Fotografieren in der GK und an der Grenze

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19.12.2011 10:14 (zuletzt bearbeitet: 19.12.2011 10:15)
#16
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Ich habe ja von 1959-62 in Berlin an der Grenze gestanden. Da wurden wir oft genug von Touristen fotografiert und ich habe mit einer Pentaka 8 gefilmt. Gleich nach dem Mauerbau habe ich mich damit etwas zurückgehalten, aber als sich dann alles etwas beruhigt hatte, habe ich in der Kompanieführung mal nachgefragt, ob ich denn wieder filmen dürfte. Erst wollten sie nicht so recht ran, aber nachdem ich als Grund einen Vergleich vor und nach Mauerbau angab, gab mir der KC mit einem Abwinken und den Worten: "Ach nehmen sie die Kamera doch mit!" praktisch die Erlaubnis dazu. Ein Teil der Filme ist hier im Forum eingestellt; wurden vom DHM digitalisiert und ins Internet gestellt.
Aus den Filmen wurden Ausschnitte für die Filme "Mauerhase" und "Bis an die Grenze - Der private Blick auf die Berliner Mauer" verwendet.
Ach so, Probleme hatte ich später wegen dieser Filme nicht, habe die aber auch nicht weiter bekannt gemacht, nur in der Familie gezeigt und dann haben sie 39 Jahre in Blechbüchsen vor sich hin geschlummert. 2001 habe ich die Filme für ein Projekt über 40 Jahre Mauerbau dem DHM Deutsches Historisches Museum zum Digitalisieren gegeben. Ein paar Jahre später habe ich diese Filme in der Bernauer Straße der Gedenkstätte vorgeführt und mir privat alle Filme selber digitalisieren lassen. Von dieser DVD sausen jetzt in Europa einige Kopien rum.
Als Abschluß meiner Schreiberei wünsche ich allen Lesern und Grenzern ein frohes und geruhsames Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins Jahr 2012
Peter der Zaunkönig


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19.12.2011 17:44
#17
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natürlich war die "bildliche Darstellung" im Objekt u. an der Grenze verboten, was mich nicht daran gehindert hat diese Festlegung zu ignorieren(ohne Folgen).
Mein eigentlicher Fotoapparat, eine Exa 500, wurde beim Spieß gegen Quittung hinterlegt, während die Balgen-Kamera meines Vaters gut in den Stahlhelm oder in die Seitentasche der Wattehose passte.
Selbst in der Ausbildung im GAR-40 haben die Gruppenführer dichtgehalten . Auch bei einer Regimentsübung in Annaburg und Streganz begleitete mich das Gerät aus dem Jahre 1935 (Format 6x9).
In der Unterkunft und z. Bsp. Weihnachtsfeier 1968 im GR-44 ist unser Polit und der KC sowie sämtl. Zug-u. Gruppenführer abgelichtet. Dazu habe ich mir allerdings die offizielle Erlaubnis eingeholt und anschließend die "Exa" beim Spieß wieder abgegeben.
Was darüber hinaus an Fotos entstand war absolut illegal. Ich hatte auch keine böse Absicht bei der ganzen Fotografiererei.
Heute sind es ganz sicher einmalige Zeitdokumente und ich bin froh solche Dokumente zu besitzen.


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19.12.2011 20:25
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#18
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Erstmal Danke für Eure Beiträge.
Wenn ich heute darüber nachdenke war es schon richtig mit dem Verbot - es war damals auch jugendlicher Leichtsinn überall hatte ich meine "Werra 2" dabei! Unsere Offiziere haben das wahrscheinlich nicht so verbissen gesehen.
Mit einem Teil der Bilder von vor 45 Jahrenhabe ich beim 1. Untersuhler Grenzertreffen einen Lichtbildervortrag gemacht. Jeder kann sich vorstellen was da für Erinnerungen hochkamen! Es sind nun echte Zeitdokumente geworden.
Wenn Zeit habe werde ich Bilder auf der Seite der GK Untersuhl einfügen.

Aber ich habe auch eine Bitte, wer kann mir Bilder von vor der Wende von der Ausbildung in Eisenach(ach Gebäude innen und außen zur Verfügung stellen?


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19.12.2011 20:58 (zuletzt bearbeitet: 19.12.2011 22:26)
#19
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Noch mal zu meinen Filmen. Wie mir der Historiker in der Gedenkstätte Bernauer Straße sagte, sind das wohl recht wertvolle Dokumente der Mauer. Auch von Spiegel TV und vom rbb (Berliner und Brandenburger Fernsehsender) wurde mir die Seltenheit der Aufnahmen bestätigt. Na und der Archivar vom Museum war davon natürlich auch hellauf begeistert. Da habe ich doch damals in meinem jugendlichen Leichtsinn einige wertvolle Zeitdokumente geschaffen.
Bei der Silvesterfeier zum Jahreswechsel 1961-62 habe ich in der Stube gefilmt, sind zwar recht dunkel die Szenen, aber der KC und der Politnik waren auch dabei und der UvD hat sogar seine Armbinde stolz in die Kamera gehalten. Und danach ist nichts gekommen, auch später im Dienst an der Grenze hatte ich beim Filmen keine Schwierigkeiten. Ich habe mich immer bloß gewundert, warum die Menschenaufläufen auf der Westseite sich immer so schnell zersteut hatten, wenn ich mich mit meiner Kamera in Stellung brachte und die Proteste filmen wollte. Habe natürlich ohne Stativ gefilmt, das hätte denn vielleicht doch zu Problemen mit der "Sicherheit" führen können.
Peter der Zaunkönig

Der Link im anderen Threat funkt nicht mehr, hier mal der neue Link vom DHM.
www.dhm.de/filmarchiv/02-mapping-the-wall/peter-g/
Ich hoffe der funkt bei euch, bei mir hat es jedenfalls hingehauen.
Der UvD ist aber auf einem anderen Film zu sehen, den hat das Museum noch nicht ins Netz gestellt. Aber unter den schunkelnden Leuten ist der KC der von oben mit der Mütze, habe ich aus den Doppelstockbett aufgenommen.


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21.12.2011 13:08
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#20
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Das Fotografieren in der Grenzkompanie war Verboten, zu ausbildungszwecken wurde ein GAKl. angewiesen zu fotografieren. Ich selber war auch zur Anordung 13, dort bin ich immer mit 2 Fotoapperate unterwegs gewesen. im 1. Apperat war der Dienstfilm für das Battalion und im 2 Apperat war der Film zu Ausbildungszwecken mit den Soldaten und Unteroffizieren enthalten, diesen haben wir dann in der Grenzkompanie selbst entwickelt und abzüge erstellt. wir wurden vom BGS und Grenzzolldienst auch Fotografiert.


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21.12.2011 14:16 (zuletzt bearbeitet: 21.12.2011 14:16)
avatar  Mike59
#21
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Zitat von Zaunkönig
....

....
Peter der Zaunkönig

Der Link im anderen Threat funkt nicht mehr, hier mal der neue Link vom DHM.
www.dhm.de/filmarchiv/02-mapping-the-wall/peter-g/
Ich hoffe der funkt bei euch, bei mir hat es jedenfalls hingehauen.
Der UvD ist aber auf einem anderen Film zu sehen, den hat das Museum noch nicht ins Netz gestellt. Aber unter den schunkelnden Leuten ist der KC der von oben mit der Mütze, habe ich aus den Doppelstockbett aufgenommen.




Klasse Material - Super

Mike59


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21.12.2011 14:23 (zuletzt bearbeitet: 21.12.2011 14:24)
avatar  Mike59
#22
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Zitat von KAMÜ
Das Fotografieren in der Grenzkompanie war Verboten, zu ausbildungszwecken wurde ein GAKl. angewiesen zu fotografieren. Ich selber war auch zur Anordung 13, dort bin ich immer mit 2 Fotoapperate unterwegs gewesen. im 1. Apperat war der Dienstfilm für das Battalion und im 2 Apperat war der Film zu Ausbildungszwecken mit den Soldaten und Unteroffizieren enthalten, diesen haben wir dann in der Grenzkompanie selbst entwickelt und abzüge erstellt. wir wurden vom BGS und Grenzzolldienst auch Fotografiert.



Fotografieren war nicht verboten! Es durfte nur keine dienstlichen Sachen, Maßnahmen etc. abgelichtet werden. Bei uns ist jede Menge fotografiert worden. Grillparty in der GK, Partei- , Gewerkschafts- und FDJ Versammlung. Natürlich mussten die Bilder danach erst abgenickt werden. Privat war es natürlich eher nicht gern gesehen. Die allgemeine Geheimhaltungshysterie der DDR kam hier voll zum tragen. Und im Ausgang konntest du auch deine Kamera nutzen.

Mike59


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21.12.2011 20:49
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#23
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Mir ist nicht bekannt das es auf der GK Untersuhl 64/65 einen Dienstfotoapparat gab !

Wir haben mit unseren privaten fotografiert.


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21.12.2011 21:10
avatar  Icke
#24
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Ich denke das Photos während des GD für den privaten gebrauch nicht gestattet waren.
Aber es gab ja gute Möglichkeiten das zu umgehen. Eine gute war den Film im Dienstphotoapparat kurz vor dem Wochenende mit einem oder mehreren VW Bussen bis kurz vor dem Ende zu belichten am Wochenende zum Dienstbeginn dann noch Zivilisten oder Briten bei dem betreten des Hoheitsgebietes für die Nachwelt auf Negativ bannen. Film wechseln und schon kann man 32 schöne Bilder machen. Die Variante blieb natürlich nicht so lange unentdeckt und es gab eine ziemlich einseitiges Gespräch des KC mit seinen Untergebenen. Jetzt hatte man aber ein neues Problem es hätten ja die Spione bestraft werden müssen. Aber die halbe 1.Sik bestrafen und nicht zum GD lassen war wohl nicht gewollt oder nicht möglich. Also sind aus den Spionen wieder ganz normale AGT geworden und es gab nur eine Neuerung es wurde uns nahe gelegt keine Photos mehr zu machen. Im Gegenzug wurde den EKs versprochen das alle ein schönes Erinnerungsphoto bekommen sollten. Das wurde dann auch so gemacht. Wir wurden nacheinander an das BBT außerhalb des Dienstes gefahren und photographiert. Zur Entlassung gab es dann dieses Photo mit einem kurzem dank des KC.


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12.01.2012 09:22
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#25
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Zitat von Jawa 350
Wie war das bei Euch mit den Fotos? Durfte man privat Fotografieren, gab es offizielle Bilder die dann erworben werden konnten?

Ich selbst habe sehr viel fotografiert, zu Hause bei einem Privatfotograph entwickeln lassen, diese kleine Firma hat mir die Bilder direkt zur GK geschickt und ich habe diese an die Interessenten (auch Offiziere) verteilt.

Warscheinlich durften wir zu meiner Zeit (1964/65) mehr wie dann später !


Ich habe damals in Holzhausen (8. Grenzkompanie) heimlich Fotos gemacht. Unter anderem habe ich die Sperranlagen, insbesondere die hohen Flusssperren für die persönliche Erinnerung fotografiert. Damals hat mich wohl einer angezinkt und so durfte ich in den Bau einrücken und wurde als Verräter beschimpft und verhört. Nun, irgendwo müssen doch die Bilder oder Unterlagen noch sein. ich weiß leider nicht, wo ich suchen soll. Foto und Radio und diverses Kochgeschirr wurden mir vor Entlassung wieder ausgehändigt. Zum glück musste ich nicht nachdienen und bin als Soldat entlassen ....
Ich habe


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12.01.2012 19:26
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#26
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Fand einige Fotos von den Grenzern im Winter als Video zusammengestellt.


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12.01.2012 19:36
avatar  Mike59
#27
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Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten
Fand einige Fotos von den Grenzern im Winter als Video zusammengestellt.





Was ne Show - die P3 Bilder am Ende sind allerdings Nachwende Bilder - die habe ich schon mal bei YouTube gesehen.

Mike59


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16.01.2012 18:42
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#28
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Hallo,

zu meiner Zeit in Kaltenwestheim hatten wir im Keller einen Fotozirkel. Da wurde auch fleißig entwickelt. Ich habe auch ein komplettes Album voll. Es wurde zu Feiern und auch auf den Stuben fotografiert und auch private Bilder wurden auf der Kompanie entwickelt. Ich kann mich jedoch nicht entsinnen, dass direkt vom Kanten Bilder gemacht wurden.


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18.01.2012 09:22
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#29
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also verboten war das fotografieren. aber ich habe heimlich bilder gemacht(siene meine fotoalben)
gruß didiwagi


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18.01.2012 20:08
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#30
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Zitat von didiwagi
also verboten war das fotografieren. aber ich habe heimlich bilder gemacht(siene meine fotoalben)
gruß didiwagi




Dem Kann ich mich nur Anschließen aber es gab auch auf unserer Kompanie im Keller eine Art Fotolabor! Dort wurden die Bilder der GAK aufgehoben aber Offiziell kam man da nicht ran.
Selbstgefertigte Fotomappen über Gegneraufklärung gab es aber auch die nicht Offiziell


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