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#1

Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.10.2012 19:54
von simsonS51 | 41 Beiträge
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Hallo allerseits,

Ich bin der Axel 43 Jahre alt und interessiere mich für die deutsch deutsche Vergangenheit.Hatte selber mal das "Glück" die Grenze lange vor der Öffnung in echt zu sehen...Das war damals im Sommer 1989 bei Ifta / Thüringen da bin ich ein bisschen zu weit mit dem Moped ins Sperrgebiet vorgedrungen und das brachte mir nach der Festnahme und Verhör bei der Stasi auch auf der Arbeit später sehr viel Ärger und die Missachtung der Kollegen ein.Heute bin ich ein bisschen auf "Spurensuche".
Ich selber wurde nur gemustert brauchte aber nicht mehr zur NVA hoffentlich ist das kein Grund hier nicht verbleiben zu dürfen.



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#2

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.10.2012 19:58
von turtle | 6.961 Beiträge | 124 Punkte
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Willkommen Axel,
Ich habe auch nicht gedient ,bin aber ein echter Grenzverletzer! Bleib mal schön hier und bringe Dich ein.



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#3

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.10.2012 20:05
von utkieker | 2.974 Beiträge | 207 Punkte
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Hallo Grenzverletzer,

Ich bin einer von den "Bösen", der an der Grenze einiges erlebt hat nur keinen Grenzverletzer - Gott sei Dank!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)


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#4

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.10.2012 20:12
von seaman | 3.488 Beiträge | 44 Punkte
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Ich betrachte mich einfach als "Guter",die mich einsperrten wussten nicht was sie tun...


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#5

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.10.2012 20:18
von SEG15D | 1.374 Beiträge | 1013 Punkte
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Tach Axel,

willkommen hier bei uns!

Klingt sehr sympathisch, Deine Vorstellung. Als jetzt 43-jähriger biste wohl grad noch so am Wehrdienst vorbeigeschrammt...
Ein Jahr später hätte es Dich dann auch erwischt...

Hatteste Deine Simme extra schallgedämmt oder wieso bist Du soweit rein gekommen? Eher so was in der Art: Mal gucken, wohin
es auf diesem Weg weitergeht?

viele Grüße vom SEG15D

P.S. Lese grad im Profil...Du bist Rentner...wie das? Hoffe, es liegt nicht an der Gesundheit....



zuletzt bearbeitet 28.10.2012 20:20 | nach oben springen

#6

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.10.2012 20:34
von DoreHolm | 9.046 Beiträge | 6964 Punkte
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Hallo Grenzverletzer, naja um die Grenze zu verletzen, hättest Du zumindest schon auf dem Zaun sitzen müssen. Daß Dich die Stasi nur verhört hat und Dich dann wieder zurück auf Arbeit geschickt hat, hast Du möglicherweise der etwas anderen Stimmungslage im Vorveld der Maueröffnung zu verdanken, vermute ich. Glück gehabt.
Das Dich Deine Kollegen mißachte haben, kann ich nicht nachvollziehen. Bei uns hätte man Dir ein Bier spendiert und gesagt, nu, erzähl doch mal wie das war.



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#7

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.10.2012 20:43
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge
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Hallo Axel, herzlich Willkommen im Forum!
Es grüßt dich Jörg, Jahrgang '69, so wie Du, aber aus der damaligen BRD, ohne Militär-Erfahrung, da Ersatzdienstleistender! Und mich hat man hier bis Dato noch nicht "rausgekickt!" Soviel zu deinen Befürchtungen, du könntest hier nicht angenommen werden, weil du nicht in der NVA warst! Alles Quatsch, fühle dich, wie zu Hause hier!

Gruß aus Düsseldorf!


"Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!" (Fehlfarben, 1980)
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#8

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 29.10.2012 20:00
von LO-Wahnsinn | 3.974 Beiträge | 4054 Punkte
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Hallo Axel, herzlich Willkommen von mir.

Erzähl doch mal mehr, wie kam es dazu, war es ausversehen, war es Neugier, war es Absicht?


Verloren ist der Tag, an dem man nicht gelacht hat.
zuletzt bearbeitet 29.10.2012 20:00 | nach oben springen

#9

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 29.10.2012 20:52
von S51 | 3.810 Beiträge | 409 Punkte
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Sei gegrüßt!
Zu tief reingefahren? Das düfte ein klassischer VGO (Verletzer Grenzordnung) "geworden" sein. Pech halt. Ich hoffe, du nimmst unsereins (als GAK hatte ich viele VGO) diese Aktionen nicht allzu übel und wünsche dir hier viel Spaß!


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#10

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 01.11.2012 21:28
von simsonS51 | 41 Beiträge
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Hallo nochmal und Danke für eure Wilkommen´s Grüße!!!

jetzt habe ich mal Zeit die ganze Geschichte nieder zu schreiben.Zum einen ja, ich hatte Glück weil es im August 89 ja schon kriselte im ganzen Land aber ich bekam trotzdem die ganze Härte des Gesetzes noch zu spüren.

Ich fuhr am 3.8.1989 um 15:40 auf der F7 von Eisenach in Richtung Creuzburg immer hinter einen blauen Robur Bus her, ich hatte Null Chance den zu überholen, bis ich eben plötzlich anhalten musste weil der Bus auch hielt da war es schon zu spät.Ich stand am VP Kontrollpunkt Roter Kopf und wollte umkehren. NIX DA !!! HALT STEHENBLEIBEN hörte ich nur und ein Griff des VP Obermeisters an meinen Lenker - Schlüssel her absteigen! Scheiße! die haben mich dann hinten in einen kleinen Raum eingesperrt,(Foto unten) ich durfte vorher auf den Schock noch eine Karo rauchen und warten... warten... bis ein grauer Barkas kam, mein Moped wurde eingeladen und ab ging es erstmal zur Kripo nach Eisenach, 2 Stunden Verhör mit Androhung von Prügel sollte ich nochmal so zynisch zum Oberlt. Müller sagen:" Soll ich etwa mit dem Moped über den Grenzzaun fliehen" ich hab dabei mit dem Kopf geschüttelt... Verhörer Müller meinte er könne mir auch ein paar in die Fresse hauen. Oberlt. Müller war so ca. 30-35 Jahre alt, der hat mir diese versuchte Republikflucht eingeredet was ich dann auch unterschrieb (Verhörprotokoll ist in meiner Stasiakte vorhanden) von dort aus ging es am späten Abend im grauen Kasten B1000 in einer Minizelle mit Handschellen und dem Spruch:"bei Fluchtversuch werden sie erschossen" würg das hat gesessen zur Untersuchungshaftanstalt nach Gotha, dort durfte ich ohne was zu essen, obwohl es mir versprochen wurde, in einer von Mücken behausten Zelle mit Dauerlicht "pennen".Da habe ich zum ersten mal so vor mich hingewimmert, alle 2 Stunden ging die Tür auf und so ein alter Kacker- Meister des Strafvollzugs- der muss wirklich schon 65 gewesen sein, glotze immer nur was ich mache.Am nächsten Morgen gabs wieder nichts zu fressen! dafür bessere Zelle mit Wasser so gegen 10:00 Uhr wieder ein Verhör bei Major Riedel diesem musste ich versprechen von meinem Vorhaben in Zukunft Abstand zu nehmen.Mit der Auflage mich jeden Tag beim VPKA zu melden.Ich durfte dann wieder in die Zelle zurück und bekam Mittag. Königsberger Klops mit Kapernsoße was komplett im Klo verschwand ich bekam bei dem ganzen Stress kein Bissen runter.Um 15:00 Uhr wurde ich aus der UHA Gotha entlassen.Dann ging es im VP-Toniwagen Typ Lada zurück nach Eisenach, mein Moped stand dort im Hof an einer Mauer angelehnt- warum weiss ich nicht.Jedenfalls war ich froh da raus zu sein die Eltern waren nicht begeistert weil eben die VP / Kripo da war und die Nachbarn...Ich wurde vom Kreisgericht wegen versuchter Republikflucht zu 2 Jahren Haft verurteilt, welche zur Bewährung ausgesetzt wurde, weil mein Betrieb die Bürgschaft für mich übernahm.Ende der Geschichte vom Lagerist zum Lagerarbeiter runtergestuft und ständig unter Verfolgungswahn durch die Kollegen und Nachbarn leidend, kam die Wende ich zog im November 89 von Thüringen nach Westberlin zur Oma und kehrte 2005 nach Thüringen zurück.
In meiner freien Zeit schwinge ich mich wieder aufs Moped und fahre nach Creuzburg mal kucken der Ort und die Geschehnisse das lässt mich irgendwie nicht los, vielleicht hoffe ich mal den VP Obermeister zu treffen um ihn zu fragen, warum er mich nicht hat entwischen lassen? anstatt hinterher zu rennen und in den Lenker zu greifen...damals bröckelte es doch schon überall im Lande Demos, Ausreise etc.überzeugt von ihrer Sache anders kann ich es mir nicht erklären.

meine Stasiakte die ich im Jahr 2002 beantragte, bekam ich 2011 in Kopien.Diese umfasst auch einige "Einschätzungen" eines Oberstlt. Heydrich und Oberst Kästner über die Lage im Grenzgebiet in diesem Zeitraum. u.a. war der ehem. Innenminister Schäuble an der Grenze, Zahlen der versuchten Grenzdurchbrüche im Bereich der GüSt Wartha und Gerstungen und Berichte über faul gewordene Grenzhelfer sind darin zu lesen.
Wenn es hier im Forum eine Ecke gibt, wo ich diese Dokumente hochladen könnte? wäre für ehem. Grenzer in diesem Abschnitt August 1989 und für alle die es interessiert vielleicht interssant. Müsste ich halt einscannen dauert ein bisschen bei 22 A 4 Seiten.Die Bude mit der braunen Tür da haben die mich erstmal 1 Stunde eingesperrt bis der Barkas kam.Links neben der Bude so ungefähr 200 Meter war es in Abständen von 50 m hell erleuchtet eine Art Grenze vor der Grenze? im Hintergrund links war die neue Brücke über das Werrathal zu sehen. Ich war erst 1999 das erste mal wieder an der Stelle, da war nichts mehr zu sehen..

Beste Grüße
Axel



LO-Wahnsinn und CAT haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#11

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 01.11.2012 22:25
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Da gab hunderte oder tausende DDR-Bürger , die wegen solchen banalen Sachen, durch die Suggestivfragen eines Vernehmers und psychologischen Druck , Vernehmungsprotokolle unterschrieben haben und dann im Knast gelandet sind, wegen Vorbereitung oder versuchter Republikflucht.
Da hast Du aber noch Glück im Unglück gehabt , das Du mit Bewährung davon gekommen bist.

Die Vernehmung war beim VPKA in der August-Bebelstrasse? Oder in der Stasivilla am Prinzenteich?
Wenn der Vorfall am 03.08.1989 war, wann war denn da die Gerichtsverhandlung? War das ein Schnellverfahren?


zuletzt bearbeitet 01.11.2012 22:27 | nach oben springen

#12

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 01.11.2012 22:35
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Könnte mir vorstellen, daß die Suggestivfragen mit dem Ziel, ein "Geständnis" zu erreichen, auch gestellt wurden, um einen Erfolg melden zu können. Eine verhinderte Republikflucht war ja damals für so manchen Offizier immer noch ein Erfolg. Wahrscheinlich waren sie sich im Endeffekt dann doch nicht mehr sicher und hatten ein ungutes Gefühl, was ihre Zukunft betrifft.



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#13

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.11.2012 10:04
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Zitat von Eisenacher im Beitrag #11
Da gab hunderte oder tausende DDR-Bürger , die wegen solchen banalen Sachen, durch die Suggestivfragen eines Vernehmers und psychologischen Druck , Vernehmungsprotokolle unterschrieben haben und dann im Knast gelandet sind ...



... oder mit einer Verpflichtungserklärung für das MfS erpresst wurden!


Das Foto vom VP-Posten "roter Kopf" ist für mich eine schöne Erinnerung. Er war nachts hell erleuchtet und hatte 1982 auch einen Hund, der zu kläffen
anfing, als ich im November des Jahres ca 300 m rechts etwas oberhalb in Richtung Grenze unterwegs war ...

Gruss,

80er



Eisenacher hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#14

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.11.2012 10:23
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Zitat von Grenzverletzer im Beitrag #10

Links neben der Bude so ungefähr 200 Meter war es in Abständen von 50 m hell erleuchtet eine Art Grenze vor der Grenze?




Das war Bestandteil der "Hinterlandsicherung". Alle Strassen, die vom Grenzgebiet weiter Richtung Schutzstreifen verliefen,
wurden von VP-Posten kontrolliert. Geradeaus geht es nach Ifta, rechts nach Schnellmannshausen unmittelbar am Schutzstreifen
entlang.
Die Ausweiskontrollen der BePo in den Zügen der DR, die Richtung Grenze fuhren, hatten den selben Zweck. Dabei wurden schon im Vorfeld
Leute aus den Zügen geholt, die keine glaubwürdige Erklärung dafür hatten, was sie, z.B. aus Leipzig kommend, in Eisenach wollten.

Gruss,

80er



simsonS51 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#15

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.11.2012 14:24
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Kleine Korrektur. Nicht die BePo(Bereitschaftspolizei) sondern die Trapo(Transportpolizei) kontrollierte die Züge.

Ansonsten gilt bei allen polizeilichen Vernehmungen : Name, Vorname Geburtsdatum und Meldeadresse und das war es. Alles andere nach Rücksprache, mit meinem Rechtsanwalt.

Aber woher soll das ein 20jaehriger wissen?


zuletzt bearbeitet 02.11.2012 14:43 | nach oben springen

#16

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.11.2012 14:34
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Zitat von Eisenacher im Beitrag #15
Kleine Korrektur. Nicht die BePo(Bereitschaftspolizei) sondern die Trapo(Transportpolizei) kontrollierte die Züge.


Stimmt natürlich!
DDR, die war bei mir vor 30 Jahren zu Ende, da ist nicht mehr alles so präsent.



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#17

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.11.2012 15:37
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Zitat
Ich fuhr am 3.8.1989 um 15:40 auf der F7 von Eisenach in Richtung Creuzburg immer hinter einen blauen Robur Bus her, ich hatte Null Chance den zu überholen, bis ich eben plötzlich anhalten musste weil der Bus auch hielt da war es schon zu spät.Ich stand am VP Kontrollpunkt Roter Kopf und wollte umkehren.



Was war das Ziel Deiner Fahrt?
Wusstest Du nicht das dort ein Kontrollposten ist?
Konnte man da vorher abbiegen und das hast Du einfach nur verpennt?

Nun unabhängig davon welche Absicht nun dahinter steckte, da man sich bis zu diesen Kontrollposten legal bewegen konnte, hätte man Dich vor einem Gericht mit rechtsstaatlichen Grundsätzen freisprechen müssen.
Das Problem war hier das erpresste Geständnis und offenbar, wie in vielen Fällen, ein Richter, dem das ganze am Arsch vorbei ging, der sich nur am Papier ereifert hat, an der Faktenlage auf dem Papier, statt mit verbundenen Augen abzuwägen.
Nun könnte man sagen, der Versuch ist strafbar, doch sind ja solche Kontrollstellen nicht umsonst da und keiner fährt freiwillig mit Fluchtabsicht so eine Kontrollstelle an und hält dann auch noch an, wenn er Kenntnis hat das dort eine ist, dass wäre hochgradig unlogisch.
Der Versuch wäre, zumindest aus heutiger Rechtsauffassung, nicht begründbar, da man sich ja noch auf legalem Gebiet befand und eine Versuchsabsicht auch nirgends dokumentiert ist, durch Aussagen zu Kollegen zum Beispiel wie "ich geh heute über Creuzburg stiften".
Das man Dir damit einen Fluchtversuch andichtete, auch wenn der durchaus so möglich wäre, ist für mein Rechtsempfinden einfach zu weit her geholt.
Ich würde diese Aktion aber weniger dem System anlasten, sondern den Kontrollbeamten vor Ort und dem Oberleutnant um die 30 Jahre, da wollte sich wohl einer seinen 4. Pickel verdienen oder dazu beitragen.
Wenn dieses erpresste "Geständnis" nicht beim Richter vorgelegen hätte, dann hätte man Dich wohl vermutlich auch nach DDR Strafrecht freisprechen müssen.


Verloren ist der Tag, an dem man nicht gelacht hat.
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#18

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.11.2012 15:55
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So sehe ich das auch. Die Schlimmsten waren die pickelgeilen jungen Offiziere, bei einem normalen diensterfahrenen "Bullen" wäre dir dieses Erlebnis erspart geblieben. Der Richter hat dann nur auf Grund der Aktenlage(Geständnis) ein Minimalurteil konstruiert. Mit einem guten Rechtsverdreher, hätte es sicher einen Freispruch gegeben.
Aber hinterher ist man immer schlauer. Ich habe mich auch oft genug mit den Vernehmern unterhalten müssen , hatte aber den Vorteil alle rechtlichen Gesetze zu kennen und alle Polizeihandbücher der DDR über Vernehmungsmethoden gelesen zu haben, da mein Vater in der Branche tätig war.


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#19

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.11.2012 16:56
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Ja so sah das wohl aus @Eisenacher

Machtmissbrauch war auch schon in der DDR kein Fremdwort, manchmal hab ich den Eindruck, der fand dort noch mehr statt als heute, oder man merkt es heute nicht mehr so, weil man nicht mehr so unter der Knute des Staates und seiner aufstrebungswilligen Helfer steht.
Karriere machen ist nichts böses, war es in der DDR auch nicht, solange man das nicht auf den Knochen anderer austrägt.
Da hat ein Übereifriger eine Lage konstruiert, die wohl offenbar so garnicht gegeben war.
Also ich, als Ortsunkundiger, wenn ich dort gekommen wäre, dann wäre der Verdacht sicher eher gegeben gewesen, obwohl man selbst da sagen könnte, man hat sich verfahren und hinterm Bus nichts gesehn und konnte nicht früher umlenken.
Das aber ein Ortskundiger, und ich gehe davon aus das jeder Eisenacher wusste das auf der F7 der Weg in den Westen geht und dort Kontrollstellen sind, dass so ein Ortskundiger im vollem Bewusstsein mit Fluchtabsicht in so eine Kontrolstelle fährt, das halte ich für sehr unwahrscheinlich.
Dann noch mit Moped, es gab doch sicher genug Wald/Feldwege um bis an den GSZ zu kommen wo man gut geschützt jederzeit mit dem Moped fahren konnte.
Ich denke wer in Eisenach wohnte, genau wie überall an der Grenze, der bekam schon von Kind von den Eltern geimpft wo man sich nicht hin begeben darf.
Also Logik gibts hier keine, ausser der Logik irgendwelcher 300%igen(vorgeblich) Vollidioten und Menschenfeinde, die sich nicht zu schade waren einen 20 jährigen für ihre Karriere zu opfern.
Das Perverse daran ist, dass solche, nur auf ihren Vorteil bedachte Leute, in einem System wo es eigentlich um Gemeinschaft und nicht um Karriere und Egoismus gehn sollte, gerade mit solchen Aktionen wohl die beste Karriere gemacht haben.
Das sind für mich auch die wahren Täter.
Das System DDR allein, hat nicht alle Opfer zu Opfern gemacht, auch wenn es vieles begünstigte, wie gerade solche zu noch mehr Macht und Ansehen aufstrebende.
Oft waren es "Menschen", die sich der ihnen zur Verfügung gestellten Macht, mehr als vom System vorgesehn, bemächtigt haben, und in ihrem Egoismus ihre Ziele dem Gemeinwohl voran gestellt haben.
Die ganz Dummen, haben diese Leute dann auch noch gefeiert, wegen ihren grossen Erfolges, und haben sich auf die Schultern geklopft, in Wirklichkeit aber, schadeten sie dem Gedanken des Kommunismus/Sozialismus, einer vielleicht gerechteren Welt, erheblich, und waren die wahren Feinde des Staates.
Aber nun ja, diese "menschlichen" Züge, findet man in jeder Gesellschaft, darum wirds auch immer Unterdrückung und Ausbeutung geben.
Im Kapitalismus weis man aber woran man ist, man rechnet damit.
Das ist bischen wie die Raser auf der Autobahn, die sind mir die liebsten, denn ich weis bei denen ganz genau woran ich bin, sie sind berechenbar und bei weitem nicht so gefährlich, wie die, wo man nie weis was sie im nächsten Moment tun um sich Vorteile zu verschaffen.


Verloren ist der Tag, an dem man nicht gelacht hat.
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#20

RE: Vorstellung Grenzverletzer

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.11.2012 17:09
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Wie sagt der Volksmund: Nicht der Honecker, sondern die vielen kleinen Honeckers. Das gibt es leider in jedem Gesellschaftssystem.


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