Ostprodukte im Westregal-Handel mit dem Westen

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01.01.2022 12:58
#166
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Zitat von Lutze im Beitrag #160
Also diese Halloren-Kugeln....
nach wie vor legga wie früher
Lutze


hallo lutze,
das mit den halloren-kugeln empfinde ich anders.
war zu ddr zeiten der kakao-inhalt augenscheinlich reduziert, so ist er heute augenscheinlich höher. jedoch finde ich, daß die produkte , nach meinem geschmack , überzuckert sind. wie so viele andere pralinen auch.
mfg klaus


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01.01.2022 13:19
#167
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #159
Klar haben sie an ihrem eigenen Ast gesägt, indem sie ihre eigenen Produkte ignorierten, aber dann jammerten, als ihre Arbeitsplätze wegbrachen mangels Umsatz. Das war mir schon mit Einführung der DM klar, als ich sah, wie sich das Einkaufsverhalten änderte. Was aber die Listung von Ostprodukten in den wie Pilze aus dem Boden schießenden Einkaufstempeln betrifft, gehörten diese nahezu ausnahmslos Westdeutschen und die bestimmten, was in den Regalen angeboten wird und was nicht. Wo blieb denn da die Hilfe und Unterstützung für die armen Brüder und Schwestern in der Zone ? Das Argument, daß die nur dem neuen Einkaufsverhalten der Ostdeutsche Rechnung getragen haben, stimmt nur zum Teil. Es spielten auch subjektive Faktoren der Chefs und der Großlieferanten eine Rolle. Auch eine Portion Überheblichkeit gegenüber Allem, was aus dem Osten kam, spielte dabei sicher eine Rolle. Oder meinst Du, die großen Lieferanten der Märkte nahmen keinen Einfluss darauf, ob sie sich den Markt eventuell mit einem Ostprodukt teilen müßten ? Das barg nämlich die Gefahr, daß sie früher oder später auch in den westdeutschen Regalen diese Ostprodukte neben ihren eigen sehen müßten. Du wirst fernab nicht so viel davon mitbekommen haben, da sich für Euch so gut wie nichts geändert hat.



@DoreHolm,
die neuen Einkaufstempel gehörten alle Westdeutschen und nun meine Frage, wo sollten die Investoren denn herkommen?
Im Beitrag #164 hat, @Gert, darauf eine Antwort gegeben, sie klingt hart, jedoch so sind die Gesetze des Marktes.
Ich habe bei einigen Usern bis heute den Eindruck, sie glauben dass die Politik den Markt steuern, oder Einfluss nehmen soll.
Die Handelskonzerne sind keine volkseigenen Betriebe und da bestimmen andere Personen und geben den Weg vor bezüglich der Unternehmenspolitik.
Wir haben uns im Zentraleinkauf schon Gedanken über Ostprodukte gemacht, doch unser größtes Problem war, die Bürger der Ex-DDR wollten sie nicht, gerade zu Beginn 1990/91. Damit waren die Würfel gefallen.
Es dauerte nicht lange, da kam die Erkenntnis, unsere Ostprodukte waren doch gar nicht so schlecht. Nun war es jedoch zu spät, viele Unternehmen waren abgewickelt.
Ich habe das Verhalten der Verbraucher der Ex-DDR nicht verstanden und mir meinen Teil gedacht. Es gab reichlich gute Ostprodukte, die auch eine Chance auf dem Markt im Westen gehabt hätten.

Dein Argument, Hersteller und Großlieferanten wollten keine Konkurenz aus dem Osten, ist vollkommen richtig. Ein Hersteller wird immer versuchen seinen Mitbewerber klein zu halten, oder ihn ausschalten. Das hat aber nichts mit Ost oder West zu tun, denn ein Mitbewerber ist ein Mitbewerber, egal ob er seinen Standort im Osten oder Westen hat.

Dein Argument, wo blieb denn da die Hilfe und Unterstützung für die armen Brüder und Schwestern in der Zone ?
Die Konzerne arbeiten nach anderen Gesetzen und Kriterien, da interessieren keine Brüder und Schwestern, wobei deren Standort völlig egal ist, ob Ost oder West spielt keine Rolle.

Unsere Generation der Zeitzeugen, geprägt durch zwei total verschiedene Gesellschaftssysteme, wird sich bei diesen Themen bis zur Beerdigung streiten. Die nachfolgenden Generationen werden es anders betrachten, da sie im gleichen System aufgewachsen sind.

Alles Gute für 2022
Fähnrich


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01.01.2022 13:44
#168
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Zitat von gitarre52 im Beitrag #166
Zitat von Lutze im Beitrag #160
Also diese Halloren-Kugeln....
nach wie vor legga wie früher
Lutze


hallo lutze,
das mit den halloren-kugeln empfinde ich anders.
war zu ddr zeiten der kakao-inhalt augenscheinlich reduziert, so ist er heute augenscheinlich höher. jedoch finde ich, daß die produkte , nach meinem geschmack , überzuckert sind. wie so viele andere pralinen auch.
mfg klaus


Dein Eindruck täuscht Dich nicht - haben mir deren Verkäuferinnen unter der Hand bestätigt.
Sie haben durch die veränderten Rezepturen viele Stammkäufer verloren - für die war das nicht mehr der Originalgeschmack von damals™.

Mit der Folge, daß Halloren ganz schöne wirtschaftliche Schräglage erlitten hat...


Gesundes Neues!


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01.01.2022 14:34
avatar  Gert
#169
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #158
Auch die, für die damalige Zeit hochwertigen Spiegelreflexkameras der "Praktica-Reihe", standen in den Westregalen.
Bei Quelle z.B. unter dem Namen "RevueFlex", bei Porst unter "Porst-reflex"
Pentacon exportierte damals ca. 80% der Kameras in westliche Länder. Leider waren die Devisenerlöse sehr gering.
Der Vorteil gegenüber anderen Exportgeschäften bestand jedoch für die DDR darin, dass die entsprechenden Devisen kurzfristig
zur Verfügung standen, das war dem staatlich gelenkten Außenhandel besonders wichtig.

Anbei zwei Kameras der Praktica-L-Reihe. Das obere Verkleidungsteil (Deckkappe) ist dabei bei der Revue-flex vom Design her, etwas verändert.




@GKUS64 das Marktgeschehen mit den Kameras ist etwas besonderes. Ich denke die wären auch ohne Wiedervereinigung unter die Räder gekommen. Die Kameraindustrie Japans hat in den Jahrzehnten nach dem Krieg so aufgedreht, dass weltweit Kamerafirmen pleite gingen. Das ging nicht nur über den Preis sondern vor allem durch ihre technologische Stärke im Wettbewerb mit den bekannten europäischen und amerikanischen Firmen. Japan dominierte den Markt für eine lange Zeit.

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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01.01.2022 14:43 (zuletzt bearbeitet: 01.01.2022 14:44)
#170
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Kleine Geschichte:
Es war im Sommer 1990. In Eisenach Zuge fotografiert, Anschließend in Bahnhofsnähe in eine Gaststätte.
Im Fenster ein Schild Wartburg Pils".

Mein Kumpel und Ich bestellen 2 Pils und bekommen 2 Becks.
Auf Nachfrage meinte er, wenn jemand noch Wartburg haben wolle
, müsse er das ist extra sagen und zwei Westler hatte er nicht vermutet.
Der gute Mann wollte nicht glauben, das wir in extra deswegen aufgesucht hatten.

Ach so.....
gutes Neues an alle.

Axel


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01.01.2022 17:01
#171
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Zitat von axelloko im Beitrag #170
Kleine Geschichte:
Es war im Sommer 1990. In Eisenach Zuge fotografiert, Anschließend in Bahnhofsnähe in eine Gaststätte.
Im Fenster ein Schild Wartburg Pils".

Mein Kumpel und Ich bestellen 2 Pils und bekommen 2 Becks.
Auf Nachfrage meinte er, wenn jemand noch Wartburg haben wolle
, müsse er das ist extra sagen und zwei Westler hatte er nicht vermutet.
Der gute Mann wollte nicht glauben, das wir in extra deswegen aufgesucht hatten.

Ach so.....
gutes Neues an alle.

Axel

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Diese Erlebnisse kenne ich auch. Übernachte 1990 in einem Dorfgasthof in Thüringen. Der Wirt hatte gleich drei westdeutsche Provinzbrauereien im Ausschank. Auf meine Frage welches Bier er aus der Region hat, kam die Antwort, brauchen wir nicht mehr. Ich habe nur gedacht, ihr werdet euch noch wundern.

Fähnrich


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02.01.2022 04:14 (zuletzt bearbeitet: 02.01.2022 04:15)
#172
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Zitat von Fähnrich im Beitrag #167
Zitat von DoreHolm im Beitrag #159
Klar haben sie an ihrem eigenen Ast gesägt, indem sie ihre eigenen Produkte ignorierten, aber dann jammerten, als ihre Arbeitsplätze wegbrachen mangels Umsatz. Das war mir schon mit Einführung der DM klar, als ich sah, wie sich das Einkaufsverhalten änderte. Was aber die Listung von Ostprodukten in den wie Pilze aus dem Boden schießenden Einkaufstempeln betrifft, gehörten diese nahezu ausnahmslos Westdeutschen und die bestimmten, was in den Regalen angeboten wird und was nicht. Wo blieb denn da die Hilfe und Unterstützung für die armen Brüder und Schwestern in der Zone ? Das Argument, daß die nur dem neuen Einkaufsverhalten der Ostdeutsche Rechnung getragen haben, stimmt nur zum Teil. Es spielten auch subjektive Faktoren der Chefs und der Großlieferanten eine Rolle. Auch eine Portion Überheblichkeit gegenüber Allem, was aus dem Osten kam, spielte dabei sicher eine Rolle. Oder meinst Du, die großen Lieferanten der Märkte nahmen keinen Einfluss darauf, ob sie sich den Markt eventuell mit einem Ostprodukt teilen müßten ? Das barg nämlich die Gefahr, daß sie früher oder später auch in den westdeutschen Regalen diese Ostprodukte neben ihren eigen sehen müßten. Du wirst fernab nicht so viel davon mitbekommen haben, da sich für Euch so gut wie nichts geändert hat.



@DoreHolm,
die neuen Einkaufstempel gehörten alle Westdeutschen und nun meine Frage, wo sollten die Investoren denn herkommen?
Im Beitrag #164 hat, @Gert, darauf eine Antwort gegeben, sie klingt hart, jedoch so sind die Gesetze des Marktes.
Ich habe bei einigen Usern bis heute den Eindruck, sie glauben dass die Politik den Markt steuern, oder Einfluss nehmen soll.
Die Handelskonzerne sind keine volkseigenen Betriebe und da bestimmen andere Personen und geben den Weg vor bezüglich der Unternehmenspolitik.
Wir haben uns im Zentraleinkauf schon Gedanken über Ostprodukte gemacht, doch unser größtes Problem war, die Bürger der Ex-DDR wollten sie nicht, gerade zu Beginn 1990/91. Damit waren die Würfel gefallen.
Es dauerte nicht lange, da kam die Erkenntnis, unsere Ostprodukte waren doch gar nicht so schlecht. Nun war es jedoch zu spät, viele Unternehmen waren abgewickelt.
Ich habe das Verhalten der Verbraucher der Ex-DDR nicht verstanden und mir meinen Teil gedacht. Es gab reichlich gute Ostprodukte, die auch eine Chance auf dem Markt im Westen gehabt hätten.

Dein Argument, Hersteller und Großlieferanten wollten keine Konkurenz aus dem Osten, ist vollkommen richtig. Ein Hersteller wird immer versuchen seinen Mitbewerber klein zu halten, oder ihn ausschalten. Das hat aber nichts mit Ost oder West zu tun, denn ein Mitbewerber ist ein Mitbewerber, egal ob er seinen Standort im Osten oder Westen hat.

Dein Argument, wo blieb denn da die Hilfe und Unterstützung für die armen Brüder und Schwestern in der Zone ?
Die Konzerne arbeiten nach anderen Gesetzen und Kriterien, da interessieren keine Brüder und Schwestern, wobei deren Standort völlig egal ist, ob Ost oder West spielt keine Rolle.

Unsere Generation der Zeitzeugen, geprägt durch zwei total verschiedene Gesellschaftssysteme, wird sich bei diesen Themen bis zur Beerdigung streiten. Die nachfolgenden Generationen werden es anders betrachten, da sie im gleichen System aufgewachsen sind.

Alles Gute für 2022
Fähnrich


Im Grunde genommen habe ich nichts Anderes damit ausgedrückt wie Du es formuliert hat. Vielleicht mit anderen Worten und ich habe mitunter den Eindruck, daß Du nur oberflächlich liest. Ich meine, die Marktgesetze genug zu kennen und auch wie Unternehmer ticken. Anfangs meines Beitrages ging es nur darum, daß mein Vater konsequent solche Filialen gemieden hat, die keine Ostprodukte gelistet und angeboten haben. Nun, wenn freie Konkurrenz, dann müssen sich diese Konzerne auch gefallen lassen, daß sie trotz bester (sagen wir vielleicht auch "aggressivster" Werbung) eben nicht alle Ostdeutschen nicht zum Kauf bewegen konnten, auch wenn es nur eine kleine Minderheit war. Ich selbst habe als Außendienster auch darauf geachtet, ob ich eine Pension diesseits oder jenseits der ehem. Grenze nehme, ob ich hier oder da tanke, ob ich in diesen oder jenen Supermarkt gehe. Auch wenn die Gewinne, da in westdeutscher Hand, zum größten Teil rübergingen, aber ein Teil der Steuern blieb hier und ich habe geholfen, AP hier zu sichern. So wie ich heute versuche, kein chinesisches Produkt zu kaufen, wenn ich eine Alternative aus der EU habe.


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02.01.2022 04:21
#173
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Zitat von Sergeant im Beitrag #168
Zitat von gitarre52 im Beitrag #166
Zitat von Lutze im Beitrag #160
Also diese Halloren-Kugeln....
nach wie vor legga wie früher
Lutze


hallo lutze,
das mit den halloren-kugeln empfinde ich anders.
war zu ddr zeiten der kakao-inhalt augenscheinlich reduziert, so ist er heute augenscheinlich höher. jedoch finde ich, daß die produkte , nach meinem geschmack , überzuckert sind. wie so viele andere pralinen auch.
mfg klaus


Dein Eindruck täuscht Dich nicht - haben mir deren Verkäuferinnen unter der Hand bestätigt.
Sie haben durch die veränderten Rezepturen viele Stammkäufer verloren - für die war das nicht mehr der Originalgeschmack von damals™.
Mit der Folge, daß Halloren ganz schöne wirtschaftliche Schräglage erlitten hat...


Gesundes Neues!


Haben das die Hersteller überhaupt als Grund erkannt ? Ich bezweifle das. Sie gehen vielleicht davon aus, wenn ihre westdeutschen Kunden das alles süßer mögen, daß das die Ostdeutschen eben auch so wollen (wollen müssen). Sie können ansonsten erfolgreiche Unternehmen wegen Unfähigkeit und Arroganz der Leitung den Bach runter gehen. Und der kleine Angestellte kann nichts dagegen machen, obwohl er weiß bzw. spürt, daß das vor den Baum geht.


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04.04.2022 14:22
#174
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Die Updates mit den Online Shops sind eine vertrackte Angelegenheit. Mein Onkel hatte eine ähnliche Situation, leider konnte er es nicht alleine lösen. Glücklicherweise hat er im Internet das Team von treestones.ch gefunden. Bei denen hat er auch vor kurzem seine Zielgruppen neu erfassen lassen. Das scheint eine verlässliche Addresse zu sein, wenn ich mal meinen eigenen Shop habe, werde ich dort auch anfragen. Leider muss ich noch ein bisschen warten, bis ich mit dem Master fertig bin. Zurzeit habe ich neben der Arbeit und dem Studium kaum Zeit für neue Ideen.


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04.04.2022 14:29 (zuletzt bearbeitet: 04.04.2022 14:31)
#175
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Ich hoffe, Sie finden die Informationen nützlich.


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15.05.2022 16:51
#176
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Ich will mich mal zur Treuhand äussern, damit wird gerne gespielt ,von Politiker hört man häufig, das die Treuhand keine Konkurenz zulassen wollte. Der Grund ist eigentlich ein ganz anderer Aspekt ,
Das war willkürlichster Sozialismus sagte der ehem. Finanzmister Theo Waigel.Kein DDR Berieb konnte eine ehrliche Bilanz /schwarze Zahlen vorweisen,man verließ sich auf die Zahlen des ehemaligen Ministerpräsidenten der DDR Hans Modrow,der sagte die DDR Wirtschaft sei 600 Milliarden DM wert.Schon nach 2 Monaten merkte die Treuhand , das die Zahlen nicht stimmten können , also in erster Linie Selbstbetrug,
Der Westen sei arrogant und überheblich,in jeder Beziehung, halte ich für ein Vorurteil ,Hr Waigel sagte wir hatten keine Ahnung was uns mit der DDR Wirtschaft erwartete.Ich denke man kann den Leuten nicht vorwerfen,nicht das beste daraus gemacht zu haben, Bezug Handelsblatt 30.Okt 2014 .Danke für den Beitrag Praktika Kameras, ich hatte mal mit jemanden gesprochen,der seine Haftstrafe als Westberliner Unfall Transitstrecke in der DDR ab-arbeiten musste, es wurden Kameras montiert , wurde die Stückzahl nicht erfüllt, gab es kein Essen,oder im Winter wurde im Schlafsaal die Heizung abgestellt, also Zwangsarbeit,wer nicht arbeitete verlor alle kl. Privilegien, keine Pakete aus den Westen,keine Zigaretten. das Stück Fleisch auf den Teller war nie grösser als eine Zigarettenschachtel,Unterhaltungen waren nicht erwünscht,bei der Arbeit, man wurde ständig überwacht.Ich persönlich denke das Hr Modrow gar nicht real einschätzen konnte, die 600 Millarden DM waren frei erfunden,


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