Verschlusssache Waffenbrüder-Die Straftaten der Sowjetarmee

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09.07.2012 21:08
#76
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Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #74
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #73
@Wz2W,

was ist Deiner Meinung denn am staatlichen Versicherungswesen der DDR so Kritikwürdig?

Gruß
Nostalgiker


Meine Vorbehalte richten sich nicht nur gegen das staatliche Versicherungswesen der DDR, sondern auch gegen aehnliche Konzepte in westlichen Laendern.
Was ich daran auszusetzen habe ist das der Staat sich hier wieder mal in den Fahrersitz gesetzt hat und somit das ganze Spielfeld kontrolliert und reguliert.


Ergo, jegliche Versicherung abschaffen oder wie?
Ist es nicht eher so das Du prinzipiell alles ablehnst was auch nur einen Hauch von Staatlichkeit hat und da bietet sich die DDR ja förmlich an.
Eine "freie" Versicherung welche auf dem Fahrersitz platz nimmt um ihr Spielfeld zu kontollieren, zu regulieren, maßregeln und letztendlich bestimmt wenn sie mit welchen horrenden Prämien versichert oder ablehnt ist also besser.....
Das freie Spiel der Kräfte, auf der Strecke bleibt der Versicherte.....

So schlecht kann die Staatliche Versicherung nicht gewesen sein sonst hätte die Allianz weder die Kunden noch die Policen übernommen....
Und in diversen DDR Policen, ich denke nur an Hausrat und Haftpflicht waren viele Fälle mitversichert die heutzutage unter Ausschluss fallen oder wenn sie versichert werden sollen ein Vermögen an Beiträgen kosten......

Es ist einfach per se etwas abzulehnen, besonders wenn man es detailliert so nicht kennt.

Gruß
Nostalgiker

Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler


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09.07.2012 21:48
avatar  Alfred
#77
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Kann man vielleicht mal trennen zwischen Versicherung und dem eigentlichen Thema ?

Als nächstes kommen wir noch zur Hundeversichericherung...


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09.07.2012 22:41 (zuletzt bearbeitet: 09.07.2012 22:42)
avatar  josy95
#78
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Zitat von Alfred im Beitrag #77
Kann man vielleicht mal trennen zwischen Versicherung und dem eigentlichen Thema ?

Als nächstes kommen wir noch zur Hundeversichericherung...




...das meine ich wohl auch!!!

Bisher war es hier endlich mal wieder ein hochinteressanter Therad, ein super interessantes Thema mit vielen objektiv- realistischen Darstellungen, Erfahrungen und Meinungen.

Also im Interesse aller, bitte....!


josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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10.07.2012 11:50
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#79
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Ich hatte, glaube ich, schon mal berichtet, das RPG Schützen aus unserer Kompanie an der Autobahn nach Drehwitz aufgezogen sind, weil ein Schützenpanzer der CA Richtung Grenze unterwegs sein sollte.
Im Nachhinein glaube ich mich zu erinnern, das die jeweils von Offzieren begleitet worden.
Gott sein Dank ist das Ding nicht aufgetaucht. Immerhin war es eine Transitstrecke.

Meldungen, das Soldaten Richtung Grenze unterweg sind, gab es in regelmäßigen Abständen.

Den größten Lacher rief die Meldung hervor: Soldat mit Waffe ohne Munition Richtung Grenze unterwegs.
Wer den Umgang der CA mit Munition kannte.....

Wir zählten jede Mumpel ab, die ausgegeben wurde, bei den gab des den Erzählungen nach jeweils eine Hand voll.


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13.07.2012 20:27
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#80
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #6
Zitat von ek40 im Beitrag #1
"Von 1976 bis 1989 wurden 27.505 kriminelle Vorgänge erfasst: Verkehrs- und Schießunfälle, Diebstähle, Körperverletzungen, Vergewaltigungen und Mord."


Zudem war die DDR-Gerichtsbarkeit Handlungsunfähig.
Verträge wurden von sowjet. Seite nicht eingehalten.
Die Verträge waren das Papier nicht wert,auf dem sie standen.

Auf Kinder wurde geschossen,Laubenpieper wurden mit Granaten bewurfen.......




"Sag mal @ek40 ist diese Darstellung nicht etwas stark überzogen und einseitig"?


@Feliks D.
Ein ganz klares Nein!!
Übrigens wird meine Aussage,welche du zitierst ,in diesem Bericht von ehemaligen Vopos,Kriminalisten und Staatsanwälten bestätigt.
Aufgrund dieser Erkenntnisse schrieb ich ja meine Zeilen.
So schlimm wie berichtet hatte ich es mir eigentlich nicht vorgestellt.(Der Mantel des Schweigens hat eben gut funktioniert).
Für mich ist nichts überzogen.
Kenne wie schon geschrieben Leute,die durch diese damaligen "Waffenbrüder" körperlich und seelisch geschädigt wurden.
Diesen Leuten und deren Familien mußtest du damals mal etwas von der DSF erzählen......
Die hätten dich aber ganz schnell zum Teufel gejagt.
Diese DSF gab es doch auch nur auf dem Papier und wurde nie "gelebt".
Damals mussten die "Werktätigen" in diesen Verein,weil sie sonst nicht "soz.Brigade" werden konnten!!!
Daran hingen wieder irgendwelche Prämien und auch die Jahresendprämie wurde davon abhängig gemacht........
(Was hatte die DSF mit der wirklichen Arbeitsleistung eines Werkers zu tun)?
So war das jedenfalls in unserem Betrieb.
Das war auch oft Vorraussetzung,um überhaupt eine Arbeitstelle in einer Brigade antreten zu können.
In unserem Werk war das so.

Ich perönlich hatte gegen die einfachen Soldaten der CA nichts.
Sah wie die in Halberstadt hausten oder tagelang auf irgendwelchen Kreuzungen rumlungerten.
Da taten die einem nur Leid.
Wie die behandelt wurden schrieb ich auch schonmal.
Da ging es um ein Fussball-Freundschaftsspiel gegen die "Freunde",will mich aber nicht wiederholen.

Letzendlich will ich sagen,wären die hier nicht als Besatzer solange aufgeschlagen,hätte es all diese Straftaten&Verbrechen nicht in dieser Anzahl gegeben.
Egal ob das nun 300,3000 oder 30000 waren!!!
Da interessiert auch keine Statistik oder Prozente-Rechnerei.....
Wenn jemand aus deiner Familie durch Übergriffe der CA geschädigt worden wäre,würdest du das sicherlich auch anders sehen.

Ich hoffe deine Frage ausreichend beantwortet zu haben.

An alle anderen Freunde der "Freunde" gleich eins vorab,verschont mich mit irgendwelchen Versuchen der Bekehrung oder Erklärung.
Warum kann ja jeder lesen......Danke!


ek40


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13.07.2012 20:48
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#81
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Zitat von Alfred im Beitrag #77
Kann man vielleicht mal trennen zwischen Versicherung und dem eigentlichen Thema ?

(...)


Sofern es um finanzielle Forderungen geht, wird die staatliche Versicherung der DDR wohl versucht haben, bei der CA oder der SU Regress zu nehmen. Somit könnten in den Archiven der staatlichen Versicherung interessante Dokumente zu den Schadensfällen liegen.
Theo


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13.07.2012 20:57
avatar  Pit 59
#82
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Diese DSF gab es doch auch nur auf dem Papier und wurde nie "gelebt".
Damals mussten die "Werktätigen" in diesen Verein,weil sie sonst nicht "soz.Brigade" werden konnten!!!
Daran hingen wieder irgendwelche Prämien und auch die Jahresendprämie wurde davon abhängig gemacht........
(Was hatte die DSF mit der wirklichen Arbeitsleistung eines Werkers zu tun)?
So war das jedenfalls in unserem Betrieb.@EK40

Das war nicht nur bei Dir so,genau so kenne Ich das auch,und ich war in einer Sozialistischen Jugenbrigade.

P.S.Wenn ich mich nicht Irre hat das auch jeden Monat was gekostet,stimmt das ?


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13.07.2012 21:04
avatar  Backe
#83
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #82
Diese DSF gab es doch auch nur auf dem Papier und wurde nie "gelebt".
Damals mussten die "Werktätigen" in diesen Verein,weil sie sonst nicht "soz.Brigade" werden konnten!!!
Daran hingen wieder irgendwelche Prämien und auch die Jahresendprämie wurde davon abhängig gemacht........
(Was hatte die DSF mit der wirklichen Arbeitsleistung eines Werkers zu tun)?
So war das jedenfalls in unserem Betrieb.@EK40

Das war nicht nur bei Dir so,genau so kenne Ich das auch,und ich war in einer Sozialistischen Jugenbrigade.

P.S.Wenn ich mich nicht Irre hat das auch jeden Monat was gekostet,stimmt das ?



1 Mark bzw. 1,50 Mark hab ich gezahlt. Ging wohl nach Lohn/Gehalt ?

"Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab" Gotthold E. Lessing


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13.07.2012 22:48 (zuletzt bearbeitet: 13.07.2012 23:28)
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#84
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Zum Thema will ich mal ein Ereignis vorstellen, das sich vor nun schon fast 60 Jahren zugetragen hat und mir bis heute Rätsel aufgibt. Ich habe lange damit gezögert, es hier im Forum, vor allen Leuten auszubreiten.
Am 15.06.1953 wurde der Bruder meines Vaters, ein 16 jähriger Lehrling, von einem russischen Schiessplatz aus beschossen und dabei so schwer verwundet, dass er am 19.06.1953 seinen Verletzungen erlegen ist. So weit die nüchterne Betrachtungsweise des Geschehens, wobei ein besonderes Augenmerk auf den Bezug zwischen den beiden Daten zu legen ist. Dieser Zwischenfall ist zu diesem besonderen Termin höchst ungelegen passiert und hätte zu diesem Zeitpunkt, in dieser Gegend, zum Zündfunken werden können. Also war man bemüht das Ganze unter der Decke zu halten und schnellstmöglich zu bereinigen. Das Krankenzimmer war rund um die Uhr vom KGB und der Stasi bewacht und nur meine Eltern, meine Grossmutter, sowie der behandelnde Arzt und eine Krankenschwester hatten Zugang.
Beide Unterschenkel waren zertrümmert, aber das qualvollste für meinen Onkel wird wohl der Durst um diese Jahreszeit gewesen sein. Ein etwa bohnengrosser Granatsplitter war in den Bauch eingedrungen und bekanntlich ist das Trinken bei so einer Verletzung tötlich und genau daran ist er dann gestorben. Mit Eintritt des Todes waren dann auch die Bewacher, ohne eine weitere Frage zu stellen oder einen Kommentar abzugeben, wie von Geisterhand verschwunden.
Nachdem mein Onkel gestorben war, kursierten die verschiedensten Gerüchte. Einmal sollte er zum Waschbecken gegangen sein, ein anderes mal hat er angeblich Wasser aus einer Blumenvase getrunken, die, nach Aussage meiner Mutter. nie da war. Wie sollte er das in seinem Zustand auch getan haben, wo doch ständig eine Krankenschwester zu Gegen war. Nachdem mein Vater verstorben war, er hat mir verboten in der Sache zu rühren, warum auch immer, habe ich versucht ein bißchen Licht in das Dunkel zu bringen.
Ich habe mich an die Beratungsstelle für Stasi-Unterlagen gewandt und erwartet, dass es über diese beschriebenen Ereignisse einen Vorgang gibt. Zu meinem Erstaunen musste ich feststellen, dass da nichts ist, nicht eine einzige Zeile.
So erhärtete sich in mir ein schrecklicher Verdacht; Wer hat dem Jungen was zum trinken gegeben und wer hat es angewiesen.
Meine Mutter war trotz verschlossener Türen, Ohrenzeuge geworden, ohne das sie den Wortlaut verstanden hat, wie der Chefarzt mit der Nachtschwester rund gemacht hat.
In der Anlage ein Teil des Schreibens, dass ich vor 10 Jahren an die Beratungsstelle für Stasi-Unterlagen, mit der Bitte um Hilfe, geschickt habe.


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13.07.2012 23:22
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#85
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@stutz,unglaublich und traurig.
So ersparte man sich das danach.......


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13.07.2012 23:43
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#86
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Zitat von ek40 im Beitrag #85
@stutz,unglaublich und traurig.
So ersparte man sich das danach.......


Ich hätte gerne, wenn die Fragen alle beantwortet werden könnten. Sonst ist doch alles akribisch dokumentiert worden. Es sollte eben nicht sein, was nicht sein durfte.


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14.07.2012 00:00
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#87
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Eventell kommt da später nochmal was.
Akten werden ja immer wieder gefunden und zusammengesetzt.
Oder sie wurden tatsächlich unwiederruflich vernichtet.


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14.07.2012 01:35
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#88
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Zitat von ek40 im Beitrag #80

Letztendlich will ich sagen,wären die hier nicht als Besatzer solange aufgeschlagen,hätte es all diese Straftaten&Verbrechen nicht in dieser Anzahl gegeben.



Vielleicht hast Du ja erfolgreich verdrängt warum sie als "Besatzer aufgeschlagen" sind, andere können sich sicher noch ganz gut daran erinnern!


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14.07.2012 12:54
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#89
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #88
Zitat von ek40 im Beitrag #80

Letztendlich will ich sagen,wären die hier nicht als Besatzer solange aufgeschlagen,hätte es all diese Straftaten&Verbrechen nicht in dieser Anzahl gegeben.



Vielleicht hast Du ja erfolgreich verdrängt warum sie als "Besatzer aufgeschlagen" sind, andere können sich sicher noch ganz gut daran erinnern!

Ach @Feliks D.,
es ist müßig mit dir darüber zu schreiben.
Meiner geäußerten Bitte im Beitrag #80 konntest du leider nicht nachkommen.
Einfach nur mal etwas zur Kenntnis nehmen ist nicht drin.
Wieder einmal kommst du mit Unterstellungen wie "Vielleicht hast Du ja erfolgreich verdrängt" etc.

Ja ,vielleicht habe/kann ich das eben aus bestimmten Gründen gerade nicht!?
Außerdem rechtfertigt der Grund ihrer Besatzung nicht ein einziges Verbrechen oder Straftaten,die durch diese "Brüder " 30-40 Jahre nach Kriegsende hier begangen wurden!

"Andere können sich sicher noch ganz gut daran erinnern!"

Hier suggierst du,dass ich das nicht kann und tue!
(Na ja,dass ist noch "alte Schule" und hat ja hier System)

Du hast überhaupt nichts kapiert,nicht mitbekommen was ich vorher schrieb,was in meinem Umfeld geschah.
Eben durch jene "Freunde und Waffenbrüder."
Ich werde es hier nicht weiter ausbreiten.
@stutz hat ja nach langer Überlegung von einem "Ereignis" in seiner Familie berichtet.
Dieses "Ereignis" würde ich als Mord oder Totschlag durch jene "Waffenbrüder" bezeichnen!
Da hat sich @stutz doch noch freundlich ausgedrückt.

Ich werde es nach kurzer Überlegung unterlassen,über geschehene Straftaten der "Ruhmreichen Sowjetarmee" in meinem Umfeld zu berichten. (Diese Armee erntete auch zweifelhaften Ruhm,wohlgemerkt lange nach dem Krieg,als "Freunde&Befreier" in der Diktatur des Proletariats)!
Denn einige "Kräfte" in diesem Forum werden/würden wieder alles zerreißen und noch ins lächerliche ziehen.
Das muß ich nicht haben und werde mich dazu auch nicht weiter erklären.


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14.07.2012 16:17
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#90
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Hier etwas zur damaligen Gerichtsbarkeit.

http://www.gulag.memorial.de/pdf/hilger_petrov.pdf

„Erledigung der Schmutzarbeit“?
Die sowjetischen Justiz- und Sicherheitsapparate in
Deutschland
Andreas Hilger/Nikita Petrov

http://www.fes.de/magdeburg/pdf/d_1_7_5_4.pdf

Dr. Mike Schmeitzner
Sowjetische Militärtribunale in der SBZ/DDR
Deutsche vor Gericht1


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