Ich sehe heute die Welt anders

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09.11.2011 15:10
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#1
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Hallo


Ich möchte mich kurz mal vorstellen, ich war nie an der Grenze aber ich bin in der DDR in Johanngeorgenstadt aufgewachsen. Ich selbst bin Jahrgang 68 und war einer der nicht so glücklich mit der DDR war und hatte oft den Gedanken zu fliehen. Was leider nicht ganz den Behörden verborgen blieb, aber dank Eltern und Großeltern nicht so große Folgen hatte, wie es bei anderen der Fall war. Aber es hatte mein Lebenslauf doch sehr verändert, wie sich jeder denken kann.

Ich wusste nicht viel über die Grenze, im jugendlichen Leichtsinn hatte ich mir auch nicht so richtig Gedanken darüber gemacht wie sicher und mit welcher Professionalität die Grenze gesichert war. Aus der heutigen Sicht und nachdem ich hier viel gelesen habe, bin ich sehr froh es nicht versucht zu haben. Das verrückte ist, ich fühle mich heute als Verlierer, sehe heute die Welt anders und wünschte ich hätte in meiner Jugend nicht so gedacht.

Um die eigene Vergangenheit besser aufzuarbeiten habe ich großes Inderesse und auch viele Fragen.


Grüße

Marko


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09.11.2011 15:44
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#2
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Interessante Aussage, hört man ja öfter dass sich ehem. Gegner der DDR heute als doppelte Verlierer fühlen. Allerdings ist es für mich auch nachvollziehbar, heute ist eine gute Ausbildung ja gefragter denn je. Da interessiert es einen AG recht wenig ob man nun damals gegen das System agierte und deshalb die eigene Aus- und Fortbildung vernachlässigte, bzw. sich dadurch selbst Nachteile bei dieser verschaffte. So gesehen wirkt sich solch eine Vita natürlich 2 mal negativ aus.

Verständlich auch dass Du dies heute bereust, der Wohlstand der damals im West TV allen vorgegaukelt wurde ist eben nicht für alle da. Viele die damals für vorgebliche Meinungs- und Reisefreiheit auf die Straße gingen haben heute, mit Niedriglohn oder Harz IV, relativ wenig von diesen theoretischen Möglichkeiten.

Bleibt nur noch Dich hier zu begrüßen und zu fragen wie Du die Welt denn heute siehst.


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09.11.2011 15:52
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#3
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Sei gegrüßt und herzlich Willkommen.

Zur Wende 1989 warst Du Anfang 20, da standen Dir Tür und Tor offen um einen Zukunftsorientierten Job zu machen oder zu Erlernen.Mich wundert das Du Dich zu den verlieren zählst.

Gruß aus Thüringen


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09.11.2011 16:34
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#4
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Hallo , sei gegrüßt in unserem Forum. Mit Interesse las ich deine Schilderung, die ich z.T. auch so erlebt habe. Ich hatte aber das Glück, diese DDR zu verlassen und war in der neuen Heimat Bundesrepublik auch erst Anfang 20 . Ich habe dann eine neue Berufsausbildung gemacht. Das war auch notwendig, denn die wunderbare DDR konnte sehr beleidigt sein, wenn man sie nicht liebte. Sie hat dann alles getan um einem das Leben zu versauen auch in der Berusausbildung usw., du hast es ja selbst beschrieben und ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich muss aber auch wie PIT fragen, warum hast du dann 1989 nicht das Ruder herumgeschmissen und endlich das gemacht, was du gern machen wolltest ? Du warst doch noch ganz jung.

Gruß Gert


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09.11.2011 17:50
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#5
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Hallo Danke erst einmal das Ihr mir geantwortet habt


Ja ich war 21 Jahre alt, aber Tür und Tor stand mir eben nicht mehr offen, auch hier braucht man bestimmte Schulabschlüsse um weiter zu kommen. Ich habe einen Beruf gelernt der hier auch gefragt war nach 89, da wurde man nicht gefördert um was anderes zu machen. Arbeitslos wollte ich auch nicht sein, so vergingen die ersten Jahre. Ich wollte diesen Beruf nicht lernen, habe ihn mehr oder weniger machen müssen um nicht ganz ohne zu sein, ich hatte in der DDR keine andere Ausbildung mehr bekommen. In der DDR war Russisch Pflichtfach, wenn man aber da eine „ich will es nicht lernen“ Haltung eingenommen hatte, war es vorbei mit erweiterter Oberschule usw. Im Gegenteil, ich musste sogar wegen diesen Fach einmal die Klasse wiederholen, in anderen war ich gut. 2000 konnte ich eine Umschulung machen auch nicht das was mein volles Interesse war, aber besser als mein alter verhasster Beruf, zu anderen fehlten mir eben wieder die Abschlüsse und wieder ging Zeit dahin. Das was ich machen wollte, oder wo meine Interessen waren, konnte ich nie verwirklichen. Ich gebe heute nicht mehr der DDR die Schuld, es war meine eigene Schuld. Und heute kommt noch was dazu, ich kenne jetzt beide Systeme.
Ich sehe was hier und heute los ist, das menschliche ist verloren gegangen so kalt war die DDR nicht. Es war nicht alles schlecht. Ich will aber auch nicht das Unrecht was begangen wurde verharmlosen, ich selbst bin ja auch Opfer. Wie Felix schon schreibt, ich fühle mich 2 Fach schlecht. Ich lebe nicht auf der Straße habe sogar ein kleines Haus. Mit dem Geld komme ich so hin. Auch lebe ich nicht von Harz4, aber mir fehlen eben von Jahr zu Jahr genau diese Werte die ich in der DDR nicht schätzen gelernt habe. Umso mehr ich darüber nachdenke, umso unsicherer werde ich mir, was war nun besser oder nicht.

Grüße

Marko


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09.11.2011 18:04
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#6
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Wenn man schon eine riesengroße Mauer um sich zieht um das Vaterland zu verteidigen, sollte man auch daran denken die bürgerlichen Freiheiten zu achten! Die DDR hat sich dabei keinesfalls mit Ruhm bekleckert. Heute sehe ich ein tiefgreifenden sozialen Einschnitt.
Ja Gert als du 1965 "rübergemacht" hast, konnte man noch vom "Wirtschaftswunderland" profitieren und die materielle Stimulanz stimmte. Heute wird man zum Bittsteller beim Sozialamt, weil man trotz Vollbeschäftigung nicht genügend Geld zum Lebensunterhalt verdient, ja der Staat subventioniert den Lohndumping und Niedriglohnsektor gerade zu. Eigentlich gut ersichtlich, das unser neuer Mitstreiter von Johanngeorgenstadt nach Niedersachsen ausgewandert ist und das bestimmt nicht aus Jux und Dallerei, ich denke das er hier einen beruflichen Neuanfang gesucht hat.

Gruß Hartmut!


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09.11.2011 18:15
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#7
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Zitat von Feliks D.
Interessante Aussage, hört man ja öfter dass sich ehem. Gegner der DDR heute als doppelte Verlierer fühlen. Allerdings ist es für mich auch nachvollziehbar, heute ist eine gute Ausbildung ja gefragter denn je. Da interessiert es einen AG recht wenig ob man nun damals gegen das System agierte und deshalb die eigene Aus- und Fortbildung vernachlässigte, bzw. sich dadurch selbst Nachteile bei dieser verschaffte. So gesehen wirkt sich solch eine Vita natürlich 2 mal negativ aus.

Verständlich auch dass Du dies heute bereust, der Wohlstand der damals im West TV allen vorgegaukelt wurde ist eben nicht für alle da. Viele die damals für vorgebliche Meinungs- und Reisefreiheit auf die Straße gingen haben heute, mit Niedriglohn oder Harz IV, relativ wenig von diesen theoretischen Möglichkeiten.

Bleibt nur noch Dich hier zu begrüßen und zu fragen wie Du die Welt denn heute siehst.




Mit so einer Begrüßung macht man sich recht beliebt !
Dieser User wird denken, er ist im MfS Forum gelandet, wo er bestimmt nicht hin wollte.
Egal, aber sag mir doch mal Feliks, warum Grenzer die doppelten Verlierer sein soll`n ?
Die Verlierer sind doch eindeutig die ............. na du weist schon !


Oss`n


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09.11.2011 18:20
#8
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Zitat von Oss`n

Zitat von Feliks D.
Interessante Aussage, hört man ja öfter dass sich ehem. Gegner der DDR heute als doppelte Verlierer fühlen. Allerdings ist es für mich auch nachvollziehbar, heute ist eine gute Ausbildung ja gefragter denn je. Da interessiert es einen AG recht wenig ob man nun damals gegen das System agierte und deshalb die eigene Aus- und Fortbildung vernachlässigte, bzw. sich dadurch selbst Nachteile bei dieser verschaffte. So gesehen wirkt sich solch eine Vita natürlich 2 mal negativ aus.

Verständlich auch dass Du dies heute bereust, der Wohlstand der damals im West TV allen vorgegaukelt wurde ist eben nicht für alle da. Viele die damals für vorgebliche Meinungs- und Reisefreiheit auf die Straße gingen haben heute, mit Niedriglohn oder Harz IV, relativ wenig von diesen theoretischen Möglichkeiten.

Bleibt nur noch Dich hier zu begrüßen und zu fragen wie Du die Welt denn heute siehst.




Mit so einer Begrüßung macht man sich recht beliebt !
Dieser User wird denken, er ist im MfS Forum gelandet, wo er bestimmt nicht hin wollte.
Egal, aber sag mir doch mal Feliks, warum Grenzer die doppelten Verlierer sein soll`n ?
Die Verlierer sind doch eindeutig die ............. na du weist schon !


Oss`n




..............Ossn, @FD schrieb "GEGNER" und nicht "GRENZER".


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09.11.2011 18:22
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#9
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1. Greife ich ihn irgendwo an? Im Gegenteil ich kann sogar verstehen das einige das Gefühl des 2 mal verlierens haben. Was kann einem also besseres passieren als schon mit seinem Eröffnungstext auf Verständnis zu stoßen?

2. Wo schrieb ich ein Grenzer wäre ein Verlierer? Welche Personen, und warum, sich 2 x als Verlierer fühlen könnten ist doch aus meinem Text ganz klar ersichtlich?

Entweder Du hast ihn nicht richtig gelesen oder bestimmte Reflexe zwingen Dich dazu mich direkt anzugehen, nachvollziehen kann ich deine Reaktion nicht!

Schönen Abend noch.


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09.11.2011 19:14
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#10
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Zitat von Pit 59
Sei gegrüßt und herzlich Willkommen.

Zur Wende 1989 warst Du Anfang 20, da standen Dir Tür und Tor offen um einen Zukunftsorientierten Job zu machen oder zu Erlernen.Mich wundert das Du Dich zu den verlieren zählst.

Gruß aus Thüringen


offene Tür und Tor - zum Rein- und Rausfliegen bei der Jobsuche!


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09.11.2011 19:16
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94

Tach erstma @Maxel22. Ich finde den Betreff Deines Vorstellungsthreads einfach nur schön. Schön, wenn man jeden Tag diesen Spruch sagen kann. Also, fühl Dich hier wohl/unwohl (zutreffendes streichen).

Jetzt aber, Genosse FED! Es gibt also etwas, was Du nicht kannst?
Tatsächlich, die Meinung eines Anderen (und die daraus abgeleitete Reaktion) NICHT nachvollziehen. Das war (/ist ?) Deine Aussage. Nun, mMn nach nicht gerade psychologisch geschickt würde ich jetzt mal sagen. Eher so die Variante Elefant im Keramikgeschäft. Das Porzellan war nur für Export!
Falls es Dir noch nicht aufgefallen ist, hier zertrollt sich mal wieder eine Neuvorstellung eines Nutzers, welcher eine Bereicherung des Forums (welche hier langsam aber sicher Not tut) sein könnte.


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09.11.2011 19:21
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Zitat von 94

Falls es Dir noch nicht aufgefallen ist, hier zertrollt sich mal wieder eine Neuvorstellung eines Nutzers, welcher eine Bereicherung des Forums (welche hier langsam aber sicher Not tut) sein könnte.



Dann überseh ich diesen und seinen Reflex einmal und wiederhole nochmals meine [freundliche] Begrüßung inkl. Frage....

Zitat von Feliks D.
Bleibt nur noch Dich hier zu begrüßen und zu fragen wie Du die Welt denn heute siehst.


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10.11.2011 00:19
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#13
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Hallo

Ich habe mich nicht angegriffen gefühlt im Gegenteil, es ist schön verschiedene Meinungen zu lesen. Es ist auch gut die Meinung von Menschen zu lesen, die eben nicht so waren wie ich.

Grüße

Marko


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10.11.2011 07:40
avatar  Pit 59
#14
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offene Tür und Tor - zum Rein- und Rausfliegen bei der Jobsuche!@ Polter

Käse was Du schreibst,Ich selbst habe mit 40 !!! Jahren noch einen anderen Beruf gelernt .Das man bestimmte Schulabschlüsse braucht ist das Normalste auf der Welt.Nur dafür kann ich den Staat nicht Verantwortlich machen.


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10.11.2011 08:39
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#15
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Zitat von Pit 59
offene Tür und Tor - zum Rein- und Rausfliegen bei der Jobsuche!@ Polter

Käse was Du schreibst,Ich selbst habe mit 40 !!! Jahren noch einen anderen Beruf gelernt .Das man bestimmte Schulabschlüsse braucht ist das Normalste auf der Welt.Nur dafür kann ich den Staat nicht Verantwortlich machen.



Bevor ich auf Deinen Käse nicht mehr antworte, lies doch einmal einen Beitrag, auf den Du stinkig ( kommt vom Käse ) reagierst, durch.
Versuche zu erfassen, welches der Gegenstand ist.
Zu Deinem Verständnis, daß winzige Zitat: "Ich habe einen Beruf gelernt der hier auch gefragt war nach 89, da wurde man nicht gefördert um was anderes zu machen". Ich hoffe, es war hilfreich für Dich im Thema.


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