(Grenz)zaungast

28.02.2012 07:08
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#1
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Hallo, im Gegensatz zu den meisten (allen?) anderen hier war die Grenze und die DDR für mich nur prägende! Episoden meiner Kindheit/Jugend.
Habe mit meinen Eltern (Vater 1958 ‘rübergemacht') meine Grosseltern von 1965 (mein Geburtsjahr) über 1972 (Tod meines Grossvaters nach Zwangsenteignung seiner Firma und 2 Jahre Knast) bis 1984 (Tod meiner Grossmutter) jedes Jahr 2 Wochen besucht.
Für mich und meine Schwester war die Grenze eher Abenteuer, für meine Eltern, insbes. meine Mutter der blanke Horror.
Der Spitzname ‘ZoniJo‘ ist nicht diskriminierend gemeint, er wurde mir von meinem besten Freund vor Ort Ende der 70er Jahre während eines feuchtfröhlichen Saufgelages (fragt mich aber nicht mehr wo, irgendein FDGB-Bunker im Harz) verliehen ;+)
Jo aus Hannover


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28.02.2012 08:21
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#2
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Hallo Jo,

Als "Grenzzaungast" bist du nicht der Einzige hier im Forum, wenngleich das Gros der Mitglieder von ehemaligen Soldaten der Grenztruppen bestimmt wird. Mit deiner Vita bereicherst du die illustre Runde nachhaltig - herzlich Willkommen!

Gruß Hartmut!


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28.02.2012 18:49
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#3
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Hallo Hartmut,

danke für den freundlichen Empfang, ich wühle mich gerade durchs Forum durch (mitunter sehr aufwühlend) und werde mich auch mal in die eine oder andere Diskussion einklinken.
Aber sonst werde ich frei nach Dieter Nuhr verfahren: Wenn man keine Ahnung hat...

Mein ‘schlimmstes‘ direktes Grenzerlebnis war Anfang der 70er, als mir (ich war 7 oder 8) so eine platinblonde Grenztante ein Mickymausheft, welches ich auf dem Rücksitz las, wortlos aus der Hand riss, und in eine graue Tonne schmiss.

Mein schlimmstes indirektes Erlebnis hatten meine Eltern, als sie meinen Grossvater, ebenfalls Anfang der 70er, als er erstmalig in die BRD einreisen durfte, einfach so nach Frankreich über die ‘offene‘ Grenze mitnahmen (Badische Kennzeichen, meine Heimat, wurden so gut wie nie kontrolliert). Als er dann auf der Rückreise wusste, dass es über die Grenze ging, hat er Panikattacken bekommen und die deutschen Zöllner haben das Auto natürlich angehalten, auch die hatten einen Blick für sowas. Seine größte Angst war ein ‘BRD-Stempel‘ in seinem DDR-Pass. Als ihm die Grenzer nach Erfassen der Lage dann einfach eine gute Reise wünschten, sind ihm die Freudentränen aus den Augen geschossen...

da sieht man mal, was dieser Staat seinen Bürgern angetan hat

ciao Jo


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28.02.2012 19:06
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#4
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Zum letzten Satz kann man unterschiedlicher Meinung sein, wovor hat er sie bewahrt und was tut der heutige ihnen an. Stoff genug für lange Abende.

Trotz und gerade wegen der anderen Sichtweise möchte auch ich Dich hier herzlich Willkommen heißen.


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28.02.2012 19:14
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#5
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Zitat von ZoniJo
Hallo, im Gegensatz zu den meisten (allen?) anderen hier war die Grenze und die DDR für mich nur prägende! Episoden meiner Kindheit/Jugend.
Habe mit meinen Eltern (Vater 1958 ‘rübergemacht') meine Grosseltern von 1965 (mein Geburtsjahr) über 1972 (Tod meines Grossvaters nach Zwangsenteignung seiner Firma und 2 Jahre Knast) bis 1984 (Tod meiner Grossmutter) jedes Jahr 2 Wochen besucht.
Für mich und meine Schwester war die Grenze eher Abenteuer, für meine Eltern, insbes. meine Mutter der blanke Horror.
Der Spitzname ‘ZoniJo‘ ist nicht diskriminierend gemeint, er wurde mir von meinem besten Freund vor Ort Ende der 70er Jahre während eines feuchtfröhlichen Saufgelages (fragt mich aber nicht mehr wo, irgendein FDGB-Bunker im Harz) verliehen ;+)
Jo aus Hannover



Willkommen im Forum. Auch ich hatte nicht direkt mit der Grenze zu tun. Hatte zwar Verwandte in Brandenburg, bin aber selbst im Suedwesten Deutschlands aufgewachsen.


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28.02.2012 19:34
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#6
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Zitat von ZoniJo


Mein schlimmstes indirektes Erlebnis hatten meine Eltern, als sie meinen Grossvater, ebenfalls Anfang der 70er, als er erstmalig in die BRD einreisen durfte, einfach so nach Frankreich über die ‘offene‘ Grenze mitnahmen (Badische Kennzeichen, meine Heimat, wurden so gut wie nie kontrolliert).

ciao Jo




Kann ich aus eigener Erfahrung bestaetigen. Keine Probleme damals an der deutsch franzoesischen Grenze wenn man die Buchstaben PS, SB, ZW, andere aus der Region, ja sogar noch KL auf dem Nummernschild stehen hatte. Kein Problem mit den Zoellnern. Die Franzosen haben sogar noch weniger Interesse als die Deutschen am Kontrollieren gezeigt. Ich bin nahe der Grenze (Pfalz / Saar / Lothringen) aufgewachsen. Wir sind oft auch zu Fuss rueber gegangen nach Lothringen und Probleme gab es nie. Gleiches galt fuer Luxemburg. Und dann machen unsere eigenen Landsleute an der Zonengrenze so ein Theater. Voellig unverstaendlich.


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28.02.2012 22:51 (zuletzt bearbeitet: 28.02.2012 22:53)
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#7
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Zitat von Feliks D.
Zum letzten Satz kann man unterschiedlicher Meinung sein, wovor hat er sie bewahrt und was tut der heutige ihnen an. Stoff genug für lange Abende.

Trotz und gerade wegen der anderen Sichtweise möchte auch ich Dich hier herzlich Willkommen heißen.


sei grüßt Zonijo, interessante Ausführungen übe rdie Grenze und die Situation an der Grenze.

Feliks, du weisst nicht wovon du redest. Nix begriffen in 22 Jahren und mit dir noch einige andere hier.


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28.02.2012 22:57
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#8
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Zitat von Gert
Feliks, du weisst nicht wovon du redest



Ist doch schön, biste wenigstens nicht allein mit dem Problem.


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29.02.2012 07:11
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#9
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Der Mehrzahl genügsamer, angepasster Lachse, die immer mit dem roten Fluss schwammen, ging es nicht schlecht.
Die paar vollgefressenen, doppelzüngigen Lachse im warmen, roten Meer lebten in Saus und Braus.
Aber die freidenkenden Lachse, die gegen den Strom oder auch nur ein wenig aus der Strömung schwammen, hatten es verdammt schwer.

Letztere, die auch den Grossteil meiner Freunde/Verwandten ausmach(t)en, sind der Grund, warum ich mich hier angemeldet habe. Wenn ich mal wirklich Lust auf eine Grundsatzdiskussion habe, dann bemühe ich meinen Arbeitskollegen, einen 101%igen Vertreter der ersten Gruppe, hier werde ich das auf keinen Fall tun.

Wenn ich mich hier einlogge, dann werfe ich meine Zeitmaschine an, und versuche den Nebel, der sich inzwischen über meine Vergangenheit gelegt hat, zu durchdringen. Der Ist-Zustand im Jahre 2012 interessiert mich hier in diesem Forum* nicht.

Zoni'*aber auch nur hier'jo


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29.02.2012 08:57
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#10
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Zitat von Gert

Feliks, du weisst nicht wovon du redest. Nix begriffen in 22 Jahren und mit dir noch einige andere hier.



evtl. solltest du es, alter mann, einfach mal wie @jo halten:

Zitat von ZoniJo
Aber sonst werde ich frei nach Dieter Nuhr verfahren: Wenn man keine Ahnung hat...






willkommen @jo, hier im forum. bin gespannt was an zeitzeugenberichten deinerseits so kommt...


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29.02.2012 09:09
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#11
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Zitat von GilbertWolzow

Zitat von Gert

Feliks, du weisst nicht wovon du redest. Nix begriffen in 22 Jahren und mit dir noch einige andere hier.



evtl. solltest du es, alter mann, einfach mal wie @jo halten:

Zitat von ZoniJo
Aber sonst werde ich frei nach Dieter Nuhr verfahren: Wenn man keine Ahnung hat...






willkommen @jo, hier im forum. bin gespannt was an zeitzeugenberichten deinerseits so kommt...




Gilbert würdest Du an dem zauberhaften Tag die Freundlichkeit besitzen und Dich in Deiner Wortwahl mäßigen? Von Etikette zeugt Deine Aussage nun wahrlich nicht....

Jede gute Idee beginnt mit dem Satz.. "halt mal mein Bier!"

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29.02.2012 09:13
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Hmm und das wo er doch nur Gerts Worte aufgreift?


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29.02.2012 09:15
avatar  exgakl
#13
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ja... der Ärmste

Jede gute Idee beginnt mit dem Satz.. "halt mal mein Bier!"

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29.02.2012 09:35
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#14
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Zitat von Feliks D.

Zitat von Gert
Feliks, du weisst nicht wovon du redest



Ist doch schön, biste wenigstens nicht allein mit dem Problem.







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10.03.2012 19:46
#15
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Bin zwar neu hier, aber ich maße mir mal an, wegen des Disputes über Recht und Unrecht mal was zu sagen. War Ende der 60er an der Grenze, nach der Wende für eine Firma in PS im Außendienst gearbeitet und von meinen altbundesdeutschen und ausländischen Kunden oft nach der Zeit vor, um und nach der Wende befragt worden. Ich kann nur sagen, Du kannst 100 Ostdeutsche fragen und Du wirst 100 verschiedene Antworten bekommen, von extremer Gegnerschaft bis zum betonharten Nostalgiker. Übrigens, die Ausländer (ich hatte Ende der 90er in SE-Asien zu tun), auch Westeuropäer, können nicht verstehen, warum die Deutschen das alles so verbissen ernst sehen. Und noch was ist mir aufgefallen: Desto weiter von der ehemaligen Grenze meine Kunden wohnten, desto verschrobener waren die Vorstellungen über die DDR (z.B. "Ihr durftet doch in der DDR kein Englisch lernen ?"). Also, bitte Tolerenz in den Ansichten, wenn es nicht in Beleidigung ausartet.


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