Doppelmord im Niemandsland? -Republikflucht mit Folgen

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05.04.2012 05:33
avatar  Angelo
#1
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19. Dezember 1975. Kurz nach Mitternacht zerreißen mehrere Dutzend Schüsse aus einer MPi Kalaschnikow die nächtliche Stille. NVA-Soldat Werner Weinhold schießt sich den Weg in den Westen frei - Grenzabschnitt 401 im Grenzbereich Hildburghausen, Thüringen.Seit Tagen schon hatte der fahnenflüchtige Werner Weinhold, der sich von seiner Einheit in Spremberg während eines Wachdienstes mit seiner MPi und 300 Schuss Munition abgesetzt hatte, auf eine Gelegenheit gewartet, die Grenze zu überwinden. Zwei tote Grenzsoldaten der DDR bleiben zurück, von denen der eine alle Einschüsse im Rücken hat. Weinhold sagt aus, in Notwehr gehandelt zu haben.
Bis zum Fall der Mauer lebte er in der ständigen Angst, vom DDR-Staatssicherheitsdienst entführt und getötet zu werden. Der Blick in die Archive zeigt, dass es tatsächlich sehr konkrete Mord-Pläne gab ... Bis heute behauptet Weinhold, in Notwehr gehandelt zu haben, obwohl die Aktenlage eindeutig zu belegen scheint, dass er die zwei Grenzposten hinterrücks getötet hat - im Schlaf. Der Film rekonstruiert den Fall Weinhold als ein einzigartiges Kapitel deutsch-deutscher Geschichte und beleuchtet erstmalig die tatsächlichen Tatumstände.(Quelle Youtube)



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05.04.2012 10:14
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#2
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S51

Es geschah jedoch nicht im "Niemandsland" (vorgelagerten Gebiet) sondern im Schutzstreifen.
W. wurde rechtskräftig wegen Mordes verurteilt auch wenn die Strafe eher lächerlich war. Aus unserer Sicht damals hatte er eher den Status eines Terroristen und wie manche Staaten damit umgehen konnte man ja unlängst in Pakistan sehen.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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05.04.2012 10:20
avatar  Pit 59
#3
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W. wurde rechtskräftig wegen Mordes verurteilt auch wenn die Strafe eher lächerlich war. @S51

Er wurde wegen Totschlages Verurteilt.


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05.04.2012 10:50 (zuletzt bearbeitet: 05.04.2012 11:02)
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#4
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94

Also das Thema hatten wir lange nicht mehr ... klick


Er wurde aber wegen Mordes steckbrieflich gesucht.

P.S. Und zumindest Pläne für einen Mord soll es gegeben haben ...
http://www.profil.at/articles/1133/560/3...hiessen-beretta

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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05.04.2012 11:38
avatar  Pit 59
#5
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Warum er Gesucht wurde ging es nicht,sondern um die Verurteilung.


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05.04.2012 11:52 (zuletzt bearbeitet: 05.04.2012 11:56)
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#6
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Was ich mich seit Jahren frage, wie kann jemand der bei Karl-Marx-Stadt (Wüstenbrand), auf der Autobahn eine VP-Streife mit vorgehaltener Waffe abwehrt, in einem Trabant Kübel unbehelligt bis an die thüringische Grenze weiterfahren?


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05.04.2012 12:15
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#7
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Ja 94er,

völlig neue Fakten und Einsichten...


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05.04.2012 12:36
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#8
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S51

Zitat von Grenzwolf62
Was ich mich seit Jahren frage, wie kann jemand der bei Karl-Marx-Stadt (Wüstenbrand), auf der Autobahn eine VP-Streife mit vorgehaltener Waffe abwehrt, in einem Trabant Kübel unbehelligt bis an die thüringische Grenze weiterfahren?



Zügige (oder auch nicht...) Informationsübermittlung über eine gesuchte Person. Möglichst umfassende (oder auch nicht...) Informationen über den in Fahndung stehenden Menschen (es war nicht mal bekannt, wie er ausgerüstet war obwohl das eigentlich bekannt sein sollte...) Da man nicht überall jede Kreuzung mit Posten zupflastern konnte brauchte es eine möglichst konkrete und zutreffende (oder auch nicht...) Version der vermuteten Fluchtrichtung und eine möglichst gute (oder auch nicht...) Einweisung der eingesetzten Kräfte.
Wenn, wie hier, das Ergebnis zu oft, fast komplett eher die in Klammern stehende Variante ist dann braucht es für Tragödie (oder auch Glück, je nach Sichtweise...) eigentlich nur noch wenig. Ein bischen Zufall und hinreichend kriminelle Energie.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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05.04.2012 12:48 (zuletzt bearbeitet: 05.04.2012 12:56)
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#9
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Zitat von S51

Zitat von Grenzwolf62
Was ich mich seit Jahren frage, wie kann jemand der bei Karl-Marx-Stadt (Wüstenbrand), auf der Autobahn eine VP-Streife mit vorgehaltener Waffe abwehrt, in einem Trabant Kübel unbehelligt bis an die thüringische Grenze weiterfahren?



Zügige (oder auch nicht...) Informationsübermittlung über eine gesuchte Person. Möglichst umfassende (oder auch nicht...) Informationen über den in Fahndung stehenden Menschen (es war nicht mal bekannt, wie er ausgerüstet war obwohl das eigentlich bekannt sein sollte...) Da man nicht überall jede Kreuzung mit Posten zupflastern konnte brauchte es eine möglichst konkrete und zutreffende (oder auch nicht...) Version der vermuteten Fluchtrichtung und eine möglichst gute (oder auch nicht...) Einweisung der eingesetzten Kräfte.
Wenn, wie hier, das Ergebnis zu oft, fast komplett eher die in Klammern stehende Variante ist dann braucht es für Tragödie (oder auch Glück, je nach Sichtweise...) eigentlich nur noch wenig. Ein bischen Zufall und hinreichend kriminelle Energie.




Ist er nicht sogar über die Autobahn weitergefahren?
Ich stamme aus der Gegend, da sagten sich Fuchs und Hase Gute Nacht und je weiter es nach Westen ging wurde es immer Gute Nachter und da tuckert ein bewaffneter Fahnenflüchtiger noch über 100 Km gen Grenze, hab ich nie richtig nachvollziehen können.
Bei jedem Kartoffelklau in einer LPG hätts eine Großfahndung gegeben.


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05.04.2012 13:22 (zuletzt bearbeitet: 05.04.2012 13:27)
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#10
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( gelöscht )

[quote="94"]Also das Thema hatten wir lange nicht mehr ... klick

Jo,hatten wir schon.

Fall Weinhold, Grenzdurchbruch, Mord an Seidel & Lange (13)

RE: Doppelmord im Niemandsland


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05.04.2012 19:01
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#11
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( gelöscht )

Zitat von 94
Also das Thema hatten wir lange nicht mehr ... klick


Er wurde aber wegen Mordes steckbrieflich gesucht.

P.S. Und zumindest Pläne für einen Mord soll es gegeben haben ...
http://www.profil.at/articles/1133/560/3...hiessen-beretta




Gesucht wegen Mordes in der DDR, aber verurteilt wegen Totschlags im Westen. Haette die DDR Regierung Zeugen zum Prozess reisen lassen und mit den BRD Behoerden richtig Hand in Hand gearbeitet bei dieser Sache, dann waere der mit Sicherheit auch wegen Mordes verurteilt worden.


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05.04.2012 20:30
#12
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Moral, internationales Recht, innerdeutsche Beziehungen und was sonst noch dagegen spräche hin, aber ich hätte ihm eine Liquidation gegönnt. Seine Opfer hätten auch wir sein können, wenn wir zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen wären.


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05.04.2012 22:24
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#13
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( gelöscht )

Ich glaube jetzt einen Beitrag zum Fall Weinhold gefunden zu haben den wir hier drinnen noch nie hatten.

http://www.berlinermaueronline.de/erinne...enzsoldaten.htm


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06.04.2012 09:02
avatar  Pit 59
#14
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und da tuckert ein bewaffneter Fahnenflüchtiger noch über 100 Km gen Grenze, hab ich nie richtig nachvollziehen können.
Bei jedem Kartoffelklau in einer LPG hätts eine Großfahndung gegeben.@grenzwolf

Da haste wohl Recht,und Verstopft waren die Strassen zu der Zeit nun wirklich nicht.Es bleiben bei aller Tragik des Vorfalles trotzdem noch einige Fragen offen,welche wir aber nicht Beantworten können,da gibt es nur einen.


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06.04.2012 09:03
#15
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Im Wesentlichen war es so. Unterschiede rühren sicher von den Zeitunterschieden her, ob man in den 60ern, 70ern oder 80er an der Grenze stand. Nach der Grundausbildung (schwere Kompanie, Artillerie) ging es bei uns (1967) gleich raus an die Grenze, ohne noch einmal eine spezielle Ausbildung zu absolvieren. Vor dem Versetzen in eine GK wurde ebenfalls mit jedem ein Gespräch geführt, ob er im Falle des Falles auch schießen würde. Wenn einer Nein sagte, wurde das kommentarlos akzeptiert und der Soldat verblieb in der Ausbildungskompanie und hatte dort, nun als "Vize" und später als EK kein schlechtes Leben unter den neuen "Pissis".
Die Staffelung der Grenzanlagen war je nach örtlichen Gegebenheiten sehr unterschiedlich. In bebautem Gebiet anders als auf freiem Feld und wieder anders als im Wald. Unser Komanieabschnitt (Havelufer Niederneuendorf in westl Richtung bis ca. 800 m vor Sdlg.Schönwalde) verlief vorrangig im Waldgebiet, der als wildreichster Abschnitt um Berlin galt und wo ab und zu der Stadtkommandant und andere Größen jagden. Zuerst gab es einen kleinen Meliorationsgraben, dann anschließend gleich den geharkten KS, an dem wir Kradstreife fuhren. Dann ca. 100 m Wiese und danach Wald zwischen 500 - 1000 m Tiefe. Dann war man schon an der Freitrasse von ca. 50 m Breite, Kfz-Sperrgraben (damals ohne Betonplatten, nur als Graben ausgehoben). Gleich dahinter noch mal ein unbefestigter Pfad für gelegentliche Krad- und Fußstreifen. Den bin ich einige Male mit einem Uffz-Dienstgrad als Sozius gefahren. Einmal hatte ich einen fetten Reservefeldw. drauf und habe ca. 100 m vor dem nächsten Postenpaar an der Enklave Erlengrund die Balance verloren und mit dem Krad und dem Feldw. kopfüber im Kfz-Graben gelandet. Es war schon dämmerig und die Posten haben uns ganz sicher gesehen, außerdem waren wir angemeldet und die wußten auch, daß da ab und zu mal eine Offz.-oder Uffz-Kontrolle langfährt und der Fahrer ein ganz normaler Soldat aus ihrer Kompanie ist. Hat der Feldw. einen Schiss gehabt, die könnten auf uns schießen. In aller Hektik hat er gleich eine Leuchtpatrone hochgejagt, damit die auch wissen, daß es nur wir sind. Habe dann das Krad wieder hochgehievt und sind dann den Rest bis zum Posten gefahren. Daran anschließend gleich der vorderste KS, an dem sich der Stacheldraht anschloss. Löchrig wie ein Sieb war der, weil sich die Wildschweine einen Dreck darum scherten und wer die Stellen kannte, mit dme guten Anzug durchkriechen konnte. Ja, und wenige Meter dahinter war dann schon WB.


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