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#41

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 29.01.2012 19:41
von exgakl | 7.589 Beiträge | 1618 Punkte
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Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....


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#42

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 29.01.2012 19:54
von Grenzwanderung Offleben (gelöscht)
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Oh okay, können sie von irgendwelchen Geschehen berichten? Oder habe sie Fotos u. andere Dokumente ?

GO


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#43

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 29.01.2012 19:55
von feldwebel88 | 289 Beiträge | 31 Punkte
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ich war auch in der nähe stationiert von 85/2-88/1 (wanderverein sommersdorf)



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#44

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 29.01.2012 20:05
von Grenzgänger (gelöscht)
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Hallo Grenzwanderung Offleben,
wenn Du alle Fakten zusammengetragen, wissenschaftlich aufgearbeitet und den Tourenplan erstellt hast.. dann schreib hier unbedingt die Termine rein.. ich würde gern mal an einer der Wanderungen teilnehmen.
Wird das noch in diesem Jahr oder wird die Vorbereitung länger dauern?
Mach`s aber möglichst nicht in der Karnevalszeit, sonst können die Leute das vielleicht nicht so richtig einordnen...

Jetzt aber im Ernst: Dein Vorhaben ist aller Ehren wert, Dein Mut ebenfalls.. aber mit Deinem derzeitigen Background wirds wohl schwer.. oder eben doch nur Disney-Land. Aber das wird etlichen Leuten schon reichen.. Hauptsache, alles schön schaurig..
Siggi


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#45

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 30.01.2012 14:03
von Greso | 2.491 Beiträge | 1176 Punkte
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Offleben ,Grenzwanderung 1966 in Richtung Hötensleben.

Angefügte Bilder:
Offleben 001.jpg


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#46

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 30.01.2012 14:23
von Greso | 2.491 Beiträge | 1176 Punkte
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Gemeinsam - zärtlich - radikal
2. Kapitel
Die Grenze zwischen Ost und West

Diese Grenze ist schon Vergangenheithttp://bs.cyty.com/kirche-v...iv/ab/kap02.htm

Der Grenzverlauf

"Bachmitte ist die Grenze" konnten alle lesen, die am Bach hinter dem Dorf spazierengingen. Das war die Wirbke, die von Sommerschenburg herunterkam, in Hohnsleben den Mühlenbach bildete, dann in den abgesoffenen Tagebau "Anna Süd" mündete und den See durchkreuzte. Die Grenze war normalerweise mit einem Metallzaun markiert und dahinter mit einem betonierten Weg für Geländewagen, dem sogenannten Kolonnenweg. Auf dem großen See wurde sie von der Natur verschlungen, teilte ihn aber unsichtbar und mündete wieder in den Mühlenbach, dessen Wasser am Schütt in den Kupferbach abgelenkt wurde.

Der "Grenzgraben" ging geradeaus unter der Eisenbahnunterführung durch den Pfarrgarten. Er verlief entlang der alten, historischen Grenze zwischen Preußisch- und Braunschweigisch-Offleben. Die Zonengrenze aber machte vor der Bahnbrücke einen Bogen knapp an den letzten Häusern Offlebens vorbei, verlief über den Hopfenberg ostwärts des Sportplatzes und kreuzte die Dorfstraße nach Barneberg. Daß die Hauptstraße durch das Dorf nach Barneberg abrupt in einem verunkrauteten Grenzgelände endete, war eine gewisse Attraktion.

Von dort verlief die Grenze weiter südwärts, vorbei an dem Grundstück des Bauunternehmers Kote und den Schrebergärten des Österling. Dort steht noch heute verlassen ein von Souvenirjägern vergessener schwarz/rot/gold angestrichener Grenzpfahl. Hart an der Grenze führte auch ein Spazierweg am Ackerrand zum sogenannten "Phenolsee", eine gute Gelegenheit zum verbotenen Baden im Sommer und Schlittschuhlaufen im Winter.

Wer auf der Straße von Offleben nach Reinsdorf an der Grenze entlang fuhr, kam nicht auf die Idee, daß da eine militärisch scharf bewachte Grenze aufgebaut war. Das friedliche Landschaftsbild deckte die Grenze gänzlich zu. Ein Zaun, ein Weg, weiter nichts. Aber das täuschte.

Die Grenze war scharf bewacht. Zur Grenzbewachung gehörten mehrere Wachtürme: der eine stand am höchsten Punkt am Tusculum, von wo die Soldaten einen hervorragenden Überblick über das Gelände bis zum Elm hatten. Dieser Turm war ständig besetzt und nur gut hundert Meter Fluglinie vom Pfarrgarten entfernt. So konnte man sich ständig beobachtet fühlen. Die Grenze war auch mit zahlreichen Lichtmasten versehen, die sie nachts in orangefarbenes Licht tauchten. Ich betrachtete das als ziemliche Stromverschwendung. Außerdem leuchtete ein Lampe genau ins Schlafzimmer und zwar in den Spiegel des Schlafzimmerschrankes.

Die Grenze war präsent, Tag und Nacht.

Zur Grenzbefestigung gehörten Zäune, Gräben und Minen. Die vergrabenen Minen wurden später durch andere Minen ersetzt. Wenn diese mal ein Tier berührte, gab es einen dumpfen Knall. Als die Grenze geöffnet wurde, galt es als ziemlich gefährlich, den Grenzstreifen eben wegen dieser Minen zu betreten.

Das Loch in der Grenze

Die Grenzsoldaten drüben stellten sich stur an. Früher, in den 50iger Jahren, als der Übergang noch längst nicht derart militärisch abgesichert war, kam es vor, daß die Soldaten von "drüben" mal im benachbarten westlichen Schrebergartengelände oder in der Kneipe bei Ahrenholz ein Glas Bier tranken. Unmittelbar nach dem Krieg konnten die Dorfbewohner mit einem Passierschein noch ihre Schrebergärten im Osten bewirtschaften. Immer wieder hatte der Vorstand des Gartenvereins "Österling" unter seinem Vorsitzenden Ernst Roehse mit der Grenzbesatzung, die sich in der Ziegelei einquartiert hatte, erfolgreich verhandelt. In der Jubiläumschronik des Österling heißt es für die Jahre 1948-1950: "Beginnende Verhandlungen mit der russischen Kommandantur in Haldensleben. Nach schwierigen Gesprächen wurden Pässe ausgestellt und so konnte man leichter die Grenze überschreiten." 1951 wurde dann mit den "ostzonalen Behörden" in Hötensleben verhandelt. Auch der TSV spielte mal in Hötensleben und die BKB-Kapelle war dort aufgetreten.

Achim Walther, der Verfasser des Grenzbuches "Heringsbahn", berichtet sogar von einer gewissen "Grenzromantik". Seine Geschichten sind eine wichtige Ergänzung zu den martialischen Schilderungen vom "Eisernen Vorhang", die die Helmstedter Regionalpresse seinerzeit beherrschten und die gelegentlich sogar religiös überhöht wurden In der Weihnachtsnummer der Braunschweiger Zeitung im Jahr 1948 wurde in der Weihnachtsgeschichte "Sterne über der Grenze" die Flucht von Menschen aus der Ostzone in das "herrliche, herrliche Leben" im Westen mit dem Weg der Hirten zur Krippe verglichen, "an dessen Ende sie Heil und Freiheit, Barmherzigkeit und Menschlichkeit erwarteten." Helmstedt gleicht dem erlösenden Stall von Bethlehem.

Am 28.12.1948 schrieb die Braunschweiger Zeitung einen größeren Artikel über Offleben, in dem es einleitend heißt: "Der Name des Dorfes Offleben ist in den letzten Jahren weit über die engen Grenzen hinaus bekannt geworden. Zwei Ursachen gibt es dafür: das "Loch im Osten" und das Schwelwerk, das sich bemüht, ein Loch in einer stark zerschlissenen Güterdecke zu schließen."

Endgültig dicht wurde die Grenze erst im Mai 1952 gemacht. Vorbei mit der Romantik. Die Grenzschließung führte zum beschleunigten Bau des Kraftwerkes am Ortsausgang nach Büddenstedt, weil der Zugang zum Harbker Kraftwerk gesperrt wurde. "Es gibt nur einen Willen: Beseitigung des Eisernen Vorhanges" betitelte das Helmstedter Kreisblatt am 2.12.1952 den Bericht über die Grundsteinlegung des Kraftwerkes, wobei der Festredner Jakob Kaiser immerhin zugab, "daß bereits vorher aus betriebswirtschaftlichen Gründen schon ein neues Kraftwerk geplant war."

Die Art der Grenze war also ein Ergebnis der Nachkriegspolitik und nicht zwangsläufig. Das war mir ein Hinweis, daß man den Charakter der Grenze politisch ändern könnte. Wohl kaum die Grenze selber: Propst Hobom zeigte mir, als er noch in der Pfarre Hoiersdorf saß, vom Ortseingang nach Schöningen die weite Sicht in die DDR hinein und sagte mir: "Bruder Kuessner, hier war immer eine Grenze." Im Dorf bestätigten sie mir diese Meinung: wenn die Hötensleber Fußballer gegen die Offleber antraten, gab es regelmäßig eine Prügelei. Man mochte sich nicht. Drüben war eben Preußen und nicht mehr Braunschweig. Dort hatten sie andere Schulbücher, auch einen anderen Sprachfall, sie waren anders.

Als dann der "Eiserne Vorhang" endlich hochging, und man sich treffen und besuchen konnte, wurde rasch diese uralte, unsichtbare Grenze wieder spürbar. Nachdem der erste Wiedervereinigungsrausch verflogen war, war da auch ohne Wachtürme und ohne Grenzsoldaten doch eine Grenze.

Und immer noch steht die ehemalige Kneipe, "Grenzblick", die in den 60iger Jahren Willi Smuda betrieben hatte und erinnert an die 1945 gezogene Grenze.

Die Grenze als "Attraktion"

Diese Grenze war eine gewisse Attraktion. Tatsächlich stießen hier ja nicht nur zwei Länder aufeinander, sondern zwei Blöcke: der Ostblock auf den Westblock. Und der eine endete in Amerika und der andere in Sibirien. Hier war die Schnittstelle. Dahinter war im Osten die "Sperrzone". Davor ging der "Eiserne Vorhang" runter. Eine kleine weltpolitische Sensation. Wer historisch dachte, bekam einen leicht zu erregenden Kitzel.

1963 war ein gut erreichbarer Kellerraum im Dorfgemeinschaftshaus an der Grenze zu einem Informationsraum umgebaut worden. Dort waren Grenzmodelle ausgestellt, an denen man mittels Druckknopf leuchtende Signale auslösen konnte und auf denen der Zuschauer den Grenzverlauf und die Art der Befestigung studieren konnte. An der Weser oder am Rhein hatte man kaum eine Vorstellung von diesem häßlichen Riß durch Deutschland. Das Kuratorium Unteilbares Deutschland hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den politischen Charakter dieser Grenze und ihre Unnatürlichkeit im Bewußtsein wach zu halten.

Die Grenze wurde zum Anlaß hoher Besucher und Politiker: Willy Brandt besichtigte die Grenze, Erich Mende, Herbert Wehner, Generäle, Landes- und Bundespolitiker. Das war für die Dorfbewohner immer ein "großer" Tag. Die Erläuterungen im Informationsraum waren für ausländische Besucher sogar dreisprachig. Man wurde besichtigt und war dabei. Der Besucherstrom schwoll Mitte der 60iger Jahre auf 50.000 (im Jahr 1965) an.

Frau Waltraud Buchholtz, Konrektorin an der Offleber Grundschule, später Rektorin der Büddenstedter Hauptschule, war die unermüdliche und hochmotivierte Vorsitzende des Ortskuratoriums Unteilbares Deutschland und agile und erfolgreiche Vermittlerin solcher prominenter Besuche, da sie auch im Aufsichtrat des Zweiten Deutschen Fernsehens saß.

Nicht freundlich gesonnene Spötter, die Deutschland für gut teilbar hielten, frotzelten boshaft über das "Krematorium Unheilbares Deutschland".


Grenzproblematik im Ortskuratorium Unteilbares Deutschland

Ich meldete die Kirchengemeinde als Mitglied in diesem Ortskuratorium an, denn die Überwindung des Charakters der Grenze durch kleine praktische Schritte empfand ich lohnend und als ein gemeinsames Ziel. 1964 wurde z.B. über einen Zeitungsaustausch zwischen Westdeutschland und der "sowjetischen Besatzungszone" öffentlich diskutiert. So etwas fanden wir, weil grenzüberwindend, gut. Frau Konrektorin Buchholtz, Rektor Kasten und ich schrieben an den CDU-MdB Burgemeister. Es dauerte etwas, aber tatsächlich erhielt ich für einige Zeit das "Neue Deutschland", jedoch nur ausgeliehen.

Kreisheimatpfleger Owzarski hat kürzlich eine Abhandlung über den von Frau Buchholtz initiierten, überregional bekannt gewordenen Weihnachtsbazar des Ortskuratoriums vorgelegt. Der Erlös des Weihnachtsbazars wurde in unzähligen Päckchen an bedürftige ältere Leute in der "Ostzone" geschickt. An ihm beteiligte sich auch die Frauenhilfe. Ich war da etwas zurückhaltender, weil ich mir vorstellte, wie es wohl umgekehrt auf uns wirkte, wenn von der "Ostzone" erholungsbedürftige Kinder aus Westdeutschland in ein FDJ-Heim an die Ostsee eingeladen wurden, was ja wiederholt vorkam. Das wurde natürlich als Provokation des reichen Westens empfunden und beschäftigte den Verfassungsschutz.

Trotzdem war der Weihnachtsbazar verdienstvoll.

Ursache der Grenze

Wir gerieten über die Frage aneinander, wer an dieser Grenze eigentlich schuld sei. "Die Russen natürlich", war die gängige Meinung. Und das war dann das gefundene Fressen für satte antikommunistische Aktionen und Denkweisen, die mir doch zuwider waren. Der 17. Juni war der große Tag für Mahnfeuer an der Grenze, markige Reden über Freiheit hier und Unfreiheit drüben, freie Wahlen hier und dort Diktatur und Zwang. Mir waren diese Alternativen einfach zu billig.

Im Bücherschrank meines Vaters hatte ich das 1957 geschriebene Buch von Christine Bourbeck "Kommunismus - Frage an die Christen" gefunden. Dort las ich Überschriften wie "Materialismus in Ost und West, Konformismus in Ost und West, Das Phantom der Freiheit". "Der Osten bekennt den Materialismus; der Westen läßt sich von ihm im praktischen Leben bestimmen." Christine Bourbeck zeigt die grenzüberschreitenden Defizite und zugleich auch die Werte in beiden Systemen auf. Diese Gedankengänge lösten das schwarz-weiße Holzhammerdenken auf beiden Seiten auf. In dieser Gedankenschneise wollte ich weiterdenken.

In meiner Gemeinde erlebte ich 1964, nunmehr zum ersten Mal dort Pfarrer, zum "Tag der Einheit" etwas ganz anderes: das Programm der Feierstunde am 16. Juni 1964 abends am "Mahnstein vor dem DGH" war mir innerlich ganz fremd. Es sah so aus: Egmont-Ouvertüre von der BKB-Kapelle, Begrüßung durch Bürgermeister Willy Smuda, Chor: "Ganz Deutschland - Lied der Einheit", Gedicht: "Nur Freien bleibt ein freies Land", Ansprache und Andante von Mozart, "Schweigemarsch und Fackelzug zum Hopfenberg". Dort: "Flamme empor" durch die BKB-Kapelle, Chor: "Reicht euch die Hände", "Grußbotschaft für die Zone und für Berlin", Nationalhymne und Geläut der Freiheitsglocke, Mahnfeuer. "Eine Flamme unseres Mahnfeuers vom Hopfenberg wird wie in den Vorjahren nach Berlin getragen", las ich in der Einladung, die ich als Gemeindepfarrer neben den anderen, politischen, Ortsgrößen unterschreiben sollte, aber das als einziger nicht tat. Ich fand das Programm entsetzlich schwülstig, politisch reaktionär und überhaupt nicht weiterführend. Ich vertrat die Meinung, daß die Grenze eine Folge des 2. Weltkriegs und also Hitler der Urheber dieser Grenze sei. Damit stand ich jedoch ziemlich allein.

"Die Grenze funktioniert" - Diskussion mit Roloff und Stöckmann

Der Knoten platzte ein paar Stunden vor dem gesamtdeutschen Schmalz am Nachmittag jenes 16. Juni 1964 im Dorfgemeinschaftshaus bei einer spannenden Podiumsdiskussion mit Schülerinnen und Schülern der Braunschweiger Raabeschule und des Schöninger Anna Sophianeums und ihren Studienräten Ernst August Roloff, Braunschweig und Studienrat Hans Dieter Stöckmann, Schöningen. Neben den beiden Studienräten saßen auf dem Podium der Ortsvereinsvorsitzende der CDU, Horst Ponczek und als Diskussionsleiter Herr Becker vom Kreiskuratorium Unteilbares Deutschland in Helmstedt.

Ich sollte als Ortspfarrer die Diskussion mit einigen Thesen zu der Frage eröffnen: "Ist Deutschland unteilbar?" Ich antwortete entgegen der Erwartung.: "Ja, Deutschland ist teilbar" und verdeutlichte diese Antwort mit folgenden Thesen: "1. Die Teilung funktioniert. 2. Die Teilung funktioniert schlecht. 3. Die Teilung ist Schuld der Deutschen. 4. Die Anerkennung der Teilung ist die Voraussetzung für die Schaffung erträglicher und späterhin normaler Beziehungen zwischen beiden Teilen Deutschlands." Das wurde vom mitdiskutierenden CDU-Ortsvereinsvorsitzenden Horst Ponczek als eine heftige Provokation empfunden.

Vor dem Dorfgemeinschaftshaus stand ein riesiger Findling mit dem Satz "Deutschland ist unteilbar". Das war unrichtig. Deutschland war vor 1871 wunderschön geteilt. Nicht die Teilung, die Einheit des ausgerechnet in Versailles ausgerufenen Deutschen Reiches hatte sich in der Folgezeit als Bedrohung herausgestellt. Sebastian Haffner hat in seinem Preußenbuch später auf die höchst problematische Seite der von Bismarck dort geschaffenen Einheit Deutschlands hingewiesen. Nun war Deutschland wieder in zwei Staaten geteilt, Westdeutschland und die "Ostzone", wie man hier auch damals noch sagen mußte. Die "sogenannte DDR" - so eine andere Betitelung - hatte sich zu einem lebensfähigen Staat entwickelt, der aber von der Bonner Politik nicht anerkannt wurde. Die Teilung funktionierte wie eh und je, aber gewiß funktionierte sie schlecht. Es ging mir nicht darum, die Grenze zu beseitigen, sondern den Charakter der Grenze zu verändern, etwa einen Zustand wie vor 1952 zu erreichen.

Die Schüler sprangen auf meine unerwarteten Thesen an, Unterstützung fand ich bei Herrn Stöckmann, der in seiner Studienzeit den SDS in Göttingen geleitet hatte und sich bei der Auseinandersetzung gegen den Kultusminister und Naziverleger Schlüter in Göttingen einen Namen gemacht hatte. Auch Studienrat Roloff fand die Sache erfrischend, und seit jener Zeit verbindet uns bis heute ein freundschaftlicher, herzlicher Diskurs. Er ist Professor für Politologie in Göttingen geworden, hat wichtige Bücher über die Braunschweiger NS-Zeit geschrieben und emeritiert zur Zeit an der Jasperallee Herr Becker indes versuchte die Aussprache derart gegen meine Thesen zu lenken, daß er während der Diskussion vom Plenum als Diskussionsleiter abgesetzt wurde, es begann tumultuarisch zu werden, es war alles also ganz nach meinem Geschmack. Oberschulrat Mügel mußte mäßigend eingreifen.

"Mit der Teilung leben"

Für die politische Rechte indes war ich von diesem Augenblick an vollständig "gestorben" und wurde zum allgegenwärtigen Objekt ihrer Abneigung. Das fundamental unterschiedliche Verständnis der Grenze trennte uns für Jahrzehnte. Die Parteileute der CDU ließen auf die Dauer darüber nicht mit sich reden.

Ich hingegen fühlte mich bestätigt vom Leiter der Berliner Evangelischen Akademie, Erich Müller-Gangloff, auch Mitbegründer der Aktion Sühnezeichen, der 1965 unter den List-Taschenbüchern eine deutschlandpolitische Skizze veröffentlicht hatte unter dem Titel "Mit der Teilung leben - eine gemeindeutsche Aufgabe". Er gliederte seine Skizze in sieben Thesen, von denen die ersten zwei hießen: "1. Die Wiedervereinigung ist verspielt. 2. Wir müssen mit der Teilung leben". Die Thesen sind auch heute durch die Ereignisse von 1989/90 keineswegs überholt. Allein die Tatsache, daß es nicht zu einer "Neuvereinigung" gekommen ist, wie Müller-Gangloff in Anlehnung an einem Vorschlag von Golo Mann skizzierte, sondern zu einer "Wieder"-Vereinigung, ausgerechnet noch mit "Anschluß"-Charakter, hat die innere Teilung vertieft und zeigt die Aktualität dieser Thesen. 1965 war für mich entscheidend: aus dem kalten Krieg entsteht nie ein geordnetes Verhältnis in Mitteleuropa. Egon Bahr hatte bereits 1963 in der Evangelischen Akademie Tutzing die weitreichende Parole ausgegeben: "Wandel durch Annäherung".

Solche Thesen wurden auf akademischer Ebene bei den Universitätstagen in Helmstedt im Oktober 1965 von Prof. Dr. Froese, dem Direktor des Erziehungswissenschaftlichen Seminars in Marburg vorgetragen. Es war für das gängige Helmstedter Diskussionsniveau schon "starker Tobak", wenn Prof. Froese die Hallsteindoktrin (keine diplomatischen Beziehungen zu Staaten, die die DDR als Staat anerkannten) als Hemmschuh für die Wiedervereinigung bezeichnete, und ausführte, die Wiedervereinigung setze ein Arrangement mit der DDR voraus.

Ausstellung "Schuld und Versöhnung in Deutschland" im Informationsraum

Es gab im Ortskuratorium Unteilbares Deutschland weiterhin fruchtbare Zusammenarbeit. Im Sommer 1970 veranstaltete die Ortskirchengemeinde, das Ortskuratorium (Otto Piper) und das Volksmissionarische Amt in Wolfenbüttel zwei Monate lang in den Räumen des Informationsraumes die Ausstellung "Schuld und Sühne in Deutschland", die vom Evangelischen Forum in Berlin stammte. Auf großformatigen Tafeln wurden die Verbrechen des Nationalsozialismus und die versöhnenden christlichen Friedensdienste in den Nachbarstaaten dargestellt. Propst Hobom eröffnete die Ausstellung und empfahl: "Hingehen und ansehen." Die Ausstellung solle einen bescheidenen Beitrag zur deutschen Geschichte leisten. Man könne der Geschichte nicht entfliehen, in die wir eingebettet seien und jeder müsse an seinem Platz dafür arbeiten, daß diese "barbarischen Scheußlichkeiten" nicht wieder in Deutschland passierten. An die Jugendlichen gewandt: die Dokumentation solle den Blick öffnen zu neuen Ufern.

Im Kleinen Saal des Dorfgemeinschaftshauses gab es eine ziemlich heftige Diskussion zwischen Pfarrer Warmers, dem Leiter des Volksmissionarischen Amtes und Horst Ponczek, außerdem beteiligten sich Frau Pastorin Böttger, Pfarrer Haferburg und Pfarrer Wiese (Esbeck), Herr Rünger vom Kuratorium in Schöningen und Herr Friedrich Lickfett.

Es meldeten sich im Pfarramt Gruppen an, die ich dann durch die Ausstellung führte. Die Ausstellung sollte auch eine Antwort auf die Frage nach der Herkunft der Grenze sein.

Mit Neugier über die Grenze: 1. Moskaureise 1964/65

Über die Grenze zu gucken und über die Grenze zu reisen, jedenfalls Grenzen zu überschreiten, ist eine ständige Versuchung, die der Grenze selbst innewohnt. Moskau war das andere Ende der Grenze. Das lockte mich, zumal meine Schwester Erika ein Jahr vorher dort gewesen war und viel Spannendes erzählt hatte.

Eine Moskaureise war Ende 1964 noch etwas Exotisches. Ich fuhr Silvester 1964/65mit Studienrat Stöckmann dorthin, kam auf Empfehlung des Kirchlichen Außenamtes in Frankfurt, dessen Leiter Pfarrer Adolf Wischmann mit unserer Familie verbunden gewesen war, mit Bischof Juvenali zusammen, hatte einige schlichte Fragen über die orthodoxe Kirche gestellt und war mit dicken Bilderalben entlassen worden. Im Kloster Sagorsk hatte der Abt mit uns getafelt. Wir waren ohne Abmeldung im Hotel einfach mit der Taxe, einer sechssitzigen Sim, nach Sagorsk gefahren, hatten im Kloster vor lauter Besichtigung, Neugier und Gesprächen nicht den Absprung zur Rückfahrt gefunden und mußten dann Hals über Kopf zum Zug auf den Belorussischen Bahnhof eilen. Der Kreml, die Tretjakow-Galerie mit den wundervollen russischen Impressionisten, das Puppentheater, die gefühlige baptistische Gemeinde, die berauschenden orthodoxen Gottesdienste zu Weihnachten in der Nacht vom 5./6. Januar, die Kremlkirchen - das alles war eine völlig neue Welt. Den einbalsamierten Lenin und die allrussische Ausstellung hatte ich mir erspart.

Da ich ein paar russische Brocken und das kyrillische Alphabet bei Frau Pastor Rothermel gelernt hatte - die Rothermels waren noch nach 1917 in den Diakonischen Anstalten in Moskau tätig gewesen und waren dann nach Deutschland geflüchtet, wo Alexander Rothermel das Pfarramt in Hoiersdorf verwaltete - konnte ich mich in Moskau selbständig bewegen. Ich fuhr viel mit der U-Bahn herum und lernte in der Wohnung des Dolmetschers Konjkow etwas vom sowjetischen Alltag kennen. Mit ein paar westlichen Utensilien waren die nötigen Rubel zu erwerben, die dann wieder in Schallplatten umgesetzt wurden. Beim letzten schwarzen Umtauschen wurde ich von einem jungen Russen in einem Hauseingang herzerfrischend abgeknutscht. Eine Reise in den Osten um diese Zeit mitten im Kalten Krieg ohne Aussicht auf politisches Tauwetter war ein Abenteuer.

Ich hatte hinzugelernt, daß mit Zwang und Unfreiheit und Diktatur die Situation auch in der Sowjetunion nicht vollständig beschrieben worden war. Ein gewaltiges Alphabetisierungs-, Schul- und Bildungsprogramm war seit 1917 eindrucksvoll umgesetzt worden. Der innerstädtische Transport war billig, schnell und sauber. Vor allem brachte mich die große kulturelle Dichte und Tiefe ins Erstaunen. Wann hatte ich etwas vom russischen Impressionismus gehört?

Wir bewegten uns selbständig abseits des offiziellen Programms, was uns überraschte. Meine Reiseeindrücke veröffentlichte ich im "Braunschweiger SONNTAG", dem Vorgänger der "Evangelischen Zeitung". Was heute eine Selbstverständlichkeit ist, wurde damals, weil es eben noch unüblich war, gedruckt und gelesen. Der Blick weit über die Grenze hatte sich für mich gelohnt.

Der Ernst der Grenze: der angeschossene Flüchtling Dezember 1964

Während ich in Moskau war, kam es an der Offleber Grenze zu einem blutigen Zwischenfall. Ein Flüchtling war am 28. Dezember 1964 morgens von Soldaten unterhalb des hölzernen Wachtturms, wenige Meter vor Erreichen des westlichen Gebietes, niedergeschossen worden.

Ein Birkenkreuz wurde an der Grenze errichtet und mit der Aufschrift "Dem unbekannten Flüchtling" versehen. Die Offleber strömten am Abend zu einer Gedenkstunde, auf der der katholische Pfarrer Latka sprach. In der Zeitung wurden Vermutungen über die Täter angestellt. "Zonenschützen von Offleben aus der Einheit von Barneberg" berichtete die Braunschweiger Zeitung. Seit dem 29. Oktober seien bereits drei uniformierte Angehörige aus dieser Einheit in den Westen geflüchtet, darunter zwei Unteroffiziere. Mit der Grenze war also wirklich nicht zu spaßen. Die DDR-Bewohner hatten in diesem Grenzbereich kaum eine Chance zur Flucht.

Aber die Art und Weise, wie dieses Ereignis ausgeschlachtet wurde, triefte von Propaganda:

Pilgerweg zum Kreuz am Stacheldraht

Quer über den tiefverschneiten Sturzacker am Ostrand von Offleben im Helmstedter Südkreis ist ein breiter Pilgerweg getreten. Bis unmittelbar an den Stacheldrahtzaun der Zonengrenze. Dunkel hebt er sich von dem schneeigen Weiß seiner Umgebung ab, so dunkel fast, wie das Pfahlgewirr der vielfachen Stacheldrahtzäune sich gleich einem düsteren Band im tiefverschneiten Land um Offleben legt. Dieses Band der Trennung ist noch düsterer geworden, seit im Morgengrauen des Montags die Menschen in Offleben von vielsalvigen Schüssen aufschreckten, die einen einzigen Mann niederstreckten, der auf dem Weg in die Freiheit, auf dem Weg nach Offleben war. Kaum vierzig Meter vor dem letzten Zaunstück, dessen Überwindung für ihn die Freiheit bedeutet hätte, trafen ihn die Feuerstöße aus den Maschinenpistolen der Zonenbewacher unter dem dräuenden Wachtturm auf der Höhe zwischen Ort und Ziegelei Offleben. Aus nur kaum dreißig Meter Entfernung trafen sie dicht. Niemand in Offleben kennt den Mann, der um sein Leben lief und dabei abgeknallt wurde wie ein Hase auf der Treibjagd. Ähnlich wurde er wenig später auf eine Lastwagen "geworfen", sagen die Offleber, die Augenzeugen jenes grausigen Spuks waren, der wenige Minuten vor 7 Uhr begann und kaum eine Viertelstunde später schon nichts als nur Wagenspuren im Schnee zurückgelassen, bei den Menschen in Offleben aber eine große Erregung hervorgerufen hatten. Spontan wurde nahe dieser Stelle unmittelbar am Stacheldrahtzaun und auf dichteste Sichtweite und Hörweite unter dem Wachtturm, von dem aus die Todessalven abgefeuert wurden, im Laufe des Tages ein schlichtes Birkenkreuz mit der Inschrift "Dem unbekannten Toten" aufgestellt. Dieses Kreuz war Ziel des Offlebener Pilgerweges durch den Schnee des hartgefrorenen Sturzackers den ganzen Tag über. Hier versammelte sich am Montagnachmittag auch eine nach vielen Hunderten zählende Menschenmenge zu einer Gedenkstunde der Trauer und Anklage.

Ich teilte den Abscheu über diese militante Art der Grenzsicherung, aber ich fand die propagandistische Ausschlachtung gleichfalls abstoßend. Es paßte zur damaligen Zeit des heiß gelaufenen "kalten Krieges", daß der katholische Pfarrer Latka in seiner Ansprache den Zwischenfall mit Auschwitz verglich. "Wir klagen noch um Auschwitz und schon wieder geschieht ähnliches." Schauerlich, und ich war froh, daß ich damals nicht in Offleben gewesen war. Aus dem geplanten "Pilgerweg", der sogar betoniert werden sollte, wurde erfreulicherweise nichts.

Einen vergleichbaren Grenzzwischenfall hat es m. W. an diesem Grenzpunkt nur noch im September 1966 gegeben. Ein 17jähriger Flüchtling war bei der Flucht auf eine Mine getreten und kurz vor dem Grenzzaun verwundet liegengeblieben. Er wurde von der Grenzpolizei zurückgeholt



zuletzt bearbeitet 30.01.2012 20:35 | nach oben springen

#47

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 30.01.2012 14:37
von 94 | 12.210 Beiträge | 6012 Punkte
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Greso! Mönsch! Quelle vergessen, hä?

http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/archiv/ab/kap02.htm


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#48

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 30.01.2012 16:36
von Harra318 | 2.514 Beiträge | 42 Punkte
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Und wir hatten sogar alle 4Tage Nachtwanderung das auch noch regelmäßig
Die Veranstaltung ist auch nie ausgefallen,fand bei jeden Wetter statt.Zu den einzelnen Pukten der Sehenswüdigkeiten wuden wir geleitet,es standen in unregelmäßigen Abständen sogenante Sprechsäulen.Von da bekam man auch mehr oder auch weniger interresante Infos.


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#49

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 30.01.2012 19:34
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Hallo,
vielen Dank für Infos und Interesse. Besonderen Dank nochmal für das Foto, ist echt klasse!! Der Artikel von gemeinsam, zärtlich, radikal ist mir bekannt er wurde vom ehm. Dorfpastor aus Offleben verfasst.
Noch zu einem Beitrag: Nein, es wird kein "Vergnügungspark" mit verschiedenen Attraktionen. Es ist auch mal eine Aufarbeitung, die nicht nur die DDR-Seite der Grenze betrachtet, sondern auch die des Westens. Wie haben die da, wie es damals viel genannt wurde, "am Ende der Welt" gelebt? Wie war das mit Touris, die sich die Grenze angesehen haben? Oder warum "stürmten" Offleber Bürger die Grenze? Solche Fragen sind es, die zu klären sind.


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#50

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 30.01.2012 20:44
von Greso | 2.491 Beiträge | 1176 Punkte
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Zitat von 94
Greso! Mönsch! Quelle vergessen, hä?

http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/archiv/ab/kap02.htm




Zack-zack Genosse Untl.-ich habs nachgeholt..



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#51

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 30.01.2012 20:53
von feldwebel88 | 289 Beiträge | 31 Punkte
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greso,kennst du denn vorfall von 64 und die flucht von 3 grenzposten aus barneberg?



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#52

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 30.01.2012 22:39
von Fall 80 | 171 Beiträge | 2 Punkte
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Bei uns in der Gegend gibt es auch öfters Wanderungen an der Grenze. Sie werden meisst von Naturparken angeboten. Ich bin auch schon öfters mal mit gegangen. Sehr oft werden wilde Geschichten erzählt und viele Ereignisse falsch da gestellt. Es gibt aber auch Ausnahmen. Dein größtes Problem ist einfach, das Du noch sehr jung bist und die Grenze nicht "Live" erlebt hast. An Deiner Stelle würde ich mich erst einmal auf "Spurensuche" an der ehemaligen Grenze begeben und mal schauen was davon noch erhalten ist. Zeitzeugen der Grenze aus Ost und West konnen Dir da auch behilflich sein. Du musst nur aufpassen, das sie Dir nicht irgendwelchen Scheiss erzählen. Vielleicht findet sich ja hier im Forum Jemand der mit Dir mal los zieht. Was auch immer gut bei den Leuten ankommt, ist die sich entwickelnde Natur an der ehemaligen Grenze, Stichwort "Grünes Band". Such Dir alte Fotos der Grenze und stelle sie neuen Fotos gegenüber. Einen guten Rat zum Schluss möchte ich Dir noch mit auf den Weg geben, mach nicht den Fehler und stelle die eine Seite als gut und die Andere als schlecht hin. Ost und West hatten sicherlich Ihre Vor- und Nachteile und immer daran denken, die Teilung Deutschlands ist erst nach dem verlorenen Krieg entstanden. Diese Tatsache wird leider immer wieder verschwiegen.


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#53

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 31.01.2012 11:35
von Grenzwanderung Offleben (gelöscht)
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Hallo.
Natürlich habe ich die Grenze nicht miterlebt, aus diesem Grund ist sie ja auch so abstrakt und es wert erforscht zu werden. Bilder und Zeitzeugenberichte habe ich schon sehr viele gesammelt. Hier suche ich ja auch solche. Es ist sehr schwer nicht schwarz-weiß zu sprechen, besonders, wenn es um den Teil der DDR geht, der sich Grenze nennt. Das Bekannteste an der Grenze auch in Fachliteratur ist eben immer der Tod. Aber auch dabei halte ich mich nur an Fakten. So stehe ich in regem Kontakt mit Herrn Achim Walther vom Grenzdenkmalverein Hötensleben, seine Literatur (Heringsbahn und die Eiserne Naht) kann ich sehr empfehlen.
Ja die Teilung ist erst nach 45 passiert. In Offleben gab es da eine besondere Geschichte, denn der preußische Teil sollte, wie üblich der sowjetischen Zone zugeschlagen werden. Da gab es richtige Auseinandersetzungen.

MfG

GO


zuletzt bearbeitet 31.01.2012 11:35 | nach oben springen

#54

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 31.01.2012 11:39
von exgakl | 7.589 Beiträge | 1618 Punkte
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Zitat von Grenzwanderung Offleben
Das Bekannteste an der Grenze auch in Fachliteratur ist eben immer der Tod. Aber auch dabei halte ich mich nur an Fakten.



so traurig wie es ist, aber selbiger stellte eher die Ausnahme dar... ja mit den Fakten ist es manchmal schon so eine verflixte Sache


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....


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#55

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 31.01.2012 11:50
von Grenzwanderung Offleben (gelöscht)
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Natürlich! Sehe ich ähnlich! Die Frage ist jedoch, worauf baut man bei seiner Ausarbeitung?
Zeitzeugenberichte sind toll, es ist aus erster Hand! Aber sehr subjektiv.
Ja und es ist nicht zu verdenken, die meisten Menschen denken an Tod. Die Grenze wurde sicherlich nicht mit dem Zweck des Tötens errichtet. Ihr Produkt war aber nun einmal Einengung, Intoleranz und auch Tod.
Man sollte sich aber nicht nur darauf beziehen, denke ich, so komisch es auch klingt. Für den Westen, besonders das Zonenrandgebiet, war die Grenze ein wirtschaftlicher Faktor, der genutzt wurde.
Man muss immer beide Seiten sehen und anerkennen, danach ist dann zu urteilen.


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#56

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 31.01.2012 15:20
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nimm es mir nicht übel @Grenzwanderung, aber ich bin der Meinung, Du solltest Dein zukünftiges Hobby nochmals überdenken.
Wie wäre es zum Beispiel mit Angeln? Früher hat man das im Rheinsdorfer See sehr gern gemacht und der liegt ja auch gleich neben Offleben...

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....


zuletzt bearbeitet 31.01.2012 15:21 | nach oben springen

#57

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 31.01.2012 15:31
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für meinen teil erlebte ich so viele grenzwanderungen das ich diese heute nicht mehr brauche. mir erschliest sich auch kein sinn darin, heute über verwildertes gebiet zu laufen ohne deren echtheit zu kennen. anders wäre es, wenn es eine provisorische nachgestellte oder erhaltene grenze gäbe, und alle die den ablauf spüren wollen mal eine 8 stunden schicht nachs im winter bei minus 20 grad erleben. dann dürfen sie gerne mitreden wie es war als marchmello umher zu laufen.
nichts für ungut, ich schmunzel nur.

ek 82/2


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#58

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 31.01.2012 15:58
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mir geht echt ein dummer gedanke durch den kopf und ich wäre sogar bereit mir diesen mist noch einmal anzutun. es reden ja viele die gar keine ahnung haben und es mal erleben wollen. man müßte echt mal alle die jenigen zusammen ziehen die den mut haben was echtes zu erleben und auf eine richtige winternacht warten. dann mal einen 8 stundendienst, gmn mit uhrzeitmeldungen oder standortwechsel kann durch handy ersetzt werden. bei solch einer aktion kann ich nur auf viel igel hoffen. mehr sage ich nicht dazu.mal ganz böse gesagt.kreuzottern sind unter laubberge und der wald gleich hinter einem. nun spiele ich aber den buhmann.
ek 82/2


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zuletzt bearbeitet 31.01.2012 16:01 | nach oben springen

#59

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 31.01.2012 16:11
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Also ist eure Meinung, man solle sich nicht mit dem Thema auseinandersetzten, weil man es eh nicht nacherleben kann oder zu der Zeit gelebt hat?
Natürlich ist es schwer etwas zu vermitteln, von dem rein physisch nur noch ein Betonweg da ist. Aber zum Glück geht es nicht nur um die Grenze an sich, sondern auch darum, wie sich die Menschen, die von ihr beeiflusst wurden, gefühlt haben.
Ja das stimmt an dem See Anna Süd und auch Anna Nord kann man sehr gut angeln. Da gibt es auch einen Zeitzeugenbericht von einem Offleber, der damals beim Angeln in einen Konflikt mit der Grenze gekommen ist, weil seine Pose in die falsche Richtung geschwommen ist.


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#60

RE: Grenzwanderung Offleben

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 31.01.2012 16:23
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Da gibt es auch einen Zeitzeugenbericht von einem Offleber, der damals beim Angeln in einen Konflikt mit der Grenze gekommen ist, weil seine Pose in die falsche Richtung geschwommen ist.



das wird doch nicht bei mir gewesen sein,als ich eine zurückweisung am reinsdorfer see machen musste.



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