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#1

Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.05.2009 13:53
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Hallo an alle Forenmitglieder,

möchte mich kurz vorstellen. War 86 ein paar Monate bei der 4.GK Spahl und dann bis zur Entlassung 87
in der Stabskompanie in Dermbach (I.GB Sünna, GR-3). Daher kannte ich Rainman (damals Oberleutnant) und ein paar
der damaligen "Führungskräfte", z.B. Oberleutnant Dö., Major Pi. perrsönlich. Ich habe da eine etwas andere Sicht auf die Dinge von damals und kann hier etwas Klarheit hineinbringen. Ansonsten denken unsere Mitleser aus den alten Bundesländern, die Grenztruppen (GT)
waren der reinste Kurbetrieb, die Stasi und ihre Mitläufer kein Theam bei den GT. Sehr gut in Erinnerung sind mir natürlich auch die A...löcher der UA Abwehr (Unterabteilung Abwehr, HA I/Abw. GK-Süd), u.a. Oberstleutnant Lu. und OM Hauptmann La. Ich bin mir sicher, daß da der eine oder anderer von dem Laden hier still mitliest, wenn Sie noch nicht das Zeitliche gesegnet haben. Da ich hier meine Stasi-Akte vor mir liegen habe sind sie alle mit Klarnahmen aufgeführt und natürlich all die schönen Tonbandabschriften einiger GMS, IMS sowie die Stellungnahmen der "Führungskräfte" u.a. Rainman. Vielleicht stelle ich das eine oder andere Dokument hier ein. Das ist sicher für einige hier recht interessant. Da ich längere Zeit als GUvD und UvD (als Gefreiter) tätig war, kann ich auch einige Anekdoten zur Stabskompanie beitragen. So das solls für den Anfang erst mal gewesen sein. Später mehr, wenn gewünscht.


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#2

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.05.2009 13:55
von Angelo | 12.669 Beiträge | 1856 Punkte
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Herzlich Willkommen im Forum
Wir sind schon ganz gespannt auf deine Enthüllungen



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#3

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.05.2009 14:20
von Rainman2 | 5.850 Beiträge | 802 Punkte
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Hallo Pirx,

auch wenn es nicht gerade nach einem herzlichen Wiedersehen, oder besser Wiederlesen klingt, heiße auch ich Dich herzlich Willkommen im Forum. Dass Einschätzungen von mir in Deiner Akte auftauchen, erklärt sich aus den Personaleinschätzungen im Rahmen des sogenannten Befehls 44 des Chefs GT. Durch die lt. diesem Befehl abzugebende Personaleinschätzung (alle 14 Tage mindestens eine Beobachtung, alle 4 Wochen eine schriftliche Einschätzung) wurden quasi alle Offiziere mit Unterstellten und auch die Stellvertreter zu Informanten der Stasi. Ich hatte mich an anderer Stelle im Forum schon mal dazu geäußert, dass wir damals die Sache als einen Beitrag zur militärischen Abwehr verstanden und die Rolle der Stasi keineswegs aus dem kritischen Blickwinkle der heutigen Zeit sahen. Wie dem auch sei, ich war ein "Hundertprozentiger", Du augenscheinlich nicht. Das werden also keine freundlichen Worte von mir gewesen sein. Ich hoffe aus heutiger Sicht ehrlichen Herzens, dass meine Arbeit und meine Einschätzungen Dir nicht mehr Schaden zugefügt haben, als Du ohnehin schon hattest. Ich würde mich freuen, wenn wir uns hier im Forum über diese Zeit verständigen könnten. Also ist hiermit meinerseits der Wunsch nach mehr offiziell geäußert.

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 25.05.2009 14:26 | nach oben springen

#4

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.05.2009 16:54
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Hallo Rainman, hallo Angelo

danke für Eure Begrüssung und Rainman für deine Selbsteinschätzung als "Hunderprozentiger".
Nein ich war keiner. Es war schon damals ca. 3 Jahre vor dem Mauerfall klar,
daß das System nicht mehr lange halten würde. Es war nur die Frage wie die DDR
enden würde: blutig oder in einer friedlichen Revolution.

Ja, bezüglich Befehl 44: War hier bei mir eher harmlos was bei mir in der Akte stand:
z.B. "ruhig, zurückhaltend, verschlossen, Arbeitsdienst unwillig" vermutlich
vom damaligen OL Dö. oder dies von einem fleissigen IM (inoffiziellen Mitarbeiter)
Deckname Klaus: "Dienstlich pos./Versucht sich bei Arbeiten zu drücken/Studium nach GWD"
Weniger harmlos waren die Ermittlungsbereichte einiger IM/GMS und des OM OL Se. aus der 4.GK
Spahl. Vor allem bei den GAKL allesamt Fähnrichdienstgrade existierte ein wahres Nest der Stasi.
Die haben sich sogar untereinander bespitzelt und Berichte geschrieben, natürlich mit schönen
Decknamen wie "Wolfgang" oder "Adapter".

Hallo Rainmann? Was ist eigentlich mit den Offizieren der GT bzw. der Stabskompanie damals 89/90 passiert? Für viele
ist doch eine Welt zusammengebrochen. Wurden die sofort entlassen? So ohne richtigen Job und Ausbildung
mit der harten Wirklichkeit konfrontiert zu werden, haben einige wahrscheinlich nicht verkraftet.

OL=Oberleutnant
GAKL=Grenzaufklärer
IM=inoffizieller Mitarbeiter (der Staatssicherheit)
GMS=gesellschaftlicher Mitarbeiter für Sicherheit
OM=operativer Mitarbeiter (der Staatssicherheit)





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#5

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.05.2009 17:23
von Rainman2 | 5.850 Beiträge | 802 Punkte
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Hallo Pirx,

ja, für uns Berufssoldaten brachen Welten zusammen. Nichts desto trotz haben es die Leute aus der Stabskompanie eigentlich ganz gut verkraftet. Mit Major P. stehe ich noch im Kontakt. Er hat eine Weile Versicherungen verkauft, ist jetzt aber schon seit mehreren Jahren für ein Weingut als Vertreter unterwegs. In seiner Art ist er immer noch ganz der Alte. Er schwatzt Dir also noch locker eine Flasche Essig als Blanchet auf (für Außenstehende: Das beschreibt nicht seine Art zu verkaufen, sondern seine Art, Leute zuzutexten). In seiner Art ging er ja vielen auf die Nerven. Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu ihm. Im Gegensatz zu Vorgesetzten anderer Einheiten hat er viel für die Kompanie getan und hat nach meiner Einschätzung auch nicht hinter dem Rücken der Leute agiert. Ich stehe heute noch in einem lockeren, freundschaftlichen Kontakt zu ihm und habe ihn vor drei Jahren das letzte Mal besucht. Deinen Zugführer und seine Frau (aus der Küche), habe ich vor 8 Jahren das letzte Mal getroffen. Es ging beiden soweit ganz gut, sie haben die Umstellung verkraftet. Unseren Hauptfeld traf ich vor 10 Jahren das letzte mal. Nur ein Satz: Immer noch der Alte. Warum sollte er sich auch ändern?

Für das Grenzregiment 3 hatte sich eine Kameradschaft gegründet. Ich war vor 10 Jahren mal bei einer Veranstaltung dabei. Es war ganz nett, einige der Herren mal wiederzusehen. Aber, ich sag's mal diplomatisch: Ich bin nicht so der Typ für Kameradschaften. Ich hörte dort konkret von einem Selbstmordfall und einem "selbstmordnahen" Fall von Offizieren aus dem Stab. Alle anderen haben es augenscheinlich verkraftet.

Ich melde mich nochmal per PM bei Dir.

ciao Rainman


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#6

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.05.2009 19:17
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Hallo Rainman,

PM angekommen. Überlege noch.
Weil du die Küche erwähntest. In der waren doch einige Frauen der Offiziere beschäftigt.
Wahrscheinlich nur angelernt ohne entsprechende Ausbildung. Entsprechend vielen dann manchmal
die Ergebnisse aus. Wir Soldaten haben ja damals in der Offiziersmesse serviert.
Du kannst dich wahrscheinlich nicht mehr daran erinnern. Es gab Omlett oder so was ähnliches.
Du bekammst Dein Essen serviert, nach 2-3 Bissen spucktest du alles auf den Teller und ranntest zur
Küche und schimpftest laut los. Die fähigen Damen hatten einfach einen ganzen Salzklumpen mit eingebacken.
Wir Soldaten konnten vor Lachen nicht.


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#7

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.05.2009 19:45
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Alle Achtung Raiman2 du kommst ja auf immer mehr Bekannte hier im Forum.


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#8

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.05.2009 20:07
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Hallo Pirx,

und ob ich mich erinnere. Es waren Kartoffelpuffer. Ein voller Biss auf einen ordentlich großen Salzklumpen. Und der Übergag: Zu der Zeit war ich bereits Leiter des Küchenkollektivs, wie es offiziell hieß, also der Vorgesetzte der Mädels. Es war reiner Zufall, dass es mich erwischt hatte (wirklich - ich hatte den Stapel der Puffer gesehen, das war nicht planbar). Aber mein Mageninhalt hat hart mit mir verhandelt, ob er mir mal ins Gesicht sehen darf. Es ließ sich knapp vermeiden.

Serviert wurde übrigens nur im Führungsspeiseraum, wo die Offiziere der Regimentsführung zu speisen pflegten. Da waren pro Mittag zwei Soldaten abzustellen, die dort servierten. Einmal wurde ein Soldat abgelehnt und sollte "nie wieder" servieren, da er zum Leiter des Regiments-Med.-Punktes gesagt haben soll: "So und nun folgt noch zum Schluss, das Süppchen für den Medikus" (sicherlich nicht ganz wörtlich hier wiedergegeben). Mein je, hat der ein Fass aufgemacht. Dabei unterschied sich er sich vom Fleischer dadurch, dass letzterer wenigstens weiß, wie das Stück Fleisch heißt, was er gerade in der Hand hält.

Die Küchenfrauen waren fast alle Frauen oder Töchter von Berufssoldaten. Einige verstanden ihr Handwerk ganz gut. Andere kamen mit Fach- oder Hochschulstudium und wurden erst mal Beiköchinnen. Da fehlte auch manchmal das notwendige Quentchen Liebe zum neuen Beruf. Mit einer besseren, vor allem konsequenteren fachlichen Führung wäre da bestimmt auch mehr möglich gewesen. Wenn die Küche ihre Mängel hatte, dann lag es daran, nicht an den Mädels. Ich war gerade mal 25 Jahre alt, als ich plötzlich 8 weibliche Unterstellte bekam, neben meinem eigentlichen Job als Polit der Kompanie. Der fachliche Vorgesetzte in der Küche war ein lieber, netter Kerl, aber er kam mit den Frauen nicht zurecht. Keine gute Kombination.

ciao Rainman


edit: @maja64 - Ich finde das gut. Es dürfen auch ruhig auch mal ein paar kritische Töne aus meiner Vergangenheit kommen.

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zuletzt bearbeitet 25.05.2009 20:10 | nach oben springen

#9

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.05.2009 20:12
von Augenzeuge (gelöscht)
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Hallo Pirx,

auch ich möchte dich willkommen heißen. Ich freue mich auf deine klaren Antworten.

Sag mal, wie kommt jemand mit deiner Meinung zu den GT? Ich finde es schon erstaunlich, wie jemand, der doch vieles während des Dienstes nicht erfährt, 3 Jahre vor dem Mauerfall zu der Einschätzung kommt, das dauert nicht mehr lange...
Anderen war das scheinbar bis zuletzt nicht klar. Du wirst sicher hier schon einige Themen gefunden haben, wo du noch eine Antwort abgeben kannst.

Gruß, Augenzeuge


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#10

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.05.2009 20:18
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Zitat von Pirx
Die fähigen Damen hatten einfach einen ganzen Salzklumpen mit eingebacken.
Wir Soldaten konnten vor Lachen nicht.


Hallo Rainman, gibt es einen Zusammenhang mit dem Zettel: "Bitte nur eine Tüte Salz nehmen"?
Ich verstehe, so ganz hattet ihr den "Laden" nicht im Griff. Mach dir nichts draus!



Gruß, Augenzeuge


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#11

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.05.2009 20:23
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Hallo Augenzeuge,

Du meinst, die hatten das gehortete Salz über mindestens 5 Jahre gebunkert, was die Klumpen erklären würde? Ich sollte mich wieder an Dich wenden, wenn ich einen blinden Fleck in den Zusammenhängen meines Lebens spüren sollte.


Übrigens habe ich damals in der Küche alles im Griff gehabt. Ich wusste nur einfach nicht, was das war.

ciao Rainman


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#12

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.05.2009 20:56
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Auch von mir ein herzliches Willkommen an dich, Pirx.

Ein klein wenig aus Rainman´s Nähkästchen zu erfahren - wer hätte das gedacht...


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#13

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.05.2009 21:28
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Hallo Augenzeuge,

danke für die Begrüssung. Ich Stand, wie es in meiner Stasi-Akte so schön heist, unter dem Einfluß der PiD,
d.h. der politisch ideologischer Diversion in Form von Westfernsehen bzw. Radio. Rainman kann euch das sicher genauer
erklären, da er regelmässig auch PU halten musste.

Damals gab es schon die ersten, grösseren Ausreisewellen von Ärzten, Prominenten, etc., welche auch
im "Neuen Deutschland" dokumentiert worden. Als normal wehrpflichtiger Soldat hast du bis kurz vor Einberufung
aber nicht gewußt, daß man bei den GT oder bei der NVA landet. Es wurde natürlich vorher gründlich gesiebt, d.h.
einige Kriterien wurden vor Einberufung abgecheckt: z.B. keine Westbekanntschaft und Westbesuche, politisch
unauffällig, keine Vorstrafen, etc. Die Stabskompanie in Dermbach war u.a. auch ein "Bodensatz" der erst später
(politisch) auffällig gewordenen Soldaten aber auch Unteroffizieren und Offiziere, z.B:

- Soldaten, welche "aus der Linie abgezogen" wurden, wegen systemkritischen Äusserungen (wie ich). Bei Rayman war es ähnlich, hat er hier
im Forum schon mal geschildert.
- Soldaten, welche in selbst verursachte Verkehrsunfälle verwickelt waren.
- Soldaten mit brisanten familiären Verhältnissen, z.B. wenn die Ehefrau Scheidung eingereicht hatte. Solche Kandidaten waren riskant,
da erhöhtes Fluchtrisiko vermutet wurde.
- Soldaten, welche ich als Alkoholiger bzw. am Rande dazu einstufen würde: auch riskant vor allem in Streßsituationen und die gab es
häufig am "Kanten". Da ich öfters UvD war, hab ich dies mal live erlebt: Ein Mann der nach Urlaub oder Ausgang, weiß ich nicht mehr
genau, unter Alkoholeinfluß von 4 Mann in die Arrestzelle abgeschleppt werden musste. Der hat tierische Kräfte entwickelt und wollte
die Stube zerlegen.
- Einige Kandidaten, welche man ständig unter Kontrollen halten wollte, da im nachhinein Westkontakte festgestellt wurde. Da genügte,
wenn in der Verwandschaft bzw. in der unmittelbaren Nachbarschaft ein Ausreiseantrag gestellt wurde.
- Bei einigen Unteroffizieren und auch Offizieren, vermute ich auch, "Defizite" bei der Dienstausführung, d.h. die Leute waren den
Anforderungen an vorderster Linie nicht gewachsen und wurden von ihren KC nach wiederholten Vorkommnissen nach Dermbach abgeschoben.
Darüber hat natürlich keiner von den Betroffenen offen gesprochen, es gab allenfalls Gerüchte.
- straffällig gewordene Soldaten: Ich hatte auf meiner Stube einen ehemaligen Offz.schüler. Der hatte mehrere seiner Kameraden
aufgemischt. Degradierung zum Soldaten und komplette Ableistung der Dienstzeit ohne Anerkennung der Ausbildungszeit als Offz.schüler.
Hat man ihn aber vorher nicht gesagt und als wir entlasssen wurde, war er fast am Boden zerstört, da er noch 6 Monate abreisen musste.

Nun, daß solls für heute erst mal gewesen sein.
Gruß, Pirx


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#14

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.05.2009 22:41
von Grete85 | 857 Beiträge | 50 Punkte
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Hallo Pirx,
auch ein herzliches von mir.Ich war vor dir in Spahl(82-85).Damals war es ja noch die 6.GK.Es schön,das Rainman und ich nicht so alleine sind. In diesem Sinn viele gute Beiträge.
Gruß Grete


--------------------------------------------------
Geschichte ist nichts anderes
als die Unfallchronik der Menschheit.

Chales Talleyrand,französicher
Staatsmann (1754-1838)
--------------------------------------------------
Gedient von Frühjahr 1982 bis Frühjahr 1985 beim
VEB Landesverteidigung, Betriebsteil Grenzsicherung Rhön
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#15

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.05.2009 02:05
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Hallo Pirx,

tja, die Stabskompanie, und hier vor allem der Wachzug, war so etwas wie der "Bodensatz", da muss ich Dir recht geben. An den Politunterricht im Wachzug kann ich mich noch in groben Zügen erinnern. Schließlich hatte mich ja sogar schon die Bibel davor gewarnt: "Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre sich nahen, da du wirst sagen: Sie gefallen mir nicht!" (Prediger, Kapitel 12, Vers 1). Nein, das war kein schönes Arbeiten für mich, das hat mir nicht gefallen. Der Personalbestand wechselte häufig. Ab und zu schickte die Verwaltung 2000 auch einfach mal Soldaten vorbei, die "für ein paar Tage in den Stab kommandiert waren" und nun in den Genuss einer politischen Schulung kommen sollten. Mir schlug eine Welle aus offen zur Schau gestelltem Desinteresse entgegen. Die Diskussionen vor versammeltem Publikum mit Leuten, die man kaum kannte, waren wirklich Ungleichungen mit lauter Unbekannten. Da ich fern der gesellschaftlichen Realität argumentierte, sah ich bei vielen Themen verdammt blass aus und musste das oft genug selber spüren. Aber ich konnte, oder ich wollte auch keine Provokationen zulassen, die den gesamten Unterricht sprengen konnten. Es verging kaum eine Schulung, wo ich nicht Leute rausschickte, die beim Kompaniechef um eine Arbeit im Rahmen des Innendienstes "bitten" sollten. Nach dem Politunterricht kamen dann häufig Anfragen von den Vorgesetzten oder der Verwaltung 2000, wie ich bestimmte Leute nach dem Politunterricht einschätzen würde, oder warum ich diesen oder jenen rausgeschmissen hätte. Na super, 8 Stunden Unterricht mit einem hohen Anteil Frontalschulung, 30 Mann im Raum, von denen mir jedesmal etwa ein Drittel kaum oder gar nicht bekannt war - und dann eine Unterrichtsdiskussion führen, die nahezu alle Anwesenden interessiert, wie eine Wasserstandsmeldung aus einem Mittelkirgisischen Dorfbrunnen - und dann sollte ich noch jeden umfassend einschätzen. Naja, was solls, ich wollte den Job ja unbedingt haben. Zuweilen bastelte man sich aus den zwei oder drei Gesprächsfetzen ein paar Sachen zurecht. Wenn sich gar mal jemand gemeldet und dann noch etwas Systemkonformes gesagt hatte, war er schon auf dem besten Weg zum Titel "Bester".

Ansonsten, Pirx, kommst Du jetzt langsam in Zugzwang. Hier lechzt man augenscheinlich nach Informationen zu meinen Schlechtigkeiten. Tu Dir keinen Zwang an, wenn Du sie erzählen kannst und willst.

Eine allgemeine Anmerkung noch zu Gretes Satz, dass wir jetzt nicht mehr so allein sind. Aufgrund meines Praktikumseinsatzes in Spahl 1982 kann ich mich, genau wie Pirx und Grete, offiziell mit zu den "Spahlern" zählen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#16

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.05.2009 13:12
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Hallo Rainman,
wenn du zweieinhalb Jahre als Praktikum bezeichnen willst,bin ich,in Bezug auf das Leben,damit einverstanden. Es gab gute und schlechte (1096) Tage.Vor allem wenn draußen so`n beschi.... Wetter war.Die ganze Nacht bei Dauerregen am Kolonnenweg in Abriegelung,die "Regenrinne"hörte über den Stiefeln auf,der Wasserstand drinne auf Knöchelhöhe und dann, als der Morgen graute, verschwanden die Regenwolken und strahlend blauer Himmel war zusehen.Tja,so isse,die Rhön.
Gruß Grete


--------------------------------------------------
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#17

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.05.2009 16:45
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Hallo Grete85,

ich wollte nicht sagen, dass Du oder Pirx im Praktikum in Spahl waren. Ich war im Praktikum als Offiziersschüler da, so hab ich es, glaube ich, auch geschrieben. Ihr beide habt da richtig gedient, der eine länger der andere kürzer. Meine Bemerkung war nur eine Erklärung für die Kollegen hier im Forum, die mit mir in anderen Einheiten gedient haben, da diese mich u.U. nur als Stedtlinger oder Dermbacher kennen. 1096 Tage lang Praktikum - Grete - sowas gibt's doch nur in der freien Marktwirtschaft.

ciao Rainman


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#18

RE: Spahl/Dermbach 86-87

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Hallo Grete, hallo Rainman, manudave..

nachträglich noch mal danke für die Begrüssung.
An Tagen kann ich euch beide, Grete und Rainman, bei weitem nicht schlagen.
Ich habe doch "nur" meine 18 Monate abgerissen, davon ein paar Monate bis zu meiner Versetzung in Spahl.
An das schlechte Wetter kann ich mich aber auch noch erinnern. Ich war da in Spahl
für die kurze Zeit GSZ-Techniker. Vorher, noch während der Grundausbildung, hatte ich
den GSZ-Lehrgang in Plauen gehabt. Die dachten wohl, daß dies mit meiner späteren Studiumrichtung
zusammenpasst. Im nachinhein hätte ich lieber Akkuladewart wählen sollen.
Als GSZ-Techniker musste ich dann mit meinen Uffz., damals Herr Bl., auch öfters bei den schlechtesten Wetter raus, da sich die Fehlauslösungen am GSZ häuften bzw. die Anschlußdosen regelrecht absoffen.
Viel machen konnte man da nicht, trocken legen, einfetten und abwarten. Zuätzlich schleppte man noch die
Werkzeugtasche und die Knarre rum und konnte nirgends unterkriechen. Die Knarre war übrigens nicht schlecht, mit Klappbügel anstatt Plaste- bzw. Holzschaft. War schön lässig zu tragen.
Gruß Pirx


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#19

RE: Spahl/Dermbach 86-87

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Zitat von Rainman2
"Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre sich nahen, da du wirst sagen: Sie gefallen mir nicht!" (Prediger, Kapitel 12, Vers 1).ciao Rainman


Hallo Rainman,
jetzt hast du es geschafft. Ich bin ziemlich baff. Ein Ex-Polit kann die Bibel zitieren- nicht das ich jetzt irgendwie religiös gebildet bin- nein, aber du scheinst wirklich für alles offen zu sein.
Übrigens, wer lechzt nach deinen Schlechtigkeiten? Ich blicke der Sache relativ ruhig und sachlich entgegen.
Ich finde es interessant, wie du dein damaliges Verhalten heute siehst bzw. kommentierst. Deinen Polit-Unterricht, wo du, wie du es selbst nennst, jenseits der gesellsch. Realität standest, hätte ich gern mal mitgemacht. Ich bin mir sicher, das du mich bald rausgeworfen hättest. Was wärst du für ein DDR-Bürger geworden, wenn du die gesellsch. Realität sehr früh erkannt hättest...vielleicht hättest du ja manudave schon in Prag getroffen....

Gruß, Augenzeuge


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#20

RE: Spahl/Dermbach 86-87

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.05.2009 17:53
von Pirx (gelöscht)
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Zitat von Rainman2

Ansonsten, Pirx, kommst Du jetzt langsam in Zugzwang. Hier lechzt man augenscheinlich nach Informationen zu meinen Schlechtigkeiten. Tu Dir keinen Zwang an, wenn Du sie erzählen kannst und willst.
ciao Rainman


...also gut Rainman, langsam kommen auch die Erinnerungen wieder. An folgendes kann ich mich noch erinnern. Ich sitze mit einigen von meinen Kameraden in unserer Stube. Du bist im Nachbarzimmer.
Das Radio läuft ziemlich laut und irgendeiner von uns hatte einen Westsender, ich glaube Bayern 3,
eingestellt. Alle liegen in den Betten und sind zu faul das Radio leise zu machen oder wenigstens einen DDR-Sender einzustellen. Dann kommt dieser typischen Signalton bei Verkehrsdurchsagen. Das musst du auch im Nachbarzimmern mitbekommen haben. Du stürmst in unser Zimmern und machst uns rund. Westradio war ja strengstens verboten. Dann müssen wir alle Stellungnahmen schreiben und jeder einzeln noch beim KC antreten. Da keiner die Schuld auf sich nahm, ist die Sache dann im Sande verlaufen. Die Stellungnahmen sind sicher in der Personalakte abgelegt wurden. Im nachhinein hätte man sich aber fragen sollen, woher du wusstest dass das ein Westsender war. Am Signalton allein konnte man das ja nicht wissen. Ich glaub so etwas ähnliches hatte ich auch in meiner
Stellungnahme geschrieben. Ist zwar Schwachsinn aber schwer zu widerlegen. Aus heutiger Sicht nach über 20 Jahren banal, damals aber toternst.
Gruß Pirx


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