Ein Besuch in H1

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16.08.2012 20:26 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2012 10:38)
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Ich zitieren mal, angeregt durch @Nostalgiker seinen Thread, einen interessanten Text aus einem anderem Forum. Die darin angesprochenen Bilder folgen dann später noch nach, die muss ich von dort erst noch kopieren.

Da es so gewünscht wird verzichte ich beim folgenden Text auf die Zitatfunktion:




Wie einigen schon bekannt hier nun die ausführliche Geschichte eines H1 Besuchs. Einige der dort gemachten Bilder werde ich im Text durch Nummern angeben und am Ende anführen, bitte jedoch gleich die schlechte Qualität, durch ein automatisches Verkleinerungsprogramm verursacht, zu entschuldigen.


Wir hatten zu viert nach einer Zwischenlandung in Berlin ungeplant noch etwas Zeit übrig, so dass ein befreundetes Pärchen (Wessis) dann unbedingt einmal live sehen was die Stasi so alles verbrochen und wie sie gefoltert hat. Trotz sofortiger politisch-ideologischer Agitation meinerseits wurde ich überstimmt und musste mich dem kommenden fügen. Also wurde sofort ein Taxi geentert und ab ging es zur Genslerstraße. Was ich dort erlebt und gehört habe spottet jeder Beschreibung und ist diesen eigenen Thread wert. Gerne würde ich auch die Meinung anderer Opfer dieser "Gedenkstätte" hören, oder sollte ich der einzige Besucher dieser Anstalt hier sein?

Nachdem wir dort im ehem. Sperrgebiet (1) angekommen waren mussten wir uns in den sogenannten Besucherbereich begeben und jeweils 5€ für Teilnahme an der Führung bezahlen. Mein Einwand hier kein Geld für Märchen verschwenden zu wollen wurde vom Oberbefehlshaber der Heimatfront mit einem ungnädigen Zischen abgewiesen, man müsse schließlich Rücksicht auf unsere Bekannten nehmen. Nachdem dies nun geschehen war, und wir vor dem Besucherzentrum in Gruppen aufgeteilt und unseren Referenten (ehem. Straftäter) zugeteilt waren, konnte die Führung durch die UHA also beginnen. Nun muss ich dazu sagen dass sich das Besucherzentrum momentan gegenüber der eigentlichen UHA befindet, so dass wir um diese zu erreichen zuerst die Genslerstraße (2) überqueren mussten. Dazu wurden wir vor der Straße versammelt und durch unseren Referenten ermahnt diese doch bitte vorsichtig und beschleunigt zu überqueren, da in diesem Gebiet viele ehem. "Stasisoldaten" (O-Ton) leben die der Gedenkstätte nicht wohl gesonnen sind und daher besonders scharf fahren, oder versuchen könnten uns zu erwischen.

Nachdem wir dann in die Anlage betreten hatten (3) wurden wir in einer Räumlichkeit (4) versammelt um von unserem „Referenten“ entsprechend eingestimmt und eingepeitscht zu werden. Dazu erfolgte die Frage wer den wisse was das MfS gewesen sei und nachdem die Runde schwieg befleißigte ich mich zu sagen es handelte sich um ein bewaffnetes Schutz- und Sicherheitsorgan der Regierung der DDR zur Erhaltung der sozialistischen Errungenschaften und des Friedens, sowie dem Schutz vor äußeren und inneren Feinden und dass solche Aufgaben heute in der BRD durch BND und VS wahrgenommen werden. Dem teils anerkennenden Gemurmel in der Runde folgte ein strafender Blick des Referenten sowie dessen Berichtigung, dass es sich dabei lediglich um ein Repressionsinstrument der Diktatur der DDR gehandelt habe. Im Verlauf der weiteren Erzählungen berichtete er von Aussagen ehemaliger „Stasisoldaten“ die zu den Referenten gesagt hätten: „Mann hat nur vergessen euch zu erschießen“, daran anschließend von seiner Vita und über den in der DDR vorhandenen allumfassenden Zwang zur Arbeit, welcher als Rechtfertigung für politische Verfolgung genutzt wurde. Mein Einwand, dass es diesen Zwang nicht gab wurde dann als Lüge dargestellt denn sonst gäbe es diese Verurteilten ja kaum und meine anschließende Frage, ob er jemals den entsprechenden § sowie den Kommentar dazu gelesen hätte, sowie das Angebot ihm gerne die Kontaktdaten einiger nicht verfolgter Hausfrauen zukommen zu lassen, wurde dann bereits nur noch ignoriert. Nachdem eine mir unbekannte Person sich anschickte mir beizupflichten und ebenfalls entsprechende Bekannte anführte wurde kurzerhand aufgebrochen und es ging ins Haftkrankenhaus (5) .

Dort wurden der versammelten Menge dann die einzelnen Behandlungszimmer inkl. diversen medizinischen Einrichtungsgegenständen gezeigt (6) . Dabei wurde natürlich nicht versäumt wiederholt darauf hinzuweisen, dass man bitte bedenken möge dass diese Gerätschaften eigentlich nur für die Behandlung von „Stasisoldaten“ zur Verfügung standen und für die Häftlinge in aller Regel nicht genutzt wurden. Die Häftlinge, so wurde uns erklärt, wurden nur insoweit gepflegt dass sie nicht starben und gerade noch so an den Vernehmungen teilnehmen konnten. Die Räumlichkeiten und Geräte erklärte er wurden von der Stasi beim Verlassen alle zerstört und zertrümmert, so dass man sie jetzt erst wiederherstellen musste und das daher nicht alle Geräte an ihren Originalplätzen stehen würden. Wir näherten uns dann am Ende des Ganges einem Raum der scheinbar vorher als Gynäkologie (7) genutzt wurde und nun wurde es geradezu abenteuerlich.

Unser Referent machte ein betroffenes Gesicht und erklärte uns als sie damals diesen Raum wiederherstellten wurde durch die entsprechende weibliche Kraft, die dort wegen medizinischer Kenntnisse beratend tätig war, eine schauerliche Entdeckung gemacht die diese zutiefst erschütterte und in Tränen ausbrechen lies. Voller Spannung erwartete ich die nächsten Worte, denn was hier nun passiert und aufgedeckt worden sein soll wollte ich nun doch schon gerne wissen. Der Referent führte nun weiter aus, dass die Dame am gynäkologischen Stuhl einen Schlauch und eine Absaugvorrichtung entdeckte und zeigte uns ein winziges Loch im Boden an der Stelle wo der Stuhl früher gestanden haben soll. Was die Stasi hier wohl getrieben hätte könnten wir uns nun sicher alle denken.

Jetzt mag ich etwas schwer von Begriff zu sein oder auch einfach nur ein Gutmensch, dass zu beurteilen überlasse ich denen die mich kennen, jedenfalls erschloss sich mir keine andere Funktion als die einer banalen Sekretabsaugung und ich sah mich ein weiteres Mal genötigt nachzufragen. Das nun folgende war jedoch der Hammer denn es wurde uns allen Ernstes erklärt mit dieser Vorrichtung haben die Ärzte bei weiblichen Häftlingen, die schwanger eingeliefert worden, Zwangsabtreibungen durchgeführt. Nachdem das schauernde Entsetzen der Menge etwas gewichen war und ich ob dieser dreisten Lügen meine Fassung wieder zurückgewonnen hatte, fragte ich erneut nach in wie vielen Fällen dies dann belegt sei und wo ich etwas handfestes dazu finden könnte.

Wer jetzt auf eine Antwort gehofft hatte wird enttäuscht sein, wer nicht der wird nicht sonderlich überrascht sein dass es keine gab. Stattdessen wurde unser Bekannter aufgefordert seine Kamera auszuschalten da solche Aufnahmen dazu genutzt werden könnten sie [die Referenten] im Internet zu verunglimpfen. Mein Einwurf, dass man doch niemanden verunglimpfen könnte der nachweislich und überprüfbar die Wahrheit spricht, wurde lediglich mit einer nochmaligen Wiederholung seiner Forderung und einem Grummeln der scheinbar in ihrem Schauergefühl gestörten Menge quittiert.

Die Führung ging also weiter und es wurde uns unter anderem ein Arztzimmer gezeigt (8) welches sofort mit einer passenden Gruselstory verbunden wurde. Er erklärte uns das der hiesige (ich glaube es war der) Chefarzt, dessen Namen mir entfallen ist, hier residiert hat und dass sie bei der Überprüfung der Krankenakten festgestellt haben er habe mit Psychopharmaka nicht gegeizt. Dies geschah um die Häftlinge für die Vernehmungen gefügiger zu machen und dieser Arzt hat heute noch eine Praxis und praktiziert weiterhin ohne jemals durch ein Gericht zur Rechenschaft gezogen worden zu sein. Die Menge empörte sich nun darüber und fragte warum es nicht zur Verurteilung gekommen sei. Nachdem dann die Antwort kam es lägen für eine Anklage keine ausreichenden Beweise vor und weiterhin würde er ja sowieso aussagen dies war medizinisch notwendig, habe ich die mir schon auf der Zunge liegende Frage, wie dies mit seiner Aussage der angeblich ausgewerteten Krankenakten in Übereinstimmung zu bringen wäre, lieber verkniffen.

Nachdem wir dann unten durch waren ging es anschließend in die zweite Etage wo ein OP-Saal (9) , Funktionsräume (10) und die Krankenverwahrräume (11) zu besichtigen waren. Hier fand ich besonders den Kommentar einiger Besucher recht interessant, die da äußerten, dass diese VR dann doch recht geräumig waren und sie heute in Krankenhäusern als Kassenpatienten pro Person weit weniger Quadratmeter zur Verfügung gehabt hätten. Das daraufhin recht angesäuerte Gesicht unseres „Referenten" zauberte mir zum ersten Mal während dieser Zeit ein Lächeln aufs Gesicht.

Ein weiterer schöner Beweis der höchstens rudimentären Fachkenntnisse dieser „Referenten“ zeigte sich als uns diese Konstruktion (12) zeigte und fragte ob sich jemand vorstellen könnte um was es sich hier handelt. Nachdem sich niemand hier wissend zeigte, und ich mich auch nicht unbedingt offensichtlich zu erkennen geben wollte, zog er die Leine woraufhin ein Horn ertönte und eine ältere Dame aus der Menge sichtlich mit ihrem Herzen, oder besser dem Schrecken, zu kämpfen hatte. Er erklärte nun es handele sich um eine Alarmanlage, die die „Stasisoldaten“ ziehen konnten wenn sie angegriffen worden oder ein Problem hatten und daraufhin eilten ihnen dann andere zur Hilfe. An dieser Stelle konnte ich mir eine Frage nicht verkneifen und wollte nun von ihm wissen wie die denn bei einem so großen Gebäude wissen konnten wo sich der Notfall befand oder ob die dann blindlings durchs ganze Gebäude gerannt sind. Da die "Referenten" ihre eigene Einrichtung wohl eher wenig kennen war ihm diese Anzeige (13) in einem der Funktionsräume sicher noch niemals aufgefallen und er musste zugeben dies nicht zu wissen.

Beim Verlassen des Gebäudes und auf dem Weg zum „berüchtigten U-Boot“ wurde uns noch der „Grotewohl Express“ (14) gezeigt, jedoch nur kurz beschrieben.

Im „U-Boot“ angekommen wurde uns die Geschichte des Gebäudes (Vorratskeller/Großküche) grob umrissen dargeboten und die Nutzung durch den NKWD erläutert. Aus den hier einsitzenden Nazis und Kriegsverbrechern wurden im Laufe dieser Erklärung ganz schnell Vorzeige(Sozial)demokraten, die hier in aller Regel unschuldig eingesperrt waren und zu tausenden „verreckt“ sind. Um mir diese Geschichtsfälschung nicht weiterhin geben zu müssen entfernte ich mich von der Gruppe und konnte so ungestört einige Bilder der vorhanden Räumlichkeiten und Gänge (15) machen. Dies war jedoch nicht von langer Dauer da mein Fehlen vom Oberbefehlshaber der Heimatfront recht bald bemerkt und ich dann wieder der Truppe zugeführt wurde.

Immerhin konnte ich so noch die Highlights der Führung durchs „U-Boot“ miterleben. Wer schon mal so eine Führung miterleben musste der wird sicher wissen was jetzt kommt… genau, die Folterzellen! Es begann mit einer Befragung welche Art von Folter wir uns denn hier vorstellen könnten, dann erläuterte er die Wasserfolter und zeigte uns die dort von der „Gedenkstätte“ installierten Gerätschaften wie Tropffolter (16) und Wasserzelle (17). Es entspann sich nun eine lebhafte Diskussion über die Verwerflichkeit solcher MfS eigenen Foltermethoden in deren Verlauf ich dann loswerden musste bis zu welchem Jahr das MfS diese dann wohl angewendet habe. Etwas kleinlaut hieß es nun man habe die Zellen nach den Angaben ehem. Häftlinge rekonstruiert und diese seien wohl nur vom NKWD genutzt worden, aber das MfS wurde ja vom NKWD ausgebildet und hätte sich dessen Geist dann verinnerlicht.

Als ich dann fragte ob es sowas heute auch noch gäbe, da ich noch niemals davon gehört habe, äußerte unser „Referent“ er könne sich gut vorstellen dass es Diktaturen und Regime gäbe die solche Folterarten heute noch anwenden, aber er keinen Fall parat hätte. Mit dem zweiten dicken Grinsen im Gesicht konnte ich ihm mit Verweis auf das Waterboarding der USA aushelfen und meinte, dass das MfS dann wohl nicht halb so inhuman gewesen sein kann wie er es hier unter Zuhilfenahme des NKWD vermitteln möchte, wenn selbst Vorzeigedemokratien drastischere Maßnahmen anwenden würden. Als einige Teilnehmer mir erneut zustimmten und er sich nun sicher ziemlich vorgeführt vorkam drohte er mir für den Fall, dass ich ihn erneut unglaubwürdig machen und verhöhnen würde, ein Hausverbot an. Auf der einen Seite ist so ein Hausverbot im „Knast“ ja sicher was feines, auf der anderen Seite habe sicher nicht nur ich mich gefragt wie man einen so visierten und mit stichhaltigen Fakten bewaffneten „Referenten“ wohl unglaubwürdig machen soll.

Als er uns im Anschluss eine weitere Folterzelle zeigte, einen Türdurchgang (18) der angeblich mit 2 Türen verschlossen eine Stehzelle war die nur körperlich topfite Häftlinge überlebten, ließ ich mich nur noch zu einem halblauten Lachen hinreißen. Tatsächlich handelte es sich lediglich um einen Durchgang zu einem früher dort einmal vorhandenen Lagerraum.

Die eigentlich für die gesamte Führung angesetzten 2 Stunden waren nach Ablauf der Führung durch das „U-Boot“ bereits aufgebraucht und so mussten wir die Veranstaltung dann vorzeitig verlassen um unseren pünktlichen Weiterflug nicht zu gefährden. Eigentlich hätte ich schon gerne noch die Führung durch den Neubau (19) mitgemacht und mir auch den mich nun ja persönlich besonders interessierenden Vernehmertrakt angesehen, zumal er für diesen sogar noch ausführliche Fallbeispiele und eine abschließende Diskussion angekündigt hatte. In Anbetracht des bereits angedrohten Hausverbotes war es aber vielleicht auch gar nicht so schlecht, dass wir gehen mussten. Irgendwann werde ich mir sicher auch noch den „Spaß“ geben und mir diesen Teil ansehen.


Soviel dazu von meiner Seite und nun Feuer frei…


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16.08.2012 21:36
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Schade um den schönen Platz, den der Bericht hier einnimmt.


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16.08.2012 22:29 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2012 00:13)
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Beitrag in einen neuen Thread verlegt


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16.08.2012 22:36 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2012 22:40)
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Bitte beim Thema HSH bleiben, Marienborn ist es wert einen eigenen Thread dafür zu eröffnen und den Beitrag dorthin zu kopieren!

Jetzt die Bilder zu den Nummern.

1 bis 5

16.08.2012 22:37 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2012 22:39)
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#5
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#6
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16.08.2012 22:39
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16 bis 19

17.08.2012 03:37 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2012 03:41)
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #1
Ich zitieren mal, angeregt durch @Nostalgiker seinen Thread, einen interessanten Text aus einem anderem Forum. Die darin angesprochenen Bilder folgen dann später noch nach, die muss ich von dort erst noch kopieren.

Zitat
Wie einigen schon bekannt hier nun die ausführliche Geschichte eines H1 Besuchs. Einige der dort gemachten Bilder werde ich im Text durch Nummern angeben und am Ende anführen, bitte jedoch gleich die schlechte Qualität, durch ein automatisches Verkleinerungsprogramm verursacht, zu entschuldigen.




Wir hatten zu viert nach einer Zwischenlandung in Berlin ungeplant noch etwas Zeit übrig, so dass ein befreundetes Pärchen (Wessis) dann unbedingt einmal live sehen was die Stasi so alles verbrochen und wie sie gefoltert hat. Trotz sofortiger politisch-ideologischer Agitation meinerseits wurde ich überstimmt und musste mich dem kommenden fügen. Also wurde sofort ein Taxi geentert und ab ging es zur Genslerstraße. Was ich dort erlebt und gehört habe spottet jeder Beschreibung und ist diesen eigenen Thread wert. Gerne würde ich auch die Meinung anderer Opfer dieser "Gedenkstätte" hören, oder sollte ich der einzige Besucher dieser Anstalt hier sein?

Nachdem wir dort im ehem. Sperrgebiet (1) angekommen waren mussten wir uns in den sogenannten Besucherbereich begeben und jeweils 5€ für Teilnahme an der Führung bezahlen. Mein Einwand hier kein Geld für Märchen verschwenden zu wollen wurde vom Oberbefehlshaber der Heimatfront mit einem ungnädigen Zischen abgewiesen, man müsse schließlich Rücksicht auf unsere Bekannten nehmen. Nachdem dies nun geschehen war, und wir vor dem Besucherzentrum in Gruppen aufgeteilt und unseren Referenten (ehem. Straftäter) zugeteilt waren, konnte die Führung durch die UHA also beginnen. Nun muss ich dazu sagen dass sich das Besucherzentrum momentan gegenüber der eigentlichen UHA befindet, so dass wir um diese zu erreichen zuerst die Genslerstraße (2) überqueren mussten. Dazu wurden wir vor der Straße versammelt und durch unseren Referenten ermahnt diese doch bitte vorsichtig und beschleunigt zu überqueren, da in diesem Gebiet viele ehem. "Stasisoldaten" (O-Ton) leben die der Gedenkstätte nicht wohl gesonnen sind und daher besonders scharf fahren, oder versuchen könnten uns zu erwischen.

Nachdem wir dann in die Anlage betreten hatten (3) wurden wir in einer Räumlichkeit (4) versammelt um von unserem „Referenten“ entsprechend eingestimmt und eingepeitscht zu werden. Dazu erfolgte die Frage wer den wisse was das MfS gewesen sei und nachdem die Runde schwieg befleißigte ich mich zu sagen es handelte sich um ein bewaffnetes Schutz- und Sicherheitsorgan der Regierung der DDR zur Erhaltung der sozialistischen Errungenschaften und des Friedens, sowie dem Schutz vor äußeren und inneren Feinden und dass solche Aufgaben heute in der BRD durch BND und VS wahrgenommen werden. Dem teils anerkennenden Gemurmel in der Runde folgte ein strafender Blick des Referenten sowie dessen Berichtigung, dass es sich dabei lediglich um ein Repressionsinstrument der Diktatur der DDR gehandelt habe. Im Verlauf der weiteren Erzählungen berichtete er von Aussagen ehemaliger „Stasisoldaten“ die zu den Referenten gesagt hätten: „Mann hat nur vergessen euch zu erschießen“, daran anschließend von seiner Vita und über den in der DDR vorhandenen allumfassenden Zwang zur Arbeit, welcher als Rechtfertigung für politische Verfolgung genutzt wurde. Mein Einwand, dass es diesen Zwang nicht gab wurde dann als Lüge dargestellt denn sonst gäbe es diese Verurteilten ja kaum und meine anschließende Frage, ob er jemals den entsprechenden § sowie den Kommentar dazu gelesen hätte, sowie das Angebot ihm gerne die Kontaktdaten einiger nicht verfolgter Hausfrauen zukommen zu lassen, wurde dann bereits nur noch ignoriert. Nachdem eine mir unbekannte Person sich anschickte mir beizupflichten und ebenfalls entsprechende Bekannte anführte wurde kurzerhand aufgebrochen und es ging ins Haftkrankenhaus (5) .

Dort wurden der versammelten Menge dann die einzelnen Behandlungszimmer inkl. diversen medizinischen Einrichtungsgegenständen gezeigt (6) . Dabei wurde natürlich nicht versäumt wiederholt darauf hinzuweisen, dass man bitte bedenken möge dass diese Gerätschaften eigentlich nur für die Behandlung von „Stasisoldaten“ zur Verfügung standen und für die Häftlinge in aller Regel nicht genutzt wurden. Die Häftlinge, so wurde uns erklärt, wurden nur insoweit gepflegt dass sie nicht starben und gerade noch so an den Vernehmungen teilnehmen konnten. Die Räumlichkeiten und Geräte erklärte er wurden von der Stasi beim Verlassen alle zerstört und zertrümmert, so dass man sie jetzt erst wiederherstellen musste und das daher nicht alle Geräte an ihren Originalplätzen stehen würden. Wir näherten uns dann am Ende des Ganges einem Raum der scheinbar vorher als Gynäkologie (7) genutzt wurde und nun wurde es geradezu abenteuerlich.

Unser Referent machte ein betroffenes Gesicht und erklärte uns als sie damals diesen Raum wiederherstellten wurde durch die entsprechende weibliche Kraft, die dort wegen medizinischer Kenntnisse beratend tätig war, eine schauerliche Entdeckung gemacht die diese zutiefst erschütterte und in Tränen ausbrechen lies. Voller Spannung erwartete ich die nächsten Worte, denn was hier nun passiert und aufgedeckt worden sein soll wollte ich nun doch schon gerne wissen. Der Referent führte nun weiter aus, dass die Dame am gynäkologischen Stuhl einen Schlauch und eine Absaugvorrichtung entdeckte und zeigte uns ein winziges Loch im Boden an der Stelle wo der Stuhl früher gestanden haben soll. Was die Stasi hier wohl getrieben hätte könnten wir uns nun sicher alle denken.

Jetzt mag ich etwas schwer von Begriff zu sein oder auch einfach nur ein Gutmensch, dass zu beurteilen überlasse ich denen die mich kennen, jedenfalls erschloss sich mir keine andere Funktion als die einer banalen Sekretabsaugung und ich sah mich ein weiteres Mal genötigt nachzufragen. Das nun folgende war jedoch der Hammer denn es wurde uns allen Ernstes erklärt mit dieser Vorrichtung haben die Ärzte bei weiblichen Häftlingen, die schwanger eingeliefert worden, Zwangsabtreibungen durchgeführt. Nachdem das schauernde Entsetzen der Menge etwas gewichen war und ich ob dieser dreisten Lügen meine Fassung wieder zurückgewonnen hatte, fragte ich erneut nach in wie vielen Fällen dies dann belegt sei und wo ich etwas handfestes dazu finden könnte.

Wer jetzt auf eine Antwort gehofft hatte wird enttäuscht sein, wer nicht der wird nicht sonderlich überrascht sein dass es keine gab. Stattdessen wurde unser Bekannter aufgefordert seine Kamera auszuschalten da solche Aufnahmen dazu genutzt werden könnten sie [die Referenten] im Internet zu verunglimpfen. Mein Einwurf, dass man doch niemanden verunglimpfen könnte der nachweislich und überprüfbar die Wahrheit spricht, wurde lediglich mit einer nochmaligen Wiederholung seiner Forderung und einem Grummeln der scheinbar in ihrem Schauergefühl gestörten Menge quittiert.

Die Führung ging also weiter und es wurde uns unter anderem ein Arztzimmer gezeigt (8) welches sofort mit einer passenden Gruselstory verbunden wurde. Er erklärte uns das der hiesige (ich glaube es war der) Chefarzt, dessen Namen mir entfallen ist, hier residiert hat und dass sie bei der Überprüfung der Krankenakten festgestellt haben er habe mit Psychopharmaka nicht gegeizt. Dies geschah um die Häftlinge für die Vernehmungen gefügiger zu machen und dieser Arzt hat heute noch eine Praxis und praktiziert weiterhin ohne jemals durch ein Gericht zur Rechenschaft gezogen worden zu sein. Die Menge empörte sich nun darüber und fragte warum es nicht zur Verurteilung gekommen sei. Nachdem dann die Antwort kam es lägen für eine Anklage keine ausreichenden Beweise vor und weiterhin würde er ja sowieso aussagen dies war medizinisch notwendig, habe ich die mir schon auf der Zunge liegende Frage, wie dies mit seiner Aussage der angeblich ausgewerteten Krankenakten in Übereinstimmung zu bringen wäre, lieber verkniffen.

Nachdem wir dann unten durch waren ging es anschließend in die zweite Etage wo ein OP-Saal (9) , Funktionsräume (10) und die Krankenverwahrräume (11) zu besichtigen waren. Hier fand ich besonders den Kommentar einiger Besucher recht interessant, die da äußerten, dass diese VR dann doch recht geräumig waren und sie heute in Krankenhäusern als Kassenpatienten pro Person weit weniger Quadratmeter zur Verfügung gehabt hätten. Das daraufhin recht angesäuerte Gesicht unseres „Referenten" zauberte mir zum ersten Mal während dieser Zeit ein Lächeln aufs Gesicht.

Ein weiterer schöner Beweis der höchstens rudimentären Fachkenntnisse dieser „Referenten“ zeigte sich als uns diese Konstruktion (12) zeigte und fragte ob sich jemand vorstellen könnte um was es sich hier handelt. Nachdem sich niemand hier wissend zeigte, und ich mich auch nicht unbedingt offensichtlich zu erkennen geben wollte, zog er die Leine woraufhin ein Horn ertönte und eine ältere Dame aus der Menge sichtlich mit ihrem Herzen, oder besser dem Schrecken, zu kämpfen hatte. Er erklärte nun es handele sich um eine Alarmanlage, die die „Stasisoldaten“ ziehen konnten wenn sie angegriffen worden oder ein Problem hatten und daraufhin eilten ihnen dann andere zur Hilfe. An dieser Stelle konnte ich mir eine Frage nicht verkneifen und wollte nun von ihm wissen wie die denn bei einem so großen Gebäude wissen konnten wo sich der Notfall befand oder ob die dann blindlings durchs ganze Gebäude gerannt sind. Da die "Referenten" ihre eigene Einrichtung wohl eher wenig kennen war ihm diese Anzeige (13) in einem der Funktionsräume sicher noch niemals aufgefallen und er musste zugeben dies nicht zu wissen.

Beim Verlassen des Gebäudes und auf dem Weg zum „berüchtigten U-Boot“ wurde uns noch der „Grotewohl Express“ (14) gezeigt, jedoch nur kurz beschrieben.

Im „U-Boot“ angekommen wurde uns die Geschichte des Gebäudes (Vorratskeller/Großküche) grob umrissen dargeboten und die Nutzung durch den NKWD erläutert. Aus den hier einsitzenden Nazis und Kriegsverbrechern wurden im Laufe dieser Erklärung ganz schnell Vorzeige(Sozial)demokraten, die hier in aller Regel unschuldig eingesperrt waren und zu tausenden „verreckt“ sind. Um mir diese Geschichtsfälschung nicht weiterhin geben zu müssen entfernte ich mich von der Gruppe und konnte so ungestört einige Bilder der vorhanden Räumlichkeiten und Gänge (15) machen. Dies war jedoch nicht von langer Dauer da mein Fehlen vom Oberbefehlshaber der Heimatfront recht bald bemerkt und ich dann wieder der Truppe zugeführt wurde.

Immerhin konnte ich so noch die Highlights der Führung durchs „U-Boot“ miterleben. Wer schon mal so eine Führung miterleben musste der wird sicher wissen was jetzt kommt… genau, die Folterzellen! Es begann mit einer Befragung welche Art von Folter wir uns denn hier vorstellen könnten, dann erläuterte er die Wasserfolter und zeigte uns die dort von der „Gedenkstätte“ installierten Gerätschaften wie Tropffolter (16) und Wasserzelle (17). Es entspann sich nun eine lebhafte Diskussion über die Verwerflichkeit solcher MfS eigenen Foltermethoden in deren Verlauf ich dann loswerden musste bis zu welchem Jahr das MfS diese dann wohl angewendet habe. Etwas kleinlaut hieß es nun man habe die Zellen nach den Angaben ehem. Häftlinge rekonstruiert und diese seien wohl nur vom NKWD genutzt worden, aber das MfS wurde ja vom NKWD ausgebildet und hätte sich dessen Geist dann verinnerlicht.

Als ich dann fragte ob es sowas heute auch noch gäbe, da ich noch niemals davon gehört habe, äußerte unser „Referent“ er könne sich gut vorstellen dass es Diktaturen und Regime gäbe die solche Folterarten heute noch anwenden, aber er keinen Fall parat hätte. Mit dem zweiten dicken Grinsen im Gesicht konnte ich ihm mit Verweis auf das Waterboarding der USA aushelfen und meinte, dass das MfS dann wohl nicht halb so inhuman gewesen sein kann wie er es hier unter Zuhilfenahme des NKWD vermitteln möchte, wenn selbst Vorzeigedemokratien drastischere Maßnahmen anwenden würden. Als einige Teilnehmer mir erneut zustimmten und er sich nun sicher ziemlich vorgeführt vorkam drohte er mir für den Fall, dass ich ihn erneut unglaubwürdig machen und verhöhnen würde, ein Hausverbot an. Auf der einen Seite ist so ein Hausverbot im „Knast“ ja sicher was feines, auf der anderen Seite habe sicher nicht nur ich mich gefragt wie man einen so visierten und mit stichhaltigen Fakten bewaffneten „Referenten“ wohl unglaubwürdig machen soll.

Als er uns im Anschluss eine weitere Folterzelle zeigte, einen Türdurchgang (18) der angeblich mit 2 Türen verschlossen eine Stehzelle war die nur körperlich topfite Häftlinge überlebten, ließ ich mich nur noch zu einem halblauten Lachen hinreißen. Tatsächlich handelte es sich lediglich um einen Durchgang zu einem früher dort einmal vorhandenen Lagerraum.

Die eigentlich für die gesamte Führung angesetzten 2 Stunden waren nach Ablauf der Führung durch das „U-Boot“ bereits aufgebraucht und so mussten wir die Veranstaltung dann vorzeitig verlassen um unseren pünktlichen Weiterflug nicht zu gefährden. Eigentlich hätte ich schon gerne noch die Führung durch den Neubau (19) mitgemacht und mir auch den mich nun ja persönlich besonders interessierenden Vernehmertrakt angesehen, zumal er für diesen sogar noch ausführliche Fallbeispiele und eine abschließende Diskussion angekündigt hatte. In Anbetracht des bereits angedrohten Hausverbotes war es aber vielleicht auch gar nicht so schlecht, dass wir gehen mussten. Irgendwann werde ich mir sicher auch noch den „Spaß“ geben und mir diesen Teil ansehen.


Soviel dazu von meiner Seite und nun Feuer frei…





Schöner Beitrag, ich kann mir Deinen Besuch so richtig vorstellen :)
Mal eine Frage dazu, gab es nun diese Wasserfolter Geräte und wenn ja, wurden diese auch angewendet? Du müsstest es doch bestimmt Wissen!
Da selbst in Wiki steht "Die tatsächliche Existenz und Verwendung einer solchen Vorrichtung in der Untersuchungshaftanstalt ist zweifelhaft."


Grüße


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17.08.2012 08:34
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Was das MfS betrifft kann ich solche Praktiken guten Gewissens verneinen, selbst der Einsatz solcher Muttel durch die Freunde, innerhalb Deutschlands, ist mehr als fragwürdig.

Zitat
Wolfgang Schmidt                                                                                                     

"Beweise" für Folter durch das MfS

Schulklassen und Bundeswehrangehörige werden in der sog. Gedenkstätte Hohenschönhausen an einer besonderen Attraktion vorbeigeführt: nachgebauten, man sagt "rekonstruierten" Wasserfolterzellen.
Für die Existenz solcher Folterzellen, die rasch eingebaut wurden, noch ehe ein Konzept für diese Gedenkstätte erarbeitet war, liegt ein einziges "Beweisstück" vor in Form der nachstehenden Handskizze:

http://www.mfs-insider.de/images/UHA.jpg

                                      
Auf einige Feinheiten dieses einzigen "Beweises" für Folterzellen in der UHA Hohenschönhausen sei ausdrücklich hingewiesen:

1.      die Skizze stammt angeblich aus dem Jahre 1947, das MfS existiert aber erst seit 1950;

2.      der Kronzeuge ein Privatdetektiv, hat seine eigene Skizze aus dem Jahre 1990 (!) gleich zwei Mal mit seinem eigenen Stempel selbst beglaubigt. Bis heute hat sich niemand gefunden, der den Einbau dieser Zellen bestätigen konnte oder gar in ihnen gefoltert wurde.

Bei Führungen wird behauptet, das "Wasserfolter" beim MfS in den 50er Jahren an der Tagesordnung gewesen sei. Von angeblich tausenden Fällen hat sich bisher allerdings nur ein Zeuge öffentlich gemeldet. Dieser habe in der Strafvollzugsanstalt Halle in seiner Zelle bis zum Hals im Wasser stehen müssen. Wie das Wasser in die Zelle gekommen sein soll und wie es wieder heraus kam, kann allerdings niemand erklären. Aber wer hält sich schon an solchen Kleinigkeiten auf.

Nicht ein einziger Mitarbeiter des MfS wurde bisher wegen Folter angeklagt oder verurteilt. Gegen das MfS hat heute jeder recht. Warum soll man sich da mit so altmodischen Kategorien wie Wahrheitsliebe oder der journalistischen Tugend, wenigstens zwei unabhängige Quellen für eine Behauptung zu suchen, belasten.

In den Abendnachrichten des SFB wurde am 29.11.2002 über einen Auftritt des Thomaner-Chores in der "Gedenkstätte Hohenschönhausen" berichtet. Dabei wurde der staunenden Öffentlichkeit auch eine der "rekonstruierten" Wasserfolterzellen gezeigt. Die Häftlinge hätten sich über einen Eimer-ähnlichen Trog beugen müssen, während aus einem Tropfgefäß Wasser auf ihren Kopf getropft sei. Es sei auch möglich gewesen, dass jemand in dem Wassertrog ertrinken konnte. Es kommt schließlich oft vor, dass Menschen in Wassereimern ertrinken, etwa genauso häufig wie eine "Kuh im Propeller".



Nachtrag: Peter Erler, Kompagnon des Gedenkstättenchefs, Hubertus Knabe, schreibt unter der Überschrift "Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen" im Deutschland-Archiv Nr. 2/2005 auf Seite 257:

"Nach Angaben von K.-H. Reuter mußten er und weitere Häftlinge des Haftarbeitslagers (HAL) während der Einrichtung des Gefängnisses im April/Anfang Mai 1947 vier Zellen des "U-Boots" mit besonderen Vorrichtungen für Wasserfolterprozeduren ausstatten. (Fußnote 53). Nach der Isolation der Zelle gegen Wasser seien Foltergeräte, wie Beugegerüste, Fesselvorrichtungen, Knieholzpritschen und Tropfinstallationen, eingebaut worden. Über die Existenz und die Nutzung dieser Foltereinrichtungen liegen allerdings nur sehr vage Informationen vor. So ist gegenwärtig davon auszugehen, dass die von Reuter beschriebenen Folterinstallationen - vorausgesetzt es gab sie - entweder nur kurzzeitig bzw. nicht genutzt oder bald wieder demontiert wurden....

Fußnote 53:  ... Mehrere Zeitzeugen haben dem Vf. gegenüber mehrfach erklärt, dass sie Reuters Darstellung für unrealistisch hielten. Dennoch hat der Berliner Senat die beschriebenen Foltereinrichtungen 1993 im ehemaligen "U-Boot" zum Teil nachbauen lassen. Durch ihre intensive emotionale Wirksamkeit prägen diese Installationen heute maßgeblich das Bild tausender Gedenkstättenbesucher von der Untersuchungshaft unter MGB und MfS."

http://www.mfs-insider.de


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17.08.2012 08:52
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Wenn es mal andersherum kommt, räumt ihr dann ordentlich auf?


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17.08.2012 09:05
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Das erstaunliche an der Wasserfoltereinrichtung in HSH ist auch folgendes:

Nach dem sich selbst beglaubigtem Zeugen habe solch eine Einrichtung 1947 bis ? existiert.
Damals, 1947, hatte das NKDW Hausrecht und Verfügungsgewalt in und über die Untersuchungsanstalt.

Bekanntlich entstammt das NKDW der UdSSR. Es gab dort ab Anfang/Mitte der 30er Jahre eine Billigung; sprich Anweisung Stalins; das es durchaus legitim sei Geständnisse aus Volksfeinden durch Anwendung physischer Gewalt = Folter zu erlangen.
In zahlreichen Berichten von Häftlingen in der UdSSR, in historischen Abrissen über die Geschichte des NKDW wird diese Tatsache anhand von Dokumenten und Zeugenaussagen untermauert, ist also keine bloße Behauptung.
Teilweise werden sehr detailliert die zur Anwendung kommenden Methoden geschildert.
Seltsamerweise wird eine Methode nie Erwähnt, nämlich die Wasserfolter.

Nun frage ich mich warum sollte das NKDW auf eine Methode zurückgreifen welche sich im eigenen Land noch nicht "bewehrt" hat, da sie dort von ihnen nicht angewendet wurde.

@GW62, Deine verklausulierte Frage unterstellt doch das es dann die Bereitschaft gäbe Lynchjustiz durchzuführen.
Ein bekannter Fall von umfassender Lynchjustiz in der Geschichte des Ostblocks ist mir aus Ungarn bekannt als der entfesselte Mob im Dunstkreis einer "bürgerlich-demokratische Revolution" mutig geworden, Angehörige der Polizei, der Sicherheitsorgane und der Partei wahllos und teilweise auf offener Strasse massakrierte.
Die Zahl der Opfer "entfesselter Volkswut" ging in die Hunderte.
Ist es das was Du unter "ordentlich aufräumen" verstehst?

Gruß
Nostalgiker

Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler


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17.08.2012 09:08 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2012 09:18)
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#12
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Da du ungefragt antwortest, zählst du dich zu "ihr"?
Übrigens, ich glaube Klaus Jentzsch würde sich ob deiner Signatur im Grabe herumdrehen.


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17.08.2012 09:21
#13
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #12
Da du ungefragt antwortest, zählst du dich zu "ihr"?


Nein dazu zähle ich mich nicht! wenn ich vermute wen Du mit 'ihr' meinst.

Ich habe nur prinzipiell etwas dagegen wenn ein denkendes Wesen einen anderen denkendem Wesen den Ausbruch von Gewaltorgien unterstellt weil ersteres Wesen vielleicht auch selbige Phantasien hat aber nicht die Traute diese auszuleben und das Ganze lieber delegiert.

Kleiner Tipp an Rande: Vielleicht solltest Du Fragen welche Du an einen konkreten Personenkreis hast auch etwas konkreter formulieren. Mit einem 'ihr' kann sich jeder hier angesprochen fühlen.

Gruß
Nostalgiker

Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler


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17.08.2012 09:24
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#14
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Von Gewaltorgien schreibst nur du, man kann auch durchaus still aufräumen.


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17.08.2012 09:27
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#15
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Danke für Deine Mühe Feliks D.

beste Stelle, ich bekam Husten vor Lachen

Zitat
wurde vom Oberbefehlshaber der Heimatfront mit einem ungnädigen Zischen abgewiesen,



Man kann ja hier und da schon nachlesen, dass diese Gedenkstätte ausser dem Gedenken zu Denken gibt, wie offenbar auch einige andere.
Die Stasigefängnisse waren sicher keine Kloster der Barmherzigen Jungfrauen, ein Knast ist nunmal ein Knast.
Aber was da heute an Verleumdungen so abgeht, ist kein deut besser, als wie in der DDR mit politisch anders Denkenden umgegangen wurde, die Leute werden ebenso geistig vergewaltigt.
Nur der feine Unterschied ist, dass der Kern der geistigen Vergewaltigung ein ganz anderer war, als der Kern der geistigen Vergewaltigung in diesen Gedenkstätten heute ist.
Es darf sich jeder selber aussuchen welchen Kern er für edler und ehrlicher hält.


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