Ein neuer Wessi

08.11.2011 15:26
#1
avatar

Hallo zusammen,

ich bin Bj. 67 mit einer West-Biographie. Gymnasium auf dem Hunsrück, dort auch Grundwehrdienst in einer Fernmeldeeinheit.

Im Jahr 1987 habe ich während meines Studiums zum ersten und, wie sich zwei Jahre später herausstellen sollte, auch einzigen Mal die DDR besucht, um Verwandte in Cottbus zu sehen.

Die Grenzkontrolle im Zug (GüSt Gerstungen) habe ich, sowohl bei Ein- als auch bei der Ausreise, als eher entspannt in Erinnerung, ganz im Gegensatz zu meinen Erwartungen .
Als guter (West-) Schüler hatte man ja so einiges gehört, was mich allerdings nicht gehindert hat, mehrere hundert Mark der DDR einzuschmuggeln, die ich ganz normal bei der Mainzer Volksbank gekauft hatte.

Dieses Forum habe ich zufällig per Google entdeckt und was ich bisher gelesen habe, fand ich sehr interessant, ich bin immer an Quellen interessiert, die einen anderen Blickwinkel ermöglichen als RTL, ZDF und Axel Springer selig.

Ich freue mich schon auf noch mehr Horizonterweiterung und ein paar Insider-Informationen.

Grüße aus Hessen,

Michael

„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


 Antworten

 Beitrag melden
08.11.2011 15:31
avatar  ( gelöscht )
#2
avatar
( gelöscht )

Hallo Michael,

herzlich willkommen hier bei uns im Forum auch im Namen des Forumteams....

VG exgakl


 Antworten

 Beitrag melden
08.11.2011 15:44
avatar  GZB1
#3
avatar

Hallo,

aufgeschlossene und auch neugierig/kritische "Alt"bundesbürger sind willkommen.


 Antworten

 Beitrag melden
08.11.2011 15:44
avatar  ( gelöscht )
#4
avatar
( gelöscht )

Willkommen "Wessi" sagt ein "Wossi" aus Hessen


 Antworten

 Beitrag melden
08.11.2011 20:25
avatar  ( gelöscht )
#5
avatar
( gelöscht )

Hallo und Willkommen sagt dir ebenfalls ein Wessi..von denen haben wir nicht viele hier.Viel Spass im Forum.


 Antworten

 Beitrag melden
08.11.2011 21:00
avatar  ( gelöscht )
#6
avatar
( gelöscht )

Hallo Damals 87


Sei gegrüsst im Forum . Gleich eine Frage ??
musstet Ihr auch angeben ob Ihr auch Verwandschaft in der DDR habt

Mein Cousien musste es angeben glaube zu wissen er war ca 84-85 beim Bund

Grüsse aus Sachsen


 Antworten

 Beitrag melden
09.11.2011 13:34
#7
avatar

Hallo!

Vielen Dank für den freundlichen Empfang!

@friedensfahrt
Ja, am Ende der Grundausbildung wurden wir Füchse einer Sicherheitsüberprüfung seitens des MAD unterzogen. Dazu wurde im Kp-Gebäude ein Zimmer geräumt, in dem drei MAD-MA sich einrichteten. Wir wurden einzeln hineinbefohlen und von zwei MA befragt, während einer Protokoll führte.

Die Befragung war recht ausführlich, es begann mit den persönlichen Verhältnissen, auch Vermögensverhältnisse, ging weiter über Verwandtschaft im "kommunistischen Machtbereich", DDR, übriger Warschauer "Pakt", Blockfreie, und endete mit Reisen in selbigen.

Da der größte Teil meiner Verwandtschaft väterlicherseits in der DDR lebte und ich vor dem Bund eine UdSSR-Rundreise unternommen hatte, zog sich das Ganze bei mir etwas hin. Man wollte Verwandschaftsverhältnis, Adressen, Art und Häufigkeit des Kontaktes und möglichst genaue Reiserouten wissen. Nach zwei- oder dreimaliger Nachfrage gab man sich allerdings auch oft mit der Aussage "Weiß nicht (mehr)" zufrieden.
Es wurde auch gezielt nach Anwerbeversuchen fremder Dienste gefragt. Daraufhin meinte ich, ich sei wohl nicht wichtig genug, was die freundlichen Herren, ernst bleibend, strikt verneinten.

Die Sicherheitsüberprüfung habe ich dann bestanden und durfte in der Fernmeldeeinheit bleiben. Ein Kollege bestand nicht, weil er Schulden angegeben hatte. Er wurde nach einigen Wochen zu einer Kampfeinheit versetzt und durfte in der Zwischenzeit an Unterrichten und Übungen nicht teilnehmen. Er mußte dann GvD schieben, war somit ein häufiger Anblick im GvD-Zimmer.

Soweit meine erste Erfahrung mit einem Geheimdienst.

„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


 Antworten

 Beitrag melden
09.11.2011 15:25
avatar  94
#8
avatar
94

Zitat von Damals87
..., in dem drei MAD-MA sich einrichteten.


Tach, kannste Dich noch an die Dienstgrade erinnern?

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


 Antworten

 Beitrag melden
09.11.2011 16:48
#9
avatar

Hallo!

An die Dienstgrade kann ich mich leider nicht mehr erinnern, ich bin mir fast sicher, die Herren waren in Zivil und haben sich nur mit Namen vorgestellt.
Es war ihnen sehr wichtig, eine angenehme Plauder-Atmosphäre zu schaffen, man wollte uns Jungfüchse nicht verschrecken.

Dem Alter nach müssen es Leutnants gewesen sein, oder das zivile Gegenstück im höheren Beamtendienst.

„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


 Antworten

 Beitrag melden
09.11.2011 18:58
avatar  94
#10
avatar
94

Danke.

Übrigens, MAD hat militärische Dienstgrade.

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


 Antworten

 Beitrag melden
09.11.2011 19:17
avatar  RalphT
#11
avatar

Zitat
An die Dienstgrade kann ich mich leider nicht mehr erinnern, ich bin mir fast sicher, die Herren waren in Zivil und haben sich nur mit Namen vorgestellt.
Es war ihnen sehr wichtig, eine angenehme Plauder-Atmosphäre zu schaffen, man wollte uns Jungfüchse nicht verschrecken.



Das war bei mir genauso. Ich wurde in Hannover befragt. Auch die üblichen Fragen. Da ich nun nichts mit der DDR am Hut hatte, bezog sich die Befragung mehr so auf persönliche Verhältnisse. Ich hatte damals das Gefühl, dass darauf auch viel Wert gelegt wurde. Wahrscheinlich mehr, als irgendwelche Ost Verwandschaften.


 Antworten

 Beitrag melden
09.11.2011 19:55 (zuletzt bearbeitet: 09.11.2011 19:56)
avatar  ( gelöscht )
#12
avatar
( gelöscht )

Hallo,
meine erste Fahrt war im I - Zug von Karl-Marx-Stadt nach Düsseldorf. In Kassel umsteigen bis Marburg, dort wurde ich abgeholt.
Das war 1988, mein Visum hänge ich mit an.
Ich wurde bis Eisenach 3 x von der Trapo (Transportpolizei) kontroliert. Die Kontrolleure an der Güst trugen Uniform der Grenztruppen und hatten sich mindestens für 10 Jahre verpflichtet. In Zivil kam dann nur noch der Zoll durch.
Gruß Jockel


 Antworten

 Beitrag melden
09.11.2011 22:20
avatar  Pitti53
#13
avatar

Zitat von Jockel
Hallo,
meine erste Fahrt war im I - Zug von Karl-Marx-Stadt nach Düsseldorf. In Kassel umsteigen bis Marburg, dort wurde ich abgeholt.
Das war 1988, mein Visum hänge ich mit an.
Ich wurde bis Eisenach 3 x von der Trapo (Transportpolizei) kontroliert. Die Kontrolleure an der Güst trugen Uniform der Grenztruppen und hatten sich mindestens für 10 Jahre verpflichtet. In Zivil kam dann nur noch der Zoll durch.
Gruß Jockel



Der Zoll in Zivil?


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2011 17:32
#14
avatar

Hallo,

ich war bei meiner Reise damals sehr angenehm überrascht, wie flott, unkompliziert und freundlich die Paß- und Zollkontrolle ablief, zumal mir wegen der geschmuggelten Mark der DDR etwas "der Stift ging".

Bei der Paßkontrolle stellte sich heraus, daß sich auf der Zählkarte ein Tippfehler befand (falsche Ziffer im Geburtsdatum). Das war weder meinen Verwandten, die die das Visum für mich beantragt hatten und mir die Unterlagen zugesendet hatten, noch mir vorher aufgefallen.
Der Fehler wurde ohne Aufhebens korrigiert.

Die Anmeldung im VP-Kreisamt war in 5 Minuten erledigt, was mich ebenfalls sehr verwunderte, da ich noch die Prozedur beim Einwohnermeldeamt in Mainz in Erinnerung hatte, wohin ich kurz vorher umgezogen war.

Gruß Michael

„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!