Minen und SM 70 an der DDR Grenze

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29.05.2009 19:02von ( gelöscht )
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Minen und SM 70 an der DDR GrenzeHallo zusammen,

hier habe ich mal ein paar Fragen.

Wie hat man offiziell die Notwendigkeit und den späteren Wegfall von SM 70 und Minen begründet?
Gab es Unfälle innerhalb der GT?
Ist es sicher, das man alle verlegten Minen entfernt hat?
Hatte jemand mal mit Minenopfern zu tun und litt u.U. dann nicht die Überzeugung darunter?


Gruß, Augenzeuge
19.05.2012 11:59von ( gelöscht )
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Bei uns kursierte so ´ne Redewendung:

5 = Fünf sind drüber (SiA-12 etwa 1977, mittels Baumstamm, nur Schalterauslösung
0 = keinen hat es erwischt
1 = ein eigener Toter (SiA 11, etwa 1980, Schalterauslösung, bei Reparatur Blitzeinschlag in etwa 20km

Und was die anderen Minen betrifft, war ich heilfroh, dass ich Keinen bergen musste

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19.05.2012 12:16von ( gelöscht )
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Zitat von Häuptling
Bei uns kursierte so ´ne Redewendung:

5 = Fünf sind drüber (SiA-12 etwa 1977, mittels Baumstamm, nur Schalterauslösung
0 = keinen hat es erwischt
1 = ein eigener Toter (SiA 11, etwa 1980, Schalterauslösung, bei Reparatur Blitzeinschlag in etwa 20km

Und was die anderen Minen betrifft, war ich heilfroh dass ich keinen bergen musste



Wieviele Unfälle wird es wohl beim Hantieren an den Anlagen gegeben haben, gibt es da Zahlen oder wurde das lieber unter der Decke gehalten?

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19.05.2012 12:19von Marder
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Hallo,

dazu habe ich mal eine Frage.

Konnte man die Selbtschussanlagen bei Bedarf z.B. Repapratur am Zaun auch abschalten oder musste man die in diesem Fall entschärfen oder abbauen??
MfG Jürgen

19.05.2012 12:22von ( gelöscht )
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Ich kenn nur den aus dem GR-6. Es war eine so genannte Schalterauslösung bei abgeschalteter Anlage. Der 501-Techniker arbeitet also am Schalter bei ABGESCHALTETER ANLAGE, und im GR-8 gab es ein Gewitter, etwa 20 km entfernt schlug der Blitz in den GZ I ein und es machte krachbum. Hat Ihm den ganzen Kopf demoliert, soll schrecklich ausgesehen haben. Er ist dann 2 Tage später im Schönberger Krankenhaus verstorben.

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19.05.2012 12:28von ( gelöscht )
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Zitat von Marder
Hallo,

dazu habe ich mal eine Frage.

Konnte man die Selbtschussanlagen bei Bedarf z.B. Repapratur am Zaun auch abschalten oder musste man die in diesem Fall entschärfen oder abbauen??
MfG Jürgen



Da die Zündung elektisch erfolgte, konnte man die Anlage auch ausschalten. Beim Einschalten gab es so etwas wie Zündung an: da konnte man vor dem scharfmachen sehen, ob es eine Schalterauslösung gab. Im schweren Winter 1978 war die Anlage z.T. bis oben zur 3. Reihe eingeschneit und wurde abgeschaltet, damit die Teile nicht Explodieren. Der Schalter ist das Teil unter der Mine, wo der Zugdraht befestigt war. Reagierte auf Be- und Entlastung.

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19.05.2012 13:05von ( gelöscht )
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Jeder der die Anlage bedienen wollte oder sollte, i.d.Regel ZF und deren Stelfis, musste eine Berechtigung haben.

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19.05.2012 13:10von Ari@D187
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Zusätzlich konnte jede Mine via "Sicherungssplint" mechanisch gesichert werden, indem der "Auslösestab" arretiert wurde, wenn ich mich nicht irre.

Ari

21.05.2012 08:27von ( gelöscht )
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Mal in der Erinnerung kramen, auf der Führungsstelle waren ja 2 Kontroll- beziehungsweise Steuerkästen, einer für den GSZ und einer für die Anlage 501.
Wenn es gerummst hatte konnte man ja dort auch sehen wo, ich glaube wenn das rote Kontroll-Lämpchen aus war.
Der Minen-Trupp (volkstümliche Bezeichnung ) kam dann und der Uffz. zog einen Einschub aus dem Kasten raus, nach Beendigung der Reparatur kam der Einschub wieder rein.
War so ein Einschub die Steuerung für ein größeres Feld?
War immer etwas geheimnisvoll (für mich) der Kasten.

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08.06.2012 23:17von ( gelöscht )
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Ich glaube, der berühmteste Bereich mit 501 war an der GSä 231...

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05.11.2018 02:25von ( gelöscht )
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Gruß Gott in die Runde,

jetzt hatte ich mich als Buschist ohne große Grenzerfahrung gerade in das Thema rund um den Michael Gartenschläger eingelesen und nun wurde es ohne Vorwarnung gesperrt und ich habe doch da noch einige Fragen.
Nach kurzer Suche fand ich dieses Thema, passt bei technischen Fragen sicherlich auch besser.

Die von Thunderhorse eingestellte Skizze macht mich als damaligen westdeutschen Staatsdiener nachträglich etwas verlegen, nun kann ich verstehen warum erst nach der Aktion von Gartenschläger die Entrüstung über diese Tötungsmaschine einsetzte. Mit der etwas kindlich naiven Zeichnung hätte man wohl nicht den gewünschten Erfolg erzielen können. Zumal auch die Angaben auf der Zeichnung von den, in der technischen Untersuchung gesicherten tatsächlichen Daten erheblich abweichen.

#1677 vom 04.11.2018 im Thema -Gartenschläger...-
Jammerschade,
dass bereits in 1973 in einer großen bundesdeutschen Zeitung (nicht die B.) ein guter Bericht mit Skizze zu den SM70 Anlagen veröffentlicht wurde.
Hat wahrscheinlich keinen Interessiert.

Jammerschade dass bei westlichen Grenzbehörden bereits 1971ff Skizzen/Grafiken (erste Infos ab 1969) mit dem Aufbau derAnlage vorhanden waren.

Jammerschade das ein User nicht in der Lage ist, einen Sachhinweis einfach zu erfassen.

Jammerschade, das G. eben kein Held sondern ein Straftäter war.

Jammerschade, dass die westlichen Behörden (StA, etc.) anscheinend gar nicht auf das KWKG gestoßen sind.
Auch wenige Wochen später nicht.

Jammerschade das auch bei der Gerichtsverhandlung die Funktion der Anlagen in teilbereichen Falsch wiedergegeben wurde.

Jammerschade das noch heutzutage einiges verquer dargestellt wird.


Jammerschade!


P.S.: Auf das Fett darstellen verzichte ich.

P.P.S.: Beigefügt mal eine der einfachen Skizzen aus 1971. Archiv/Quelle TH
Angefügte Bilder:
Skizze 1971cjpg.jpg

Die technische Untersuchung der von Gartenschläger demontierte Anlage ergab folgende Daten.

-112,07 Gramm Sprengstoff, davon 102,4 Gramm Trinitrotoluol in der Hauptladung.
-118 Stahlwürfel
-4-5 mm Kantenlänge

Dieses die exakten Daten ausgewertet aus der SM70 die am 30. März 1976 im Bereich des Grenzkommando Nord abgebaut wurde.

Ich hoffe doch die Zeichnung stammt nicht vom BGS und hoffentlich auch nicht vom BND, das wäre schon arg peinlich.

Hubsi

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05.11.2018 02:46von ( gelöscht )
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Nun habe ich noch Fragen zu der angesprochenen Paketzündung, also Detonation von 3-4 Anlagen bei einer Auslösung.

Ab wann war diese Art der Auslösung möglich und welche technischen Änderungen mußten vorgenommen werden.

@Theo85/2 .
Theo, wenn ich mich richtig eingelesen habe, dann warst Du mit Wartung und Montage der Anlage vertraut, wie oft wurde in Deinem Abschnitt zu Deiner Zeit diese Paketzündung ausgelöst?

Und kannst Du auch etwas zu den ersten Fragen schreiben?

Danke

Hubsi

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05.11.2018 21:36von Thunderhorse
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Zitat von Hubsi im Beitrag #130
Gruß Gott in die Runde,

jetzt hatte ich mich als Buschist ohne große Grenzerfahrung gerade in das Thema rund um den Michael Gartenschläger eingelesen und nun wurde es ohne Vorwarnung gesperrt und ich habe doch da noch einige Fragen.
Nach kurzer Suche fand ich dieses Thema, passt bei technischen Fragen sicherlich auch besser.

Die von Thunderhorse eingestellte Skizze macht mich als damaligen westdeutschen Staatsdiener nachträglich etwas verlegen, nun kann ich verstehen warum erst nach der Aktion von Gartenschläger die Entrüstung über diese Tötungsmaschine einsetzte. Mit der etwas kindlich naiven Zeichnung hätte man wohl nicht den gewünschten Erfolg erzielen können. Zumal auch die Angaben auf der Zeichnung von den, in der technischen Untersuchung gesicherten tatsächlichen Daten erheblich abweichen.



Die technische Untersuchung der von Gartenschläger demontierte Anlage ergab folgende Daten.

-112,07 Gramm Sprengstoff, davon 102,4 Gramm Trinitrotoluol in der Hauptladung.
-118 Stahlwürfel
-4-5 mm Kantenlänge

Dieses die exakten Daten ausgewertet aus der SM70 die am 30. März 1976 im Bereich des Grenzkommando Nord abgebaut wurde.

Ich hoffe doch die Zeichnung stammt nicht vom BGS und hoffentlich auch nicht vom BND, das wäre schon arg peinlich.

Hubsi


Die Untersuchung ergab:
118 Eisen-/Stahlwürfel

118???

Den Beitrag aus dem Spiegel 18/76 kenne ich.

Welche Zeichnung ist den Deinerseits gemeint?
Die im Spiegel 18/76?

05.11.2018 21:49von mibau83
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Zitat von Hubsi im Beitrag #131
Nun habe ich noch Fragen zu der angesprochenen Paketzündung, also Detonation von 3-4 Anlagen bei einer Auslösung.
@Theo85/2 .
Theo, wenn ich mich richtig eingelesen habe, dann warst Du mit Wartung und Montage der Anlage vertraut, wie oft wurde in Deinem Abschnitt zu Deiner Zeit diese Paketzündung ausgelöst?




was meinst du mit paketzündung und anlagen? eine anlage 501/701 war in etwa 5km lang.

meines wissens nach waren alle anlagen im gr-15 im I.gb (schalkau).
theo war aber im stab II.gb son-köppelsdorf und später auf der sicherstellungskompanie des II.gb probstzella.

05.11.2018 21:56von Thunderhorse
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06.11.2018 15:32von Theo85/2
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was meinst du mit paketzündung und anlagen? eine anlage 501/701 war in etwa 5km lang.

meines wissens nach waren alle anlagen im gr-15 im I.gb (schalkau).
theo war aber im stab II.gb son-köppelsdorf und später auf der sicherstellungskompanie des II.gb probstzella.[/quote]


Um es mal richtig zu stellen. Ich habe in meiner Ausbildung den Lehrgang für die Minen 501 und 701 gemacht . Da aber 84 diese abgebaut wurden, habe ich nicht mehr daran gearbeitet, sonder wurde zum GSZ- Trupp versetzt.

Von einer Zusammenschaltung mehrerer Minen ist mir nichts bekannt, im Gegenteil ,wenn eine Auslösung erfolgte (durch den Auslösemechanismus an der Mine), wurde der Zündkreis durch diese unterbrochen.Da hätte man ja jede Apparatur einzeln mit Zündspannung versehen müssen. Davon ist mir nichts bekannt.

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