Mark der DDR im Westen

  • Seite 1 von 4
10.11.2011 18:07
#1
avatar

Hallo,

eine Frage, die ich noch nie schlüssig beantwortet gefunden habe, ist, wie war es möglich, daß man bei Banken in der BRD fast unbegrenzt Mark der DDR kaufen konnte?
Anscheinend keineswegs nur bei Wechselstuben in Berlin/West, sondern z.B. bei einer kleinen Stadtteilfiliale der Mainzer Volksbank.

Dort bekam ich im Herbst 1987 für 100 DM fast 700 M in druckfrischen Scheinen. Die gängige Erklärung, daß durch den Ameisenschmuggel, also nicht ausgegebenem Mindestumtausch und Bargeldgeschenke, so viel der nicht konvertiblen Währung außer Landes kam, daß BRD-Banken damit, wie mit konvertiblen Sorten, handeln konnten, reicht mir nicht ganz hin.

Dazu wollen auch die bankfrischen Scheine, die ich damals erhielt, nicht ganz passen. Auch muß der Ankauf-Kurs demnach mindestens bei ca. 1 : 8 gelegen haben. Für wen war ein Tausch zu einem solchen Kurs überhaupt noch interessant?

Die noch hanebüchenere Erklärung, Organe der DDR hätten die eigene Währung "inoffiziell" ausgeführt, nach dem Motto Devisen beschaffen um jeden Preis, will mir erst recht nicht in den Kopf. Da hätte man billigend in Kauf genommen, die verdeckte Inflation, den Kaufkraftüberhang, noch mehr zu befeuern.

Wäre toll, könnte jemand, der Einblicke in die Geldwirtschaft jener Zeit hatte, dazu posten.

Übrigens, ich hatte überhaupt kein Problem, die knapp 700 M loszuwerden, und ich habe gewiß nicht viel Alkohol gekauft.

Gruß, Michael

„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2011 18:30
avatar  94
#2
avatar
94

Auf'm Schwarzmarkt sollen Kurse bis 1:20 üblich gewesen sein. siehe Flucht 1985, ein Tatsachenbericht

Auch war es für den DDR-Bürger möglich, mit einer (zusätzlichen) Zoll- und Devisenerklärung in Ungarn wimre 100 DDR-Mark in Forinten zu tauschen. Der Kurs war etwas ungünstiger, aber da die (besonders die Platten-)Läden zu einem wahren Kaufrausch verführen konnten (und auch haben) egal. Diese Scheine mußten ja auch irgendwo hin. Nur erklärt das jetzt nicht bankfrischen Scheine. Frage @Damals87, haste vielleicht noch die Quittung?

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2011 19:07
avatar  ( gelöscht )
#3
avatar
( gelöscht )

hmmm *grübel*, hat man da vieleicht Blüten in Umlauf gesetzt

Gruß Hartmut!


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2011 19:11
avatar  GZB1
#4
avatar

Nein, es gab sicher einen festgesetzten Bank-Notenverkauf zwischen beiden Notenbanken. Schließlich konnte sich die DDR einen zusätzlichen weiteren Geldüberschuss im Inland aufgrund der problematischen Warendeckung nicht leisten.


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2011 19:51
avatar  ( gelöscht )
#5
avatar
( gelöscht )

Ich bekam damals in den Wechselstuben für etwa 23 DM 100 M der DDR. Die hier genannten Kurse sind mir fremd.
In der DDR habe ich in der Regel 1-4 schwarz getauscht.Mehr hätte ich mir überhaupt nicht getraut zu nehmen.Ich kam mir da schon wie ein Gauner vor. Ich wurde aber auch immer wieder angesprochen.Geboten wurde fast immer 1-5 oder 1-6.
Mit dem Mindestumtausch dazu habe ich fast jede Nacht in einer Bar verbracht.Das waren Zeiten in der Kneipe das Bier etwa 50Pf.Essen Sehr billig,und für 5DM wurde ich sofort platziert.Mehr verrate ich lieber nicht.Ein schlechtes Gewissen die Volkswirtschaft zu schädigen hatte ich nie.Hatte ja immer noch eine alte Rechnung offen für die beschissene Bezahlung im Knast!
So fürs Wochenende mal die DDR zurück würde mir gefallen. Na war Spass heute bin ich ruhiger ,und so wie damals geht alles nicht mehr.Hier und zwickt es ,das Libido ist auch nicht mehr das was es einmal war.Nur das Alter würde viele Damen in den Bars nicht abschrecken. Hauptsache DM.


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2011 20:00
avatar  ( gelöscht )
#6
avatar
( gelöscht )

Gerüchteweise wurden ja "Geldbriefträger" in den Westen geschickt, wenn im Osten das Westgeld mal wieder knapp war.


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2011 20:28
#7
avatar

Zitat von utkieker
hmmm *grübel*, hat man da vieleicht Blüten in Umlauf gesetzt

Gruß Hartmut!



Die DDR Mark hatte nur wenige und einfach zu fälschende Sicherheitsmerkmale. Ich bin mir ziemlich sicher, dass im Westen perfekt gefälschte Blüten produziert wurden, um die DDR Volkswirtschaft zu schädigen. Man konnte die Fälschungen nicht von echten Noten unterscheiden. Um kein Risiko einzugehen, dass neuere und bessere Labortechnik die Fälschungen erkennt, hat man den ganzen Bestand restlos vernichtet, anstatt wie sonst üblich, Teile der Bestände von Zeit zu Zeit zugunsten der Staatskasse den Numismatikern zu verkaufen,
Theo


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2011 20:31 (zuletzt bearbeitet: 10.11.2011 20:43)
avatar  94
#8
avatar
94

Haste Referenzen für diese Theorie?

Übrigens, wenn Fälschung nicht vom Orginal zu unterscheiden sind, ist's echt!
So sind ca. 20% der im Umlauf befindlichen Dollarbanknoten nicht von der BEP hergestellt und werden bei der verausgabten Menge berücksichtigt. So spart man sogar doppelt Kosten, einmal für die Produktion und zum anderen für die Strafverfolgung.

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2011 21:15
#9
avatar

Zitat von eisenringtheo

Zitat von utkieker
hmmm *grübel*, hat man da vieleicht Blüten in Umlauf gesetzt

Gruß Hartmut!



Die DDR Mark hatte nur wenige und einfach zu fälschende Sicherheitsmerkmale. Ich bin mir ziemlich sicher, dass im Westen perfekt gefälschte Blüten produziert wurden, um die DDR Volkswirtschaft zu schädigen. Man konnte die Fälschungen nicht von echten Noten unterscheiden. Um kein Risiko einzugehen, dass neuere und bessere Labortechnik die Fälschungen erkennt, hat man den ganzen Bestand restlos vernichtet, anstatt wie sonst üblich, Teile der Bestände von Zeit zu Zeit zugunsten der Staatskasse den Numismatikern zu verkaufen,
Theo




hier möchte ich leichte Zweifel anmelden. Die Banknoten der DDR hatten Sicherheitsmerkmale, welche zwar nicht eine Fälschung verhinderten - jedoch erheblich erschwerten. So u.a. sind zu nennen das Wasserzeichen, Melierfaser, Papierqualität, eingearbeitete Sicherheitsfäden, Wechsel von Tief- und Hochdruck usw..

Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2011 21:20
avatar  ( gelöscht )
#10
avatar
( gelöscht )

Aber wenn doch der User Eisenringteo so ziemlich sicher ist. Würde gern mehr erfahren, ohne das rumgetrollt wird.
Wenns Mühe macht, vorab Danke!


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2011 22:02 (zuletzt bearbeitet: 10.11.2011 22:03)
#11
avatar

Zitat von Polter
Aber wenn doch der User Eisenringteo so ziemlich sicher ist. Würde gern mehr erfahren, ohne das rumgetrollt wird.
Wenns Mühe macht, vorab Danke!



http://www.duden.de/rechtschreibung/ziem...vergleichsweise
Eben nicht ganz, sondern nur ziemlich sicher!! Um ganz sicher zu sein, fehlen mir die Beweise. Aber dass man im Westen druckfrische Noten bekam, war mir bekannt und hat mich gewundert.
Theo


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2011 22:09
avatar  ( gelöscht )
#12
avatar
( gelöscht )

Zitat von 94
Haste Referenzen für diese Theorie?

Übrigens, wenn Fälschung nicht vom Orginal zu unterscheiden sind, ist's echt!
So sind ca. 20% der im Umlauf befindlichen Dollarbanknoten nicht von der BEP hergestellt und werden bei der verausgabten Menge berücksichtigt. So spart man sogar doppelt Kosten, einmal für die Produktion und zum anderen für die Strafverfolgung.



Nö bei der Produktion spart man gar nichts, im Gegenteil man verliert sogar! Nämlich die sogenannte Seigniorage.


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2011 22:10 (zuletzt bearbeitet: 10.11.2011 22:10)
avatar  ( gelöscht )
#13
avatar
( gelöscht )

immerhin hat esjetzt fast 2,5 Stunden gebraucht, bis endlich der wahre Grund genannt wird.
Die böse BRD oder allgemein DER WESTEN hat die Mark der DDR gefälscht um sie leer zu kaufen und wirtschaftlich zu schädigen.
Dieses Argument hatte ich ja schon viel früher erwartet, wenn auch aus anderer Ecke.

Bongo, der die paar Male die er vor der Wende in der DDR war, immer Probleme hatte das Eintrittsgeld sinnvoll auszugeben.


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2011 22:20
avatar  ( gelöscht )
#14
avatar
( gelöscht )

Gewagte Theorie mit den Geldfälschungen. Aber neu wäre das nicht. Die Nazis ließen auch Pfund Noten drucken.Nur so recht glauben will ich das nicht mit dem gefälschten Geld der DDR.Bei Briefmarken gab es aber bewiesene Fälschungen.Briefmarken gehörten auch zu Devisen. Jedenfalls musste ich für Devisen vergehen Strafe zahlen. Hatte zu viel Briefmarken der DDR in der Tasche. Eine geringe Menge als Souvenir war zwar erlaubt,aber ich war Sammler.Na egal heute bin ich froh ,ich habe die DDR Marken komplett von Anfang bis Ende. Sehr schönes Zeitdokument .Da kann man Geschichte nachvollziehen.


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2011 22:25
#15
avatar

Zitat von Bongo
immerhin hat esjetzt fast 2,5 Stunden gebraucht, bis endlich der wahre Grund genannt wird.
Die böse BRD oder allgemein DER WESTEN hat die Mark der DDR gefälscht um sie leer zu kaufen und wirtschaftlich zu schädigen.
Dieses Argument hatte ich ja schon viel früher erwartet, wenn auch aus anderer Ecke.

Bongo, der die paar Male die er vor der Wende in der DDR war, immer Probleme hatte das Eintrittsgeld sinnvoll auszugeben.



Sorry für die Verzögerung. Bin im Internet herumgeirrt, weil ich herausfinden wollte, wie lange genau die DDR Münzen bis 50 Pf gültig waren. Wen das interessiert:
http://www.gesetze-im-internet.de/bundes...kbek/gesamt.pdf
Theo


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!