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#1

Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 18.06.2012 11:41
von Ella (gelöscht)
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Guten Tag die Damen und Herren!
Ich befasse mich seit einiger Zeit auf Grund einer universitären Arbeit mit dem Grenzübergang Marienborn/Helmstedt.
Ich bin leider noch zu jung, als dass ich irgendwie diese Zeit des kalten Krieges befusst miterlebt hätte.
Habe allerdings durch km-lange Märsche schon einiges über die ehemalige Grenzen in diesem Gebiet herausgefunden.
Was ich sehr traurig finde, ist dass kaum jemand (der nicht diese Zeit miterlebt hat) weiß, wie weitläufig diese Anlage überhaupt war und wie oft die umgebaut worden ist.
Die Grenzanlage vor den Neubau der Güst Marienborn (der Neubau ist heute die Gedenkstätte) ist eigentlich vollkommen in Vergessenheit geraten, obwohl er noch zum großen Teil, bzw. nur der Unterkunftsbereich der Grenztruppen noch erhalten ist.
Ebenso wenig sind eigentlich die Kolonnenwege, die in diesem Gebiet (bzw. eigentlich noch an der gesamten ehemaligen innerdeutschen Grenze) vorhanden sind, dem Besucher bewusst.

Ich hab eine Frage an Sie / Euch, die Sie / Ihr mir vielleicht beantworten könnten(t):
Finden Sie es gut so, dass die Anlage in Vergessenheit gerät bzw. dem Verfall preisgegeben ist, oder könnten Sie sich vorstellen, dass dieses Areal durch eine neue Nutzung irgendwie wieder in einem anderen Sinne belebt oder rekultiviert wird?
Die Frage richtet sich auf dem kompletten Bereich um die Grenzanlage Marienborn/Helmstedt, aber im speziellen für die Anlage vor 1976, da die heutzutage leer steht und zusehens verfällt.

Falls Sie noch Interesse haben an Bildern von dem Areal oder sonstige Fragen, gerne Fragen und ich bin über jede Antwort dankbar!!!

mfg Ella


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#2

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 19.06.2012 17:57
von Gebi (gelöscht)
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Hallo Ella,
Du unterliegst einem riesen Irrtum. Es gibt sehr viele, die sich an diese Zeit erinnern können. Schon die Mitgliedschaft in diesen Foren zeitg das.

Es ist sehr schade, dass das Wissen um diese Zeit verlorengeht. Denn eines Tages müssen wir wohl auch.....!! Ich habe in 3 Jahren den Abschnitt von Merngersgereuth-Hämmern bis nach Neuenbau durchlaufen. Ich könnte Dir heute noch sagen, wie das dort ausgesehen hat. Es war in Wirklichkeit kein schönes Erlebnis. Es war richtig harter Dienst. Das betrifft vorallem die, welche zu Hause eine Familie hatten und die nicht bei ihren Kindern und Frauen sein konnten. Die Weihnachtszeit war die schlimmste Zeit.

Wir hatten eine Battalionssicherung und waren nicht selten 24 Stunden auf den Beinen. Durchgefroren in der Kompanie nach einer langen Schicht bei .- 30 Grad angekommen, mussten wir im Alarmsystem eine unverzügliche Kehrtwende machen und es ging manchmal 6 x in der Nacht raus oder garnicht wieder zurück ins Bett vor dem nächsten Dienst.
Kurzer Auszug aus dem Tagesablauf: 2.00 Uhr aufstehen, 4.00 Uhr Dienstantritt, 15.00 Uhr Rückkehr, danach 42 Stunden UVD, dazwischen Ausbildung, Ausgang alle 6 Wochen für einen Abend. Dienstfrei für Soldaten und Uffz. auf Zeit auf Zeit ganz selten.
Also Montag Frühschicht, Dienstag Spätschicht und Mittwoch Nachtschicht. Dazwischen immer hektischer Betrieb, wie UVD und Ausbildung. Also immer Rotation und das 3 Jahre lang. dann ginng alles von vorn los. In Marienborn war es bestimmt nicht anders. Ich kenne noch Zeitzeugen.

Nach 3 Jahren ist plötzlich alles von mir abgefallen, so als wenn nie etwas passiert wäre. Und doch war es eine besondere Zeit mit besonders vielen Erinnerungen. Es war immerhin unsere Jugend. Ich bin froh, dass mir und anderen in meiner Zeit nie etwas passiert ist, trotz manch gefährlicher Situation.

Diese Zeit darf nie wiederkommen und sollte in keinem Fall vergessen werden.


Gruß

Gebi


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#3

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 19.06.2012 18:56
von Ella (gelöscht)
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Danke lieber Gebi für deinen Auszug,
ich glaube allerdings, dass da vorauf ich hinaus ziele nicht ganz verstanden wurde.
Natürlich ist mir auch wenn ich es nicht miterlebt habe bewusst, dass einige Menschen grausames durchmachen mussten...
aber wie du schon sagst, du willst nicht, dass es wiederkommt, aber auch nicht das es vergessen wird.

Die Grenzübergangsstelle in Marienborn ist eine der noch am besten und vor allem die größte noch erhaltene überhaupt.
Leider sind diese Gebäude aber bald nur noch Ruinen...oder findest du oder Ihr, dass Sie Ruinen werden sollten?
Dann kann aber keiner dafür garantieren, dass die Erinnerung nicht vergessen wird.

Mir geht es darum, was Ihr als solche die es live miterlebt und durchlebt haben aus einem solchen Komplex heutzutage gerne machen würdet? Sollte es leer stehen bleiben und nur als museales Ensemble dienen oder sollte da irgendeine kontroverse Nutzung rein, die komplett von dem damaligen Schrecken abweicht?

lg Ella


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#4

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 19.06.2012 19:22
von Pitti53 | 10.007 Beiträge | 7302 Punkte
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hhhm Ella.Ich habe 9 Jahre in Marienborn gedient

Worauf zielt deine Frage?
Die Güst ist doch schon zum Denkmal ernannt worden,wird also erhalten werden.Wenn auch mit manchmal sonderbaren Führungen.

Aber das ist wohl dem Zeitgeist oder Geldgebern geschuldet


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#5

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 19.06.2012 19:53
von Ella (gelöscht)
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Hallo Pitti,

aber die Gedenkstätte, bei der Führungen angeboten werden ist nicht das einzige was unter Denkmalschutz steht.
Die Güst vor 1976 bzw. der Verwaltungskomplex und die Unterkünfte stehen ebenso unter Denkmalschutz.

Meine Frage ist an euch, was ihr denkt, was in Zukunft mit dieser Anlage, auf der noch keine Führungen statt finden gemacht werden kann oder sollte....
Der Wachturm z.b. der direkt an der ehemaligen Grenze steht, steht auch heute noch da, wird aber nicht weiter bei den Führungen drauf eingegangen oder das Areal auf dem die ehemalige (zur Güst vor 1976) Waldrampe stand liegt ebenso brach und kein Mensch hat eigentlich eine Ahnung, was auf dieser Betonfläche mal stand.
Sollte dort so etwas inszeniert werden, damit die zukünftige Generation das versteht, wie weit sich diese Güst entwickelt hat? Was mal da war und jetzt nicht mehr ist? Oder ist das gut so, dass das jetzt nicht mehr da ist?!

Verständlicher?


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#6

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 19.06.2012 20:17
von Pitti53 | 10.007 Beiträge | 7302 Punkte
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Ah ja.Jetzt weiß ich was du meinst.

Die alte Güst von vor 1976!

Davon war aber schon vorher(1990)nichts mehr zu sehen.Sicher könnte man es wiederaufbauen.Aber wer sollte das tun und finanzieren?


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#7

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 19.06.2012 20:22
von Ella (gelöscht)
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das ist genau die Frage....

es geht nur darum, dass wenn nicht bald was mit dem Areal gemacht wird, bald nichts mehr davon da sein wird.

Was würdest du denn gerne, dass mit dem Areal geschieht? Oder könntest du dir überhaupt vorstellen, dass dort was gemacht wird?
Oder sollte man es einfach dem Verfall überlassen?

Es geht mir dabei allerdings nicht nur um die Güst vor ´76 sondern um die Zusammengehörigkeit zwischen den einzelnen Punkten wie
KPP vor 1976 - Güst nach 1976 - Eisenbahn Güst Marienborn - die Wachtürme die heute noch stehen.....

Das Areal ist so weitläufig, dass man es eigentlich nicht verstehen kann, wenn man nur einen Punkt davon sieht...


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#8

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 19.06.2012 20:40
von Wanderer zwischen 2 Welten (gelöscht)
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Soweit es moeglich ist wuerde ich fuer die Erhaltung von Grenzanlagen plaedieren. Man sollte sie als Gedenkstaette/Museum fuer die Nachwelt erhalten


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#9

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 19.06.2012 20:49
von Ella (gelöscht)
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Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten
Soweit es moeglich ist wuerde ich fuer die Erhaltung von Grenzanlagen plaedieren. Man sollte sie als Gedenkstaette/Museum fuer die Nachwelt erhalten



Sollte man Sie auch wieder deutlich aufzeigen oder nur so belassen, wie sie jetzt sind?


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#10

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 19.06.2012 23:38
von Schmiernippel | 244 Beiträge | 2 Punkte
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Hallo Ella,

ich habe1969 bis 1972 an der GÜST Marienborn, also noch an der alten, gedient. Ich kann mich nicht erinnern, dass damals schon von einem Umbau gesprochen wurde. Die GÜSt, wie ich sie erlebt habe, hat sich im Grunde seit den 50er Jahren nicht geändert. Die Bilder, die es dazu im Netz gibt, bestätigen das. Ich kenne also noch die Holzbuden und einfachen steinhäuser. Lediglich der Kommandanten- bzw. Diensthabenden- Turm war schon neu.
Voriges Jahr habe ich seit der Wende das erste mal die Gedenkstätte besucht, und ich muss sagen, ich war sehr enttäuscht. Mich hatte das Gelände im Hinterland der Gedenkstätte, wo unsere Unterkunft lag, die Gaststätte, Zollgebäude, PKE-Unterkunft (die haben damals noch in Holzbarracken gehaust), interessiert. Aber da durfte ich gar nicht hin!!! Meiner Meinung nach müsste das ganze Gelände in Führungen z.B. mit einbezogen werden. Auch das Ausstellungsmaterial und die Erklärungen fand ich sehr stümperhaft. vielleicht sollte man über seinen Schatten springen und Sachverständige heranziehen. Der Turm, den du erwähnst, von uns das Schiff genannt, ist auch bald zu gewachsen.

Gruß Schmiernippel



zuletzt bearbeitet 19.06.2012 23:47 | nach oben springen

#11

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 19.06.2012 23:58
von Pitti53 | 10.007 Beiträge | 7302 Punkte
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Du hast Bilder aus dem Netz von der alten Güst?

Dann stell sie doch mal bitte hier ein.

ich kenne sie nur aus der Chronik der Sik Marienborn...Wo die wohl verblieben ist?
Ich hoffe,daß sie nach 1990 nicht in "falsche" Hände geriet


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#12

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.06.2012 00:13
von passport | 3.247 Beiträge | 2504 Punkte
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Zitat Schmiernippel :

Meiner Meinung nach müsste das ganze Gelände in Führungen z.B. mit einbezogen werden. Auch das Ausstellungsmaterial und die Erklärungen fand ich sehr stümperhaft. vielleicht sollte man über seinen Schatten springen und Sachverständige heranziehen.

Das ist das Problem. Mit der Wahrheit nehmen es diese sogenannten "Aufarbeiter" nicht so genau. Habe in den letzten Jahren an meheren Führungen teilgenommen. Das Personal, das die Führungen durchführte, erzählte über die Arbeitsweise von Zoll und PKE nur absoluten Schwachsinn. Das ist natürlich gewollt. Der Autor des Buches " Guten Tag, Passkontrolle der DDR " hat in Marienborn einen Vortrag über die Arbeitsweise an den Güsten gehalten. Aber an der Wahrheit ist ist die Gedenkstättenführung nicht interessiert, leider.

passport


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#13

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.06.2012 08:45
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Hallo Pitti!

ich war jetzt im Zuge meiner Arbeit schon mehrmals auch in der alten Güst ( die eigentlich nicht zugänglich ist) ...kann euch auch gerne Bilder dazu hochladen...

Im Bezug warum das Areal nicht zugänglich ist, ist weil die ehemalige Güst vor 1976 nicht in der Hand des Denkmalpflegeamtes liegt, sondern auf 2 Private Besitzer aufgeteilt ist. Die Anlage in der damals die russischen Soldaten wohnten gehört einem Besitzer, der die Gunst der Stunde nutzte und ein Asylheim in diese ehemalige Unterkünfte einrichtete, wodurch die Zugänglichkeit eigentlich verboten ist.

Der andere Besitzer lässt die Gebäude leider verfallen und versucht Sie jedoch zu verkaufen....

Und im Bezug auf das Einwachsen der Gegend (Wachturm/ ehemalige Waldrampe):
findet Ihr sollte man das verhindern?

bzgl. des von euch angesprochenen musealen Charakters den die Anlage bzw. das Objekt M bekommen sollte:
Das ist ein sehr großes Gelände, mit rießigen Gebäuden...man kann in diesen gar nicht so viel Museumsnutzung integrieren...

Sollte man diesbezüglich auch Einrichtungen wie etwa Versammlungsorte oder Lerngebäude für Jugendliche einrichten.

Oder gar eine kleine eigene Bibliothek....?


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#14

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.06.2012 09:28
von Gebi (gelöscht)
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Hallo Ella,
ich hab schon verstanden. Ich bin der gleichen Meinung wie Schmiernippel. Man kann das System nur als Gesamtheit verstehen. Grenztruppen waren nie für sich, sondern konnten vielfach nur durch Gemeinsamekeiten mit der Bevölkerung agieren. Zoll und PKE, wenn auch getrennt nach Unterstellungsverhältnissen, waren immer einen gemeinsamen Ziel vereint.

Man sollte eine solche Fläche weiter als Gedenkst. erhalten und da gehört alles dazu.. Fragt sich nur, woher das Geld nehmen. Wir sehen das in Probstzella mit dem Bahnhof. Das hat sich nur ganz langsam entwickelt. Umsonst will sich ja keiner dort hinsetzen. Und dann noch die Antwort an den Besucher, wie das hier war. Es gibt zwar noch Augenzeugen, aber wer will das machen ? Aufarbeitung wir dadurch schwieriger. Man müßte die Sache also in der Gesamtheit angehen und erzielt dadurch die Erkenntnis, dass die Grenze derart stark abgeriegelt war, dass kaum ein Durchbruch möglich war. Und doch ist es manchmal gelungen. Es gibt ein schönes Buch, welches die Situation in den Grenztruppen beschreibt, die sich zunehmend mit der gedanklichen Auflösung bei Soldaten und Unteroffizieren befasst. Auch das war ein Problem, da aus den eigenen Reihen vielfach Versuche des Grenzdruchbruchs vereitelt wurden. Getern hast Du noch mit dem Kollegen am Streifen gestanden und am nächsten Tag saß er ohne Schnürsenkel und Gürtel in einem sepraten Raum in der Kompanie und dann in Schwedt. Alles schon erlebt. daher sollte solche Übergänge erhalten bleiben. In Berlin -Dreilinden hat man einen Gewerbepark z.B. Ebay auf dem Gelände errichtet und die Erinnerung ist nahezu verschwunden.

Gruß Gebi


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#15

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.06.2012 10:23
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Ergänzung:
Ella, Du musst Dir klar werden, von welcher Seite Du das Pferd aufzäumen willst. Kurze Erläuterung:

Wenn der Ruf nach Aufarbeitung kommt, dann muss erst mal das Grundgerüst erstellt werden. Funktionen nach Innen und Außen, Verbindungen etc.
Es besteht ein innerer Zusammenhang über alle Organe. Z.B. waren MfS-Leute in der PKE, Zoll, GT usw. Die wurden in bestimmten Abständen nach Vorgängen und Personen befragt. z.B. der Zoll hatte eine befreundete Abteilung beim MfS, den ersten Zug. Der hat in alle Richtungen z.B. Schmuggel und Spekulation ermittelt. Mitarbeiter vom Zoll waren wieder beim MfS usw., die Hinweise aus der Bevölkerung aufgegriffen haben und dies angezeigt haben.
Gaststättenbetreiber wurden durch Zoll und MfS regelmäßig befragt.

Beispiel:
Flucht mit einem Ballon in den80iger Jahren in Pößneck, schon war die Meldung an den Zoll da, alle Westpakete nach Planen, Hacken und Ösen zu durchsuchen, was zu einer Republikflucht genutzt werden konnte. Verstehst Du was ich meine. Du mußt systematisch anfangen. Schön von Innen nach außen und wieder zurück.

Die Gedenkst. ist sonst nichts, da diese nur der Anfang oder das Ende eines Systens darstellt. Auch dort das gleiche Muster. MfS, GZ, ZOll, PKE und Mitarbeiter vom Zoll im MfS, MfS-Leute in der PKE usw. Das gleiche Bild auf der Schiene, Luftverkehr und alle anderen Transportwege. Beispiel: Es gab durch den Zoll in den Bergen eine Art Kundschafter. Naja, lassen wir es gut sein.

Gruß


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#16

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.06.2012 12:04
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Der Beitrag von Passport trifft den Kern der Sache. Es gibt einige sonderbare Führungen. Vieles wird angedichtet, manches geschieht aus Unkenntnis. Kein Hahn kräht danach, wenn falsches und sinnentstellendes den Besuchern vermittelt wird. Es kann sich ja kaum einer wehren. Hundertfache, ja tausende Meinungen der Führungskräfte werden da preisgegeben. Keiner kontrolliert das, ist ja auch besser so für die Gedenkstätte. Ich habe an der Eröffnung der Gedenkstätte und anderen Veranstaltungen teilgenommen. kann auf Gespräche mit Insidern zurück greifen. Erst am 10.06.2012 erhielt ich eine Mail, aus der ich nur einige Sätze wiedergeben möchte, sie treffen aber den Kern der Sache:

„Wir haben noch an einer Führung über das GÜST-Gelände teilgenommen, die nur so von Fehlern strotzt.
Das Schlimme ist nur, dass die meisten diesen Quatsch glauben und zu Hause weitererzählen.
Mit solchen Kleinigkeiten (es gibt da Einzelbeispiele) fangen Geschichtslügen an.“

Dem Autor dieser Mail liegt es fern, als „Verfechter der DDR“ verstanden zu werden. Er hat die Sachkenntnis durch umfangreiche Recherchen und ein umfassendes Aktenstudium in den Archiven (besonders der Jahn-Behörde) erworben wie kaum ein anderer Akteur. Da verblassen die Kenntnisse vieler Führungskräfte. Wir werden das sicher irgendwann zu lesen bekommen.

Ich habe auch nicht die Absicht hier noch tiefer in die Sache einzudringen bzw. eine Diskussion zu entfachen. Was dazu schon geschrieben ist, auch in meinem Sachbuch über die Passkontrolle, soll erst einmal genügen.


SIK60 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#17

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.06.2012 13:51
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ok....dann eine Frage direkt an euch...wäret ihr bereit dort Führungen zu geben? um die Richtigkeit der Überlieferung zu gewährleisten?

Es geht mir gerade echt um die Architektur, was dort ist...und natürlich auch um die Erinnerungen...

aber man muss die Architektur Instand halten, damit die Erinnerungen nicht verblasen und ohne eine Nutzung wird wohl kaum jemand bereit sein das Areal nur so als leer stehende Gebäude zu erhalten....


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#18

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.06.2012 21:23
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Auf uns als Führende sind die dort bestimmt ganz "scharf"


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#19

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.06.2012 22:03
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wenn ihr es hier so heftig kritisiert, dass die Führungen dort vor Ort größtenteils nicht stimmen...
was wäre denn euer gegenvorschlag?


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#20

RE: Grenzübergang Marienborn/Helmstedt

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 20.06.2012 22:09
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Vor Ort haben leider nur die "Macher" das sagen,ist auch so gewollt

Versuch denen mal reinzureden bei so einer Führung,kriegste ganz schnell Hausverbot

In Hohenschönhausen soll das auch schon vorgekommen sein


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