Auch Tote haben Stasi-Akten

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12.03.2012 08:56
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#1
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Immer mehr junge Menschen wollen mit Hilfe der Stasi-Unterlagen-Behörde klären, ob ihre Familien in die Aktivitäten des DDR-Geheimdienstes verstrickt oder von ihnen betroffen waren. Das teilte Behördenleiter Roland Jahn dieser Zeitung mit.
„Die zunehmende Zahl von Anträgen auf Akteneinsicht von Verstorbenen zeigt, dass die nächste Generation wissen will, wie ihre Eltern und Großeltern gelebt haben“, sagte er. Dies sei nachvollziehbar. Anträge auf Akteneinsicht seien meist auch berechtigt, weil die Betroffenen in 60 Prozent aller Fälle erfasst seien.

Hier weiterlesen
http://www.fr-online.de/politik/einblick...6,11877296.html


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12.03.2012 09:18
#2
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Zitat von Angelo
Immer mehr junge Menschen wollen mit Hilfe der Stasi-Unterlagen-Behörde klären, ob ihre Familien in die Aktivitäten des DDR-Geheimdienstes verstrickt oder von ihnen betroffen waren. Das teilte Behördenleiter Roland Jahn dieser Zeitung mit.
„Die zunehmende Zahl von Anträgen auf Akteneinsicht von Verstorbenen zeigt, dass die nächste Generation wissen will, wie ihre Eltern und Großeltern gelebt haben“, sagte er. Dies sei nachvollziehbar. Anträge auf Akteneinsicht seien meist auch berechtigt, weil die Betroffenen in 60 Prozent aller Fälle erfasst seien.

Hier weiterlesen
http://www.fr-online.de/politik/einblick...6,11877296.html



Ich frage mich, wie lange die "Entstasifizierung" der EX DDR eigentlich noch dauern soll. Trotz ganz anderer Dimensionen und viel grösserem Unrecht war die BRD sechs Jahre nach dem Krieg 1951 vollkommen nazifrei (Entnazifizierungsschlussgesetz vom 11. Mai 1951) - weil es die Politik so wollte.
Und heute wurstelt man schon über 20 Jahre und Kinder, Enkel und Urenkel bis in die x-te Generation werden auch noch Einsicht erhalten..Kann man denn noch was grundlegend Neues bei dieser Aktenwälzerei herausfinden???
Theo


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12.03.2012 09:28
#3
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Zitat von eisenringtheo

Ich frage mich, wie lange die "Entstasifizierung" der EX DDR eigentlich noch dauern soll. Trotz ganz anderer Dimensionen und viel grösserem Unrecht war die BRD sechs Jahre nach dem Krieg 1951 vollkommen nazifrei (Entnazifizierungsschlussgesetz vom 11. Mai 1951) - weil es die Politik so wollte.
Und heute wurstelt man schon über 20 Jahre und Kinder, Enkel und Urenkel bis in die x-te Generation werden auch noch Einsicht erhalten..Kann man denn noch was grundlegend Neues bei dieser Aktenwälzerei herausfinden???
Theo



Wahrscheinlich die Erkenntnis das sich Nazis ohne Probleme zu lupenreinen Demokraten wenden können, während dies für den größten Teil der DDR Bürger faktisch unmöglich ist, nämlich diejenigen welche "Täter" waren.
Dank Herrn Gauck, Frau Birthler, Herrn Jahn und nicht zu vergessen Herrn Knabe wissen faktisch alle Bundesbürger (alte Länder) das fast alle Menschen in der DDR irgendwie für die Stasi tätig waren, außer natürlich Herrn Gauck und Herrn Jahn, und somit zumindest Begünstigte des Systems waren; im Zweifelsfall; ansonsten eindeutig Täter.......

Gruß
Nostalgiker

Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler


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12.03.2012 09:33
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#4
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Zitat von eisenringtheo
Kann man denn noch was grundlegend Neues bei dieser Aktenwälzerei herausfinden???



Aktuell warte ich noch auf die ungeschwärzten Klarnamen, ist dann was grundlegend Neues für mich.
Vergeben hab ich schon im Voraus, will nur ganz genau wissen wer es war der hinter mir hergeschnüffelt hat.


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12.03.2012 09:37
avatar  werner
#5
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Zitat von Grenzwolf62

Zitat von eisenringtheo
Kann man denn noch was grundlegend Neues bei dieser Aktenwälzerei herausfinden???



Aktuell warte ich noch auf die ungeschwärzten Klarnamen, ist dann was grundlegend Neues für mich.
Vergeben hab ich schon im Voraus, will nur ganz genau wissen wer es war der hinter mir hergeschnüffelt hat.




Und dann?

Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984

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12.03.2012 09:39
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#6
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Zitat von werner

Zitat von Grenzwolf62

Zitat von eisenringtheo
Kann man denn noch was grundlegend Neues bei dieser Aktenwälzerei herausfinden???



Aktuell warte ich noch auf die ungeschwärzten Klarnamen, ist dann was grundlegend Neues für mich.
Vergeben hab ich schon im Voraus, will nur ganz genau wissen wer es war der hinter mir hergeschnüffelt hat.




Und dann?




...bin ich ganz einfach wissend.


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12.03.2012 09:57 (zuletzt bearbeitet: 12.03.2012 10:04)
#7
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@Nostalgiker Zitat:
Wahrscheinlich die Erkenntnis das sich Nazis ohne Probleme zu lupenreinen Demokraten wenden können, während dies für den größten Teil der DDR Bürger faktisch unmöglich ist, nämlich diejenigen welche "Täter" waren.

Willst Du etwa behaupten, dass 2% der größte Teil ist eine Bevölkerung ist? Das ist nämlich das derzeitieg Übel, das die DDR-Einwohner alle über einen Kamm geschoren werden!! Also in den Behauptungen bitte etwas mässigen!!!!
Ich habe als geborener Ostberliner und dort auch Aufgewachsener nur soweit mit dem MfS zu tun, dass ich direkt neben der Firma wohnte. Aber die Häuser standen schon seit den 20ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und die Gebäude des MfS waren früher mal ein Finanzamt. Das MfS ist dort eingezogen, weil es so schön groß war; das Gelände; und nebenan ein Gefängnis war und noch ist (jetzt Frauengefängnis in der Magdalenenstraße).
Peter, der Zaunkönig
Ach so noch zur Akte: Meine Akte besteht aus 2 leeren Karteikarten mit Adresse, PKZ, den persönlichen Daten und einem Stempel KK erfasst, obwohl ich wärend meiner Arbeitszeit als Seemann ins "kapitalistische" Ausland kam.

März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße


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12.03.2012 09:58
avatar  werner
#8
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Zitat von Grenzwolf62

Zitat von werner

Zitat von Grenzwolf62

Zitat von eisenringtheo
Kann man denn noch was grundlegend Neues bei dieser Aktenwälzerei herausfinden???



Aktuell warte ich noch auf die ungeschwärzten Klarnamen, ist dann was grundlegend Neues für mich.
Vergeben hab ich schon im Voraus, will nur ganz genau wissen wer es war der hinter mir hergeschnüffelt hat.




Und dann?




...bin ich ganz einfach wissend.




Ich mach mal den hinkenden Vergleich mit der Schule: Wie oft habe ich gefragt, warum ich so manches Wissen muss und regelmäßig kam die Antwort: Du wirst es (vielleicht) mal brauchen!

Leider gibt es mittlerweile Fälle, in denen den ehemailgen MA des MfS heute nachgestellt wird, beim Arbeitgeber angerufen und denunziert wird. Ist es das, was mit "Auge um Auge . . ." gemeint? Wohl kaum.

Und insofern sehe ich das ziemlich schwierig, denn irgendwann muss ja auch mal gut sein. Aber Herr G. hat es ja mal sinngemäß verkündet: " . . . auch die Kinder und Enkel . . ." sollen ein Kainsmal tragen. Auch auf diese Art wird Propaganda gemacht.

Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984

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12.03.2012 10:01
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Zitat von Zaunkönig
@Nostalgiker Zitat:
Wahrscheinlich die Erkenntnis das sich Nazis ohne Probleme zu lupenreinen Demokraten wenden können, während dies für den größten Teil der DDR Bürger faktisch unmöglich ist, nämlich diejenigen welche "Täter" waren.

Willst Du etwa behaupten, dass 2% der größte Teil ist eine Bevölkerung ist? Das ist nämlich das derzeitieg Übel, das die DDR-Einwohner alle über einen Kamm geschoren werden!! Also in den Behauptungen bitte etwas mässigen!!!!
Ich habe als geborener Ostberliner und dort auch Aufgewachsener nur soweit mit dem MfS zu tun, dass ich direkt neben der Firma wohnte. Aber die Häuser standen schon seit den 20ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und die Gebäude des MfS waren früher mal ein Finanzamt. Das MfS ist dort eingezogen, weil es so schön groß war; das Gelände; und nebenan ein Gefängnis war und noch ist (jetzt Frauengefängnis in der Magdalenenstraße).
Peter, der Zaunkönig




Haste den Ironie - Button übersehen?

Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984

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12.03.2012 10:07
#10
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@ werner:
Ich muss wohl blind sein, denn irgend ein Button ist beim Nostalgiker nicht zu sehen.

März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße


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12.03.2012 10:10 (zuletzt bearbeitet: 12.03.2012 10:11)
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Zitat von werner



Ich mach mal den hinkenden Vergleich mit der Schule: Wie oft habe ich gefragt, warum ich so manches Wissen muss und regelmäßig kam die Antwort: Du wirst es (vielleicht) mal brauchen!



Lieber Werner,
ich möchte dieses Wissen ganz einfach für mich, da es mein Leben und mein Umfeld in dem ich dieses Leben lebe, betrifft.
Also eine Sache die ich ganz allein mit mir ausmachen muss.
Die Zeiten als sich andere um meine Wünsche und Vorstellungen intensiv Gedanken machen mussten sind vorbei.


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12.03.2012 10:23
#12
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Zitat von Zaunkönig
@ werner:
Ich muss wohl blind sein, denn irgend ein Button ist beim Nostalgiker nicht zu sehen.



@Zaunkönig,
dieser war/ist in meinem Text versteckt und ich gebe zu nicht auf dem ersten Blick zu erkennen.

Natürlich ist es heutzutage einfacher für den Einzelnen wenn er schon sein ganzes Leben eine antikommunistische Gesinnung vor sich her getragen hat. Er braucht sich nicht weiter zu entwickeln, er kann so bleiben wie er war und sich als "Sieger" fühlen......

Gruß
Nostalgiker

Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler


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12.03.2012 10:26
avatar  werner
#13
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Zitat von eisenringtheo

Zitat von Angelo
Immer mehr junge Menschen wollen mit Hilfe der Stasi-Unterlagen-Behörde klären, ob ihre Familien in die Aktivitäten des DDR-Geheimdienstes verstrickt oder von ihnen betroffen waren. Das teilte Behördenleiter Roland Jahn dieser Zeitung mit.
„Die zunehmende Zahl von Anträgen auf Akteneinsicht von Verstorbenen zeigt, dass die nächste Generation wissen will, wie ihre Eltern und Großeltern gelebt haben“, sagte er. Dies sei nachvollziehbar. Anträge auf Akteneinsicht seien meist auch berechtigt, weil die Betroffenen in 60 Prozent aller Fälle erfasst seien.

Hier weiterlesen
http://www.fr-online.de/politik/einblick...6,11877296.html



Ich frage mich, wie lange die "Entstasifizierung" der EX DDR eigentlich noch dauern soll. Trotz ganz anderer Dimensionen und viel grösserem Unrecht war die BRD sechs Jahre nach dem Krieg 1951 vollkommen nazifrei (Entnazifizierungsschlussgesetz vom 11. Mai 1951) - weil es die Politik so wollte.
Und heute wurstelt man schon über 20 Jahre und Kinder, Enkel und Urenkel bis in die x-te Generation werden auch noch Einsicht erhalten..Kann man denn noch was grundlegend Neues bei dieser Aktenwälzerei herausfinden???
Theo




Da spielen sicher ein paar Interessen: So kann man die Menschen ziemlich dauerhaft auseinanderdividieren und über das Hochhalten des Mißtrauens-Pegels vergessen immer mehr, was sie in der DDR zusammengehalten hat. Und wenn man sich doch mit der Hydra beschäftigt, sind alle Probleme von heute sooooo klein.

Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984

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12.03.2012 10:51
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Ich weiss nicht ob die Ex-DDR Bürger das brauchen, die Akteneinsicht in alle Ewigkeit. man sollte irgendwann in kurzer Zeit damit Schluss machen und die Akten nur noch für historische Auswertungen frei geben. Man muss irgendwann einen Schlussstrich ziehen und ich denke der Zeitpunkt ist nah, wo das geschehen sollte.
Hier wird von einigen immer dargestellt, der westliche Teil will die Geschichte der Stasi und der DDR am kochen halten und die Bürger dort anprangern usw.. Leute in den neuen Ländern ,die Wirklichkeit sieht anders aus. In meinem Umfeld ( D'dorf) interessiert das die Menschen nicht die Bohne was war, was ist und auch was damit werden wird. Die haben meistens gar keine Ahnung davon, was da im Einzelnen abging.
Meine Schwester aus Thr. arbeitet seit 3 Jahren in einer Nachbarstadt hier im Rhld.. Sie ist noch nie blöd angequatscht worden, noch nie irgendwie benachteiligt worden oder ähnliches. Im Gegenteil, ihre Kollegen fragen sie hier und da wie war das in der DDR...... Sie fühlt sich sehr wohl hier und voll akzeptiert.


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12.03.2012 11:11 (zuletzt bearbeitet: 12.03.2012 11:17)
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Nun ja auch so sichert man die Zukunft seiner Behörde, sind ja schließlich Millionen von Euros deren Verschwendung man irgendwie erklären muss.

Es ist doch auch schön wenn das nach dem Umsturz geborene Enkelkind eines Tages in der Schule lernt, es gab in der DDR mal ein MfS und da waren ganz viele böse IM. Der Opa war nun fiktiv einfach einmal im Reparaturwerk Neubrandenburg, mit seiner herausragenden Funktion und militärischer Bedeutung, für die Sicherstellung der Versorgung mit NSW Ersatzteilen für Werkzeugmaschinen verantwortlich. Um hier einen eventuellen Informationsabfluss und um Fälle von Wirtschaftsstraftaten (z.B. Bestechung durch NSW Firmen um überteuerte Ersatzteile zu kaufen) vorbeugend zu verhindern hatte er sich, aus vollster Überzeugung um die Notwendigkeit und die Berechtigung dieses Sicherheitsinteresses, als GMS werben lassen.

Enkelchen stellt jetzt einen Antrag und möchte Opas Akte sehen, liest Opa war GMS und hat entsprechende Berichte geschrieben. Ich weiß ja nicht was das in einem jungen Menschen, der dies weder zeitlich noch fachlich richtig einordnen und werten kann, auslöst, zumal auch ein erhellendes Gespräch darüber mit dem Opa ja nicht mehr möglich ist.

Für meine Begriffe wird hier, um eines fragwilligen politischen Zieles willen, äußerst stümperhaft, fahrlässig und unvernünftig gehandelt!


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