Stintenburg

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28.12.2016 19:28 (zuletzt bearbeitet: 28.12.2016 20:09)
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#121
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Ich stelle hier mal einen Artikel der WamS von 1992 über einen Hauptmann der HA I/Aufklärung ein. Er sass bei mir im Nachbarbüro und ich war teilweise involviert. Insbesondere im Mittelteil ist der Artikel allerdings stark übertrieben, die Fakten stimmen aber im wesentlichen
Allerdings fand und finde ich sein Verhalten perfide, mit seinem Wissen an die Presse zu gehen. Für mich stand Quellenschutz immer ganz weit vorne. Aus meiner Sicht hatten wir nicht das Recht die Personen, die uns vertraut haben, derart zu dekonspirieren, auch dann nicht, wenn die Fakten der Gegenseite bereits aus anderen Quellen bekannt waren.. Dass es in diesem Fall dennoch erfolgte, liegt in der Persönlichkeit des MA's begründet und ist für mich auch heute noch verachtenswert.

andy


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28.12.2016 20:07
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#122
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Zitat von Ratze im Beitrag #109
Moin
Frage an die Fachleute.
Ist die Skizze richtig?
1 Parkplatz
2 Schloss
3 Geräteschuppen
4 Tanklager
6 Garagen
7 Sturmbahn
8 Bootssteg
9 Insel zur Strumbahn
10 Bauernhof
[[File:Objektskizze.pdf]]

Quelle Landesarchiv SH Abt. 561 Nr. 14 vom 20.03.72




Im wesentlichen stimmt die Skizze, auch wenn die Größenordnungen in meiner Erinnerung nicht so richtig hinhauen. Anstatt der kleineren Garage stand zu meiner Zeit (4/81 - 9/81) ein Schulungsgebäude mit Schulungsraum, Büro des Abwehroffiziers und Fotolabor.
Aus der Sturmbahn wurde ein Sportgarten mit Sturmbahn und weiteren zusätzlichen Elementen. Die Seilbahn zur kleinen Insel war auch nicht mehr Bestandteil der Sturmbahn sondern ein extra Übungselement. Heute wird man da aber nix mehr von finden, die Stintenburg ist ja wieder privat bewohnt und das meiste militärische ist ja bereits 85/86 geschliffen worden. Ein Kumpel aus meinen HIM-Zeiten war dort bis zum Ende als Ausbilder tätig und erzählte mir nach der Wende, dass sie beim schleifen der Anlagen gründliche Arbeit geleistet hätten.

andy


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28.12.2016 20:30 (zuletzt bearbeitet: 28.12.2016 20:37)
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#123
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ja Andy, es war in Grabow nicht anders. Das meinte ich mit der Aufklärung. Mich interessierte aber auch alles am westlichen Elbufer. Jedes Fahrzeug, jeder Zoll-BGS Angehörige. Und davon erfuhren meine Vorgesetzten in der Bootskompanie niemals etwas. Das alles was ich aufgeklärt hatte ging über den MfS, Hauptmann S. nach den Aufklärungsoffizier im Stab, Hauptmann, später Major C. Deshalb konnte ich bei Vorträgen in Grenzkompanien sagen, dort und dort ist jetzt das Fahrzeug. Und ich war im Gegensatz zu den anderen Besatzungen an keinen Abschnitt gebunden.
Wenn ich sah an den beiden Funktürmen Höhbeck wurde gearbeitet, dann blieb ich da. Oder versuchte die Niederländer aufzuklären im Raum Hitzacker Neu Darchau, das war sehr schwer, da die im Wald lagen und man sie nur entdecken konnte, wenn sie durch ein Dorf fuhren.
Zu Stintenburg, Kartentaschen, schwarze Kombi, das kenne ich nicht, genauso Elemente der Sturmbahn.
Stintenburg, vier Seiten habe ich schon davon geschrieben. Vieles was hier gesagt wird, kenne ich nicht. Die Grundzüge der Ausbildung, ja.


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28.12.2016 20:40
#124
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Zitat von andy im Beitrag #121
Ich stelle hier mal einen Artikel der WamS von 1992 über einen Hauptmann der HA I/Aufklärung ein. Er sass bei mir im Nachbarbüro und ich war teilweise involviert. Insbesondere im Mittelteil ist der Artikel allerdings stark übertrieben, die Fakten stimmen aber im wesentlichen
Allerdings fand und finde ich sein Verhalten perfide, mit seinem Wissen an die Presse zu gehen. Für mich stand Quellenschutz immer ganz weit vorne. Aus meiner Sicht hatten wir nicht das Recht die Personen, die uns vertraut haben, derart zu dekonspirieren, auch dann nicht, wenn die Fakten der Gegenseite bereits aus anderen Quellen bekannt waren.. Dass es in diesem Fall dennoch erfolgte, liegt in der Persönlichkeit des MA's begründet und ist für mich auch heute noch verachtenswert.

andy


Es gibt zum Berliner Bereich, ein Buch:

Feindwärts der Mauer: Das Ministerium für Staatssicherheit und die West-Berliner Polizei (Studien des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin) Gebundene Ausgabe – 29. April 2014
https://www.amazon.de/Feindw%C3%A4rts-Ma...s/dp/3631650701

http://www.fu-berlin.de/presse/informati...tasi/index.html

Mit dem heutigen Kenntnisstand relativiert sich so manches.

"Mobility, Vigilance, Justice"

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28.12.2016 21:35
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#125
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Zitat von B208 im Beitrag #113
...@andy , wenn man Deinen Bericht mit dem von Ratze eingestellten Protokoll vergleicht , möchte man meinen , Du warst in dem selben Lehrgang .
So übereinstimmend .

B208



Ja, ich war nur ein paar Jahre später da. Aber einige Unterschiede gab es schon. Zunächst einmal war es streng verboten, Hühner oder Kaninchen oder andere Dinge zur Ernährung zu klauen. Wir mussten bei Übungsmärschen bewohntes Gebiet grundsätzlich umgehen es sei denn, es war was anderes befohlen. Wir hätten uns also bestenfalls im Wald ein Häschen fangen können. Auch haben wir keine scharfen Sprengübungen gemacht. Statt dem haben wir das anbringen versteckt Sprengladungen gelernt. Das ging aber nicht mit richtigem Sprengstoff sondern eher mit Batterie und Lämpchen - ging Lämpchen an machte es bum. Ich empand das damals aber eher als Spielerei weil man uns auch nicht gesagt hat, warum wir das lernen sollen. Dafür haben wir uns mehr auf Objektaufklärung und legendierte Ermittlungen konzentriert. Wir haben Firmen in Schwerin und Umgebung aufgeklärt, haben gelernt, uns mit entsprechenden Legenden bis zum Direktor vorzuarbeiten, wir haben Planzahlen der Unternehmen ermittelt und waren immer wieder erstaunt, wie leicht wir an wichtige Kennziffern der Betriebe kamen. Ich glaube, die Linie XVIII der KD's hatten hinterher sicher gut zu tun...
Hauptelement der Ausbildung war aber auch bei uns der Sport - wir waren wirklich fit wie Addidas-Spikes, die in Karl-Marx-Stadt hergestellt wurden.

andy


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29.12.2016 14:46
#126
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Leider habe ich jetzt keine Zeit, alles ausführlich zu lesen. Auf der Skizze fehlt jedenfalls die Baracke. Diese wurde aber auch erst später errichtet. Werde mich später evtl. ausführlicher melden. Habe inzwischen viel Material gesammelt. Euch allen einen guten Rutsch !
Eine Anmerkung noch: Der langjährige Chef Müller hatte eine Sprengberechtigung oder wie man das nennt. Deshalb wurde auch "richtig" gesprengt.


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29.12.2016 16:35
avatar  Ratze
#127
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Richtig sprengen macht ja auch viel mehr Spaß als nur die Übungszünder auslegen. So einen Sprengschein musste ich auch mal machen, war wohl 1972 in Lübeck an der schule des BGS.
Bin gespannt auf das Material.
Im Frühjahr läuft hier im hohen Norden ein Vortrag zum Thema Stintenburg, allerdings aus der Zeit 45 - 61. Wir vielleicht was über die Grenzpolizei dabei sein. alles andere noch nicht, aber es ist ein Anfang.


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29.12.2016 17:24
#128
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Wann und wo soll dieser Vortrag stattfinden ?


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29.12.2016 18:17 (zuletzt bearbeitet: 29.12.2016 18:18)
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#129
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Zitat von Thunderhorse im Beitrag #124
...Es gibt zum Berliner Bereich, ein Buch:

Feindwärts der Mauer: Das Ministerium für Staatssicherheit und die West-Berliner Polizei (Studien des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin) Gebundene Ausgabe – 29. April 2014
https://www.amazon.de/Feindw%C3%A4rts-Ma...s/dp/3631650701

http://www.fu-berlin.de/presse/informati...tasi/index.html

Mit dem heutigen Kenntnisstand relativiert sich so manches.



Ahja, das ist ein guter Tip. Ich werde mir das Buch mal besorgen. Im Personenverzeichnis, das in der Leseprobe verfügbar ist, habe ich einerseits viele bekannte Namen aus der GKM - Abt. Aufrklärung der HA I gefunden, andererseits fehlen aber auch einige wichtige Entscheidungsträger. Mal schauen, ich werde berichten.


andy


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29.12.2016 18:43
avatar  Ratze
#130
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Moin @Historiker84, der Vortrag wird im Grenzhus in Schlagsdorf stattfinden.
Datum, Zeit und Namen des Vortragenden habe ich noch nicht, werde aber zeitgerecht berichten.


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30.12.2016 09:27
#131
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Zitat von andy im Beitrag #129
Zitat von Thunderhorse im Beitrag #124
...Es gibt zum Berliner Bereich, ein Buch:

Feindwärts der Mauer: Das Ministerium für Staatssicherheit und die West-Berliner Polizei (Studien des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin) Gebundene Ausgabe – 29. April 2014
https://www.amazon.de/Feindw%C3%A4rts-Ma...s/dp/3631650701

http://www.fu-berlin.de/presse/informati...tasi/index.html

Mit dem heutigen Kenntnisstand relativiert sich so manches.



Ahja, das ist ein guter Tip. Ich werde mir das Buch mal besorgen. Im Personenverzeichnis, das in der Leseprobe verfügbar ist, habe ich einerseits viele bekannte Namen aus der GKM - Abt. Aufrklärung der HA I gefunden, andererseits fehlen aber auch einige wichtige Entscheidungsträger. Mal schauen, ich werde berichten.


andy


Über dieses einerseits sehr interessante und andererseits, sagen wir etwas locker und im Sinne des Auftraggebers geschriebene Buch sollte man diskutieren.


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04.01.2017 18:41
#132
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Inzwischen habe ich Zeit gehabt. Zum Lageplan wurde schon einiges geschrieben. In meinen Unterlagen habe ich einen Plan aus späteren Jahren gefunden. Die Anordnung der Gebäude ist korrekt. In dem Bereich Nr. 6 und Nr. 7 stimmen die Proportionen nicht. Hinter der Nr. 6 wurde später die Ausbildungsbaracke errichtet. Dieser Bereich war größer und einen Holzzaun mit Tor 3 gab es nicht mehr.
Die Beschreibung des Gebäudes haut hin .Später erhielten Lehrgangsleitung und Ausbilder neue Diensträume in der Baracke.

Jetzt zur Befragung. Die Anzahl und Typen der Fahrzeuge stimmt genau. Die vier angegebenen Personen gehörten zu diesem Zeitpunkt zum Stammpersonal. Reglin und Henschel wurden 4/72 versetzt. Interessant zu wissen wäre, ob es Zufall war oder wegen der Fahnenflucht aus Sicherheitsgründen erfolgte.
Anstatt 46 Soldaten lt. Bericht waren 39 Auszubildende vor Ort.
Bei den Personen wird der Befragte etwas ungenau. Er hätte zu mindestens seinen Zugführer näher beschreiben können. Er wollte es wohl nicht.

Die Ausbildung wird so geschildert, dass man sich fragt, ob es tatsächlich nur 5 Monate Ausbildung waren. Zu Beginn des Lehrganges fanden Orientierungsmärsche bis zu 100 km statt ? Ich behaupte, ein Marsch über 100 km mit Ausrüstung am Anfang der Ausbildung und die Truppe wäre eine Woche (etwas übertrieben) nur zum Innendienst brauchbar gewesen. Wie mag wohl der Härtetest ausgefallen sein oder es gab diesen nicht ? Später wurde jedenfalls einer am Ende der Ausbildung absolviert.
Und Staatsbürgerkunde gab es natürlich auch damals als Politunterricht.

Insgesamt finde ich die Befragung sehr interessant und glaubhaft. Aus den Unterlagen und Schilderungen von Lehrgangsteilnehmern ist bekannt, dass an der "Verbesserung" der Ausbildung ständig gearbeitet wurde.


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29.01.2017 22:43 (zuletzt bearbeitet: 29.01.2017 22:46)
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#133
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Zitat von Historiker84 im Beitrag #131
Zitat von andy im Beitrag #129
Zitat von Thunderhorse im Beitrag #124
...Es gibt zum Berliner Bereich, ein Buch:

Feindwärts der Mauer: Das Ministerium für Staatssicherheit und die West-Berliner Polizei (Studien des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin) Gebundene Ausgabe – 29. April 2014
https://www.amazon.de/Feindw%C3%A4rts-Ma...s/dp/3631650701

http://www.fu-berlin.de/presse/informati...tasi/index.html

Mit dem heutigen Kenntnisstand relativiert sich so manches.



Ahja, das ist ein guter Tip. Ich werde mir das Buch mal besorgen. Im Personenverzeichnis, das in der Leseprobe verfügbar ist, habe ich einerseits viele bekannte Namen aus der GKM - Abt. Aufrklärung der HA I gefunden, andererseits fehlen aber auch einige wichtige Entscheidungsträger. Mal schauen, ich werde berichten.


andy


Über dieses einerseits sehr interessante und andererseits, sagen wir etwas locker und im Sinne des Auftraggebers geschriebene Buch sollte man diskutieren.



HM, nun habe ich mir die Mühe gemacht, das Buch zu besprechen und jetzt ist mein Beitrag weg.
Kann mir da ein Admin helfen? Der Beitrag soll gespeichrt sein, ist für mich aber nicht sichtbar.


andy


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30.01.2017 14:54 (zuletzt bearbeitet: 30.01.2017 15:09)
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#134
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Zitat von Historiker84 im Beitrag #131
Zitat von andy im Beitrag #129
Zitat von Thunderhorse im Beitrag #124
...Es gibt zum Berliner Bereich, ein Buch:

Feindwärts der Mauer: Das Ministerium für Staatssicherheit und die West-Berliner Polizei (Studien des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin) Gebundene Ausgabe – 29. April 2014
https://www.amazon.de/Feindw%C3%A4rts-Ma...s/dp/3631650701

http://www.fu-berlin.de/presse/informati...tasi/index.html

Mit dem heutigen Kenntnisstand relativiert sich so manches.



Ahja, das ist ein guter Tip. Ich werde mir das Buch mal besorgen. Im Personenverzeichnis, das in der Leseprobe verfügbar ist, habe ich einerseits viele bekannte Namen aus der GKM - Abt. Aufrklärung der HA I gefunden, andererseits fehlen aber auch einige wichtige Entscheidungsträger. Mal schauen, ich werde berichten.


andy


Über dieses einerseits sehr interessante und andererseits, sagen wir etwas locker und im Sinne des Auftraggebers geschriebene Buch sollte man diskutieren.



Ich habe mir jetzt das Buch von der Bibliothek meines Vertrauens per Fernleihe besorgen lassen und nach der Lektüre bin ich froh, dass ich die € 39,90 nicht investiert habe – das Buch sind sie einfach nicht wert.
Ich kann und will mich natürlich nur zu dem Kapitel äußern, bei dem ich auch wirklich mitreden kann und das betrifft den Abschnitt „Die Federführung wechselt – Überwachung der Westberliner Polizei durch die HA I seit 1972“ und hier konkret die Jahre von 1983 – 1990, meiner Zeit in der Aufklärung der HA I/GK-Mitte (GKM).
Mir scheint, dass die Autoren in dem betreffenden Kapitel lediglich die in dem Aktenmaterial aufgefundenen Erkenntnissen aneinander gereiht haben. Eine zeitliche Zuordnung erfolgte nicht und dann wird da schon mal behauptet, dass die Mitarbeiter der Unterabteilungen (UA) Abwehr in den einzelnen Grenzregimentern (GR) mitunter Ermittlungen gegen Angehörige der Westberliner Polizei geführt haben, wenn diese an der Grenze Kontakte zu Angehörigen der GT (AGT) hatten. Das ist schlichtweg einfach falsch und war auch nicht Aufgabe der Abwehr, wenn es solche Kontakte gab, landeten die Hinweise, zumindest in meinem Verantwortungsbereich auf meinem Tisch. So oft kam das allerdings auch nicht vor.
In dem Kapitel gibt es eine namentliche Aufstellung der Offiziere der Abt. Aufklärung des GKM in den 80’er Jahren und da wird der Leiter des Bereiches Abwehr beim KGT schon mal in die Abt. Aufklärung der HA I/GKM versetzt. Offensichtlich hat man sich nicht die Mühe gemacht, die Unterlagen der für die HA I zuständigen Abteilung der HA Kader und Schulung (KuSch) zu konsultieren und die Struktur der Abt. Aufklärung im GKM zu untersuchen. Bei der namentlichen Zuordnung der einzelnen Offiziere zu den Unterabteilungen in den GR’ern erfolgt keinerlei Einordnung in den zeitlichen Kontext, dadurch kommt es zu Mehrfachnennung von einzelnen MA und Leitern der UA und die UA Aufklärung des GR-44 besteht dann eben nur aus einem MA, der aber zumindest von 1983 an dort nie gedient hat.
Das Buch spricht von 20 Leitern von UA’en im GKM, dabei hatte das GKM nur 7 GR und in jedem GR gab es nur eine UA Aufklärung. Es wird pauschal behauptet, dass jede UA aus 6 Führungsoffizieren sowie 2 Sonderoffizieren für Schleusung und einem Sonderoffizier für Dossierführung bestand. Das ist Unsinn, die UA in der ich tätig war bestand aus 8 Personen und da war der Leiter, sein Stellvertreter sowie Sekretärin und Kraftfahrer schon mit drin. Die Autoren hätten sich wohl mal näher mit dem bei der BStU-Behörde herausgegebenem „Handbuch des MfS“ beschäftigen sollen. Da ist die Struktur der Abt. Aufklärung des GKM zutreffend beschrieben.
Was die Arbeitsergebnisse der Abt. Aufklärung/GKM betrifft vermitteln die Autoren den Eindruck, dass man über die Westberliner Polizei zwar viel gewusst hat, das aber insgesamt dann doch nicht so doll gewesen ist. Da wird dann auch schon mal die jahrelange Abschöpfung des Westberliner Polizeipräsidenten (siehe der von mir hier eingestellte Zeitungsartikel der WamS) so einfach unter den Tisch fallen gelassen.
Es wird von operativen Personenkontrollen (OPK) gesprochen, obwohl dieser Begriff zumindest in der UA Aufklärung, der ich angehörte überhaupt nicht verwendet wurde und es dementsprechend eben auch keine OPK’s gab.

Also eine wissenschaftliche Studie - und das soll das Buch nach den Aussagen der Autoren ja sein - sieht in meinen Augen anders aus.
Soweit die Aussagen des Buches durch meine eigenen Erfahrungen aus meine Tätigkeit in der Abt. Aufklärung der HA I/GKM bewertbar sind, kann ich über diesen Schinken wirklich nur müde lächeln.
Den Autoren standen alle Archive des ehemaligen MfS zur freien Verfügung und dann liefern sie solchen Müll ab.
Die Autoren sind ja der Leiter (Prof. Schroeder) bzw. ein Projektleiter (Jochen Staadt) des Forschungsverbundes SED-Staat an der FU Berlin und werden also aus Steuermitteln finanziert. Wenn der Rest des Ladens genauso arbeitet wie diese beiden „Fach-Autoren“ ist das ganze rausgeschmissenes Geld. Wenn ich dann noch sehe, dass Prof. Schroeder am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin Politikwissenschaften lehrt, dann würde ich da besser nicht studieren wollen.

Vielleicht äußern sich ja hier noch andere, die das Buch gelesen haben, welchen Eindruck sie aus dem Geschriebenen gewonnen haben, das würde mich echt interessieren.


andy


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30.01.2017 15:39
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#135
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"dass die Mitarbeiter der Unterabteilungen (UA) Abwehr in den einzelnen Grenzregimentern (GR) mitunter Ermittlungen
gegen Angehörige der Westberliner Polizei geführt haben, wenn diese an der Grenze Kontakte zu Angehörigen der GT (AGT)
hatten. Das ist schlichtweg einfach falsch und war auch nicht Aufgabe der Abwehr, wenn es solche Kontakte gab, landeten
die Hinweise, zumindest in meinem Verantwortungsbereich auf meinem Tisch. So oft kam das allerdings auch nicht vor."

Dem normalen Grenzer, der seine Zeit als Teil eines Postens an einem Postenpunkt verbrachte, wäre ein Kontakt doch schlichtweg unmöglich gewesen,
wie hätte er seinen Postenpunkt , über den er vielleicht 3 Stunden vor Dienstbeginn informiert wurde, einem westberliner Polizisten mitteilen sollen?


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