Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

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30.05.2009 14:39
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#1
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München (ddp). Im Fall eines 1998 unter mysteriösen Umständen ermordeten Ex-Beamten des Bundesgrenzschutzes (BGS) verfolgt die Polizei offenbar neue Spuren. Wie das Nachrichtenmagazin «Focus» unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Fulda berichtet, untersuchen Spezialisten des Hessischen Landeskriminalamtes derzeit Asservate des elf Jahre zurückliegenden Falles auf DNA-Rückstände. «Aufgrund der verfeinerten Analysemethoden hoffen wir auf DNA-Treffer, die wir mit den Datenbanken abgleichen können», sagte die zuständige Dezernentin der Staatsanwaltschaft, Christine Seban.Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke sei politisch brisant, weil die Ermittler bis heute nicht ausschließen könnten, dass es sich um einen Racheakt der DDR-Staatssicherheit handelte. Sieben Monate vor seinem gewaltsamen Tod hatte Plüschke öffentlich bekannt, am 14. August 1962 den DDR-Hauptmann Rudi Arnstadt erschossen zu haben. Der Vorfall an der hessisch-thüringischen Grenze markierte einen Höhepunkt des Kalten Krieges im geteilten Deutschland. Während die westdeutsche Justiz Plüschkes Tat als Notwehr einstufte, sprach die DDR-Führung von einem «feigen Mord». In Abwesenheit wurde Plüschke zu 25 Jahren Zuchthaus verurteilt. Seitdem lebte der fünffache Vater in Angst um sich und seine Familie.

Am 15. März 1998 wurde Plüschke, der damals als Taxi-Unternehmer arbeitete, im Kreis Fulda von einem Unbekannten erschossen. Die Kugel war über dem rechten Auge des 59-Jährigen eingeschlagen - genau wie 36 Jahre zuvor bei dem DDR-Grenzer Rudi Arnstadt. Obwohl einiges auf einen Fememord durch ehemalige Stasi-Mitarbeiter hindeutete, konnte der Fall nie aufgeklärt werden.


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30.05.2009 15:54
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#2
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S51

Nun, wer weiß. Nüchtern gesehen halte ich so etwas für ausgeschlossen und würde den/die Täter eher im persönlichen Umfeld des Opfers vermuten. Der/die damit eine falsche Fährte legen wollte. Doch haben bestimmt nicht nur ich sondern viele in meiner damaligen Funktion auch jenen Satz so oder ähnlich zu hören bekommen: "Ihr könntet einfach gehen, Verrat begehen. Aber wir kriegen euch. Immer, irgendwann, überall." Das vergißt man nie. Auch, wenn es eigentlich nur als Verunsicherung gemeint war und wohl nur ein Bluff war.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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30.05.2009 16:09
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#3
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Hallo Angelo,
ein brisanter Fall ist das schon.
Der Mörder war sicher der, der das Taxi geordert hatte, oder warum fährt das Opfer früh um 4 von Hünfeld-Schlitz Richtung Rasdorf?
An eine Leerfahrt zur zufälligen Mitnahme eines Anhalters, der da unterwegs irgendwo steht, glaube ich nicht.
Die Herren vom LKA-Hessen werden das schon wissen.
Wenn geplant, dann hat der Fahrgast den Mord wohl zu verantworten, ein unterwegs zufälliger Anhalter kann wohl schlecht etwas planen.
Ich wünsche ihnen auf jeden Fall eine spannende Ermittlung, mal sehen was daraus wird.

Gruß nf


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30.05.2009 16:15 (zuletzt bearbeitet: 30.05.2009 16:15)
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#4
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Ganz ehrlich? Ich denke da ist was drann!
Denkt nur an Alfred Herrhausen das angeblich letzte Opfer der RAF. Die Mauer ist gefallen und Herrhausen mußte sterben! Und warum? Er wusste zu viel über die Stasi.....

http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Herrhausen

http://www.welt.de/politik/deutschland/a..._beteiligt.html

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30.05.2009 17:15
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#5
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S51

Bitte nicht vergessen: Kurz vor Wahlen wird die Stasi bzw. das MfS immer gerne als Hintergrunddrache aufgetischt. Das ist so ewig, wie diverse Verschwörungstheorien auch. Jedoch Heerhausen mit Plüschke und anderen zu verweben - daran glaube ich nicht und diese Geschichten haben viel mit Glauben zu tun.
Fakt ist doch:
- Man hört und liest viel aber ich habe noch von keinem einzig bewiesenen Fall gehört, dass einer dieser Leute aus der Terrorabwehr, ob AGM oder K9, nach der Wende in irgendeiner Weise auffällig geworden wäre. Und das diese Leute samt und sonders eifrigst überwacht werden, davon kann man ausgehen.
- Das waren bzw. sind Leute, deren Selbstverständnis den Schutz der Gesetze vorsah und vorsieht. Mögen sie auch noch so sehr daneben seien. Ohne Not verstößt keiner von denen gegen die Regeln. Dann aber wäre er kriminell wie andere vergleichbare auch. Das hätte mit MfS nichts zu tun
- Das MfS war ein staatlicher Geheimdienst. Deren grundsätzliche Aufgabe besteht darin, ihre jeweiligen Herrschaftssysteme zu stützen, Angriffe darauf abzuwehren. Nicht darin, andere anzugreifen. In einem heißen Krieg wäre das anders gewesen (wie auf der Gegenseite auch) aber im Frieden oder kalten Krieg wäre nichts widersprüchlicher gewesen als irgendwelche Terrorakte. Womöglich sogar auf fremden Gebiet. Terrorabwehr ja, Terroraktionen nein.
- Dem widerspricht auch nicht, dass die DDR Aussteiger der RAF gedeckt hat. Einmal gibt es durchaus Anzeichen dafür, dass dies nicht ohne stillschweigendes Wissen und/oder Billigung der bundesdeutschen Seite geschah. Zum anderen hätte keiner von denen eine Chance gehabt, ungefährdet wieder aktiv zu werden. Aussteiger aber werden auch von anderen Staaten "geduldet" (Contras in den USA z.B.)
- Die hier oft angeführte Spezialabteilung AGM/S hat es zu diesem Zeitpunkt schon einige Jahre nicht mehr gegeben. Sie wurde lt. Wikipedia 1987 aufgelöst.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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30.05.2009 17:44
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#6
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Na ja,der Arm der Stasi war lang,verdammt lang und so eine Aktion war wirklich nicht auszuschliessen.
Das MFS hatte freie Hand und unterlag keiner Kontrolle-wie gesagt,nicht auszuschliessen.


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30.05.2009 20:20
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#7
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Also meine Herren,

ich bin der letzte der nicht die Stasi dahinter vermuten würde.

Allerdings habe ich mit mehreren Kripo-Leuten deswegen Kontakt. Diese teilten mir mit, dass es eine Reihe ähnlicher Mordfälle in dieser Zeit gab - sprich es hätte auch ein Serientäter geben können.
Wir sollten nicht vorverurteilen...


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30.05.2009 20:30
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#8
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In Antwort auf:
Die Kugel war über dem rechten Auge des 59-Jährigen eingeschlagen


Totale Grütze - stimmt einfach nicht.


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30.05.2009 20:35
avatar  Angelo
#9
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was stimmt denn?


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30.05.2009 20:37
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#10
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Hallo manudave,
fein , daß du in der Sache mit der Kripo in Verbindung stehst, dann kannst uns sicher auch über die neuerlichen Ermittlungen etwas sagen, b.z.w. was dabei rauskommt, wenn etwas rauskommt.

Gruß nf


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30.05.2009 20:42
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#11
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Siehe Kommentar unten.

Persönlich hätte ich gern die Stasi als Täter gesehen, zumal ich Hans persönlich kannte. Was hat der mich schon besoffen aus dem "Confetti" in Hünfeld heim gefahren...
Außerdem ist meine Schwiegeroma seine (Ex)Nachbarin - ein ganz klein wenig kenn ich mich dann doch aus...


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30.05.2009 20:44
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#12
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In Antwort auf:
was stimmt denn?


Der Einschlagsort der Kugel wurde niemals öffentlich gemacht. Aber die Munition schon...


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30.05.2009 20:47
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#13
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War das nicht 7,62 Tokarev?

Gruß nf


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31.05.2009 08:08
avatar  S51
#14
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S51

So was Altes? Die wurde in der DDR doch schon seit Anfang der 70-er Jahre nicht mehr verwendet.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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31.05.2009 12:07
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#15
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Deshalb hat es sehr lang gedauert, die Muniton auszuwerten.


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