Leben am Todesstreifen: Augenzeuger der DDR Grenze berichten

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04.06.2009 13:03 (zuletzt bearbeitet: 04.06.2009 13:04)
avatar  Angelo
#1
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Eine neue ARD Doku über Schicksale der Innerdeutschen Grenze. Einbetten geht leider nicht deshalb müßt ihr auf den Link klicken. Aber anschauen lohnt sich wirklich.Nur drei Kilometer liegen Pferdsdorf und Willershausen voneinander entfernt und doch war drei Jahrzehnte lang kein Besuch, kein Kontakt möglich. Pferdsdorf in Thüringen und Willershausen in Hessen .
https://www.youtube.com/watch?v=6qv_wS9kRII

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04.06.2009 17:04
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#2
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Hallo Angelo,
ein toller Film-Beitrag. Dauert zwar 30min, aber es führt einem richtig die menschenfeindliche Handhabung des Grenzregimes vor Augen. Ich habe immer wieder den Eindruck, dass einzelne "Kämpfer" für die DDR, dieses Regime noch feindlicher gemacht haben, als es notwendig gewesen wäre. Das beste Beispiel ist das Verbot für eine Frau, zur Beerdigung des Vaters fahren zu dürfen, obwohl sich diese Frau schon einmal gegen den Westen entschieden hatte.

Interessant auch die Sache mit den Flugblättern, die man akzeptierte.

Eine Frage die sich mir stellt, wer hat letztlich das OK gegeben, das die Verbindungsstrasse wieder hergestellt werden konnte. Kam das aus Ostberlin?

Gruß, Augenzeuge


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18.08.2009 21:25
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#3
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Hallo Heldrasteiner

Sag mal kennst Du das Video hier schon.Ist ja zweifelsfrei deine "Spurensuchecke"



Gruß maja


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18.08.2009 22:53
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#4
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Ja maja, den Bericht kenne ich.
Die Reportage lief im Winter mal sonntags um 17:30 im Ersten.

Und es ist "meine Ecke", die ich auch noch bereisen werde.
Aber am Sonntag werde ich wohl erstmal wieder ins südliche Eichsfeld aufbrechen. Seid schon mal gespannt, was ich Euch präsentieren werde


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18.08.2009 22:58
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#5
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Zitat von Heldrasteiner
Ja maja, den Bericht kenne ich.
Die Reportage lief im Winter mal sonntags um 17:30 im Ersten.

Und es ist "meine Ecke", die ich auch noch bereisen werde.
Aber am Sonntag werde ich wohl erstmal wieder ins südliche Eichsfeld aufbrechen. Seid schon mal gespannt, was ich Euch präsentieren werde






Mensch paß bloß auf das die dort nicht auf dich schießen die Südeichsfelder


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18.08.2009 23:04 (zuletzt bearbeitet: 18.08.2009 23:05)
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#6
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Ach maja, die bestech ich mit ner Feldgieker (so wird die im Eichsfeld geschrieben, bei uns Feldkieker) und nem Heldrasteiner
Außerdem habe ich ja meinen SH dabei


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19.08.2009 15:44
avatar  Mike59
#7
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Eine Erinnerung aus der Kindheit meiner Mutter - denke die passen hier ganz gut hin.


...Typhus und Grippe grassierten in den Jahren 1947 / 48. Die Menschen hatten ihre eigenen körperlichen Reserven aufgebraucht, andere gab es auch nicht mehr. Impfaktionen dafür am laufenden Band. In die dürre Kinderbrust wurde gespritzt. Trotzdem war es nach dem kalten Winter 1947 besonders schlimm. Die Schulen wurden geschlossen. Ich wurde zur Erholung aufs Land geschickt. (Ein Esser weniger war auch wichtig) Nach Willereshausen gings, zu Großeltern, Onkel, Tante und Cousine. Meines Vaters Vaterhaus. Willershausen, in Hessen, war von den Amerikanern besetzt. Die grüne Grenze musste also passiert werden. Im Frühjahr 1948 ging die Reise zusammen mit Mutti erst mal nach Eisenach. Bei Tante Berta XXXX und Cousine Grete wurde übernachtet. Dann ging es weiter bis Creuzburg. Ob wir von Eisenach bis Creuzburg gelaufen sind weiß ich nicht mehr, aber eine Riesenstrecke zu Fuß ist es auf jeden Fall gewesen. Endlich bei Tante Kathrin XXXXXXXX, Vaters Schwester, angekommen. Zu deren Familie gehörten drei erwachsene Kinder. Tante Kathrin und noch eine Person brachten mich dann am nächsten Tag über die Grenze. Meine Angst war groß. Immerzu musste ich zum Pinkeln vom Wege ausscheren. Auf dem Hügel, am Horizont des Waldweges, war ein einfacher Schlagbaum zu sehen, kein Grenzer! Ein Schritt, wir waren drüben. Ich war sehr erleichtert. Nun gings vom steilen Berg hinab ins Dorf. Felder rechts und links, der Wald blieb zurück. Im kleinen Häuschen in der Hintergasse wurde ich in Empfang genommen. ....
... Der (Onkel anm.) war rund und behäbig, hatte ein Hitlerbärtchen und fuhr täglich mit dem Fahrrad nach Pferdsdorf zur Reichsbahn ins Stellwerk. ...

... Nach einiger Zeit wurde es mir vor allem vormittags, wenn meine Freundinnen in der Schule waren, sehr langweilig. Ich bettelte darum, mit in die Schule gehen zu dürfen. Daraus wurde aber nichts. Eigentlich war ich ja gar nicht da, war illegal anwesend. Also war es besser, wenn ich offiziell nirgends auftauchte. (Das wurde mir natürlich erst Jahre später klar) Mein Aufenthalt in Willershausen ging zu Ende, als Amerikaner ins Dorf einzogen. Die spätere separate Währungsreform im Westen war der Grund, im Grenzort Willershausen Vorsorgemaßnahmen seitens der Alliierten zu treffen. Also wurde Tante Kathrin aus Creuzburg wieder aktiv und hat mich nach ca. acht Wochen wieder abgeholt. Zwei Stück gute Landbutter gingen mit auf Tour – das war das Bestechungsgeld – falls wir auf Grenzer stoßen würden. Wir stießen ! Ehe meine Angst greifen konnte sagte Tante Kathrin: „Sie sind aus Creuzburg, d.h. Einheimische. Das gabs damals noch! Ob die Butter die Besitzer wechselte weiß ich nicht, auf alle Fälle gabs noch den Rat, sich mehr rechts oder links zu halten auf dem Weg, damit uns die Russen von Pferdsdorf her nicht ausmachen konnten. .....

Mike59


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19.08.2009 18:10
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#8
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Tolle Geschichte, Mike59!
Also warst Du auch ein Grenzverletzer...


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19.08.2009 18:25
avatar  Mike59
#9
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@ Heldrasteiner(in)
ich glaube nicht das ich zu diesem Zeitpunkt auch nur in einer Idee vorhanden war

Gruß Mike59


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19.08.2009 18:41 (zuletzt bearbeitet: 19.08.2009 18:42)
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#10
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( gelöscht )

Entschuldige, ich wollte Dich jetzt nicht älter machen als Du bist
(Dafür ist maja ja hier zuständig )

Das kommt davon, wenn man ohne Brille vorm PC sitzt und nicht nochmal kontrolliert, was man geschrieben hat (und man auch noch vom Telefon abgelenkt wird). Denn eigentlich sollte der letzte Satz lauten:
"Du gehörst also auch zu einer Familie von Grenzverletzern"
Tschuldigung!


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19.08.2009 18:47
avatar  Mike59
#11
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Zitat von Heldrasteiner
Entschuldige, ich wollte Dich jetzt nicht älter machen als Du bist
(Dafür ist maja ja hier zuständig )

Das kommt davon, wenn man ohne Brille vorm PC sitzt und nicht nochmal kontrolliert, was man geschrieben hat (und man auch noch vom Telefon abgelenkt wird). Denn eigentlich sollte der letzte Satz lauten:
"Du gehörst also auch zu einer Familie von Grenzverletzern"
Tschuldigung!

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ja -aber ich bereue nichts

Übrigens - was heißt schon älter werden - man sammelt nur mehr Erfahrungen

Gruß Mike


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19.08.2009 22:13
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#12
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( gelöscht )

Gut, daß Du mir meinen kleinen Fauxpax nicht übel nimmst

So? Du bereust nichts?
Dann hab ich nen großartiges Lied für Dich:


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19.08.2009 23:02
avatar  Mike59
#13
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Zitat von Heldrasteiner
Gut, daß Du mir meinen kleinen Fauxpax nicht übel nimmst

So? Du bereust nichts?
Dann hab ich nen großartiges Lied für Dich:





Danke

Ist zwar nicht ganz mein Favorit - aber gut. Ich war übrigens letzte Woche (14.08.) in Hanau zum Konzert. Das ist eher meine Richtung - kann aber ruhig auch härter sein.

Gruß Michael

https://www.youtube.com/watch?v=l6pkcOLyS0g

Ich hoffe mal der Link funktioniert





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21.08.2009 20:30
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#14
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Oh, ganz schön laut!

Na, ich kannte ja Deinen Musikgeschmack nicht. Sonst hätte ich Dir das von Silbermond geschickt:


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22.08.2009 19:56
avatar  Mike59
#15
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Hallo Susanne,

danke sehr gut

Schöne Grüße Michael


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