Vorstellung Grenzverletzer

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28.10.2012 19:54
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#1
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Hallo allerseits,

Ich bin der Axel 43 Jahre alt und interessiere mich für die deutsch deutsche Vergangenheit.Hatte selber mal das "Glück" die Grenze lange vor der Öffnung in echt zu sehen...Das war damals im Sommer 1989 bei Ifta / Thüringen da bin ich ein bisschen zu weit mit dem Moped ins Sperrgebiet vorgedrungen und das brachte mir nach der Festnahme und Verhör bei der Stasi auch auf der Arbeit später sehr viel Ärger und die Missachtung der Kollegen ein.Heute bin ich ein bisschen auf "Spurensuche".
Ich selber wurde nur gemustert brauchte aber nicht mehr zur NVA hoffentlich ist das kein Grund hier nicht verbleiben zu dürfen.


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28.10.2012 19:58
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#2
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Willkommen Axel,
Ich habe auch nicht gedient ,bin aber ein echter Grenzverletzer! Bleib mal schön hier und bringe Dich ein.


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28.10.2012 20:05
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#3
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Hallo Grenzverletzer,

Ich bin einer von den "Bösen", der an der Grenze einiges erlebt hat nur keinen Grenzverletzer - Gott sei Dank!

Gruß Hartmut!


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28.10.2012 20:12
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#4
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Ich betrachte mich einfach als "Guter",die mich einsperrten wussten nicht was sie tun...


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28.10.2012 20:18 (zuletzt bearbeitet: 28.10.2012 20:20)
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#5
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Tach Axel,

willkommen hier bei uns!

Klingt sehr sympathisch, Deine Vorstellung. Als jetzt 43-jähriger biste wohl grad noch so am Wehrdienst vorbeigeschrammt...
Ein Jahr später hätte es Dich dann auch erwischt...

Hatteste Deine Simme extra schallgedämmt oder wieso bist Du soweit rein gekommen? Eher so was in der Art: Mal gucken, wohin
es auf diesem Weg weitergeht?

viele Grüße vom SEG15D

P.S. Lese grad im Profil...Du bist Rentner...wie das? Hoffe, es liegt nicht an der Gesundheit....


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28.10.2012 20:34
#6
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Hallo Grenzverletzer, naja um die Grenze zu verletzen, hättest Du zumindest schon auf dem Zaun sitzen müssen. Daß Dich die Stasi nur verhört hat und Dich dann wieder zurück auf Arbeit geschickt hat, hast Du möglicherweise der etwas anderen Stimmungslage im Vorveld der Maueröffnung zu verdanken, vermute ich. Glück gehabt.
Das Dich Deine Kollegen mißachte haben, kann ich nicht nachvollziehen. Bei uns hätte man Dir ein Bier spendiert und gesagt, nu, erzähl doch mal wie das war.


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28.10.2012 20:43
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#7
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Hallo Axel, herzlich Willkommen im Forum!
Es grüßt dich Jörg, Jahrgang '69, so wie Du, aber aus der damaligen BRD, ohne Militär-Erfahrung, da Ersatzdienstleistender! Und mich hat man hier bis Dato noch nicht "rausgekickt!" Soviel zu deinen Befürchtungen, du könntest hier nicht angenommen werden, weil du nicht in der NVA warst! Alles Quatsch, fühle dich, wie zu Hause hier!

Gruß aus Düsseldorf!


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29.10.2012 20:00 (zuletzt bearbeitet: 29.10.2012 20:00)
#8
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Hallo Axel, herzlich Willkommen von mir.

Erzähl doch mal mehr, wie kam es dazu, war es ausversehen, war es Neugier, war es Absicht?


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29.10.2012 20:52
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#9
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S51

Sei gegrüßt!
Zu tief reingefahren? Das düfte ein klassischer VGO (Verletzer Grenzordnung) "geworden" sein. Pech halt. Ich hoffe, du nimmst unsereins (als GAK hatte ich viele VGO) diese Aktionen nicht allzu übel und wünsche dir hier viel Spaß!


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01.11.2012 21:28
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#10
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Hallo nochmal und Danke für eure Wilkommen´s Grüße!!!

jetzt habe ich mal Zeit die ganze Geschichte nieder zu schreiben.Zum einen ja, ich hatte Glück weil es im August 89 ja schon kriselte im ganzen Land aber ich bekam trotzdem die ganze Härte des Gesetzes noch zu spüren.

Ich fuhr am 3.8.1989 um 15:40 auf der F7 von Eisenach in Richtung Creuzburg immer hinter einen blauen Robur Bus her, ich hatte Null Chance den zu überholen, bis ich eben plötzlich anhalten musste weil der Bus auch hielt da war es schon zu spät.Ich stand am VP Kontrollpunkt Roter Kopf und wollte umkehren. NIX DA !!! HALT STEHENBLEIBEN hörte ich nur und ein Griff des VP Obermeisters an meinen Lenker - Schlüssel her absteigen! Scheiße! die haben mich dann hinten in einen kleinen Raum eingesperrt,(Foto unten) ich durfte vorher auf den Schock noch eine Karo rauchen und warten... warten... bis ein grauer Barkas kam, mein Moped wurde eingeladen und ab ging es erstmal zur Kripo nach Eisenach, 2 Stunden Verhör mit Androhung von Prügel sollte ich nochmal so zynisch zum Oberlt. Müller sagen:" Soll ich etwa mit dem Moped über den Grenzzaun fliehen" ich hab dabei mit dem Kopf geschüttelt... Verhörer Müller meinte er könne mir auch ein paar in die Fresse hauen. Oberlt. Müller war so ca. 30-35 Jahre alt, der hat mir diese versuchte Republikflucht eingeredet was ich dann auch unterschrieb (Verhörprotokoll ist in meiner Stasiakte vorhanden) von dort aus ging es am späten Abend im grauen Kasten B1000 in einer Minizelle mit Handschellen und dem Spruch:"bei Fluchtversuch werden sie erschossen" würg das hat gesessen zur Untersuchungshaftanstalt nach Gotha, dort durfte ich ohne was zu essen, obwohl es mir versprochen wurde, in einer von Mücken behausten Zelle mit Dauerlicht "pennen".Da habe ich zum ersten mal so vor mich hingewimmert, alle 2 Stunden ging die Tür auf und so ein alter Kacker- Meister des Strafvollzugs- der muss wirklich schon 65 gewesen sein, glotze immer nur was ich mache.Am nächsten Morgen gabs wieder nichts zu fressen! dafür bessere Zelle mit Wasser so gegen 10:00 Uhr wieder ein Verhör bei Major Riedel diesem musste ich versprechen von meinem Vorhaben in Zukunft Abstand zu nehmen.Mit der Auflage mich jeden Tag beim VPKA zu melden.Ich durfte dann wieder in die Zelle zurück und bekam Mittag. Königsberger Klops mit Kapernsoße was komplett im Klo verschwand ich bekam bei dem ganzen Stress kein Bissen runter.Um 15:00 Uhr wurde ich aus der UHA Gotha entlassen.Dann ging es im VP-Toniwagen Typ Lada zurück nach Eisenach, mein Moped stand dort im Hof an einer Mauer angelehnt- warum weiss ich nicht.Jedenfalls war ich froh da raus zu sein die Eltern waren nicht begeistert weil eben die VP / Kripo da war und die Nachbarn...Ich wurde vom Kreisgericht wegen versuchter Republikflucht zu 2 Jahren Haft verurteilt, welche zur Bewährung ausgesetzt wurde, weil mein Betrieb die Bürgschaft für mich übernahm.Ende der Geschichte vom Lagerist zum Lagerarbeiter runtergestuft und ständig unter Verfolgungswahn durch die Kollegen und Nachbarn leidend, kam die Wende ich zog im November 89 von Thüringen nach Westberlin zur Oma und kehrte 2005 nach Thüringen zurück.
In meiner freien Zeit schwinge ich mich wieder aufs Moped und fahre nach Creuzburg mal kucken der Ort und die Geschehnisse das lässt mich irgendwie nicht los, vielleicht hoffe ich mal den VP Obermeister zu treffen um ihn zu fragen, warum er mich nicht hat entwischen lassen? anstatt hinterher zu rennen und in den Lenker zu greifen...damals bröckelte es doch schon überall im Lande Demos, Ausreise etc.überzeugt von ihrer Sache anders kann ich es mir nicht erklären.

meine Stasiakte die ich im Jahr 2002 beantragte, bekam ich 2011 in Kopien.Diese umfasst auch einige "Einschätzungen" eines Oberstlt. Heydrich und Oberst Kästner über die Lage im Grenzgebiet in diesem Zeitraum. u.a. war der ehem. Innenminister Schäuble an der Grenze, Zahlen der versuchten Grenzdurchbrüche im Bereich der GüSt Wartha und Gerstungen und Berichte über faul gewordene Grenzhelfer sind darin zu lesen.
Wenn es hier im Forum eine Ecke gibt, wo ich diese Dokumente hochladen könnte? wäre für ehem. Grenzer in diesem Abschnitt August 1989 und für alle die es interessiert vielleicht interssant. Müsste ich halt einscannen dauert ein bisschen bei 22 A 4 Seiten.Die Bude mit der braunen Tür da haben die mich erstmal 1 Stunde eingesperrt bis der Barkas kam.Links neben der Bude so ungefähr 200 Meter war es in Abständen von 50 m hell erleuchtet eine Art Grenze vor der Grenze? im Hintergrund links war die neue Brücke über das Werrathal zu sehen. Ich war erst 1999 das erste mal wieder an der Stelle, da war nichts mehr zu sehen..

Beste Grüße
Axel


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01.11.2012 22:25 (zuletzt bearbeitet: 01.11.2012 22:27)
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#11
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Da gab hunderte oder tausende DDR-Bürger , die wegen solchen banalen Sachen, durch die Suggestivfragen eines Vernehmers und psychologischen Druck , Vernehmungsprotokolle unterschrieben haben und dann im Knast gelandet sind, wegen Vorbereitung oder versuchter Republikflucht.
Da hast Du aber noch Glück im Unglück gehabt , das Du mit Bewährung davon gekommen bist.

Die Vernehmung war beim VPKA in der August-Bebelstrasse? Oder in der Stasivilla am Prinzenteich?
Wenn der Vorfall am 03.08.1989 war, wann war denn da die Gerichtsverhandlung? War das ein Schnellverfahren?


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01.11.2012 22:35
#12
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Könnte mir vorstellen, daß die Suggestivfragen mit dem Ziel, ein "Geständnis" zu erreichen, auch gestellt wurden, um einen Erfolg melden zu können. Eine verhinderte Republikflucht war ja damals für so manchen Offizier immer noch ein Erfolg. Wahrscheinlich waren sie sich im Endeffekt dann doch nicht mehr sicher und hatten ein ungutes Gefühl, was ihre Zukunft betrifft.


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02.11.2012 10:04
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#13
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Zitat von Eisenacher im Beitrag #11
Da gab hunderte oder tausende DDR-Bürger , die wegen solchen banalen Sachen, durch die Suggestivfragen eines Vernehmers und psychologischen Druck , Vernehmungsprotokolle unterschrieben haben und dann im Knast gelandet sind ...



... oder mit einer Verpflichtungserklärung für das MfS erpresst wurden!


Das Foto vom VP-Posten "roter Kopf" ist für mich eine schöne Erinnerung. Er war nachts hell erleuchtet und hatte 1982 auch einen Hund, der zu kläffen
anfing, als ich im November des Jahres ca 300 m rechts etwas oberhalb in Richtung Grenze unterwegs war ...

Gruss,

80er


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02.11.2012 10:23
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#14
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Zitat von Grenzverletzer im Beitrag #10

Links neben der Bude so ungefähr 200 Meter war es in Abständen von 50 m hell erleuchtet eine Art Grenze vor der Grenze?




Das war Bestandteil der "Hinterlandsicherung". Alle Strassen, die vom Grenzgebiet weiter Richtung Schutzstreifen verliefen,
wurden von VP-Posten kontrolliert. Geradeaus geht es nach Ifta, rechts nach Schnellmannshausen unmittelbar am Schutzstreifen
entlang.
Die Ausweiskontrollen der BePo in den Zügen der DR, die Richtung Grenze fuhren, hatten den selben Zweck. Dabei wurden schon im Vorfeld
Leute aus den Zügen geholt, die keine glaubwürdige Erklärung dafür hatten, was sie, z.B. aus Leipzig kommend, in Eisenach wollten.

Gruss,

80er


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02.11.2012 14:24 (zuletzt bearbeitet: 02.11.2012 14:43)
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#15
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Kleine Korrektur. Nicht die BePo(Bereitschaftspolizei) sondern die Trapo(Transportpolizei) kontrollierte die Züge.

Ansonsten gilt bei allen polizeilichen Vernehmungen : Name, Vorname Geburtsdatum und Meldeadresse und das war es. Alles andere nach Rücksprache, mit meinem Rechtsanwalt.

Aber woher soll das ein 20jaehriger wissen?


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