DDR-Literatur im Westen

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13.08.2012 19:20
#1
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Moin Moin

So beim Lesen des Forum wurde eine Erinnerung geweckt.

Ich habe mir als Gymnasiast ganz normal im Buchladen ein Buch bestellt, was einem heut zu Tage
in Zeiten von 9/11 und dem Anschlag in Oslo die Aufmerksamkeit der Behörden sichern würde.

Es muss so um 1983 herum gewesen sein, als ich mir folgendes bestellt und geliefert bekommen habe.



Da ich mich nicht erinnern kann es weggeschmissen zu haben, müsste es eigentlich noch irgendwo existieren.

Was gab es denn noch für interessante Literatur im DDR-Alltag, abseits vom Bronstein, die es auch im Westen gegeben haben könnte.

Müssen ja keine Anleitung zur Herstellung von Massenvernichtungsmitteln in der heimischen Küche sein.....


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13.08.2012 19:43
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#2
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Ammendick, Erich:
Militärchemie : e. Einführung / von Erich Ammendick.
- 6., durchges.Aufl. - Leipzig : Dt. Verl. für Grund-
stoffind., 1989. - 48S. : 4 Bild. 7 Tab.
(Bausteine der Chemie)

ISBN 3-342-00037-6

P.S. wollte noch ein PDF anhängen (kleiner als 2MB) aber irgendwie ... geht's ni. Na egal, ist ja auch so nur 'n Klick weit wech
... http://www.google.de/search?q=Erich%20Am...3%BChrung%20pdf


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13.08.2012 19:56
#3
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Ich kenne das PDF.

Das Vorwort in meiner Ausgabe klang aber noch etwas verschärter und propagandistischer.

Ich muss es mal suchen gehen, wenn ich das nächste Mal wieder in Deutschland bin.


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13.08.2012 20:05
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#4
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Scan ma ein, dieses Vorwort, also falls Du es dann findest. Müßte ja die 4. (oder 3.) Auflage gewesen sein. In der 6. Auflage wird ja schon das Wehrdienstgesetz von '82 erwähnt. Genau die Vorwörter und Einleitungen machten bei den Sachbüchern regelmäßig Neuauflagen notwendig. Wäre glaube ich mal recht interessant am lebenden Beispiel einen Vergleich zu haben.

P.S. Achso, und die Einleitung auch gleich mit.


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13.08.2012 20:21
#5
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Werd ich gerne mal machen......

Ich erinnere mich halt, dass irgendeine konkreter Parteitag beschlossen hätte, dass der gute sozialistische Ingenieur zu Hause in der Lage sein
müsste, entsprechende Dinge in der heimischen Küche herzustellen. Ich meine es war konkret von Massenvernichtungsmitteln die Rede.
Als Jugendlicher im Alter von 17 Jahren oder so fand man die Formulierung eher spassig.


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13.08.2012 21:10
#6
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Nicht ganz uninteressant war das "Antennenbuch", Autor : Rothammel. Es war sogar begehrte Fachliteratur in der BRD (vor '89).
Leider hat es uns im östl. Norden auch nicht viel geholfen


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13.08.2012 22:04
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#7
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Zitat von torpedoschlosser im Beitrag #6
Nicht ganz uninteressant war das "Antennenbuch", Autor : Rothammel. Es war sogar begehrte Fachliteratur in der BRD (vor '89).
Leider hat es uns im östl. Norden auch nicht viel geholfen


Dieses Antennenbuch war damals wahrscheinlich im Westen begehrt - ich habe für unsere Bekannten in Hamburg 6 Stück beschafft! Die haben dann Antennen gebaut, um DDR Fernsehen zu gucken.
Ich glaube mein Exemplar habe ich noch heute.

Auch andere Fachbücher wurden durch unsere Bekannten mit in den Westen geschleppt.

Auch habe unter anderen die auf dem Bild zusehende Antenne für mich laut diesen Antennenbuch gebaut - der Empfang war teilweise gut bis sehr gut.
Das Bild ist bei dem Abbau im Jahr 2003 entstanden.


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14.08.2012 20:15
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#8
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Zitat von Jawa 350 im Beitrag #7


. . . .

Auch andere Fachbücher wurden durch unsere Bekannten mit in den Westen geschleppt.
. . . .




Jo, z.B. das hier und wird sogar heute noch hoch gehandelt, hier allerdings überteuert: http://www.zvab.com/displayBookDetails.d...Id=10665185&b=1


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14.08.2012 21:08
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#9
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zitat Jawa :Auch andere Fachbücher wurden durch unsere Bekannten mit in den Westen geschleppt.

Was sollten wir denn sonst aus der DDR " schleppen " ? Zunächst mal wurden wir gezwungen 25 DM täglich im Verhältnis 1:1 gutes Geld gegen eine Währung zu tauschen, die man damals schon 1:4 - 1: 5 tauschen konnte. Aber selbst zu den Kursen 1:4 hätte ich das Geld nicht getauscht, denn ich wusste nicht was ich davon kaufen sollte. Ein mal Tank voll ( tat damals weh 1,65 Mark je l zu bezahlen verursacht durch diesen Schwindelkurs). Also mitunter mal ein Buch, auch mal gut Essen gehen mehr war da nicht drin. Ich habe in keinem Staat der Welt solche " Not" erlebt Geld auszugeben. Das war moderne Wegelagerei, dieser Zwangsumtausch. Dann noch von "in den Westen schleppen" reden, wenn man für dieses ordentlich getauschte Geld etwas kaufte, finde ich schon ziemlich geschmacklos.


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15.08.2012 19:04
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#10
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Gert, ob das mit dem Zwangsumtausch gerechtfertigt war oder nicht, darüber kann man gewiss trefflich streiten.

Du scheinst aber auf jeden Fall zu denen gehört zu haben, die nicht sofort überlegt haben, wie man aus einer Situation ein gutes Geschäft machen kann. Und in meiner Erinnerung wollte man den Normalsterblichen mit der Regelung auch nicht treffen.

Von der anderen Sorte gab es aber auch genug, und ich denke, die sind die "Exporteure" z.B. der Fachliteratur gewesen. Du weißt sicher, wie teuer Fachliteratur heute ist, das war auf Grund der relativ geringen Auflagen auch früher so, da waren die 25Tacken Mindestumtausch für diese Klientel ein Witz.


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15.08.2012 20:20
avatar  PF75
#11
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Zitat von Gert im Beitrag #9
zitat Jawa :Auch andere Fachbücher wurden durch unsere Bekannten mit in den Westen geschleppt.

Was sollten wir denn sonst aus der DDR " schleppen " ? Zunächst mal wurden wir gezwungen 25 DM täglich im Verhältnis 1:1 gutes Geld gegen eine Währung zu tauschen, die man damals schon 1:4 - 1: 5 tauschen konnte. Aber selbst zu den Kursen 1:4 hätte ich das Geld nicht getauscht, denn ich wusste nicht was ich davon kaufen sollte. Ein mal Tank voll ( tat damals weh 1,65 Mark je l zu bezahlen verursacht durch diesen Schwindelkurs). Also mitunter mal ein Buch, auch mal gut Essen gehen mehr war da nicht drin. Ich habe in keinem Staat der Welt solche " Not" erlebt Geld auszugeben. Das war moderne Wegelagerei, dieser Zwangsumtausch. Dann noch von "in den Westen schleppen" reden, wenn man für dieses ordentlich getauschte Geld etwas kaufte, finde ich schon ziemlich geschmacklos.




sicherlich trauerst du immer noch der D-Mark nach,die dich über die anderen Völker in Europa gehoben hat und heute kannste nicht mehr mit dem € angeben den haben alle.


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15.08.2012 21:52
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#12
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Zitat von Gert im Beitrag #9
zitat Jawa :Auch andere Fachbücher wurden durch unsere Bekannten mit in den Westen geschleppt.

Was sollten wir denn sonst aus der DDR " schleppen " ? Zunächst mal wurden wir gezwungen 25 DM täglich im Verhältnis 1:1 gutes Geld gegen eine Währung zu tauschen, die man damals schon 1:4 - 1: 5 tauschen konnte. Aber selbst zu den Kursen 1:4 hätte ich das Geld nicht getauscht, denn ich wusste nicht was ich davon kaufen sollte. Ein mal Tank voll ( tat damals weh 1,65 Mark je l zu bezahlen verursacht durch diesen Schwindelkurs). Also mitunter mal ein Buch, auch mal gut Essen gehen mehr war da nicht drin. Ich habe in keinem Staat der Welt solche " Not" erlebt Geld auszugeben. Das war moderne Wegelagerei, dieser Zwangsumtausch. Dann noch von "in den Westen schleppen" reden, wenn man für dieses ordentlich getauschte Geld etwas kaufte, finde ich schon ziemlich geschmacklos.




Es ist mir unter der Gürtelinie auf so etwas eines ewig Gestrigen zu reagieren !!!


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16.08.2012 07:46
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Zitat von Jawa 350 im Beitrag #12
Zitat von Gert im Beitrag #9
zitat Jawa :Auch andere Fachbücher wurden durch unsere Bekannten mit in den Westen geschleppt.

Was sollten wir denn sonst aus der DDR " schleppen " ? Zunächst mal wurden wir gezwungen 25 DM täglich im Verhältnis 1:1 gutes Geld gegen eine Währung zu tauschen, die man damals schon 1:4 - 1: 5 tauschen konnte. Aber selbst zu den Kursen 1:4 hätte ich das Geld nicht getauscht, denn ich wusste nicht was ich davon kaufen sollte. Ein mal Tank voll ( tat damals weh 1,65 Mark je l zu bezahlen verursacht durch diesen Schwindelkurs). Also mitunter mal ein Buch, auch mal gut Essen gehen mehr war da nicht drin. Ich habe in keinem Staat der Welt solche " Not" erlebt Geld auszugeben. Das war moderne Wegelagerei, dieser Zwangsumtausch. Dann noch von "in den Westen schleppen" reden, wenn man für dieses ordentlich getauschte Geld etwas kaufte, finde ich schon ziemlich geschmacklos.




Es ist mir unter der Gürtelinie auf so etwas eines ewig Gestrigen zu reagieren !!!




@Jawa, hast dich selbst widerlegt


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16.08.2012 07:58
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Zitat von PF75 im Beitrag #11
Zitat von Gert im Beitrag #9
zitat Jawa :Auch andere Fachbücher wurden durch unsere Bekannten mit in den Westen geschleppt.

Was sollten wir denn sonst aus der DDR " schleppen " ? Zunächst mal wurden wir gezwungen 25 DM täglich im Verhältnis 1:1 gutes Geld gegen eine Währung zu tauschen, die man damals schon 1:4 - 1: 5 tauschen konnte. Aber selbst zu den Kursen 1:4 hätte ich das Geld nicht getauscht, denn ich wusste nicht was ich davon kaufen sollte. Ein mal Tank voll ( tat damals weh 1,65 Mark je l zu bezahlen verursacht durch diesen Schwindelkurs). Also mitunter mal ein Buch, auch mal gut Essen gehen mehr war da nicht drin. Ich habe in keinem Staat der Welt solche " Not" erlebt Geld auszugeben. Das war moderne Wegelagerei, dieser Zwangsumtausch. Dann noch von "in den Westen schleppen" reden, wenn man für dieses ordentlich getauschte Geld etwas kaufte, finde ich schon ziemlich geschmacklos.




sicherlich trauerst du immer noch der D-Mark nach,die dich über die anderen Völker in Europa gehoben hat und heute kannste nicht mehr mit dem € angeben den haben alle.


PF 75, die DM war für mich ein normales Zahlungsmittel, mit dem mich mein Arbeitgeber für meine erbrachten Leistungen bezahlte. Damit finanzierte ich den Lebensunterhalt meiner Familie und das funktionierte gut bis sehr gut. Bis dahin ein normaler Vorgang, nichts besonderes.
Ein Bundesbürger merkte allerdings in bestimmten Ländern, dass die Einheimischen regelrecht verzückt waren, wenn sie diese Scheinchen sahen. Diese Anziehungskraft ging aber eindeutig von den dortigen Personen aus. Ich und meine Landsleute haben daran keinen Anteil. Ich bin aber, von meinen Verwandtenbesuchen in der DDR abgesehen, nicht in solche Länder gefahren, sondern zum Urlaub mit Familie in nichtsozialistische Länder. Dort hatten wir solche Erscheinungen nicht und das war gut so.Insofern ist es mir damals wie heute egal, wie mein Zahlungsmittel heisst, Hauptsache dahinter steckt Power. Das ist wichtig.


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16.08.2012 08:04
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#15
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Zitat von werner im Beitrag #10
Gert, ob das mit dem Zwangsumtausch gerechtfertigt war oder nicht, darüber kann man gewiss trefflich streiten.

Du scheinst aber auf jeden Fall zu denen gehört zu haben, die nicht sofort überlegt haben, wie man aus einer Situation ein gutes Geschäft machen kann. Und in meiner Erinnerung wollte man den Normalsterblichen mit der Regelung auch nicht treffen.

Von der anderen Sorte gab es aber auch genug, und ich denke, die sind die "Exporteure" z.B. der Fachliteratur gewesen. Du weißt sicher, wie teuer Fachliteratur heute ist, das war auf Grund der relativ geringen Auflagen auch früher so, da waren die 25Tacken Mindestumtausch für diese Klientel ein Witz.


Richtig werner, an diese Möglichkeiten habe ich damals wie heute nicht gedacht. Ich habe mein Geld bei meinem Arbeitgeber verdient und das war gutes Geld. Es war offenbar so gut, dass ich ich in dieser Hinsicht denkfaul war. Aber waren nicht Bücher auch auf der Verbotsliste des DDR - Zolls? Na ja wie auch immer, dieses Schnäppchen habe ich nicht beachtet.


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