"Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

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26.11.2011 23:35
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#16
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nee josy95 ich habe nach der wende nichts dagegen unternommen!!das was ich damals gemacht habe war büffeln bis zum abwinken um die prüfungen zu bestehen..man stand ja nicht im fdj hemd vor der prüfungskommission...aber wenn man das gebüffelt hatte was die wollten...dann konnten sie nichts machen...wehe dem wer nicht!!ich gebe dir recht..die naturwissenschaften wurden nicht politisiert!!weiste es ging ja weiter im leben...später dann auf der arbeit..war das ja genau das gleiche..da stand son parteisekretär vor uns und meinte wir sollten die arbeitsproduktivität um einige prozente erhöhen..das war unsere pflicht zu irgendeinem parteitag der sed...ich gab die antwort...wenn wir mal richtig ranklotzen..dann ist das elektromaterial das wir haben in 2 stunden verbaut..das gab dann ärger wie du dir vorstellen kannst...lug und trug das waren die devisen dieses systems..und dazu zähle ich auch das bildungssystem unter der führung der frau vom erich!!


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27.11.2011 08:14
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#17
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Würden unsere jungen Menschen auch heute noch nach diesen pädagogischen Konzepten die Mitmachen, Gemeinsamkeit und Respekt zur Grundlage hatten@ Feliks


Hmm, Feliks kommt mir alles bekannt vor


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27.11.2011 08:33
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#18
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Sicher, Du hast diese Schule ja selbst genießen dürfen.


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27.11.2011 11:59 (zuletzt bearbeitet: 27.11.2011 17:44)
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#19
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Zitat von icke-ek71
nee josy95 ich habe nach der wende nichts dagegen unternommen!!das was ich damals gemacht habe war büffeln bis zum abwinken um die prüfungen zu bestehen..man stand ja nicht im fdj hemd vor der prüfungskommission...aber wenn man das gebüffelt hatte was die wollten...dann konnten sie nichts machen...wehe dem wer nicht!!ich gebe dir recht..die naturwissenschaften wurden nicht politisiert!!weiste es ging ja weiter im leben...später dann auf der arbeit..war das ja genau das gleiche..da stand son parteisekretär vor uns und meinte wir sollten die arbeitsproduktivität um einige prozente erhöhen..das war unsere pflicht zu irgendeinem parteitag der sed...ich gab die antwort...wenn wir mal richtig ranklotzen..dann ist das elektromaterial das wir haben in 2 stunden verbaut..das gab dann ärger wie du dir vorstellen kannst...lug und trug das waren die devisen dieses systems..und dazu zähle ich auch das bildungssystem unter der führung der frau vom erich!!



Hallo @icke-ek71,

natürlich hast Du als Nichtpionier, Nicht- FDJ- ler eindeutig eine (politisch) schwieriegere Schulzeit durchlebt, wenn Du 1955 eingeschult wurdest. Bin selbst erst 11 Jahre später zur Schule gekommen, da war es auch noch schlimm genug, aber bei weitem nicht mehr so wie in der Hochkonjunktur der altstalinistischen Mordbuben. Meinen beiden älteren Geschwistern (Jahrgang 51 = 1957 eingeschult und Jahrgang 1953 = 1959 eingeschult ging es da ähnlich. Kann ich mich noch dran erinnern. Da waren z. Bsp. Jeans schon verpöhnt und reichten für eine Art öffentliches- zur- Schau- stellen u-. a. vor dem Fahnenappel. Mit ideologisch- diskriminierenden Hetzparolen á la Karl- Eduard v. Schnirtzler & Co. Da wurden Kinder und Jugendlicher psychisch runtergemacht vom Feinsten, nur weil man eine Jeans anhatte!
Psychisch "runtermachen" nicht nur aus der heutigen Samthandschuh- Sichtweise. Auch damals schon menschenrechtsverletzend vom Feinsten. Gerade was Kinder und Heranwachsende anbelangt. Ich erinnere mich nur höchst ungern daran, hat sich bei mir eingebrannt!

Und eines noch vor weg: Für die Ungläubigen, die Erbsenzähler, Streithähne, Unverbesserlichen, ewig Gestrigen: Es sind Tatsachen, die ich am eigenen Leibe verspüren durfte!

Nun wär die gute Frage, warum Du nicht in Pionieren, nicht in der FDJ warst. Wenn Du darüber schreiben möchtest.

Bei uns hatte es zwei Gründe, erstens die traditionelle religiöse Einstellung meines Elternhauses (evangelisch), Großeltern und Eltern waren vermeintliche (Klein-) Kapitalisten und damit auch Klassdenfeinde(!). Dazu wurde mein Großvater 1953 von Parteischergen der SED mittels dunkler Machenschaften, vermutlich über das MfS "ausgeschaltet", wenn man es nicht gar ermodet nennen will. Er wußte als aktiver Antinazi einfach zuviel über lokale SED- Parteigrößen aus deren Vergangenheit während der Nazizeit, ihrer Mitläuferschaft, die nun natürlich verleugnet werden musste! Und da er sich 1946 nicht für deren SED, den Eintritt in diese Partei begeistern konnte, stand er im Weg und musste weg!

Ich bin momentan noch am Recherchieren zu der Sache, was sich auf Grund des Zeitvorlaufes und der raren Zahl von Zeitzeugen als äußerst schwierig erweist. Vielleicht ein andermal mehr dazu.

Wie gesagt, hier in der Provinz konnten meine Eltern auch über Vitamin B (hatte darüber schon mal ausführlich in den entspr. Threads berichtet) einiges abfangen, abmildern. Hat bestimmt auch und nicht unerheblich mit handelnden Personen auf der anderen Seite was zu tun gehabt. Wie man immer so schön sagt und es ist gelebtes Leben, waren eben nicht alles Schweinehunde...!

Ich seh noch die langen Gesichter, wie ich am 15.Juli 1978 zur s. g. Freisprechung nach Abschluß der Lehre/ Berufsausbildung im ehem. Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Halberstadt, ein überroter Vorzeigeladen wie fast die gesamte Reichsbahn! Als Nicht- FDJ- ler, dementsprechend in "Ziviel" vor versammelter Manschaft stand und eine Auszeichnung als mit-bester Lehrling erhielt..., das ging runter wie Öl! Da sind selbst die frisch geputzten SED- Parteiabzeichen an manchen Reveer blau statt rot angelaufen!
Man hat die Situation jedoch auch für sich genutzt und mir als einzigsten das Buch "Erich Honnecker - Aus meinem Leben" überreicht. Alle anderen bekamen irgendwelche naturwissenschaftlichen Bücher... ! Naja, ich hab ihnen auch ihre Freude gegönnt. Übrings hab ich das Buch heute noch!


josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...

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27.11.2011 15:20
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#20
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Zitat von maxel22
In der Bundesrepublik Deutschland bestand bis längstens 1973 ein Züchtigungsrecht für Lehrkräfte an Schulen gegenüber den ihnen zur Erziehung anvertrauten Schülern; in einzelnen Bundesländern war die körperliche Züchtigung jedoch bereits vorher untersagt oder zumindest nominell mehr oder weniger stark eingeschränkt worden. So wurde in Nordrhein-Westfalen zunächst nur durch Runderlass vom 22. Juni 1971 (Gem. Amtsblatt S. 420) die körperliche Züchtigung in Schulen für unzulässig erklärt. Um letzte rechtliche Zweifel zu beseitigen, wurde durch das Rechtsgrundlagengesetz vom 5. Juli 1977 das Verbot in das Schulverwaltungsgesetz (§ 26a Abs. 3 SchVG) aufgenommen. Das neue Schulgesetz NRW (2005) enthält keine Regelung mehr.

[h1]Zu den verbreitetsten Körperstrafen gehörten Ohrfeigen, „Kopfnüsse“ sowie die so genannten „Tatzen“ (Schläge mit einem Lineal oder Rohrstock auf die Handflächen des Schülers). [/h1]Körperstrafen auf das Gesäß, die noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Hauptrolle gespielt hatten, wurden in den Schulen im deutschen Sprachraum seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zunehmend reduziert.

In der DDR wurden Körperstrafen an den Schulen 1949 abgeschafft.

laut Wiki



Nie erlebt. Erst recht keine Ohrfeige.


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27.11.2011 16:43
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#21
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Hallo Zermat, wenn Kollegen hier von mir aus ihrer Schulzeit erzählen dann haben die das durchaus noch erlebt. Auf meine Frage nach dem pädagogischen Sinn wurde mir dann erklärt: "Da wurde ja nicht die ganze Klasse verdroschen, der größte Störer bekam eine Tracht Prügel und der Rest wusste sich dann sofort zu benehmen." und teilweise wird bedauert dass dies heute ja leider nicht mehr so sei.

Na dann doch lieber DDR Schule!


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27.11.2011 17:22
avatar  Annakin
#22
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Zitat von Angelo
Heute habe ich im MDR Forum über ein Experiment gelesen "Schulunterricht à la DDR"

Elke Urban, die Leiterin des Schulmuseums Leipzig, veranstaltet für heutige Schuklassen eine Unterrichtsstunde, wie sie es auch zu DDR-Zeiten hätte geben können. Die Stunde beginnt mit "Für Frieden und Sozialismus seid bereit ! Immer bereit!" Danach zieht Elke Urban alle Register einer pädagogischen Erziehung von "jungen sozialistischen Persönlichkeiten". Das ganze ist eine Art Rollenspiel, die Schüler von heute sollen begreifen, wie Mechanismen von Anpassung und Unterdrückung funktionieren. Was halten sie von dieser Art Reise in die Vergangenheit? Wird DDR-Schule damit diffamiert oder ist das Experiment eine kritische Auseinandersetzung mit dem damaligen Schulsystem?
http://www.mdr.de/forum/showthread.php?t=3727&page=11

Wie denkt ihr darüber ?




Hallo

Kann mich noch erinnern, in den ersten beiden Schuljahren wurde es zur ersten Stunde zelebriert. Im dritten aber schon nicht mehr, da hatten wir nämlich eine andere Klassenlehrerin. Ob das an allen Schulen so durch gezogen wurde wage ich zu bezweifeln. Wenn Schulklassen in Fersehfilmen oder Dokus. gezeigt wurden, lief natürlich alles orndnungsgemäß abmit Meldung und so. War wohl aber eher Wunschdenken der Parteiführung.

Gruß Annakin

_____________________________________________________________________________________________________________
Wenn Du einen Feind nicht besiegen kannst, mache ihn zum Verbündeten.


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27.11.2011 20:55
#23
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Zitat von maxel22

Zitat von Pit 59
Ja die DDR war soooo schlimm und der Unterricht natürlich auch. Alles verteufeln wo es nur geht, hier und heute ist ja alles super gut........@maxel22

Darum geht es doch gar nicht,natürlich haben wir auch was gelernt,ich denke es gehr darum wie schon zu Schulbeginn die "gute"Partei Ihre Finger im Spiel hatte,und das hat sich bis zum Abschluss so Hingezogen.Vom Pionier über die FDJ zur Partei.Wers gebraucht hat.



Das ist mir schon klar, nur wird das Gute nicht dargestellt, eben nur das Schlechte. Dabei war das Bildungssystem sehr viel besser aus meiner Sicht. Heute haben die Lehrer Angst vor dem Schüler, keiner will Lehrer werden, früher gab es auch durch das System ein gewissen Respekt.

Aber gut, ich schaue es mir heute an und danach können wir weiter schreiben....

Schade finde kein Video, aber hier mal der Link zum Ablauf der Std.

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/im...0,10691108.html




Wer es ganz genau wissen möchte, kommt nicht um die "Chronik von Golzow" herum.
Hier wurde draufgehalten mit dem Ergebnis einmaliger Aufnahmen, die keine Frage offen ließen.
Der kleine Trailer überfliegt die Schulzeit jener Protagonisten https://www.youtube.com/watch?v=n2OS8RnIyfY und jeder der in der DDR seine Schulzeit erleben dürfte, wird die dort leider nur angeschnittene Chronik der Kinder von Golzow hinsichtlich des Wahrheitsgehaltes und der Authenzität bestätigen.
Im späteren Verlauf ihres Lebens konnten sich jene Kinder von Golzow in einer Rückbesinnung auf ihre Schulzeit selbst bestätigen, daß es eine Schule fürs Leben war mit Lehrern, die keine Jobber waren, sondern ihren Beruf als Mission sahen.
Einige davon sagten angesichts der Aufnahmen sogar selbst, daß man vieles lieber anders gemacht hätte mit dem Wissen des Erwachsenen, aber niemand kritisierte das Schulsystem im Grundsatz, sofern ich das nach weit über 12 Stunden Langzeitdokumentation und 40 Jahren DDR- Biografie im Zeitraffer feststellen konnte.
Die längste Dokumentation der europäischen, möglicherweise sogar der weltweiten Filmgeschichte in der Regie von Winfried und Barbara Junge gibt einmal mehr Antwort auf Fragen bezüglich des tatsächlichen Alltags in der DDR, von Zensur war hier so gut wie nichts zu bemerken, zu echt kamen die Aufnahmen herüber und die Mitwirkenden bestätigten das auch lange nach der Wende immer wieder.


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27.11.2011 21:26
avatar  EK87II
#24
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Also ich war von 72-82 an einer POS und kann die Darstellung von Frau Urban über eine Unterrichtsstunde so nicht bestätigen. Außer das Seid Bereit (bei vereinzelten Lehrern) fand dieses Affentheater mit Appell und so weiter nur in Ausnahmefällen statt. Natürlich muss man den Einfluss der Ideologie bei Seite lassen, aber das rein schulische, die Vermittlung des Lehrstoffs und nicht zuletzt qualifizierte Lehrkräfte müssen sich vor der heutigen Zeit nicht verstecken. Da ich selber meine zwei Kinder durch das aktuelle Schulsystem begleite weiß ich wovon ich rede. Manchmal ist es nur noch zum Haare raufen. Aber zurück zum eigentlichen Thema. Frau Urban war ja nun auch nicht all zu lange Lehrerin (ca. 5 Jahre).

Gruß
EK87II


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27.11.2011 22:09
#25
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Zitat von icke-ek71
ein hallo aus berlin,ich bin 1955 in berlin ost eingeschult worden und habe bis 1965 die pos edgar andre in berlin friedrichshain besucht!!das war ja ein tolles schulsystem was ich da genossen habe!!man hat da was gelehrt bekommen was man selber überhaupt nicht geglaubt hatte uind nur mit nachplappern von diesem gelehrten unsinn hat man gute zensuren bekommen..das eigene denken wurde überhaupt nur in den bahnen gestattet wie es ins konzept gepasst hatte!!das tut mir leid..ich habe das am eigenen leib zu spüren bekommen..ich war nicht pionier und auch nicht in der fdj man mußte das folgendermaßen verarbeiten..in der schule wurde das gesagt was die lehrer hören wollten..gedacht hat man gänzlich anders...jetzt mal ehrlich..das soll gut gewesen sein????und was ist da gut daran???an diesem schulsystem???fördert man so das schöpferische denken von menschen...na ja man hat ja dann erlebt wie das weiter gegangen ist mit der bevormundung vom staat!!gruß icke-ek71



Es fällt mir als Nicht- Sozialismusgeschädigten schon schwer, solche Schilderungen als Menschenrechtsverletzung zu werten, zu viele Fragen bleiben hier offen und ich kenne aus meinem Bekanntenkreis auch Mitschüler, die regelmäßig in die Christenlehre gingen, andere die später als 14jährige mit den Eltern in den Westen gingen, Kinder von sog. Arbeitsscheuen und niemand von denen hat in meiner Gegenwart echtes Unrecht während des Unterrichts erleben müssen.
Zwar erinnere ich mich an Äußerungen eines Lehrers der das heruntergelotterte Geschichtsbuch eines Mitschülers, der einer kinderreichen Familie angehörte, mit den Worten kritisierte, daß es für ihn ja kein Geld kostet...hat ja der Staat bezahlt usw.,
Das war schon hart an der Grenze zumal nicht zu klären war, wie oft dieses Buch schon im Umlauf war.
Allerdings muß ich auch konstatieren, daß Mitschüler damals schon Fragen stellten, die mir aus heutiger Sicht schon beeindruckend reif vorkamen und für mich selbst undenkbar waren.
So führte eine Lehrerin mal im Zusammenhang mit der Aufzählung von Berufen den Begriff "Tippmamsell" ins Unterrichtsgespräch ein, woraufhin eine Mitschülerin vor Empörung fast durch die Decke ging und die Lehrerin richtig vorwurfsvoll angegangen war, ob denn eine Schreibkraft kein ehrenwerter Beruf im Arbeiter- und Bauernstaat war.
Die Reaktion unserer damaligen Deutsch- Lehrerin kann ich nicht anders als "kleinlaut" bezeichnen, diese Episode werde ich nie vergessen und muß heute wohl konstatieren, daß an diesem Tag die Lehrerin vom Schüler etwas gelernt hatte.
Zu den eingangs angeschnittenen offenen Fragen würde ich aber doch gerne mal eine ehrliche Antwort darauf bekommen, ob Eltern nicht auch möglicherweise auf ihre Kinder dahingehend Einfluß genommen haben, sich absichtlich und ohne besonderen Anlaß kritisch zum System zu äußern, einen solchen Verdacht hatte ich damals häufiger gehabt, kann aber nicht konkret belegen, daß es relevant für das Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer war.
Das schlimmste, was ich mir in einem so gelagerten Fall vorstellen könnte ist, daß Eltern die eigenen Kinder als Geschütze im Kampf gegen das System ins Feld führte, eben daß Eltern ihre Kinder zur Halstuchverweigerung und FDJ- Blockade angestiftet haben, um die eigene systemkritische Haltung zu dokumentieren.


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27.11.2011 22:29
avatar  josy95
#26
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Zitat von Hackel39

Das schlimmste, was ich mir in einem so gelagerten Fall vorstellen könnte ist, daß Eltern die eigenen Kinder als Geschütze im Kampf gegen das System ins Feld führte, eben daß Eltern ihre Kinder zur Halstuchverweigerung und FDJ- Blockade angestiftet haben, um die eigene systemkritische Haltung zu dokumentieren.




@Hackel, das kann ich mir schlecht vorstellen, obwohl in krassen Einzelfällen vielleicht nicht auszuschließen.

Aber Du kannst es mir schon glauben, es gab wirklich grenzlastige Situationen, die ich damals schon als diskriminierend empfand und heut erst recht!

Schau mal, hatte darüber auch schon mal geschrieben. Meine Eltern stellten es mir frei, zu Pioniernachmittagen, Altstoffsammlungen ect. hinzugehen. Ich tat es, man wollte ja unter Gleichaltrigen sein, es machte Vieles auch irgendwie Spass und war nicht alles politisch durchsetzt. Gut, den "Geburtstag" der Pionierorganisation verband man immer mit der Weihnachtsfeier, um von den christlichen Sinnbildern des Weihnachtsfestes vermutlich geziehlt abzulenken, in dem man dann immer was von "Väterchen Frost" erzählte... . Egal, das sehe ich eher als harmlos - naiven Versuch an.

Aber wenn Du bei einer Altstoffsammlung mit das beste Ergebnis hast, das Geld in die Klassenkasse geht und Du bekommst den Spruch: "Du kannst keinen Lob ins Klassenbuch bekommen, DU bist ja kein Pionier!"

Das tut einem 7/ 8 -jährigen weh. Das war, das ist Diskriminierung von Feinsten! Zumal das gesammelte Geld aus der Alstoffsammlung nicht in die Kasse der Pionierorganisation, sondern rein in die Klassenkasse ging.
Kann mich aber auch gut erinnern, das Mitschüler deshalb aufgemuckt haben...und die Sache hinterfragt haben..., ich hatte damals leider dieses Selbstbewußtsein noch nicht!

Oder anderweitige diskriminierende Äußerungen von rotlichtüberstrahlten Lehrerinnen und Lehrern wie : "...DU bist ja ein Kaspitalistenkind...!" Weil mein Vater ein kleines Privatunternehmen hatte! Und gerade von Lehrern, die in ihrer Freizeit auch zu gern in Westklamotten rumliefen..., wenn vielleicht auch Sachen aus 2. Hand. Aber hier hat ganz gewaltig was nicht gepasst!

Und ich schreib hier kein Hokuspokus, nein! Hab`s selbst am eigenen Leibe erleben dürfen!


josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...

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27.11.2011 22:45 (zuletzt bearbeitet: 27.11.2011 22:46)
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@josy95

Ich glaube es Dir, ich weiß auch wie es war als ich mich dem Russisch Unterricht verweigerte und nicht in die FDJ wollte. Da habe ich dann auch die andere Seite kennen gelernt.

Grüße


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27.11.2011 23:02
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Was passiert wenn ein Schüler heute den Englischunterricht verweigert? Welche Seite lernt der kennen, ist er dann auch [schon] ein Opfer dieses Staates und seines Erziehungssystems?

Da kommt gleich die nächste Frage auf, kann ich ohne Erziehung überhaupt ein Erziehungssystem haben?


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27.11.2011 23:09
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Zitat von josy95

Zitat von Hackel39

Das schlimmste, was ich mir in einem so gelagerten Fall vorstellen könnte ist, daß Eltern die eigenen Kinder als Geschütze im Kampf gegen das System ins Feld führte, eben daß Eltern ihre Kinder zur Halstuchverweigerung und FDJ- Blockade angestiftet haben, um die eigene systemkritische Haltung zu dokumentieren.




@Hackel, das kann ich mir schlecht vorstellen, obwohl in krassen Einzelfällen vielleicht nicht auszuschließen.

Aber Du kannst es mir schon glauben, es gab wirklich grenzlastige Situationen, die ich damals schon als diskriminierend empfand und heut erst recht!

Schau mal, hatte darüber auch schon mal geschrieben. Meine Eltern stellten es mir frei, zu Pioniernachmittagen, Altstoffsammlungen ect. hinzugehen. Ich tat es, man wollte ja unter Gleichaltrigen sein, es machte Vieles auch irgendwie Spass und war nicht alles politisch durchsetzt. Gut, den "Geburtstag" der Pionierorganisation verband man immer mit der Weihnachtsfeier, um von den christlichen Sinnbildern des Weihnachtsfestes vermutlich geziehlt abzulenken, in dem man dann immer was von "Väterchen Frost" erzählte... . Egal, das sehe ich eher als harmlos - naiven Versuch an.

Aber wenn Du bei einer Altstoffsammlung mit das beste Ergebnis hast, das Geld in die Klassenkasse geht und Du bekommst den Spruch: "Du kannst keinen Lob ins Klassenbuch bekommen, DU bist ja kein Pionier!"

Das tut einem 7/ 8 -jährigen weh. Das war, das ist Diskriminierung von Feinsten! Zumal das gesammelte Geld aus der Alstoffsammlung nicht in die Kasse der Pionierorganisation, sondern rein in die Klassenkasse ging.
Kann mich aber auch gut erinnern, das Mitschüler deshalb aufgemuckt haben...und die Sache hinterfragt haben..., ich hatte damals leider dieses Selbstbewußtsein noch nicht!

Oder anderweitige diskriminierende Äußerungen von rotlichtüberstrahlten Lehrerinnen und Lehrern wie : "...DU bist ja ein Kaspitalistenkind...!" Weil mein Vater ein kleines Privatunternehmen hatte! Und gerade von Lehrern, die in ihrer Freizeit auch zu gern in Westklamotten rumliefen..., wenn vielleicht auch Sachen aus 2. Hand. Aber hier hat ganz gewaltig was nicht gepasst!

Und ich schreib hier kein Hokuspokus, nein! Hab`s selbst am eigenen Leibe erleben dürfen!


josy95




Nun gut Josi, Ausgrenzungen hatte ich als Sozialistenkind auch erleben dürfen, muß aber anmerken, daß ich die erst nachträglich als solche quittieren mußte.
Ich denke dabei an eine Episode aus dem 9. Schuljahr als wir mit der Klasse einerseits für eine oder zwei Wochen ins GST- Lager mußten und ein anderer Teil der Klasse jeden Tag nach Hause durfte, diese Fraktion nannte man dann Lehrgang Zivilverteidigung, nagele mich bitte nicht auf Einzelheiten fest.
Fakt ist aber, daß man mich im GST- Lager wegen meiner skeptischen Haltung gegenüber dem Militärwesen nicht dabei haben wollte und ich mich in der Mädchengruppe zusammen mit ein paar anderen männlichen Skeptikern wieder fand, wo wir die BSM (Bevölkerungsschutzmakse...eine Folietüte mit Ausschnitt für einen Scheuerlappen als ABC- Filter) bastelten und Lagerfeuer bauen durften, die wir nicht mal abfackeln durften.
Das könnte ich als Diskriminierung werten, nahm den Vorgang selbst aber damals überhaupt nicht für voll, erst recht nicht fühlte ich mich zurück gesetzt, ich war sogar froh darüber nicht tagelang in ein Lager zu müssen.
Ein Kapitalistenkind hatten wir auch in der Klasse, das war der Mitstreiter der mit 14 in den Westen ging und auch zu dem hatte ich ein recht neutrales Verhältnis, für mich zählte nur, was er als Spielkamarad taugt- auf keinem Fall erlebte ich irgendwelche politischen Diskussionen mit ihm, nahm aber Äußerungen bezüglich seiner Westgarderobe hin und wieder zur Kenntnis, maß dem aber keine Bedeutung bei.
Wie im späteren Leben immer wieder festzustellen war, wurden die Weichen der eigenen Biografie immer wieder durch Zufälle gestellt und so wird den meisten von uns die Schulzeit nicht als Tragödie erscheinen, ich selbst sehe sogar Parallelen zum abenteuerlichen Simplicissimus, der aus jeder noch so brenzligen Situation immer wieder irgendwie herauskam, weil er sich gar nicht die Zeit nahm, über alle möglichen Schicksalschläge nachzudenken, da ihm ein längeres Nachdenken schnell hätte den Kopf kosten können.


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27.11.2011 23:18
#30
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Zitat von maxel22
@josy95

Ich glaube es Dir, ich weiß auch wie es war als ich mich dem Russisch Unterricht verweigerte und nicht in die FDJ wollte. Da habe ich dann auch die andere Seite kennen gelernt.

Grüße



Daß man das Fach Russisch verweigern konnte, war mir nicht bekannt.
Ich weiß nur, daß man bei schlechten Russischnoten kein Englischunterricht mitmachen mußte ab der 7. Klasse, sofern die Eltern zustimmten.
Heute bin ich froh, daß man mir diese Zusatzbildung ermöglichte, nicht froh bin ich darüber, daß mich meine Eltern nicht auch noch in die Kreisstadt zum Französisch- Kurs geprügelt haben.
Den hätte ich gerne mitgemacht, da mir Sprachen immer schon leicht fielen und als Kind lernt man nun mal spielend, wenn eine Sache Spaß macht.
Leider fehlte aber der Praxisbezug in Form von Reisefreiheit oder Brieffreundschaften, die wiederum gab es im großen Stil mit sowjetischen Schülern, aber das ist wohl wieder eine andere Geschichte, die Briefe von Sergej und Ljuba habe ich heute noch, aber das schlief mit dem Ende der Schulzeit wieder ein- vielleicht ein Indikator dafür, daß es doch nicht ganz freiwillig war ?


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