Was gab es in der DDR nicht oder nur selten?

  • Seite 2 von 2
24.05.2009 19:05
avatar  PF75
#16
avatar

sag mal wo hast denn du gewohnt,backwaren gab es ja wohl immer und das brot kann ja wohl auchmal 1 Tag alt sein.bei uns gab es eine bäckerei im ort und eine kaufhalle da gabs sowas immer auch ohne stundenlaqnges anstehen. mit fleisch und wust ließ es sich aushalten nur zur Grillzeit wars eng da brauchte man manchmal seine beziehungen und außerdem hatten wir eine Freibank im ort da gabs mehrmals die woche was mußte man aber zeitig dasein.


 Antworten

 Beitrag melden
24.05.2009 20:05
avatar  ( gelöscht )
#17
avatar
( gelöscht )

Hallo zusammen,
klar gab es überall in der DDR nicht immer Bananen, auch waren die angebotenen Bananen nicht mit denen in heutigen Auslagen vergleichbar, sie waren meißt noch grün, so kommen sie aber auch heute noch z.B. im Hamburger Hafen an.
Reifekammern, wie heute üblich, gab es nicht, man mußte halt mit Apfel & Co der Reifung zuhause nachhelfen, überreife braungefleckte Bananen gab es in der DDR nicht, die wurden vlt in mach Haushalt so.
Ich kann mich noch erinnern, von der OHS aus die Sportschule in Oberhof besucht zu haben, die Profisportler der DDR hatten immer mal ne Banane zum Nachtisch.
Die Cuba-Orange war eigendlich wirklich nur für die Saftpresse geeignet, gefüllt mit Kernen verhalf sie aber manch Wohnzimmer zum eigenen Orangenbäumchen, auch war sie so recht strohig, kein Vergleich also zur Navel-Orange.
Die Orangen hab ich aber nie wirklich vermisst und esse heute auch so gut wie keine.
Heimelektronik war wirklich teuer, für einen Radiowecker hab ich über 500 Mark bezahlt, allerdings hab ich das Gerät noch heute, und die Billigteile die es heute gibt, sind damit nicht vergleichbar.
Der KR 650, offizieller Nachfolger des Sternrecoders, kostete 1200 Mark.
Dabei handelte es sich um eine Kombi aus Radio und Kassettenrecorder in Mono.
Farbfernsehgeräte waren nicht nur teuer (4800 - 6500 Mark) sondern auch Mangelware, zumindest die, die neben Secam auch Pal konnten.
Der erste VHS Videorecorder der DDR war für 9000 Mark zu haben, Crown glaub ich, das war aber schon kurz vor der Wende.

Gruß nf


 Antworten

 Beitrag melden
24.05.2009 20:19
avatar  ( gelöscht )
#18
avatar
( gelöscht )

Zitat von Rainman2

Wie viele hast Du kennengelernt, für die das zutraf. Ich habe, berufsbedingt, eine Menge Leute kennengelernt, die Offiziere wurden. Ich habe keinen darunter gefunden, der es aus finanziellen Gründen getan hat. Dazu war der Job auch einfach mal zu stressig. Man kam in der DDR leichter zu Geld: u.a. Materialdiebstahl, Antiquitätenschmuggel, Gebrauchtwagenhandel etc.
ciao Rainman


Hallo Rainman,
vielleicht stimmt meine Aussage nicht. Ich möchte niemanden angreifen- aber ich kann nur aus meinem Empfinden sprechen. Im Verhältnis hast du sicher mehr Leute kennengelernt, für die das Gegenteil zutrifft, aber ich bin mir nicht sicher, ob du gemerkt hättest, wie ernst es jemand wirklich meint. Bitte vergleich deine Job-Wahl nicht mit Diebstahl, Schmuggler u.ä. Wir wollen doch nur "ehrliche Jobs" vergleichen. Aber echt, Rainman, ich habe wirklich niemals einen so überzeugten, dabei ehrlichen Typen getroffen, dessen Berufung es war, Offizier zu werden. Mein Pech, oder? Aber hier im Forum scheint es bei dem einen oder anderen erstmals zu klappen. Ich weiß nur, der überwiegende Teil meiner Abiturklasse hatte sich zu 3 Jahren Armee verpflichtet, damit der Studienplatz sicher war. Zwei hätten nie das Abitur geschafft, aber sie haben sich zu 10 und mehr Jahren verpflichtet, nur deshalb- und dazu stehe ich- haben sie noch das Abi mit 4,4 gepackt (bekommen). Ich war einer der wenigen, der glaubte, es geschafft zu haben, Abi mit 3, 18 Monate Armee und Studienplatz, kein SED-Bonze, der mich hoffierte, keine Eltern in der SED. Aber dann hat mich die Realität eingeholt und ich erfuhr, was es heißt, eine offene politische Meinung vertreten zu haben. Alles löste sich wegen Nichtigkeiten auf. Man gab mir keine Chance mehr, weil man Denunzianten mehr Glauben schenkte. Und die, die Offiziere werden wollten, grinsten mich an. Ich hätte noch mehr Beispiele, aber ich denke es reicht. Nun weißt du, warum ich keine andere Meinung finden konnte. Gern erzähle ich dir mehr in Eisenach.


@Bunkerkommandanten: Du hast recht mit den Besserverdienenden, meine Bezeichnung war unvollständig.

Gruß, Augenzeuge


 Antworten

 Beitrag melden
24.05.2009 20:32
avatar  ( gelöscht )
#19
avatar
( gelöscht )

Da seht Ihr, Jungs, es klärt sich alles auf.
Man kann ja auch mal was vergessen, wenn man so in Schreib- und Tipplaune ist.
Am Ende meinen wir immer dasselbe.

Auch ich war sicherlich einer der besagten "Überzeugten" und muss heute ehrlich Farbe bekennen.
Aber ich hoffe, ich kann hier, wie auch Rainman2, einiges mit ehrlichen Antworten - vielleicht nicht wieder gutmachen -
aber bei der Aufklärung so mancher Dinge helfen.

Wir lesen uns,
Thomas.


 Antworten

 Beitrag melden
25.05.2009 09:49
avatar  ( gelöscht )
#20
avatar
( gelöscht )

In Antwort auf:
sag mal wo hast denn du gewohnt,backwaren gab es ja wohl immer und das brot kann ja wohl auchmal 1 Tag alt sein.bei uns gab es eine bäckerei im ort und eine kaufhalle da gabs sowas immer auch ohne stundenlaqnges anstehen. mit fleisch und wust ließ es sich aushalten nur zur Grillzeit wars eng da brauchte man manchmal seine beziehungen und außerdem hatten wir eine Freibank im ort da gabs mehrmals die woche was mußte man aber zeitig dasein.



In unserem Nachbardorf hat das auch wiederum anders ausgesehen. Da gab es aber auch schöne Datschen mit vielen Funktionären...

Aber Fakt ist, dass in Städten die Versorgung sehr unzureichend war - Ausnahmen gab es immer.


 Antworten

 Beitrag melden
25.05.2009 10:26 (zuletzt bearbeitet: 25.05.2009 10:27)
#21
avatar
Hallo manudave,

es gab bei diesen Mängeln in der Versorgung interessante Wechselwirkungen. Es reichte eine kleine Information aus, um nahezu Panikkäufe auszulösen. Das Kabarett "Die accademixer" in Leipzig hatte dazu einen sehr schönen Text, in dem die Information über die Wartungsarbeiten in einem Backkombinat bis hin zu einem Ausverkauf von Russisch Brot führten. Ich such mal, ob ich den finde. Aber diese Beispiele gab es auch im echten Leben. Wir haben uns an der Offiziershochschule mit einem Fall beschäftigt, der sich während unserer Studienzeit in Plauen zugetragen hat. Am Regal mit dem Salz hatte ein "Witzbold" den Zettel angebracht: "Bitte pro Person nur eine Tüte nehmen" (oder so ähnlich). Innerhalb eines Vormittags war die für über eine Woche ausreichende Warenlieferung an Salz restlos verkauft. Und an Salz bestand in der Ehemaligen nun weißgott kein Mangel. Aber so ein bisschen Psychologie ist schon was spannendes.

Wir haben übrigens seinerzeit darüber diskutiert, ob dies ein Scherz, eine Provokation oder Sabotage gewesen sein könnte. Zu einem Ergebnis sind wir nicht gekommen. Die Diskussion sollte wohl nur unsere "Sinne für die Härte der Klassenauseinandersetzung schärfen".

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


 Antworten

 Beitrag melden
25.05.2009 14:14
avatar  ( gelöscht )
#22
avatar
( gelöscht )

Hallo Rainman,
die Sache mit dem Salz ist lustig. Mit Psychologie ging/geht so vieles, auch heute natürlich.
Wer allerdings an dem Zettel Sabotage vermutet, der brauch selbst eine Therapie, oder?
Stell dir vor, man hätte herausgefunden, wer das getan hat (vermutlich Schriftprobe von allen Ver-/Käufern), dem hätte man echt Sabotage vorwerfen können? Glaub ich nicht. Das wäre ein Kalauer für O.F. Weidling gewesen.

Gruß, Augenzeuge


 Antworten

 Beitrag melden
25.05.2009 14:34
#23
avatar

Hallo Augenzeuge,

wenn man eine Weile erfolgreich Mitläufer in einer Diktatur bleiben will, ohne sein Denken ganz abzuschalten, braucht man schon ein paar gepflegte Paranoia. Hinter so einem Zettel Sabotage zu sehen, wäre genau so etwas. Wenn ein Soldat im Grenzdienst Mist gebaut hatte, fuhr man in der Regel auch erstmal das größte Geschütz auf und redete über Sabotage, Verrat oder ähnlich schwerwiegendes. Die Tatsache, dass wir mit der hier dargestellten Denkweise solche Methoden anwendeten und akzeptierten, lässt sich vielleicht noch mit Dissonanzminderung erklären. Letztlich wirft sie aber ein deutliches Licht darauf, wie unsere Intoleranz eigentlich funktionierte.

Denn Toleranz gab es zu DDR-Zeiten auch nicht oder nur selten - womit ich den Schwenk zum Thema hoffentlich noch geschafft habe.

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


 Antworten

 Beitrag melden
25.05.2009 15:08
avatar  ( gelöscht )
#24
avatar
( gelöscht )

Hi Rainman,

ich stelle mir gerade vor, wenn dies einer in der BRD getan hätte. Ich glaube den Zettel hätte niemanden Interessiert.
Aber die Kartoffelkäfer, die waren Glasklar ein Sabotageakt der Natur!! Wieso hat man Mutter Natur eigentlich nicht wegen Staatszersetzung angeklagt?

Gruß
Peter


 Antworten

 Beitrag melden
25.05.2009 15:28
avatar  S51
#25
avatar
S51

Das hat man probiert. Ersatzweise waren dann die bösen Amerikaner fällig, die diese kleinen Planvernichter über unsere Felder gekippt haben. Aus so großer Höhe vermutlich, dass sie auch im Westen reichlich vertreten waren. Für uns als (damals) noch Kinder hatte es den Vorteil, dass wir für die Kartoffelkäfereinsammelaktionen einen Pfennig pro Stück bekamen. Wir waren also natürlich aber begrenzt böse auf den bösen Klassenfeind. Schließlich hatte es positive Auswirkungen auf die Klassenkasse.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


 Antworten

 Beitrag melden
25.05.2009 17:29
avatar  ( gelöscht )
#26
avatar
( gelöscht )

Zitat von S51
Das hat man probiert. Ersatzweise waren dann die bösen Amerikaner fällig, die diese kleinen Planvernichter über unsere Felder gekippt haben. Aus so großer Höhe vermutlich, dass sie auch im Westen reichlich vertreten waren. Für uns als (damals) noch Kinder hatte es den Vorteil, dass wir für die Kartoffelkäfereinsammelaktionen einen Pfennig pro Stück bekamen. Wir waren also natürlich aber begrenzt böse auf den bösen Klassenfeind. Schließlich hatte es positive Auswirkungen auf die Klassenkasse.


jetzt ist mir endlich klar was hiermit gemeint wurde: Kartoffelkaeferthriller


 Antworten

 Beitrag melden
25.05.2009 21:07
avatar  ( gelöscht )
#27
avatar
( gelöscht )

Wenn man die Westseite der Berliner Mauer erkennen möchte - auf Point Alpha gibt es so ein Teil - dann stellt sich für viele
die Frage, "Wo war Osten" - man muss dazu wissen, eine Seite ist quietschbunt besprüht.

Meine Antwort - drei Worte: "Sprühfarbe - Osten - Nö"


 Antworten

 Beitrag melden
26.05.2009 05:46
avatar  ( gelöscht )
#28
avatar
( gelöscht )

Zitat von Berliner
Zitat von S51
Das hat man probiert. Ersatzweise waren dann die bösen Amerikaner fällig, die diese kleinen Planvernichter über unsere Felder gekippt haben. Aus so großer Höhe vermutlich, dass sie auch im Westen reichlich vertreten waren. Für uns als (damals) noch Kinder hatte es den Vorteil, dass wir für die Kartoffelkäfereinsammelaktionen einen Pfennig pro Stück bekamen. Wir waren also natürlich aber begrenzt böse auf den bösen Klassenfeind. Schließlich hatte es positive Auswirkungen auf die Klassenkasse.

jetzt ist mir endlich klar was hiermit gemeint wurde: Kartoffelkaeferthriller




-Th


 Antworten

 Beitrag melden
26.05.2009 13:36 (zuletzt bearbeitet: 26.05.2009 13:37)
avatar  ( gelöscht )
#29
avatar
( gelöscht )
An die Kartoffelkäfer sammeln erinnere ich mich auch noch. Mit einem großen Einmachglas die Felder rauf und runter! Und dazu das Lied" Ami,Ami,go home,spalt für den Frieden dein Atom" Ob die Käfer alle einen Fallschirm hatten? Immerhin hatten die alle die Landung auf unseren Volkseigenen Feldern überlebt,diese scheiß Amikäfer!

 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!