Kontrolle in Berliner S-Bahn vor Mauerbau

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15.04.2012 23:22von Zaunkönig
Frage
Kontrolle in Berliner S-Bahn vor Mauerbau

Ich habe mal eine Frage zu den Kontrollen vor dem Mauerbau in den Zügen der S- und U-Bahnen in Berlin. Das ist mir vor kurzem durch den Kopf gegangen. Wer hat da kontrolliert? Ich kann mich dunkel erinnern, das auf den Grenzbahnhöfen der Zoll aber auch die VP stand. Ich habe zu dieser Zeit auf den Straßenübergängen KFZ und Passanten kontrolliert. Von uns sind aber keine Leute auf die Bahnhöfe gegangen. Wo gehörten die Kontrolleure auf den Bahnsteigen hin? Wie ich den Altersdurchschnitt hier im Forum einschätze, sind da nur sehr wenige, die diese Frage beantworten könnten.
Im Voraus schon vielen Dank für die Antworten.
Peter der Zaunkönig, der in Berlin von 1959 bis 62 Dienst geschoben hat.

15.04.2012 23:44von eisenringtheo
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16.04.2012 00:22von Zaunkönig
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Grüß Dich Theo,
diese Truppe meine ich nicht. Das waren wir ja oben, da wurden von uns die Passanten kontrolliert. War aber nicht die Regel, das an den Treppen runter zur S-Bahn kontrolliert wurde. Und auf dem 2. Foto im Link ist im Hintergrund ist ein Wartburg Kübel zu sehen, der stand normaler Weise dort auch nicht. Da muss irgend etwas besonderes vorgefallen, das die Leute schon vor dem Bahnhof kontrolliert wurden. Zudem sind dort auch mehr Polizisten wie normal zu sehen. Denn normal waren dort am Potsdamer Platz 3 Mann, 2 die kontrollierten (1 in jede Richtung) und ein Sicherungsposten der aufpassen sollte, dass sich niemand einer eventuellen Kontrolle entziehen konnte.
Ich meine die Kontrolleure, die die Reisenden direkt in den Zügen kontrollierten. Ich kann mich vor 1959, wenn ich selber rüber nach Westberlin fuhr, an den S-Bahnhof Treptower Park erinnern, da sind die Kontrolleure durch den Zug gegangen.
Trotzdem Danke für den Link
Peter

16.04.2012 09:35von 94
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Vielleicht kann man einige Antworten in folgendem Film finden?
http://youtu.be/nEJfXTgibPc?t=5m47s

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94
16.04.2012 10:10von Zaunkönig
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@ 94: Danke für das Filmchen, an die Zöllner oder auch Filzstifte, wie wir sie vorher im Zivilleben auf der Arbeitstelle nannten, kann ich mich noch gut erinnern.
Dann hatten die mit uns, die wir auf den Straßen kontrollierten, nicht viel zu tun. Außer an Brandenburger Tor hatten wir in unserem Abschnitt, von ganz im Norden bis zum Potsdamer Platz, keine Zöllner auf dem Kontrollpunkten. Und am Brandenburger Tor kann ich mich nicht erinnern, das die Zöllner da wen aus den PKW's geholt hatten. Ein oder zweimal haben sie sich aus der Grünanlage zwischen dem Pariser Platz und der Voßstraße Leute mit Koffern gegriffen. Aber ob sie bei denen was gefunden haben, haben wir nicht erfahren bzw ich kann mich nicht mehr daran erinnern.
Peter

18.04.2012 21:32von ( gelöscht )
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1953 - Die Dreschmaschine auf unserem Hof brauchte dringend ein Ersatzteil und das gab es nur noch in Westberlin, natürlich nur für Westmark und die hatte unser Chef eben nicht.
Also; mein Vater Bettfedern und Gänse in zwei Koffer, um sie zu Westgeld zu machen.
Durch die damalige harte Arbeit während der Ernte hat ihn wohl die Müdigkeit übermannt und er ist weggesackt. Kurz vor Berlin wird er unsanft wachgerüttelt und mit der Frage, "Sind das ihre Koffer", konfrontiert. In seiner Schlaftrunkenheit bestätigt er es, anstatt es abzustreiten.
Da half nichts, er musste einsitzen. Das kuriose dabei ist aber, dass der Staatsanwalt der Ihn vor Gericht gebracht hat, schon längst in den Westen abgehauen war, bevor mein Vater wieder raus war......so was nennt man - dumm gelaufen.

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( gelöscht )
19.04.2012 14:48von ( gelöscht )
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Von Friedrichstraße gibt es Filmaufnahmen (alte DEFA-Filme), wo die Kontrolle im S-Bahnzug zu sehen ist. Es gab einzelne Kontrollbahnhöfe (ohne Fahrgastwechsel), so z.B. Schönfließer/Sonnenburger Str. (Fußgängerbrücke ca. 300 m westlich von S-Bf Schönhauser Allee), Kiefholzstr. (bei Treptower Park) und Stolpe Süd. Esgab dazu mal einen Beitrag in der Zeitschrift "Verkehrsgeschichtliche Blätter". Auf anderen Strecken (auch zwischen den Bez. Potsdam bzw. Frankfurt/O. und dem Ostteil Berlin's) gab es vor dem 13.08. Kontrollen in der S-Bahn, die auf normalen Bahnhöfen (z.B. Eichwalde, Wilhelmshagen, Hoppegarten) stattfanden.

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( gelöscht )
19.04.2012 17:39von Zaunkönig
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An die Bahnsteige, so provisorisch aus Holz, kann ich mich noch erinnern, die gesehen zu haben. Die Kontrollen, die ich selber vor meiner VP-Zeit erlebt habe, waren aber alle in den Zügen am normalen Bahnsteig. Ich weiß nur nicht mehr, was da für Leute durchkamen, ob das Zöllner oder VP war. In dem von 94 eingestellten Film sind Zöllner gezeigt, die im Zug kontrollieren. Wie geschrieben, ich weiß nicht mehr, was da für Uniformierte durch den Zug kamen, bin aber oft genug mit Literatur, SOS und Ankerhefte über die Seefahrt, von Neukölln über Treptower Park, Ostkreuz nach Köpenick gefahren. Und habe die auch noch ganz keck während der Kontrolle gelesen.
Peter der Zaunkönig

19.04.2012 17:55von eisenringtheo
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Das AZKW war in den 50er Jahren eine Art "Superbehörde" für alles, was mit Grenzkontrolle zu tun hatte:
http://books.google.ch/books?id=6RXptFpl...&q=azkw&f=false
Theo

19.04.2012 18:17von Zaunkönig
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@ Theo
Hallo Theo, wir als Polizisten an den Übergängen in Berlin hatten während meiner Zeit von 1959-62 nur am Brandenburger Tor direkten Kontakt zum Zoll. Dort waren 2 oder 3 Zöllner, von denen 1 mit uns die Kontrolle der Fahrzeuge aus Richtung West durchführten. An den anderen Straßenübergängen, wo ich noch in dieser Zeit stand (alle Straßen nördlich vom Tor bis zur Stadtgrenze), waren keine Zöllner, kann mich jedenfalls nicht dran erinnern.

19.04.2012 19:26von eisenringtheo
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19.04.2012 19:43von Funki
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Hallo
Die Kontrollen in der S-Bahn+U-Bahn wurde von der Transportpolizei durchgeführt. Die Kontrollen wurden nur stichprobenartig durchgeführt, denn eine längere Aufenthaltszeit auf einem Bahnhof war ja nicht vertretbar.
Die Trapo war ja für das Transportwesen zuständig bis 1990 in der DDR und nicht die normale Volkspolizei.
Seit 1990 ist der Bundesgrenzschutz verantwortlich der sich nun Bundespolizei nennt.

Gruß

Funki

19.04.2012 23:17von Zaunkönig
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Danke Funki für die Auskunft. Habe mir schon so etwas ähnliches gedacht. Die wurden aber wohl vom Zoll tatkräftig unterstützt, siehe Filmlink von User 94.
Und @Theo, die Zöllner hatten da wohl, na sagen wir mal frei, da Kontrollen durch das geschlossene Tor nicht mehr durchgeführt wurden und so konnten sie sich ganz dieser Aufgabe widmen.

20.04.2012 00:17von Funki
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Hallo Zaunkönig

Es ist ja unmöglich gewesen alle Reisenden in den S-Bahnzügen zu kontrollieren. Viele Reisende mussten ja zwangsweise durch Westberlin weil es eine andere Möglichkeit gar nicht gab. Zum Beispiel von Dresden an die Ostsee. Ostberliner arbeiteten auch im Westteil der Stadt und umgekeht, somit war die S-Bahn/U-Bahn/Straßenbahn ihre Fahrmöglichkeit.
Meine Eltern fuhren in den fünfziger Jahren mit uns Kindern jedes Jahr nach Mecklenburg zu Bekannten. Mit dem Personenzug aus Richtung Dresden bis Rangsdorf, dann weiter mit der S-Bahn bis Friedrichstraße und nach Lichtenberg. Anschließend weiter mit dem Zug. Die Kioske auf den Bahnsteigen in Westberlin waren schon eine andere Welt als im Osten. Mit unseren Kinderaugen haben wir den Unterschied schon erkannt.

Gruß

Funki

20.04.2012 01:28von Zaunkönig
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Zitat Funki: Es ist ja unmöglich gewesen alle Reisenden in den S-Bahnzügen zu kontrollieren.
Ja stimmt, die Kontrolleure sind auf den Grenzbahnhöfen auch immer nur mit "wachsamen Augen" durch den Zug gelaufen, wenn sie überhaupt reingekommen sind. Denn manchmal waren die so voll, da standest du wie in einer Sardinenbüchse sehr dicht an sehr dicht.
Jetzt aber Guten Nacht von
Peter dem Zaunkönig

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