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#1

Bin der Neue

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 29.03.2012 16:01
von harleydavid (gelöscht)
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Hallo Alle Zusammen .
Habe in der letzten Zeit so einige Stunde mit dem lesen des Forums verbracht. Ich möchte mich bei Allen bedanken die dazubeigetragen haben mein Gedächtniss ein wenig aufzufrischen. Vor allem MART hatt daran einen besonderen Anteil.,aber natürlich auch alle Anderen. Auch ich war in Perleberg . Kann mich allerdings nicht mehr konkret an das genaue Datum erinnern . Entweder Herbst 1979-82 oder ein ganzes Jahr später. Erst als US in der KFZ-Kompanie (11.????) dann als Kfz-Gruppenführer in der Kompanie Sicherstellung. (MART!! bei den Nasen. HAHA) . Viele Erinnerungen sind nicht hängengeblieben, aber einiges ist jetzt doch zurückgekehrt.Also nur weiter so. Bis auf einige Kleinigkeiten (Klimmzüge bis zum "Abwinken"),kann ich vieles bestätigen.
Soweit ersteinmal, freue mich schon auf viele neue Beiträge und vielleicht treffe ich ja soger auf diesem Wege den einen oder anderen Mitstreiter oder Bekannten


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#2

RE: Bin der Neue

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 29.03.2012 17:26
von exgakl | 7.590 Beiträge | 1622 Punkte
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herzlich willkommen im Namen des Forumteams...

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....


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#3

RE: Bin der Neue

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 11.05.2012 13:15
von Feliks D. | 8.889 Beiträge | 37 Punkte
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Ja verdammt Dich hab ich ja ganz übersehen, also erstmal Willkommen hier in der Runde.

Sprachstudium bei der FDJ und dann Brigaden der Freundschaft, durchaus interessanter Lebenslauf. Einer der nicht eingesperrt war, dass es sowas gab.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!
zuletzt bearbeitet 11.05.2012 13:21 | nach oben springen

#4

RE: Bin der Neue

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 11.05.2012 13:33
von harleydavid (gelöscht)
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Hallo
Ja, es war schon etwas Bewegung in meiner Jugendzeit. Ich habe gleich nach meiner Zeit in Perleberg ,an der Schule der FDJ in Bärenklau (Leegebruch/Oranienburg) ein Jahr lang Portugiesich gelernt und bin dann auch kurze Zeit später ,für ein Jahr als "Brigadista"nach Lobito / VR Angola ausgereist. Haben dort eine neue Basis für uns errichtet . Ansonsten haben wir LKW -Mechaniker (IFA W50) ausgebildet.
Oja, es war eine harte aber auch schöne Zeit
Gruss HD


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#5

RE: Bin der Neue

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 11.05.2012 13:46
von Feliks D. | 8.889 Beiträge | 37 Punkte
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Hallo kannst Du da etwas mehr zu beitragen?

Auswahl
Vorbereitung
Bezahlung
Einsatz
Urlaub
Verhalten vor Ort (Arbeit, Freizeit, Reisen/Erkundung, NSW Kontakte etc.)
Absicherung vor Ort (Zumindest was ihr davon mitbekommen, bzw. vermutet habt)
Nachbereitung/Berichtsabgabe
......

Danke schon mal vorab und wenn die Antwort, aufgrund des großen Umfangs, länger dauern sollte kein Problem.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!
zuletzt bearbeitet 11.05.2012 15:10 | nach oben springen

#6

RE: Bin der Neue

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 11.05.2012 16:45
von harleydavid (gelöscht)
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Hallo Feliks
Na aber sicher doch ,es sind keine Geheimnisse. Es sind auch mehr DDR-Bürger im "Nicht-Sozialistischen Ausland" gewesen ,
als allgemein bekannt war. Allein in unserer Basis in Lobito waren wir rund 15 Mann incl. Basisleiter mit Frau (Küche) und Doktor und Krankenschwester (haben im dortigen Krankenhaus gearbeitet).In ganz Angola glaube ich waren es 5 Basen.
Desweiteren gab es Basen in Nicaragua , auf Cuba , Sao Tome und Principe , Capo Verde , Guinea Bissao ,etc.
Natürlich in erster Linie Länder mit sozialistischer Grundrichtung.
Aber wo fange ich an ,bei der Beantwortung deiner Fragen
Am besten ganz vorn!
Wir waren eine ganz normale Familie.Absolut keine Vorzeigebürger und keiner Angehöriger des MFS.
Mama , Papa und vier Kinder.
Mein Vater ist schon ewig lange Zeit als Spezialist für das " Kombinat FORTSCHRITT- Landmaschinen als
Reisekader im Ausland gewesen.Überall dorthin wo DDR-Landtechnik im Einsatz war.Und glaub mir, es waren viele
Länder in denen sich unsere Technik bewährt hat.Jedenfalls ,das wollte ich auch und mein ganzes Handeln und Bestreben
ist darauf hinausgelaufen. FDJ-Mitglied ; Mitglied der SED , Unteroffizier auf Zeit .
Nach der Entlassung habe ich im Zentralrat der FDJ , Unter den Linden, Abt. Brigaden der Freundschaft vorgesprochen und mich beworben, Naja , ok , mein Vater kannte durch seine Tätigkeit so einige Leute und natürlich auch Funktionäre der FDJ ,
man bekommt im Ausland doch ein anderes Zugehörigkeitsgefühl und lernt Landsleute zu schätzen.
Ich glaube 11/2 Jahre später saß ich schon auf der Schulbank in Bärenklau und habe Portugiesisch und Marxismus/Leninismus
gepaukt.In erster Linie aber Sprache.
Natürlich wurde uns dort auch gesagt wie man sich zu verhalten hatt,schliesslich repräsentierten wir ja unser Land und
unsere Jugendorganisation.Aber alles lief irgendwie ziemlich ruhig und normal ab,genauso wie später auch im direktem Einsatz.
Da gab es einfach keinen Stress,so wie in Perleberg wo jeder glaubte er müsse nun "SUPERROT "sein und den Kommunismus
mit dem Löffel fressen.
So, Bezahlung ! ganz einfach ,daheim den Durchschnittsverdienst aufs Konto und im Land gabs ,so ich mich recht erinnere ,
95 US Dollar zum jeweiligen Tageskurs einmal im Monat aufs "Versina"-Konto.
Achso, ein par Quanzas (Währung in der VR Angola) gab es auch noch vom dortigen Träger der ENAMA (Lanwirtschaftsbetrieb)
Zum Einsatz wie schon erwähnt . Wir waren zwei Gruppen,die eine hatt in der Provinzhauptstadt Benguela mit den dortigen
Angolanern eine neue Basis errichtet und die zweite Gruppe hatt versucht, in einer kleinen LKW Werkstätte, aus Angolanern
Lastwagenmechaniker zu machen, sowohl in Praxis wie auch in Theorie (war meine Abteilung)
Ausreise war im September wenn ich nicht irre und Urlaub gab es einmal. Die mit Familie und Kindern zu Weihnachten und der
Rest zum Jahreswechsel
Vor Ort konnten wir ausser arbeiten nicht viel machen . Bedenke es war Krieg im Land und nur in den grösseren Städten
war es wirklich sicher, sowie auch die Verbindungsstrasse Lobito- Benguela
Wir waren einmal mit den Militärcubanern ausserhalb der Stadt und hatten auch gleich Berührung mit der Unita und nach ein paar
Schüssen von beiden Seiten haben wir es dann vorgezogen, lieber mit den Zivilcubanern oder Russen angeln zu gehen oder Kino zu besuchen oder uns zum Videoabend bei den Bulgaren einzuladen.
Wir haben in einem Hochhaus gewohnt ,in dem uns eine gesamte Etage gehörte.Dort waren auch Russen sowohl Zivil wie auch
Militär untergebracht.Die sind ,genauso wie die Bulgaren ,ständig Streife gegangen .Tag und Nacht. Man hatt sie garnicht bemerkt,aber sie waren dort und haben ein sicheres Gefühl vermittelt.Kontakte zu NSW Bürgern gab es eigentlich keine ,es waren auch ,ausser ein paar
portugiesische Entwiklungshelfer, keine dort. Jedenfalls mir nicht bekannt.Aber Lobito ist natürlich eine grosse Stadt mit einem gut funktionierenden Tiefseehafen und damals sogar einem Lotsen aus der DDR der dort gearbeitet hatt und zu dem wir beste Kontakte hatten.Super war es wenn ein DDR Schiff kam. Alleman aufs Schiff ,Essen und Trinken vom Feinsten und bis zum
Abwinken und unser Lager konnten wir so in der Regel auch noch auffüllen.
Eine Nachbereitung gab es in dem Sinne nicht wirklich , ich habe auch keine Berichte schreiben müssen. Das wird sicher der
Basisleiter an die dementsprechenden Stellen wie FDJ ; SED, MfS usw. gemacht haben.
Nach meiner Rückkehr hätte ich 4 Wochen später wieder ausreisen sollen , es sollte nach Äthiopien gehen ,als Mitglied
bei den Erntebrigaden der FDJ, aber leider hatte meine Ehe zu dem Zeitpunkt bereits einen Tiefpunkt erreicht und ich hoffte ,
wenn ich daheim bliebe könnte ich diese noch retten. So habe ich den Einsatz abgesagt. FEHLER ,grosser FEHLER , die Ehe
ging trotzdem den Bach runter ,wir wurden geschieden und ich wurde als Reisekader gestrichen da mir von da an der Familienhalt fehlte.
So ,nun tun mir reichlich die Finger weh, ich hoffe ich habe Dir einen kleinen Einblick geben können .
Wenn du weitere Fragen haben solltest , bitte nur zu ich versuche mein Bestes.
Bin aber nur bis 17.00 Uhr online , dannerst morgen ab 09,00 Uhr erst wieder.
Gruss HD


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#7

RE: Bin der Neue

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 11.05.2012 17:39
von Feliks D. | 8.889 Beiträge | 37 Punkte
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Oh da kommen sicher noch mehr Fragen dazu, bis dahin könnte ein Admin ja mal so nett sein und hier beginnend mit #4 alles in einen neu anzulegenden Thread "FDJ Brigaden der Freundschaft - Einsatz in der VR Angola" auslagern. Danke!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!
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#8

RE: Bin der Neue

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 11.05.2012 17:41
von janek | 24 Beiträge
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Halo,Felix.


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#9

RE: Bin der Neue

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 12.05.2012 08:42
von harleydavid (gelöscht)
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Hallo
Ich bin gerne bereit Eure Fragen zu beantworten. Aber denkt bitte daran es ist mitlerweile ewig lange her und ich
habe eine Menge vergessen.
Also ich bitte um Rücksicht.
Gruss HD


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#10

RE: Bin der Neue

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 12.05.2012 23:59
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Zitat von Feliks D.
Oh da kommen sicher noch mehr Fragen dazu, bis dahin könnte ein Admin ja mal so nett sein und hier beginnend mit #4 alles in einen neu anzulegenden Thread "FDJ Brigaden der Freundschaft - Einsatz in der VR Angola" auslagern. Danke!



Einen neuen Thread kannste doch selber anlegen! Einsortieren machen wir dann schon.Warum immer den Admins die Arbeit aufbürden?


zuletzt bearbeitet 13.05.2012 00:18 | nach oben springen

#11

RE: Bin der Neue

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 13.05.2012 01:22
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1. Weils dann ein Abwasch wäre
2. Weil sie Admins sind
3. Auf geht's FDJ Brigaden der Freundschaft - Einsatz in der VR Angola


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!
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#12

RE: Bin der Neue

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 13.05.2012 19:20
von Hackel39 | 3.516 Beiträge | 2247 Punkte
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Zitat von harleydavid
Hallo Feliks
Na aber sicher doch ,es sind keine Geheimnisse. Es sind auch mehr DDR-Bürger im "Nicht-Sozialistischen Ausland" gewesen ,
als allgemein bekannt war. Allein in unserer Basis in Lobito waren wir rund 15 Mann incl. Basisleiter mit Frau (Küche) und Doktor und Krankenschwester (haben im dortigen Krankenhaus gearbeitet).In ganz Angola glaube ich waren es 5 Basen.
Desweiteren gab es Basen in Nicaragua , auf Cuba , Sao Tome und Principe , Capo Verde , Guinea Bissao ,etc.
Natürlich in erster Linie Länder mit sozialistischer Grundrichtung.
Aber wo fange ich an ,bei der Beantwortung deiner Fragen
Am besten ganz vorn!
Wir waren eine ganz normale Familie.Absolut keine Vorzeigebürger und keiner Angehöriger des MFS.
Mama , Papa und vier Kinder.
Mein Vater ist schon ewig lange Zeit als Spezialist für das " Kombinat FORTSCHRITT- Landmaschinen als
Reisekader im Ausland gewesen.Überall dorthin wo DDR-Landtechnik im Einsatz war.Und glaub mir, es waren viele
Länder in denen sich unsere Technik bewährt hat.Jedenfalls ,das wollte ich auch und mein ganzes Handeln und Bestreben
ist darauf hinausgelaufen. FDJ-Mitglied ; Mitglied der SED , Unteroffizier auf Zeit .
Nach der Entlassung habe ich im Zentralrat der FDJ , Unter den Linden, Abt. Brigaden der Freundschaft vorgesprochen und mich beworben, Naja , ok , mein Vater kannte durch seine Tätigkeit so einige Leute und natürlich auch Funktionäre der FDJ ,
man bekommt im Ausland doch ein anderes Zugehörigkeitsgefühl und lernt Landsleute zu schätzen.
Ich glaube 11/2 Jahre später saß ich schon auf der Schulbank in Bärenklau und habe Portugiesisch und Marxismus/Leninismus
gepaukt.In erster Linie aber Sprache.
Natürlich wurde uns dort auch gesagt wie man sich zu verhalten hatt,schliesslich repräsentierten wir ja unser Land und
unsere Jugendorganisation.Aber alles lief irgendwie ziemlich ruhig und normal ab,genauso wie später auch im direktem Einsatz.
Da gab es einfach keinen Stress,so wie in Perleberg wo jeder glaubte er müsse nun "SUPERROT "sein und den Kommunismus
mit dem Löffel fressen.
So, Bezahlung ! ganz einfach ,daheim den Durchschnittsverdienst aufs Konto und im Land gabs ,so ich mich recht erinnere ,
95 US Dollar zum jeweiligen Tageskurs einmal im Monat aufs "Versina"-Konto.
Achso, ein par Quanzas (Währung in der VR Angola) gab es auch noch vom dortigen Träger der ENAMA (Lanwirtschaftsbetrieb)
Zum Einsatz wie schon erwähnt . Wir waren zwei Gruppen,die eine hatt in der Provinzhauptstadt Benguela mit den dortigen
Angolanern eine neue Basis errichtet und die zweite Gruppe hatt versucht, in einer kleinen LKW Werkstätte, aus Angolanern
Lastwagenmechaniker zu machen, sowohl in Praxis wie auch in Theorie (war meine Abteilung)
Ausreise war im September wenn ich nicht irre und Urlaub gab es einmal. Die mit Familie und Kindern zu Weihnachten und der
Rest zum Jahreswechsel
Vor Ort konnten wir ausser arbeiten nicht viel machen . Bedenke es war Krieg im Land und nur in den grösseren Städten
war es wirklich sicher, sowie auch die Verbindungsstrasse Lobito- Benguela
Wir waren einmal mit den Militärcubanern ausserhalb der Stadt und hatten auch gleich Berührung mit der Unita und nach ein paar
Schüssen von beiden Seiten haben wir es dann vorgezogen, lieber mit den Zivilcubanern oder Russen angeln zu gehen oder Kino zu besuchen oder uns zum Videoabend bei den Bulgaren einzuladen.
Wir haben in einem Hochhaus gewohnt ,in dem uns eine gesamte Etage gehörte.Dort waren auch Russen sowohl Zivil wie auch
Militär untergebracht.Die sind ,genauso wie die Bulgaren ,ständig Streife gegangen .Tag und Nacht. Man hatt sie garnicht bemerkt,aber sie waren dort und haben ein sicheres Gefühl vermittelt.Kontakte zu NSW Bürgern gab es eigentlich keine ,es waren auch ,ausser ein paar
portugiesische Entwiklungshelfer, keine dort. Jedenfalls mir nicht bekannt.Aber Lobito ist natürlich eine grosse Stadt mit einem gut funktionierenden Tiefseehafen und damals sogar einem Lotsen aus der DDR der dort gearbeitet hatt und zu dem wir beste Kontakte hatten.Super war es wenn ein DDR Schiff kam. Alleman aufs Schiff ,Essen und Trinken vom Feinsten und bis zum
Abwinken und unser Lager konnten wir so in der Regel auch noch auffüllen.
Eine Nachbereitung gab es in dem Sinne nicht wirklich , ich habe auch keine Berichte schreiben müssen. Das wird sicher der
Basisleiter an die dementsprechenden Stellen wie FDJ ; SED, MfS usw. gemacht haben.
Nach meiner Rückkehr hätte ich 4 Wochen später wieder ausreisen sollen , es sollte nach Äthiopien gehen ,als Mitglied
bei den Erntebrigaden der FDJ, aber leider hatte meine Ehe zu dem Zeitpunkt bereits einen Tiefpunkt erreicht und ich hoffte ,
wenn ich daheim bliebe könnte ich diese noch retten. So habe ich den Einsatz abgesagt. FEHLER ,grosser FEHLER , die Ehe
ging trotzdem den Bach runter ,wir wurden geschieden und ich wurde als Reisekader gestrichen da mir von da an der Familienhalt fehlte.
So ,nun tun mir reichlich die Finger weh, ich hoffe ich habe Dir einen kleinen Einblick geben können .
Wenn du weitere Fragen haben solltest , bitte nur zu ich versuche mein Bestes.
Bin aber nur bis 17.00 Uhr online , dannerst morgen ab 09,00 Uhr erst wieder.
Gruss HD



Klasse Bericht, kompakt und glaubwürdig, vielen Dank.
Nur zwei Fragen dazu:
1. War es bei dieser Auswahl Bedingung, verheiratet zu sein ?
2. Hattest Du jemals den Eindruck, daß man es nicht gern gesehen hat, daß Du für die Heimat nicht als Arbeitskraft verfügbar warst, natürlich nicht von offizieller Seite, eher im Kollegenkreis des Delegationsbetriebes ?


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#13

RE: Bin der Neue

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 14.05.2012 08:52
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Hallo
Zuerst einmal danke für die" Blumen".
Und man musste nicht zwingend verheiratet sein , aber es half gewaltig.Ist ja auch ganz einfach , je größer der Familienhalt
um so kleiner die Gefahr dass jemand stiften geht. Die meissten von uns waren auch verheiratet und hatten Kinder.
Ich glaube mich erinnern zu können ,dass von der gesamten Mannschaft nur zweiMann nicht verheiratet waren (?).Und die Krankenschwester ,die war auch solo.(kannst dir ja die Buhlerei vorstellen)
Ich hatte eigentlich nie ein Problem wegen der vorenthaltenen Arbeitskraft , mehr im Gegenteil .Ich hatte eher das
Gefühl das die meissten Kollegen sich mit mir gefreut haben .soetwas tun zu können bzw. einen kleinen Teil
der Welt auf dieser Weise sehen zu dürfen und Anderen wiederum war es föllig egal. Für Diejenigen zählte es eh nur den Tag schnellstmöglich, irgendwie so locker wie es geht, rumzubekommen , am Monatsende die Kohle einzusacken und sonst haben sie
keine Anstalten gemacht aus ihrem Kaff irgendwie rauszukommen. Sie waren halt mit Ihrem Leben so zufrieden wie es war.
Auch gut, wems gefällt .
Ich will dazusagen das ich den Weg nicht des Geldes wegen eingeschlagen habe , für mich war es eine Variante ,auf legaler Art und Weise,etwas von der Welt zu sehen. Die finanzielle Seite war dabei eine willkommene Nebenerscheinung, Auch nach der Wende habe ich eher wenig zu Hause rumgesessen , sondern in den verschiedensten Ländern gearbeitet oder diese nach finanzieller Möglichkeit besucht.
Meine Freunde meinen ,einer meiner Vorfahren muss Zigeuner gewesen sein, HAHA.
gruss HD


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#14

RE: Bin der Neue

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 14.05.2012 09:13
von Hackel39 | 3.516 Beiträge | 2247 Punkte
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Zitat von harleydavid
Hallo
Zuerst einmal danke für die" Blumen".
Und man musste nicht zwingend verheiratet sein , aber es half gewaltig.Ist ja auch ganz einfach , je größer der Familienhalt
um so kleiner die Gefahr dass jemand stiften geht. Die meissten von uns waren auch verheiratet und hatten Kinder.
Ich glaube mich erinnern zu können ,dass von der gesamten Mannschaft nur zweiMann nicht verheiratet waren (?).Und die Krankenschwester ,die war auch solo.(kannst dir ja die Buhlerei vorstellen)
Ich hatte eigentlich nie ein Problem wegen der vorenthaltenen Arbeitskraft , mehr im Gegenteil .Ich hatte eher das
Gefühl das die meissten Kollegen sich mit mir gefreut haben .soetwas tun zu können bzw. einen kleinen Teil
der Welt auf dieser Weise sehen zu dürfen und Anderen wiederum war es föllig egal. Für Diejenigen zählte es eh nur den Tag schnellstmöglich, irgendwie so locker wie es geht, rumzubekommen , am Monatsende die Kohle einzusacken und sonst haben sie
keine Anstalten gemacht aus ihrem Kaff irgendwie rauszukommen. Sie waren halt mit Ihrem Leben so zufrieden wie es war.
Auch gut, wems gefällt .
Ich will dazusagen das ich den Weg nicht des Geldes wegen eingeschlagen habe , für mich war es eine Variante ,auf legaler Art und Weise,etwas von der Welt zu sehen. Die finanzielle Seite war dabei eine willkommene Nebenerscheinung, Auch nach der Wende habe ich eher wenig zu Hause rumgesessen , sondern in den verschiedensten Ländern gearbeitet oder diese nach finanzieller Möglichkeit besucht.
Meine Freunde meinen ,einer meiner Vorfahren muss Zigeuner gewesen sein, HAHA.
gruss HD



Um dieses Abenteuer kann man Dich nur beneiden, meine Frage nach dem Familienstand erfolgte nur deshalb, weil ich als Lediger mit Westverwandschaft auch vor der Wende einmalig in den Westen fahren durfte und mich in Hamburg sogar mit Verwandten getroffen hatte.
Selbst eine Mitfahrt in der Hamburger S- Bahn wurde organisiert von einem Kollegen der Deutschen Bundesbahn, völlig verrückt, diese Normalität, die leider nur temporär war.
Ein ehemaliger Lehrausbilder meiner Ausbildungsstätte der Rbd Halle hatte übrigens viel über seine Aufbauhilfe im Irak erzählt, dorthin müssen wir wohl Loks exportiert haben.
Mein Interesse für einen solchen Einsatz wurde jedoch regelrecht abgewürgt..."wir brauchen hier unsere Lokführer..."
Später war der Personalmangel bei der DR so gewaltig, daß man als Lokführer nach dem 6 Wochen Grundausbildung bei der NVA seinen Wehrdienst auf dem Führerstand ableistete, deshalb meine Anfrage nach möglicherweise verdeckter Kritik, an Deiner damaligen Entscheidung.


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#15

RE: Bin der Neue

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 14.05.2012 09:50
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Hallo Hackel 69
Vielleicht hatt es daran gelegen das ich nur Landmaschinen /Traktorenschlosser gelernt habe und davon gab es sicherlich genug.
Warscheinlich hatt aber auch das "Vitamin B" meines Vaters eine Rolle gespielt.
Gruss HD


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