Schulungsfilm "Revisor"

20.06.2012 09:47
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#1
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hier der von der bstu veröffentlichte und stark gekürzte schulungsfilm "revisor" . der v.g. schulungsfilm wurde so stark gekürzt, dass er aus dem zusammenhang gerissen wurde und er z.t. einen anderen sinn ergibt.




und hier der vollständige schulungsfilm:



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18.07.2012 23:25
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#2
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94

Im zweiten Anlauf (oder isses schon der dritte?)
Ich persönlich hoffe mal (für den Nachruhm des gemeinen Bespitzelten), das in der Praxis dann doch nicht so schlampig wie in dem Schulungsfilm 'gearbeitet' wurde. Achso, dank eines [...(Selbstzensur)] Team-Mitglieds sind die Zeitmarken mit meinen Fragen zumindest noch in der Mülltonne auffindbar. Hier zumindest die Zeitmarken, würde mich über trollfreie UND fachlich qualifizierte Beiträge freuen, danke!

02:57 04:25 07:05 18:03 20:13 22:26 23:38 31:53

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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19.07.2012 11:47 (zuletzt bearbeitet: 19.07.2012 11:58)
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#3
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Zitat von 94
Falls es aber doch zu einem späteren Zeitpunkt noch mal um das Ursprungsthema gehen sollte, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, mal die Zeitmarken 02:57 04:25 07:05 18:03 20:13 22:26 23:38 31:53 zu denen ich in diesem Fall noch (Fach-)Fragen hätte.

Hier mal der §219(2)2. aus dem StGB der DDR in der Fassung vom 28.6.79:
Ebenso wird bestraft wer Schriften, Manuskripte oder andere Materialien, die geeignet sind, den Interessen der Deutschen Demokratischen Republik zu schaden, unter Umgehung von Rechtsvorschriften an Organisationen, Einrichtungen oder Personen im Ausland übergibt oder übergeben läßt.

Wie war in diesem Zusammenhang der Passus 'im Ausland' zu werten, befanden sich doch alle drei Anlaufpunkte auf dem Territorium der DDR und wäre außerdem nicht eher Absatz (3) Der Versuch ist im Falle des Absatzes 2 Ziffer 2 strafbar. einschlägig?





1. Auf den bezieht sich der Festnahmevorschlag doch?! Abs. 3 sagt ja nur das der Versuch bereits strafbar ist, einschlägige und verletzte Rechtsnorm bleibt jedoch wie angegeben der § 219 Abs. 2 Zi. 2!

2. Ausland als Tatort spielt in diesem speziellen Fall noch keine Rolle, oder besser Du interpretierst es falsch. Auf die Materialien und Vorsatz kommt es mehr an. Obschon "Fragal" sich auf dem Gebiet der DDR aufhielt, was bei der Betrachtung seiner Person im Sinne dieser Rechtsnorm unerheblich ist, war er ja kein Bürger der DDR, mithin also eine Person im Ausland.

------ Trennung ------

(2) Zi. 1
- Begehungsweisen Verbreiten u. Verbreiten lassen feindlich-negativer/schädlicher Nachrichten
- vorgenommene bzw. veranlasste Herstellung bereits strafbar
- erfolgte Verbreitung nicht notwendig

Nachrichten
- Informationen mehr o. weniger falsch, o. entstellt
- kompl. Bereiche staatlicher u. gesellschaftlicher Ordnung
- Interessenschädlich --> § 99
- Eintritt Schaden nicht erforderlich, jed. vorlage Tauglichkeit notwendig
Zi. 2
- Schriften, Manuskripte, Ton- u. Bildmaterial
- Interessenschädlich --> § 99
- illegale Zuleitung ausl. Organisationen, Einrichtungen, Personen
- Versuch strafbar

219 kompl. Vorsatz, Abgrenzung 99, 100 (Empf.-Motivl.), 106, 220 prüfen

Quelle: Meine Aufzeichnungen/Unterlagen


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23.07.2012 11:52
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#4
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Also gut, fangen wir mal von hinten an. Für meine laienhaftes Rechtsverständnis fand KEINE Übergabe statt. Deswegen Punkt 3, iss klar. Aber wie ist der Passus 'im Ausland' zu werten? Deine Antwort spielt keine Rolle befriedigt mich da nicht so richtig. Sogar finde ich den Winkelzug war er ja kein Bürger der DDR, mithin also eine Person im Ausland, hmm, gewagt? Nimms mir nicht übel, aber ein bissel kafkaesk ist die Darstellung schon, besonders wenn man bedenkt, das es sich im einen konstruierten Fall handelt. Sollte es nicht wenigstens da ganz sauber zugehen? Aber wiegesagt, meine laienhafte Rechtsauffassung. Der Schaden für die DDR wäre auf jeden Fall erheblich gewesen. Oder besser gesagt, der Schaden war erheblich, es gab ja Vorbilder für dieses Lehrbeispiel.
Und nur das zählte, odär?

Doch nun noch ein zwei technische Fragen.
Ich vermisse in dem Film die Darstellung des ständigen (Funk-)Kontaktes zwischen Durchsuchung und Sicherung.
Außerdem interessiert mich die Rüstzeit und der Stundenleistung des 'Reprokoffers'. Mir erscheint die Darstellung in dem Film etwas zu, hmm, ich sage mal optimistisch.

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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23.07.2012 20:09 (zuletzt bearbeitet: 23.07.2012 20:33)
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#5
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Winkelzug? Also ich sehe da keinen, aber Du kannst ja mal einen Forschungsauftrag stellen und anfragen bei wie vielen 219ern eine [versuchte] Übergabe im Ausland stattfand, war ja für den Bürger nicht immer ganz so einfach dorthin zu gelangen.

Es muss sich also lediglich um eine ausländische Organisation, Einrichtung und Person handeln um dieses Tatbestandsmerkmal zu erfüllen, eine örtliche Tatbegehung im Ausland ist hierbei nicht erforderlich. Da "Pragal" kein Bürger der DDR ist war dieses also vollumfänglich gegeben.

Als Quizfrage kannst Du mir ja mal beantworten was "Revisor" erwartet hätte, wenn er sich wie ursprünglich geplannt zur Übergabe an "Merseburger" und nicht an "Pragal" gewandt hätte.

Edit:/ Zur Technik kann DIr eventuell jemand anderes hier weiterhelfen. Mein Berührungspunkt mit [moderner] Technik drehte sich in erster Linie um Tonbänder und meinen Magnetschreibstift.


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23.07.2012 20:29
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#6
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Quiz? Ja wird das jetzt ein Cold Reading?

Also koine Ahnung, davon aber reichlich. Ja was für ein anderer Tatbestand wäre denn dann erfüllt gewesen?
Erwähnte ich eigentlich schon 'laienhaft' im Zusammenhang mit meinem Rechtsverständnis?

Na egal, so wie ich's verstanden hab war der Film ja auch nicht als juristisches Paradebeispiel gedacht, sondern eher um die komplexen Abläufe eines solchen Vorgangs darzulegen. Und dazu hätte ich dann auch noch einige technische Fragen (s.o.).

Doch jetzt erstmal die Juristerei; Was sagte eigentlich der Kommentar zum 219 und Ausland?

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23.07.2012 20:47
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Zitat von 94 im Beitrag #6
Also koine Ahnung, davon aber reichlich. Ja was für ein anderer Tatbestand wäre denn dann erfüllt gewesen?
Erwähnte ich eigentlich schon 'laienhaft' im Zusammenhang mit meinem Rechtsverständnis?


Ohne seinen SInneswandel hätte er bei [versuchter] Übergabe an "Merseburger" min. 2 und max. 12 Jahre zu erwarten gehabt, statt der max. 5 Jahre Freiheitsstrafe die ihm bei "Pragal" gedroht haben. Quasi nochmal Glück gehabt, auch wenn man heute den gesamten Vorgang in Frage stellen kann bzw. muss.


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29.07.2012 10:16 (zuletzt bearbeitet: 29.07.2012 11:43)
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#8
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Zitat von 94 im Beitrag #4

Doch nun noch ein zwei technische Fragen.
Ich vermisse in dem Film die Darstellung des ständigen (Funk-)Kontaktes zwischen Durchsuchung und Sicherung.
Außerdem interessiert mich die Rüstzeit und der Stundenleistung des 'Reprokoffers'. Mir erscheint die Darstellung in dem Film etwas zu, hmm, ich sage mal optimistisch.


genau das ist das problem @94´er, jeder mitarbeiter des mfs hatte nur soviel zu wisen, wie für seine arbeit unbedingt notwendig war. daher gab es fast nur dieses wissen was bis zum eigenen tellerrand ging und nicht weiter. da dieser schulungsfilm evtl. für junge und neue mitarbeiter der ha II (spionageabwehr) bzw. ha XVIII gedacht war, hatten diese nicht zu wissen, wie die ha VIII (beobachtung/ durchsuchung) im einzelfall arbeitet.

wenn man nun im zusammenhang mit deiner frage den filmausschnitt bei "das leben der anderen" beachtet, wo alle mitarbeiter im tranchcoat und im gänseschritt erscheinen, so wird wohl das die richtige antwort sein...
jetzt mal im ernst , die aussenplanung der durchsuchung hatte der vorgangsbearbeitende mitarbeiter vorzunehmen, wie evtl. arztbesuche, termine bei der kwv oder dem abv bzw. mit dem zusammenwirken anderer staatlicher organe. operativ war dies schon die ganz hohe schule und erforderte absolutes können.
erst wenn an dem tag alle beteiligten mitteilten, dass "die luft rein ist" begann die operative durchsuchung. dazu gehörte auch die absicherung des durchsuchungsteams durch mehrere auf der strasse postierte mitarbeiter (die als solche nicht zu erkennen waren - post, bewag etc.) als letzte sicherung musste dann noch der abv herhalten der den zugang zum haus, unter einem vorwand (z.b. gasgeruch) verweigerte.

da dir nun die nuance des funkkontaktes und wie dieser zustande kam (wie gesagt, einzelheiten der absicherung sollten mitarbeiter anderer diensteinheiten nicht kennen) dir zu kurz kam ist daher mehr als verständlich.


p.s. interessant ist evtl. in diesem zusammenhang, dass der funkkontakt vieler geheimdienste im damaligen west- berlin mitgeschnitten und ausgewertet wurde. am dilettantischsten ging damals der verfassungsschutz beim beobachten vor...


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