Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

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18.07.2012 19:50von Angelo
Frage
Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

Als ich letzte Woche in Schierke war, ist mir aufgefallen das die Natur dort noch wirklich in Takt ist, wahrscheinlich liegt es wohl auch daran,das man in den 20 Jahren noch nicht genug kaputt machen konnte. Wie war das eigentlich vor der Wende dort im Gebiet um Schierke herum ? Wer durfte denn in diesen wirklich wunderschönen Wald hinein ? Durfte man zum Bahnhof Schierke laufen ? Und wo genau hat denn diese sagen umwogene Kaserne der GK Schierke gestanden ? Wir sind durch das ganze Dorf gelaufen,aber eine ehemalige Kaserne habe ich nicht gefunden.

12.06.2013 05:46von furry
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Zitat von Kurt im Beitrag #30
Zitat von P601A im Beitrag #11
....Ich war bei der Fuchs - u. Krähenjagd im Bereich Hessendamm bis hin zur Großwildjagd im Oberharz
( Schierke, Elend, Sorge, Rotheshütte) dabei.
Die Flinte fuhr oftmals den ganzen Tag mit und nach Feierabend wurde gejagt.
Kurze Anmeldung in der GK ( man kannte sich ja) und ab ging die Post.
Wie das intern gehändelt wurde, weiß ich nicht - aber unterm Strich wurde überall mal angelegt.
Der Kommandeurfahrer vom Regiment mit dem ich auf der Bude war, war fast jedes WE unterwegs.
Gruß
P601A


Hallo P601A,
Du warst bei der Großwildjagd im Oberharz dabei? Was gibt es denn so für Großwild im Harz?
Viele Grüße, Kurt


Die Frage war zwar nicht an mich gerichtet, aber wie wäre es mit diesen...
http://de.wikipedia.org/wiki/Harzer_Rotvieh

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12.06.2013 09:53von S51
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Großwild?
Wir haben aus mancher Mücke einen Elefanten gemacht, also so isses ja nun nicht...!!!
Es ist eben nicht jeder ein Jäger, der bei einer Jagd mit bei ist oder war.
Er meint sicher Hochwild. Sprich, im Oberharz Rotwild und Wildschweine/Schwarzwild. In tieferen Lagen auch Rehwild.
Mit einer einfachen Anmeldung in der GK war es aber nicht getan. Die Jagdleitung im Bereich Ilsenburg/Schierke/Elend hatte auf GT-Seite der Herr Wi...., er wies ein, bei ihm hatte sich jeder anzumelden. Dass er einen Hr. Bae..., Hr. Wi... selten auch Hr. Bau...oder so nicht abgewiesen hat, war wohl verständlich. In der GK meldete man sich dann an, wenn man in den Bereich des Schutzstreifens einfuhr. Die Jagd wurde noch zu meiner Zeit bis ungefähr 200 Meter vor dem Zaun 1 ausgeübt. Wer mit Wi... einfuhr, wurde auch nicht kontrolliert.
Dann war der Bereich aber ziemlich begrenzt. Ein oder auch mal drei Ansitze waren freigegeben. Abgegebene Schüsse waren zu melden. Es war ja eh nahezu immer nur ein Schuß. Für die Meldung war die Begleitung zuständig. Meistens Wi... selbst, manchmal ein GAK und seltener der Fahrer, weil die Fahrer mit ihren Fahrzeugen meist abgesetzt an einer GMN-Säule blockten und erst später geholt wurden.
Die Jagd im Grenzgebiet bis zum Schutzstreifen wurde in der GK eher selten angemeldet. Theoretisch ja, praktisch eher nein. Da jagten alle, die zur Jagdgesellschaft gehörten. Vom hohen Militär bis zum Schlosser aus dem Stahlwerk Ilsenburg. Es gab Pirschbezirke, wo immer dieselben unterwegs waren. Dort gab es dann so eine Art Sammelmeldung für die Woche. Das hat man als GAK mitbekommen, wenn man im selben Bereich unterwegs war jedoch eher nicht, weil irgendwas angemeldet gewesen wäre. Denn keineswegs immer war da jemand draußen, obwohl angemeldet. Ein Schuß wurde da oft mit erheblicher Verzögerung mitgeteilt. Diese Verzögerung konnte auch am nächsten Morgen sein, kam vor.
Was gejagt wurde und wie richtete sich nach dem Jagdgesetz und der Einweisung des Jagdleiters. Jäger, auch hohe Militär, waren und sind untereinander so was von nicht futter- oder jagdneidisch, da wich nur selten einer ab. Es hätte Ärger ohne Ende gegeben.

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S51
12.06.2013 10:21von S51
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Zitat von Ecki im Beitrag #28
Zitat von Angelo im Beitrag #1
Als ich letzte Woche in Schierke war, ist mir aufgefallen das die Natur dort noch wirklich in Takt ist, wahrscheinlich liegt es wohl auch daran,das man in den 20 Jahren noch nicht genug kaputt machen konnte. Wie war das eigentlich vor der Wende dort im Gebiet um Schierke herum ? Wer durfte denn in diesen wirklich wunderschönen Wald hinein ? Durfte man zum Bahnhof Schierke laufen ? Und wo genau hat denn diese sagen umwogene Kaserne der GK Schierke gestanden ? Wir sind durch das ganze Dorf gelaufen,aber eine ehemalige Kaserne habe ich nicht gefunden.
Mein lieber Angelo,

also die Sperrzone begann noch vor dem Ortseingang Schierke, dort, wo, von Wernigerode kommend, die Straße links nach Elend abbiegt. Genau an diesem Abzweig war das Postchenhäuschen, mit Schranke (jetzt weg). In den wunderschönen Wald hinein durften Urlauber mit Genehmigungsschein. Aber nicht allzu weit. Auf dem Wurmberg war eine Radarstation der Amis (weiße Kuppel, jetzt weg). Die Amis und der BGS fuhren mit ihren Jeeps immer im rasanten Tempo den Wurmberg Richtung Grenze herunter. Die Grenzer-Kaserne ist geschliffen, was noch da ist, ist das ehemalige NVA-Erholungsheim, jetzt Jugendherberge, sowie zwei auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegende Altneubauten, welche für die Bediensteten des NVA-Erholungsheims errichtet wurden. Der Bahnhof Schierke war für den Normalbürger passe, da fuhren zwar Züge, aber nur zur Versorgung der NVA (vielleicht auch der Russen, die auf dem Brocken auch eine Radarstation hatten, jetzt weg).

Liebe Grüße

Ecki






Ohne Passierschein bzw. Stempel im Ausweis war schon etwa 200 Meter vor dem Bahnhof Schierke Schluß. Mit der Bahn durfte man ohne diese Dokumente nur bis Drei Annen Hohne fahren. Eine Fahrkarte nach Schierke, ob für die Bahn oder den Bus gab es nur, wenn man Stempel im Ausweis oder Passierschein vorzeigte. Genauso, wer mit dem Taxi hoch wollte. Es durfte auch nicht jeder Taxifahrer hochfahren, besser, man fragte vorher. Wer aber oben wohnte oder Urlaub machte, konnte natürlich hoch. Und manchmal wurde man auch kontrolliert. Im Zug von der TraPo. Auf den Waldwegen von der Polizei oder eben uns GAK. Mangels Leuten waren solche Kontrollen eher Zufall aber eine Garantie, nicht erwischt zu werden, gab es absolut nicht. Mich haben da eine Menge Leute in eher unangenehmer Erinnerung.
Im Grenzgebiet galten die Dokumente theoretisch bis an das Schutzstreifenschild. Weil aber der Oberharz schon damals Naturschutzgebiet war, durfte der klassische Urlauber nur die Wege benutzen und auch nur bis auf die Brockenstraße bzw. auch auf dem Bahnparrallelweg und dem Wasserwerkweg bis in das Eckernloch. Naturschutz war schon damals auch Mittel zum Zweck - na ja.
Unberührte Natur ist relativ. Für den Städter mit "Wasser aus dem Schwenkhahnmentalität" sieht jeder Baum nach unberührter Natur aus. Eigentlich jedoch ist auch dort wie nahezu überall alles eine reine Kulturlandschaft. Entstanden seinerzeit im 17.-19. Jahrhundert durch Aufforstung, um Feuerholz für Eisenhütten und zur Holzkohlegewinnung zu haben.
Auf die Idee mit dem Urwald kommt der heutige Lehrernaturschutz und vergißt zu gerne dabei, dass dies Auswirkungen auf Verkarstung, auf Schäden durch Schädlingsbefall und Hochwasserentwicklungen haben wird, die unsere Vorfahren vor Beginn der industriellen Revolution gerade da droben oft leidvoll erfahren haben. Weshalb ja die Natur damals so umgestaltet wurde und was man heute als Gutmensch so gerne verdrängt. Wegen der süßen Blüten halt...

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S51
30.06.2015 03:26von lutz1961
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Zitat von Duck im Beitrag #23

Ich hab mal eine Frage an die "Harz-Grenzer" gab es eigentlich in Elend auch eine GK? Ich war vor knapp vier Jahren in Schierke und hatte dort mit meiner Familie Urlaub gemacht, wenn wir von Schierke nach Braunlage oder weiter wollten mussten wir durch Elend. Am Ortsausgang Richtung Braunlage steht an der rechten Seite ein Gebäude, was einer ehemaligen GK sehr ähnelt, darum meine Frage.


Späte Antwort: @Duck - II.GB Elend bis 1970/71 und dann wie von @andy beschrieben...

Hast Du ein Bild von dem Objekt gemacht?

30.06.2015 18:32von Kalubke
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Zum besseren Verständnis der Schilderungen und in Ergänzung des Kartenausschnittes in #27 hier mal eine Karte vom Gesamtgebiet. Wegen des Urlauberverkehrs im Grenzgebiet gab es hier m.E. auch eine Häufung von versuchten und gelungenen Grenzdurchbrüchen. Interessant ist auch, dass die Harzquerbahn ab Benneckenstein bis Drei Annen Hohne durch die Sperrzone führ, zwischen Sorge und Elend sogar direkt am GSZ. Durfte dieser Streckenabschnitt von "Normalsterblichen" ohne Passierschein überhaupt befahren werden? Kann mich erinnern, dass wir von Wernigerode kamen und in Drei Annen Hohne ausstiegen.

Rot=Grenze (GZ I verlief mehrere Hundert m östlich davon, z.T. in den Karten als markante geradlinige Wege und Schneisen zu erkennen)
blau=Schutzstreifen/GSZ
grün=Sperrzone

Gruß Kalubke

30.06.2015 18:45von ( gelöscht )
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Ja, durfte im Zug befahren werden. Es war allerdings bei mir aufmerksame Trapo im Zug und hinter den Bäumen standen auch welche (GT). Man sah den Zaun und die Hundelaufanlagen. Kenne im Land keine Stelle, wo man so dicht rankam, außer in Berlin. Bin mal in Benneckenstein gewesen, das war, wie Ilsenburg, ja mal ne Zeit lang auch schon Sperrgebiet, wurde dann später alles etwas verkleinert. Wie entlegen das war, kann man sich heute nicht mehr vorstellen.
Gegenüber im Westen hatte man damals übrigens auch so ein "Ende der Welt"-Gefühl.

Schierke war aber für mich tabu. Bin erst nach der Wende hingekommen. Ich habe aber noch im Heinrich Heine gewohnt und kenne den Lutz Meier-Gedenkstein und die Kaserne noch. Damals waren noch die Freunde auf dem Gipfel und haben Tee verteilt. Die Bahn fuhr noch nicht wieder rauf.





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( gelöscht )
30.06.2015 18:52von S51
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Die Ankündigung der Zugfahrt sorgte beim KGSi (Kommandeur Grenzsicherung im zuständigen Grenzabschnitt) immer für "Zustand". Denn er musste einen Posten während der Durchfahrt dort sichtbar einsetzen. Das machte üblicherweise die KS (Kontrollstreife) aber sobald diese wegen irgendeiner "Lage" irgendwo verplant war, hatte er ein Problem. Dann kam es auch schon mal vor, das vorne einer der eh schon wenigen Posten abgezogen oder ein GAK mit Hund schnell herangekarrt wurde.

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S51
30.06.2015 19:06von Kalubke
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Hier mal eine Karte des "neuralgischen" Streckenabschnittes nördlich von Sorge.

Gruß Kalubke

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30.06.2015 19:16von ( gelöscht )
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Kennt jemand hier den Ort Sorge aus dieser Zeit? Wie war es da so? Alles streng bewacht oder gab es ne Kneipe oder irgendwelche Attraktionen? War das nicht sogar auch ein FDGB-Ferienort wie Schierke?

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30.06.2015 20:40von lutz1961
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@Harzwanderer - gehören diese 2 Bilder Dir ?

Oder hast Du einfach vergessen, das hinter jedem Bilder das Urheberrecht steht!
Für den Admin und Domain Betreiber wäre diese sehr ungünstig, da es der zweite Fall von Urheberrecht Verstoß wäre!

30.06.2015 20:46von Pit 59
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Oder hast Du einfach vergessen, das hinter jedem Bilder das Urheberrecht steht!

Zieht Euch weiter hoch an Bildchen und Postkarten,und wen sie gehören,Junge,Junge,die Kleine Gruppe lässt Grüßen

P.S. Auch wenn Du Recht haben solltst oder hast,ist das für mich Kinderkacke.

30.06.2015 21:02von mibau83
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das sieht angelo sicher etwas anders wenn an ihn regressforderungen gestellt werden. solche forderungen hat es wohl auch schon gegeben, z.b. was bilder von jürgen ritter betrifft.
das ist der nachteil eines bewußt recht offen gehaltenen forums.

30.06.2015 21:27von ( gelöscht )
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Bilder sind natürlich nicht von mir, hatte ich auch nicht behauptet.
Reisebüro der DDR, hier aus dem Forum und Volk und Heimat, auch via hiesigem Forum. Sogar mit Wasserzeichen. Was habt Ihr da plötzlich mit? War Parteiversammlung?

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30.06.2015 23:42von vs1400
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Zitat von S51 im Beitrag #37
Die Ankündigung der Zugfahrt sorgte beim KGSi (Kommandeur Grenzsicherung im zuständigen Grenzabschnitt) immer für "Zustand". Denn er musste einen Posten während der Durchfahrt dort sichtbar einsetzen. Das machte üblicherweise die KS (Kontrollstreife) aber sobald diese wegen irgendeiner "Lage" irgendwo verplant war, hatte er ein Problem. Dann kam es auch schon mal vor, das vorne einer der eh schon wenigen Posten abgezogen oder ein GAK mit Hund schnell herangekarrt wurde.


hallo S51,
so unterschiedlich können die erfahrungen sein, musste ich gerade erstaunt erkennen.

zu meiner zeit gab es nur eine fahrt nach oben und diese wurde gut vorbereitet.
der k-gsi hatte damit eher sehr wenig stress und war nur für die eigenen eingesetzten kräfte zuständig, welche lediglich für die "sicherheit" des bahnpersonals verantwortlich waren.

eigentlich nen ganz normaler sipo.

gruß vs

01.07.2015 00:07von Kalubke
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Zitat von lutz1961 im Beitrag #40
@Harzwanderer - gehören diese 2 Bilder Dir ?

Oder hast Du einfach vergessen, das hinter jedem Bilder das Urheberrecht steht!
Für den Admin und Domain Betreiber wäre diese sehr ungünstig, da es der zweite Fall von Urheberrecht Verstoß ??? wäre!


Schon mal was von Informationsfreiheit gehört?

Gruß Kalubke

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