Erste Nachtschicht im Grenzdienst

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13.10.2012 00:07
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#1
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Wie er ja an meinen Wappen erkennen könnt, komme ich aus Berlin. Wenn ich früher meinen Bruder besucht habe in Berlin-Buch und Abends dann mit der S-Bahn zurückgefahren bin, fuhr ja die S-Bahn zwischen Pankow und Schönhauser Allee ziemlich dicht an der Mauer vorbei. Das war mein Eindruck den ich von der Grenze hatte helle Lichtertrasse und ringsum kahl kein Baum. Mein Gedanke war so musste es an der ganzen innerdeutschen Grenze nachts aussehen. Als ich dann selber an die Grenze kam, natürlich nicht an die Berliner sondern in die Rhön war doch alles ganz anders. Meine erste Nachtschicht war eine "wunderschöne" 0-8 Schicht auf dem Rhönkopf. Mein erster Eindruck als ich mit meinen EK durchs betreffende Tor marschierte Stockdunkel, viel Wald und man konnte gerade so die Hand vor Augen sehen. Nachdem wir nach einer guten halben Stunde endlich an unserer Rufsäule angekommen sind, kam die nächste große Erkenntnis für mich als Neuer, man musste also nicht die ganze Zeit an der Rufsäule herumlungern, meinen EK folgend ging es einige Meter durchs Unterholz und über "Stolperfallen" ( nicht für den GV gedacht sondern für unsere internen Kontrollen) in eine gemütliche "Höhle" solide gebaut aus Holz und Dachpappe und natürlich mit "Rufsäulenanschluss" wo wir den Rest der Nacht bei Kaffee und Tee verbrachten. Später habe ich mir so gedacht wenn die Berliner gewusst hätten wie teilweise die Grenze im innerdeutschen Raum gesichert wurde, hätte es in Berlin wohl nicht soviele versucht über die Grenze zukommen.


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13.10.2012 08:12
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#2
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Ich hatte zwei erste Nachtschichten an der GüSt Salzwedel und später in der GK Gollensdorf. Die GüSt erreichten wir über die F 71 (heute B 71) in Richtung Bergen marschierten über den Kontrollbereich bis zur Kfz- Ramme, welche des nächtens mit großen Gepolter auf Geheiß des diensthabenden Offiziers ausgelöst wurde.
Abgeschoben in die Grenzkompanie, war meine erste Nachtschicht eine K 6- Streife übrigens eine reine Uffz.- Streife, dabei stellte sich heraus, daß wir beide EK 81/ 1 sind. Wir hatten im Abschnitt 4 eine recht offene Landschaft kaum ein Busch dafür Weideland. Es war zwar dunkel aber der Mond leuchtete gut.

Gruß Hartmut!


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13.10.2012 08:15
avatar  Pit 59
#3
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wenn die Berliner gewusst hätten wie teilweise die Grenze im innerdeutschen Raum gesichert wurde, hätte es in Berlin wohl nicht soviele versucht über die Grenze zukommen.@Duck

Wir von der Grünen haben aber unsere Ruhe der gesamten Vorfeld Sicherung zu Verdanken. So einfach war es nicht in eines der Grenznahen Dörfer zu kommen,siehe Tread "Eine Zugfahrt die ist Lustig "


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13.10.2012 11:40
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#4
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #3
wenn die Berliner gewusst hätten wie teilweise die Grenze im innerdeutschen Raum gesichert wurde, hätte es in Berlin wohl nicht soviele versucht über die Grenze zukommen.@Duck

Wir von der Grünen haben aber unsere Ruhe der gesamten Vorfeld Sicherung zu Verdanken. So einfach war es nicht in eines der Grenznahen Dörfer zu kommen,siehe Tread "Eine Zugfahrt die ist Lustig "


Hallo Pit,

zu meiner Zeit gab es keine Hinterland oder Vorfeld Sicherung mehr. Vielleicht noch Polizei oder einen Gakl-Aufklärer aber mehr nicht mehr


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13.10.2012 20:51
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#5
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Ich war in der 10 GK und wir waren vorrangig in der Hinterlandsicherung. Von denen die zwischen den Zäunen waren, immer etwas belächet. Aber die wusten, wann es einer versucht hat. Wenns geklingelt hatte war dann eben einer drinnen. Wir hatten es da bedeutend schwerer. Ich kann mich noch an eine Episode mit einem Jäger erinnern, der bei uns nicht angemeldet war, dessen Moped wir gefunden hatten und er dann noch plötzlich mit seiner Waffe unterm Arm aus dem Dickicht kam. Den Kerl angerufen und Kaschi durchgezogen war eins. Da hämmert dir das Herz.


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13.10.2012 21:03
avatar  EK89/1
#6
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Zitat von Jackson im Beitrag #5
Ich war in der 10 GK und wir waren vorrangig in der Hinterlandsicherung. Von denen die zwischen den Zäunen waren, immer etwas belächet. Aber die wusten, wann es einer versucht hat. Wenns geklingelt hatte war dann eben einer drinnen. Wir hatten es da bedeutend schwerer. Ich kann mich noch an eine Episode mit einem Jäger erinnern, der bei uns nicht angemeldet war, dessen Moped wir gefunden hatten und er dann noch plötzlich mit seiner Waffe unterm Arm aus dem Dickicht kam. Den Kerl angerufen und Kaschi durchgezogen war eins. Da hämmert dir das Herz.


Jo, war bei uns auch so das wir Euch belächelt haben, Euer Spitznahme war die "Plastis".
Soweit ich mich erinnern kann die Truppen nur Nachts bei uns, mann hat sich auch selten gesehen, maximal wen ein Posten gerade am Gassentor war wen wir ein oder ausgefahren sind.


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13.10.2012 21:26
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#7
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Zitat von Jackson im Beitrag #5
Ich war in der 10 GK und wir waren vorrangig in der Hinterlandsicherung. Von denen die zwischen den Zäunen waren, immer etwas belächet. Aber die wusten, wann es einer versucht hat. Wenns geklingelt hatte war dann eben einer drinnen. Wir hatten es da bedeutend schwerer. Ich kann mich noch an eine Episode mit einem Jäger erinnern, der bei uns nicht angemeldet war, dessen Moped wir gefunden hatten und er dann noch plötzlich mit seiner Waffe unterm Arm aus dem Dickicht kam. Den Kerl angerufen und Kaschi durchgezogen war eins. Da hämmert dir das Herz.


Hallo Jackson,

wie schon geschrieben, ich war von 12/88 bis 01/90 am Kanten, ich glaube Ende 88 wurden die Hinterland-GKs aufgelöst, ein Uffz. von solcher Hinterland-GK (Kaltenwestheim) kam nämlich auf unsere GK und hat mir bei jeder Gelegenheit von seinen ruhigen "Hinterlandschichten" berichtet.


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13.10.2012 22:12
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#8
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Dem war nicht so. Wir haben auch 89 noch das Hinterland gesichert. Unser GK ist dann aber im Oktober 89, als die Demos vonstatten gingen umbenannt und der Speziellen Verwendung Chef Grenztruppen unterstellt worden. Das hieß, an diesem Tag wurde der Grenzdienst Zug zurückbeordert. Sofort Sachen packen, Nachrichten Sperre (Briefe schreiben ab sofort verboten) verhängt. LOs wurden beladen, auch meine TS kam mit hinten drauf. In der Nacht ging es dann ab Richtung Dresden - Zinnwald.

Zum ruhigen Dienst, ich kann auch in diesem Punkt versichern, dem war garantiert nicht so. Vielleicht kam es auch auf den Abschnitt an, unserer war am Ende recht groß, da war immer was los


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13.10.2012 23:58 (zuletzt bearbeitet: 15.10.2012 23:09)
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#9
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Zitat von Jackson im Beitrag #8
Dem war nicht so. Wir haben auch 89 noch das Hinterland gesichert. Unser GK ist dann aber im Oktober 89, als die Demos vonstatten gingen umbenannt und der Speziellen Verwendung Chef Grenztruppen unterstellt worden. Das hieß, an diesem Tag wurde der Grenzdienst Zug zurückbeordert. Sofort Sachen packen, Nachrichten Sperre (Briefe schreiben ab sofort verboten) verhängt. LOs wurden beladen, auch meine TS kam mit hinten drauf. In der Nacht ging es dann ab Richtung Dresden - Zinnwald.

Zum ruhigen Dienst, ich kann auch in diesem Punkt versichern, dem war garantiert nicht so. Vielleicht kam es auch auf den Abschnitt an, unserer war am Ende recht groß, da war immer was los


Hallo Jackson, ich kann auch nur für meinen Bereich (Rhön) sprechen und da gab es definitiv keine Hinterlandsicherung mehr, die Leute wurden auf die "normalen" GKs aufgeteilt. Unsere sogenannte Hinterlandsicherung bestand zu meiner Zeit nur noch aus den GAKLs und glaub mir die hatten keinen Stress, zumindestens nicht mehr wie wir.


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15.10.2012 14:21 (zuletzt bearbeitet: 16.10.2012 12:42)
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#10
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Zitat von Jackson im Beitrag #5
Ich war in der 10 GK und wir waren vorrangig in der Hinterlandsicherung. Von denen die zwischen den Zäunen waren, immer etwas belächet. Aber die wusten, wann es einer versucht hat. Wenns geklingelt hatte war dann eben einer drinnen. Wir hatten es da bedeutend schwerer. Ich kann mich noch an eine Episode mit einem Jäger erinnern, der bei uns nicht angemeldet war, dessen Moped wir gefunden hatten und er dann noch plötzlich mit seiner Waffe unterm Arm aus dem Dickicht kam. Den Kerl angerufen und Kaschi durchgezogen war eins. Da hämmert dir das Herz.


Bei uns waren auch welche "draußen".
Wie war das bei euch, wart ihr oft in den selben Bereichen oder immer woanders?
Immer waren ja keine Freundwärts-Kräfte da, wir sind als Fußposten auch mal auf dem Rückweg aus dem Abschnitt raus und draußen langgelaufen, selten, aber manchmal doch, meist nachts.
Hat mich immer gewundert, war aber eine schöne Abwechslung.


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22.01.2013 18:44
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#11
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Um auf die Fragen von Grenzwolf62 zu antworten: Wir hatten 77-79 noch Bat.-Sicherung, da war man natürlich fast täglich in einem anderen
der 4 Abschnitte eingesetzt. Als UAZ natürlich hauptsächlich als KGSi im Abschnitt, als Suchposten, Kontrollstreife K2m und K6m und nachts
Postenkontrolle. Freundwärtiger Einsatz als Hinterlandstreife ist mir 2 mal "passiert". Einmal war im Nachbardorf außerhalb des Sperrgebiets ein
großes Dorffest (irgendein Jubiläum) und wir mußten die "Dorfschönen" auf ihrem Heimweg kontrollieren.Der andere Fall war weniger lustig,
bei den "Freunden" war einer getürmt mit Bewegungsrichtung Grenze. Zum Glück haben den seine Leute selbst vorher erwischt.
An meine erste Nachtschicht am Kanten habe ich nur gute Erinnerungen. Ich war mit einem anderen Uffz. (5.DHJ) auf der Führungsstelle SiA 10
Spechtsbrunn Wendestelle Tettauer Straße eingesetzt, der beliebteste PoP des gesamten Bataillons. Es war ein warmer Frühlingsabend anfang
Mai 1977. An diesem Punkt gabs immer was zu sehen, das war sowas wie ein Jugendtreff der Gegend, dazu kamen dann noch
die üblichen "gegnerischen" Aufklärungskräfte.


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22.01.2013 18:47
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#12
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Zitat von utkieker im Beitrag #2
Ich hatte zwei erste Nachtschichten an der GüSt Salzwedel und später in der GK Gollensdorf. Die GüSt erreichten wir über die F 71 (heute B 71) in Richtung Bergen marschierten über den Kontrollbereich bis zur Kfz- Ramme, welche des nächtens mit großen Gepolter auf Geheiß des diensthabenden Offiziers ausgelöst wurde.
Abgeschoben in die Grenzkompanie, war meine erste Nachtschicht eine K 6- Streife übrigens eine reine Uffz.- Streife, dabei stellte sich heraus, daß wir beide EK 81/ 1 sind. Wir hatten im Abschnitt 4 eine recht offene Landschaft kaum ein Busch dafür Weideland. Es war zwar dunkel aber der Mond leuchtete gut.

Gruß Hartmut!


hallo, Hartmut

Ihr habt nachts K6 gelaufen? Wie ging das denn ? In Berlin könnte ich mir das vorstellen, aber am Kanten?


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22.01.2013 21:57
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#13
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Bei uns musste der K6 bis 10:00 Uhr kontrolliert gewesen sein. Nur in Außnahmen - bestätigt durch den Diensthabenden im GB konnte bis 12:00 Vollzug gemeldet werden.
K2 Kontrollen einmal Tags und einmal Nachts. Nachts gab es immer das leidige Problem mit den Lampen.

Die Lampen hielten in des seltensten Fällen die halbe Kompaniestrecke durch. Als K-GSi wurden die K2 Abschnitte so gestückelt zur Kontrolle geplant, dass die KS notfalls in der Kompanie die Lampen an der Objektwache tauschen konnte oder ein motorisierter Posten hat Erstatz auf Sonderfahrt mitgenommen.

Was dabei noch so getauscht wurde hat mich als K-GSi nicht gejuckt. Hauptsache es konnte ordentlich, mit größtmöglicher Sicherheit, kontrolliert werden.
"Der Weg war das Ziel" - könnte man heute sagen


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22.01.2013 22:14
avatar  GZB1
#14
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K-6 wurde zu meiner Zeit in Berlin dreimal pro Schicht motorisiert abgenommen. Bei Abschnittübernahme, zu Schichtmitte und kurz vor der Ablösung. K-2, so es noch etwas ähnliches gab, eigentlich kaum, nur bei Anzeichen GV.


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22.01.2013 23:09
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#15
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Zitat von Duck im Beitrag #7
Zitat von Jackson im Beitrag #5
Ich war in der 10 GK und wir waren vorrangig in der Hinterlandsicherung. Von denen die zwischen den Zäunen waren, immer etwas belächet. Aber die wusten, wann es einer versucht hat. Wenns geklingelt hatte war dann eben einer drinnen. Wir hatten es da bedeutend schwerer. Ich kann mich noch an eine Episode mit einem Jäger erinnern, der bei uns nicht angemeldet war, dessen Moped wir gefunden hatten und er dann noch plötzlich mit seiner Waffe unterm Arm aus dem Dickicht kam. Den Kerl angerufen und Kaschi durchgezogen war eins. Da hämmert dir das Herz.


Hallo Jackson,

wie schon geschrieben, ich war von 12/88 bis 01/90 am Kanten, ich glaube Ende 88 wurden die Hinterland-GKs aufgelöst, ein Uffz. von solcher Hinterland-GK (Kaltenwestheim) kam nämlich auf unsere GK und hat mir bei jeder Gelegenheit von seinen ruhigen "Hinterlandschichten" berichtet.


@Duck

Das kann ich nur bestätigen, sonst wäre ich wohl garnicht soweit mit dem Moped ins Sperrgebiet reingekommen.Die runden Wachtürme und den Zaun konnte ich aus ca.100 meter Entfernung genau sehen.


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