimme: „Mann, sehen sie nicht den Dreck?“. Darauf Pfeifer: „Nö“. Der Oberstleutnant tobte so, dass es alle vernehmen konnten: „Wenn ich ihnen sage, der Überströmkanal ist verkeimt, dann ist er verkeimt!“. Pfeifer: „Zu Befehl, wenn sie sagen, der Überströmkanal ist verkeimt, dann ist er verkeimt!“. „Soldat, sie sollen das nicht nachplappern, sondern begreifen!“. Wutentbrannt und mit hochrotem Kopf ging der Oberstleutnant zum Kompaniechef, brüllte diesen an „Sautrupppe!“ und bewegte sich von dannen.

Liebe Grüße

Ecki
Meine Lieben,

Ich muss mich insofern revidieren, als die Kalaschnikow gar keine Maschinenpistole war, wie heute üblicherweise meist, aber fälschlich, angenommen, sondern ein Maschinenkarabiner, insofern vergleichbar mit dem Sturmgewehr 44.

Liebe Grüße

Ecki


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27.11.2012 12:08
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#8
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94

Passend zu einem anderenorts und teilweise privat geführtem Gespräch möchte ich hier nur kurz erwähnen, es gibt Waffen zum Putzen und Waffen zum Schießen. Und nicht nur bei den GT wurde seeeeehr viel geputzt.

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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27.11.2012 16:26
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#9
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Zitat von 94 im Beitrag #8
Passend zu einem anderenorts und teilweise privat geführtem Gespräch möchte ich hier nur kurz erwähnen, es gibt Waffen zum Putzen und Waffen zum Schießen. Und nicht nur bei den GT wurde seeeeehr viel geputzt.
Mein lieber p218976,

es ist eine alte Geschichte. Es wird heute noch gemunkelt, dass die grandiose Niederlage der Preußen bei Jena und Auerstedt 1806 letztlich damit zu erklären ist, dass die preußischen Soldaten befehlsgemäß ihre Gewehre so blitzeblank putzen mussten, dass sie infolge der Laufdünnheit gar nicht mehr schussfähig waren.

Liebe Grüße

Ecki


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27.11.2012 18:57
avatar  jecki09
#10
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Da hätten die Preußen aber schon mit einer Feile oder gutem Sandpapier putzen müssen. Meine Muskete hat eine solch dicke Laufwandung, da hätte ich mit Sandpaier schon Jahre beötigt. Also am Putzen konnte es nicht gelegen haben.


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27.11.2012 19:17
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Zitat von Ecki im Beitrag #9
Zitat von 94 im Beitrag #8
Passend zu einem anderenorts und teilweise privat geführtem Gespräch möchte ich hier nur kurz erwähnen, es gibt Waffen zum Putzen und Waffen zum Schießen. Und nicht nur bei den GT wurde seeeeehr viel geputzt.
Mein lieber p218976,

es ist eine alte Geschichte. Es wird heute noch gemunkelt, dass die grandiose Niederlage der Preußen bei Jena und Auerstedt 1806 letztlich damit zu erklären ist, dass die preußischen Soldaten befehlsgemäß ihre Gewehre so blitzeblank putzen mussten, dass sie infolge der Laufdünnheit gar nicht mehr schussfähig waren.

Liebe Grüße

Ecki



Tja Ecki,

zumindestenst konnte man viel Zeit vertrödeln, um anschließend doch noch die Schlacht zu verlieren!

Gruß Hartmut!


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25.10.2014 00:49
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#12
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Zitat von Ecki im Beitrag #1
Meine Lieben,

ein freundlicher User hat ja hier zum Thema "Waffenkeim" ganz amüsante Begebenheiten erzählt. Nun, dieses erinnerte mich an meine vaterländische Grundwehrdienstpflichtübung bei der Nationalen Volksarmee. Hier hatte ich ein Erlebnis, welches ich mir gestatte in einem gesonderten Thema zu beschreiben.

Nach unserem ersten Schießen mit der Kalaschnikow war Waffenreinigen angesagt. Hierzu mussten wir unsere Schemel in den Kasernenflur stellen. Der Schemel war die Ablage für das Reinigungsgerät und die zu reinigende Maschinenpistole. Das Reinigen wurde von Unteroffizieren beaufsichtigt. Oberaufsichtshabender war der Kompaniechef. Gleich zu Beginn wurde uns mitgeteilt, dass das Herunterfallen eines Teiles 10 Liegestütze nach sich zieht. Kaum gesagt, schon fiel eine Blechschachtel, in der sich die Reinigungsutensilien befanden, scheppernd auf den Fußboden. Natürlich bei Pfeifer. Pfeifer ging freiwillig in Liegehaltung über, lächelte den bei ihm stehenden Unteroffizier an und absolvierte die Liegestütze mit Bravour. Plötzlich kam ein großer, fülliger und entschlossen daherschauender Offizier mit Raupenschulterstücken und zwei goldenen Sternen (wie sich später herausstellte war das Oberstleutnant Krieghoff, Waffenmeister des Regiments) und ging schnurstracks zu den ihm nächststehenden Soldaten. Er nahm den Überströmkanal der Kalaschnikow, hielt ihn gegen das Licht und brüllte mit tiefer Stimme: „Saudreckig, Genosse Soldat! Saubermachen!“. Dann ging er zum nächsten Soldaten, wiederholte die Prozedur, wieder zum nächsten und arbeitete sich so erneut an Pfeifer heran. „Der Überströmkanal ist saudreckig, Genosse Soldat! Saubermachen!“. Pfeifer nahm den Überströmkanal, hielt ihn gegen das Licht und erwiderte: „Ich sehe keinen Dreck, alles blitzblank“. Der Oberstleutnant ging auf Pfeifers Schemelseite, hielt den Überströmkanal wieder gegen das Licht, forderte Pfeifer auf, in diesen hineinzusehen und sagte mit scharfer Stimme: „Mann, sehen sie nicht den Dreck?“. Darauf Pfeifer: „Nö“. Der Oberstleutnant tobte so, dass es alle vernehmen konnten: „Wenn ich ihnen sage, der Überströmkanal ist verkeimt, dann ist er verkeimt!“. Pfeifer: „Zu Befehl, wenn sie sagen, der Überströmkanal ist verkeimt, dann ist er verkeimt!“. „Soldat, sie sollen das nicht nachplappern, sondern begreifen!“. Wutentbrannt und mit hochrotem Kopf ging der Oberstleutnant zum Kompaniechef, brüllte diesen an „Sautrupppe!“ und bewegte sich von dannen.

Liebe Grüße

Ecki


Ecki, ich melde hier mal Zweifel an, nicht an der Geschichte, die hätte fast so geschehen können. Aber Oberstleutnant=> Waffenmeister, das geht nicht!
Waffenmeister war eine Planstelle/Dienststellung für Unteroffiziere. Wenn es ein OSL. war, dann ein Oberoffizier Bewaffnung und das schließe ich
auch aus. Für die OOffz. war beim Major Schluß. Als OSL. kommt nur der Stv.Regimentskommandeur, je nach dem wann das war RD, oder TB
in Frage.
G.M


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25.10.2014 01:00
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Zitat von Ecki im Beitrag #7
Zitat von Ecki im Beitrag #1
Meine Lieben,

ein freundlicher User hat ja hier zum Thema "Waffenkeim" ganz amüsante Begebenheiten erzählt. Nun, dieses erinnerte mich an meine vaterländische Grundwehrdienstpflichtübung bei der Nationalen Volksarmee. Hier hatte ich ein Erlebnis, welches ich mir gestatte in einem gesonderten Thema zu beschreiben.

Nach unserem ersten Schießen mit der Kalaschnikow war Waffenreinigen angesagt. Hierzu mussten wir unsere Schemel in den Kasernenflur stellen. Der Schemel war die Ablage für das Reinigungsgerät und die zu reinigende Maschinenpistole. Das Reinigen wurde von Unteroffizieren beaufsichtigt. Oberaufsichtshabender war der Kompaniechef. Gleich zu Beginn wurde uns mitgeteilt, dass das Herunterfallen eines Teiles 10 Liegestütze nach sich zieht. Kaum gesagt, schon fiel eine Blechschachtel, in der sich die Reinigungsutensilien befanden, scheppernd auf den Fußboden. Natürlich bei Pfeifer. Pfeifer ging freiwillig in Liegehaltung über, lächelte den bei ihm stehenden Unteroffizier an und absolvierte die Liegestütze mit Bravour. Plötzlich kam ein großer, fülliger und entschlossen daherschauender Offizier mit Raupenschulterstücken und zwei goldenen Sternen (wie sich später herausstellte war das Oberstleutnant Krieghoff, Waffenmeister des Regiments) und ging schnurstracks zu den ihm nächststehenden Soldaten. Er nahm den Überströmkanal der Kalaschnikow, hielt ihn gegen das Licht und brüllte mit tiefer Stimme: „Saudreckig, Genosse Soldat! Saubermachen!“. Dann ging er zum nächsten Soldaten, wiederholte die Prozedur, wieder zum nächsten und arbeitete sich so erneut an Pfeifer heran. „Der Überströmkanal ist saudreckig, Genosse Soldat! Saubermachen!“. Pfeifer nahm den Überströmkanal, hielt ihn gegen das Licht und erwiderte: „Ich sehe keinen Dreck, alles blitzblank“. Der Oberstleutnant ging auf Pfeifers Schemelseite, hielt den Überströmkanal wieder gegen das Licht, forderte Pfeifer auf, in diesen hineinzusehen und sagte mit scharfer Stimme: „Mann, sehen sie nicht den Dreck?“. Darauf Pfeifer: „Nö“. Der Oberstleutnant tobte so, dass es alle vernehmen konnten: „Wenn ich ihnen sage, der Überströmkanal ist verkeimt, dann ist er verkeimt!“. Pfeifer: „Zu Befehl, wenn sie sagen, der Überströmkanal ist verkeimt, dann ist er verkeimt!“. „Soldat, sie sollen das nicht nachplappern, sondern begreifen!“. Wutentbrannt und mit hochrotem Kopf ging der Oberstleutnant zum Kompaniechef, brüllte diesen an „Sautrupppe!“ und bewegte sich von dannen.

Liebe Grüße

Ecki
Meine Lieben,

Ich muss mich insofern revidieren, als die Kalaschnikow gar keine Maschinenpistole war, wie heute üblicherweise meist, aber fälschlich, angenommen, sondern ein Maschinenkarabiner, insofern vergleichbar mit dem Sturmgewehr 44.

Liebe Grüße

Ecki




Ecki, ich schon wieder, danke für diese Korrektur. Die Fakten hast Du im Prinzip genannt. Das die AK47 in den Bereich Maschinenpistole gerutscht ist
hat einen politischen Hintergrund. Der Warschauer Vertrag konnte die Kalaschnikow nicht als Sturmgewehr bezeichnen, das hätte ja bedeutet, die würden die selbe Waffenkategorie wie die Wehrmacht benutzen, ein no go.
G.M


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26.10.2014 04:08
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Zitat von utkieker im Beitrag #3
Jawoll jeder bekommt sein Fett weg! Der Osl. kannte die Teile, die schwer zu reinigen sind.

Gruß Hartmut!


Ja Hartmut, dazu muss man kein OSL. sein. Ich war oft genug zu Waffenkammerkontrollen eingeteilt. Ein Streichholz und ein weißer Putzlappenfetzen.
Angestezt am Auszieher im Vershlußkopf, da kam eigentlich kein Mensch hin. Das bedeutete aber Waffenreinigen für die ganze KP..
Das war aber nicht die Regel, die Einheiten wurden nicht zufällig ausgewählt. Ich musste für das GAR 5 die monatliche Verschußmeldung machen,
und wer da im Verzug war, der war dran. Munitionsempfang, Verschuß nach Kladde und Abrechnung. Wenn das zum Monatsende nicht geklappt hat
gab es Sanktionen. Es ist auch vorgekommen, das es für eine KP. keine Munition gab, wenn eine vorherige Angelegenheit nicht abgerechnet war.
Monatlich hatte ich eine Bestandsabstimmung,und das hat mir oft graue Haare beschert
G. M


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26.10.2014 11:38
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( gelöscht )

das hat mir oft graue Haare beschert

Lass mich raten Kahlkopf oder Weisshaar !

Mensch mjahr ! Trag mal niche so dicke uff !


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