KFZ Kennzeichen der DDR welches gehört wo hin?

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28.05.2009 20:47
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Zitat von manudave
Vita-Cola ?


naja, das waere sowas wie "Muerte-Cola"...

Spanisch: Vida=Leben, Muerte=Tod


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03.07.2009 01:29
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#32
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Zitat von Angelo
Da frage ich mich aber was hat denn "Z" mit Cottbus zu tun? Oder "Y" mit Dresden? Komische KFZ Zeichen waren das schon oder?
Gab es eigentlich auch einen TÜV in der DDR?

So eine Art TüV gab es auf freiwilliger Basis. Man bekam dann eine Plakette mit der Aufschrift "Technisch überprüft" + Jahreszahl, allerdings nicht aufs Kennzeichen, sondern auf die Scheibe oder an eine andere markante Stelle.

Warum die Kennzeichen so waren, keine Ahnung. Wohl war es so, dass ein Bürokratenhirn damit mehr anfangen konnte.
Zum Beispiel mein Heimatkreis hat heutzutage das Kennzeichen SÖM (Sömmerda). Damals war es FN oder auch LD.
Nehmen wir mal an, ein Verkehrspolizist irgendwo in Mecklenburg zB hätte das Kennzeichen SÖM gesehen. Er hätte absolut nicht einordnen können, wo das Fahrzeug herkommt, es sei denn, er kennt 100+X Kennzeichen auswendig. Selbst dann wären umfangreiche
Kenntnisse in Heimatgeografie notwendig. Bei dem Kennzeichen F oder L allerdings, weiß er sofort, aha, Bezirk Erfurt.
Es gab nur 15 Bezirke, manche hatten 2 Buchstaben, manche nur einen. Ein Anruf bei den VP-Genossen in Erfurt
und anhand des zweiten Buchstabens bekam man schon mal den Kreis heraus, usw.
Also war dieses Kennzeichensystem ganz auf den zentralisierten Staat zugeschnitten.
Weiß es nicht genau, aber so könnte ich es mir erklären.

EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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03.07.2009 02:35
#33
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Bei den ersten Buchstaben der Kennzeichen ging man m. E. nach von Nord nach Süd: A für Rostock, B für Schwerin, C für Neubrandenburg, D für Potsdam, E für Frankfurt/Oder. Berlin bekam traditionell das I. Bei der weiteren Reihenfolge erschließt sich für mich kein Schema. Bezirke mit relativ hoher Bevölkerungszahl und damit Kfz-Zulassungen bekamen einen zweiten Buchstaben zugeordnet (z. B. hatte Dresden neben dem R noch das Y). Mit dem zweiten Buchstaben nach der Bezirkskennung konnte man nur bedingt den Kreis feststellen. Dazu gehörten dann auch die Zahlen. Die Nummerierung verlief nicht von z. B. 00-01 bis 99-99 für einen Kreis. Sie wurde unterbrochen (z. B. 00-01 bis 23-99, weiter mit 41-01 bis 56-99 usw. usf.). Bestimmte Zweitbuchstaben wurden auch nur für Fahrzeugzulassungen von in der DDR lebenden Ausländern ausgegeben. Soweit mein noch vorhandenes Wissen aus der Einsicht in Unterlagen zu den Kfz-Zulassungen der DDR.

siehe auch hier

Tschüß

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Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

Die Dummheit ist wie das Meer. Sie bedeckt sieben Zehntel der Erde, wirft gern hohe Wellen ... und manche baden wohlig darin!

.

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03.07.2009 04:51
#34
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Edit-Zeit abgelaufen.

Ich habe die Kopien der Aufteilung der Kfz-Kennzeichen in der DDR doch noch aufgestöbert. Leider muss ich sagen, das Material ist sehr umfangreich. Das ganze nennt sich Zentraler Kennzeichenschlüssel bzw. Erweiterter zentraler Kennzeichenschlüssel (für Kennzeichen mit 3 Buchstaben).

Die Einteilung der Kennzeichen ist untergliedert in 3 Gruppen: 1. PKW, 2. KRAD, 3. übrige Kfz und Anhänger.

Ich werde mal nur die Angaben für meinen damaligen Heimatkreis Weißwasser im Bezirk Cottbus darzustellen versuchen:

Für diesen Kreis wurden folgende Kennzeichenkombinationen aufgeschlüsselt:

PKW: ZA 25-51 bis 30-00, ZA 56-01 bis 61-00, ZJ 50-01 bis 70-00, ZK 75-01 bis 85-00, ZL 40-01 bis 60-00, ZV 60-01 bis 80-00,
ZW 09-01 bis 18-15.

Krad: ZC 30-01 bis 45-00, ZF 35-01 bis 50-00, ZG 20-01 bis 40-00, ZK 73-81 bis 86-00, ZO 10-16 bis 17-50, ZO 80-01 bis 85-00,
ZU 20-01 bis 30-00, ZX 50-01 bis 99-99.

übrige Kfz und Anhänger: ZC 10-01 bis 20-00, ZG 35-01 bis 70-00, ZR 10-46 bis 17-30, ZS 45-16 bis 50-00.

Die Kennzeichen ZC 10-01 bis 20-00 wurden doppelt ebenfalls im Kreis Hoyerswerda ausgegeben.
Verschrieben habe ich mich auch nicht bei den Kennzeichen ZK 75-01 bis 85-00 (PKW) bzw. ZK 73-81 bis 86-00 (Krad). Wahrscheinlich erfolgte hier eine vermischte Ausgabe der Kennzeichen.

Kennzeichen mit 3 Buchstaben:

Erster Buchstabe: Bezirk, Zweiter Buchstabe: Kreis, Dritter Buchstabe: bezeichnet die Art des zugelassenen Kraftfahrzeuges
und wurde durch die Zulassungstelle selbständig festgelegt.

Ein Kreis konnte auch durch mehr als einen Zweiten Buchstaben gekennzeichnet werden.
Beispiel: Kreis Leipzig: K, L, M, N, O, P, R, S, T, U und V.

Für Berlin erfolgte keine Unterteilung des Zweiten Buchstabens.

Die Zahlen wurden durchlaufend nummeriert.

Der Kreis Weißwasser bekam hier die Kombination ZSA 0-01 bis ZSZ 9-99 zugeteilt.

In der Anlage 1 zum Erweiterten Zentralen Kennzeichenschlüssel erfolgte die Festlegung der Kennzeichen für Fahrzeuge ausländischer Staatsbürger, die zeitweilig in der DDR tätig waren. Diese Fahrzeuge erhielten grundsätzlich Kennzeichen mit 3 Kennbuchstaben und 3 Kennziffern (auch Kräder). Dabei war der Dritte Buchstabe immer ein Z.

Für den Kreis Weißwasser habe ich noch eine Kennbuchstaben-Kombinationstabelle vorliegen, wobei ich davon ausgehe, dass jeder Kreis diese für sich selbständig erstellt hat.

Im Kreis Weißwasser wurden somit für PKW die Kombinationen ZSA bis ZSN, für Kräder ZSV bis ZSZ und für LKW und Anhänger ZSP bis ZSU ausgegeben.

Als Dritter Buchstabe fanden im Kreis Weißwasser folgende Buchstaben keine Verwendung: I und Q.

Zu beachten wäre noch: In der DDR wurden diese Kennzeichen polizeiliche (BRD: amtliche) Kennzeichen genannt und durch die Volkspolizeikreisämter (VPKA) (BRD: Zulassungsstellen) erteilt.

Ich hoffe, dass der Text nicht allzu verwirrend ist und ihr das System der Kennzeichenverteilung in der DDR verinnerlichen könnt.

Tschüß


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03.07.2009 09:21 (zuletzt bearbeitet: 03.07.2009 09:23)
avatar  josy95
#35
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Hallo Angelo,

wollte gerade meine Gehirnzellen aktivieren und Dir eine Aufschlüsselung der Zuordnung ehem. DDR- Autokennzeichnen "liefern", aber "Augenzeuge" hat ja schon Suppi- Hinweis gegeben!

Was anderes:
1. Herzlichen Glückwunsch zu Deinem neuen Foto!
Aber: Verstößt Du damit nicht (schon) ansatzweise gegen das Vermummungsverbot???

2. Hier im neuen Harzkreis (ehem. LK Wernigerode, Halberstadt, Quedlinburg haben wir ja mit dieser "Gebietsreform" auch ein neues Kfz- Kennzeichen bekommen. HZ für Harzkreis, anderseits auch als "Hinterm Zaun" interpretiert!

Im LK Goslar (Kennzeichen GS) hat man sich diesbezüglich auch Gedanken gemacht (u. a. wohl aus Neid...) und ist als Antwort/ Reaktion auf den Einfall gekommen, das bisherige Kennzeichen "GS" in "VZ" = "Vorm Zaun" umzuwandeln...!!!

Damit sind wir genau wieder beim Thema unseres Forum`s!!!!

Schönen Tag und laßt es Dir (Euch) gut gehen! ...und Schönes Wochenende!

Euer josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...

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03.07.2009 11:01
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#36
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Hallo Angelo,
es ist richtig, die Kennzeichenvergabe erfolgte vom Norden in den Süden alphabetisch, wir in Erfurt hatten L und F, mein letztes Auto vor der Wende war ein Skoda 105 und meine Anfangsbuchstaben waren "FM" nun hieß der Bezirksvorsitzeten Müller und im Volksmund wurde Aus FM "Fürstentum Müller"
Gruß ef 99092


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03.07.2009 14:58
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#37
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( gelöscht )

Zitat von ef99092
:::Bezirksvorsitzeten Müller und im Volksmund wurde Aus FM "Fürstentum Müller"
Gruß ef 99092


das kannte ich nicht, gefällt mir aber sehr gut!

schöne grüsse aus 99085


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