Tauwetter vor 25 Jahren

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03.05.2012 11:01 (zuletzt bearbeitet: 03.05.2012 11:22)
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#1
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In der Rückschau empfinde ich das Jahr 1987 als ein bemerkenswertes.
Unglaubliches Staunen mit Blick nach Moskau, neue Worte, verblüffende Offenheit, ein aufkeimendes Erahnen massiver Umwälzungen.
Eine scheinbar ewig festzementierte Doktrin beginnt in ihrem Zentrum zu wanken.
Ich glaube da wurde er langsam für mich gegenständlich greifbar, der Traum vom Aufbrechen verkrusteter, weltfremder Strukturen, der Traum von Freiheit.
Wie habt ihr das 87 empfunden?


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03.05.2012 11:06 (zuletzt bearbeitet: 03.05.2012 11:09)
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#2
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Zitat von Grenzwolf62
In der Rückschau empfinde ich das Jahr 1987 als ein bemerkenswertes.
Unglaubliches Staunen mit Blick nach Moskau, neue Worte, verblüffende Offenheit, ein aufkeimendes Erahnen massiver Umwälzungen.
Eine scheinbar ewig festzementierte Doktrin beginnt in ihrem Zentrum zu wanken.
Ich glaube da wurde er langsam für mich gegenständlich greifbar, der Traum vom Aufbrechen verkrusteter, weltfremder Strukturen, der Traum von Freiheit.
Wie habt ihr das 87 empfunden?





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03.05.2012 11:11 (zuletzt bearbeitet: 03.05.2012 11:21)
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#3
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Irgendwie hab ich beim bearbeiten was falsch gemacht


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03.05.2012 11:39
#4
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Zitat von Grenzwolf62
Irgendwie hab ich beim bearbeiten was falsch gemacht


So hätte die ND 1987 vielleicht ausgesehen, wenn die SED Glasnost und Perestroika begeistert aufgenommen und aktiv umgesetzt hätte. Natürlich hätte man sich im Stil an der "Bildzeitung" orientiert...

http://www.henningschellhorn.de/editorial/tempo_nd.html
Theo


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03.05.2012 11:49
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#5
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Zitat von eisenringtheo

So hätte die ND 1987 vielleicht ausgesehen, wenn die SED Glasnost und Perestroika begeistert aufgenommen und aktiv umgesetzt hätte. Natürlich hätte man sich im Stil an der "Bildzeitung" orientiert...

http://www.henningschellhorn.de/editorial/tempo_nd.html
Theo



Tja Theo, diesbezüglich war schweigen im Walde.
Vordem wurden die Reden der großen Generalsekretäre ellenlang abgedruckt, aber dann wurde der beliebte Slogan "Von der SU lernen heißt siegen lernen" vorsichtshalber mal ausser Kraft gesetzt.


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03.05.2012 20:02 (zuletzt bearbeitet: 03.05.2012 20:10)
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#6
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94

Schöne Vision, die Realität sah anders aus.
Zweistellig Honecker auf Seite Eins, zum Beispiel vierzehnmal am 8. Dezember 1984
... http://www.adamlauks.de/291_ND_1984-12-08_001.pdf

P.S. Da fällt mir gerade auf, zu welchem Anlaß 'verzichtete' das ND eigentlich auf den Marx-Orden im Titelkopf?

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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03.05.2012 20:33
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#7
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Zitat von 94
Schöne Vision, die Realität sah anders aus.
Zweistellig Honecker auf Seite Eins, zum Beispiel vierzehnmal am 8. Dezember 1984
... http://www.adamlauks.de/291_ND_1984-12-08_001.pdf

P.S. Da fällt mir gerade auf, zu welchem Anlaß 'verzichtete' das ND eigentlich auf den Marx-Orden im Titelkopf?


Hallo @94,

diese ND- Plagiate wurden Ende der 80er Jahre aber noch vor der Wende ich glaube von der taz in den Berliner Osten in Umlauf gebracht.
Die Realität: der Sputnik in deutscher Sprache wurde verboten, ein Kollege von mir hatte aber die russische Ausgabe, weil er Fan der russischen Sprache war.

Gruß Hartmut!


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03.05.2012 20:33 (zuletzt bearbeitet: 03.05.2012 20:35)
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#8
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gelöscht war doppelt
Hartmut!


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03.05.2012 20:48
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#9
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ich schmeis mich weg, das nd ist ja echt gelungen......ist das tatsächlich damals in umlauf gebracht worden in der ddr?....wenn sowas die stasi irgendwo aufgegabelt hätte, dann hätten die doch dem zk zur mobilmachung geraten......


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03.05.2012 21:07
#10
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Zitat von utkieker
(...)

diese ND- Plagiate wurden Ende der 80er Jahre aber noch vor der Wende ich glaube von der taz in den Berliner Osten in Umlauf gebracht.
Die Realität: der Sputnik in deutscher Sprache wurde verboten, ein Kollege von mir hatte aber die russische Ausgabe, weil er Fan der russischen Sprache war.

Gruß Hartmut!



http://www.hug-archiv.de/058/05815.pdf

Theo


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03.05.2012 21:15
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#11
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Zitat von rafimo
ich schmeis mich weg, das nd ist ja echt gelungen......ist das tatsächlich damals in umlauf gebracht worden in der ddr?....wenn sowas die stasi irgendwo aufgegabelt hätte, dann hätten die doch dem zk zur mobilmachung geraten......


Nun rafimo,

ich hätte der taz beinahe Unrecht getan, das Falsifikat stammt vom Hamburger Magazin "Tempo" guckst du hier: http://www.hug-archiv.de/058/05815.pdf.

Gruß Hartmut!


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03.05.2012 21:18
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#12
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Respekt Theo,

du warst mit der Recherche doch schneller


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03.05.2012 21:50
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#13
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die stasi-akte zu deren ermittlungen zur herkunft und zum vertrieb damals würde ich gerne mal sehen......eine groteske wird ein drama dagegen sein......


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06.05.2012 19:28 (zuletzt bearbeitet: 06.05.2012 19:41)
#14
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Zitat von Grenzwolf62
In der Rückschau empfinde ich das Jahr 1987 als ein bemerkenswertes.
Unglaubliches Staunen mit Blick nach Moskau, neue Worte, verblüffende Offenheit, ein aufkeimendes Erahnen massiver Umwälzungen.
Eine scheinbar ewig festzementierte Doktrin beginnt in ihrem Zentrum zu wanken.
Ich glaube da wurde er langsam für mich gegenständlich greifbar, der Traum vom Aufbrechen verkrusteter, weltfremder Strukturen, der Traum von Freiheit.
Wie habt ihr das 87 empfunden?





Ich kann mich an eine Zeit mit viel Schwergang, ja sogar Krampf im betrieblichen Alltag erinnern, damals war ich frisch in der Funktion als ehrenamtlicher FDJ- Sekretär und es gab von einem gewissen Klientel von Jugendfreunden immer wieder Signale von Mißmut und Pessimismus bezüglich der Versorgungslage und einiger Arbeitsabläufe im Arbeitsalltag.
Meine eigene Situation war so, daß ich endlich in meinem Traumberuf die Lizenz für die Strecke (vorher 3 Jahre Rangierlokführer) geschafft hatte und eigentlich privat weit überwiegend optimistisch drauf war und die Webfehler des Sozialismus eher als sportliche Herausforderung aufgefaßt habe.
Trotz allen Mangels wurden wir kleinen Jugendfunktionäre sowohl finanzseitig (K- S- Fonds) als auch logistisch (Freistellungen, Fortbildung) optimal gefördert und das war immer wieder auch Ansporn.
Die Geschichten um Glasnost und Perestroika wurden nur sehr zaghaft in der Öffentlichkeit diskutiert, da wäre damals mehr drin gewesen, hätte ich nicht den Fehler gemacht, immer mal wieder auch die Partei oder Gewerkschaft zu den Versammlungen einzuladen.
Diese Fehlentscheidung ist mir erst im Nachgang vorgehalten worden, wenn auch in kameradschaftlicher Form aber zu spät ist zu spät.

Eine andere Wahrnehmung konstatierte ich jedoch auf meinen Reisen 1987 und 1989 in die Sowjetunion.
Hier kam es in den Freundschaftstreffen doch zu sehr offenen Gesprächen mit Komsomolzen, die als solche gar nicht mehr so recht erkennbar waren.
Eine Ljuba (so hieß sie wirklich) fragte mich doch sehr ernst, wie lange man noch so wie bisher in der DDR weiter zu machen gedenke, wobei ich selbst eingestehen mußte, daß mich z.B. das Verbot des Sputniks angesichts der o.g. Prioritäten gar nichts so sehr beschäftigt hatte, sie mahnte mich regelrecht, nicht unbedingt mit allen zufrieden zu sein, nur weil es mir persönlich eben doch gut ging.
Das hat mich schon beeindruckt, wie weit die uns aus heutiger Sicht doch voraus waren hinsichtlich der Offenheit.
Zu meiner Verteidigung heute darf aber das imperialistische Großmachtsstreben unserer damaligen Feinde im politischen Amerika und des damals wohl schon ziemlich kopfkranken Diktators Reagan nicht außer Acht gelassen werden.
Immerhin war trotz der Bemühungen des neuen Sowjetführers um Abrüstung nichts zu machen gegen diese republikanischen Rüstungsprofiteure und deren Marionetten im Weißen Haus mit ihren 50er Jahre- Feindbildern und wer weiß, wie Glasnost und Perestroika ausgegangen wäre, hätte sich die UdSSR mit einem Schlag aus ihrem Horror- Rüstungshaushalt herauswinden können.


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06.05.2012 20:07
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#15
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@Hackel39. Jetzt gehst Du aber ziemlich hart ins Gericht mit Ronald Reagan. Ich wuerde diesen Mann als den Besten in einer Reihe von schlechten Praesidenten bezeichnen. Innenpolitisch ein Versager, besonders als Governor von California. Seine Steuerpolitik trieb damals tausende aus Ca raus.
Aber aussenpolitisch als Praesident hat er doch so einiges erreicht. Z.b. beendete er den stand-off mit Iran ohne Blutvergiessen. Und gegen den eindringlichen Rat seiner Advisers forderte er unmissverstaendlich bei seinem Besuch im geteilten Berlin, "Mr. Gorbachev tear down this wall". Damit setzte er eindeutige Signale und trug erheblich zum friedlichen Fall der Mauer bei. Seine Amtsnachfolger Bush Sr, Clinton, Bush Jr and Obama haetten von seiner Aussenpolitik einiges lernen gekonnt beim Umgang im Iraq, Afghanistan oder Serbien.


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